Geschichten aus dem Leben

14 Tage danach – ich bin jetzt erwachsen

Hallo Ihr Lieben,

da bin ich wieder – diesmal auch echt ganz kurz. 😀

14 Tage sind seit der letzten Einnahme von Paroxat vergangen und ich fĂŒhle mich, unglaublich aber wahr, großartig. Ja, ich fĂŒhle mich großartig, und das obwohl ich am Donnerstag wieder ein Empfinden hatte, was einer Panikattacke sehr nahe kam. Seit knapp einer Woche hĂ€nge ich an dieser fucking Steuerscheiße, in der Hoffnung, wieder den Überblick in meine Buchhaltung zu bekommen. Steuer – und UmsatzsteuererklĂ€rung fĂŒr 2014, 2015 mĂŒssen gemacht werden und auch noch die Umsatzsteuervoranmeldung 3. und 4. Quartal 2015. Ja, ich hab im letzten halben Jahr auch das nicht auf die Reihe bekommen. Und bei einer versĂ€umten Ust-Voranmeldung versteht das Finanzamt so gar keinen Spaß und hat mich daher mit einer dicken SchĂ€tzung zum Handeln gezwungen. Wenn ich wirklich so viel verdienen wĂŒrde, was in dem geschĂ€tzten Bescheid steht, dann hĂ€tte ich echt keine Probleme mehr. 😀

Da sitze ich seit einer Woche hier und buche Berge von Quittungen, Rechnungen und Honorare und dann plötzlich ein falscher Mausklick und alles ist weg.  😼 Eine Situation die mir echt den Boden unter den FĂŒĂŸen weggerissen hat. Ich stand unter Schock, hatte Beklemmungen und begann hektisch nach dieser verlorenen Datei zu suchen. Okay, ich fand spĂ€ter wieder alles unversehrt, aber die Tatsache, dass mich diese Situation wieder so ausknockte, hat mich noch mehr geschockt. Hallo? Das Finanzamt ist doch nicht die Welt und wenn man lieb ist, lassen die auch mit sich reden. 🙂

Trotzdem: Montag muss alles bei denen im Mailpostfach liegen, wenn nicht, dann steht bestimmt bald das SEK auf der Matte … 😀
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Wie gesagt, ich versinke zwar derzeit im Chaos und muss einige (selbst heraufbeschworene) Probleme aus der Welt schaffen, aber das ist okay. Alles ist plötzlich gar nicht mehr so schlimm, wie ich es vorher empfunden habe. Ich kann plötzlich, wie von Geisterhand mit den Schwierigkeiten des Lebens ganz anders umgehen. Ich reagiere weniger emotional, fast schon emotionslos, obwohl ich echt genug Emotionen habe. 😀

Wie kann das sein? 😼

Haben die Tabletten tatsĂ€chlich da oben in meinem OberstĂŒbchen alles repariert? Die Antwort bekam ich am Donnerstag, in der Therapiestunde. Ich erzĂ€hlte meiner Therapeutin wie immer, was in den letzten zwei Wochen so los gewesen war und zu welchen Erkenntnissen ich gekommen bin. Ich erzĂ€hlte ihr auch von meinen Blogtexten ĂŒber Missbrauch, den Reaktionen und den daraus resultierenden „explosiven“ GesprĂ€chen innerhalb meiner Familie. Ich mache da auch kein Geheimnis daraus, dass ich da schon fĂŒr Wirbel gesorgt habe und da GesprĂ€chsbedarf bestand. Aber ich blieb bei allem, was da auf mich hereinprasselte ruhig, auch hier fast schon emotionslos und hatte wirklich das GefĂŒhl, Abstand von dem Kind zu haben, was hier plötzlich Rede und Antwort stehen und Warum?-Fragen beantworten sollte.

Das war irgendwie gut …

Aber auch irgendwie unheimlich, weil ich mich so gar nicht kenne …

„Sie sind erwachsen geworden!“

„HĂ€?“

„Die 6 Monate Ruhe vor Ihrem GefĂŒhlen und Emotionen habe sie erwachsen werden lassen. Ihre kindlichen GefĂŒhle, wie Ohnmacht, Kleinsein, Hilflosigkeit, Wertlosigkeit, AbhĂ€ngigkeit, Wehrlosigkeit, Ausgeliefertsein, die Grundlagen ihrer Ängste, sind jetzt da wo sie hingehören – in der Vergangenheit.“

Ja, so einfach kann Therapie sein!  😀

Und wenn ich ehrlich bin, diese Form von Erwachsensein gefĂ€llt mir sehr gut und sie lĂ€sst mich viele Dinge aus einem ganz anderen Blickwinkel sehen. Menschen, egal wie groß und in welcher Position sie auch sind, in Augenhöhe zu begegnen ist unfuckingfassbar geil! <3

Und weil ich mich so fucking gut fĂŒhle, schenke ich Euch exklusiv die ersten zwei Seiten meines Thrillers, der eigentlich letztes Jahr hĂ€tte fertig werden sollen.

Sorry, ich kann nicht so gut reden, lesen auch nicht und QualitĂ€tsvideos kann ich auch nicht machen – ich gelobe Besserung. 😀

Mann, bin ich erwachsen … 😀

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