Geschichten aus dem Leben

Ich brauche keine Pillen mehr – Tag 1


Tja …

Es ist soweit…

Ich habe es beim letzten Mal ja schon angekündigt: Ich mach Schluss mit PAROXAT!

Zur Erinnerung:

PAROXAT ist ein Medikament zur Behandlung von 😯

– Episoden einer Major Depression.

– Zwangsstörung.

– Panikstörung mit oder ohne Agoraphobie.

– Sozialer Angststörung/Sozialer Phobie.

– Generalisierter Angststörung.
– Posttraumatischer Belastungsstörung.

Und damit dies auch mit ärztlichem Segen passiert, saß ich gestern tatsächlich wieder im Wartezimmers eines Psychiaters und kämpfte mit den ersten deutlichen Gefühlsregungen, denn ich war wegen dem bevorstehenden Gespräch sehr aufgeregt.

Warum?

Ich war mir nicht sicher, ob er mit meinem Entschluss einverstanden sein würde, da ich gerade erst (mit einem Auge zudrücken) die minimale Einnahmedauer von 6 Monaten hinter mich gebracht habe. Ich habe gelesen, das die meisten Menschen diese Dinger über viele Jahre nehmen (müssen). Auch meine Therapeutin meinte, dass ich mich doch eine Zeit lang auf der Wirkung von Serotonin-Wiederaufnahmehemmer ausruhen sollte:

„Das Leben ist doch damit viel einfacher für Sie! Sie haben keine Angst mehr und alles ist gut.“

Nein, ist es nicht! 😕

Aber das habe ich schon so oft und lange mit ihr, mit meinem Mann und auch mit anderen in meinem Umfeld diskutiert und habe dabei festgestellt – es versteht niemand. 😕

Immerhin war ich doch mehr als erträglich in den letzten Monaten … keine „emotionalen Anfälle“, kein Streit, alles easy und gechillt …

Für die anderen, vielleicht!

Ich weiß nicht, wie oft ich in den letzten Wochen die Tablette „aus Versehen“ vergessen habe, nur um mich selbst wieder in irgendeiner Form spüren zu können. Das letzte Mal habe ich sie am Sonntag nicht genommen … die Quittung kam abends beim Tatort. Ich musste die ganze Zeit heulen und bin prompt wieder bei meinem Mann aufgeflogen.

„Hast du wieder deine Tabletten nicht genommen?“ 😐

Mann, geht mir das auf den Sack! Alta, bin ich Psycho oda was? 😥

Apropos Psycho und Tatort …

Weil dieser Tatort mich komplett aus der Bahn geworfen und mir eine schlaflose Nacht beschert hat, habe ich Sonntag Nacht eine folgenschwere Entscheidung getroffen. Ich werde am Wochenende eine weitere Geschichte eines Psychopathen erzählen… eben die Geschichte von dem Menschen, der sicherlich schon große Angst davor hat, dass ich auch ihm ein Thema in diesem Blog widme … coming soon!

Sorry Off-Topic! 😀

Wir waren bei den blöden Tabletten und bei meinen Tricks, diese unerträgliche Wirkung der „Leere“ oder diesem Fremdsein im eigenen Körper und Geist irgendwie zu manipulieren. Gerne habe ich hierzu auch mal einen über den Durst getrunken, denn Alkohol schränkt die Wirkung der Tabletten deutlich spürbar ein. Und ich höre ununterbrochen Musik … ja, Musik berührt mich, lässt mich etwas spüren … wenn auch ganz weit weg …

Reicht mir nicht. Im Gegenteil, ich habe das Gefühl ich gehe mit Hilfe dieser Tabletten unter … 😥

Ja, ich gebe zu: Ich habe es die ersten Tage, vielleicht auch drei, vier Wochen genossen, frei von dieser grundlosen Angst und diesem Druckgefühl aus Seele und Körper zu sein. Aber dann habe ich gemerkt, wie sich immer mein mein ICH verabschiedete, wie mein ganzes Sein zurückgedrängt und in Ketten gelegt wurde. Ich bin nicht in der Lage, klare Entscheidungen zu treffen, „murkste“ in allem irgendwie nur rum, dümple von einer Fehlentscheidung zu nächsten, weil mir mein Bauchgefühl fehlt, auf das ich mich immer verlassen konnte.

Meine Gefühlswelt ist komplett auf ein Minimum gesenkt. Meine Kreativität ist wie weggeblasen, mein Roman verstaubt, das Arbeiten fällt mir unendlich schwer – ich würde mich sogar als arbeitsunfähig betiteln. Meine Auftragstexte sind ständig scheiße, ich lasse Kunden durch meine unterschwellige Lethargie und Vergesslichkeit warten und verpasse ständig Abgabetermine oder auf Anfragen zu antworten. Mein vorbildlicher Kundenservice, meine erarbeitete Qualität und die Zuverlässigkeit wurde die letzten Monate echt übelst übel (!) auf die Probe gestellt …

Und wenn ich mir im Moment meine Buchhaltung ansehe, könnte ich endlos im Kreis kotzen, denn da befinde ich mich gerade auf dem Stand eines Anfängers mit Mathephobie. Ich habe komplett die Übersicht verloren, Chaos ohne Ende, verpasste Umsatzsteuervoranmeldungen, fehlende Steuerklärungen und Umsatzsteuererklärungen der letzten Jahre – alles ganz dringend. Allerdings kriege ich in diesem Zustand nichts auf die Kette … so sieht übrigens mein Bürochaos aus (und das ist noch der aufgeräumte Teil). 😀

13.01.2016 – 018

Ich glaube, diese Woche kassiere ich meine erste schlechte Bewertung bei Ebay, weil ich einen Kunden wegen dieser Paroxat-Kacke fast vier Wochen habe warten lassen. 😯

Ich werde es zwar überleben … allerdings bin ich nicht mehr bereit, diesen (meinen) Zustand länger hinzunehmen …

Also hatte ich gestern diesen Termin, um dem Herrn Psychiater meine Entscheidung mitzuteilen und von ihm Anweisungen bezüglich des Ausschleichens zu erhalten. Ich war aufgeregt, weil ich eben kein Ausreden seinerseits hätte dulden können. Aber zu meiner Freude wollte er mir nichts ausreden. Im Gegenteil, er fand meinen Willen, es alleine ohne Paroxat zu schaffen lobenswert, allerdings auch mutig. Er meinte eine Angststörung, inkl. sozialer Phobie innerhalb von 6 Monaten in komplette Heilung zu wandeln, sei eher unwahrscheinlich…

Unwahrscheinlich?!

Psst! Ich will das nicht hören! Der soll nicht labern, der soll dafür sorgen, dass dieses Teufelszeug wieder aus meinem Körper kommt und das idealerweise ohne Absetz – und Entzugserscheinungen. 😥

Das ist bestimmt schon wieder alles in Ordnung. Ich hab keine Angst mehr und mache auch (fast) alles, um Vermeidungshaltung im täglichen Umgang mit Menschen zu vermeiden. (Außer beim Telefonieren… 😀 …. ich hasse es!)

Seit heute halbe Dosis …

Ich werde morgen berichten, was sich (in mir) tut …

Ich gebe zu, ich hab ein bisschen Angst vor dem, was kommt …

Hab da auch so ein komisches Gefühl …

Oh, ein Gefühl!? 😮

Hallo, komisches Gefühl! Wie geht es Dir, lange nicht mehr gesehen … 😀

13.01.2016 – 025

Kommentar verfassen