Kurzgeschichten

Manchmal habe ich geistige Ergüsse, die weder in einen Roman passen, noch anderweitig verwendbar sind. Es sind unausgereifte Ideen, ein Einfall ohne Hand und Fuß, ein Romananfang der doch keine Zukunft hat. Aus diesen „Fail“-Passagen, entsteht sodann, die eine oder andere Kurzgeschichte.

(Das Kopieren dieser Texte ist nur mit meiner Zustimmung erlaubt – wer es ohne versuchen will: ICH FINDE DICH!)

Das letzte Hemd

(Dirk Kruse / pixelio.de)
(Dirk Kruse / pixelio.de)

Die Contenance zu bewahren, auch wenn die Karten schlecht stehen, das war nur eines der vielen Dinge, die Jack in den letzten Monaten gelernt hatte – und er hatte eine ganze Menge gelernt. Er hatte gelernt, dass ein Drink in der richtigen Bar, zum richtigen Zeitpunkt und mit den richtigen Leuten, einem das Tor in eine völlig neue Welt öffnen konnte. Er hatte gelernt, dass sich hinter solchen Toren nicht nur geheime Hinterzimmer mit Pokertischen verbargen, sondern auch ungeahnte Talente steckten. Talente, die scheinbar sein ganzes Leben nur darauf gewartet hatten, von ihm entdeckt zu werden. Er, der einst talentlose und ewig nach Glück Suchende – in einem Nachtklub hatte er gleich beides gefunden.

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Frida

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(Foto: Annette Fischer@pixelio.de)

Diese Kurzgeschichte habe ich im Rahmen eines Wettbewerbs von BOD und dem Buchjournal geschrieben. Hier wurde ich unter ca. 1000 Teilnehmern unter die letzten Zwanzig gewählt und freue mich sehr über die Veröffentlichung auf der Seite buchjournal.de. (Leider waren 10.000 Zeichen eindeutig zu wenig, um den tieferen Sinn der Geschichte herauszufiltern.)

Ich weiß nicht, wie genau Sie in den Besitz dieses Manuskriptes gekommen sind. Entweder, bin ich bereits tot und mein Nachlassverwalter – wenn ich denn einen habe – hat es an den Meistbietenden verscheuert oder aber Sie haben es von meinem Schreibtisch entwendet. Und wenn Sie es einfach von meinem Schreibtisch genommen haben, stellt sich mir prompt die Frage: Warum war ich nicht da, um Sie daran zu hindern?

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Teufelskreis Liebe

(Foto: sassi / pixelio.de)
(Foto: sassi / pixelio.de)

Wir drehen uns im Kreis – nein, ich alleine drehe mich im Kreis. Ich drehe mich im Kreis, den Blick fieberhaft auf den Moment gerichtet, an dem ich den Kreis für immer durchbrechen kann. Du bist der stumme Begleiter in all meinen Träumen, meine Gedanken kreisen immer nur um dich. Wenn ich die Augen schließe, dann sehe ich dich, sehe dein Gesicht und dein Lächeln. Ich sehe in deine Augen, sehe in dich hinein, sehe hinter deine Fassade, sehe durch dich hindurch, verliebe mich erneut, versinke in dir, drohe zu ertrinken. Deine Macht, ist mein Untergang. Ich reiße mich los, laufe weg, fliehe. Immer und immer wieder. Ich hatte die Hoffnung, dass es aufhören würde, irgendwann. Doch wann zum Teufel ist irgendwann?!

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Die Schattenwelt eines Borderliners

(Lutz Stallknecht / pixelio.de)
(Lutz Stallknecht / pixelio.de)

Immer wieder gefesselt von den Eindrücken der Lebenden, laufe ich durch die Straße der Einsamkeit. Alles hier ist so laut und bunt, so schrecklich hell. Ich kann es sehen, ich kann es riechen und ich kann es fühlen, hier findet es statt… das Leben. Ein Leben, dass ich nicht mehr haben kann. Wie immer zieht es mit Nichtachtung an mir vorbei, es schreit, es erfreut, es tanzt und lacht. Kaum vorstellbar, dass dies der Ort ist, an dem ich das Mittel finden soll, was den fortschreitenden Tod meiner Hoffnung aufhalten kann. Ich fühle mich plötzlich unwohl, möchte nur noch weg.

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Der Mann, der sich Charly nennt

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(Foto: pixabay.de)

Der Mann, der sich Charlie nennt, schaut sie eindringlich an. Und als sie seinen Blick erwidert sieht er direkt in das wunderschöne Blau ihrer Augen, in die er sich einst so verliebt hatte. Und er war sich so sicher gewesen, das sich daran nie etwas ändern würde. Aber dennoch versetzt ihm ihr Blick plötzlich einen schmerzlichen Stich und er wendet sich abrupt von ihr ab. Wo war nur ihr herzliches Strahlen geblieben? Er hatte so gehofft, dass dieses bedrückende Gefühl, diese Ahnung, die ihn schon seit Wochen heimgesucht hat, ihn täuschen würde. Und er hatte auch gehofft, dass diese Sicherheit, so wie er sie jetzt empfand, niemals eintreffen würde…

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Hustenreiz

(Foto: Martin Grass)
(Foto: Martin Grass)

Eine Kurzgeschichte, die eigentlich ein Roman werden sollte. Ich schrieb diese Zeilen vor mehr als zehn Jahren, mit der Horrorvorstellung als Autorin eine „Lesung“ halten zu müssen. 

Ein Husten, das unwillkürliche explosionsartige Ausstoßen von Luft, die natürliche Reaktion des Körpers, um die Atemwege von Substanzen zu reinigen, die diese belegen oder verengen könnten – so in etwa lautet die genauere Definition – kann sich wahrhaftig zu einem waschechten Problem entwickeln, wenn man es zu lange unterdrückt. Diese unliebsame Erkenntnis erlangte ich in dem Augenblick, als das stetige Kribbeln in meinem Hals, sich plötzlich in ein forderndes Kratzen verwandelte …

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