Über das Rauchen, Arschlochmenschen und Nacktfotos

Hallo Ihr Lieben!

Ich nutze dieses Osterwochenende, um mich kurz aus meinem Chaos zu melden und zu berichten, wie so mein wertes Befinden und der aktuelle Stand der Dinge ist …  😀

Aktueller Stand: CHAOS! 😮

Ja, noch mehr Chaos in meinem üblichen Chaotendasein. Das hat mehrere Gründe. Zunächst bin ich wieder voll drin in meinem Schreibjob. Ja, mit der Umzugsentscheidung Ende Dezember hat sich auch mein kleines Schreib-Burnout in Luft aufgelöst. Mein ganzes System ist wieder auf Geld verdienen (und leider auch auf Essen) gepolt! Der Umzug wird schon teuer genug und ich muss (idealerweise bevor ich die Biege mache) noch ein paar Schulden begleichen.

Aber auch in Zukunft wird mich die Existenzangst weiter vor sich hertreiben, denn auch an der Nordsee wird das Leben Geld kosten. Zudem plane ich (neben dem Schreiben von Nordseeromanen) 😀 als zweites Standbein dort oben in eine Ferienwohnung zu investieren. Mit anderen Worten: Ich bin jetzt wieder Vollzeit Workaholic und das bis Ende Mai auch noch mit Nebenjob (den ich übrigens sehr, sehr vermissen werde).

Es bleibt mir also nicht viel Zeit, um mich noch um den ganzen anderen Kram zu kümmern, um den man sich so kümmern muss, wenn man die Flucht aus dem alten Leben ergreifen will. Dennoch laufen die Umzugsvorbereitungen auf vollen Touren. Das, was in absehbarer Zeit nicht mehr gebraucht wird, wird auch schon gepackt. Angebote für die unterschiedlichsten Mietlastwagen sind eingeholt und so wie es aussieht, werden wir am Ende „nur“ mit einem 7,5 t LKW umziehen, da muss das Inventar eben etwas abgespeckt werden.

Apropos abspecken…

Die sind so scheiße lecker… ich liebe die voll … und hasse sie gleichzeitig! FUCK! 😀

Was das Kistenpacken betrifft: Es wird streng sortiert, vieles was mir so in die Hände fällt fliegt kurzerhand in den Müll, in die Ebay-Kleinanzeigen oder geht an die Flüchtlingshilfe.  Ich finde es schon erstaunlich, was für einen unsinnigen Kram ich seit 39 Jahren mit mir herumschleppe… und … ganz ehrlich … wahrscheinlich auch weiterhin mit mir herumschleppen werde, weil ich mich nicht von diesem Kram trennen kann. 😀

Dann ist es im Augenblick auch sehr eng bei uns, weil aufgrund eines Wasserschadens im Keller, meine große Tochter wieder in in ihr altes Kinderzimmer ziehen musste. Das heißt, uns fehlt derzeit ein weiteres Zimmer. Wir teilen unser Schlafzimmer nun mit einer quirligen (fast) 4 Jährigen, inkl. Spielsachen und Möbeln und weiterem Zeugs aus dem Keller, um es vor Schimmel zu schützen. Dummerweise grenzt dieses Schlafzimmer auch noch an das einzige Badezimmer auf dieser Etage. Duschen, Waschen, Zähneputzen geht also für alle Beteiligten nur durch unser Schlafzimmer…

Wir werden es die nächsten Wochen sicher irgendwie überstehen … denke ich.

Also allumfassend könnte man sagen… L-Ä-U-F-T! 🙂

… wenn da nicht das werte Befinden wäre! 🙁

Ja, ja, das werte Befinden …

Manchmal wünschte ich, dieses dämliche Befinden würde sich einen anderen Dummen zum Quälen suchen und mich in Ruhe lassen. Im Moment finde ich es fast schon lästig, überhaupt etwas zu empfinden. Das ist mir irgendwie zu doof und auch zu anstrengend. Immer dieses ständige Achterbahn fahren. Und dieses Auf und Ab ist – ohne Alkohol, Drogen oder Betäubungsmittel – eigentlich nicht zu ertragen.  Ich ertrage es aber … konsequent ohne Suchtmittel … es sei denn Muffins zählen auch dazu! 😀

Apropos Suchtmittel…

Vor etwa 9 Jahren habe ich die letzte Zigarette geraucht und gehöre seither eher zu den militanten Nichtrauchern. Ich hasse Zigaretten und alles, was mir Rauchen zu tun hat! Doch seit knapp zwei Wochen träume ich ständig davon, dass ich wieder mit dem Rauchen anfange. Diese Träume sind so intensiv und so penetrant, dass sie mich auch tagsüber beeinflussen.

Es fing an mit dem Traum, dass ich mir eine Schachtel Marlboro (eigentlich gar nicht meine Marke) gekauft habe. Ich habe die Packung aufgerissen, mir eine dieser herrlich duftenden Zigaretten in den Mund gesteckt und hatte sogar schon das Feuerzeug in der Hand. Das Feuer flammte auf … die Spannung und das Verlangen stieg, … wurde nahezu unerträglich … doch dann schaltete sich meine  Traumpatrouille wieder ein. Und wenn ich von meiner Traumpatrouille spreche, dann meine ich das luzide Träumen, bzw. das Klarträumen.  Ich glaube, ich hatte schon mal darüber geschrieben. Das war dieses Thema „Über luzides Träumen und die Kunst des Verdrängens„. Die Kurzfassung wäre folgende Wikipedia Erklärung:

Ein Klartraum, auch luzider Traum (von lateinisch lux, lūcis „Licht“), ist ein Traum, in dem der Träumer sich dessen bewusst ist, dass er träumt. Paul Tholey, der bedeutendste deutsche Klartraumforscher, formulierte dies folgendermaßen: „Klarträume sind solche Träume, in denen man völlige Klarheit darüber besitzt, daß man träumt und nach eigenem Entschluß handeln kann.“(…) Die Fähigkeit, Klarträume zu erleben, hat vermutlich jeder Mensch, und man kann lernen, diese Form des Träumens herbeizuführen. Ein Mensch, der gezielt Klarträume erleben kann, wird auch Oneironaut genannt (von gr. oneiros „Traum“ und nautēs „Seefahrer“).“

(Quelle: Wikipedia https://de.wikipedia.org/wiki/Klartraum)

Ich bin also ein Oneironaut… 😀

Ich hatte in dem Traum also die Packung aufgerissen, mir eine dieser herrlich duftenden Zigaretten in den Mund gesteckt und hielt sogar schon das Feuerzeug in der Hand. Das Feuer flammte auf … die Spannung und das Verlangen stieg, … wurde nahezu unerträglich … dann befand ich mich plötzlich im Klartraum, mein Verstand war voll da und sagte klar und deutlich: „NEIN!“

Entschlossen warf ich das Feuerzeug weit von mir. Die Kippe in meinem Mund verweilte dort ohne Zündstoff. Ich war erschrocken über diese Szene, fast schon empört. „Wie kannst du nur?!“ Diese Schachtel Zigaretten zu besitzen fühlte sich plötzlich wie eine Straftat an. Die nächsten Traumminuten war ich zwanghaft damit beschäftigt diese Schachtel loszuwerden. Ich wollte sie sogar verschenken, war aber gezwungen, jedem Rechenschaft abzulegen, warum ich so etwas Blödes (Zigaretten kaufen und mit einer nicht angezündeten Zigarette im Mund Zigaretten zu verschenken) tue. Aber keiner wollte meine Zigaretten geschenkt haben… 🙁

Der nächste Traum war ähnlich…

Der übernächste auch …

Immer im richtigen Augenblick, eben in jenem Augenblick, in dem ich drohte schwach zu werden und mich wieder der Nikotinsucht hinzugeben, klinkte sich meine Traumkontrolle ein. In meinem letzten Zigarettentraum Anfang der Woche passierte allerdings etwas Unglaubliches. Noch nie in meinem Leben bin ich in einem Traum so von mir selbst verarscht worden – das Gehirn des Menschen ist so unfassbar schräg. 😀

In diesem Traum verabschiedete ich mich für einen außerplanmäßigen Nachtspaziergang. Alleine das war schon schräg, denn ich stehe nicht so auf die Dompfaffenstraße bei Nacht (wir haben hier seit Jahren ein immer wieder kehrendes Einbrecherproblem). Bereits während dieser Traumphase stellte ich mir selbst die Frage, warum ich freiwillig mitten in der Nacht alleine das Haus verlasse.  Die Antwort kam prompt, ich wollte tatsächlich heimlich eine  Zigarette rauchen. Ich sehe mich im Traum, wie ich mitten auf der Straße lief,  aus Angst, dass mich irgendetwas oder jemand aus der Dunkelheit des Dickichts heraus angreifen konnte. (In der Mitte der Straße hatte ich die Kontrolle und auch entsprechende Beleuchtung.) Ich griff in meine Tasche zog die bereits erworbenen Zigaretten heraus und steckte mir eine solche in den Mund. Und während mein Verstand schon wieder hell wach war und anfing diesen Traum in einen Klartraum zu wandeln, sagte eine Stimme in mir so etwas wie: „Es wird ja wohl erlaubt sein, eine nicht angezündete Zigarette im Mund spazieren zu tragen. Einfach so… sieht ja eh keiner. Allerdings würde es auch keiner sehen, wenn sie brennen würde.“ 😀

Ich begann entschlossen nach Feuer zu suchen.

Meine Patrouille  sorgte dafür, dass ich es nicht fand.

Ich wurde nervös. Die Kippe in meinem Mund fühlte sich plötzlich wie die einzig wahre Erlösung an. Sie war die Lösung all meiner Probleme, inklusive Übergewicht… ja, würde ich heute noch rauchen, hätte ich möglicherweise auch immer noch meine 75 Kilo! Fange ich wieder an  zu Rauchen sind sicherlich rasch mind. 20 Kilo weg. 😀

Immer hektischer begann ich in meinen Taschen nach einem Feuerzeug oder Streichhölzern zu suchen.

„Es gibt aber kein Feuerzeug! Rauchen ist scheiße! Punkt!“, sagte mein Verstand, klopfte mir siegessicher auf die Schulter und schlurfte weiter neben mir her. In meinen Traumgedanken akzeptierte ich diese weise Entscheidung und beschloss …. einfach so… ohne Feuer an der Zigarette herumzusaugen. Was war schon dabei … konnte ja eh keine sehen … und es war auch nicht verboten.

„Brav!“

Dann passierte das Unglaubliche!

Wie von Geisterhand entzündete sich die Zigarette in meinem Mund von selbst und im gleichen Augenblick durchflutete ein Gemisch aus qualmenden Tabak, Nikotin und Teer meinen Rachen und die Lunge. Ich konnte die erlösende Wirkung tatsächlich riechen und schmecken!

„WAS HAST DU GETAN?!“ 😮

Erschrocken riss ich die Augen auf und begann wie von Sinnen zu husten, obwohl ich gar nicht husten musste. Dann herrschte Verwirrung. Und wenn Verwirrung in Klarträumen herrscht, weil man plötzlich nicht mehr weiß, wer jetzt hier die Kontrolle hat, dann hat man einen echten Brainfuck! 😀

Der Schock saß tief! Ich und meine Traumpatrouille waren so empört über diese List, dass wir den Rest des Traumes damit beschäftigt waren, herauszufinden, welcher Hersteller innerhalb der letzten 10 Jahre die selbst entzündbare Zigarette erfunden hatte…

Der Traum beschäftige mich dann auch tatsächlich den ganzen Tag. An dieser Stelle zeige ich nun das einzige Foto von mir, auf dem ich mit einer Zigarette zu sehen bin.

(Eine meiner letzten Zigaretten im Jahre 2008)

Unabhängig von diesem missglückten Klartraum, finde ich die psychologische Deutung dieser Raucherträume sehr interessant. Ich erinnere mich, dass ich vor 2008 damals in Stresssituationen sogar häufiger zur Zigarette gegriffen habe, weil sie mich tatsächlich „runter“ brachten. Nikotin half. Und aktuell hilft bei mir nichts mehr, um mich runter zu bringen. Körper und Geist sehnen sich nach etwas, was mich von dem gefühlten Level 10 auf meiner Stressskala auf mindestens 5 absenkt. Beruhigungsmitteln oder Psychopharmaka habe ich abgeschworen, Alkohol habe ich seit Dezember nicht mehr getrunken, Drogen nehme ich grundsätzlich nicht, Süßigkeiten versuche ich zu meiden, (zu oft kommen sie mir aber dann doch in die Quere), die Sonne kann auch nicht immer für mich da sein und zum Laufen habe ich im Moment definitiv keine Energie…

Auch wenn ich ganz sicher das Rauchen NICHT wieder anfangen werde, nehme ich diese Botschaften und Zeichen an mich selbst sehr ernst. Ich nehme meine Träume sehr ernst. Und ich nehme vor allem auch zur Kenntnis, dass sie sich in den letzten Tagen verändert haben. Ich träume nicht mehr vom Rauchen. Ich träume andere Dinge. Schlimme, belastende Dinge. Und ich kann diese Träume nicht mehr kontrollieren, kann die Handlung nicht mehr erfolgreich beeinflussen. Ich kann mich nur noch retten, in dem ich aufwache, das emotionale Drama läuft dann allerdings schon im vollen Gange.

Das empfinde ich derzeit als Problem, weil ich dieses luzide Träumen mir einst angeeignet habe, um mir belastende Albträume von der Backe zu halten. Vor vielen Jahren hatte ich sogar Angst vorm Schlafengehen, weil ich so extrem, realistisch und heftig geträumt habe (inklusive Aufwachen in einem Traum),  dass mich jeder einzelne Traum ernsthaft traumatisiert hat. Das hat mich in eine sehr belastende Schlafstörung getrieben. Schlafstörungen habe ich zwar noch nicht, aber diese lästige Träumerei von Dingen, die ich nicht oder nur halb verstehe und die mir nicht weiterhelfen, sondern mich nur belasten, das nervt mich.

Ich befürchte, diese höchste Stressphase in meinem Leben, hat ihren Höhepunkt auch noch nicht erreicht.

Ich denke wieder viel zu viel nach …

Aber ich muss nachdenken und sortieren, sonst gerät das werte Befinden noch mehr außer Kontrolle und ich kriege gar nichts mehr auf die Reihe. Was auch damit zusammenhängt, dass die Zeit läuft und mit jedem weiteren Tag, der ins Land zieht mir klarer wird, was ich (für meine Verhältnisse) für einen Wahnsinn mit den Umzugsplänen da gerade veranstalte …

Ich tänzele (je nach Tagesform) immer wieder zwischen den Gefühlen der Euphorie, Vorfreude, Hoffnung, Angst, Wut und Traurigkeit hin und her. Und natürlich bin ich euphorisch zum ersten Mal in meinem Leben richtig durchatmen zu können und ich freue mich auf meinen ersten Sommer am Meer. Natürlich habe ich die Hoffnung, dass ich dort oben irgendwie, irgendwann meinen Seelenfrieden finde. Allerdings habe ich auch Angst, dass der Plan (aus irgendwelchen Gründen, die mir gerade nicht einfallen) nicht aufgeht. Ich bin wütend und auch traurig zugleich darüber, dass ich Jetzt und Hier quasi kapituliere. Ich muss mich wegen dieser Kapitulation von Menschen entfernen, die mir wichtig sind. Ich muss eine Gegend verlassen, an der ich hänge. Warum? Weil ich diesem ewigen psychischen Überlebenskampf hier nicht mehr gewachsen bin?! Das Heer an Arschlochmenschen wird nicht kleiner. Im Gegenteil, das Heer wächst. Die, die es schon immer waren, bleiben es und im schlimmsten Fall vermehren sie sich auch noch und die, die es noch nicht sind, lassen sich entweder von dem Arschlochvirus anstecken oder aber sie ziehen sich zurück, so wie ich es tue.

Ich habe es heute wieder beim Einkaufen gemerkt. Ich liebe diesen dörflichen Penny Markt zu dem ich schon seit über 20 Jahre renne. Ja, eigentlich liebe ich diese Hood – auch an einem Samstag vor Feiertagen! Ich mag die freundlichen Mitarbeiter, mit denen ich schon unzählige Kassengespräche, Regalsmalltalks und auch viel Spaß hatte.

Und dann laufe ich durch die Regale, kaufe mein Zeugs ein, bin hilfsbereit und freundlich zu jedem, der es schafft, sich in meine Scheuklappen zu drängen (weil ich eben kein Arschlochmensch sein will).

„Junge Frau, können Sie mir vielleicht sagen, wo ich Miracoli finde?“

„Na klar!“ 🙂

Heute habe ich ganz bewusst die Scheuklappen einfach mal abgelegt, um mir selber nochmal die Frage zu beantworten, was genau mich hier beim Einkaufen stört und was in Nordfriesland dahingehend anders sein könnte.

Und die Antwort ist: Der Butterfly-Effect!

Zur Erklärung:

Ich schaue gerade eine Serie auf Netflix, die mich sehr berührt. Sie heißt „Tote Mädchen lügen nicht“. Die Serie basiert auf den Roman von Jay Asher und erzählt auf wirklich spektakuläre Weise die Geschichte eines jungen Mädchens, das sich das Leben genommen hat. Sie hat vor ihrem Tod Kassetten mit ihrer Geschichte besprochen (ähnlich diesem Blog), die sie jedem, der auch nur einen Hauch mit ihrem Suizid zu tun hatte, nach ihren Tod zukommen lassen hat. Und das, was sie nach ihrem Tod zu sagen hat, haut echt rein…

Und immer wieder bringt sie die Metapher des Schmetterlingseffekts auf den Tisch…

Als Schmetterlingseffekt (englisch butterfly effect) bezeichnet man den Effekt, dass in komplexen, nichtlinearen dynamischen, deterministischen Systemen eine große Empfindlichkeit auf kleine Abweichungen in den Anfangsbedingungen besteht. Geringfügig veränderte Anfangsbedingungen können im langfristigen Verlauf zu einer völlig anderen Entwicklung führen. Es gibt hierzu eine bildhafte Veranschaulichung dieses Effekts am Beispiel des Wetters, welche namensgebend für den Schmetterlingseffekt ist: „Kann der Flügelschlag eines Schmetterlings in Brasilien einen Tornado in Texas auslösen?“

(Quelle: Wikipedia https://de.wikipedia.org/wiki/Schmetterlingseffekt)

Im Sinne der Protagonistin Hannah Baker aus der Serie: „Du begegnest einem Menschen und er löst mit einem Flügelschlag ein Tornado in deinem Leben aus…“

Abgesehen davon, dass ich dies eine grandiose Idee des Schriftstellers finde, finde ich mich selbst in dieser Story erschreckend oft wieder … so viele Arschlochmenschen, so viele Flügelschläge, so viele Tornados, so viele Kassetten, die ICH besprechen müsste! Und bei mir hat es nicht erst mit einem prekären Foto angefangen, was in der Schule herum gezeigt wurde, wie in „Tote Mädchen lügen nicht“ … allerdings will ich nicht leugnen, dass es auch so eine Geschichte in meinem Leben gegeben hat.

Nein, die habe ich noch nicht erzählt…

Dieses (mein) Drama habe ich irgendwie vollkommen verdrängt.  Aber es beschäftigt mich aktuell. Viele solcher „kleinen persönlichen Dramen“ beschäftigen mich gerade jetzt, weil manche Geschichten eben eine ganze Reihe von Flügelschlägen beinhalteten, die in mir einen ganzen Hurricane ausgelöst haben. Ein Hurricane, der mich auch heute noch beeinflusst, wenn ich (beispielsweise beim Einkaufen) Menschen begegne, die im unmittelbaren Zusammenhang mit dieser Sache stehen oder auch dummerweise nur verwandt mit Beteiligten waren …

Es folgt nun die kleine Geschichte um ein Foto, welches mich fast dazu gebracht hätte von der Wiedtalbrücke zu springen…

Ja, ich habe damals (mit 12 Jahren) wirklich an Selbstmord gedacht …

Ich erinnere an dieser Stelle an einen Mann, ich hatte ihn in diesen Blog einst „Cäsar“ getauft, mit dem der einen oder andere Blogverfolger auch schon mal in meiner Geschichte „Reden wir endlich über sexuellen Missbrauch Teil 2“ Bekanntschaft gemacht hat.

Für die, die diesen Part noch nicht kennen:

Ich geriet mit 12 an einen Kerl, der mir glaubhaft die große Liebe vorspielte, aber im Grunde genommen nur ein pädophiles Arschloch war und über viele Jahre eine Menge Freude mit mir hatte.

Cäsar war penibel darauf bedacht unseren Kontakt geheim  zu halten. Daher war ich immer wieder erstaunt, dass er doch vereinzelten Personen  – er nannte sie „Freunde“ – von uns erzählte. Er hatte äußert komische Freunde. Einer komischer als der andere und sie machten mir Angst. Manchmal bekam ich Briefe von ihnen, übermittelt von Cäsar selbst. Es waren eindeutige Briefe. Liebesbriefe von Männern, die ich nicht kannte, aber die mir dennoch (mit der Erlaubnis von Cäsar) schrieben. Ein gewissen Stefan (Name geändert) schrieb zum Beispiel, das Cäsar schon viel von mir erzählt hätte. Cäsar hätten ihm ein Foto von mir gezeigt und er (Stefan) hätte sich prompt in mich verliebt. Ja, Cäsar hatte ein Foto von mir, was er offenbar seinen Freunden zeigte. Ich erinnerte mich, dass ich ihm damals irgendeines aus meiner Fotosammlung zugesteckt hatte. Es war ein anständiges Foto, weil ich ein anständiges Mädchen war … was ich übrigens heute noch bin, auch wenn gewisse Arschlochmenschen dass nicht wahrhaben wollen.

Jedenfalls schrieb mir dieser Stefan, dass er noch mehr Fotos von mir sehen und mich auch irgendwann gerne mal treffen würde. Natürlich nur wenn ich das wollte und Cäsar es auch erlaubte. WTF?! 😮

Ich habe es einfach nicht kapiert, was dieser Typ von mir wollte. Cäsar sagte, er wäre stolz, dass seine „Freunde“ mich so begehrenswert fanden und er wollte mehr Fotos von mir haben, mit denen er „angeben“ konnte.

Und ich merke, wie mir gerade in diesem Augenblick die Tränen kommen. Warum kommen mir jetzt nach über 25 Jahren die Tränen? Weil mir erst jetzt klar wird, dass auch diese „kleine, harmlose“ Geschichte einfach so tiefgreifend und verletzend ist, dass sie sich mit den Jahren ebenfalls zu einem dieser vielen Dämonen verwandelte, die mir ständig auf den Sack gehen.

Egal, weiter…

Irgendwann hatte er plötzlich diesen Fotoapparat im Auto und begann mich zu fotografieren. Einmal mit freundlichem Lächeln, einmal mit ernstem Blick. Ich dachte mir nichts dabei. Im Gegenteil, es gab mir das Gefühl, dass Cäsar tatsächlich zu mir stehen würde. Dann verschwand der Fotoapparat wieder im Handschuhfach und ich dachte nicht mehr an das Ding. Bis diese Kamera plötzlich wieder in einem dieser Momente auftauchte, die ich gerne dauerhaft aus meinem Gedächtnis streichen möchte. Es passierte (wie immer) in seinem Auto, ich war halbnackt und er fing an mich zu fotografieren. Ein empörtes Protestieren von mir. Ein kurzes Gerangel. Aber er gewann schließlich mit gutem Zureden und pseudo Liebesgelaber.

„Sie sind nur für mich…“

Der Fotoapparat verschwand irgendwann wieder in den tiefen des Fahrzeuges und tauchte nie wieder auf. Die Fotos allerdings schon. Ich war selbst überrascht als er sie eines Tages grinsend aus dem Handschuhfach zog und sie mir  halbherzig zeigte. Halbherzig deswegen, weil er ahnte, dass ich diese Fotos ziemlich schrecklich und scheiße fand und so gar nicht damit einverstanden war, dass er sie in seinem Wagen herumkutschierte, zu dem all seine „Freunde“ Zugang hatten. Diese Fotos sollten doch nur für ihn sein, am allerbesten aber erst gar nicht existieren. Niemand durfte jemals überhaupt irgendetwas erfahren. Ich bekam Panik, weil ich dann scheinbar doch irgendwie ahnte, dass diese Sache nicht gut ausgehen würde. Ich erinnere mich auch noch an den heftigen Streit den wir an diesem Tag hatten. Ich erinnere mich auch noch an ein weiteres Handgemenge, das dahingehend eskalierte, dass er sich abfällig über meine Brüste äußerte, (die nicht nur er, sondern auch seine Freunde hässlich fanden), mit mir „schluss“ machte und mich (leider ohne Fotos) dann aus dem Auto warf.

Was ich bis zu diesem Zeitpunkt nicht wusste, dass er sich wenige Minuten später mit einem Mädchen traf, die mir nicht nur vom Alter her tatsächlich deutlich überlegen war, sondern auch vom Arschlochdasein doch besser mit ihm zusammenpasste. Nennen wir sie an dieser Stelle einfach mal Alexa. Ich kannte Alexa nicht. Hatte nie ein Wort mit ihr gewechselt, geschweige denn ihr irgendetwas getan, aber sie hasste mich dennoch. Und diesen Hass hatte Cäsar geschürt, in dem er ihr vollkommen verrückte Märchen über mich erzählte. Ich war nicht nur hässlich und dumm, sondern auch noch die notgeile Dorfmatratze (ganz nach seinem Motto „dumm fickt gut“), die sich jedem an den Hals warf und vor allem ihm ständig das Leben schwer machte. Ich würde einfach nicht kapieren, dass ER nicht auf Kinder stand. Ich sollte doch einfach irgendwo sterben gehen  … so oder so ähnlich formuliere Alexa es in ihrem Brief, den sie mir  (ich glaube noch am gleichen Tag) in Begleitung ihres Hofstaates (u.a. Skins) und unter Drohgebärden persönlich überreichte. Ich glaube sie hatte mir an diesem Tag auch noch mit dem Tode gedroht. Ich verstand immer noch nur Bahnhof und sah auch nicht das weitere Unheil auf mich zukommen. Erst später erfuhr ich, dass Cäsar auch diese Alexa beglückte und mich als kleines, dummes, naives Spielzeug obendrein heimlich im Gepäck hatte und Alexa schlicht weg eifersüchtig war.

Und es kam, wie es kommen musste. Alexa fand diese Bilder (vielleicht hat Cäsar ihr diese Fotos auch bereitwillig gegeben) und lief prompt Amok. An dieser Stelle gibt es zwei Versionen der Geschichte. Die eine Version besagt, dass sie diese Fotos mit in ihre Schule (die nicht meine Schule war) nahm und mit großem Geplärre herumzeigte. Die andere Version erzählt von einem Stapel Kopien eines oben ohne Fotos von mir, mit Telefonnummer und einem Namen wie „Dorfmatratze“ … ich weiß nicht, welche Version stimmt. Ich erinnere mich nur an den Moment, an dem ich von dieser Aktion erfuhr, die Wucht des Tornados, der mich so von den Socken haute, dass ich in diesem Moment nur noch vor Scham sterben wollte … die Wiedtalbrücke schien mir die einzig wahre Lösung.

Ich habe heute noch mit jemanden gesprochen, bzw. geschrieben, der auch diese Fotos in der Schule zu Gesicht bekommen hat und er sagte, dass der Versuch mich durch den Dreck zu ziehen nicht so recht funktioniert hat. „Ulkigerweise hat es keinen von uns Kerlen gejuckt“, war der genaue Wortlaut. Allerdings macht das keinen Unterschied, ob es jemanden gejuckt hat oder nicht. Ich wollte sterben und allein dieses Gefühl reicht aus, um dafür zu sorgen, dass der lächerliche Flügelschlag eines (nein, mehrerer) Arschlochmenschen mich heute noch maßgeblich beeinflusst. Beispielsweise wenn ich Menschen beim Einkaufen begegne, die mit Alexa oder Cäsar in Verbindung stehen…

Was passierte damals nach dieser Fotoattacke?

Irgendwie habe ich die Nummer damals auch ohne suizid ausgestanden. Es wäre allerdings knapp geworden, wenn es diese Bilder auch bis an meine Schule geschafft hätten. Ich habe das, was passiert war einfach schweigend hingenommen. Das Tuscheln aller Mitwisser ignoriert und auch die Schublade, in die man mich stecke wurde ohne Gegenwehr von mir akzeptiert. Bloß die Klappe halten, bloß nicht noch mehr auffallen. Allerdings habe ich insgeheim gebetet, dass irgendjemand die Fotos (inklusive Negative) mir zuliebe verbrennt oder im Rhein versenkt. Vielleicht hatte Cäsar die Fotos ja „Brieffreund“ Stefan geschenkt? Ich hab den Dreck jedenfalls nie wieder gesehen und auch nie mehr danach gefragt. Die Bilder waren irgendwann einfach verschwunden. Ja, und so traurig wie es ist: Mit den richtigen Ausreden, Beileidsbekundungen und Liebesschwüren konnte mich auch Cäsar wieder so beeinflussen, dass ich wieder freiwillig  in sein Auto stieg und dieses Spiel weiter mitspielte …

Und noch etwas passierte…

Ich erlebte wenige Tage später eine der wenigen Sekunden in meinem Leben das Gefühl voller Entschlossenheit (in etwa so entchlossen, wie ich bei diesem Umzug bin). Das war in dem Augenblick als ich gerade in einem Imbiss in Vettelschoß-City saß und durch die Fenster auf der anderen Straßenseite diese Alexa mit einem Bekannten plaudern sah. Ich bin ohne mit der Wimper zu zucken wie in Trance aus dem Laden raus und hab sie tatsächlich ein kleines bisschen verprügelt (wie Mädchen eben prügeln). Es war meine erste Schlägerei. Hat gut getan!

Es tat mir nur ein wenig leid, dass ich damals nicht in der Lage war, unserem gemeinsamen Bekannten den Grund für meine unangekündigte Eskalation zu erklären. Er hat mich irgendwann von ihr runter geholt. Und weil er mich festgehalten und keine weitere Abreibung von mir zugelassen hat, war ich auch ziemlich wütend auf ihn.

Mario… sorry…, jetzt weisste Bescheid.   😀

Allerdings bekam ich nach diesem Angriff tatsächlich Ärger mit ihren Nazi-Freunden … 😮

… andere Geschichte. 😀

Und auch wenn das alles viele Jahrzehnte her ist, kommt all das im Moment wieder hoch, weil jeder Flügelschlag eines Arschlochmenschen und jeder daraus resultierende Tornado der Grund ist, warum mich bestimmte Menschen in meiner Heimat einfach ankotzen und die ich aus diesem Grund auch einfach nicht mehr (beim Einkaufen oder auf regionalen Veranstaltungen) sehen will…

Arschlochmenschen, die mich innerhalb den letzten 25 Jahren aktiv terrorisiert und gemobbt haben …

Arschlochmenschen, die immer nur dabei zugesehen oder auch mal heimlich mit applaudiert haben…

Arschlochmenschen, die mich belogen, verarscht und ausgenutzt haben…

Arschlochmenschen, die sich (immer wieder) das Maul über mich zerrissen haben, weil jeder Einzelne ja die Wahrheit zu kennen meint  … oh, davon gibt es besonders viele!

Und an alle anderen Arschlochmenschen, die mir heute immer noch so scheinheilig freundlich ins Gesicht lächeln und so dummen, sinnlosen Smalltalk mit mir halten wollen…

Nein, ich will euch einfach nicht mehr sehen und ich will auch nicht mehr mit Euch reden!

FUCK YOU! 👿

Püh!

Gerade Stresslevel 5 auf der Skala erreicht – DANKE! 😀

Mann, eigentlich wollte ich heute nur über das Rauchen schreiben…

Sorry, auch zu Ostern ist mir eben nichts heilig.  😀

Ein geplanter Roman wird übrigens auch die Folgen von Mobbing beinhalten… und ich werde auch hier gnadenlos sein! 👿

Aber um diesem Text heute auch noch eine positive Note zu verleihen:

Nicht immer ist der Schmetterlingseffekt schlecht. Natürlich kann man auch einem Menschen begegnen, der mit einem Flügelschlag ein besonders positiven Tornado in deinem Leben auslöst … vielleicht so etwas wie Sympathie, Freundschaft, Liebe … hab ich mal gehört. 😀

Leute, ich muss weg – ich hab hunger! 😆

Frohe Ostern!

 

Die Überdosis Realität und wenn dann auch noch das TV bei mir anfragt…

Eigentlich wollte ich alles, was ich im Moment zu sagen habe, auch lieber auf ein Video quatschen – besonders für meine etwas lesefaulen Youtube-Angsstörungs-Follower 😀 -, aber das muss ich leider verschieben. Ich bin im Moment nicht tageslichttauglich. Und wer weiß, ob ich das jemals auch wieder sein werde – ich kriege Falten!!! Ich bin heute ziemlich im Eimer und meine kleine Tochter hat gerade ihren Schokomund an meiner Schulter abgewischt und der Pulli, den ich stattdessen für die Aufnahme hätte anziehen wollen ist in der Wäsche…

BlaBlaBlaBla!

Okay, jetzt oder nie… 😀

Hallöchen! 🙂

Ich weiß, ich hab lange nichts mehr von mir hören bzw. lesen lassen. Und das hat einen triftigen Grund: Mir fehlen die Worte! Ich bin quasi sprachlos. Ich stehe gerade meilenweit neben mir und sehe  – mit einer besonderen Form von Fassungslosigkeit – mir selbst beim Mutigsein, Entschlossensein, Aufräumen und (An)Packen zu.

Oder im Jammerstyle ausgedrückt:

Nä, wat´n Stress! 😮

Hier ist was los! 😮

Und hier sieht´s aus… 😮

Ich sehe aus…  😮

Die Überdosis Realität der letzten Monate zeigt nicht nur Wirkung, sondern hinterlässt im Moment auch wieder eine Menge Spuren. Gefühlt laufe ich gerade die höchste Stressphase meines Lebens durch, fühle mich entsprechen auch wieder ziemlich angstgestört.  Meine Ängste, Zweifel, Unsicherheit und Sorgen haben mit meinem ziemlich großen lebensverändernden Zukunftsplänen leider wieder extrem zugenommen …  und ich leider auch. Ich arbeite ununterbrochen, fresse währenddessen (sprichwörtlich) ziemlich viel in mich hinein, mein Stoffwechsel steht scheinbar auch unter Schock und verweigert die Funktion. Ich werde tatsächlich immer fetter und seit Dezember sind auch schon wieder 5 Kilo mehr drauf. Es ist ein Teufelskreis, dem ich derzeit aber nicht entfliehen kann, weil jeder Versuch etwas dagegen zu tun, jeder Gedanke an mein Gewicht, nur noch mehr Angst, Stress und Fressattacken auslöst. Und da sind wir auch schon wieder bei meinem Unwort meines Lebens: STRESS!

Tja, was soll ich sagen …

Es gab in den letzten Monaten einfach zu viele Situationen und Geschehnisse auf die ich bei Weitem nicht vorbereitet war und die meine Verarbeitungskapazität deutlich überschritten haben. Emotionaler Scheiß, dem ich nicht gewachsen bin und dem ich auch nicht gewachsen sein will. Und ich bin auch jetzt nicht bereit, mich damit auseinanderzusetzen. Es gibt Situationen im Leben, die sind so tiefgreifend und verletzend, dass ich beschlossen habe, sie lieber bis an mein Lebensende totzuschweigen als mich damit näher auseinander zusetzen. Ich werde die Augen verschließen, weil (bei näherer Betrachtung) die Konsequenzen und Enttäuschung mich emotional umbringen würden – ich erlaube mir jetzt einfach diese Form von Selbstschutz!

Apropos Selbstschutz …

Es ist fast schon interessant, wie mein Körper auf diesen erneuten Stress reagiert, um mich darauf aufmerksam zu machen, dass es langsam reicht. Seit knapp vier Wochen hat sich auch noch ein sporadisches Ohrgeräusch meinen ganzen psychosomatischen Wehwechen gesellt. Das Getöse im Gehörgang ist ununterbrochen da, eine Art Rauschen … Meeresrauschen… und es besucht mich auch beinahe täglich ein Tinnitus und geht mir zeitweise mit einem Klingeln auf die Nerven, dass an das schrille Kreischen einer Schulglocke erinnert.  Der Tinnitus schlägt aus heiterem Himmel zu und klingelt am lautesten, wenn absolute Ruhe einkehrt, – was selten ist – ansonsten wird er mit Alltagsgeräuschen oder mit Musik übertönt. Alles Stress – und Angstsymptome… und ich weiß, dass ich wieder auf Medikamente eingestellt werden müsste, damit das aufhört. Aber wir wissen ja alle, was (mit mir) passiert, wenn ich auf Psychopharmaka gesetzt werde, gell? Genau! Dann ist nix mehr los mit mir! Dann existiere ich nicht mehr … kriege nichts mehr auf die Reihe… verdiene kein Geld mehr… kann mich nicht um einen Umzug kümmern … mutiere zu einem talent – und emotionslosen Zombie mit gestörter Wahrnehmung und Libido … NEVER EVER!

Dann bin ich lieber ein talentierter, hypernervöser Grenzgänger, mit emotionalen Ausbrüchen und gelegentlichem autoagressivem Verhalten, aber dafür mit Meeresrauschen Ohr!

Wer weiß, vielleicht höre ich bald ja auch die passenden Stimmen dazu … 😀

Scherz beiseite!

Ja, ich bin mir bewusst, dass ich wieder an meine Grenzen gehe und inzwischen auch gefährlich darüber hinaus galoppiere, weil ich weiß, dass dieser letzte Angst-Marathon meine letzte Chance ist. Es ist, wie es ist. Ich habe nach wie vor das Gefühl, in diesem (meinem) Sumpf unterzugehen. Ich habe einfach keine Energie mehr. Die einzige Energie die ich im Moment aufbringen kann, ist die Flucht.

Aber…

Entgegengesetzt anderer Stimmen (die ich bewusst überhöre), bin ich mir sicher,  dass ich mich selbst, mein Leben, meine Ehe, meine Ängste (und mein Gewicht) spätestens ab Juli 2017 wieder in den Griff kriegen werde. Denn, wie bereits in den vorherigen Blogeinträgen erwähnt, werden wir ab diesem Zeitpunkt nach Niebüll ziehen. Genau genommen an den Stadtrand von Niebüll, Süder Gath.

So, Jammern aus und Euphorie-Modus an!

Wir haben diesen verdammten Mietvertrag endlich in der Tasche!

Eine anständige Wohnung über diese Entfernung zu finden, ohne Beziehungen spielen lassen zu können, war für mich die größte Hürde. Wie das alles zustande gekommen ist, selbst dazu  könnte ich einen halben Roman schreiben. Aber ich belasse es dabei, dass ich, trotz meine Ängste, alles, was in meiner Macht stand, getan habe (inklusive Verzicht auf den Irokesenschnitt und mit einer anständigen Frisur), um am letzten Februarwochenende (als wir in Niebüll waren) zumindest mit einem Handschlag-Mietvertrag nach Hause zu kommen.

Ich kann das noch gar nicht so richtig fassen, dass das geklappt hat! Und dann auch noch für eine solche (definitiv bezahlbare) Traumhütte… (nein, das auf dem Bild ist das Gartenhäuschen) 😀

Es ist eine Haushälfte, 180 Quadratmeter, 6,5 Zimmer (es gibt also das erhoffte Gästezimmer), Einbauküche, Vorratskammer, Badezimmer (mit Badewanne!!!!!), Gäste-WC, Hauswirtschaftsraum, Garage, Dachboden Gartenhaus  500 qm (!) Garten!

Seit Januar besteht schon dieser Kontakt und er war von Anfang an auch etwas Besonders, denn die Vermieter haben sich aufgrund einer Anzeige bei ebay-Kleinanzeigen uns ausgesucht und nicht umgekehrt. Aber dennoch war ich voller Zweifel. Fühlte mich wieder (hausgemacht) klein, schwach und unfähig. Ich bin ja nicht mal in der Lage, an ein klingelndes Telefon zu gehen … wie sollte ich es dann schaffen, eine Wohnung in 700 Kilometer Entfernung klar zu machen? Mit allem was dazu gehört? Telefonieren, überzeugende Gespräche führen, einen Hauch Selbstbewusstsein an den Tag legen und beim ersten Aufeinandertreffen dem potenziellen Vermieter klar machen, dass ich zwar ein bisschen schräg, aber grundsätzlich nicht falsch bin und auch meine Familie genau in dieses Haus passt. Ach ja, meinem Mann und den Kindern hatte ich bei diesem ersten Besuch Anweisung gegeben nicht so viel zu reden, nett zu lächeln, freundlich zu sein und idealerweise nicht (wie üblich) wie rheinländische Bauern zu benehmen. 😀

Es hat geklappt! 🙂

Nun, ich glaube, hier passte tatsächlich alles zusammen, weil es zusammengehört. Ich hatte bei der Vermieterin ein Empathieerlebnis. Ich spürte etwas bei ihr, was mich zunächst vollkommen verunsicherte. Ihre anfängliche „Kälte“ verunsicherte mich. Es brauchte ganze 24 Stunden, bis ich die Puzzleteile an unterschiedlichen Emotionen richtig zusammenfügen und einordnen konnte. Dann wusste ich, was ich zu tun und zu sagen hatte … die Verabschiedung war herzlich und vertrauensvoll (eigentlich) von beiden Seiten.

Letzte Woche kam der Mietvertrag …

Kindergartenplatz ist auch abgehakt. Und Hanna habe ich bei drei Gymnasien angemeldet, einen Platz hätte sie schon, auf die anderen beiden Möglichkeiten warten wir noch. Eine freie Schulauswahl wäre meine Wunschvorstellung…

Also was das betrifft, läuft alles wie am Schnürchen. Also wenn ich etwas wirklich will, dann scheine ich ja ungeahnte Energien frei zusetzen. Ich bin guter Dinge, dass wir hier einen guten Abschluss finden und in Nordfriesland einen guten Neuanfang starten können. Obwohl ich zugeben muss, dass es, trotz aller Euphorie – und ich freue mich wirklich sehr – es schon extrem schwer werden wird, mich von diesem „alten“ Leben zu trennen. Ich habe mir in den letzten Wochen schon sehr bewusst gemacht, was und wen ich alles vermissen werde … und wen und was auch nicht.

Meinen Frisör zum Beispiel. Das Team vom Dietz Coiffeur Linz am Rhein. Seit fast 20 Jahren gehe ich alle zwei Monate zu diesem schrägen Haufen und lasse mir die Haare schneiden. Das wird schon ein schwerer Schritt, da jemand anders ran zu lassen…  🙁 🙂

Das nur mal als Beispiel  …. alles andere, was ich vermissen werde, wird schnell wieder verdrängt. Ich möchte mir nicht schon im Vorfeld ausmalen müssen, wer oder was mir beim Abschied das Herz brechen wird… 😮

Apropos…

Ich habe festgestellt, dass ein Teil meiner Mitmenschen sich tatsächlich für uns freut (auch wenn wir dann eben ein paar Kilometer weiter weg wohnen) – danke hierfür und auch für die mentale Unterstützung, das Richtige tun zu wollen. Das Gästezimmer steht für alle bereit, die auch weiterhin (in Abständen) Teil meines (unseres) Lebens sein möchten!

Und dann gibt es jene, die es tatsächlich immer noch nicht gecheckt haben, dass ich hier keinen Aprilscherz aushecke und mich (oder uns) nicht ernst nehmen.

Schau mir in die Augen und du wirst sehen wie ernst ich es meine!

Und dann gibt es auch noch solche, die mich für total bescheuert und es für einen großen Fehler halten. Ich wurde sogar darauf hingewiesen, dass es doch bestimmt eine gute Idee wäre, meine Therapiestunden wieder aufzunehmen, denn dann würde ich nicht die ganze Familie mit in meine psychotischen Schnapsideen reißen.

HALLO? DIESER UMZUG IST THERAPIE!  😀

Apropos Therapie…

Ich sollte vielleicht doch (mal wieder) ins TV… 😀

Nein, (Gott bewahre) nicht RTL!

Ohne Scheiß, letzte Woche hatte ich eine TV-Redakteurin auf der virtuellen Matte stehen zum Thema:  SOZIALPHOBIE

Hier der E-Mailauszug:

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„Liebe Nicole,
ich bin die Linda und bin Fernseh-Redakteurin. Für einen TV-Beitrag bin ich derzeit auf der Suche nach Menschen, die an Phobien leiden oder diese auch bereits überwunden haben und mit uns darüber sprechen möchten. Durch deinen Youtube-Channel bin ich bei meinen Recherchen auf dich aufmerksam geworden. Deinen Erfahrungsbericht, den du dort mit uns und vor allem anderen Betroffenen geteilt hast, hat mich sehr bewegt.
In Form eines Interviews o.ä. würden wir dich gerne mit der Kamera begleiten. Gerne auch nach Vorstellungen deinerseits, da wir gemeinsam mit unseren Protagonisten das Beste aus unseren Beiträgen rausholen möchten.
Sehr gerne würde ich mit dir mal persönlich sprechen, um alles noch einmal detaillierter zu erläutern und hoffe, dass du Interesse an einer kurzen Reportage hast.“

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Ich habe im Anschluss viel mit Linda (Name geändert) geschrieben (vorm Telefonieren habe ich mich gedrückt). Ich gebe zu, dass ich schon sehr beflügelt war, dass sich jemand ernsthaft für meine Phobie interessiert (die übrigens viele tatsächlich nicht besonders ernst nehmen). Sie gab mir echt das Gefühl, es verstehen zu wollen. Sie erklärte mir schließlich das Konzept. Ich befand es für gut. Irgendwann stellte sie mir dann persönliche Fragen, u. a. warum ich nicht so gerne telefoniere, was ich beruflich mache und seit wann ich diese Sozialphobie habe und wie sie mich im Alltag beeinflusst. Und irgendwie überraschte mich meine etwas abgeklärte Antwort darauf selbst, denn noch nie hat mir jemand diese Frage gestellt – nicht mal meine Therapeutin.

Ich antwortete:

„Ich bin seit fast 10 Jahren schon freiberufliche Texterin, Redenschreiberin, Ghostwriter und Autorin. Ich verfasse Texte aller Art im Kundenauftrag. Glücklicherweise ein Job, bei dem direkter Kundenkontakt nicht zwingend notwendig ist. Gelegentliches Telefonieren muss sein, aber ich finde oft Ausreden, um ein Telefongespräch zu vermeiden. Wenn ich einem Menschen Aug in Aug begegne habe ich ggf. noch eine gewisse Kontrolle, weil ich Mimik und Gestik im Auge habe. Fehlt mir dieser Part, fühle ich mich noch unsicherer in der Kommunikation.
Nebenbei schreibe ich auch Romane (Psychothriller), die sich immer mit Ängsten und den tiefen Abgründen des Menschen beschäftigen.

...womit wir auch schon bei meiner Sozialphobie sind. 🙂

Ich leide schon seit über 15 Jahren an dieser Phobie…

Es war ein schleichender Prozess und es spielten viele Faktoren zusammen. Ich versuche die Kurzform. Da ist zum Einen meine hohe Sensibilität und die empathische Veranlagung, also ich bin sehr fixiert auf die Emotionen anderer Menschen. Kann sie erkennen, lesen, fühlen oder halbwegs interpretieren, schaffe es aber oft nicht die Eindrücke zu differenzieren und lasse mich anstecken (positiv wie negativ), das ist anstrengend. Oft beziehe ich (meist schlechte) Stimmungen auf mich persönlich. Ist also jemand schlecht gelaunt, wütend oder traurig, fühle ich mich schuldig, weil ich das Gefühl habe, dass diese Emotionen mir gelten… das ist beängstigend und Kraft raubend.

Und dann kommen da noch die Erfahrungswerte ins Spiel. Ich war schon immer irgendwie eine Einzelgängerin. Ich hatte immer das Gefühl anders zu sein, fühlte mich wie eine Außerirdische, fühlte mich abgelehnt, ungeliebt, nicht ernst genommen, dann erfolgten viele Verletzungen und Enttäuschungen von Menschen, die mir nahe standen. Hinzu kam noch Mobbing in der Schule, Mobbing in der Ausbildung, Missbrauch in Kindheit und früher Jugend, Gewalterfahrung in der Partnerschaft und viele andere zwischenmenschliche Enttäuschungen. Ich war immer irgendwie umgeben von Lug und Betrug. Die Menschen sind immer so unehrlich im Umgang miteinander. Mit jeder weiteren Erfahrung (inkl. der täglichen Nachrichten über Kindermörder, Terroristen und andere Psychopathen) erfolgte auch der weitere Rückzug von der Gattung „Mensch“.

Die Phobie bekam einen neuen Höhepunkt mit der Geburt meiner ersten Tochter vor 15 Jahren. Ich hatte ständig Angst, es könnte ihr etwas zustoßen oder jemand könnte ihr etwas antun. Ich war nicht im Stande, jemanden meine Tochter anzuvertrauen, nicht mal meinen damaligen Mann oder meiner Familie. Die ganze Welt bestand plötzlich nur noch aus Menschen, die nicht allumfassend auf sie Acht gaben, sie verletzten oder ihr Böses tun wollten. Ich ging nicht mehr ohne mein Kind vor die Tür, ließ sie nicht mehr aus den Augen, jahrelang, bis sie dann mit knapp drei Jahren in den Kindergarten musste. Es war schon schwer, sie dort aus der Hand zu geben… aber mein Vertrauen in den Kindergarten wuchs, als ich sah, wie viel Freude (und Freunde) sie dort hatte.

Mit dem Kindergarten (und später Schule) kam dann auch wieder die Zeit, in der ich selbst auch wieder täglich anderen Menschen begegnete, die oft das Gespräch suchten… es herrschte dieser Smalltalkzwang. Smalltalk geht bei mir überhaupt nicht… ich hasse Smalltalk! Ich weiß nie, was ich sagen oder antworten soll. Oberflächliche Gespräche machen mir Angst, verunsichern mich.  Ich wollte auch damals nichts mit anderen Eltern zu tun haben und ließ nur oberflächliches Geplänkel und keinen tief gehenden Kontakte zu. Das ist auch heute noch so. Dort draußen in der Welt lauert so viel Böses … ich will meine Kinder vor all diesem Bösen beschützen!

Im Dezember 2014 hat die Sozialphobie dann solche Ausmaße angenommen, dass sie in eine generalisierte Angststörung überging. Es kamen ganz viele Stressfaktoren zusammen. Ich hatte zu diesem Zeitpunkt ein Buch (Psychothriller) über einen Kleinverlag veröffentlicht. Eigentlich wurde ein Traum wahr, ich wollte schon immer Buchautorin werden. Allerdings kam ich mit den „Nebenwirkungen“ nicht klar. Alle Menschen lasen eine „irrsinnige“ Geschichte, die ich geschrieben hatte – was dachten jetzt alle über mich? Kam jetzt die nächste Welle der Ablehnung? Es folgte unwillkürlich der enge Kontakt mit Menschen. Gespräche, Kritik, Rezensionen, Fototermine, Buchmesse, und dann die erste Lesung. Diese Überdosis „Mensch“ hat mich so in Angst und Schrecken versetzt, dass es nur mit Medikamenten zu ertragen war.

In der Zeit, in der ich Medikamente nahm, war ich tatsächlich mutiger.  Also der Mut war da, aber das Empfinden war weg. Ich empfand nichts, es war mir irgendwie alles egal. Ich hielt eine 1-Stündige Lesung, besuchte die Frankfurter Buchmesse. Ich besuchte ohne Begleitung ein dörfliches (aber gut gesuchtes) Theaterstück. Ich polterte  plötzlich gegen Menschen mit rechter Gesinnung, legte mich auch gerne mit Mitmenschen an und arbeitete sogar in der Flüchtlingshilfe.

Aber als ich die Tabletten wieder absetzte, erfolgte auch hier wieder der Rückzug.

Und so beeinflusst mich die Sozialphobie bis heute: Soziale Kontakte gibt es kaum. Und wenn sich etwas aufbaut, erstickte ich es schon im Keim. Ich gehe nur unter Menschen, wenn ich es tatsächlich muss und es sich nicht vermeiden lässt, beispielsweise wenn es um meine Kinder geht (Elternabende, Laternebasteln, St. Martinszug etc.)

My Home is my Castle, außerhalb meines Zuhauses fühle ich mich wie das schwarze Schaf unter unzähligen Wölfen und so spiegelt es sich auch in meiner körperlichen Symptomatik wieder. Ich fühle mich unwohl, habe Angstgefühle, empfinde eine enorme Anspannung und habe ständig das Gefühl auf der Hut zu sein zu müssen. Ich besuche keine Veranstaltungen, keine Konzerte, wenn es hochkommt mal Kino (aber im Zeitalter von Streamingangeboten, braucht man auch das nicht mehr) Ausflüge an Orte, wo viele Menschen sind bedeuten Stress. Manchmal reicht aber auch nur ein Mensch, der sich mit mir unterhalten will, um mich in Angst und Schrecken zu versetzen. 

Und tägliche Aufgaben, wie Einkaufen, Mülleimer an die Straße stellen, zum Briefkasten gehen  erledige ich bis heute nur unter Anspannung und mit Scheuklappen. Immer den Blickkontakt mit Bekannten und Nachbarn vermeiden und immer schön so tun als ob ich blind bin, damit sich keine Smalltalk-Situation ergibt.

Meine Therapeutin sagte damals, dass die einzige Lösung, diese Phobie zu bekämpfen, wäre, es einfach mal drauf ankommen zu lassen, auf Menschen zugehen, das Herz zu öffnen und „einfach“ mal vertrauen … ha, ha, ha!

Ich weiß, dass meine Angst vor Menschen krankhaft ist. Ich arbeite jeden Tag daran, um diese Phobie zu bewältigen. Mein Blog und der Youtube-Channel helfen mir dabei.

Und ich versuche mein Bestmögliches, diese Phobie nicht auch auf meine Kinder zu übertragen, bzw. sie nicht damit rein zuziehen …

… funktioniert leider nicht immer. 🙁

Habe erst heute wieder eine Kindergartenverabredung meiner kleinen Tochter boykottiert … das muss aufhören!

Tja, soviel erst mal dazu…

Viele Grüße und vielen Dank

Nicole

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Es folgten weitere Gespräche mit Linda …

Dann irgendwann rückte Linda damit raus, für welchen Sender und welche Sendung die Doku sein sollte. Dann hatte ich ein ganzes Wochenende Zeit, um mir die schlimmsten WAS-WÄRE-WENN-Szenarien auszumalen. Und plötzlich war ich überzeugt, dass ich hier gerade im Begriff war, mich selbst den Wölfen zum Fraß vorzuwerfen, auch wenn der Sender NICHT RTL hieß.

Daher entschied ich mich (vorerst) für diese Antwort…

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Hallo Linda,

bei mir geht es Augenblick drunter und drüber. Ich weiß nicht, wo mir der Kopf steht. Auch habe ich in den letzten Tagen festgestellt, dass meine schriftliche Klappe offenbar doch deutlich größer ist, als mein physisches ICH. Sprich, ich habe doch mehr Angst und Panik gegenüber diesem Projekt aufgebaut als ich mir eingestehen wollte und befürchte, dass eine Doku bei Pro 7 meine Situation noch verschlimmern wird. So viel Öffentlichkeit schaffe und verkrafte ich nicht.

Das tut mir wirklich sehr leid, dass ich Deine Zeit verschwendet habe, das war wirklich nicht meine Absicht.

Liebe Grüße und trotzdem Danke für Dein Interesse

Nicole

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Ihre Antwort:

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Hi Nicole,

das ist gar kein Problem, ich kann das gut nachvollziehen.

Dennoch vielen Dank für deine Zeit und auch dir wünsche ich nur das Beste für dich und deiner Familie!

Wenn du doch eines Tages das Bedürfnis hast, darüber sprechen zu wollen, kannst du dich sehr gerne jederzeit bei mir melden, per Email oder auch Facebook.

Liebe Grüße und einen schönen Tag,

Linda

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Vielleicht werde ich mich irgendwann bei ihr melden, vielleicht auch nie. 🙂

So viel geschrieben wieder heute…

… und dabei gibt noch so viel zu tun!

Fuck, ich hab nicht mal Zeit, um zu heulen…

Bis bald!

Über das Lernen, komplexe Verstrickungen und den natürlichen Fluchtinstinkt

Hallo Ihr Lieben…

Da bin ich wieder. Auch, wenn ich im Moment gar nicht so recht weiß, was ich sagen oder erzählen soll.

Alles ist im Moment so unfassbar …

ICH bin im Moment so unfassbar …

Das Leben ist im Moment so unfassbar …

… kompliziert. 🙁

Aber kurz vorweg: Ich bin immer noch ganz überwältigt,  wie viele sich echt die Zeit genommen haben, meinen letzten Post zu lesen. Unglaublich… danke! 🙂

Auch war ich überrascht, welch große Wellen meine Ankündigung zum Umzug nach Nordfriesland geschlagen hat. Ich hätte nicht gedacht, dass sich so viele zu Wort melden. Auch war ich echt erfreut, dass sich so viele mir gegenüber offen zu erkennen gegeben haben, dass sie Blogleser sind. Das berührt mich sehr. Und so verrückt, wie es auch klingt: das zu wissen, gibt mir (als Sozialphobiker) das Gefühl,  eines unbeschwerten, angstfreien sozialen Kontakts. Die beste Anekdote erlebte ich bei einem Amtsgang letzte Woche. Ich musste bei der Verbandsgemeinde etwas Wichtiges erledigen und die Sachbearbeiterin wusste auch ohne, dass ich ihr etwas erklären musste, warum ich diesen Amtsschritt gehen musste.

„Ich hab deinen Blog über Facebook gelesen. Du willst uns also ernsthaft verlassen?“

Mein erster Gedanke: Eine Beamtin hat meinen Blog gelesen? WTF!? Boah! Krass! Alter, ich fühl mich gerade so voll fame! 😮

Auch beim Einkaufen wurde ich von einem langjährigen Bekannten angesprochen, bei dem ich niemals auch nur annähernd das Interesse am Lesen meines Blogs vermutet hätte. Das hat irgendwie auch gut getan, so offen (und ohne um den heißen Brei) angesprochen zu werden, was auch automatisch dafür sorgte, dass ich darauf reagieren musste. Offen über meine Pläne zu sprechen ist noch eine ganz andere Hausnummer, als darüber zu schreiben und diese Pläne unkommentiert und still umzusetzen. Und wenn ich mich selbst darüber reden höre, bin ich fast schon erschrocken, wie zweifellos und überzeugt ich von dem bin, was ich da sage. Mein Entschluss nach Nordfriesland zu ziehen steht so erschreckend bombenfest, dass mich gefühlt nichts und niemand davon abhalten kann. Und ich merke auch, wie ich mit Hochdruck daran arbeite, dass dieses Vorhaben geordnet und organisiert vonstatten geht, so als wollte ich mit diesem Schritt auch das Chaos aus meinem Leben verbannen … das ist unheimlich.

Ich bin mir im Moment unheimlich…

Viele haben mit mir über den Umzug gesprochen oder geschrieben. Die Reaktionen waren meist positiv aber doch sehr unterschiedlich. Viele waren überrascht, einige waren richtig geschockt, andere freuten sich für uns, wieder andere zeigten mir den Scheibenwischer und dann gab und gibt es auch solche, die meine Umzugspläne noch nicht glauben (wollen). Sie hoffen noch auf die Möglichkeit einer nicht ernst gemeinten Drohung, an eine Kurzschlussreaktion, eine Laune, eine Trotzreaktion, der obligatorische Schuss ins Blaue…

Ich kann an dieser Stelle nur dazu sagen:

Es ist, wie es ist! Und es ist nicht gut!

Ich kann nicht mehr atmen!

Ich muss raus hier!

Ich brauche frische Luft!

Mehr denn je…

Seit Weihnachten und auch seit meinem letzten Beitrag sind wieder einige (schreckliche) Tage ins Land gezogen. Tage, an denen Dinge ihren gewohnten Lauf nahmen. Tage, an denen ich Dingen, durch mein Handeln einen neuen Lauf gegeben habe. Aber es waren auch Tage dabei, in denen Dinge, einen völlig ungeahnten Lauf nahmen und ganz schrecklich falsch liefen. Ich kann und werde nicht alles in diese Blog preisgeben, aber ich will verraten, das ich besonders in der letzten Woche eine Menge gelernt habe, wie folgt:

1.

Trump ist tatsächlich so schlimm, wie ich ihn mir im Amt vorgestellt habe.

2.

Ich habe unterschwellig Angst vor Geistern und Dämonen,  obwohl ich nicht an ihre Existenz glaube … 😮 Fragt nicht. Vielleicht werde ich irgendwann darüber schreiben. 🙂

3.

Unglaublich aber wahr. Ich habe gelernt, dass ich meiner Befürchtung (und die meiner Therapeutin), dass mich an Orte (und Häuser) gebundene negative Energien tatsächlich stark beeinflussen, deutlich mehr Bedeutung schenken muss, als mir lieb ist. Ich habe mit jemandem gesprochen, der sich damit auskennt. Ich weiß zwar nicht, was ich von den ganzen Ritualen zur Reinigung (z.B. Salbei Räucherung) halten soll, werde es aber versuchen und alles dafür tun, dass unsere zukünftige Wohnung keine energetische Vorbelastung aufweist, sprich: Wir werden in einen Neubau ziehen!

4.

Auch habe ich gelernt, dass eine Note auf dem Zeugnis meiner Tochter in Sozialkunde „nicht feststellbar“ innerhalb von Sekunden eine ganze Zukunft zerstören, und sodann eine Familie, eine ganze Klasse, eine ganze Schule, inkl. ganzes Kollegium in Atem halten kann. Diese Note meiner Tochter machte sie zum Gesprächsthema Nummer eins nach der Zeugnisausgabe. Mit einem 2er Durchschnitt gab es zwar eine Empfehlung für die gymnasiale Oberstufe, aber ihre Klassenlehrerin behauptete, dass diese Bemerkung einer „ungenügend“ gleicht und somit keine Chance für sie bestünde, ein Gymnasium zu besuchen. Andere bestätigten, dass die Bewertung „nicht feststellbar“ als „nicht feststellbar“ zu bewerten ist. Google hatte auch nur widersprüchliche Aussagen und in Schleswig-Holstein gibt es solche unnötigen Zeugniseinträge erst gar nicht. Ich suchte schon nach einer Möglichkeit den Lehrer, den Direktor und die ganze Schule zu verklagen, denn immerhin möchte meine Tochter nach dem Abschluss weiter ein Gymnasium besuchen.  Die abschließende Erklärung durch eine Stellungnahme des Lehrers: Durch abwechselnde krankheitsbedingte Fehltage (Lehrer & Schülerin) gab es einfach keine Bewertungsgrundlage in diesem Fach. Er hatte schlicht weg keine Note von Hanna, also gab es ein „nicht feststellbar“, was absolut nichts mit einer 6 zu tun hat. Diese käme nur dann (als „ungenügend“) auf das Zeugnis, wenn ein unentschuldigtes Fehlen zu verzeichnen wäre. Mann, was für ein Schreck! Dieses Thema hat uns tatsächlich 5 Tage in Atem gehalten!

5.

Ich habe gelernt, dass es keinen Sinn macht, sich vor einem ärztlichen Befund zu drücken und die Ergebnisse nicht abfragen zu wollen. Der Verdrängungsprozess macht einen nur noch mehr verrückt. Nachdem ich schon seit Monaten unter Schluckbeschwerden, Hals – und Kehlkopfentzündungen und immer wiederkehrenden Stimmlippenreizungen leide und zudem einen ständigen Kloß im Hals verspürte, ging ich gleich vom Schlimmsten aus. Ich leide schon seit Jahren an einer Refluxerkrankung, die (je nach Stressfaktor) erheblichen Schaden in meiner Speiseröhre anrichtet. Ich wollte das Schlimmste aber nicht hören und weigerte mich, Kontakt zu meinem Hausarzt aufzunehmen, dem die Ergebnisse der letzten Magenspiegelung zugeschickt werden sollten. Die Gedanken kreisen ständig unentwegt um eine mögliche niederschmetternde Diagnose, auch wenn man sich einredet, sich gar keine Sorgen machen zu müssen, weil wenn etwas „Böses“ gefunden worden wäre, hätte man mich doch schon längst informiert… hätte man doch oder? 😮 Auch hier habe ich Google gefragt! 🙂

Inzwischen habe ich den Befund hier liegen (und habe ihn mit Google übersetzen lassen), und wenn ich das richtig verstanden habe, werde ich voraussichtlich in der nächsten Wochen NICHT an Speiseröhrenkrebs sterben, es ist „nur“ die Vorstufe. Und glaubt mir, ich werde alles mir mögliche tun, damit es auch dabei bleibt…

Ja, und dann habe ich auch ganz, ganz andere extreme Dinge gelernt…

Ich habe gelernt, dass eine Überdosis „Angst“ auch gebändigten, panikartigen Mut auslösen kann. Bildlich gesprochen, flüchtet der Gejagte voller Angst und springt dabei über einen tiefen Abgrund (nimmt einen Absturz in Kauf), um dem Bösen zu entkommen. Und so scheint es auch gerade bei mir zu sein.

Eine Angstpatientin hat mir geschrieben, dass sie den Hut vor mir zieht, dass ich trotz meiner ganzen Ängste (die ja zum Teil immer noch stark vertreten sind) doch so viel Mut habe, diesen Nordseeplan auch durchzuziehen… mit allen Konsequenzen. Und sie fragte mich, ob ich denn davor überhaupt keine Angst hätte?

Ob ich keine Angst hätte?

Hallo?!

ICH BIN DIE PERSONALISIERTE ANGST! 😀

Aber natürlich habe mir selbst die Frage gestellt, wie das sein kann, dass ich manchmal nicht imstande bin ans Telefon zu gehen oder Smalltalk mit den Nachbarn zu halten, aber entschlossen bin, einen kompletten Neuanfang an einem fremdem Ort am oberen Ende Deutschlands durchzuziehen … ohne medikamentöse Begleitung durch Angst hemmende Psychopharmaka.  Leute, glaubt mir, ich habe so eine Panik vor dieser Mammutaufgabe, dass ich vollkommen neben mir stehe. Aber ich denke keine Sekunde an einen Rückzug meiner Pläne. Ja, auch diese gnadenlose Entschlossenheit macht mir Angst. Und natürlich habe ich mich hinterfragt, ob ich hier nicht gerade den größten Fehler meines Lebens plane. Zudem gab es viele Meinungen zu unseren Umzugsplänen, die in einen unterschwelligen Vorwurf gepackt waren, dass ich vor etwas flüchten will.  „Flucht“ sei keine Lösung. Die Dämonen würden mich überall finden und vor Problemen zu flüchten ist ohnehin Murks. Letzterem stimme ich uneingeschränkt zu und das ist auch nicht der Plan.

Flucht JA, vor Problemen flüchten NEIN!

Flucht ist eine Reaktion auf Gefahren, Bedrohungen oder als unzumutbar empfundene Situationen. Meist ist die Flucht ein plötzliches und eiliges, manchmal auch heimliches Verlassen eines Aufenthaltsortes oder Landes. (Quelle: Wikipedia) 

Mein Mann und ich sind uns einig: Wir befinden uns derzeit tatsächlich in eine unzumutbaren Lebenssituation! Es gibt eine Verstrickung unglücklicher Umstände, eine Verstrickung meiner persönlichen Umstände, eine Verstrickung seiner persönlichen Umstände, inklusive einer größeren familiären und exorbitanten universellen Verstrickung – mit anderen Worten: Wir können nicht mehr vor und zurück, sind ineinander und außerhalb gefangen, schnüren uns beim Versuch uns aus dieser Situation herauszudröseln gegenseitig die Luft ab.

Und in dieser Woche musste ich lernen, dass die Flucht aus einer unzumutbar empfundenen Situation, die sogar für mich inzwischen eine ernsthafte (psychische) Bedrohung darstellt, tatsächlich „Flucht“ der einzig richtige Lösungsweg ist. Da kann kommen, wer will und versuchen mich vom Gegenteil zu überzeugen: Wenn jemand in meinen Kopf und in mein Herz gucken könnte, der würde es verstehen.

Und wenn wir schon bei unzumutbaren Themen sind – auch das habe ich gelernt:

6.

Man kann sich als Paar tatsächlich vollkommen aus den Augen verlieren, trotz dass man jeden Tag zusammen ist und eigentlich immer weiß, was der andere gerade tut oder nicht. Doch wissen wir das wirklich? Denn im Grunde ist jeder mit sich selbst und seinen Themen beschäftigt, auch wenn man über das Frühstück, die Arbeit, über Politik, Trump und über Gott und die Welt spricht. Jeder sucht zwischen den Zeilen seinen eigenen Weg, mit seinen persönlichen Dämonen (und Dachschäden) klar zu kommen, ohne sich im Klaren darüber zu sein, wie komplex die Verstrickung in großen Ganzen miteinander ist. Missverständnisse, die ständige Hilflosigkeit des anderen, gepaart mit gegenseitige Überforderung führen zu Frust und Konflikten. Konflikte können aber nicht mehr gelöst werden, weil keiner versteht worum es wirklich geht. Jeder redet, aber keiner hört richtig zu. Was dazu führen kann, dass ein Partner (der sehr schlecht, bis gar nicht lügen kann) in seiner Verzweiflung mögliche außereheliche Tendenzen sogar mehr als deutlich thematisiert, um mehrfach darauf hinzuweisen, dass hier etwas gewaltig schief läuft, aber diese Wahrheit wird nicht gehört, bzw. nicht ernst genommen.

„Ich spüre, ich entferne mich  von dir!“

„Ach Quatsch, wir sind doch unzertrennlich! Wir sind doch Andi und Nicki!“

„Sind wir das?!“

„Ja klar!“

Und dann kommt der Tag, an dem plötzlich Wahrheiten ans Licht kommen, die besser im Verborgenen geblieben wären, weil sie unter Umständen das Ende einer Ehe bedeuten. Und plötzlich ist alles anders, wenn es ausgesprochen wird, damit es beim Anderen deutlich ankommt. Nein, Ehrlichkeit ist nicht immer schön, aber notwendig, wenn man sich als Paar nicht ganz aus den Augen verlieren (und verletzen) will…

Und um an dieser Stelle Missverständnisse zu vermeiden: Keiner von uns beiden ist fremd gegangen! Aber wenn Herz, Bauch, Verstand und Moral bei einer dritten Person plötzlich in einen quälenden Konflikt geraten, dann läuft zwischenmenschlich etwas gewaltig schief … und den Schuh, müssen wir UNS BEIDE anziehen!

Und glaubt mir, Wahrheiten ertragen und selber Wahrheiten austeilen ist ziemlich anstrengend. Leider bin ich im Moment nicht in der Lage, all das zu verarbeiten. Ich bin schlicht weg durch. Meine Verarbeitungskapazitäten sind ausgeschöpft. Alles was in den letzten Tagen auf mich hereingebrochen ist und auch noch kommen wird, – so bedeutungsvoll, wichtig und tief gehend es auch ist – prallt jetzt erst einmal einfach an mir ab. Ich streike. Die Schockstarre, in der ich mich gefühlt seit Weihnachten befinde und die sich durch jüngste Ereignisse extrem verstärkt hat, nimmt deutlichen Einfluss auf mein Empfinden.

Und was empfinde ich gerade?

Ich habe Angst!

Ich bin extrem angepisst!

Ich bin hochmotiviert!

Und ich fühle mich bestätigt.

Bestätigt in meinem Bauchgefühl, dass ich hier weg muss!

Raus aus dieser unlösbaren emotionalen Verstrickung, raus aus diesen unerträglichen Fesseln!

Sonst ersticke ich…

Bis bald!

Entscheidung für´s Leben – ich bin (bald) weg, au revoir!

Soooo…

Es folgt nun mein erster Eintrag im Jahr 2017 und es wird ganz sicher auch nicht der Letzte sein, das kann ich vorab schon mal versichern. 🙂

Doch wie soll ich heute anfangen? Gleich mit der Tür ins Haus fallen oder doch erst mal wieder darüber reden, dass ich nicht ganz dicht bin und dann erst am Ende mit meiner „lebensverändernden Entscheidung“ herausplatzen? 😀

Ja, genau so mache ich es. Ich warte bis zum Ende, damit mein geplanter Weg besser verstanden wird… 😀

Zur Erinnerung:

Ich bin tatsächlich nicht ganz dicht! 😀

Und viele haben es über diesen Blog ja in den letzten Monaten verfolgen können: Irgendetwas macht mich wieder zunehmend krank. Und dieses Etwas frisst mich auf, macht meine Seele, mein Hirn und meinen Körper kaputt. Ein undefinierbares immer wiederkehrendes Gefühlschaos, ein ständiger seelischer Ausnahmezustand, den ich „Stress“ getauft habe. Ja, ich benutze immer diesen Überbegriff Stress und behaupte, Stress (und Angst) sei die Grundlage meiner aktuellen körperlichen und psychischen Situation. Doch die Wahrheit ist: Mein Leben und mein Umfeld machen mich krank. Und nach meinem Grenzgang an Weihnachten ist mir klar geworden, wie ernst es inzwischen ist.

Meinem Vater und meiner Mutter habe ich  – einfühlsam, wie ich bin – die Situation so erklärt: „Wenn ich jetzt keinen Schnitt mache und ein neues Leben anfange, lande ich in Kürze entweder in der Klapse oder auf dem Friedhof!“

Ja, und das ist leider keine leere Drohung, sondern eine ärztlich dokumentierte Tatsache …

Zur Erklärung:

Vor knapp zehn Tagen (also in den Weihnachtstagen) kämpfte ich wieder mit allen mir zur Verfügung stehenden Mitteln (Tavor, Alkohol, Fäusten) gegen mich selbst und diesem Chaos im Herz und Kopf und stellte mir dabei wieder die quälende Frage, warum ich (schon wieder) immer mehr die Kontrolle über mich und mein Leben verliere … und das, obwohl alle denken, dass es gerade wieder steil bergauf geht. Ich will jetzt gar nicht im Einzelnen aufführen, was an diesem Abend alles zusammen kam, aber es gab für mich einige Auslöser (Streit, Missgunst, Unehrlichkeit, allgemeines Arschlochverhalten und meine Waage), um mal wieder emotional vollkommen aus dem Häuschen zu geraten. Aber so richtig …

Ich glaube, der Höhepunkt war in dem Augenblick, als ich merkte, dass ich mal wieder nicht in der Lage war, diesen unbeschreiblichen seelischen Schmerz zu ertragen. Wer diesen Schmerz kennt, weiß wovon ich rede und man kann ihn wirklich nicht beschreiben. Wenn diese Monsterwelle aus Nägeln über das Herz walzt, ist man wie gelähmt und hofft einfach nur noch, dass man nicht an den Folgen stirbt. Klingt dramatisch, ist auch so. Dieses Gefühl verstärkt sich dann mit der (meist darauf folgenden) Angstattacke. Das Herz fängt an zu rasen, die Atmung wird hektisch. Panik, Chaos, das Drama wieder perfekt, durchdrehen leicht gemacht. Ich möchte an dieser Stelle sagen, dass ich mir stets alle Mühe gebe, dass meine Kinder (und mein Mann) nichts davon mitkriegen. Mein Mann hatte dieses Mal leider Pech… ich kam ihm mit meinem Anfall bei „Winnetou“ in die Quere … was mir sehr leid tat. 😀

In einem vorhergehenden Blogtext beschrieb ich eine mögliche Lösung für mein Problem mal so:

„Wenn ich mich so fühle, lege ich mich immer ganz flach auf den Boden und strecke alle Vier von mir und versuchte ruhig zu atmen (…) Ich sah ein, dass ich mich selber aus diesem exorbitanten Hineinsteigern irgendwie selbst wieder „runter“ bringen musste … irgendwie. Ich brachte mich schließlich in die (gerade erlernte) stabile Seitenlage, die dafür sorgte, dass es mir tatsächlich besser ging, auch wenn mir  Tränen, Sabber und Rotz in vertrauter Einigkeit über das Gesicht liefen, um auf meinem Handrücken einen unappetitlichen See zu bilden. Yammi! :-D „

Nun, dieses „sich selbst wieder runter bringen“ ging an diesem besagten Weihnachtsabend gar nicht mehr. Auch mein Mann war nicht in der Lage, die Situation „richtig“ einzuschätzen und setzte (in der Pause von „Winnetou“) seine Streitaxt mit heller Freude da an, wo ich gerade am empfindlichsten war, beim Thema „sich nicht wehren können, sondern ständig implodieren“, also sich stumm und lautlos aufregen.

„Du bist es ja auch selbst schuld! Hau doch mal auf den Tisch! Mach doch mal dies, sag doch mal das! EneMeneBuh und dran bist du! Fang mich doch, du Eierloch! BlaBlaBla…!“

Nein, es war nicht wirklich böse von ihm gemeint, er wollte sich einfach (und das 1. Weihnachtsabend) mal wieder gerne mit seiner Frau streiten. Mich aus der Reserve locken. Mein Mann behauptet zwar, dass er sich nicht gerne (mit mir) streitet, aber das stimmt nicht. Er findet sogar, dass meine folgende Aussage eine „Anschuldigung sondergleichen“ ist, wie folgt:

Mein Mann streitet sich sehr gerne! 😀 Er ist zwar nicht grundsätzlich auf Krawall gebürstet, boykottiert aber in Problemfällen mit heller Freude jegliche Form von gütlicher Einigungen, weil er darauf steht, wenn ich, quasi der Friedensengel, langsam (wirklich sehr langsam) zunehmend „emotional“ Luzifer-Like ausfallend werde und an die Decke gehe. Ja, er sagte mal zu mir „Baby, das hat was!“.

Aber! Mein Mann und auch andere, die gerne streiten, haben leider nicht die leiseste Ahnung, was diese scheinbar harmlosen Zankereien mit mir machen. Das können sie gar nicht wissen, bzw. auch gar nicht verstehen. Das kann niemand wissen, außer mir und meiner Therapeutin. Und meine Therapeutin weiß auch, warum ich so reagiere, wie ich eben reagiere, wenn das Maß voll ist. Nach hundert Mal implodieren, reicht ein Tropfen, ein falsches Wort, ein falscher Blick und mein Fass mit „Dingen, die ich ertragen kann“ läuft prompt über. Und wenn es überläuft, dann folgen unaufhörliche Heulkrämpfe, erhöhte Temperatur, Wutanfälle, Angstattacken, ungewollter Kontrollverlust, dicht gefolgt von dem starken Bedürfnis mich selbst zu verletzen… nicht schön, aber kommt eben vor.

An diesem Abend befand ich mich – während mein Mann auf der Couch lag und TV sah – plötzlich in einer Situation, in der Wutanfall, Heul – und Panikattacke quasi gleichermaßen aus mir herausbrachen. Ich kam mir wie eine Gehirnamputierte vor, auch das verletzte mich, was mich nur noch wütender machte. Irgendwann war dann der Punkt erreicht, in dem ich mit aller Kraft, die ich aufbringen konnte, mir selbst (mit stumpfer Gewalt) auf den Kopf schlug. Als das nicht die gewünschte Erlösung brachte, drückte ich mir die Luft ab,  in der Hoffnung, somit wieder die Kontrolle über mich und meine Vernunft zurück zu erlangen. Die Vernunft kam leider erst mit einer „Notfalltablette“ und Alkohol zurück.

Ja, ich stehe dazu… es war ein dramatischer Ausrutscher! Ich nehme heute kein Blatt vor den Mund, denn ich möchte aussprechen dürfen, wie es war, wie es ist und wie es in Zukunft sein wird. Vielleicht kann ich andere vor so einer Scheiße bewahren, in dem sie es nicht so weit kommen lassen und gleich das tun, was sie tun müssen, um kein Psycho zu werden. 😉

Meine Therapeutin nennt dieses Verhalten „Hilflosigkeit und Ohnmacht“ und meint, dass das alles andere als gestört sei, sondern (situationsbedingt) verständlich ist. Das Maß ist eben voll. Mir egal, was sie sagt, ich nenne es Psychoverhalten und ich will das nicht! Ich komme mir im Anschluss immer so unsagbar dumm vor, auch wenn mein Mann der Meinung ist „Das hat was!“ Winnetou war eh langweilig…  😉

Früher, wenn ich in so einer „Ohnmacht“ gefangen war, stellte ich mir immer die Frage, ob jemand weinen würde, wenn ich tot wäre. Diese Frage muss ich mir heute (dank meiner Kinder) nicht mehr stellen, sondern eben nur die quälende Frage, warum ich immer mehr die Kontrolle über mich und mein Leben verliere. Warum kann mich neuerdings in diesen Situationen nur ein starkes Beruhigungsmittel oder Alkohol wieder runter bringen? Was verdammt nochmal passiert da mit mir? Hat diese scheiß Therapie denn überhaupt nichts gebracht?

Doch hat sie. Sogar eine ganze Menge. Insbesondere die Erkenntnis, dass es jetzt endgültig Schluss ist und somit höchste Eisenbahn, etwas zu ändern. Und die Therapie hat mir auch gezeigt, wie schwer es ist, sich selbst zu besiegen und auch, wie schwer es ist, am Ende auch das anzunehmen, was die Therapeutin einem sagt … und sie hat eine Menge Dinge gesagt, die mir zu diesem Zeitpunkt nicht in den Kram passten.

Ich habe das, was in den letzten zwei Jahren passiert ist, die Angststörung, die Warnung meines Unterbewusstseins, meine ganzen körperlichen „Wehwehchen“, inklusive erheblicher Gewichtszunahme, auf die viel zu leichte Schulter genommen. So wie ich alles, was mir in meinem bisherigen Leben passiert, begegnet und widerfahren ist, auf die leichte Schulter genommen habe. Es hat mich geprägt und leitet mich noch heute (oft auch fehl). Ich habe nicht, wie mir von meiner Therapeutin angeraten wurde, besser auf mich aufgepasst, mich nicht geschont – Warum auch? – sondern mir, mit großer Klappe, nur noch mehr Scheiße auf die Schultern geladen, in der Hoffnung, dass keiner merkt, dass ich dass eigentlich alleine alles nicht mehr schaffe.

Jetzt haben wir den Salat, denn ich hab echt die Schnauze voll von diesem Leben, was ich bis Ende 2016 führte und was mir eine Zukunft mit Psychopharmaka, Alkohol, Autoaggression und reichlich Stroh im Kopf prophezeite.

NEIN, das muss anders… das muss alles neu! 🙁

Meine Therapeutin sagte, ich soll auf meine Intuition, auf meinen Bauch und endlich auch auf mein Herz hören. Endlich dahin gehen, wo es mich schon immer hingezogen hat. Mich von Dingen und Menschen trennen, die mir nicht gut tun. Ich soll mich nicht mehr emotional auf die Palme bringen, manipulieren oder erpressen lassen. Ich sollte zur Kenntnis nehmen, dass ich inzwischen erwachsen bin und tun und lassen kann, was ich will. Und vor allen Dingen sollte ich lernen zu unterscheiden, wer die Guten und die Bösen in meinem Leben sind … ja, selbst das kann ich zu diesem Zeitpunkt (mit Ausnahmen) nicht richtig erkennen.

Geben Sie nicht auf…

Lassen Sie sich nicht von falschen Gefühlen in die Irre leiten …

Nutzen Sie weiterhin Ihre Talente …

Nehmen Sie keine falsche Rücksicht…

Nehmen Sie mehr Rücksicht auf sich selbst…

… und kaufen Sie auf gar keinen Fall das Haus Ihrer Großmutter!

Tun Sie lieber das, was Sie schon immer tun wollten, aber es aus Rücksicht anderen gegenüber niemals in Erwägung gezogen haben!

Ich dachte damals „Fuck you!“ als sie das sagte… 😮

Sie hat noch ganz viele Dinge gesagt, die ich tun oder nicht tun sollte und ich habe nicht auf sie hören wollen.

Doch heute weiß ich, sie hatte Recht!

Man kann sich auf Dauer nicht zwingen, etwas anderes zu fühlen als man fühlt, man kann sich nicht zwingen, sich etwas anderes zu wünschen als man sich wünscht, man kann auch nicht sich zwingen, etwas anderes zu denken als man eben denkt. Von Liebe und Vertrauen rede ich erst gar nicht, das ist in meinem Fall wirklich ein ein Thema für sich (… zu dem auch noch eine Menge Romane folgen werden). 😀

Man kann nur mit den Jahren lernen, vor allem unehrlich zu sich selbst zu sein, nach außen hin perfekt zu funktionieren (und ich bin eine ganz schlechte Schauspielerin), künstlich zu lächeln, auch wenn einem nicht zum Lächeln zumute ist. Mit aufgesetzten Scheuklappen durchs Leben hasten, keine Kontakte zulassen, sich selber ausgrenzen und hoffen, dass man irgendwie heil durch diese Welt voller Dämonen kommt. Man nimmt unangenehme und verletzende Situationen unkommentiert hin, weil man sich einredet, sie ohnehin nicht ändern zu können. Wer sich wehrt, verliert und wer ehrlich und aus tiefstem Herzen liebt, hat sowieso auf Lebzeiten verkackt.

Man kann nicht auf Dauer nur noch funktionieren, (in ständiger Angst) vor sich hin existieren und das Leben nur noch seinen Kindern (und Mann) zuliebe „ertragen“, und hoffen, dass es irgendwann von alleine besser wird…. denn genau das wird irgendwann unerträglich und macht (mich) krank.

Und übrigens: Man kann sich auch nicht zwingen, sich an einem Ort zu Hause fühlen, nur weil es lt. Herkunft (und Einwohnermeldeamt) die offizielle Heimat ist. Der Ort in dem ich lebe, ist seit über drei Jahrzehnten meine „Heimat“. Allerdings ist es auch die Heimat all meiner persönlichen Dämonen. Und diese Dämonen verschwinden nie, sie lauern überall, hinter jedem Baum, hinter jeder Bushaltestelle und hinter jedem Flüstern, hinter meinem Rücken. Diese Dämonen greifen bei jeder Gelegenheit nach mir, um mich wieder an ihre Existenz zu erinnern. Kalenborn, Vettelschoß, die Straßen, die Häuser, die Stimmung, die Luft, die Menschen … natürlich nicht alle, definitiv nicht alle  … doch ich kann es nicht leugnen, das alles macht mich krank!

Ich gehe, wie gesagt, in diesem Jahr auf die magische Vierzig zu und fühle, dass es wirklich an der Zeit ist, zu handeln. Und ich fühle auch, dass es mit ein paar kleinen Änderungen, wie ein paar ärztlichen Verordnungen, einem klassischen Wohnungswechsel ins nächste Dorf, ggf. gepaart mit einigen Kontaktabbrüchen, Yoga, Autogenem Training, Feng Shui & Co., einer Ernährungsumstellung, ein bisschen mehr Sport und dem ganzen anderen prophylaktischem Antistresskram bei mir definitiv NICHT getan ist.

Verdammt, ich muss weg hier! Raus aus dieser Dämonenheimat! Ich will nach Hause!

Doch wo ist das?

Ich war letztes Jahr ganz fasziniert von der Geschichte von Angelo Kelly. Lief bei „Goodbye Deutschland“. Er hat nach einem Zusammenbruch seiner Frau und eigenem drohenden Burnout seine Zelte in Bonn abgebrochen. Ganz nach dem Motto „Slow down“ zog er ein ganzes Jahr mit seiner ganzen Familie (und Kindern) per Wohnwagen durch Europa, um dann, back to the roots, sein Zuhause zu finden. Jetzt wohnen sie in einem kleinen Häuschen in Irland… wunderschöne wahre Geschichte! 🙂

Ich hab seine Story echt mit Tränen in den Augen verfolgt, weil ich diesen Mut und diese Entschlossenheit bewunderte und ebenfalls diese tiefe Sehnsucht nach einer großen Veränderung verspürte.

Mein Sandkastenfreund Oliver hörte vor einigen Jahren auch auf sein Herz, das während eines Besuches eines Cafés in Hamburg zu ihm sprach und ihn bat, die Zelte in seinem Wohnort Wuppertal abzubrechen und in die Hansestadt zu ziehen… einfach so. 🙂 Von Vettelschoß nach Ittenbach / Königswinter, von Ittenbach nach Wuppertal von Wuppertal nach Hamburg – auch so kann man sein Zuhause finden. Daumen hoch! Wahnsinn! 😀

Ebenso wie Dagmar. Sie hat italienische Wurzeln, und sie hat sich auch entschlossen, mit ihrem Sohn nach Italien zu ziehen, eben weil sie sich nur dort zu hause fühlte, obwohl sie vorher immer in Deutschland gelebt hat. Großartige Entscheidung, die ich sehr bewundere.

Auch ich hatte diese Sehnsucht nach dem Zuhause-Gefühl, welches ich nur an einem ganz bestimmten Ort empfinde. Aber ich kann hier ja nicht weg. Ich habe Kinder, einen Ehemann und Familie, die mir alleine die Idee ganz sicher sehr übel nehmen würden…

Ja, so dachte ich seit Jahren…

Bis ich in der Silvesternacht eines Besseren belehrt wurde. Ich war (zugegeben) etwas angeschwipst, als ich und mein Mann in melancholisches Neujahrsgelaber verfielen und uns vorstellten wie das Jahr 2017 wohl werden würde. Was stand uns bevor? Das Thema Hauskauf war ja ohnehin schon vom Tisch. Und irgendwie stellte er mir so eine Frage, wie:

„Wenn du auf niemanden Rücksicht nehmen müsstest, was würdest du machen und wo würdest du hin wollen?“

Meine Antwort:

„Ich würde meine Sachen packen, mit meiner Familie nach Nordfriesland (nähe Niebüll/Leck) ziehen, dort ruhiger und stressfrei leben, meine Romane schreiben und natürlich regelmäßig Schafe über die Deiche jagen.“

(Zur Info: Dieses Vorhaben stand eigentlich erst mit Beginn meines Ruhestandes auf dem Plan)

Seine Antwort:

„Hm, auf mich musst du da keine Rücksicht nehmen, ich wäre dabei. Ich habe dort oben ja auch meine Wurzeln. Ronja ist sowieso immer und überall mit Freude dabei. Aber was ist mit Hanna?“

Ich fragte daraufhin meine große Tochter Hanna. Ihre Antwort:

„Ja cool! Ein Luftkurort, vielleicht bin ich da auch nicht mehr so oft krank! Und wenn ich noch meinen Abschluss hier fertig machen könnte, wäre das super! Und nur, wenn wir ein Badezimmer mit Badewanne bekommen!“

Ich:

„WTF?!“

Tja, das ist jetzt Pech für alle Beteiligten, dass ich dann am 01.01.2017 entschieden habe, dass aus der „Schnapsidee“ jetzt Ernst wird.

Ja, wir machen es.

Wir nehmen einstimmig „Rücksicht“ AUF MICH und wandern nach Nordfriesland aus! Warum gerade die Ecke Leck / Niebüll  ist eigentlich nicht schwer zu erklären. Es ist auch ein wenig „back to the roots“. Meine Mutter ist in Leck geboren, meine verstorbene Oma kommt von da oben und es tummeln sich auch noch einige weit entfernte Verwandte dort oben herum, aber auch enge Verwandte. Ich habe einen Onkel, Cousin, Cousine die auf Sylt wohnen und meinen Opa, der in Flensburg wohnt, Patentante und Patenonkel aus Großsolt und nicht zu vergessen, mein Freund Oliver aus Hamburg. Außerdem hat mein Mann heute erfahren, dass seine Vorfahren auch aus Nordfriesland kamen und dann ihre neue Heimat auf der Insel Fehmarn an der Ostsee gefunden haben.

Wir sind eben vom Herzen her Nordlichter und werden es wohl immer sein, in Zukunft leuchten aber auch wir an der Küste.

Ja, Entscheidungen treffen kann ja so einfach sein… es muss einfach nur mal so richtig fett alles falsch und richtig scheiße laufen, inklusive weihnachtlichem Durchdrehen und Dauervollrausch.  😀

So jetzt ist es raus. Im Sommer 2017 geht es los, denn da ist meine große Tochter mit der Schule fertig und kann dann im September direkt in der Oberstufe des Niebüller Gymnasiums weitermachen.

Ich werde Euch bei diesem Vorhaben auf dem Laufenden halten, alle Schritte dokumentieren und über alles berichten, denn ich glaube, das wird eine echt lustige, chaotische und organisatorisch katastrophale aber auch spannende Angelegenheit. Wer weiß, wenn ich … wen wir … mit diesem Vorhaben inspirieren werden. 😀

Ja, das alles zu bewerkstelligen wird eine große Herausforderung, das ist gar keine Frage, aber der stelle ich mich gerne. 😀

Tja…

Letztes Jahr im Sommer schrieb ich noch, dass ich ein bisschen mehr Norden in meinem Leben brauche, um mich besser zu fühlen und zimmerte mir mit wenigen Handgriffen eine maritime Terrasse zurecht, jetzt weiß ich, dass ich meine Terrasse rund 700 Kilometer verlegen muss, um tatsächlich unbeschwert leben zu können.  😀

Das ist zumindest mein Ziel! 🙂

Ich stelle gerade fest, dass ich beim Schreiben den emotionalen Part gerade komplett ausblende. Ja natürlich, es gibt Menschen, die ich sehr, sehr vermissen werde… und die, die ich meine, die wissen das auch … und mir kommen die Tränen, wenn ich an sie denke.

Aber wir sind ja nicht aus der Welt… bei uns kann man nämlich in Zukunft dann auch Urlaub machen!

Also, merke Dir:

Wenn du unglücklich bist und nicht weißt was du willst, dann stelle dir einfach folgende Frage:

„Wenn du auf niemanden Rücksicht nehmen müsstest, was würdest du machen und wo wärst du dann gerne?“

Bis bald!

Hier noch der passende Song von Angelo Kelly … berührt mich sehr. 🙂

Ende der Besinnlichkeit – tschö 2016 und fuck 2017

Na?!

Auch froh, dass das Jahr 2016 bald zu Ende ist? 😀

Ja,  jetzt neigt sich dieses beschissene Jahr 2016 endlich dem Ende entgegen. Eigentlich wollte ich kein Wort über meine letzten Tage verlieren und auch kein Statement zum Jahreswechsel abgeben. Nicht nur, weil mir irgendwie die Worte fehlen, sondern, weil an den Feiertagen auch immer alle so schrecklich positiv sind. Da kommt man sich mit seinem eher düsteren Gedanken und Empfinden, fast schon wie ein Schwerverbrecher vor. Ja, ich wollte über meinen Zustand schweigen. Den schönen festlichen Schein waren. Fröhliche Weihnachten und ein frohes neues Jahr überall, natürlich auch im Hause Lahr. Der Hässlichkeit (auch in der Welt) die Tür vor der Nase zuschlagen, Probleme und Ängste verdrängen (privat, wie auch weltpolitisch), die Dunkelheit durch kitschige Weihnachtsbeleuchtung und einem falschen Lächeln ausblenden…

Tja, ich hab`s dieses Jahr nicht geschafft …

Bauch und Herz haben gesiegt und mir ein extrem emotionsgeladenes Fest beschert. Und jedem, dem ich an den Feiertagen begegnet bin, konnte mein ganz persönliches Drama in meinem Gesicht ablesen. Ohne Scheiß, die letzten Tage waren so anstrengend, so tiefgreifend und auch psychologisch so bedeutend, dass sie eigentlich Teil dieser (Lebens)Geschichte in meinem Blog werden müssen, aber mir fehlen immer noch die Worte. Vielleicht bin ich in ein paar Tagen soweit, das Ganze Revue passieren zu lassen, vielleicht will ich auch diese ganzen Ausbrüche einfach nur vergessen … hoffentlich tut mein Mann das. 🙂

Ja, mit mir wird es nie langweilig…

Ich kann aber so viel sagen, dass 2016 mit Abstand für mich eines der schlimmsten Jahre meines Lebens war. Und dass besonders Weihnachten und das Jahresende ein Desaster werden würde, hatte sich ja schon im Vorfeld angekündigt. Weihnachten ist Zeit der Besinnlichkeit und mein körperlich und mentales Stimmungsbarometer hatte es ja schon Anfang des Monats geahnt, dass meine Art Besinnlichkeit in diesem Dezember anders sein wird als sonst. Meine Verarbeitungskapazitäten meldeten Gefahr auf ganzer Linie. Das letzte Jahr hat deutliche Spuren hinterlassen. Spuren, die sich nicht nur anhand meiner (eigentlich seltenen) Arzttermine (inkl. Magenspiegelung) im Dezember deutlich dokumentieren ließen, sondern sich auch auf mein emotionales Empfinden und meine Psyche niederlegten.

„Es wird ernst. Sorgen Sie für weniger Stress, Frau Lahr!“

Muahahahahahaha – Scherzkeks! 😮

Aber sie haben recht…

Alles wird stehen oder auch fallen mit meinem zukünftigen Stresspegel…

Mein Empfinden zum Ende dieses Jahres ist die Essenz von einem ganzen Jahr harten Kampf gegen (m)einen immer wiederkehrenden psychologischen Untergang, der leider Gottes abhängig ist von meinem täglichen Stresspegel, der wiederum abhängig ist von meinem Arbeitspensum, meiner Hoffnung, meinem Vertrauen, meiner Liebe, meiner Friedfertigkeit, dem Bestreben bloß nicht anderer Leut`s Gefühle zu verletzen, tolerant sein, bloß nicht dumm auffallen, stets an das Gute im Menschen zu glauben, meinem krankhaften positiven Denken und dem damit verbundenen Fehldenken,  das Arschlochverhalten anderer Menschen mir schön zu reden oder so zu interpretieren, dass sie am Ende fein raus sind und ich selbst schuld bin.

Bravo!

Heilig Abend wurde mir klar, was für ein Idiot ich eigentlich bin. Dieses ständige positive Denken, sich Dinge, Situationen, Menschen und deren Verhalten schön reden, nur weil ich die Realität nicht sehen will. Ich bin immer noch ein beliebter Spielball, lasse mich immer noch von jedem, der es tut, herumschubsen, für dumm verkaufen, ausgrenzen oder ignorieren und wundere mich immer wieder auf`s Neue, wenn ich schmerzhaft auflaufe. Und dann bin ich auch noch so dämlich und lächle den Menschen, die mich verraten und hängen lassen ins Gesicht und hoffe, dass sie nicht merken, wie verletzt ich bin.

Und in Verbindung mit anderen aktuellen Baustellen kann ich zusammengefasst sagen: Selten habe ich über Tage hinweg so viel geheult, so viel Tavor geschluckt, mich so viel gestritten  und so viel gesoffen wie in den letzten Tagen. Am Abend des ersten Weihnachtstages spielte ich sogar mit dem Gedanken, mich einweisen zu lassen. Warum? Weil ich mich einfach nicht mehr eingekriegt habe (24-Stunden-Dauer-Heulen) und auch wieder den starken Drang zu autoaggressivem Verhalten verspürte. Sich selbst verletzten, ist eine Affekthandlung, eine Verzweiflungstat, um eine unkontrollierte Wut zu kontrollieren. Ihr wisst gar nicht, wie erschreckend einfach es ist, sich selbst auf die Fresse zu hauen und wie gut das tut. Aber, machen wir uns nichts vor, es ist schlicht weg irre und daran muss ich dringend (wieder) arbeiten.

Was da los ist?

Nein, es ist definitiv kein Rückfall meiner Angststörung – Angst habe ich nicht (außer vielleicht vor der Zukunft und vor Speiseröhrenkrebs).

Nein, es sind auch keine Depressionen.

Ich erlebe gerade schlicht weg eine Überdosis Realität. Eine Realität, mit der ich nicht klar komme und die mir meine Therapeutin schon mehrfach brutal vor Augen gehalten hat: „Sie sind zu nett und zu friedlich. Das ist nicht gesund. Sie müssen mehr Arschloch, mehr Egoist sein, auf den Tisch hauen, wehren Sie sich … auch Sie haben das Recht wütend zu sein!“

Ich habe das Recht wütend zu sein? 😮

Wie schön!

Ich will aber nicht wütend sein! Ich will meine Ruhe und meinen Frieden! Das ist mir in der Welt, in der ich lebe, scheinbar nicht gegönnt! Diese Realität macht mich in der Tat gerade sehr, sehr wütend. Sie macht mich deshalb wütend, weil mein Umfeld mich tatsächlich dazu bringt, dass sich mein innerer Frieden, meine Friedfertigkeit immer mehr verabschieden. Ich verspüre eine große innerliche Wut, die ich schon seit Wochen und Monaten in mir brodelt. Alles angestauter Mist, der nicht raus kann, weil ich eben so ein gesitteter und friedfertiger Mensch bin. Doch damit scheint jetzt Schluss zu sein. Ein falsches Wort, ein falscher Blick (von falschen Leuten) und ich gehe sofort an die Decke – wer will, kann es gerne mal austesten. 😀

Meine Situation kommt dem Thema dieses Films hier sehr nahe…

Genialer Streifen, in dem ich mich ganz oft selbst erkenne, mit einem genialen Jim Carrey! 🙂

Ich werde quasi von Charlie zu Hank. Klingt irgendwie lustig, ist es aber gar nicht. Ich will mich so nicht fühlen, wie ich mich derzeit fühle. Mein Umfeld, mein Leben, so wie es derzeit läuft, zwingt mich also so zu werden, wie ich NICHT bin und auch nicht sein will – aggressiv, wütend und psychotisch.

Ich bin eigentlich mehr für Liebe …

Ja, eigentlich liebe ich lieber…

Und die, die ich liebe, wissen das…

Oder können es zumindest fühlen…

Hoffe ich…

Heißt für mich:

Ich muss ganz schnell mein Umfeld und mein Leben verändern!

Ich muss diesen ganzen angestauten Scheiß los werden! Keine Ahnung, wie das gehen soll, aber ich fange gleich schon damit an und beende ich dieses verkackte Jahr 2016 mit Wodka-RedBull!

Prost! 😀

Mal sehen, wem ich heute Nacht noch versehentlich eine Whatsapp schreibe oder was ich nach Zwölf noch bei Facebook posten werde. 😀

Juhuuu, es lebe das Chaos!

Der Weihnachtsvirus – get down with the sickness!

So, nach einem weiteren turbulenten Tag im Jahre 2016 habe ich es mir gerade (in meinem Chaos) mit einer Kerze und einem Gläschen Hochprozentigem gemütlich gemacht und dachte mir, dass es heute Abend eine gute Gelegenheit ist, kurz zu berichten, wie es im Moment so läuft. 🙂

Ja, und um diesem Blogeintrag eine gebührende Einleitung zu schenken, habe ich gerade den Begriff „Virus“ gegoogelt und wollte hier eigentlich eine dramatisch spektakuläre Definition über diese infektiösen Partikel zaubern, entscheide mich aber jetzt doch lieber für diese Kurzversion:

Der Virus; lat. virus = Gift

Ja, so einfach ist das …

Und ich könnte jetzt diesbezüglich über die Erlebnisse und Eindrücke, inkl. Inkubationszeit meiner mutmaßlichen Norovirus Erkrankung in der letzten Woche schreiben, die tatsächlich die Symptome einer akuten Vergiftung hervorrufen hat. Im Ernst, ich hab in meinem ganzen Leben noch nie so oft gekotzt wie letzte Woche Samstag zwischen 5.00 Uhr und 13.00 Uhr, es waren bestimmt zwanzig Mal. Selbst ein Schluck Wasser kam sofort wieder raus.

Zum Glück war es „nur“ der Norovirus und nicht einer von der Sorte, der die ganze Menschheit vernichten könnte. Meine Tochter hat mich deswegen vor ein paar Tagen ernsthaft gefragt, was ich bei einer Zombieapokalypse tun würde …

Ich habe ihr nicht erzählt, dass ich bereits gedankliche Vorbereitungen für eine ähnliche Apokalypse treffe. Nämlich eine solche, wenn hirnlose Nazis und Faschisten die Weltherrschaft übernehmen würden. Mein Plan: Ich werde in den Untergrund gehen und gezielten Widerstand gegen den Nationalsozialismus leisten, wie immer das auch aussehen würde … gerne auch mit dem kompletten „Arsenal for Peace“ wie in Resident Evil.  😀

Ja, sorry, das Thema ist bei mir im Moment wieder so präsent, dass ich selbst erschrocken bin, wie heftig emotional ich darauf reagiere. Vor einigen Tagen bin ich über ein Video gestolpert, in dem irgendwelche Idioten nach einer antisemitischen und fremdenfeindlichen Rede voller Stolz den Hitlergruß zeigten. Das Erschreckende: Ich habe mit meiner eigenen Reaktion nicht gerechnet. Normalerweise sehe ich so was, verdrehe die Augen und stelle mir die Frage, was bei diesen Menschen falsch gelaufen ist, dass sie auf diesen Zug abartigen aufspringen. Diesmal war meine Reaktion, dass ich prompt in Tränen ausgebrochen bin. Ich meine, ich bin im Moment wieder ziemlich nah am Wasser gebaut,- zu dem Warum? komme ich später-, aber heulen wegen solchen Idioten? Hallo? Geht´s noch?  😮

Und ich blickte nach meinem heftigen Ausbruch wieder tief in mich, fühlte eine für mich noch nicht definier – und greifbare Verbindung, (vielleicht ist es tatsächlich die Verwurzelung über Generationen) zu diesem Thema und spüre, dass ich sehr große Angst habe. Angst, dass die Geschichte sich wiederholt. Angst, dass noch mehr Menschen in meinem Umfeld sich dazu berufen fühlen, die AFD & Co. zu wählen und ihr nationalsozialistisches Gedankengut zu verbreiten, ohne den geringsten Zweifel an ihrer Form der Wahrheit zu haben. Meine Wahrheit ist, dass für mich alle Menschen (egal welcher Hautfarbe, Nationalität, Religion und Gesinnung) gleich sind, ich unterscheide nur zwischen Arschloch und Nichtarschloch und zwischen Mensch und Unmensch. So einfach ist das bei uns linksgrünversifften Gutmenschen!

Upsala,  ich schweife ab… ich wollte gar nicht politisch werden … beschäftigt mich halt, sorry.

Wo war ich?

Ach ja… Norovirus!

Aber in meinem heutigen Blogthema möchte ich nicht über die Viren schreiben, die Magen-Darm-Erkrankungen hervorrufen oder eine Grippe, sondern ich möchte über diesen ganz speziellen Virus schreiben, der so ziemlich alle Menschen mindestens einmal im Jahr befällt – meist im Dezember -, der Weihnachtsvirus.

Symptomatik und Krankheitsverlauf ist bei jedem Menschen unterschiedlich. Die einen überfällt die grenzenlose Vorfreude und dem zwanghaften Trieb diese Vorfreude auch zum Ausdruck zu bringen. Es wird mit allen Mitteln und einer unnatürlichen Energie geschmückt, gekauft, gebacken und gebastelt und vorbereitet. Andere kämpfen mit Panik und hysterischen Anfällen aufgrund des alljährlichen Geschenkewahns, inklusive Perfektionismus. Bei anderen macht sich die Besinnlichkeit bemerkbar, die Spendenbereitschaft steigt und es wird sich an Familienmitglieder und Freunde erinnert, die man das ganze Jahr über weniger gesehen hat.

Was ich ja auch gar nicht schlecht machen möchte, mit Nichten …

Ich verfalle im Dezember immer in eine Stimmung, die einer Depression sehr nahe kommt. Der ganze Dezember überfordert mich so sehr, dass ich in eine Art Schockstarre verfalle, wenn das erste Türchen im Kalender aufgemacht wird. In diesem Jahr sogar mehr als sonst, weil mich das ganze Jahr 2016 schon überfordert hat. Die Schockstarre wirkt sich dahingehend aus, dass ich noch mehr verdränge, noch mehr vergesse, noch chaotischer bin und sogar eine Form von (noch mehr) Unfähigkeit aufbaue.

Ohne Scheiß, dieses Jahr kam der Dezember für mich so plötzlich und überraschend, dass am 1. der Adventskalender zwar mit Hängen und Würgen (schnell morgens nach dem Aufstehen) hing, aber nur bis zum 5.  Dezember gefüllt war. Ich habe ihn erst am 6. Dezember komplett bestückt. Ich war unfähig mich darum zu kümmern, dass wir einen Adventskranz am ersten Advent auf dem Tisch stehen hatten, geschweige denn ein wenig weihnachtliche Deko.

Kranz und Deko haben wir übrigens erst seit gestern – besser spät als nie. 😀

Den größten Bock habe ich Nikolaus geschossen. Seit Tagen fiebere ich diesem ersten weihnachtlichen Vortermin entgegen, denn ich habe bis heute noch keinen so richtigen Plan, was am Nikolaustag in die Schuhe seiner Kinder gehört… zu meiner Entschuldigung könnte ich ja sagen, dass das Norovirus zwei Tage zuvor mein Gehirn gefressen hat … aber die Wahrheit ist schlicht weg Überforderung. Am Abend des 05.12.2016 liege ich im Bett und wundere mich, warum jemand mir einen Nikolausgruß schickt. Auch am nächsten Morgen hatte ich keinerlei Verständnis für all den Nikolausquatsch, denn der kommt doch erst am … FUCK! DER KAM SCHON? HEUTE?!

Zum ersten Mal in der Geschichte meines Mutterdaseins habe ich tatsächlich Nikolaus vergessen… ich konnte es meinen Kindern aber altersgerecht erklären, wie folgt:

„Ronja, guck mal der Nikolaus war doch da, wir haben das nur nicht gesehen!“ 😀

„Hanna, ich gratuliere dir zu der verpeiltesten Mutter aller Zeiten – ich dachte Nikolaus wäre erst morgen, sorry! Guck mal jetzt vor Deine Zimmertür!“ 😀

Sie nahm es mit Humor …

Ja, so war das…

Und heute ist schon der 10. … in so ziemlich genau 14 Tagen ist also Weihnachten … 😮

Ich fühle mich unwohl bei dem Gedanken an Weihnachten  …

Nein, es ist ausnahmsweise nichts (aus atheistischer Sicht gesehen) Christliches …

Dieses schlechte Weihnachtsgefühl habe ich aber schon seit Jahrzehnten, wenn nicht schon immer. Früher, als ich noch keine Kinder hatte und noch im Sicherheitsdienst arbeitete, bin ich am heiligen Abend sogar immer freiwillig arbeiten gewesen. Das war wie ein Zwang mich am 24.12. zum Dienst zu melden, in der Hoffnung, dass der dunkle Schatten dieses Festes mich nicht in die Tiefe reißt. Und genau das ist der Punkt. Weihnachten hat so unendlich viele Schattenseiten und Dämonen. Und ich weiß, dass auch über dieses Thema „Weihnachtsdämonen“ irgendwann mal ein Roman entstehen wird … entstehen muss …

Ich erinnere mich noch genau an diese eine Nacht im Streifendienst. Es war eigentlich eine zauberhafte Nacht. Es war eiskalt und schneite unentwegt. Ich fuhr wie gewohnt in einem bestimmten Gebiet streife, freute mich über die Heilig Abend Einsamkeit und über eine geschlossenen Schneedecke, auf der man (mit einem Renault Twingo) eine Menge Unfug machen konnte. Wie gewohnt machte ich dann um Mitternacht auf einem verlassenen und ziemlich verschneiten Parkplatz Pause. Von hier aus hatte ich einen perfekten Blick auf alles, inklusive atemberaubende Aussicht auf ein kleines abgelegenes Städtchen, aus dem es so zum Kotzen weihnachtlich leuchtete, dass mir prompt die Tränen kamen. Und während andere mit ihren Familien besinnlich um den Weihnachtsbaum saßen, saß ich in meinem Dienstwagen wartete auf Einbrecher die nicht kamen, hörte Musik, die ich nicht hören wollte und aß ein trostloses Brötchen und stellte mir die Frage, warum verdammt nochmal bei mir in der Weihnachtszeit immer Tränen fließen müssen. Warum? Was soll das? Weihnachten, geh weg und lass mich in Ruhe!

Egal, was ich machte und wo ich auch war, Weihnachten verletzte mich irgendwie …

Knapp 15 Jahre später hat sich mein Grundgefühl nicht geändert. Der fucking Dezember, inklusive meinem fucking Geburtstag verletzt mich immer noch … und das fuckt mich echt monstermäßig ab! Und wieder diese quälende Frage, warum ich nicht einfach „normal“ sein kann…

Aber ich kompensiere seit Jahren diese negative Stimmung in dem ich mich komplett auf eine Kinder konzentriere. Wären sie nicht, würde Weihnachten (und auch mein Geburtstag) von mir komplett ignoriert werden, wie früher. Soll heißen, dass ich alles, was mit Weihnachten zu tun hat nur für sie mache. Nur für sie. Das komplette Programm: Weihnachtliche Deko, Plätzchen backen, Weihnachtsbaum schmücken und Festmahl. Ja, alles nur für sie, weil sie sich, wie alle Kinder, bitte, bitte auf Weihnachten freuen und nicht wie ich gegen irgendwelche Weihnachtsdämonen kämpfen sollen. 🙁

Im letzten Jahr waren die Symptome des Weihnachtsviruses sehr schlimm. Da hatte ich nur Glück (oder Pech, wie man es nimmt), dass ich noch auf Paroxat eingestellt war und deswegen auch eine ziemlich große Klappe hatte. Das war die Zeit an dem ich einige Vergangenheits-Bomben habe platzen lassen (siege Blogeinträge Weihnachten vom letzten Jahr).

Und dieses Jahr …?

Dieses Jahr habe ich irgendwie keine Bomben mehr, die ich platzen lassen könnte, um diesem tief sitzenden Dezemberschmerz einen Namen zu geben…

Ich bin auch nicht auf Paroxat …

Ich bin ich …

Und ich gebe offen zu, ich bin im Moment nicht so ganz auf der Höhe…

Ich bin ziemlich angeschlagen …

Nah am Wasser gebaut …

Ich bin sehr emotional … traurig … verwirrt … hilflos…

Der Weihnachtsvirus eben …

Ich kann nicht genau sagen warum er mich dieses Jahr so heftig trifft. Das Jahr 2016 hat mir vielleicht einfach zu viel Energie geraubt. Vielleicht sitzt wohl auch noch etwas anderes sehr tief. So tief, dass ich erstmals seit Jahrzehnten sogar meinen Geburtstag nicht feiern werde. Versteht derzeit keiner, außer mir… um das zu erklären müsste ich jetzt ein tiefenpsychologisches Statement abliefern, was dann wiederum den Eindruck erwecken würde, als sei es von meiner Therapeutin ein Fehler gewesen, die Therapie zu beenden …

Ich gebe zu, es gibt Momente, da sehne ich mich nach einer weiteren Therapiestunde … aber auch nur, weil mir da tatsächlich intensiv zugehört (und sogar mitgeschrieben!) und sich mit dem, was ich sage, auseinandergesetzt wird.

Huch … ich stelle gerade fest: Ich bin betrunken!  😀

Upsi, das war ein Versehen … 😮

Ich trinke so selten und vertrage einfach nichts. 😀

Doch betrunken oder nicht: Ich weiß, … ich hoffe, dass diese Traurigkeit, diese wirklich unterirdische Stimmung sich in dem Moment auch wieder verabschieden wird, wenn das neue Jahr beginnt …

Ja, genau!

Gebt mir noch 3 Wochen Zeit, dann hat sich auch meine Hoffnung wieder regeneriert …

So genug für heute … ich habe Probleme, die Buchstaben zu finden. .

Morgen, also nüchtern betrachtet, schäme ich mich wahrscheinlich wieder über so viel Ehrlichkeit… bin gespannt, ob ich es schaffe, das so stehen zu lassen. 😀

Soziale Phobie – ein ehrliches Statement über Rückschritte & daraus resultierende Fortschritte

Mann, was für eine verrückte Woche und über allem auch noch dieser Donald Trump …

Ein Narzisst (für mich ist er eher ein Psychopath) ist Präsident der Vereinigten Staaten geworden – ich bin noch immer fassungslos. Mit großem Interesse habe ich das Treiben über dem großen Teich verfolgt, weil diese Wahl (ob wir wollen oder nicht) weltweite Auswirkungen haben wird. Und ich war mir bis zuletzt noch sicher, dass die Vernunft und das Herz der Menschen siegen wird. Am Wahlabend sahen die Prognosen ja noch gut für Hillary aus. Ich konnte also gut einschlafen. In der Nacht (so gegen 4.11 Uhr) wurde ich durch einen echt schrägen Traum (unabhängig von Trump) wach. Ich träumte einen kompletten Spielfilm (den es noch nicht gibt), mit echter Handlung, unbekannten Schauspielern und einem beeindruckenden Showdown. Das schräge an der Sache: Ich fand keine Verbindung zu mir. Dieser ganze Traum schien nichts, aber auch wirklich nichts mit mir selbst zu tun zu haben … als würde ich mit einem anderen Kopf träumen. Im Kopf eines Mannes, denn das war der Hauptdarsteller. Ein Mann Anfang bis Mitte Fünfzig, der in einer chaotischen Wohnung in einer noch chaotischeren Stadt in Spanien wohnte. Träume eines Fremden? Das war unfassbar unheimlich. Ich konnte die erste Zeit danach nicht wieder einschlafen.

Und ich dachte tatsächlich, es sei eine gute Idee, nach diesem schrägen Traum kurz nach meinem Handy zu greifen und einen kurzen Clinton bestätigenden Blick auf den US-Wahl-Ticker zu werfen.

Ja, scheiße! 😮

Noch nie in meinem Leben war ich um 4:13 Uhr so wach, wie an diesem Mittwoch 11/09. Doch auch bei mir stirbt in der Regel die Hoffnung zuletzt und ich habe tatsächlich gedacht, dass irgendwann die versteckte Kamera auftauchen wird, so nach dem Motto: „Liebe (Gut)Menschen, uffbasse!“

Jetzt, vier Tage später, rede ich mir die Situation schön und habe tatsächlich immer noch die Hoffnung, dass Trump „nur“ ein sehr talentierter Wahlkampf-Horrorclown-Schauspieler war, alles gar nicht so meinte und die Welt nicht durch seine Atombomben und anderen unmenschlichen Pläne vernichten wird. Ich hoffe es…

Bisher waren ja so Säuberungsaktionen wie in dem Film „The Purge“ oder die kranken „Hunger Games“ aus Tribute von Panem ja nur Fiktion…

Wir werden abwarten müssen, was passiert…

Soviel zu Donald Trump …

Ganz ehrlich?

Angesichts meines tiefen Mitgefühls gegenüber allen Herzensmenschen unter den Amerikanern, fällt es mir jetzt fast schon etwas schwer, über meine verhältnismäßigen Bagatelle-Probleme zu schreiben. Nein, dieses Donald-Trump-Thema ist tatsächlich kaum zu übertreffen. Allerdings verstehe ich seit diesem Wahlausgang wieder etwas mehr, warum ich eine Sozialphobie habe… 🙁

Menschen sind so unberechenbar und manchmal auch so schrecklich unehrlich…

Womit wir auch wieder beim Thema sind … nämlich Thema Angst. Und derzeit wieder ganz intensiv vertreten, meine Angst vor Menschen

Die letzten zwei Wochen waren diesbezüglich wieder sehr aufschlussreich für mich – positiv, wie negativ. Es gab viele kleine Fortschritte, zu denen ich später kommen werde, aber es gab auch eine Reihe enormer Stresssituationen, Angstmomente, sogar Panikattacken und weitere emotionale Schlägereien, in denen ich wieder von all meinen für Emotionen verantwortlichen Systemen voll auf die Fresse bekam. Was im Einzelnen passiert ist, ist gar nicht so wichtig. Es ist ohnehin immer wieder das selbe. Ich reagiere auf Menschen, auf Situationen mit Menschen, auf Themen, die mich mit Menschen verbinden und die mich stressen, mich überfordern, mich auch irgendwie ratlos, teilweise auch wütend machen oder (im schlimmsten Fall) auch verletzen. Ich versuche tapfer zu sein, stehe derzeit aber schon wieder ziemlich unter Strom. Nicht krankhaft, aber schon so, dass es mich schon beeinträchtigt und irgendwie einschüchtert.

Vor einigen Tagen habe ich auch wieder in einer Panik-Situation gesteckt und hab mir dann auch gleich eine fette Krise gegönnt – ich war gefühlt dem Emotionalen-Tode sehr nahe.  Zum Glück war ich alleine zu Hause und hatte gerade gefühlsmäßig echt die Arschkarte gezogen. Ich war wütend, traurig, enttäuscht, verletzt und hatte mal wieder enorme Angst vor der Zukunft.

Und diese Krise sah wie folgt aus… 😀

Ich bekam während dem Heulen plötzlich Atemschwierigkeiten, es folgte wieder dieses Engegefühl, Druck auf der Brust, der Kloß im Hals, der sich nicht weg schlucken ließ, sondern eher in Richtung Brechreiz ging, Schnappatmung, dicht gefolgt von dem Gefühl durchzudrehen. Ich habe kürzlich noch in einem Video über Panikattacken gesehen, dass in solchen Situationen die Betroffenen gerne den Notarzt rufen. Ich nicht. Ich will in solchen Momenten lieber ohne ärztlichen Beistand (und irgendwelcher anderen Zeugen) sterben, das ist weniger peinlich. 🙂

Wenn ich mich so fühle, lege ich mich immer ganz flach auf den Boden und strecke alle Vier von mir und versuchte ruhig zu atmen. Das half aber nicht. Im Gegenteil, es wurde (durch meine grenzenlosen Gedanken) nur noch schlimmer. Ich sah ein, dass ich mich selber aus diesem exorbitanten Hineinsteigern irgendwie selbst wieder „runter“ bringen musste … irgendwie.

Ich brachte mich schließlich in die (gerade erlernte) stabile Seitenlage, die dafür sorgte, dass es mir tatsächlich besser ging, auch wenn mir  Tränen, Sabber und Rotz in vertrauter Einigkeit über das Gesicht liefen, um auf meinem Handrücken einen unappetitlichen See zu bilden. Yammi! 😀

Und während ich so mit meinen unkontrollierten Gedanken und Schleimhäuten da lag, aus dem Fenster sah und mich mal wieder nach einem (normalen) Leben ohne Emotionen sehnte, dachte ich über die ganze Situation und über Schadensbegrenzung nach. Wie kann ich mich selbst am schnellsten aus diesem Zustand wieder herausholen? Und wie verdammt nochmal kann ich in Zukunft ein für alle mal solche Situationen vermeiden? Es muss doch eine andere Möglichkeit geben, außer gar keine Nähe mehr zuzulassen und den Kontakt zu allen Menschen dieser Welt abzubrechen? Warum will mir einfach kein dickes Fell wachsen? Warum zerplatzen Vertrauenstendenzen immer wieder wie Seifenblasen? Waren es doch wieder die (besonders in dieser Woche) aufgescheuchten Geister der Vergangenheit, die für mich aus einer kleinen Hürde gleich einen tiefen, scheinbar unüberwindbaren Abgrund machen? Und die wichtigste Frage: Warum bringt mich Unehrlichkeit (in jeglicher Form) immer noch so abgrundtief aus der Fassung?

Fragen über Fragen.

Ich habe die Antworten auf die Fragen noch nicht gefunden, denke aber, dass ich sie beim Schreiben in den nächsten Wochen eventuell finden werde. Für diejenigen, die es noch nicht wissen: Ich schreibe an mehreren Büchern (drei Thriller und ein Drama) und eines davon wird ein Buch, von dem ich bis vor einem Jahr noch nicht ahnte, dass ich es je schreiben würde. (Danke, Astrid)  🙂

Es war mein Kampfgeist und meine gestärkten Gedanken, die mir an diesem Nachmittag vom Boden wieder aufhalfen und mich daran erinnerten, dass ich ein Ziel vor Augen habe. Und dieses Ziel erreiche ich nicht, wenn ich (seelisch) verletzt auf einem Fußboden herum krieche, wie ein angezählter Boxer kurz vor dem Knock-Out. Also aufstehen und weiter kämpfen. Wenn mich jemand absichtlich verletzt, ist er eben in dem Moment ein empathiebehindertes Arschloch, dem ich versehentlich (mit was auch immer) zu viel ungeschützte Angriffsfläche geboten habe. Ich muss lernen mit diesen unfairen Punchs umzugehen, bzw. lernen ihnen in Zukunft auszuweichen. Ich muss wieder verinnerlichen, dass solche schmerzhaften Erfahrungen wichtig sind. Schmerz ist, wie die Angst, ein Wegweiser. Wenn etwas schmerzt, dann läuft etwas ganz klar falsch. Und wenn mich jemand anlügt und derjenige mal wieder das Pech hat, dass ich das durchschaue, dann geht der Punkt eigentlich an mich. Ich weiß dann einfach, woran ich bin… das zu akzeptieren ist manchmal echt schwer zu ertragen.

Ich weiß auch,  ich muss härter, kühler, ignoranter und gleichgültiger werden. Manche Menschen müssen mir einfach genau so egal werden, wie ich es ihnen bin – dann würde sich der Kreis (wahrscheinlich) schließen.

Ehrliche Frage: Wie geht das?

Kann man sich selbst tatsächlich zwingen, etwas anderes zu fühlen als man fühlt?

Wer hier Erfahrung hat, berichte mir bitte davon!

Wie auch immer …

Ich muss in Zukunft noch besser auf mich aufpassen …

Übrigens: mit der richtigen Tränendosierung bei solchen Krisen schaffe ich es tatsächlich von einen auf den anderen Tag um zehn Jahre zu altern. Dieser optisch sehr erschreckende Zustand (Furchen und Falten) verschwindet in der Regel nach 48 Stunden und einer Dose Nivea-Creme wieder. Wer also Krähenfüße an mir entdecken sollte, weiß in Zukunft, dass ich einen beschissenen, sehr Tränen und Sabber reichen Tag hinter mir hatte. 😀

Zurück zu der Angst vor Menschen – Soziale Phobie oder auch soziale Angststörung genannt – und das spuckt Wikipedia dazu aus:

Soziale Phobie – Erscheinungsformen

Menschen mit sozialer Phobie meiden gesellschaftliche Zusammenkünfte, da sie fürchten, Erwartungen anderer nicht zu erfüllen und auf Ablehnung stoßen zu können. Sie fürchten, dass ihnen ihre Nervosität oder Angst angesehen werden könnte, was ihre Angst oftmals noch weiter verstärkt. Begleitet wird die Angst oft von körperlichen Symptomen wie zum Beispiel Erröten (…), Zittern, Herzrasen, Schwitzen, Atemnot, Verkrampfung, Sprechhemmung und häufigen Versprechern, Schwindelgefühlen, Harndrang, Beklemmungsgefühlen in der Brust, Kopf- und Magenschmerzen, Durchfall, Übelkeit (Würgereiz) oder Panik sowie von kognitiven Symptomen wie z. B. Gedankenkreisen, Derealisation und Depersonalisation.

Um all das zu vermeiden, gehen Menschen mit sozialen Ängsten Situationen, in denen sie der Bewertung durch andere ausgesetzt sind, oft von vornherein aus dem Weg. Dies kann ein berufliches und privates Weiterkommen sehr erschweren und mitunter zu vollkommener sozialer Isolation führen. Die Störung kann über einen langen Zeitraum anhalten, zudem erkranken viele Betroffene noch zusätzlich an einer Depression oder werden abhängig von Alkohol, Beruhigungsmitteln oder anderen Drogen oder Medikamenten, welche die Symptome überdecken oder verdrängen können.“

(Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Soziale_Phobi)

Irgendwie dramatisch, oder?

Obwohl bei mir jetzt nicht das  „auf Ablehnung stoßen zu können“ im Fokus steht, sondern vielmehr die Sache mit den „Erwartungen nicht erfüllen zu können“ das Problem ist.

Oder hier mal ein Live-Beispiel…

Letzte Woche Laterne basteln im Kindergarten. Jedes Jahr ein großes Highlight. Ich finde dieses Treiben äußerst lästig, weil ich A: nicht besonders gerne bastle (basteln hat nichts mit Handwerken zu tun!) 😀 , B: weil manche Eltern aus diesem Bastelnachmittag einen erbitterten Kampf um die schönste Laterne machen, mit diesem Wettkampfverhalten ihre Kinder und andere Mütter terrorisieren, und C: weil ich unter Menschen „muss“ und das wiederum Stress bedeutet. Da ich aber verhindern möchte, dass meine Tochter unter meiner Sozialen Phobie leidet, nehme ich solche Termine wahr. Für meine Kinder tue ich echt alles…

Ja, ich gehe sogar (wenn auch unregelmäßig) möglichst jeden Mittwoch mit ihr zum Kinderturnen … was ehrlich gesagt auch der blanke Horror ist! 😮

Aber zurück zum Laternebasteln…

Ich trug mich brav in die Liste für einen bestimmten Nachmittag ein, achtete bewusst darauf, dass in dieser Liste auch Menschen auftauchen, die ich kannte und mir sympathisch sind und mit denen ich mir auch immer einen ungezwungenen, erwartungsarmen aber netten Plausch vorstellen kann – z.B. Dani, Corinna etc.   😀

So…

Es ist also Bastelnachmittag für den St. Martinszug. Ich betrete angespannt den Bastelsaal. Grüße kurz und wie immer sehr freundlich und offen (was ich grundsätzlich ja auch bin) die Runde. Überall Gewusel, Berge aus Bastelzeug, viele Kinder, viele Mütter. Zu viele Stimmungen, zu viele Gesichtsausdrücke, zu viele Eindrücke. Die Anspannung steigt. Dani ist noch nicht da. Ich sehe Corinna, Corinna sieht mich. Wir grüßen uns herzlich. Ich will aber nicht direkt neben Corinna sitzen, weil – wenn genug Platz da ist – ich auch gar nicht körperlich jemanden so nah sein will / muss, sondern steuere auf einen freien Tisch zu, der einen Sicherheitsabstand von einem knappen Meter zu Corinna beinhaltet. Smalltalk über diese Entfernung, damit kann ich leben. Perfekt!

Alles war gut, dann wurde gebastelt.

Nach etwa einer Viertelstunde relativ entspanntem Herumurksen,  kurzen Unterhaltungen über solch grandiosen Erfindungen wie Staubsaugerrobotern, betritt plötzlich eine Frau mit ihrem Sohn den Saal und setzt sich – und das obwohl alle Stühle an dem Tisch frei waren – auf den Stuhl mir DIREKT MIR GEGENÜBER!

Hallo?! 😮

Mir war zunächst schleierhaft, warum sie gerade diesen Platz wählte und was sie damit bezweckte. Es dauerte nicht lange, bis ich verstand, dass sie diesen Platz nicht versehentlich, sondern gezielt ausgesucht hatte. Das irritierte mich mehr, als ich in diesem Augenblick verarbeiten konnte. Es war später mein Mann, der mich darauf hinwies, dass die meisten Menschen KEINE Sozialphobie haben, gerne unter Menschen sind und somit auch gerne in Kontakt mit anderen Menschen treten. Sie wollte nicht alleine am Tisch sitzen und basteln, sondern sich mit einer anderen Mutter unterhalten …

AHA! 😮

Nun, die Frau sitzt mir also gegenüber, unterhält sich zunächst quer durch den Raum mit einer Erzieherin, plaudert unüberhörbar über aktuelle Tratschthemen (denen ich interessiert folge) und stelle fest: Sie ist offenbar eine sehr beliebte und gesellige Person.

Schön für sie.

Ich war derweilen immer noch damit beschäftigt, zu verarbeiten, dass sie sich gezielt in meine Nähe gesetzt hatte – was wollte die bloß von mir? 😮

Erst fragte sie mich nach Kleber.

„Natürlich, gerne doch!“ 🙂

Schweigen.

Dann fragt sie nach eine Schere. Ich gebe sie ihr bereitwillig.

Ich spüre dabei ihre eindringlichen Blicke. Ich weiß, sie sucht nach einem Gesprächsthema. Ich liefere ihr aber keines … weil ich sie nicht ansehe und auch nicht mit ihr spreche. Ich spüre, dass sie mich mit ihrer Lauer nervös macht.

Verdammt, ich brauche den Kleber zurück. Will sie aber nicht fragen.

Ich stehe auf und suche mir wieder einen „eigenen“ Klebestift. Ich setze mich wieder, werfe ihr einen scheuen Blick zu, den sie sofort auffängt und mich lächelnd ansieht. In dem Augenblick zeigt ihr Sohn auf meine kleine Tochter und sagt freudig: „Mama, das da ist die Ronja!“

N-E-I-N ! 😮

Und Peng, war der Freischuss für den klassischen Smalltalk gegeben. Ich wurde zur Kommunikation gezwungen. Es hagelten Fragen. Fragen, die durch ihre Einfachheit mich so sehr überforderten, dass ich nicht imstande war sie richtig zu beantworten.

„Geht Ronja auch in die Fischegruppe?“

Meine Gedanken überschlagen sich. Geht meine Tochter in die Fischegruppe? Fuck! Ich kann mich nicht erinnern!

„Nein!“, antworte ich unsicher.

„Nicht?“

„Ähm, nein!“

„In welche Gruppe geht sie denn?“

Scheiße, ich weiß es nicht!

„In die Robbengruppe… glaube ich!“

„In die Robbengruppe? Hä, wie alt ist Ronja denn?“

Wie alt meine Tochter ist?

Woher soll ich jetzt wissen, wie alt meine Tochter ist?

Sie ist 3,5 Jahre alt – ich suche nach den Worten, die genau das ausdrücken. Finde sie nicht. Ich bin sprachlos, stottere, druckse herum, wie eine Sprachbehinderte. Ich verfalle in Panik, weil das Gespräch irgendwie aus dem Ruder läuft … warum läuft es aus dem Ruder? Weil diese Kontaktaufnahme mir plötzlich wie eine Bedrohung vorkommt. Ich spüre, dass eine Angstwelle anrollt, die in eine Panikattacke übergehen könnte. Ich lächle sie freundlich an – das ist das Einzige was ich in solch unerträglichen Momenten am besten kann, es hinfort lächeln -, weise darauf hin, dass ich kurz meiner Tochter helfen müsste (die zum Glück ihre Laterne fertig gebastelt hatte) und gerade nicht weiterreden könnte. Das stimmte zwar, aber dieses Kümmern  hätte einen weiteren möglichen Gesprächsverlauf nicht gestört. Allerdings gehe ich davon aus, dass diese Frau jetzt denkt, ich sei gestört… das hat mich dann dazu gebracht, fast fluchtartig den Kindergarten zu verlassen. Bei dieser Flucht entdecke ich dann auch das Namensschild der Gruppe meiner Tochter: Natürlich geht Ronja in die Fischegruppe, mein Gehirn war vor lauter Panik nur nicht in der Lage, diese Information abzurufen – Kein Scheiß!

Oh Gott, war das peinlich. Für einen kurzen Moment dachte ich wirklich darüber nach zurück zu gehen, und mich bei der Frau zu entschuldigen. Mein extremes Verhalten hatte mich dann noch für den Rest des Tages beschäftigt. Wieder einmal hatte die Angst mich kontrolliert …

Aber…

Für mich kristallisiert sich inzwischen mit jeder einzelnen Angst-, Panik – oder andere Gefühlsregung (für oder gegen einen Menschen) heraus, dass ich – im Gegensatz zu früher – mit vielmehr Bewusstheit und Energie in meinen inneren Menschkonflikt gehe. Ja, ich fühle mich in puncto Sozialphobie stärker als je zuvor, aber ich spüre auch, dass diese inneren Kämpfe auch heftiger und unfairer werden. Die Kämpfe werden heftiger und unfairer deswegen, weil das Problem, die Angst und die Gründe mir durchaus bewusst sind. Wie im Falle der Frau aus dem Kindergarten. Ich kann eigentlich bei jeder Person (fremd oder bekannt) die Problematik, die ich mit ihm/ihr Verbinde bewusst erfassen, einsortieren und könnte entsprechend logisch denken und handeln, tue es aber nicht … weil ich schon im Vorfeld weiß, dass ich die Kontakterwartungen nicht erfüllend werde.

Es stehen bei mir in diesem Jahr noch immer rund 4 Einladungen zum Kaffee, bzw. Tee aus… allein diese vollkommen unverbindliche Erwartung kann ich schon nicht erfüllen. Ich kriege das einfach nicht hin!

Allerdings gab es in dieser Woche auch noch zwei weitere Geschehnisse, bzw. Termine in denen ich es doch hinkriegte und das WIE finde ich fast schon lustig.  😀

Ich bin vor einigen Wochen zu einem Autorenkaffeekränzchen eingeladen worden, das ich auch schon letztes Jahr besuchte, allerdings nahm ich da noch Paroxat, ein Medikament zur Linderung /Ausschaltung von Ängsten. Es ging mir beim Gastgeber sehr gut, ich fühlte mich gut aufgehoben. Ich hatte damals sogar darüber geschrieben – HIER.

Folglich nahm ich die Einladung zunächst dankend an. Merkte aber, wie mit dem herannahenden Termin auch die Angst stieg. Eine Woche vorher suchte ich bereits halbherzig nach einer geeigneten Ausrede. Aus dem Halbherzigen, wurde schließlich eine fieberhaftes Suchen, fand aber letztendlich nur eine Erkenntnis: Eine Ausrede ist ähnlich einer Lüge. Und lügen kann ich nicht. Ich kann höchstens einen Gedanken oder ein Gefühl verschweigen. Aber ich kann nicht bewusst die Unwahrheit sagen. Allein der Versuch würde in gleicher Sekunde in Panikattacken ähnlichen Symptomen enden. Und wer jetzt meint, dass dies eine ganz tolle Eigenschaft von mir ist, dem kann ich nur sagen: DAS IST SCHEISSE!

Ich hatte erst gestern die Situation, – und hier ging es nur um die Heimlichkeit von Weihnachtgeschenken -, dass ich jemanden davon abbringen musste sich ein neues Telefon zu kaufen, weil er bereits ein neues zu Weihnachten bekommt – allerdings nicht von mir.  Ich weiß nur davon, weil der Weihnachtsmann mich gebeten hatte, diesen Mann von sämtlichen Telefonkäufen abzuhalten. Das war echt schwer. Besonders, wenn Media Markt, Saturn, Expert & Co. täglich mit neuen Angeboten daher kommen?

„Guck mal, so ein tolles Telefon! Soll ich mir das morgen holen?“

„Ähm…nein!?“

Wie sollte ich argumentieren, ohne dabei zu lügen? Ich habe es echt tapfer mit sämtlichen Ausreden versucht! „Das ist nix! Das ist zu teuer! Die Marke taugt nix.“ Merkte aber in jeder Sekunde der Lüge, wie schlecht ich mich dabei fühlte und wie verarscht sich mein Gegenüber (über 70  Jahre) vorkam. Irgendwann winkte ich dann ab und sagte dann einfach Folgendes: „Du brauchst dir dieses Telefon jetzt nicht zu kaufen, weil es in deinem Leben einen lieben Menschen gibt, der sich darum kümmern wird – kapito?!“ Ich legte im Anschluss den Finger auf meinen Mund und freute mich, dass das Missverständnis der Verarsche geklärt war.

Ich kann also nicht lügen… selbst wenn ich es will, das schlechte Gewissen, das ungute Gefühl unehrlich gewesen zu sein ist für mich tatsächlich schlimmer, als mich dieser großen Angst zu stellen. Ich schätze ich habe ein Lügen-Trauma oder gar eine Lügenphobie.

Somit tauchte ich dann doch bei dem Kaffekränzchen auf und bin jetzt noch sehr, sehr glücklich und beflügelt von diesem Treffen – Danke, Ines und Monika!

Gleiches galt auch für eine Geburtstagsparty, zu der ich schon vor Wochen eingeladen wurde. Ich muss gestehen: Ich wurde schon öfters auf Geburtstage eingeladen, bin aber – Schande über mich – niemals auf einer solchen Feier aufgetaucht – unentschuldigt.

Familiengeburtstagspartys sind davon ausgeschlossen, die gehen immer. 🙂

Das letzte Mal war ich offiziell  auf einer Nicht-Familiären- Geburtstagsfeier vor knapp acht Jahren…

Nun ja…

Jetzt hatte ich schon wieder eine solche Einladung, die mich aus der Fassung brachte. Diese einfach wegen Krankheit (also einer Lüge) abzusagen oder dort einfach nicht aufzutauchen war gar nicht so einfach, denn ich stehe mit der Gastgeberin in einem engen geschäftlichen Verhältnis … ich habe tatsächlich versucht bis wenige Stunden vor dem Termin die Krankheitslüge über Whatsapp zu bringen… keine Chance.

Und so sah ich 30 Minuten vorher aus…

 

 

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Und so bin ich am Ende auf der Partie aufgetaucht – wie immer lächelnd ===>

029Ich habe es überlebt und es war tatsächlich…. erträglich … nett … unterhaltsam … lustig… und auch so herrlich erwartungslos … danke an die Runde, der ich beiwohnen durfte – Petra, Melanie, Guido und Nicole.  🙂

War schön, ja…

Außer die unbekannte penetrante Person (eine Frau), die mir am Ende die ganze Zeit mit einem Stuhl auf die Pelle gerückt ist und mich ständig versehentlich am Hintern berührt hat. Ich hasse diese Art von Körperkontakt, der allerdings (wie ich später durch meinen Mann erfahren habe) wohl auch normal ist für Partys oder andere Menschenansammlungen…  man stößt halt mal aneinander. Wie auch immer, dieses Anstoßen hat mich letztendlich in die Flucht und nach Hause getrieben… 😀

3 Stunden habe ich ausgehalten … 😀

Fuck, wieder viel zu lange geworden heute…

Danke, fürs Lesen – bis bald mal wieder!

Meine Sozialphobie lässt aus sicherer Entfernung schön grüßen und wünscht allen einen schönen Kölschen Abend

Mein Mann guckt gerade „Wer wird Millionär“ …

Der Arme…

Und ich merke gerade, wie sich hier ganz unterschwellig ein schlechtes Gewissen breit macht…

Zur Erklärung – da wollten wir (nein, ER mit mir) ursprünglich hin:

koelscher-abend

Und das, obwohl er mir letzte Woche (wegen der Bildergeschichte) echt das Leben schwer gemacht hat – das Gemälde hängt übrigens immer noch bombenfest an der Wand. 😀 Schade eigentlich, dass ich so etwas wie Rachegelüste gar nicht kenne, sonst würde ich prompt denken: „Geschieht dir recht!“

Ja, geschieht dir recht, dass du da auf der Couch liegen und „Wer wird Millionär“ gucken musst, während (gefühlt) die halbe Welt im Vettelschoßer Forum einen „Kölschen Abend“ verlebt und Spaß hat. 😀

Aber nein, so denke ich nicht …

Ich habe tatsächlich ein schlechtes Gewissen … bin aber gleichzeitig froh, dass ich hier in meiner Homezone, gleich neben dem warmen Kamin sitzen und schreiben kann. Das ist eine ganz schön fiese Zwickmühle, eine Form von Zerrissenheit, ein innerer Kampf auf den ich gleich nochmal gezielt eingehen werde.

Zunächst möchte ich noch sagen, dass der Haussegen hier wieder in der Waage ist. Wir haben uns nach 5 Tagen Geschlechterkampf (siehe letzte Einträge) inzwischen wieder vertragen und ein Deal für die Zukunft abgeschlossen. Ich werde mein Leben bezüglich handwerklichen Fähigkeiten ganz nach dem Heimwerkerking-Fynn-Kliemann-Prinzip ausrichten und mein Mann wird es einfach akzeptieren (müssen). Wenn ich loslege, darf er wahlweise die Klappe halten und woanders hingehen oder aber er folgt mir auf diesem produktiven Weg und legt selbst auch überzeugt dilettantisch Hand an.

Das ist übrigens Fynn Kliemann der dilettantische Heimwerkerking 😀

Da fällt mir gerade ein…

Ich habe gerade schmerzhaft festgestellt: Wir haben immer noch keine Badewanne in unserem Badezimmer. DAS GEHT GAR NICHT! Ich brauche eine Badewanne! JETZT! Ich hab nämlich gerade urplötzlich heftig niesen müssen und hab das Gefühl, als hätte ich mir dabei meinen ganzen Brustkorb zerrissen. Ich schätze mal eine Muskelverkrampfung der ganz besonderen Art, hoffentlich ohne Rippenbruch – ja, man kann sich beim Niesen die Rippen brechen!

Aua…

Und keine Badewanne …

BADEWANNE EINBAUEN – diese Aufgabe steht ganz oben auf meiner „Selfmade-Liste“. Ich werde darüber berichten, wenn es losgeht…

Aber wir waren bei meinem Mann und der Tatsache, dass er immer noch „Wer wird Millionär“ guckt. Und ich wette, dass er aus lauter Verzweiflung im Anschluss sogar „Bauer sucht Frau“ gucken wird, nur um sich abzulenken. Ich werde ihm nicht sagen, dass wenn er jetzt vor die Türe geht, er aus der Ferne die Klänge von Kasalla, Cat Ballou & Co. hören kann… 😮

Warum wir nicht im Forum sind? Da wo sie quasi heute ALLE sind – Freunde, Bekannte, Arbeitskolleginnen, Familie?

Nun…

Ich bin ganz ehrlich: Ich habe gekniffen. 🙁

Seit zwei Wochen stresst mich dieser Kölsche-Abend-Termin so sehr, dass ich jeden Tag an diese Veranstaltung denken musste. Und die Art und Weise, wie ich an diesen Event dachte, gefiel mir nicht.

Und genau das wunderte mich…

Denn eigentlich hatte sich mein Empfinden diesbezüglich ganz gut entwickelt, sonst hätte ich ja nicht ursprünglich zugesagt. Ich dachte echt, ich packe das. Besonders die letzte Woche, war gespickt mit neuen Herausforderungen, die mich weit über meine sozialphobischen Grenzen gebracht haben. Ich habe es überlebt, fühlte mich gestärkt und hätte mich vom Gefühl her auch auf eine nächste Stufe gewagt.

Unter diesen Herausforderungen war u.a. der Besuch eines DRK Erste Hilfekurses für Fortgeschrittene, (obwohl ich noch gar nicht zu den Fortgeschrittenen zähle). Es gab nicht nur eine Vorstellungsrunde, bei der jeder seinen aktuellen Erste-Hilfe-Kenntnisstand offenbaren musste (ich war ehrlich), sondern auch die stabile Seitenlage direkt „an der Frau“ und aktives Wiederbeleben von Puppen vor Publikum. Es war schrecklich, aber ich habe  es überstanden und durch diesen sehr gut geführten Kurs auch meine Panik vor dem Ersthelfer-Dasein deutlich mindern können. Der Gedanke als Ersthelferin an einen Unfallort zu kommen ist immer noch ein Alptraum für mich, denke aber, dass ich mit diesem Kenntnisstand nicht mehr in Schockstarre verfallen, sondern tatkräftig und besonnen helfen kann.

DANKE an das Deutsche Rote Kreuz! 🙂

Mittwoch besuchte ich (als eine von mind. 40 Teilnehmern) eine Belehrung, bzw. eine Art Schulung beim Gesundheitsamt in Neuwied. Echt, die Eindrücke und Erkenntnisse die ich hier erlebte, könnten wieder einen Roman mit sinnlosem Wissen über das „allgemein seltsame Verhalten von Menschen“ (mich inbegriffen) füllen. Auch hier hielten sich meine sozialphobischen Vermeidungshandlungen (Blickkontakt vermeiden, Kommunikationsboykott etc.)  in Grenzen, unwohl habe ich mich trotzdem gefühlt.

Am Samstag besuchte ich (wie jedes Jahr) ein Theaterstück in St. Katharinen – letztes Jahr war ich sogar alleine dort. Ich hatte damals von diesem besonderen Schritt berichtet – das war der Blogeintrag vom 24.10.2015 „Wenn die Geister der Vergangenheit spuken“. Dieses Mal war ich in Begleitung meines Mannes dort und alles war gut – bis auf die Pausen … da bekam ich wieder ganz besonders zu spüren, wie „schlimm“ es wieder um mich steht.  😀

Ich fühlte mich unsicher und unwohl…

Die Toilette ist der einfachste Ort an dem man sich verkriechen kann, neben dunklen Nieschen oder anderen menschenleeren Ecken. Leider habe ich da die Rechnung ohne meinen Mann gemacht…

Ich (während mein Blick eine menschenfreie Zone) sucht: „Wo sollen wir warten?“

Er: „Dahinten wo alle anderen auch warten!“

NEEEIIN! 😮

Oder gestern beim Spaziergang:

Ich (während ich der Wohnsiedlung den Rücken kehre): „Komm, wir gehen durch den Wald zurück!“

Er: „Nein, wir nehmen die Straße. ein bisschen Zivilisation würde dir auch gut tun!“

NEEEIIN! 😮

Tja …

Läuft bei mir!

Allerdings in die falsche Richtung…

Denn, um mir einen Kölschen Abend anzutun fehlte mir leider der Mut und auch die Bereitschaft mich selbst in diese besondere Stresssituation zu bringen, was mir für meinen Mann jetzt wirklich sehr, sehr leid tut. 🙁 Ich werde es wieder gut machen … irgendwie. 🙂

Immerhin war ich mit ihm schon bei Silbermond, Sunrise Avenue und Wolf Mahn … und ich war auch schon mal alleine auf einem (kleinen) Within Temptation Konzert…

Vielleicht ist Vettelschoß auch einfach nicht der richtige Ort, um mich in ein unkontrolliertes, lautstarkes, Getümmel zu stürzen, mit dem ich grundsätzlich nicht so recht klar komme? Vielleicht sind eine Reihe Karnvelsbands auch nicht die richtige Motivation, um so ein Konzert zu besuchen?

Ich werde darüber nachdenken…

Apropos Nachdenken …

Seit Tagen bekomme ich vermehrt Nachrichten und Freundschaftsanfragen von Angststörungspatienten und andere Betroffene von Ängsten. Ich hab das gar nicht verstanden warum und woher die alle so plötzlich kommen – jetzt weiß ich es und freue mich sogar sehr darüber.  🙂

Ich habe keine Ahnung warum mir plötzlich dieses Video über Generalisierte Angststörung so eine ungeahnte Aufmerksamkeit verschafft – möglicherweise wurde es in einem Forum geteilt. Nachdem ich rund 1080 Klicks verzeichnen konnte, musste ich es mir selbst heute nochmal ansehen, – und das mache ich selten. Ja, Blogtexte oder Videos nochmal lesen ist für mich nur schwer zu ertragen. Es grenzt an Fremdschämen, nur mit dem Unterschied, dass ich es selbst bin, die da ständig aus dem Ruder läuft. Und ich schreibe die Dinge i. d. R. auf, damit sie aus meinem Kopf sind und nicht, damit ich mir den Kram immer wieder zu Gemüte führen muss. 😀

Für alle die es noch nicht gesehen haben – hier nochmal das Tacheles Video zum Thema Generalisierte Angststörung:

Ja, das war schon ganz schön Kacke damals … aber inzwischen geht es ja. 🙂

Never give up…

AUTSCH! 😮

Ich muss Schlussmachen und nach meinen Symptomen googeln – „Schmerzen nach Niesen im Bruskorb, Rippen und Rücken“ – mal sehen, wie lange ich dieses Mal noch zu leben habe. 😀

Lichtblick: Kunst kann trösten

Ja, da bin ich schon wieder…

Sagt, ist mein heutiges Titelbild nicht schön? 😀

Das Foto hat mich getröstet und mein Gemälde hat mich getröstet – ja, Kunst tröstet!

Und darum geht es heute …

Ich möchte Euch endlich mein heiß geliebtes „Werk“ präsentieren. Und damit meine ich jetzt nicht zwingend die Tatsache, dass ich ein bestimmtes Gemälde heute unbefugt (!) ALLEINE aufgehangen habe. Ja, mir wurde tatsächlich jegliche Kooperation und Hilfe (wegen verschrobener Prinzipien) verweigert und jetzt ist der Herr erst recht beleidigt, weil ich mir das Recht heraus genommen habe, mit 38 Jahren selbst bestimmen zu dürfen was ich kann und was nicht.

ABSOLUTE FRECHHEIT!

Wer diese spezielle Hintergrundgeschichte gestern oder heute morgen nicht mitverfolgen konnte, kann sie gerne HIER nachlesen. Ich habe meinen letzten Blogtext wieder aus meiner Facebook-Timeline gelöscht, weil mein Streitpartner meinte, das dies „sehr frech“ von mir gewesen war, also meinen Blogtext auf Facebook zu teilen …

Dann bin ich lieber frech als wehrlos…

Aber gut, auf Facebook ist der Text ja nicht mehr. Im Blog bleibt der Text aber dauerhaft erhalten und der Hinweis darauf, dass es einen solchen Text gibt, ist ja auch legitim.  😉

Mein Baby hängt jedenfalls …

Endlich…

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Ich brauchte dazu lediglich einen Bleistift, ein Maßband, eine Wasserwaage, eine Bohrmaschine, einen 8 mm Bohrer, 8 mm Dübel, entsprechend darauf passende Schrauben mit Haken und Entschlossenheit – bis auf die Erlaubnis meines Mannes war sogar alles vorhanden, es musste nur noch alles an dieser Wand zusammenfinden. 🙂

Hängt auch gerade – die zwei Millimeter Ungenauigkeit wurden mit Knete ausgeglichen…

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Ja, dieses Bild war Liebe auf den ersten Blick …

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Und zu diesem Zeitpunkt hatte ich es „nur “ auf einem Foto gesehen und hatte keine Ahnung, wie riesig das Gemälde ist. Ich war nur irritiert als der Vorbesitzer anmerkte, es könne NICHT in einem Auto transportiert werden. Es wurde aber am Ende tatsächlich mit einem Transporter abgeholt.

Die Krönung: Ich las zu diesem Zeitpunkt das Buch „Das Bild“ von Stephen King, weil ich schon einmal von einem Kunstwerk so magisch angezogen wurde, dass es mir fast schon etwas Angst machte.

Das war das Bild hier …

Das Gesicht einer Frau, inmitten einer vom Abriss bedrohten Scheune …

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Ich liebe SIE …

Und ich hab mit IHR auch noch viel vor… ja, zu diesem ganz speziellen Kunstwerk wartet noch eine eigene Geschichte und soll aber ein anderes Mal erzählt werden. 😉

In dem Buch von Stephen King ist Rose ebenfalls von einem Gemälde (welches sie in einem An- und Verkaufgeschäft entdeckte) so fasziniert, dass sie das Gefühl hat, ohne dieses Bild nicht mehr leben zu können. Das ging mir sowohl bei dem Graffiti als auch bei meinem heute aufgegangenen Gemälde ebenfalls so.

Es war ganz faszinierend. Dieses Bild zog mich so in den Bann, dass ich ganz nervös und unruhig wurde. Es war eine Flut an Emotionen. Es hatte so etwas fesselnd Mystisches und ich hatte die Vision, dass dieses Bild etwas ganz Besonderes, eine ganz geheime Energiequelle war, die nur für mich bestimmt ist. Mit diesem Bild in meiner Nähe würde ich bei jedem Blick Ruhe, Kraft und eine Menge Ideen  finden … ich müsste es nur noch nach Hause bringen.

Nach Hause

In dem Buch „Das Bild“ konnte sich Rose McClendon das Gemälde nicht leisten. Sie dachte es sei Tausende Dollar wert, weil es so überwältigend schön war. Sie hatte zu diesem Zeitpunkt nicht mal 1 $ in der Tasche. Letztendlich tauschte sie das Gemälde gegen einen 50 $ Ehering und erlebte mit diesem Bild im Anschluss wirklich Himmel und Hölle. Sehr lesenswert! 🙂

Ganz ehrlich? Auch ich war mir sicher: Niemals würde ich mir dieses Gemälde, diesen Traum wirklich leisten können, denn dieses Bild wurde gemalt von … nein, stopp, das verrate ich nicht. Wer es wissen will, darf mich gerne persönlich danach fragen. 😀

Ich erzählte Rainer (ein Bekannter und der Vorbesitzer, der keinen Platz mehr dafür hatte) ganz wehmütig von meinem ersten Gefühl zu diesem Bild und auch von meiner Vision aber auch, dass ich als mögliche Käuferin nicht in Frage kommen würde. Ich bin Autorin – mein Budget ließ keine Ausgaben für mein persönliches Privatvergnügen zu, sorry.  🙂

„Ich möchte, dass es in gute Hände kommt – Geld ist mir hierbei nicht wichtig!“

😯

Es folgte ein Telefonat und im Anschluss eine Terminabsprache zur Abholung.

Seit August ist es zu Hause … 🙂

Und jetzt habe ich es endlich aufgehängt …

Leider unter katastrophalen Rahmenbedingungen – ohne Scheiß, die Fronten sind so verhärtet, wir werden uns am Ende bestimmt noch wegen zwei dummen Schrauben an der Wand scheiden lassen – aber es hängt an der Wand und ist bei mir. Ich kann mich davor stellen, träumen und auf das Meer hinaus schauen, die Felsen bestaunen, Echospielchen veranstalten, damit den Fischern auf den Senkel gehen und immer wieder die Antwort auf die Frage suchen:

Warum sehe ich auf diesem Bild eine wundervolle Mondnacht und andere einen sonnigen Tag, hä?  😯

Was meinst du?

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Nachtgedanken: Ich bin also zu blöd…?

THERAPEUTISCH SEHR WERTVOLLER TEXT – ICH WEHRE MICH NÄMLICH GERADE

(AUF MEINE WEISE) 😎

Hm…

Mir ist gerade ein Topf Erbsensuppe angebrannt. Man(n) könnte also behaupten, ich sei zu blöd, um einen Topf Erbsensuppe warm zu machen … ich war abgelenkt. Ob das jetzt dumm oder blöd war, darüber werde ich mir später Gedanken machen, muss vorher noch etwas anderes erledigen, nämlich Frust ablassen.

Ich ertappe mich nämlich gerade dabei, wie ich den Begriff „Spacko“ google, um bei Facebook die Definition zu posten, mit dem bösen Plan, einen Menschen, der mir gerade echt auf den Sack geht, darin zu verlinken. Aber das würde ja an Diskriminierung grenzen und so etwas liegt mir fern. Ich gebe zu, wenn ich wütend bin, neige ich gerne zu Kurzschlusshandlungen, wie ein „Ich bin ein Idiot!“-Posting abzusetzen, wenn der Streitpartner vergessen hat sich auszuloggen. Problem ist nur: Ich kann nicht einmal aufrichtige Beleidigungen ablassen, ohne dabei dass Bedürfnis zu haben, mich sofort dafür zu entschuldigen…

Willkommen in meinem Leben… 😕

… und wie schön, dass es in meinem Leben die Ausweichmöglichkeit „Blog“ gibt, denn hier muss ich mich für nichts entschuldigen, denn ich nenne ja keine Namen. 😉

Die Definition von Spacko:

„Ein Mensch, der sich idiotisch verhält. Spacken ist die Mehrzahl von Spacko. Das Verb zu Spacken ist „abspacken“ bzw „rumspacken“ …“

Meine persönliche Definition von Spacko:

Menschen, die andere Menschen gezielt niedermachen, beleidigen und verbal verletzen. Menschen, die ihren eigenen Psychoscheiß auf andere projizieren. Menschen, die einem das Wort im Mund umdrehen, weil ihnen keine eigenen Argumente einfallen. Menschen, die Streit suchen. Menschen, die unehrlich sind. Menschen, die aus den Schwächen des Gegenübers eine gefährliche Waffe basteln…

Und ich könnte jetzt noch viele Seiten darüber schreiben, was für mich alles unter „Spacko“ fällt …

Ich merke gerade, ich bin so richtig in Fahrt. Heute gibt es einen Text der ganz besonderen Art. Eben ein solcher Text, den ich nach dem Schreiben in der Regel wieder lösche. Ja, ich lösche solche Verzweiflungstexte, weil ich bis dato dachte, einer meiner größten Schwächen würde keinen etwas angehen. Aber wer definiert, was, wen, was angeht? Geht mich nix an, geht dich nix an, wir gehen uns nix an und am Ende sind wir doch so sehr ineinander verwoben, dass wir uns gegenseitig eine Menge angehen.

Was geht jetzt wen etwas an? Du, der diesen Text liest und ich, die diesen Text schreibt… alles klar? 🙂

Wenn es um das „angehen“ geht, dann muss ich unwillkürlich an die Straße denken, in der ich wohne. Hier sehe ich täglich, wie brav vor der eigenen Türe gekehrt wird, Vorgärten gepflegt, die Fenster geputzt, Hecken und Büsche mit Scheren beschnitten und höflich Real-Social-Media an den Gartenzäunen gefrönt wird. Ganz nach dem Motto: Was geht mich das an, was der Nachbar macht? (Wir machen es eh besser!) 😀 Und wie sich alle liebevoll gute Nacht sagen, wenn die Lichter zum Schlafengehen gelöscht werden. Echt, manchmal habe ich den Eindruck, die machen das alle mit Absicht, damit ich mich wie eine Außerirdische fühle und ich freiwillig zu meinem Heimatplaneten zurückkehre …

Ich glaube allerdings, mich hat in den letzten drei Jahren noch keiner Fenster putzen sehen… 😯

Zwischenfrage: Bin ich eigentlich die Einzige, die nie weiß, welche Mülltonnen als nächstes abgeholt werden und diese stumme Frage von den stummen Mülltonnen der Nachbarn abhängig macht? 😆

Jedenfalls riecht es in unserer Straße immer nach Friede-Freude-Eierkuchen. Hier gibt es kein Chaos. Nein! Gott bewahre! Keine Probleme, keine Lebenskrisen, keine psychischen Ausnahmezustände. Hier wird nicht gestritten. Hier wird auch nicht hinter dem Rücken des anderen geredet. Hier werden Ehen auch nicht in Eigenregie geschieden, hier scheidet nur der Tod. Und plötzlich hast Du das Gefühl, als seist Du der einzige Mensch auf der Welt, in dessen Leben in regelmäßigen Abständen Ausnahmezustand herrscht und du bist auch der einzige Mensch, auf der Welt, dessen Verzweiflung und Frust durch die Straßen schallt. Mein Streitpartner ist da eher einer von der Sorte, der mir gerne den Mund zuhalten würde, damit das, was im Streitfall aus meinem Mund kommt nicht an Dritte weiter gelangt:

„Die Nachbarn müssen nicht hören, wie du dich benimmst!“

Meine Antwort (doppelt so laut, wegen dem imaginären Megaphon):

„Mir doch egal! Sollen die Nachbarn doch hören, was hier los ist – SPACKO!“ 😈

Es gab mal eine Situation, in der ich auch mal ungewollt (auf offener Straße) einen Einblick in anderer Leutes Probleme bekam und habe festgestellt, dass mir dieser Blick hinter die Kulissen eine ganze Menge wertvoller Erkenntnisse gegeben hat. Nämlich: Jeder hat Spacken in seinem Leben (manchmal sogar im eigenen Haus oder zwei Straßen weiter) und hinter jeder Haustüre – selbst wenn diese von außen noch so sauber ist und blitzt – kann es sehr unschön und dreckig zugehen (die sind nur besser im Verbergen und legen viel Wert darauf den schönen Schein zu wahren) … aber nichts für ungut, Dorf- und Nachbarschaftsgeschichten sind für mich Inspiration pur. 🙂

Was ich eigentlich sagen will:

Es ist wieder passiert, der Haussegen hängt wegen einer augenscheinlichen Lappalie (ernsthaft) schief, die Straße (und jetzt auch Blog und Facebook) weiß inzwischen Bescheid, mein Kontrahent ist (aufgrund mangelndem Interesse) klar im Vorteil und ich versuche mich gerade wieder krampfhaft an die Anweisungen meiner Therapeutin zu halten, die mit bei meinem Problem „Nicht auf Kindergarten Niveau streiten zu können“ folgendes riet:

Sein Verhalten ist grundsätzlich nicht IHR Problem, sondern SEINS!

Suchen Sie nicht wieder ständig die Schuld bei sich!

Provokationen und Beleidigungen aushalten!

Nicht ernst nehmen!

Nicht persönlich oder zu Herzen nehmen!

Wehren Sie sich! Das müssen Sie sich nicht gefallen lassen! Schlagen Sie ihn mit seinen eigenen Waffen – tun sie das, was er tut!

Lassen Sie ihn nicht davon kommen, machen Sie klar, dass Sie das nicht wollen!

Sehr witzig… 😕

Das hat etwas von der fragwürdigen STOPPREGEL damals aus dem Kindergarten. (Ist das eigentlich heute noch aktuell?) Ein Kind schlägt ein anderes und das Opfer soll mutig den Arm nach vorne schieben und sagen: STOP, DAS MÖCHTE ICH NICHT!

Zum besseren Verständnis:

Mein Streitpartner behauptete heute (großkotzig und arrogant wie er ist), dass ich zu dumm und zu blöd sei, ein übergroßes Gemälde (ca 1,40 m hoch und ca. 1,50 m breit) aufzuhängen. Ich könne das aus Prinzip nicht. Nein, kein Scherz! Das war sein schonungsloser Ernst! Diese Aussage ist für mich an sich schon sehr verletzend und beleidigend, doch viel schlimmer finde ich, dass dies eine freche, argumentlose und an den Haaren herbeigezogene Behauptung ist. Derjenige kann gar nicht wissen, dass ich zu dumm und zu blöd bin, dafür müsste ich es erst versuchen und kläglich scheitern. Die Krönung der ganzen Show: Mein Streitpartner will das Bild selbst nicht aufhängen (weil er es sich selbst nicht zutraut), und kann scheinbar den Gedanken nicht ertragen, dass ich ggf. erfolgreicher mit Bohrmaschine, Dübel und Schrauben umgehen kann als er. Und diese Situation steht übrigens für unzählige weitere Situationen aus der Vergangenheit, in denen ich mich grundlos für dumm und unfähig erklären lassen musste, nur weil das Ego meines Gegenübers überschäumt …

Ich weiß, klingt lächerlich… ist es für andere vielleicht … aber für mich ist diese Form von Abwertung  (von einem Mann) „für dumm, unfähig und zu blöd erklärt zu werden“ ein wirklich ernsthaftes (existenzielles) Problem … was mein Streitpartner weiß und daher helle Freude daran zu haben scheint, diese Grenze immer wieder zu überschreiten.

Es verletzt mich und löst jedes mal eine unerträgliche Wut in mir aus …

Allerdings wird jedes mal mein „STOPP, DAS MÖCHTE ICH NICHT!“ überhört oder zusammenhang- und argumentlos in Grund und Boden gelabert.

Doch ich frage mich: Was ist daran nicht zu verstehen?

Was ist an …

„STOPP, ICH MÖCHTE NICHT VON DIR STÄNDIG ABGEWERTET WERDEN!“

… nicht zu verstehen? 😯

Und was ich mich an dieser Stelle auch ernsthaft frage: Muss dieser alberne Geschlechterkampf wirklich sein? Ist es für Männer wirklich so schlimm, wenn eine Frau nicht nur Brüste, sondern auch etwas im Kopf hat, handwerklich begabt ist und auch großen Spaß am Heimwerken und an anderen rauen Tätigkeiten (Holz hacken, arbeiten mit Kettensäge) etc. hat? Ich hatte die Tage etwas gelesen, was diese These angeblich bestätigt. Männer bevorzugen weniger intelligente Frauen, die gut aussehen (idealerweise große Brüste haben) und sich gerne führen lassen …

Es soll aber glücklicherweise auch Ausnahmen geben. 😀

Tja…

Auf was sollte ich lt. Therapeutin noch achten?

  • Sein Verhalten ist grundsätzlich nicht IHR Problem, sondern SEINS!

Ja, ich weiß das! Er will davon jedoch nichts wissen. Meinen ernst gemeinter Vorschlag, sich einen Therapeuten zu suchen wurde mit einem empörten „DU bist doch nicht ganz dicht!“ und einer Scheibenwischergeste abgeblockt.

  • Suchen Sie nicht wieder ständig die Schuld bei sich!

Vielleicht hätte ich einfach wieder die Klappe … äh check!

  • Provokationen und Beleidigungen aushalten!

Wie geht das? Jemand der das kann darf sich gerne bei mir melden!

  • Nicht ernst nehmen!

Ist das nicht auch eine Form von Abwertung, wenn man sein Gegenüber nicht mehr erst nimmt (ernst nehmen kann)?

  • Nicht persönlich oder zu Herzen nehmen!

Auch hier bin ich sehr an einer Lösung interessiert – den Schalter habe ich noch nicht gefunden!

  • Wehren Sie sich! Das müssen Sie sich nicht gefallen lassen! Schlagen Sie ihn mit seinen eigenen Waffen – tun sie das, was er tut!

Sorry, aber ich bin einfach nicht gut genug im Beleidigen, tagelang auf sein uneingeschränktes Recht haben pochen, allgemeinen Rumspacken, provokantem Schweigen, spitzfindigen Bemerkungen ablassen, den eigenen unangebrachten Sarkasmus, das Mannsein und die dazugehörige Coolness feiern … nä, bei dieser Machen-Was-Er-Macht-Nummer kann ich leider nur verlieren!

  • Lassen Sie ihn nicht davon kommen, machen Sie klar, dass Sie das nicht wollen!

Muaaahahahahahaaaahahahhaaa…. siehe oben. 😯

Und jetzt?

Wieder klein beigeben, um meinen geliebten Frieden wieder herzustellen? Was wieder zur Folge hätte, dass der Frieden da ist, aber Wut, die Enttäuschung und Unzufriedenheit unterschwellig bleiben und steigen …

Warum tue ich mir das eigentlich immer wieder an?

Hm…

Bin ich dumm oder nicht dumm, das ist hier die Frage… ?

Ich werde jetzt mal versuchen den Topf mit der angebrannten Erbsensuppe zu säubern und dann weitersehen…

Eines ist sicher:

Das Bild werde ich auf jeden Fall noch aufhängen – Beweisfotos folgen! 😈