Wahrheit tut weh… und vieles andere gerade auch

„Wahrheit tut weh“, so lautete ursprünglich der Titel meines letzten Blogeintrages, den ich vor zwei Wochen geschrieben, aber NICHT veröffentlicht habe. Ich bin gerade wieder über diesen Direkt-Aus-Dem-Herzen-Text gestolpert und bin über so viel geballte Wahrheit in einem Text selbst verblüfft. Schade, dass es hier um meine eigene Wahrheit geht und nicht um irgendein packendes Filmdrama auf ZDF oder so …

Mein Eintrag fing an mit:

Und weil ich gerade wieder echt ernsthafte Schwierigkeiten habe, mit der Situation umzugehen und auch immer mehr mein Niveau und meine Würde sinkt, (nein, ich bettle nicht mehr weiter um ein vernünftigen und respektvollen Umgang Miteinander),  flüchte ich mich nun in meinen Blog … auch wenn dieser Text niemals veröffentlicht wird.“

Im weiteren Verlauf dieses Textes fand ich dann so Aussagen wie:

„Hab mich dann einfach nicht im Griff, wenn ich wütend und verletzt bin, neige ich dazu, meine Gefühle mit ihrer ganzen verbalen Enttäuschung rauszuhauen …. wie kann man von der einen auf die andere Minute plötzlich zu so einem gottverdammten  blöden Arschloch werden … FUCK YOU! … um es harmlos auszudrücken!“

Und:

Ich erkenne mich nicht wieder… ich erkenne meinen Mann nicht wieder… ich erkenne uns nicht wieder!

Und:

Immer wieder werden Grenzen überschritten… weil er … weil wir… weil ICH nicht klar komme. Ich bin einfach nicht in der Lage, mich zu streiten. Ich muss es einfach einsehen, dass ich einfach nicht für diese komplizierte Beziehungsscheiße gemacht bin … immer diese unnötigen Dramen … Streitsucht vs. Harmonie…  jeder Konflikt eine weitere Dosis Gift für meine Seele und meinen Körper…  ich brauche Ruhe, sonst drehe ich durch … ich sehne mich gerade nach einer Gummizelle … und das ist die Wahrheit … please, leave me (alone)!

Wahrheit tut verdammt weh… 

ENDE!

Ja, mein Mann hatte echt die Schnauze voll von mir und wollte gehen – nahm ich zur Kenntnis, habe ich verstanden, konnte aber auf Anhieb nicht artgerecht darauf reagieren …

Nun ja…

Er hat es sich dann zwei Tage später doch nochmal anders überlegt … wahrscheinlich, weil er ja weitgehend dann doch ganz zufrieden mit meinen Leistungen ist, gell? 😀

Es bleibt spannend bei uns … 😉

Soviel dazu…

Und falls sich hier die Frage auftut, wie ich es wagen kann, öffentlich über das sensible Thema „Ehestreit“ zu schreiben: Liebe Leute, mein Blog ist und soll authentisch bleiben! Und ich will nicht verbergen (müssen), dass wenn in meinem Leben Chaos herrscht, dann auch tatsächlich überall der Wurm drin ist.  😀

Aber eigentlich wollte ich heute mal über meinen derzeitigen Istzustand schreiben und euch auch auf meiner beruflichen Ebene mal auf den neusten Stand bringen …

Istzustand Geist und Seele – ich muss dringend etwas ändern  

Mein neues Lebensmotto lautet: „Wenn Du nichts änderst, ändert sich nichts …“

Ich will Dinge ändern, die ich (theoretisch) ändern kann …

Ich will Dinge hinnehmen, die ich nicht ändern kann …

Was allerdings leichter gesagt ist als getan…

Es gibt immer noch zu viel Stress in meinem Leben …

Ich habe immer noch zu viel Angst …

Ich irre immer noch orientierungslos durch mein Leben …

Und ich höre immer noch zu wenig auf meine innere Stimme und das Herz …

Istzustand Körper – ich habe ihm viele schlimme Dinge angetan   

Leute, Stress macht echt (körperlich) krank …

Ich habe das wirklich vollkommen unterschätzt …

Die Ernte der ganzen Scheiße der letzten Zeit, inklusive Angst und innerer Zerrissenheit ist üppig und trägt in diesem Jahr ganz neue Früchte. Letztes Jahr war es die Angststörung. Jetzt zicken ein paar Organe von mir rum. Und diese Zickereien haben dafür gesorgt, dass ich plötzlich von heute auf morgen Probleme mit dem Essen habe. Mir ist ständig schlecht, könnte ununterbrochen nur noch kotzen, ich habe keinen Appetit und habe Seitenstechen. Greife ich auch nur nach einem falschen Lebensmittel, dann ist der Tag ganz gelaufen. Vor drei Tagen war es ein Fleischwurstbrötchen an dem ich im Anschluss zwei Tage lang meine Verdauungsfreude mit entsprechenden Magenschmerzen hatte. Zu diesen falschen Lebensmitteln gehören übrigens auch Süßigkeiten, wie Schokolade. Unglaublich, dass ich schon seit knapp einer Woche keine Schokolade mehr gegessen habe… das hat es NOCH NIE gegeben.  Ehrlich gesagt, habe inzwischen eine neue Phobie entwickelt – „Angst vor Essen“ …  😮

… so kann man übrigens auch abnehmen. 😀

5 Kilo sind schon weg … 🙂

Natürlich bin ich in ärztlicher Behandlung. Es ist derzeit auch wohl nichts Schlimmes. Ein paar Untersuchungen noch (Organultraschall und Magenspiegelung) und dann werden wir den genauen Übeltäter haben. Sicher ist aber:

Ich muss ab sofort besser auf mich aufpassen, auch wenn ich nicht gar nicht so recht weiß, wie das gehen soll. 🙂

Übrigens: Ich jogge eigentlich immer noch regelmäßig (2-5 mal die Woche), mein Runtastic ist nur irgendwie kaputt. Nicht, dass meine geaddeten Runtastic-Freunde meinen, ich hätte schon aufgegeben, nur weil ich die letzten zwei Monate 0,00 km gelaufen bin. 😀

Istzustand Beruf  – ich liebe meinen Job  

Eigentlich könnte an dieser Stelle eine lustige Geschichte über meine verbissene Jobsuche stehen, inklusive Eignungstest für den Job als „IT-Supporterin“, aber das wäre zu lang.

Hier die Kurzform:

Der ursprüngliche Plan war ja, meinen Hauptberuf (das Texten) zu einem Minijob zu machen, weil ich der Meinung war, ich wäre durch eine Art Burnout, inkl. Schreibblockade nicht mehr länger fähig, meinen Job fachgerecht auszuführen. Davon war ich echt überzeugt. Und auch als ich den Job in der Behindertenassistenz aus bekannten Gründen geschmissen habe, war ich der felsenfesten Überzeugung, es ginge einfach nicht mehr.

Panik brach aus …

Ich bewarb mich auf jede Stelle, die mir in die Finger kam und mir sinnvoll erschien, auch wenn die Qualifikation zu wünschen übrig ließ (oder auch überhaupt keine Qualifikation benötigte).

Darunter waren u. a. Stellenangebote für:

Altenpflege in allen Altenheimen der Umgebung

Schulbegleitung für einen autistischen Jungen bei einer Karitativen Einrichtung

Sachbearbeitung für Baustoffe bei Basalt Union

IT-Support bei einem örtlichen Unternehmen (der sich echt Mühe mit mir und meinem unqualifizierten Plänen gegeben hat)

Retourmanagement bei Medi Max

Bürofachkraft in einer Autowerkstatt

Spülhilfe in einem Restaurant

Kommissioniererin bei … keine Ahnung

Pralinenverpackerin in einer Pralinenfabrik hier in der Nähe  😀 😀

Und dann bekamen auch Aldi, Lidl, der DM-Markt und noch einige andere Läden meine Bewerbung…

Ich wartete und hoffte…

…und wollte das auch alles…

Ja, ich wollte das, weil es logisch war … weil es vernünftig war … weil es das einzig Richtige war… ?

Die erste Einladung zum Vorstellungsgespräch folgte und auf den einen Anruf folgte der Nächste…

Zwischendrin hatte ich nochmal eine Therapiestunde, in der meine Therapeutin die Hände über den Kopf zusammenschlug und mich fragte, auf was für einen neuen Trip ich jetzt war. Ich erklärte es ihr halbherzig, hörte mir selber beim Reden zu und glaubte mir selber genau so wenig, wie meine Therapeutin mir meine Argumentation abkaufte.

„Was immer sie auch in Zukunft tun werden, lassen Sie die Finger von der Altenpflege, das ist nicht der richtige Ort für sie. Das macht sie kaputt!“

Meine Antwort: „Ach, ich schaff das schon. Dann muss ich halt lernen, mit dem Leid und dem Tod umzugehen … was mich nicht umbringt, macht mich nur noch härter! Ein neuer Kampf gegen Ängste! Shacka!“

Gedacht habe ich allerdings:

„Fuck! Sie hat natürlich recht. Ich habe es ja noch nicht einmal in einem Altenheim als Besucherin ausgehalten. Aber ich brauche einen neuen Job … und in Altenheimen wird immer Personal gesucht … ich habe keine andere Wahl… ich bin verwirrt und als Verwirrte kann man keine professionellen Auftragstexte schreiben.“

Und dann stellte sich wieder dieser Kampf ein, – Herz vs. Verstand – den ich aber zunächst gar nicht als solchen ansah. Ich hatte die Befürchtung, dass wieder übertriebene Angst mich dazu gebracht hat, Vorstellungsgespräche zu boykottieren und sie mit fadenscheinigen Ausreden platzen zu lassen. Es war immer wieder dasselbe: ich war entschlossen und kurz vor den Terminen fühlte sich alles so schrecklich falsch an. Wie als würde mich innerlich etwas festhalten und auf mich einreden, mich anflehen, nicht wieder von einer Scheiße in die Nächste zu treten.

Heute weiß ich, dass es mein Herz war, dass mich abhalten wollte, denn es ließ mich nur zu einem einzigen Vorstellungsgespräch gehen… dazu später mehr. 🙂

Jedenfalls saß ich letzten Monat noch zu Hause, suchte wie verbissen nach einer Arbeitsstelle und war sogar bereit, putzen zu gehen, während ich versuchte meinen Texterjob so gut, wie es noch ging weiterzumachen. Aber ich war nach wie vor so schrecklich blockiert. Mehr als einen Auftrag pro Tag konnte ich beim besten Willen nicht bearbeiten und habe viele Aufträge einfach abgeblockt und Anfragen teilweise gar nicht beantwortet. Bis eines Tages plötzlich eine E-Mail in mein Postfach flatterte. Es war eine Nachricht von Christian, ein langjähriger Kunde, der via CC Folgendes an einen Kunden schickte:

Empfehlung

Diese Nachricht hat etwas ganz Entscheidendes in mir ausgelöst, bzw. gelöst. Es war die Erkenntnis, die Bewusstwerdung, dass es etwas gibt, was ich offenbar gut kann. Etwas, was Kunden dazu bringt, mich regelmäßig mit Aufträgen zu versorgen. Etwas, was meine Kunden dazu bringt, mich weiterzuempfehlen, was wiederum zu neuen Kunden führt. Ich hatte plötzlich meine Existenzgrundlage vor Augen. Meine Basis, die in den letzten 8 Jahren zu einem beachtlichen Netz(werk) gewachsen ist, was mich auffängt, wenn in einem Monat mal Neukunden auf sich warten lassen. Und das alles, wollte ich hinschmeißen, weil mein seelischer Ausnahmezustand und die Angst vor dem finanziellen Versagen mich in einen ungewollten Brotjob treibt?

S-T-O-P!

Irgendetwas läuft hier falsch…

Zeitgleich erhielt ich einen neuen ziemlich großen, allerdings auch einen sehr schwierigen Auftrag, den ich eine Minute zuvor noch wegen fehlender Kapazitäten abgelehnt hätte.

Texterstellung für einen Escortservice 
1. „Seite Jobs“ 
2. „Seite Über uns“ 
3. „Seite erotisches Lexikon“
4. „Nach Referenzseite – 25 Begriffe alphabetisches Lexikon-Vorlieben“

Na klaro, gib her!  😀

Boah…

Sachen gibt´s, die kannte ich selbst noch gar nicht …

Das war echt Schwerstarbeit …

K = Kuschelsex war dabei tatsächlich das Harmloseste …

Ich wusste zum Beispiel gar nicht, dass es noch andere Ländercodes als „Französisch“ gibt … 😀

Jedenfalls war ich nach dieser Nachricht, inklusive diesem großen Auftrage wie ausgewechselt. Wie von Geisterhand kehrte die Energie zurück. Und auch unabhängig von diesem Auftrag – der mir wirklich eine Menge abverlangte – merkte ich gar nicht, wie ich plötzlich anfing, wie selbstverständlich auch andere Kundenanfragen in Rekordzeit zu beantworten. Ich schrieb Angebote, machte Aufträge klar und konnte sie nahezu problemlos bearbeiten.

Der Knoten ist gelöst… ich bin wieder drin in meinem Job, den ich wirklich sehr liebe!

UND …

Ich habe dennoch einen kleinen Nebenjob angenommen. Aber nicht, weil ich mir einrede, das zu müssen, sondern weil ich da jetzt einfach Lust drauf habe. Und es ist ein Traumnebenjob. Ich habe diese Arbeit nicht (mehr) gesucht, aber sie hat mich dennoch gefunden. Es war das besagte einzige Vorstellungsgespräch, zu dem ich ohne ein schlechtes Gefühl und Angst gegangen bin.

Ich hatte die wundervolle Aufgabe der Kleinkinderbetreuung überhaupt nicht auf dem Schirm. Aber jemand anderes hatte mich und meinen damaligen Facebook-Job-Aufruf noch auf dem Schirm und hat da etwas eingefädelt. ( Dafür werde ich Dir bis in alle Ewigkeit dankbar sein, liebe Melanie! 🙂 )

Und ich hätte niemals auch nur annähernd geahnt, dass diese Aufgabe für mich in Frage kommt und dass sie genau zu dem passt, was ich bin – ein Mensch, mit einer Überdosis Gefühl und Empathie.

That´s it!

Ja, ich arbeite nun 1-2 mal in der Woche in einer kleinen privaten Kita. Und betreue Babys und Kleinkinder zwischen 8 Wochen und drei Jahren. Eine entsprechende Tagesmutter-Ausbildung, inklusive Fortbildungen werde ich im Frühjahr nächsten Jahres absolvieren, ich will meinen Job nicht nur intuitiv sondern auch fachlich gut machen. 🙂

Ich liebe es …

Es entspannt mich …

Es erfüllt mich mit Wärme und Liebe …

Ich glaube, dass einzige Problem wird nur sein, dass mir jeder einzelne Zwerg so schrecklich an Herz wachsen wird, dass ich bitterlich weinen werde, wenn Sie in den Kindergarten kommen …

So, das wär`s erstmal an Neuigkeiten… gibt noch mehr, aber ich muss jetzt erstmal Schluss machen. 🙂

Weiteres folgt…

Danke, für´s Lesen!

 

Über das Alleinsein und einer dramatischen Begegnung (mit mir selbst?)

Zur Info:

Ich schreibe seit drei Wochen an diesem Blogbeitrag, musste aber leider immer wieder pausieren, um nicht wieder schriftlich Amok zu laufen. Ich bin manchmal so ungehalten und schreibe dann Dinge, die mir am nächsten Tag wieder im Hals stecken bleiben würden. Aber ich denke, dass ich inzwischen wieder in der Lage bin, mich auf sachlicher Ebene zu artikulieren… 😀

Manometer, hier ist was los …

Letztes Mal als ich schrieb war „nur“ noch kein Land in Sicht und jetzt ist das Land in noch weitere Ferne gerückt und ich hab nur noch Dauersturmflut…

Zu allem Übel habe ich kürzlich erfahren, dass ich hier ganz alleine auf meinem Schiff in dem tosenden Meer sitze. Nee, mein Mann wollte auch dieses Mal nicht mit – wollte er noch nie. Gemeinsam Lösungen für (meine) Probleme zu suchen ist ihm zu anstrengend, da hat er kein Bock drauf. Das überlässt er mir alleine, weil es ja MEINE Probleme sind und ICH ja neben der Spur laufe. Nicht seine Baustelle. Dass er selbst Verursacher einer solchen Baustelle sein könnte, sieht er nicht ein. Er will am Ende nur vernünftige Ergebnisse sehen, ganz egal, wie oder was ich mache.

Diese komische Einstellung habe ich mir sogar schriftlich (mit Datum und Unterschrift) von ihm geben lassen, damit am Ende keine Klagen kommen, wenn ich dann doch noch die Scheidung einreiche …

S-C-H-E-R-Z!

Ich habe den Schock (weitgehend) überwunden und wir haben uns inzwischen wieder vertragen ….

Soll mein Mann doch weiterhin an der Sonnenseite des Lebens am Strand liegen, mir von dort aus fröhlich zuwinken und leicht bekleideten Frauen hinterher schauen …es soll ihm niemals schlechter gehen! 😀

Ich kriege das (wie immer) alleine hin … welcome to my life!

Seine Haltung bestätigt mir allerdings wieder meine Einstellung zu zwischenmenschlichen Beziehungen und Freundschaften: Jeder ist am Ende (mit seiner Gefühlswelt) alleine…

… was mir inzwischen aber auch egal ist!

Apropos alleine…

Zum Thema Alleinsein hab ich echt ein Ding erlebt, was nun schon seit zwei Wochen darauf wartet erzählt zu werden, kommt auch gleich, zunächst zu meinem aktuellen Istzustand:

Mein Leben gleicht also einer Sturmflut. Dieses ständige Auf und Ab macht mich zwar im Moment ziemlich Seekrank und ich könnte den ganzen Tag nur noch endlos kotzen, aber ich bleibe standhaft. Ich versuche weiterhin die Orientierung wiederzufinden, die ich in dem Stress der letzten Wochen wieder einmal verloren habe. Und ich habe so gar keinen Plan in Sachen Schiffsnavigation. Ich kann ja nicht mal rechts von links unterscheiden. Das heißt, ich greife nach allem, was nach Wegweiser aussieht (auch wenn es gar keiner ist), stolpere hierbei von einem Extrem ins andere, weil ich einfach nicht weiß, was richtig ist und was nicht.

Immer dieses C-H-A-O-S in meinem Kopf … da bekommt das Wort „Mindfuck“ eine vollkommen neue Bedeutung…

Beispiel: Vor einigen Wochen hatte ich einen Alptraum. Ich träumte, ich würde durch einen Baumarkt laufen und Gartenmöbel verkaufen. Ich träume oft diesen Traum, dicht gefolgt von einem ähnlichen Traum, der sich aber in einem Klassenzimmer abspielt. Ich sitze im Unterricht und habe entweder meine Hausaufgaben nicht gemacht oder aber für eine Arbeit nicht gelernt. Ich habe diesen nächtlichen Horror „Träume vom Scheitern“ getauft. Ja, in diesen Träumen ist das Grundgefühl das Scheitern (denn, wenn ich wieder in einem Baumarkt arbeiten müsste, dann nur, weil ich als Texterin gescheitert bin) oder die Angst, wie damals in der Schule, vor dem ständigen Versagen. Niemals wollte ich wieder in einem Baumarkt arbeiten. Nach dem traumatischen Erlebnis in dem Job als Behindertenrassistin (ich werde bald Mal ausführlicher darüber schreiben) war ich plötzlich so neben der Spur und ernsthaft überzeugt, dass es eine absolute Top-Idee ist, wieder in meiner alten Firma (ein Baumarkt eben) anzufangen. Zwei Tage später saß ich bei meiner ehemaligen Chefin und schmiedete mit ihr diesbezüglich Pläne für Ende des Jahres …

Heute könnte ich mir für diese vom Verstand gesteuerte Handlung auch wieder eins auf die Fresse hauen …

Nein, ich werde nicht scheitern! 😀

Über den ganzen Sinn und Unsinn meiner beruflichen Neuorientierung, inkl. Vorstellungsgespräche und Eignungstests erzähle ich ein anderes Mal, dieses Kapitel war wirklich hausgemachter Psychoterror ohne wirklichen Nährwert.

Zusammengefasst kann man sagen …

Ich bin im Moment der Spielball meiner selbst. Weiß nicht was, wie, warum und wohin. Bauch und Herz kämpfen gegen meinen Verstand und umgekehrt, pausenlos und grenzenlos. Und ja, ich finde, ich habe in den letzten Wochen eine Menge Grenzen überschritten … auch die auf meiner Waage! 🙁

Ich treffe Entscheidungen, die von meinem ach so schlauen Verstand gesteuert werden, (weil die Gesellschaft und mein Umfeld das von mir erwartet) und ich bereue diese Entscheidungen am Ende, weil alle anderen für Emotionen verantwortlichen Systeme Alarm schlagen und mich körperlich Ohrfeigen. Das irritiert mich, verunsichert mich, macht mir Angst, es treibt mich in den Suff (früher habe ich zweimal im Jahr Alkohol getrunken, jetzt trinke ich das Zehnfache) und macht mich vor allem fett.

Von den Kurzschlusshandlungen ganz zu schweigen…

Ja, meine kopflosen Gefühlsentscheidungen sind zwar unglaublich anstrengend und auch für mich selbst schwer zu ertragen, aber sie sind ehrlich. Ehrlich war auch, meine (in einem Zustand höchster Erregung) voll ernst gemeinte Wohnungssuche in Schleswig Holstein, was vielmehr die ernst gemeinte Flucht vor einer Dauersturmflut und meinem gefühlten Untergang war.

Idealerweise sollte diese Flucht auf einer Hallig oder so enden…

War auch eine Erfahrung, wie ich reagiere, wenn das Fass auch auf Beziehungsebene überläuft…

Hab mich inzwischen auch dahingehend wieder eingekriegt…

Auch eine Kurzschlusshandlung war das spontane Löschen meines Facebookprofils …

Facebook raubt Zeit … Facebook irritiert mich… macht mich wütend … macht mich paranoid … ich lese ständig geheime Botschaften, die am Ende doch gar keine waren oder gar nicht für mich bestimmt  … auch interpretiere ich ständig Dinge in Postings anderer Menschen, dass ich mir manchmal einbilde zu wissen, was sie gerade fühlen und ich fange mir an Sorgen zu machen … außerdem musste ich mal kurz untertauchen, weil ich die Rache eines Mannes fürchtete, der einen Zettel mit meinen Namen und Telefonnummer(n) bei seiner Frau gefunden hat … 😮

Ja, das waren wirklich aufregende Stunden, wie wir miteinander hatten… 😀

Ja, auch dieser Teil der  Geschichte folgt zugleich…

Nach ganzen vier Tagen habe ich mein Facebookprofil dann doch zurück gelöscht … mir fehlte das (scheinbar) sinnlose und zwanghafte Verbreiten meiner persönlichen Lieblingssongs.  😀

Wo war ich?

Kurzschlusshandlungen…

Ich gebe zu, Kurzschlusshandlungen sind nicht die optimale Lösung, um Ordnung in das eigene Leben zu bringen, sondern sind eher der Auslöser für noch mehr Chaos und noch größere Explosionen … aber scheinbar brauche ich diese wichtigen Explosionen, um mich selbst wieder wahrzunehmen.

Meine innere Stimme ist jedenfalls im Moment ziemlich agro …

Und ich weiß, dass meine innere Stimme ständig versucht, zu mir durchzudringen, doch sie wird vom bedrohlichen Grollen des Alltags verschluckt. Ich muss gefälligst funktionieren, damit das Leben hier in geordneten Bahnen läuft und ich allen Beteiligten gerecht werde. Außerdem habe ich Kinder, da kann ich nicht einfach alles anhalten (oder hinschmeißen), nur um irgendeinem dünnen Stimmchen zu folgen, dass meint alles besser zu wissen!

Meine Therapeutin ist darüber natürlich „not amused“ …

Zur Erinnerung: „Frau Lahr, Sie müssen auf Ihre innere Stimme, auf Ihr Herz und auf Ihren Bauch hören! Anders geht es nicht. Alles andere macht auf Dauer krank!“

JA!

FUCK!

MANN!

ICH WILL DAS NICHT HÖREN!

Bei der letzten also 25. Therapiestunde kamen mir übrigens fast die Tränen. Das war in dem Moment, als mir klar wurde, dass sie mich tatsächlich guten Gewissens ziehen lassen will. Das machte mir plötzlich Angst. Sie lässt mich gehen, weil sie sich sicher ist, dass ich nun weiß, was ich zu tun habe, um meine Ängste in den Griff zu bekommen. Stimmt, das weiß ich. Aber auch wenn ich den Sinn dieser Gesprächstherapie oft angezweifelt habe, war sie seit einem Jahr, alle zwei Wochen, 50 Minuten lang Teil meines Lebens und gab mir das Gefühl, (wenn auch bezahlt) nicht alleine zu sein. Für sie war der ganze Scheiß in meinem Kopf eine Mischung aus Licht und Gabe, umhüllt von einer immer wiederkehrenden Finsternis, die ich nicht fürchten, sondern mit der ich mich anfreunden sollte. Sie sagte, diese Finsternis sei ein wichtiger Teil von mir. Ich muss nicht therapiert werden… ich muss Bücher schreiben… viele Bücher. Ja, meine Therapeutin liebte „Sonst wird dich der Jäger holen“ und sie liebte es, wenn ich von meinen unzähligen Romanideen erzählte …

„Tun Sie das, was sie am besten können und was Sie lieben – schreiben Sie Frau Lahr! Ihre Romanideen sind einzigartig…!“

Und plötzlich war diese Frau, die mir oft echt auf die Nerven gegangen ist mit ihren Hinweisen und Tipps, der einzige Mensch auf der Welt, der offenbar verstanden hat, wer oder was ich bin, warum ich so bin und auch immer sein werde? :-o

„Kann ich die Therapie auch verlängern… ?“

„Weil Sie denken, Sie schaffen es nicht alleine…?“

„Nein … weil ich …  ach vergessen Sie´s. Keine Verlängerung!“

„Melden Sie sich einfach, wenn Sie wieder Hilfe brauchen… ansonsten freue ich mich auf ihren nächsten Roman… geben Sie Gas!“

Ja, und dann stand ich da, in mir und um mich herum nur Chaos, welches zu diesem Zeitpunkt noch gepushed wurde durch eine Menge anderer Faktoren. U. a. warf mich der Selbstmord von Blogger Johannes Korten völlig aus der Bahn. Das Warum ist zu komplex, um es in Worte zu fassen. Es nicht sein Tod, sondern die letzten Worte, die er in seinem letzten Blogeintrag geschrieben hatte, die mich trafen. Wer sie lesen will, die gibt es hier.

Ich war unendlich traurig, dass es wieder einmal einen Menschen gibt, der sich von diesen verfluchten Dämonen der Finsternis hat alle Hoffnung nehmen lassen. Ich kann absolut nachvollziehen, was ihn quälte … habe aber absolut kein Verständnis für seine Tat. Ich bin, was das Thema betrifft ohnehin ein Grenzgänger. Das Thema Suizid und Selbstmord ist immer noch ein Trauma und so tief in meiner Seele verankert, dass ich bei jedem einzelnen Fall, von dem ich lese oder höre, so extrem reagiere, dass mir die Tränen kommen.

Liegt vielleicht daran, dass ich eben auch schon mal da an diesem schrecklichen Ort der Hoffnungslosigkeit war und  weiß, wie es ist, dazustehen und in diesen Abgrund zu blicken, der Dir Erlösung verspricht… ich weiß aber auch, dass niemand sich diese Form von Erlösung wirklich wünscht, sondern eigentlich nur das Wunder herbeisehnt, keinen seelischen Schmerz mehr zu empfinden. Und als Johannes Korten „nur“ verschwunden war und es noch Hoffnung gab, stellte ich mir selbst die Frage, was ich tun würde, wenn ich (als Fremde) ihn lebend finden würde…

Was ich getan hätte?

Ihn umarmt und festgehalten …

Ich weiß, leichter gesagt …

Ja, ich bilde mir ein, dass man diesen Menschen, der so einen Entschluss fasst nur festhalten muss … nicht mit Worten… nicht mit psychologischen Gequatsche. Mit Liebe… mit einer liebevollen Umarmung … mit einer zärtlichen Geste … menschliche Wertschätzung … Verständnis… das Weitergeben von positiver Energie, die der andere durch seine eigenen Dämonen verloren hat. Ich weiß, das eine Umarmung vieles lindern kann, denn ich habe es selbst erlebt… diese Geschichte ist zu finden unter  „Der Psychopath und ich Teil III“

Und das genau dieses Thema mich in einem August 2016 noch einmal so leibhaftig einholen würde, darüber bin ich immer noch fassungslos… aber nicht wegen Johannes Korten, sondern wegen einer jungen türkischen Frau namens SAMIRA (Name und Herkunft geändert) … eben diese Geschichte, die ich erlebt habe und zu Beginn schon erwähnte, diese erzählen zu wollen.

Warum will ich sie erzählen? Damit BITTE, BITTE, BITTE vielleicht der Nächste, der einer hoffnungslosen (fremden) Person begegnet es ebenso macht …

Liebe hilft!

Auch bei einem Menschen, den man niemals zuvor gesehen hat…

… und übrigens auch völlig egal welcher Nationalität und Religion!

Es folgt also:

Samira – eine dramatischen Begegnung (mit mir selbst?)

Echt seltsam, was einem (mir) so passiert …

Noch seltsamer, was es in mir auslösen kann…

Wie gesagt, in den letzten Tagen und Wochen jagte ein Ereignis das Nächste und ich kam einfach nicht dazu, das Ganze irgendwie zu sortieren und zu verarbeiten. Ganz zu schweigen von der ständigen Sinnsuche, ganz nach dem Motto: „Es heißt ja immer alles hat einen Sinn, also was will das Schicksal, das Leben oder (von mir aus) auch das Universum mir mit diesem Hinweis sagen?“

Beispielsweise suchte ich dann auch die Antwort auf die Frage, welchen Sinn es hatte, dass mir an einem Mittwoch Abend beim Joggen meine Sporthose bei Kilometer 2,5 reißt – und bitte, die SINNSUCHE hier ist NICHT gleichzusetzen mit dem GRUND.  Denn der Grund war ganz klar die „Wurst in der Pelle“. Das Material meiner (zwei Nummern zu kleinen) Sporthose gab nach und riss zwischen den Beinen. Denn Sinn könnte ich jetzt im Nachhinein so interpretieren, dass ich am Mittwoch NICHT joggen gehen sollte, weil es dem Schicksal am Donnerstag viel besser in den Kram passte, denn da wartete ja eine besondere Begegnung auf mich.

Also, nachdem ich mir Donnerstag Nachmittag eine neue Hose kaufte, nahm ich mir vor, die verpatzte 45-Minuten- Runde vom Vorabend wieder nachzuholen. Ich lief somit im Grunde genommen nicht nach Plan. Gegen 18.30 Uhr verließ ich mit lauter Musik auf den Ohren und Runtastic im Gepäck das Haus … und kam erst 3  Stunden (!) später wieder…

Was passierte?

Ich war ziemlich unausgeglichen an diesem Abend. Der übliche Stress, inklusive Kurzschlusshandlungen, ein Kater vom Vortag wegen außerplanmäßigen Trunkenheit, die Erkenntnis, dass zwei Monate Angestelltenverhältnis mir noch mehr Energie geraubt und dafür mehr Kilos beschert hatte, nicht zu vergessen, die Gewissheit, ein Problem nicht lösen zu können, weil das Problem selbst nicht zu Gesprächen und Kompromissen bereit ist … mit anderen Worten: Joggen war an diesem Abend die beste Lösung!

Lief gut mit der neuen Hose (deren Größe ich nicht verraten kann, weil ich sonst wieder heulen muss). Der einsame Wald lud mich zu neuen Höchstleistungen ein. Die Sonne schien, es war schwül feucht und die Mücken störten ein wenig. Bei Kilometer 2,5 km (in etwa da, wo mir am Vortag die Hose riss) befand sich eine Holzsitzbank. Manchmal verschnaufe ich da für zehn Sekunden und trinke ein Schluck Wasser, meistens aber nicht. An diesem Abend sah ich bereits aus der Ferne, dass die Bank besetzt war. Ich konnte nur nicht so recht erkennen von wem und in welcher Art und Weise, denn es war kein Kopf zu sehen. Vorsichtshalber zog ich mir den rechten Stöpsel meiner Kopfhörer aus dem Ohr, um auf das Unvorbereitete vorbereitet zu sein. Spaziergänger mit einem knurrenden Hund, kichernde Kinder auf Fahrrädern, Alkohol trinkende Halbstarke und die dazugehörigen pöbelnde Teenie-Weiber oder aber auch zwei Liebende, die dort auf Tuchfühlung gingen… alles schon gehabt.  😀

Ich näherte mich der Bank, erkannte eine darauf liegende Person. Es war eine Frau, geschätzt Mitte dreißig,  die, mit dem Rücken zum Waldweg gedreht, lautstark telefonierte… zumindest dachte ich, sie würde telefonieren … bis zu dem Zeitpunkt, als ich feststellte, dass sie nicht telefonierte, sondern ins Leere schrie. Als sich das Schreien plötzlich als lautes Weinen entpuppte, blieb ich wie angewurzelt stehen. In der ersten Sekunde ereilte mich so etwas wie eine Schockstarre… mein Gehirn versuchte die Situation zu erfassen und eine sinnvolle Handlung auszulösen… vielleicht hatte sie einen Unfall, war gestürzt, schwer verletzt. Ich löste mich aus der Starre und rannte zu ihr, befreite mich noch im Lauf von meinem Kopfhörer Wirrwarr, zog meinen Laufrucksack aus und beugte mich klopfendem Herzen und einer unterschwelligen Panik über sie. Ich sprach sie mit den Worten an: „Oh Gott, was ist passiert? Sind Sie verletzt? Kann ich Ihnen helfen?“

Ihre Augen waren von Tränen gefüllt und vom Weinen  so geschwollen, dass sie mich zuerst nicht sah. Ihre Klageschreie an Allah, in einer Sprache, die ich nicht verstand, waren so laut, dass sie mich nicht hören konnte.  Noch nie habe ich jemanden so weinen gehört … (außer mich selbst als ich mal sterben wollte). Diese Hoffnungslosigkeit in ihrer Stimme zerriss mir das Herz und pumpte mich gleichzeitig voll Adrenalin. Ihre Verzweiflung machte mir Angst, diese Situation machte mir Angst und ich wusste nicht, ob ich ihr gewachsen war.

Ich werde diese Schreie wohl nie wieder aus meinem Kopf kriegen. Nachdem ich augenscheinlich keine Verletzungen entdecken konnte, berührte ich sie sanft an den Armen. Eine Art Streicheln. Sie zuckte erschrocken zusammen, riss die Augen auf und ich war bereit mir eine Tracht Prügel von ihr einzufangen, weil ich sie ohne Erlaubnis anfasste. Inzwischen kniete ich über ihr und wiederholte meine Frage, bekam aber keine Antwort, sondern blickte nur in dieses erschrockene Gesicht, durch das nur noch mehr Tränen liefen und in dem plötzlich Panik stand. Ihre Arme ruderten ziellos durch die Luft, versuchten halbherzig nach mir zu schlagen. Und plötzlich wusste ich was zu tun war, ohne, dass ich  wirklich darüber nachdachte … unüberlegt, instinktiv… vom Herzen gesteuert. Ich legte ihr sanft meine Hände auf ihre Tränen nassen Wangen und sagte leise aber deutlich : „Hey, ich bin für dich da. Ich will dir helfen. Was hat man dir getan, dass du so traurig bist?“

Ich war mir nicht sicher, ob sie mich verstand, weil sie mir nicht antwortete, sie blickte mich nur ungläubig an und schien plötzlich wie erstarrt. „Ich heiße Nicole und wer bist du?“ Ich fing an ihr liebevoll die Haare aus dem Gesicht zu streichen, und streichelte ihr über Gesicht und Haare. Auch hier hätte ich jederzeit damit gerechnet, mir eine einzufangen. Aber sie regte sich nicht und blickte mir lange in die Augen. Unsicher, ob sie meine instinktive Form der Hilfe annehmen wollte, hielt ich inne und zog dann meine Hand zurück. Was sie dann tat, trieb mir selbst die Tränen in die Augen. Sie griff nach meine Hand, legte sie wieder auf ihre Wangen, fing wieder laut an zu weinen und umklammerte schließlich meine Arme. Es dauerte nur wenige Sekunden, bis ich auch diese Geste verstand, mich zu ihr setzte und sie in den Arm nahm und ganz fest hielt. In der nächsten Minute lag eine Frau, die ich nicht kannte, wie ein kleines Kind mit ihrem Kopf auf meinem Schoß, umklammerte meine Hände und heulte sich die Augen aus. Ich tröstete sie schweigend und mit all meinem Mitgefühl, der Nächstenliebe und was sonst noch so an Emotionen aus mir rauskam … bis sich plötzlich mein nervtötender Verstand einschaltete. Und mein Verstand schickte mir so emotional unintelligente Impulse wie:

„Spinnst du? Was machst du hier? Kuschelst hier mit einer fremden Frau auf einer einsamen und verlassen Bank im Wald. Du hast doch schon längst gerochen, dass sie betrunken ist. Ist doch klar, was folgen wird. So wie die drauf ist, ertränkt sie sich nachher im Kratersee, schneidet sich die Pulsadern auf oder gerät unter einen Lastwagen. Vielleicht hat sie auch Stress mit ihrem Mann, der bereits nach ihr sucht. Was wird er wohl tun, wenn er euch so findet? Ruf die Polizei oder einen Krankenwagen, die ist reif für die Klapse. Das hier ist nicht Dein Problem, Schätzchen!“

Woraufhin mein Herz meinem Verstand antwortete:

„Halt die Klappe! Sie sie dir an, sie braucht einfach jemanden, der sie festhält, der sie wertschätzt und ihr das Gefühl gibt nicht alleine zu sein. Jemand der aufpasst, dass ihre Dämonen sie nicht in den Abgrund reißen. Ich werde herausfinden, was ihr fehlt und was passiert ist und dann entscheide ich (gerne auch gemeinsam mit Dir, Verstand) , was zu tun ist.“

Und so versuchte ich zunächst langsam herauszufinden, ob sie mich überhaupt verstehen und Deutsch sprechen konnte. Konnte sie. Ich versuchte herauszufinden, wer sie war und wo sie wohnte. Auch fragte ich sie nach einem Handy, damit ich für sie jemanden anrufen konnte, der sie vielleicht vermisste. Sie hatte nichts bei sich. Weder Schlüssel, Handy noch Portemonnaie. Zum Test, wie sie reagierte, wenn ich ein Handy in die Hand nahm, rief ich meinen Mann an, um ihm zu sagen, dass er sich keine Sorgen machen sollte, ich würde etwas später kommen. Als ich das Telefon an mein Ohr hielt, sah ich wieder Panik in ihren Augen…

„Bitte niemanden wegen mir anrufen, ich bin gleich wieder okay! Ich heiße Samira.“

Ich fragte sie, was und wie viel sie getrunken hatte und es war nicht bedrohlich. Sie konnte mir sogar sagen, wie sie hieß und woher sie kam, wollte mir aber zunächst nicht erzählen, was passiert ist. Ich schlug ihr vor, ein paar Schritte mit ihr zu gehen, um zu sehen, ob sie noch gangtauglich war. War sie. Doch nach einigen Metern fiel sie plötzlich weinend vor mir auf die Knie fiel und umklammerte meine Beine …

„Geh nicht weg, lass mich nicht alleine! Ich hab doch niemanden!“

Mein Verstand: „Die ist Psycho! Das ist nicht Deine Baustelle hier! Ruf die Polizei!“

Mein Herz: „Scheiße, voll Déjà-vu! Betrunken im Dreck liegen und jämmerlich um Hilfe flehen … es geht sogar noch tiefer, muss aber nicht!“

„Steh bitte auf! Da unter gehörst du nicht hin! Deine Hose wird ganz dreckig.  Ich gehe nicht weg. Aber du musst mir sagen, was passiert ist, damit ich weiß, wie ich dir helfen kann… okay?“

„Okay…!“

Und so erfuhr ich nach und nach ihre ganze schreckliche Geschichte und auch den Grund, warum sie betrunken auf dieser Bank gelandet ist. Leider kann ich nicht viele Details nennen, das würde sie möglicherweise verraten und in noch größere Schwierigkeiten bringen. Aber ich kann soviel sagen, dass der Alkohol ihr Mut gab, um den Entschluss zu fassen, aus einer Hölle zu fliehen. Ihre Hölle ist das Alleinsein, der Glaubensirrsinn und ein brutaler Ehemann, der ihr schon seit ihrem 14 Lebensjahr das Leben zur Hölle macht. Die Bank und ihr Zustand jedoch stoppten sie und es kam die Hoffnungslosigkeit zurück. „Wo soll ich denn hin? Ich habe doch niemanden außer ihn! Ich bin alleine! Er wird mich finden …“

Fuck, wie ich das kenne…

3 Stunden haben wir geredet …

Ich habe wirklich alles versucht, um sie nicht von ihrer Entscheidung zu flüchten abzubringen. Ich habe ihr sogar Unterschlupf bei uns zu Hause angeboten. Ich wollte mit ihr zur Polizei gehen, ins Frauenhaus … aber es war am Ende vergebens. Je nüchterner sie wurde, desto klarer wurde auch, dass sie das Alleinsein in Freiheit mehr scheute als die religiöse Hölle, in der sie jetzt lebte. Sie hatte Angst.

Ich habe irgendwann aufgegeben…

Ich habe mich allerdings nicht davon abbringen lassen, sie nach Hause zu bringen. Ich wollte wissen wo sie wohnte, wie sie lebte und inwieweit sie wirklich Herr ihrer Sinne war.  Ich hinterließ dort meine Kontaktdaten und verabschiedete mich. Als sie mich zum letzten Mal umarmte, lächelte sie und sagte:

„Ich habe keine Freunde, ich habe keine Familie, ich habe niemanden und ich vertrauen auch niemanden… aber dir vertraue ich.“

Ich lächelte.

„Hey, kannst du nicht meine Freundin sein? Sag ehrlich!“

Mir verging das Lächeln …

Freundin? 😮

Nein, ich bin die schlechteste Freundin aller Zeiten. Ich bin nicht in der Lage für derartige zwischenmenschliche Verbindungen. Ich bin eigentlich überhaupt nicht gesellschaftsfähig … 

Und ich sagte: „Nun, vielleicht solltest du einfach mal eine Nacht darüber schlafen. Vielleicht wachst du morgen früh auf und denkst, ach du scheiße, was hat mich da gestern die komische blonde da so blöd voll gequatscht. Die weiß jetzt zu viel… Shit! Du hast meine Nummer, wenn du Hilfe brauchst, ich helfe dir. Ich helfe dir auch, wenn du dich trennen willst. Aber ich kann dir nicht versprechen, ob ich dir eine Freundin sein kann, weil ich einfach, wie du, ein sehr ausgeprägtes Vertrauensproblem habe… okay?“

(Vielleicht hätte ich auch nicht kürzlich den Horror-Film „Unfriend“ gucken sollen … 🙂 )

Ihre Antwort: „Okay!“

Dann ging ich und war froh, dass ich noch eine halbe Stunde Fußmarsch vor mir hatte…

In dieser Zeit musste ich mir wieder eine Reihe Vorwürfe meines Verstandes anhören, der mir weismachen wollte, dass ich absolut unverantwortlich gehandelt habe. Hier hätte professionelle Hilfe her gemusst. Außerdem habe ich wieder das Problem eines anderen zu meinem eigenen gemacht, was ich jetzt tagelang mit mir herumschleppen werde…

Papperlapapp!

Mein Herz sagte mir, dass diese 15 Minuten „Liebe“ und Trösten auf der Bank, inklusive der knapp drei Stunden vollste Aufmerksamkeit, ihr die Kraft und Wertschätzung gegeben hat, die sie brauchte, um wieder (zumindest für eine gewisse Zeit) wieder klar zu werden.

Ich habe ihr übrigens auch geraten, den nächsten Flucht – oder Trennungsversuch nüchtern anzugehen…

Und nun noch die Antwort auf die Frage, ob wir nun Freundinnen geworden sind und ob wir nochmal Kontakt hatten…

Nun ja…

Sie hat mir am nächsten Tag via Mail versichert, dass es ihr gut geht und alles wieder in Ordnung sei.  Ich bin mir sicher, es gab Ärger, weil ihr Mann meine Nummer zu Hause auf dem Küchentisch gefunden hat … die Anrufversuche auf meinem Handy waren eindeutig.

Mein Verstand sagt: „Siehst du das hast du jetzt davon! Nummer löschen! Facebook löschen! Ich sagte doch, halt dich da raus, ist nicht deine Baustelle!“

Mein Herz sagt: „Ich bleibe für sie auf Standby. Mehr kann und will ich nicht, denn das würde mir in der Tat nicht gut tun.“

Ich sag ja, hier ist was los…

Echt, im Moment bin ich schon etwas irritiert, was das Schicksal das für merkwürdige Spielchen mit mir treibt…

Ist am Ende vielleicht doch alles nur Zufall?

Zufall oder Schicksal – es ist auf jeden Fall spannend (und echt anstrengend), was das Leben so für mich an Prüfungen und Wegweiser auf Lager hat!

Bis bald…

Musik-Blogger Johannes Korten (42) ist tot – hier sein Abschiedsbrief

Der Tod von Johannes Korten und seine letzten Worte auf seinem Blog und Twitter haben mich sehr erschüttert. Daher möchte ich sie hier rebloggen, damit sie nicht in Vergessenheit geraten …

 „Am Ende. Es hat nicht gereicht für ein ganzes Leben.“

Quelle: musik-blogger johannes korten (42) ist tot – sein abschiedsbrief

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„Am Ende

Ein Stuhl bleibt leer. Zumindest eine zeitlang. Bis er jemandem Neuen gehört. Mehr wird es nicht sein, wenn ich aufgehört habe zu denken.

Dafür werdet ihr jetzt nachdenken. Und wahrscheinlich wird es euch dabei wie mir selbst gehen, ihr werdet keine befriedigenden Antworten finden. Das Leben als Frage. Ich habe genau das nicht mehr ausgehalten. Diese permanenten Fragen und Erwartungen haben mich innerlich mürbe gemacht. Sie haben mich zu einem Bündel des permanenten Zweifels gemacht. An mir selbst, an meiner (Um)Welt. Wenn der Zweifel zum Selbstzweck wird und sich keine Antworten mehr finden, wird es Zeit zu gehen.

Ich weiß, dass ihr das feige findet, mutlos, armselig. Und all das stimmt. Offenbar bin ich arm an Seele gewesen, wenn ich nicht erkannt habe, wie großartig das Leben zu mir war und wie viel Liebe mir entgegen gebracht wurde. Ich habe denjenigen, die mir das immer wieder gesagt haben, gerne glauben wollen und ich bin Ihnen dankbar dafür. Und doch konnte ich all das am Ende nicht annehmen. Meine Selbstzweifel waren zu mächtig, mein mir selbst beigemessener Wert zu gering. Ich habe mich am Ende selbst nicht geliebt und war nicht in der Lage, anderen Liebe entgegen zu bringen.

Ich bin in meinem Leben von Verantwortungsfalle zu Verantwortungsfalle gestolpert und habe dabei nicht gesehen, dass ich schon viel früher Verantwortung für mich selbst hätte übernehmen müssen. Nun ist es zu spät für mich. Die Geschehnisse der letzten Tage, Wochen und Monate haben mich endgültig gebrochen.

Wenn der größte Mut des Lebens darin liegt, es zu beenden, ist man wohl ein feiger Mensch gewesen. Das trifft auf mich wohl zu. Den, der sich immer bemüht hat, zu funktionieren, es allen irgendwie recht zu machen und Konflikten maximal aus dem Weg zu gehen. Am Ende habe ich dabei unzählige liebe Menschen verletzt und mich selbst in einem Netz aus Lügen und unausgesprochenen Wahrheiten verstrickt. Vielleicht bekommt mein feiger Abgang wenigstens dahingehend einen Sinn, dass er dem ein oder anderen Warnung genug ist, dass die permanente Orientierung am Außen und das fortwährende Fassadewahren am Ende nicht die Lösung sein kann. Seid ehrlich zueinander. Übernehmt zuallererst Verantwortung für euch selbst, bevor ihr euch um andere kümmert. Immer.

Am Ende kann ich mich nicht entschuldigen. Das, was ich getan habe, lässt sich nicht entschuldigen. Ich kann nur euch entschuldigen. Ihr trägt für nichts von alledem Verantwortung. Viele von euch haben sich nach Kräften bemüht, und dafür bin ich jeder und jedem Einzelnen dankbar. In vielen Momenten habt ihr die Welt für mich einen Augenblick lang heller gemacht. Leider nicht hell genug, dass ich meine inneren Dämonen, derer es einfach zu viele gibt, hätte besiegen zu können.

Am Ende war ich ein Meister der Tarnung und Täuschung. Das war meine dunkle Seite. Und für diese Dunkelheit war und bin nur ich selbst verantwortlich. Niemand hat sich etwas vorzuwerfen.

Nun ist sie da, die finale „Ent-Täuschung“.

Seht sie als das, was sie ist. Die Aufhebung einer Täuschung über einen Menschen, den es so nicht wirklich gab. Ein Mensch, der ich nicht war. Ein Mensch, der ich vorgab zu sein. Ich hoffe, diese Enttäuschung macht das Loslassen und Vergessen leichter. Die Welt hat bessere Menschen als mich verdient, sie hat vor allem bessere Gedanken verdient als die Frage nach dem „Warum?“, auf die es ohnehin keine Antwort gibt.

Wenn ich einen letzten Wunsch hätte, dann wäre es der hier: Schaut in jeder Situation gemeinsam nach vorn. Seit achtsam mit euch selbst und dann aufeinander. Macht die Welt im Großen wie im Kleinen wieder zu einem guten Ort. Lebt den Gedanken, dass das gemeinsam im Miteinander möglich ist, weiter. Das wäre mir ein letzter Trost. Vielleicht bekommt mein Dasein dann doch noch einen Sinn.

Diejenigen von euch, die meine Familie kennen, bitte ich, so gut es geht für diese da zu sein. Fangt sie so gut es geht auf und helft ihr durch die dunklen Zeiten.

Das, was ich für Liebe gehalten habe, hat leider nicht für mein Leben gereicht, geschweige denn für ihres.

Am Ende.“

Quelle: musik-blogger johannes korten (42) ist tot – sein abschiedsbrief

Es ist einfach kein Land in Sicht …

Da bin ich wieder …

Mein heute gewähltes Titelbild bringt derzeit ein Gefühl zum Ausdruck, dass ich mit Worten nicht beschreiben kann… wer diesen GIF versteht, muss ein Seelenverwandter sein. 😀

Manometer, der Kessel ist bei mir gerade so am hüpfen, dass ich schon ein bisschen Sorge habe, dass er mir in Kürze um die Ohren fliegt …

Mein Leben gleicht gerade einem Irrenhaus…

Ein Ereignis jagt das Nächste, meine Verarbeitungskapazitäten laufen auf Hochtouren, schaffen das tägliche Pensum an Dramen nicht und prompt befinde ich mich wieder in einem Leben, dass (wie immer) nur noch aus Chaos und Stress besteht. Und wenn ich darüber nachdenke, dass ich eigentlich im August zwei Wochen Urlaub an der Nordsee machen wollte und auch diese Pläne über Bord geworfen habe, könnte ich heulen. Ich brauche verdammt nochmal ein bisschen Ruhe, ich muss nachdenken aber in einem Irrenhaus eben unmöglich …

Derzeit beschränkt sich mein Nachdenken wie in den Action-Szenen bei Indiana Jones, wenn der Felsbrocken sich unaufhaltsam in Bewegung setzt und innerhalb von Sekunden die Entscheidung getroffen werden muss, sich im richtigen Moment in irgendeine Felsspalte zu zwängen. Bei mir rollen derzeit unendlich viele Steine, es sind aber zu wenig Felsspalten da und in die meisten passe ich aus Übergewichtsgründen nicht rein…  😀

Aber zunächst die kurze Fortsetzung zum letzten Blogthema: „Über narzisstische Energie-Vampire und über psychische Überlebenskämpfe“

Ich befand mich in den letzten Wochen in einem ziemlich engen Kontakt mit einem Menschen, der lt. Mutmaßung meiner Therapeutin, unter einem ganz speziellen Fall von narzisstischer Persönlichkeitsstörung litt. Sie sagte, dass dies ein ganz gefährlicher Fall sei und dass ich diesen Kontakt so schnell wie möglich aus meinem Leben verbannen soll – diesem Menschen könne nur ein Psychiater und eine Psychotherapie helfen. In erster Instanz sollte ich mich sofort wehren und Grenzen setzen …

Meine Antwort: „Scheiße, das kann ich nicht! Das konnte ich noch nie!“ 😮

Ihre Antwort: „Sie müssen! Sonst sitzen wir sehr bald wieder hier, Frau Lahr!“

… und ich habe nur noch eine Therapie-Stunde abzusitzen. 🙂

Ich begab mich somit wieder in die Fänge des Narzisst, kriegte das mit dem Wehren aber immer noch nicht auf die Kette. Ich hatte nicht nur Angst vor der Konfrontation und den damit verbundenen Konsequenzen, sondern wurde auch immer noch von diesem unterschwelligen Verständnis und dem dazugehörigen Mitleid geleitet, ganz nach dem Motto:  „Menschen die so sind, müssen wirklich tot unglücklich sein!“

Ja, dieses Denken hielt ich mit aller Macht aufrecht, nur, um mich nicht in eine Auseinandersetzung zu begeben … bis zu der Sekunde, in der ich (durch die vom Narzisst stetig erfolgten Psychoterror) wieder an meine körperlichen und psychischen Grenzen gebracht wurde und inmitten dieses Erschöpfungszustandes plötzlich ein Gegenstand dicht an meinem Kopf vorbei flog.

Der Gegenstand war ein Portemonnaie …

Moment!

Der Narzisst warf wütend mit einem Portemonnaie nach mir, nur weil ich aufgrund eines Missverständnisses auf einem kostenpflichtigen Parkplatz geparkt hatte?

Tief durchatmen!

Es dauerte, bis mein Gehirn das gerade Geschehene verarbeitet hatte…

Ich glaube, das war mit einer der respektloseste Gesten, die mir je in meinem Leben entgegengebracht wurde…

Die Grenze des Ertragens wurde erreicht in … 3, 2, 1, P-E-N-G!

In Gedanken sah ich mich schon, wie ich dieser Person mit meiner seit knapp 8 Wochen angestauter Unsachlichkeit sämtliche Schimpfwörter (z.B. Arschgeige, Prinzessin auf der Erbse, Krawallschachtel, Terrortante …) und noch andere Dinge (vielleicht ihr Portemonnaie) entgegen feuerte. Doch als ich den Mund aufmachte, um „mich zu wehren“ kamen plötzlich so selbstbewusste, fast schon autoritäre Worte wie: „S-T-O-P! Jetzt wurde eine Grenze überschritten und das toleriere ich nicht mehr länger!“

Es folgte zunächst eine Standpauke von mir, die wiederum zu einer lautstarken Diskussion führte, die ich dann tatsächlich – ich kann es immer noch nicht so recht glauben, dass ich das getan habe – mit einem lauten „Da können wir jetzt noch stundenlang drüber diskutieren, aber das ist mir einfach zu blöd. Ich bin eine erwachsene Frau und arbeite hier eigentlich auch nicht im Kindergarten! Ende der Durchsage!“, beendete.

Und siehe da, der Narzisst hielt sodann, sichtlich erschrocken über die Gegenwehr die Klappe und verzog sich später beleidigt …

Die Folge – und das ist wirklich interessant, denn damit hab ich niemals in meinem Leben gerechnet:

Der Narzisst ließ mich nach diesem kurzen „Wehren“ in Ruhe. Er gab sich alle Mühe, freundlich zu sein, vermied jegliche Diskussion und versuchte sogar (wenn auch laienhaft) respektvoll zu sein und Rücksicht zu nehmen …

Und wer jetzt glaubt, dass hier urplötzlich die Einsicht Einkehr genommen hatte, den muss ich leider enttäuschen. Ein Narzisst ist niemals einsichtig, denn er ist felsenfest davon überzeugt, niemals einen Fehler zu machen. Es sind immer die anderen Schuld. Warum also diese Veränderung?

Antwort: EMOTIONALE MANIPULATION!

Der Narzisst hat gemerkt, dass die emotionale Bindung, – die Fesseln – , abgerissen waren. Ich war doch so ein perfektes, geduldiges, loyales und verantwortungsbewusstes Opfer, dass sich nicht traute, sich zu wehren. Mit mir konnte der Narzisst alles machen, sogar Dinge, die ich unter normalen Umständen NIEMALS tun würde,  aus diesem Grund wollte er mich auch nicht verlieren…

Er hat hart gekämpft, aber ich habe ihm dennoch am Ende den Rücken gekehrt …

Apropos Rücken kehren …

Da ich jetzt wieder frei reden kann: ich habe den Job in der Behindertenassistenz aus „persönlichen Gründen“ gekündigt…

Hierzu möchte ich anmerken, dass der Job als „persönliche Assistentin“ eines behinderten Menschen grundsätzlich wirklich ein sehr respektvoller, interessanter, verantwortungsvoller und auch toller Beruf ist, der mir sicher sehr viel Spaß gemacht hätte, wenn es auf menschlicher Ebene gepasst hätte. In diesem Fall war ich Assistentin, nein „Leibeigene“ Nummer 101 von Klientin „Prinzessin im Rollstuhl“, die mit voller Euphorie gekommen (und wie alle anderen 100) gedemütigt und demotiviert wieder gegangen ist. Es war wirklich die Hölle, die mir wirklich alles an Energie genommen hat, inklusive fehlender rund 80 Stunden Schlaf.

Aber es war wichtig, dass ich diese extreme Erfahrung gemacht habe, auch wenn mich die rund 250 Stunden haben 10 Jahre altern lassen. Ich habe durch diesen Job und den Kontakt mit diesem Menschen wirklich eine Menge gelernt, mehr als mir lieb ist und auch mehr, als mir ein ganzes Jahr Therapie hätte mit auf den Weg geben können. Das hat mir auch meine Therapeutin bestätigt, diese Zeit war Verhaltens-, Trauma – und Schocktherapie in einem …

Schon seltsam, welch ungeahnte Prüfungen das Leben so parat hat…

Auch habe ich gelernt, wie wichtig es ist, Herzensmenschen um mich herum zu haben und wie schlecht es mir geht, wenn sie anderer Gesinnung sind… an dieser Stelle ein lieber Gruß alle Herzensmenschen in meinem Leben: Schön, dass es Euch gibt! 🙂

Ja, und aus diesem Grund suche ich auch aktuell wieder eine neue Stelle …

Viele fragen sich vielleicht WARUM?  Warum muss ich mir einen Job suchen? Ich bin doch Schreiberin! Läuft es mit dem Schreiben nicht mehr?

Ihr Lieben, die Aufträge laufen aber ICH laufe nicht mehr ….

Seit 9 Jahren mache ich schon diesen Job. Bearbeite täglich Aufträge, in denen ich für andere Menschen die richtigen Worte finde. Ich schreibe Webseitentexte zu nahezu jedem Thema, ich verfasse Auftrags-Bewerbungen im Akkord, schreibe Werbebriefe, Reden, Suchmaschinenoptimierung, bearbeite Aufträge als Ghostwriter. Mein kleinster Auftrag war ein Satz für eine Einladungskarte für 1 €, mein größter war ein Auftragsroman für 6000 €.

„Sonst wird dich der Jäger holen“, war ein Werk, dass ich in drei Monaten (auf Verlagsdruck) schrieb. Immer diese geistigen Höchstleistungen. Dann immer diese unterschwellige Existenzangst, private Probleme, dann die Angststörung. Ich habe trotz Krankheit immer versucht weiterzuarbeiten, denn ich kann es mir (finanziell) nicht leisten krank zu werden. Aber ich konnte mich dahingehend bis heute nicht erholen. Die Luft ist raus. Ich kann nicht mehr. Seit einem Jahr quäle ich mich durch jeden Text. Ich brauche unendlich lange, kann mich nur schwer konzentrieren. Bediene hauptsächlich Stammkunden, die ich teilweise seit 9 Jahre begleiten und die mir ihr Vertrauen schenkten. Diese verdammte Abhängigkeit von meinem Inspirationszentrum (Gehirn) machte mich fertig und mein Gehirn hat dazu auch eine klare Meinung. Es sagt, es kann Romane schreiben … so viele ich will, bis ans Ende meines Lebens … aber beim klassischen Texten macht es derzeit einen auf Burn-Out. Aufträge bleiben liegen, weil mir die Worte fehlen. Ich lehne Aufträge schon im Vorfeld ab, weil ich es nicht mehr auf die Reihe kriege. Ich bin nicht mal in der Lage meine geschäftlichen Webseiten zu pflegen, weil mir der Wortfindungs-Antrieb fehlt …

Aber der Rubel muss dennoch rollen …

Also sollte mir eine Teilzeitstelle (eigentlich) nach wie vor die gewünschte Erholung bringen und auch den Rücken für den nächsten Roman freihalten, denn das ist meine Zukunft … (sagte mir kürzlich eine Expertin, deren Meinung mir sehr wichtig ist und mir eine Menge Hoffnung gibt 🙂 )

Doch bis dahin muss ich scheinbar weiter einen auf übergewichtigen Indiana Jones machen und dabei hoffen, dass die rollenden Felsbrocken mich nicht zerschmettern…  😀

Ihr Lieben, bei allem Humor – ich bin echt fix und fertig!

Mein Leben ist ein Irrenhaus, in dem ich alleine zu wohnen scheine und ich bin Insasse, Betreuung und Leitung gleichzeitig…

Mal sehen, wie es weiter geht …

Aufgeben ist jedenfalls keine Option…

Ich halte Euch auf de Laufendem …

Schandmaul hat einen neuen tollen Song, spricht mir gerade echt aus der Seele…

Über narzisstische Energie-Vampire und über psychische Überlebenskämpfe

Tja, schneller als gedacht, bin ich heute schon wieder da … 😀

… und das mit folgender Botschaft:

Ihr wisst, ich bin wirklich von ganzem Herzen ein friedliebender Mensch und kann mit Stress, Ärger und Wut nur ganz schlecht umgehen. Daher muss ich mich heute mal schriftlich meiner angestauten Aggressivität entledigen, damit meine Kurzschlusshandlungen überschaubar bleiben und damit ich morgen auch wieder mit einem Lächeln und nicht mit Stressfalten den Tag beginnen kann.

Mit anderen Worten: Ich scheiß heute auf den Maulkorb – mein Leben ist ein Thriller und es gibt in dieser Geschichte gerade echt krasse Wendungen! Ich stecke nämlich gerade in einer der entscheidenden Szenen, wo ich der Protagonistin eines Psychothrillers kurzerhand raten würde, alles stehen und liegen zu lassen und aus dem Haus der Psychopathen zu fliehen oder – wenn eine Flucht nicht mehr möglich ist -, nach sämtlichen Gegenständen zu greifen, die man als wirksame Waffe einsetzen könnte. Allerdings habe ich derzeit keine Handlungsvollmacht über meine Protagonistin: Sie ist gerade kreischend und angsterfüllt die einzige Treppe in diesem Haus HINAUF gerannt… typischer Opferfehler in Horrorfilmen! 😀

Ich weiß, ich spreche in Rätseln, sorry. Ich werde versuchen meine aktuelle Situation halbwegs verständlich wiederzugeben, muss aber aus rechtlichen Gründen ein klein wenig in schriftstellerischen Rätseln sprechen. Wenn ich nämlich schreibe:

„Die ganze Nacht hab ich von diesem schrecklichen Menschen geträumt und bin heute morgen auch wieder mit dieser unerträglich vorwurfsvollen Visage vor Augen aufgewacht. Der Tag ist gelaufen! Sorry, ich kann diese blöde *Arschgeige einfach nicht mehr sehen!“, dann ist das noch legitim. Wäre aber schwierig, wenn ich diese spezielle Arschgeige näher personalisieren würde …

(*Arschgeige = In meinem Wortschatz steht diese Bezeichnung für einen „menschlich sehr hässlichen Zeitgenossen“)

Ich kann aber so viel sagen, dass es sich bei o.g. Aussage um keinen aus meiner Familie und auch niemand aus meinem Freundeskreis handelt. Es ist ein Mensch, mit einem Charakter, dem ich bis dato in der Form noch nicht begegnet bin und auf den ich auch leider nicht vorbereitet war …

Ja, ich habe versehentlich einen Narzisst, also einen Energie-Vampir in mein Leben gelassen … ihn quasi mit offenen Armen in mein Leben eingeladen … mit ungeahnten Folgen!

Doch fangen wir zunächst so an …

Was ist ein Narzisst?

Ein Narzisst ist ein selbstverliebter Mensch, der nur an sich selbst denkt und auch niemanden als sich selbst duldet. Er sticht vor allem durch seine selbst inszenierte Besonderheit und Grandiosität hervor. Er hält sich selbst für den Größten, stuft sich selbst als deutlich wertvoller und wichtiger als andere Menschen ein, ist rücksichtslos, unfair, willkürlich, nicht empathiefähig, setzt andere herab, demotiviert, diskriminiert, missbraucht, benutzt, provoziert und tyrannisiert. Er nährt sich von der positiven Energie anderer Menschen, in dem er ihnen mit all seinen negativen Eigenschaften, jegliche Motivation, Kraft und Freude entzieht.

Mit anderen Worten: Ein Narzisst ist wie ein Vampir, er raubt Dir Deine Energie und bearbeitet Dich so lange, bis Du nur noch ein kläglicher Haufen Dreck unter seinen Füßen bist und nicht mehr weißt, wer Du einmal warst.

Wie erkennt man einen Narzisst?

Das ist ja das Schlimme! Ein Narzisst ist auf den ersten Blick nicht zu erkennen. Er ist der perfekte Schauspieler, denn er möchte Dich in erster Instanz ja einfangen und auf die sympathische Art und Weise emotional an sich binden. Er will Dich begeistern, von sich überzeugen. Bei den ersten Begegnungen bist Du auch begeistert, denn er ist souverän, faszinierend, überaus freundlich, interessiert sich für Dich und gibt Dir das Gefühl mit Dir auf einer Ebene, auf einer Wellenlänge zu stehen. Mögliche Zweifel werden „vertrauensvoll“ aus dem Weg geräumt, Du fängst an zu Vertrauen, reichst ihm die Hand, die Falle schnappt zu …

Was tut ein Narzisst?

Mit Phase I merkst Du lediglich ganz langsam, dass sich alles nur um ihn und um seine Belange dreht. Das Schauspiel kann er nicht lange aufrechterhalten und zeigt sein wahres Gesicht. Er interessiert sich absolut nicht für Dich und es ist ihm scheiß egal, wie es Dir geht und wie Du Dich fühlst. Deine Meinung zählt hier nicht. Er bedrängt, überfährt und überfordert Dich. Sein Verhalten stört Dich, Du fühlst Dich nicht mehr wohl in seiner Nähe und der Kontakt fängt an unangenehm zu werden. Aber Du willst es nicht so richtig wahr haben und hoffst, dass er vielleicht nur einen schlechten Tag hatte … oder mehrere schlechte Tage…

Mit Phase II legt er viel Wert darauf, immer wieder Deine Gefühle zu verletzen. Seine Handlungsweisen sind willkürlich und diskriminierend. Er setzt Dich herab, er erniedrigt und zermürbt Dich. Du befindest Dich jedoch in einer Schockstarre und bist irritiert, wehrlos. In dieser Wehrlosigkeit ist es ein Leichtes, Dich immer mehr zu benutzen, zu täuschen und Dich zu tyrannisieren. Dein Selbstwertgefühl bröckelt, nein, es zerfällt wie ein uraltes Buch zu Staub. Und Du drehst dich in diesem Gedankenkarrussel voller Selbstzweifel: Wie konntest Du Dich so sehr in einem Menschen täuschen? Wie kann ein Mensch nur so gefühlskalt sein? Hat doch Dein Bauchgefühl bisher (fast) immer Recht gehabt? Fuck, was läuft hier eigentlich (schon wieder) für eine Scheiße?! 😮

Tja …

Konntest Du Dich bisher nicht von diesem Kontakt trennen, dann ist es für Dich in Phase III fast schon zu spät. In dieser Phase ist der Narzisst am stärksten, denn er weiß jetzt, dass Du nicht in der Lage bist, Dich zu wehren. Pech für Dich, sein Verhalten und seine Handlungen führen unwillkürlich zu psychischen und physischen Störungen, im schlimmsten Fall sogar zu chronischen Erkrankungen wie:

  • Verlust des Selbstwertgefühls
  • Verlust des Selbstvertrauens
  • Verlust des inneren Zugangs – bei Autoren: Schreibblockaden
  • Angsterkrankungen
  • Depressionen
  • Posttraumatische Belastungsstörungen
  • Suchterkrankungen
  • Burn-Out
  • Psychosomatische Krankheiten
  • Psychische Verhaltensauffälligkeiten

etc.

Nach knapp 6 Wochen Dauerkontakt steckte ich gerade in Phase III, litt unter Albträumen und Schlaflosigkeit, war zutiefst verzweifelt und durch eine (vom Narzisst herbeigeführte) grenzwertige Nötigungs-Situation regelrecht traumatisiert als ich am Donnerstag zum voraussichtlich vorletzten Mal bei meiner Therapeutin saß…

Ganz ehrlich? So doof ich diese Therapie bis zuletzt auch fand, ich befürchte, in dieser vorletzten Stunde hat mich meine Therapeutin vor Schlimmeren bewahrt! Nachdem ich ihr von meinem neuen Trauma und diesem narzisstischen Energie-Vampir erzählte, merkte ich beim erzählen, wie sehr mich die Situation belastete. Ich konnte ihr eigentlich bisher alles erzählen, auch Dinge, die ich bis dato noch nie laut ausgesprochen hatte. Aber Details über  diese neue Erfahrung blieben mir fast im Hals stecken. Ich glaube, es war die Scham darüber, so ungebremst mit eine Rosaroten-Brille gegen eine Wand gefahren und auch wieder einmal auf einen Wolf im Schafspelz hereingefallen zu sein.

Doch ich musste es ihr erzählen, sonst wäre ich noch am gleichen Tag vor lauter Verzweiflung übergeschnappt. Und ich erzählte ihr alles und mit aller Lebhaftigkeit, die ich aufbringen konnte, damit sie mein unglaubliches Dilemma auch wirklich verstand. Ich erzählte und erzählte und erzählte… bis sie plötzlich in einen äußerst einprägsamen Lachanfall verfiel. Ja, ich habe meine Therapeutin durch meine lebhafte Erzählung so sehr zum Lachen gebracht, dass ihr die Tränen kamen …

Ich hab ihr herzliches Lachen jetzt noch im Ohr … 😆

Sie kriegte sich einfach nicht mehr ein … 😀

Das fand ich irgendwie gut, hat mich aber auch etwas irritiert, weil ich nicht ganz kapierte, was genau jetzt der Witz war, das kapierte ich erst später. In meiner Erzählung ging es darum, dass der Energie-Vampir mich psychisch und physisch an diesem Tag so fertig gemacht hatte, dass ich mitten in der Kölner Innenstadt im Feierabendverkehr plötzlich Migräne bekam (ich habe NIE Migräne!) und noch während der Fahrt gleich zwei Ibuprofen nehmen musste, sonst hätte ich gekotzt. Ich erzählte ihr, dass ich den Narzisst freundlich darauf hingewiesen habe, dass er es jetzt geschafft hätte, mich mit 24 Stunden Dauerbefeuerung an meine körperlichen und psychischen Grenzen zu bringen… genauer Wortlaut:

„Sorry, ich bin fix und fertig!“

Und genau die Antwort des Narzisst brachte meiner Therapeutin den wohl schlimmsten Lachanfall, den ihr Therapieraum je erlebt hat, wie folgt:

„Ja, ich glaube, ich habe es heute auch etwas übertrieben. Ich entschuldige mich hiermit bei Dir. Und ich möchte, dass es anerkannt wird, dass ich mich bei Dir entschuldige. Du musst zugeben, es spricht von einer gewissen Größe, dass ich mich jetzt bei Dir entschuldigt habe!“

Halt die Fresse! 😡

Höflich, wie ich bin, habe ich Letzteres natürlich nur gedacht …

Das hatte ich meine Therapeutin (inkl. Halt die Fresse!) erzählt und sie lachte? Ich dachte über meine letzten Worte nach und lese sie auch jetzt noch einmal in geschriebener Form. Jemand tyrannisiert, terrorisiert, entschuldigt sich dafür und fordert im gleichen Atemzug Anerkennung für diese Entschuldigung?

Mädel!? Was stimmt nicht mit Dir ?!

Nachdem sich meine Therapeutin wieder eingekriegt hatte, schüttete sie mir ganz plötzlich verbal einen Eimer kaltes Wasser über den Kopf, klatschte mir mit passenden Worten ein paar Ohrfeigen ist Gesicht, ganz nach dem Motto: „H-A-L-L-O?! JEMAND ZU HAUSE ?!“

Sie sagte, dass ich es hier mit einem ganz speziellen Fall von narzisstischer Persönlichkeitsstörung zu tun habe, dass das gefährlich sei und dass ich diesen Kontakt so schnell wie möglich aus meinem Leben verbannen soll. In erster Instanz hieße es aber sofort wehren und Grenzen setzen …

Meine Antwort: „Scheiße, das kann ich nicht! Das konnte ich noch nie!“ 😮

Ihre Antwort: „Sie müssen! Sonst sitzen wir sehr bald wieder hier, Frau Lahr!“

Das hatte gesessen…

Und wirkte …

Ich habe mich gewehrt …

Wie genau ich mich gewehrt habe, was passiert ist und was nächste Woche ggf. noch passieren wird – wir sind noch nicht miteinander durch –  erzähle ich in Kürze!

Sorry, aber ich muss jetzt Essen, wieder runter kommen und später Tatort schauen… 😀

Eines weiß ich aber ganz sicher, in einem meiner zukünftigen Romane über diese Begegnung, werde ich es am Ende wie einen Unfall aussehen lassen … 😀

Über meinen Maulkorb und über „Angst haben“ und „Angst sein“

Hi Ihr Lieben,

da bin ich wieder. Wie ich sehe, es sind auch schon wieder knapp vier Wochen vergangen … und dabei könnte ich derzeit über so viele spektakuläre Sachen reden. Allerdings habe ich mir situationsbedingt gerade selbst einen Maulkorb verpasst. Ich kann quasi nicht reden. Daher verzeiht mir bitte, wenn ich im Augenblick nicht ganz so offen bin, das wird sich auch wieder ändern, sobald  ich wieder weiß, was ich will und was ich nicht will. 😀

Und um diese Was-Will-Ich-Frage im Einzelnen beantworten zu können, brauche ich noch etwas Zeit …

Ihr wisst schon …

Bauch und Verstand …

Herz und Vernunft …

Ja, ich kann Euch so viel sagen, dass meine Gedanken und Gefühle derzeit wieder mächtig Achterbahn fahren. Allerdings fühle ich mich, wie auch auf dem Titelbild zu sehen, auf Ebene -1 von 10.  Es ist mächtig was los bei mir, kriege aber irgendwie nichts so richtig auf die Reihe. Ich bin mir sicher, dass liegt u.a. auch an meiner Schreibblockade. Mein Herz und Bauch kämpfen wieder mit allen Waffen gegen Verstand und Vernunft. Die Auswirkungen haben es auch dieses Mal wieder in sich. Mein Stresspegel liegt derzeit gefühlt wieder zwischen 8 und 10, was dazu führt, dass ich derzeit auch körperlich voll auf die Fresse bekomme. Erkältungen am laufendem Band, ununterbrochen diese verfluchten Muskel- und Gelenkschmerzen. Zugenommen habe ich auch schon wieder. Die 7 Kilo, die ich weg hatte sind auch nun komplett wieder drauf und ich habe mit Schrecken festgestellt, dass ich mich zu einem regelrechten Stressfresser entwickelt habe. Je mehr Stress, desto mehr Süßigkeiten müssen her und wenn ich nicht halbwegs versuchen würde regelmäßig joggen zu gehen, dann …

Apropos…

Ja, ich laufe immer noch …

Aber nicht mehr mit dem Hauptziel Kalorien zu verbrennen,  sondern um Stress abzubauen …

Und ich brauche dabei genau diese Playlist … 🙂

Playlist

Wenn ich laufe und diese Songs höre, löst sich der Druck. Wenn ich nach einer knappen Stunde nach Hause komme und dann in der Dusche stehe und sich die Muskelschmerzen von der Verspannung in das übliche Ziehen nach sportlichen Aktivitäten verändern, kann ich später zumindest besser schlafen. 🙂

Ja, irgendwie hat mich der Stress wieder voll im Griff. Ich weiß, es war auch schon mal besser, ist es aber gerade dann doch nicht. Ich habe die Hoffnung aber noch nicht aufgegeben und kämpfe einfach auch dieses Mal wieder bis zur Erschöpfung mit meinem Dämonen und anderen Störfaktoren. Und weil das Kämpfen Zeit braucht, habe ich sogar unseren geplanten Urlaub abgesagt. Ja, wir wollten diesen Sommer in den Urlaub fahren. Zwei Wochen lang ausspannen. Je näher dieser Urlaub rückte, desto unwohler fühlte ich mich. Urlaubsstress ist tatsächlich etwas, was ich derzeit so gar nicht gebrauchen kann. Man munkelt auf therapeutischer Seite, dass ich mich hier wieder von meiner Existenzangst dominieren lasse, ganz nach dem übertriebenen Motto „Wer nicht arbeitet, stirbt!“ Stimmt vielleicht sogar ein bisschen. Aber der Hinweis meines Bauchgefühls, dass mir dieser zusätzliche Druck durch die Reise derzeit absolut nicht gut tut, ist einfach stärker…

Und im Moment tun mir einige Dinge und Situationen nicht gut…

Ich habe meinem Mann aber versprochen, dass der Urlaub zu Hause durchgezogen wird… ggf. sogar mit E-Mail-Abwesenheitsnotiz … aber da bin ich mir noch nicht so sicher, ob ich das schaffe! 😀

Ich stelle fest: Ich bin schon ein bisschen schräg…

Ja, und ich kann es auch nicht leugnen, dass ich mich aus diesem Grund auch wieder sehr intensiv mit dem Thema „Angst“ beschäftige…

Ich differenziere neuerdings zwischen „Angst haben“ und „Angst sein“ – diesen entscheidenden Unterschied fühle ich endlich. Und ich fühle auch, dass ich bestimmte Situationen, vor denen ich Angst hatte / habe, inzwischen mit einer Shit-Happens-Gelassenheit bewältigen kann. Ein Fortschritt.

Beispiel…

Donnerstagmorgen so gegen 10.15 Uhr klingelt plötzlich das Telefon. Ich kämpfte gerade mit einem leichten, arbeitsbedingten Jetlag, frühstückte gerade müde und dachte eigentlich nichts Böses, – auch wenn ich grundsätzlich Böses denke, wenn das Hassobjekt „Telefon“ klingelt. Und da ich ja auch grundsätzlich nicht ans Telefon gehe, wenn ich nicht weiß, wer dran ist …

Da fällt mir gerade ein: Ich habe vor ein paar Tagen im Radio von einer lustigen Challenge gehört, da ging es um die rhetorische Frage: „Wen würdest Du anrufen, wenn Dein Leben davon abhinge. Also ob der Angerufene ans Telefon geht oder nicht. Wenn er ans Telefon geht, wirst Du erschossen, wenn nicht, dann lebst Du… wen würdest Du anrufen?“ 😀

Sollte jemals so eine Situation auf Dich warten, RUF MICH mit unterdrückter Nummer AN. Denn ich gehe GARANTIERT  NICHT ans Telefon! 😉

Wo war ich?

Ach ja!

Das Telefon klingelte. Ich sah auf die unbekannte Nummer mit Ortsvorwahl und beschloss spontan doch einfach ran zu gehen. Könnte ja wichtig sein. Am anderen Ende meldete sich eine mir bekannte Frau. Doch es dauerte erstaunlicherweise ziemlich lange, bis ich verstand, was sie von mir wollte. Die Anruferin entpuppte sich als meine Therapeutin, die mich  freundlich fragte, ob ich den zweiwöchigen Termin mit ihr vergessen habe…

Habe ich? 😮

Seit EINEM JAHR erscheine ich über pünktlich zu diesen Terminen … an diesem Morgen jedoch nicht?!

SCHOCKSTARRE! 😮

Schockstarre? Mit Nichten!

Im ersten Augenblick war ich einfach nur irritiert. Hatte ich diesen Termin echt verpasst? Dann lachte ich kauend, entschuldigte ich mich und erklärte ihr, dass ich in der Tat diesen Termin vollkommen vergessen hätte und in wenigen Minuten vor Ort sein würde. Das war´s. Ich zog mir die Schuhe an, biss noch einmal in mein Brötchen und machte mich auf den Weg, Ende.

Warum das so erstaunlich war?

Meine übliche bekannte Reaktion wäre eine Flut aus negativen Emotionen gewesen. Die Tatsache, dass ich einen Termin verpasst habe, wäre mir unglaublich peinlich und unangenehm gewesen. Ich hätte mich schlecht gefühlt, Herzrasen, Kopfglühen, Beklemmungen, begleitet von der Angst, jemanden enttäuscht zu haben, Selbstvorwürfe dahingehend, zu doof zu sein, um sich einen Termin zu merken, das Gefühl versagt zu haben… etc.

Das alles hatte ich kurioser Weise nicht, denn ich konnte es ja nicht ändern. Meine Gedanken kreisten eher um die Frage, was dazu führte, dass ich das vergessen konnte. Aber nicht in Selbstvorwurfhaltung, sondern eher interessiert, leicht besorgt, ganz nach dem Motto: Was war denn da los? Antwort: „Ich habe einfach viel um die Ohren und war zudem auch übermüdet. Das kann passieren und ist mir jetzt halt passiert. Tut jetzt keinem weh, von daher…“

Diese Situation oben hätte mich eigentlich wieder in das „Angst sein“ katapultiert. Eben dieses unterschwellige Angstgefühl, was möglicherweise tagelang angehalten hätte, aufgrund von Selbstzweifeln, Selbstvorwürfen und der zusätzlichen Angst, meiner Therapeutin jetzt ganz furchtbare Unannehmlichkeiten beschert zu haben. Aber ich war nicht die personifizierte Angst. Ich habe einfach einen Termin vergessen, mehr nicht. Punkt.

Aber es gab letzte Woche auch eine Situation, vor der ich Angst hatte…

Ich hatte die Tage ein sehr aufschlussreiches Treffen mit einem Mann heraufbeschworen, der mich vor knapp einem Jahr mit einem Telefongespräch wieder psychisch so bearbeitet hat, dass ich reif für die Klapse war. Ich habe danach tatsächlich jeglichen Kontakt vermieden, um nicht schon wieder in dieses alte Gefühlsmuster zu verfallen, aus dem ich (ohne professionelle Hilfe) nicht mehr heraus finde.

Alle, die meine Geschichte verfolgt haben, erinnern sich sicherlich noch an „Thomas“ …

Es fing mit einem unvermeidbaren Telefongespräch an, da wir etwas Formelles zu klären hatten und das habe ich schon seit Monaten aufgeschoben. Jetzt musste es eben sein. Das Gespräch nahm jedoch einen unverhofften Verlauf, der mich äußerst positiv überraschte. Von Thomas kamen keine Versuche Machtspielchen mit mir zu betreiben, keine Beleidigungen, keine Vorwürfe, keine Selbstmordandrohungen und anderes depressives Gequatsche – im Gegenteil. Er war friedlich, freundlich, hilfsbereit, zuvorkommend und offenbar ehrlich interessiert an meinem Allgemeinbefinden. Ich hatte das Gefühl, mit einem völlig anderen Menschen zu sprechen, den ich bis dato kannte. Als er jedoch den Vorschlag für ein Treffen zur Übergabe von Unterlagen machte, bekam ich Angst.

Eine Falle? Ja, fuck, keine Ahnung!?

Allerdings wollte ich nicht, dass mich die Angst wieder beherrschte und lenkte dem Frieden einfach ein. Und es kam, wie es kommen musste, einen Tag später setzten wir uns tatsächlich an einen Tisch, regelten die Formalitäten, plauderten eine knappe Stunde über Gott und die Welt und führten eine hitzige Diskussion über aktuelle Politik. Es war okay. Aber was ich auch hier wirklich erstaunlich fand: Ich hatte – entgegen meine Erwartungen – überhaupt keine Angst, im Gegenteil … ich fühlte den Frieden. Ja, in seiner Umarmung, in seinen Worten und erbrachten Taten, fühlte ich seinen Willen zum Frieden. Und ich fühlte meinen eigenen Frieden, der noch fehlte, um diesen Part der Vergangenheit nach 8 Jahren Trennung angstfrei abschließen zu können …

Warum erst jetzt?

Meine Therapeutin merkte an, dass es doch auch gut sein könnte, dass ER mit einer vollkommen anderen Person gesprochen hatte. „Erinnern Sie sich, in welcher Verfassung sie vor einem Jahr waren … und wie Sie sich jetzt fühlen.“

Hm, ich denke, es hat von beiden Seiten eine Veränderung stattgefunden…

Mist, ich sehe gerade, es ist spät, ich muss ins Bett…

Zusammengefasst, bin ich gerade wieder in meinem Hamsterrad gefangen, weiß, dass das Scheiße, ungesund und grenzwertig ist, kann aber gerade nicht anders und arbeite mit Hochdruck (PENG!) an der Lösung…

Bis bald, versprochen!

 

Über Therapie-Couchgelaber und andere Dinge

Hallo,

wow, bekam heute einen „Glückwunsch zum Jahrestag bei WordPress“ … ein Jahr schon? Kinder, wie die Zeit vergeht … 😀

Apropos …

Ich bin gerade echt erschrocken, wie viel Zeit seit meinem letzten Blogeintrag vergangen ist. Gefühlt waren es nur zwei Wochen her, doch wie ich sehe, sind fast schon vier! 😮  Ich hoffe, dass die Geschwindigkeit meines Lebens bald wieder etwas abnimmt. Viele Dinge müssen erledigt werden, ich habe wenig Zeit, wieder viel Stress und die wenige Zeit die ich habe, verbringe ich damit, Stress abzubauen. Stressabbau könnte bei mir bald ein neues Krankheitsbild werden. Krankhafter Stressabbau, aufgrund einer übermäßigen Angst wieder gestresst zu sein, weil man zu viel Stress hat – Bäm! 😀  Mit anderen Worten: Ich stecke wieder in einem selbst kreierten Hamsterrad, aber dieses Mal ist es zeitlich abzusehen, wann ich da wieder raus komme. Es gibt Pläne, die im Idealfall dafür sorgen, dass ich weniger Stress habe.

Fuck, ich brauche echt dringend einen Slow Down …

Habe die Hoffnung, dass mir der Urlaub in den Sommerferien (zum ersten Mal) die Erholung bringt, die ich dringend brauche. Jetzt geht es bald in den Norden, nach Achtrup, das ist genau zwischen Nordsee und Ostsee … allerdings ohne Arbeit mitzunehmen! Zur Erinnerung: In unserem letzten Familienurlaub auf Fehmarn habe ich die Arbeit mitgenommen und halbtags Urlaub gemacht. Ja, das war ziemlich bescheuert … Workaholic ist da wohl das richtige Wort, sorry, ich war angetrieben von der Existenzangst. Wer selbstständig ist und es wagt Urlaub zu machen, also nicht arbeitet, ist dem Untergang geweiht! 😀

Apropos Untergang, Stichwort: Therapie

Letzte Woche Donnerstag hatte ich wieder Therapiestunde – Nr.20 von 25 Stunden. Hier geht es schon lange nicht mehr in die Tiefe, was definitiv an mir liegt. Ich habe genug von diesem bescheuerten Couchgelaber. Kürzlich habe ich fast eine Stunde mit ihr darüber diskutiert, ob mein Wunsch, das Haus meiner verstorbenen Oma zu kaufen, nicht doch eher der tiefe Wunsch meines Vaters ist, den ich automatisch auf mich projiziere …

Hallo?!

Natürlich würde mein Vater das gerne sehen, dass ich das Haus seiner Mutter kaufe, in dem auch ich einen Teil meiner Kindheit verbracht habe, aber entscheiden tue immer noch ICH, ob ich das will oder nicht …

Der größte Knaller war, als ich meiner Therapeutin von meinem Erlebnis mit einer alten Frau in einem Vettelschoßer Lebensmittelmarkt erzählt habe. Die Situation war Folgende: Ich stehe an der Kasse und beobachte, wie eine alte gebrechliche Frau, – es ging ihr wohl nicht so gut -, mit Tüten beladen im Eingangsbereich steht und andere eine Dame (vielleicht Anfang vierzig) anspricht. Ich kenne diese besagte jüngere Frau vom Sehen und sie ist mir schon einmal negativ wegen Gefühlskälte aufgefallen. Ich höre, wie die alte Dame sie fragt, wohin sie fahren würde, denn sie selbst müsste nach St. Katharinen und wüsste im Moment nicht, wie sie dahin kommen soll. Nebenbei bemerkt: St. Katharinen ist ein kleiner Ort, knapp 3 Kilometer von Vettelschoß entfernt. Die junge Frau lacht auf, schien fast schon empört über diese Frage und krakeelt laut: „Nä, ich fahre nach Vettelschoß! Ich hätte Sie gerne mitgenommen, aber wie gesagt, ich muss ja leider, leider nach Vettelschoß!“

Ihre laute, dialektbehaftete Stimme hallt penetrant in meinem Kopf nach und bort sich in meine Nerven. Ich hätte sie gerne mitgenommen, aber ich muss ja leider, LEIDER, nach Vettelschoß!? Ich hätte sie gerne mitgenommen…? Ich spürte, – und das passiert mir selten – wie mir unaufhörlich und bedrohlich der Kamm schwoll. Es gibt einfach Menschen, die stoßen mich schon ab, obwohl ich noch kein Wort mit ihnen gewechselt habe. Schlechtes Karma, fragwürdiger Charakter, negative Aura, whatever?! Ich mag diese Person einfach nicht,  und dass sie mich hier Zeugin werden lässt, wie sie eine Hilfsbedürftige Frau einfach auflaufen lässt, hat das Verhältnis zwischen uns nicht sonderlich gebessert. Ich dachte nur: „Du blöde Kuh, wenn du sie gerne mitnehmen wollen würdest, dann könntest du auch gerade die zwei, drei Kilometer Umweg fahren!“

Und während sie mit ihrem Wagen an der alten Frau vorbei stapfte, war für mich klar, was zu tun war. Allerdings stand ich noch ziemlich weit hinten an der Kasse. Die alte Dame griff verzweifelt nach ihren Taschen und schlurfte gebeugt nach draußen. Und während ich ungeduldig an der Kasse wartete und mich über diesen Mangel an Menschlichkeit bei manchen Menschen abwechselnd bedauerte und mich ärgerte, befürchtete ich nach rund zehn Minuten, dass die alte Frau schon längst über alle Berge war.

War sie aber nicht. Sie stand betrübt draußen auf dem Parkplatz und schaute abwechselnd von einer Richtung in die andere. Ich ging ohne zu zögern (Sozialphobie? Nie gehört! :-D) auf sie zu und sagte freundlich: „Hallo, ich habe Ihre Frage vorhin mitbekommen. Sie müssen nach St. Katharinen?

„Ja!“

„Ich fahre Sie!“

„Was? Wirklich? Ach, das ist ja nett! Wo kommen sie denn her?“

„Ich komme aus Vettelschoß, das ist aber kein Problem.“

Die Frau strahlte mich an und irgendwie erinnerte sie mich plötzlich an meine Oma. Doch in dem Augenblick, als ich nach den Tüten der Frau griff, um ihr beim Tragen behilflich zu sein, meldete sich eine weitere Frau zu Wort: „Ich habe das auch gerade mitbekommen. Ich hätte sie auch gefahren.“ Und irgendwie meldeten sich immer mehr, sodass am Ende sie Dame sich bei mir bedankte und sich für den Fahrer entschied, der auch tatsächlich nach St. Katharinen fahren musste. Alles Gut.

Diese Geschichte erzählte ich meiner Therapeutin und sie sagte dazu Folgendes: „Das ist ja wirklich sehr nett von Ihnen, aber eigentlich ist es doch nicht ihr Problem? Die Frau kann doch selbst dafür sorgen, dass sie nach Hause kommt! Dann soll sie halt nicht so viel kaufen! Wie ist die überhaupt dahin gekommen?“

Sehr geehrte Frau Therapeutin – Ihr Ernst?! 😮 Treffer versenkt und somit auf ewig bei mir verkackt!

Vielleicht hatte sie mit ihrem Einwand in ihrer Welt recht, aber diese Einstellung passt leider nicht in meine. Hätte nur noch gefehlt, dass sie der blöden Kuh, die die Frau hat auflaufen lassen, imaginär auf die Schulter geklopft hätte. Pah! Nein, sie hat noch lange nicht die Problematik von Empathen verstanden und hat scheinbar auch nicht kapiert, warum es so wichtig ist, hier immer seinem Gefühl und seinem Herzen zu folgen. Kontakt, in Form von Interesse und Hilfsbereitschaft ist ein ganz wichtiger Schritt, um mit dieser ungewollten emotionalen Verbundenheit zurechtzukommen … nein, das hat auch nichts mit Helfersyndrom oder anderen Störungen zu tun, so bin ich eben, verdammt nochmal! 🙂

Behandle die Menschen so, wie du auch behandelt werden möchtest und alles wird gut … 🙂

Und ich bin sehr froh, dass meine Therapeutin selbst der Überzeugung ist, die Therapie nicht zu verlängern, weil ich doch „auf einem sehr gutem Weg bin und es offensichtlich alleine schaffe“. Klar schaffe ich das alleine. Ich (und mein inneres Kind) haben bisher im Leben alles alleine schaffen müssen und werde es auch in Zukunft alleine schaffen. Ich würde jetzt auch noch gerne ein überzeugtes „Ich brauche auch niemanden!“ hinterher werfen, aber dann krieg ich wieder Ärger mit meinem Mann! 😀

Nein, bei mir ist angst technisch, noch lange nicht alles wieder im Lot. Ich habe noch viele Ängste, mit denen ich zeitweise echt zu kämpfen habe und die mich auch situationsbedingt beherrschen, aber ich lerne immer mehr ihnen Herr zu werden. Und ich MUSS meinen Ängsten Herr werden, denn in meinem neuen Job ist kein Platz für Angst. Meine Dienstzeit verlangt absolute Konzentration, verantwortungsvolles Denken und Handeln, denn ich bin während meiner Dienstzeit Teil des Lebens eines anderen Menschen … ist kaum vorstellbar, das war es zu Beginn auch für mich. Doch jetzt weiß ich, wie es ist, Bestandteil eines anderen Lebens zu sein und ich nehme diese Festanstellung (Teilzeit) mit großem Respekt entgegen.

Ich darf leider nicht allzu viel über diese Arbeit verraten, da ich eine Verschwiegenheitserklärung unterzeichnet habe. Aber mein Aufgabenbereich kommt die, im Film „Ziemlich beste Freunde“ sehr nah. Nur mit dem Unterschied, dass mein Schützling die Hände und den Kopf bewegen kann.

Sie weiß, dass ich schreibe und sie würde sich sehr freuen, wenn sie mich inspirieren kann, allerdings möchte ich es mir nicht mit meinem Arbeitgeber (Sozialer Dienstleister) verscherzen und halte dazu lieber die Klappe.  Aber ich kann soviel erzählen, dass dieser Job tatsächlich wie für mich gemacht ist. Ich bin im Grunde genommen während meiner Dienstzeit Arme, Beine und Hände für eine körperbehinderte, junge, berufstätige Frau – nennen wir sie an dieser Stelle mal „Angelina“. Ihr Motto ist „ich bin zwar behindert, aber ich lasse mich nicht behindern“ und damit sie diesem Motto in jeder Situation treu bleiben kann, sind wir Assistentinnen ihre Unterstützung. Nicht nur der Job, sondern auch der Mensch, Angelina ist eine Bereicherung für mein Leben. Durch sie werde ich wieder daran erinnert, dass nichts selbstverständlich ist im Leben … durch sie vergesse ich zum Teil tiefgreifende Ängste. Es lösen sich auch meine ständigen Kann-Ich-Nicht-Zweifel plötzlich in Luft auf, weil ein „kann ich nicht“ aus ihrem Mund eine ganz andere Bedeutung hat, als wenn ich das sage …

Hier MUSS ich einfach, ohne wenn und aber, ob ich denke, das nicht zu können, interessiert hier einfach nicht …

Leute, das ist wirklich eine sehr interessante Erfahrung! 😀

In diesem Sinne: Bleibt gesund!

Ich melde mich die Tage nochmal und erzähle von einem spektakulären Ausflug in ein Geisterdorf und einer ganz besonderen Begegnung dort …

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Alles neu – alles auf Anfang

Hi Ihr Lieben,

da bin ich wieder. Hab wieder lange nichts von mir hören lassen. Ich war schwer beschäftigt. Ich bin nämlich gerade aktiv dabei, alles neu und alles anders zu machen…

Ich hatte ja schon im letzten Beitrag erwähnt, dass meine erneuten Angstsymptome, keine biochemische Störung, sondern eine klare Ansage meines Körpers sind, dass er bei meinem Stresspegel nicht mehr mitmachen möchte. Es läuft etwas falsch. Ich laufe falsch. Ich dachte zwar, ich sei neue Wege (aus der Angst) gegangen und wäre auf einem gutem Kurs, aber da habe ich mich getäuscht. Ich steckte immer noch in diesem klassischen Hamsterrad. Ja, ich bin wieder in dieses riesigen Hamsterrad gestiegen, angetrieben von Leistungsdruck, Vernufts- und Verstandentscheidungen, ständigen Selbstzweifeln und der ständigen Angst zu versagen, andere zu enttäuschen  oder dem Hamsterrad nicht mehr gewachsen zu sein.

Vor knapp 2 Wochen bin ich dann einfach stehengeblieben und im hohen Bogen (aus dem Hamsterrad) geflogen… und siehe da: Ich lebe immer noch. Besser, ich lebe erst recht, da ich einfach alles neu und anders mache.

Wie im letzten Beitrag schon angedeutet, habe ich beschlossen, mein Dasein nicht mehr von Verstand und Bewusstsein leiten zu lassen, sondern von meinem Inneren. Bauchgefühl, Herz, Instinkt … eben die ganze Truppe, die von der anderen Sippschaft da im Oberstübchen ständig niedergemacht, unterdrückt und somit gestresst und verängstigt wurde.

Und das war die beste Entscheidung meines Lebens …

Und vor allem die Spannendste  …

Beispielsweise wurde ich Anfang Mai auf eine Stellenanzeige aufmerksam, die eine Bekannten über Facebook gepostet hat. Ich muss dazu sagen, dass ich schon seit einiger Zeit mit dem Gedanken spiele mir einen (stupiden) Nebenjob zu suchen. Die geistige Arbeit als Texterin macht zwar Spaß, raubt auch eine Menge Energie. Ich möchte hier ein klein wenig kürzer treten und mich mehr auf meine Romane konzentrieren. Auch hier sagt mein Bauchgefühl, dass genau das mein Ziel sein sollte. Ich habe so viele Ideen im Kopf, die auf Verwirklichung warten… was allerdings nur geht, wenn zunächst anderes Geld fließt, damit die Existenz gesichert ist.

In Gedanken sah ich mich schon, wie ich meine Arbeitszeit in einem Baumarkt verbringe und halbherzig Kunden mit Heimwerkerproblemen betreue. Wie oft hatte ich schon Albträume darüber. Der Gedanke war jetzt nicht sonderlich erfüllend, im Gegenteil, er machte  mir Angst. Folglich meldete mir auch mein Bauchgefühl, dass ich etwas anderes „Stupides“ machen sollte. Putzen, Pakete packen, Zeitungen austragen, whatever … Hauptsache es brachte Geld und ich muss mich geistig nicht verausgaben.

Dann las ich plötzlich diesen Aufruf:

Job im sozialen Bereich gesucht? 450 €, Teilzeit oder Vollzeit ?

24 Stunden – Dienste (bei Teil-/Vollzeit auch 2-3 Tage am Stück möglich, ideal, wenn man von weiter her kommt )

AB SOFORT wird dringend Verstärkung gesucht!!!

Nur Frauen

Führerschein erforderlich

Persönliche Assistenz für eine junge, lebensfrohe körperbehinderte Frau im Rollstuhl:

Keine Vorkenntnisse erforderlich.

Deine Aufgaben:
Hilfestellungen im Alltag ( Haushalt, Arbeitsassistenz, Versorgung des Hundes, Freizeitbegleitung, Hygiene, Ankleiden, ab und zu körperliche Belastung,…. )

Ideal für einen Job neben dem Aufbau einer Selbständigkeit oder für Studenten oder oder. Man arbeitet einige Stunden am Stück und hat drumherum viel Luft. Nachts kann man i.d.R. auch Schlafen, mit eigenem Assistenzzimmer.

Meldet Euch gerne bei mir, auch bei Fragen, ich leite es weiter!

Als ich das las, meldete sich sofort mein Herz und mein Bauchgefühl. Sie winkten unübersehbar mit dem Zaunpfahl und mir wurde klar, dass ich eigentlich das Gegenteil von stupide suchte, eben eine wertvolle, sinnvolle, soziale, gefühlvolle, einfühlsame, vielleicht sogar inspirierende Aufgabe … das wusste ich allerdings selbst auch noch nicht. Ich war irritiert von meinem eigenen Gefühl und der Entschlossenheit mich auf diesen Aufruf zu melden. Ich ließ mir selbst keinerlei Diskussionsspielraum und folgte einfach diesem Gefühl.

Das Vorstellungsgespräch verlief super und katastrophal zugleich… ich war so hektisch an diesem Morgen, dass ich mir zwei verschiedene Socken anzog, weil ich auf die Schnelle kein gleiches Paar finden konnte. Da ahnte ich ja auch noch nicht, dass ich die Schuhe ausziehen müsste / würde…

(Foto: Sockenpaare werden überbewertet)

(Foto: Sockenpaare werden überbewertet)

Es kam, wie es kommen musste. Die Schuhe mussten aus Hygienegründen im Flur ausgezogen werden. Ich kann nicht leugnen, in diesem Augenblick einen Anflug von peinlich berührter Panik verspürt zu haben, dicht gefolgt von dem Gedanken: „Peng! Das war´s! Wenn du schon dein eigenes chaotisches Leben, inkl. Socken nicht im Griff hast, wie willst du dann jemand anderes im Alltag unterstützen?“

Ich beschloss einfach diesen Fauxpas nicht unkommentiert als gegeben stehen zu lassen, sondern sagte, wie es ist: „Ups, direkt schon ungewollt verraten, wie es bei mir zu Hause läuft.“

Im Juni fange ich an. 😀

Zunächst zur Probe, aber ich bin guter Dinge, dass es das Richtige für mich ist.

Mein erster Job, der von einer Bauchentscheidung aus gewählt wurde…

Das hatte ich vor vielen Jahren auch schon mal genau umgekehrt: Mein Bauchgefühl rebellierte gegen eine Jobentscheidung und hat mir von vorn herein zu verstehen gegeben, dass das kein Sinn macht. Es war definitiv ein Verstand und Vernunftsjob, den ich mir hab (mehr oder weniger) aufschwatzen lassen, gut bezahlt, von zu Hause aus machbar, ich sollte lediglich für ein Versicherungsunternehmen Kundenakquise betreiben. Perfekt! Klappt mit einer Telefonphobie besonders gut … 😀

Ich habe knapp einen Monat durchgehalten…

Was gab es noch für neue Entscheidungen?

Vor ein paar Tagen stolperte ich über ein paar Zeilen meines langjährigen Freundes, Piam Oliver Unger, der u. a. Geistheiler ist. Es ging um das Symbol für die innere Stimme, wie folgt:

„Stimme und Bestimmung finden

Seit einigen Monaten beschäftige ich mich mit dem so genannten „Human Design“. Googled das mal, das ist ziemlich spannend und einsichtsreich. Im Zuge meiner Forschung zum Human Design, und wie es sich mit der Qyoma-Arbeit verbindet, bin ich auf einen Satz gestoßen, der lautet: „Seine Bestimmung finden hängt stark mit ’seine Stimme‘ finden“ zusammen. Dann habe ich geschaut, was das im Human Design heißt, „seine Stimme finden“. Jeder hat nämlich tatsächlich eine eigene Stimme, die auf eine eigene Weise funktioniert. Klingt banal. Zunächst.

Aber wenn man sich fragt, was das wirklich ist, und was die eigene Stimme sagt, damit sie sich stimmig ausdrückt, und gehört wird, dann wird es spannend. Meine Stimme zum Beispiel ist richtig, wenn sie unter anderem sagt: „Ich erinnere …“, „Ich besitze …“, „Ich habe erfahren …“. Wenn sie zum Beispiel sagt „ich weiß“, dann wird sie meistens ignoriert und überhört. Und das stimmt aus meiner Erfahrung heraus.

So, wie findet sich der Bezug zu Qyoma? Es gibt seit Oktober ein Symbol für die Stimme und die Kraft der Manifestation, die mit der Stimme einhergeht. Das Symbol hat mich zum Human Design in Bezug auf die Stimme geführt. ich wusste vorher nichts davon, nur dass es das so genannte Kehlzentrum für die Stimme gibt.
Ich besitze dieses Symbol.

Meine Erfahrung mit dem Symbol ist, dass es verdammt gut wirkt. Seit ich es nutze, finde ich mich selbst total im Flow und habe das Gefühl, das wird was, was ich da gerade zur Welt bringe.

(Qyoma Facebook oder zur Qyoma Webseite)

Als ich das las, hatte ich die Erklärung für diesen merkwürdigen Wandel in meinem Innenleben. Ich wusste plötzlich, was da vor einigen Tagen passiert ist. Ich habe meine Stimme und meine Bestimmung gefunden … oder besser gesagt: Ich habe gelernt, dass es mich krank macht, Stimme und Bestimmung zu ignorieren und gegen sie zu leben und zu arbeiten.

Ich habe mir von Oliver persönlich dieses besagte Symbol in Form eines Amuletts herstellen lassen. Und so etwas „Verrücktes“ habe ich noch nie getan, bzw. in Auftrag gegeben. Aber mein Inneres wollte dieses „SYMBOL-DING“. Es wollte es so sehr, dass auch hier kein Spielraum blieb für Diskussionen, wie „Dat kostest Geld!“, „Was soll das bringen?“

Es ist wie bei einer Trauung, der Ring, der dieses Eheversprechen besiegelt…

Ich habe mit diesem Symbol mir selbst das Versprechen gegeben, ab sofort nur noch auf meine innere Stimme zu hören… denn, das Wesen, was hinter Stimme steckt, hat nicht vor, mich in Schwierigkeiten zu bringen, im Gegenteil: Es liebt mich und möchte, dass es mir gut geht und dass ich glücklich bin.

Gestern ist es gekommen. Großartig. Der absolute Wahnsinn.

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Die „Fassung“ ist übrigens eine Muschel … vermutlich aus Hamburg, vielleicht auch Helgoland, muss ich nochmal fragen… Muscheln, kalkige Schalen, ein Material, zu dem ich eine sehr enge Verbindung habe.

Durch meine Adern fließt nämlich friesisches Blut … eine Tatsache, die ich bis dato auch noch gar nicht so wahr – und ernst genommen habe. Und mein Gefühl sagt mir: Ich brauche mehr Norden in meinem Leben … ich möchte mir eine Wohlfühloase zu Hause schaffen… die Terrasse wird demnächst umdekoriert und gestrichen, und zwar so,  wie mein Inneres es sich wünscht und … friesisch maritim … ja, und einen Strandkorb werde ich in diesem Leben auch noch irgendwann bekommen. 😀

Wenn mein Werk fertig ist, gibt es Bilder …

Ja, ist schon verrückt, was alles so passiert, wenn man einfach nur noch auf sein Gefühl hört…

Erinnert mich an den genialen Film „Der Ja-Sager“? Kennt den noch jemand? Einer meiner absoluten Lieblingsfilme mit Jim Carrey. Hatte ich eigentlich schon mal erwähnt, dass ich ein großer Jim Carrey Fan bin?

Ein sehr tiefsinniger, nachdenklicher und vom Leben gezeichneter Schauspieler …

Ich sage zwar nicht zu allem JA, – im Gegenteil: Hier ist die Kunst auch mal NEIN zu sagen – aber ich handle so, wie mein Gefühl es entscheidet und nicht mein Verstand, die Vernunft oder andere Spießer-Abteilungen im Gehirn.

Und siehe da: Ich habe nicht mehr das Gefühl ständig alles falsch zu machen und gegen meine Natur zu agieren, sondern erlebe bei allem, was ich von innen heraus tue und entscheide, eine Flut an Emotionen, die mich u. a. mit Sicherheit, Glück und Zufriedenheit erfüllen. Manchmal so stark, dass mir die Tränen kommen.

Apropos…

Vor einigen Tagen hatte ich eine Situation an der Kasse eines Supermarktes, wo ein Mädchen, schätzungsweise 9 oder 10 Jahre alt, zu wenig Geld dabei hatte. Mir ist das kleine Mädchen mit dem Fahrradhelm schon vorher aufgefallen, da sie zwei Pralinenschachteln trug, die größer waren als ihr Kopf. Ich vermutete, dass die Pralinen als Muttertagsgeschenk gedacht waren. Ich selber halte nicht viel von diesem Muttertagsgedöhne, fand es aber dennoch irgendwie zuckersüß. Ich sah schon am Blick des Mädchens, als sie an der Kasse stand und der Endpreis genannt wurde, dass sie Zahlungsschwierigkeiten hatte. Ohne auch nur eine Sekunde darüber nachdenken zu müssen, traf mein Herz die Entscheidung, dass ich ihr das fehlende Geld  – egal wie viel – geben würde. Ich würde es tun, weil es kein anderer in dieser Schlange tun würde, denn man muss halt auf sein Taschengeld achten und sich nicht gefälligst bei Milka bedienen, wenn man sich Milka nicht leisten konnte. Außerdem konnte es doch sein, dass das Kind diese Verzweiflungs-Masche öfters abzog und sich somit sämtlicher Leckereien kostengünstig bedienen konnte … Kinder können nicht nur grausam, sondern auch ziemliche clever sein.

Mir doch egal, was andere denken…

Der hilflose Blick des Mädchens und das nervöse Suchen nach den noch fehlenden Münzen trieb nicht nur ihr die Tränen in die Augen, sondern auch mir. Ich war selbst ganz erschrocken, dass mich diese Situation emotional so touchte, war wohl mein Empathen-Dasein wieder am Werk. Ich fühlte das, was das Mädchen fühlte und das Mädchen fühlte sich gerade sehr unwohl. Die Kassiererin forderte mahnend, machte deutlich, dass sie das fehlende Geld – etwa 2 € – jetzt aber dringend bräuchte, sonst müsste sie die Pralinen eben hier lassen. Die Menschen in der Schlange starrten das Geschehen an. Versteinerte Minen. Empathieloses Pack. Ich unterbrach schließlich dieses unerträgliche Szenario und ließ die Kassiererin wissen, dass das Mädchen das Geld von mir bekäme. Ich gab der Kassiererin das Geld, lächelte und zwinkerte der Kleinen mit Tränen in den Augen zu. Sie bedankte sich erleichtert, strahlte mich an und zog dann winkend mit den beiden I-Love-Milka-Schachteln eilig ab.

Die Leute starrten mich entgeistert an… übrigens, ich tue das nicht, weil ich in den Himmel oder ins Paradies möchte. Ich tue das auch nicht, um von einem höheren Wesen „gesegnet“ zu werden. Auch dieses Karma-Ding ist mir inzwischen sehr supekt geworden… alle tun immer etwas, um etwas Bestimmtes, etwas Höheres zu erreichen… tue Positives und dir wird Positives zurückgeben, die Rechnung stimmt auch nicht immer. Nein, ich tue gewisse Dinge, weil mein Instinkt, mein Gefühl, mein Herz, mein Inneres danach strebt … scheinbar ohne Ziel und ohne Grund … oder aber, ich habe das Ziel und den Grund noch nicht verstanden. Was mir allerdings vollkommen egal ist. 🙂

#Gutmensch ?! 😀

„Liebe braucht keine Gründe … Liebe, ist eine grundlose Wärme – einfach weil es so schön ist, warm zu sein.“
(Osho)

Nach dieser Pralinengeschichte, dauerte es etwas länger, bis ich emotional wieder auf ein normales Level kam und verstand, welch merkwürdigen für Emotionen verantwortlichen Systeme da wieder am Werk waren. Nach etwa einer Stunde, war ich wieder klar und freute mich für die Kleine mit ihren Pralinenschachtel ganz gleich, was sie damit zu tun gedachte oder auch nicht.

Was ich noch anders oder neu mache…

Ich versuche nicht mehr so viel Zeit zu verschwenden, sondern sie immer sinnvoll zu nutzen, ohne dass es anstrengend wird …

Weniger online sein … vor allem vormittags, wenn ich eigentlich Texte schreiben müsste. 🙂

An meinen Romanen schreiben, täglich mindestens 5 Seiten …

Viel lesen … zwecks Wortschatzerweiterung … aber auch, um mich von anderen Autoren inspirieren zu lassen…

Zum Frühstück höre ich zum Beispiel jetzt Hörbücher, statt TV zu schauen oder im Internet zu surfen …

Abends im Bett lese ich ein bis zwei Kapitel zum einschlafen, statt 4Bilder1Wort oder andere Wortspiele auf dem Handy zu spielen…

Zeit mit viel frischer Luft füllen, Wandern, Spazieren, Gartenarbeit – ich habe übrigens zum ersten Mal Gemüse angebaut und mich mit dem Thema Gartenbepflanzung beschäftigt …

Meine Klamotten kaufe ich ab sofort ausschließlich nur noch bei EMP.de – es ist der einzige Shop, der meinen Geschmack zu 100 % trifft. Ausgefallen, einbisschen dark, crazy.  Ich war bisher immer noch etwas zaghaft bei der Auswahl, um nicht allzu auffällig zu sein und meinen Mann nicht zu erschrecken, aber da muss der jetzt durch. 😀

Apropos…

Mein Mann hat wirklich einen Orden verdient! Er hat alles ertragen (müssen) und hat mich bei all dem ganzen Schlamassel unterstützt und immer zu mir gestanden, auch wenn er bis heute nicht kapiert hat, was eine Angststörung ist …  DANKE! <3

Neue Tattoos müssen auch her … glaubt mir, wenn ich das Geld hätte, wären bei mir nur Kopf und Hals Tattoo frei … ich arbeite dran. 🙂

Und ich hab dann jetzt doch das Joggen angefangen…

Auch eine Bauchentscheidung…

Mein Verstand sagte nämlich: Ich hasse Laufen… auch wegen meinem Rücken.

Aber ich kämpfe seit dem Absetzen der Tabletten (7 Kilo weniger) mit einem ganz gewaltigen Jo-Jo-Effekt (wieder 7 Kilo drauf) und möchte einfach etwas sportliche Betätigung in mein Leben bringen. Ich hab das Joggen schon einmal vor ein paar Jahren versucht, bin aber an den starken Kopfschmerzen nach dem Laufen gescheitert. Über das Röntgenbild meines Rückens wurde auch dem Arzt dann klar, meine Bandscheiben finden Joggen nicht so toll. Was ich nicht wusste: Das Schuhwerk spielt hier eine ganz entscheidende Rolle.

Mein Facebook-Statement zu meinem ersten „Run“ lautete so:

Laufen Facebook

Mein zweiter Run-Post klang dann so:

Laufen Facebook 2

In Video-Form klingt und sahen die Anfänge dann so aus:

Gestern habe ich schon drei Kilometer ohne Gehpause geschafft … und ich fühle mich immer wohler dabei. Es ist tatsächlich so, dass durch das Laufen der Stresspegel sinkt.

Mein persönlicher Stresspegel hat sich – seit dem Austritt aus dem Hamsterrad – auf 2 eingependelt … ohne Psychopharmaka und Aufenthalt in einer Burnoutklinik… das wäre nämlich meine nahe Zukunft gewesen.

Jetzt gehe ich Joggen, baue Gemüse an, hole mir die Nordsee auf meine Terrasse, kaufe mir wertvolle, individuell hergestellte Glücksbringer, reagiere und handle spontan, aus dem Gefühl heraus (ohne Nachzudenken) und plane jetzt sogar ein Haus zu kaufen …

Das alles hätte mir mal jemand vor ein Paar Wochen erzählen sollen … ich hätte ihn für verrückt erklärt!

Von daher, meine neue Hymne:

Mannometer, die Wogen glätten sich …

Das Beitragsfoto zeigt übrigens Klee, der von einem steigendem See überschwemmt wurde … bedeutungsvolles Bild … unter Wasser … going under … Klee = Glück… ach vergesst es. 😀

Die Wogen haben sich geglättet…

Mein Stresspegel liegt jetzt im Ruhezustand bei etwa 4 …

Das hat einen Grund …

Dazu später mehr …

Ich muss zunächst SO anfangen:

Juhuuu, ich schreibe wieder …

Und, wie ich aus heutiger Sicht feststelle, ist das gar nicht so selbstverständlich …

Denn, ich habe am Samstag aufgrund eines unkonzentrierten Augenblicks meine ganze Webseite zerschossen. GAME OVER. Alles weg. Es gab nur noch eine weiße Seite. Eine weiße Seite, die mir deutlich zu verstehen gegeben hat, dass an dieser Stelle wohl Schluss ist. Schluss mit mir und meinen Gedanken, die ich mit meiner vollen Identität in die große weite Welt posaune, ohne Rücksicht darauf, dass ich mir dabei auch mal Kopfschütteln und Unverständnis einhandle, – übertriebene Art der Selbstdarstellung, was sollen denn die Leute denken, Krankheitsgeschichten als Fortsetzungsroman will keiner lesen bla, bla, bla – Fuck you!

Ich konzentriere mich da lieber auf das (überwiegend) positive Feedback und mein entspanntes und beflügeltes Empfinden nach jedem Blogeintrag und – wie ich jetzt festgestellt habe, – auf neue, tiefsinnige Aufträge.

Aber, wie gesagt, nach dieser weißen Seite am Samstag Morgen, war für mich klar: DAS WAR`S! ENDE! AUS! Was ich zunächst natürlich nicht wahrhaben wollte. Ich habe wirklich mit allen mir zur Verfügung stehenden Mitteln versucht, das Problem zu beheben. Google lieferte mir die Lösung auf dem Silbertablett, aber ich war nicht in der Lage, den Anweisungen zu folgen, weil ich die Anweisung schlicht weg nicht verstanden habe. Ich sollte eigentlich nur den Plugin-Ordner im FTP umbenennen … ich wusste aber nicht, wo dieser Ordner sein sollte. Ich hatte so einen Scheiß Ordner nicht! Ich hatte überhaupt nirgendwo in meinem Leben einen so lebenswichtigen Ordner … wobei mir gerade auffällt, dass das Wort „Ordner“ aus der Wortfamilie der „Ordnung“ abzuleiten ist …

Ordnung? Kenne mer net, bruche mer net! 😀

Kein Ordner „WP-Plugin“, kein Blog! 😮

FUCK! 😮

Nichts geschieht ohne Grund. Es musste wohl so sein. Jemand wollte, dass mein „Werk“, dass ich fast schon seit einem Jahr regelmäßig hege und pflege und in mein Herz geschlossen habe, vernichtet wird. Ich habe schon einmal 5 Jahre Blog, mit rund 200 Beiträgen mit einem Mausklick zunichte gemacht. Damals habe ich diese Entscheidung aber bewusst getroffen. Ich wollte all diese vielen Zeilen nicht mehr in meinem neuen Leben haben … ich bereue das heute zutiefst. Und auch am Samstag war ich tief erschüttert…

Und auch wenn irgendwo in meinem Kopf irgendein Vernunft-Ding versuchte mir einzureden, dass es besser so wäre, dass der Inhalt dieses Blogs durch ein Pluginfehler vernichtet wurde – Sei froh, dass es vorbei ist, dann gibst du den Leuten keinen Grund mehr, sich das Maul zu zerreißen. Du weißt doch, die, die es lesen sollten und von denen du es dir wünschen würdest, dass sie es lesen, lesen es nicht und umgekehrt – redete ein anderer, viel lauterer Teil auf mich ein, bloß nicht aufzugeben. Das ist die einzig wahre Therapie! Du warst so lange stumm! Du brauchst das Schreiben, wie die Luft zum atmen. Der Kampf gegen Ängste! Die Suche nach Gleichgesinnten! Die Illusion, von irgendjemanden verstanden zu werden. Und du hast inzwischen Blog-Fans.

Mit anderen Worten: Ich brauche diesen Blog, wie andere Menschen ihre verdammten Freunde brauchen, bei denen sie sich ausheulen können (ganz gleich, ob diese es hören wollen oder nicht). Es ist mein Druckablassventil und es ist jedem freiwillig überlassen, ob er mich beim Druckablassen begleitet oder nicht. Kapito? 😉

Allerdings war mein Druckablassventil (durch ein Systemabsturz inmitten eines WordPress-Plugin-Updates) so verklemmt, dass keine Hoffnung auf Lösung bestand. Und das in einer Zeit, wo meine Nerven ohnehin schon blank lagen (siehe letzte Einträge). Ja, ich kann sagen, dass am Samstag ein Tag von der Sorte war, den man am besten unkommentiert aus seinem Leben streicht, inklusive empathischer Schwingungen, denn mein Mann hatte an diesem Tag auch sein Päckchen zu tragen und ich habe sehr mit ihm mit gelitten. 🙁

Tja, willkommen, in meinem Leben …

4 Tage lang habe ich versucht damit – also mit dem zerstörten Blog – zu leben …

Konnte es aber nicht, ohne mich dabei schlecht zu fühlen …

Und am 4. Tag habe ich mich dann intensivst mit dem Begriff File Transfer Protocol beschäftigt, quasi Informatik studiert, und habe es schließlich geschafft, das Problem fachmännisch zu lösen. 😀

Alles war wieder da … unversehrt … außer die Fotogalerie, die ist hinüber… aber das krieg ich auch wieder hin.

Ein Stressfaktor weniger…

An dieser Stelle nochmal etwas zu meinen „Pegelständen“…

Am Freitag lag der Stresspegel im Ruhezustand nach wie vor bei 8

Samstag, nach dem Crash bei 9-10

Sonntag dito …

Montag … 8-9

Dienstag … 6

Heute … 4

Ja, heute war ein guter Tag …

Und es wird besser …

Ja, der Stresspegel sinkt stetig und meine körperlichen Symptome minimieren sich …

Meine Therapeutin hatte recht. Es ist keine Angststörung. Es war / ist die körperliche Reaktion auf heftigsten Stress. Stress, den ich mir selber mache, weil Leistungsdruck, beruflicher Perfektionismus, Existenzangst und meine ständige Angst vor dem Versagen, so eine überdimensionale Größe angenommen haben, dass es krank macht.

Das lasse ich nicht mehr zu …

Ich Krempel gerade mein Leben komplett um…

Ich werfe alte Gewohnheiten über Bord, mache vieles anders …

Ich höre jetzt auf mein Bauchgefühl …

Höre auf meine innere Stimme …

Mein Herz …

Wie das funktioniert?

Die erste innere Reaktion, auf einen Menschen oder eine Situation ist die richtige…

Vor ein paar Tagen fühlte ich plötzlich bei einem Menschen negative Schwingungen. Statt sie schweigend hinzunehmen und Gefahr zu laufen, das auf mich persönlich zu beziehen, fragte ich ohne zu zögern nach. Ich erhielt die Info, dass eine Operation ins Haus steht und deshalb die Stimmung im Keller war. Das zu wissen, hat mir selbst aber auch dem Betroffenen geholfen, da er jetzt nicht mehr gute Miene zum bösen Spiel machen musste.  🙂

Und noch etwas habe ich mit meinem Bauchgefühl geklärt…

Ich hatte das Bedürfnis einer Frau zu helfen, obwohl für sie noch nicht abzusehen war, dass sie Hilfe brauchte. Es ging eigentlich nur um das Öffnen einer Türe … auch wenn ich mich eigentlich ins Auto setzen und meinen Weg nehmen hätte können, war ich einfach im richtigen Moment zur Stelle. Das hätte ich mich früher nicht getraut, aus Angst jemanden allein mit meiner Anwesenheit zu stören oder zu nerven.

Ja, heute war ein besonders guter stressminimierter Tag …

Ich habe einen schönen Auftrag bekommen. Die Vertrauensbasis für diesen Auftrag, erlangte der Auftraggeber unglaublicher Weise über den Inhaltes meines Blogs – er ist ein Gleichgesinnter. 🙂

Was war noch?

Ach ja…

Heute habe ich etwas getan, was ich mich bisher nur ganz selten, ich glaube sogar nur einmal bei einem Bekannten getraut habe: Ich habe jemanden gesagt, dass er toll riecht. Ich hatte ja schon einmal erwähnt, dass ich ein sehr feines Näschen habe und auf Gerüche und Düfte reagiere, die andere noch nicht einmal wahrnehmen. Ohne Scheiß, manchmal bin ich so irritiert von Gerüchen, dass ich ganz nervös und hektisch werde und erst Ruhe gebe, wenn ich weiß, was ich da im Einzelnen alles rieche … Gerüche – wenn sie gut sind – werfen mich irgendwie total aus dem Bahn. 🙂

Heute …

Ich kam heute in die Postfiliale und fühlte mich regelrecht beflügelt. Der Duft eines Parfüms – der eindeutig von der Postangestellten kam – war nicht aufdringlich. Er war dezent (wahrscheinlich so dezent, dass es kein anderer riechen konnte) und erinnerte mich an Frühling. Das gab mir ein Glücksgefühl und ich spürte, wie mein Stresspegel von 5 auf 4 rutschte… unverhoffte Aromatherapie … dafür war ich ihr dankbar. Mein Bauchgefühl stupste mich an und sagte: „Sag`s ihr!“ Hab ich gemacht, dafür ein fröhliches Lächeln geerntet… auch wenn sie etwas irritiert war, dass ich den Duft wahrgenommen habe …

Das werde ich jetzt immer so machen …

Mehr meinem Inneren folgen …

Meinen Gefühlen und dem ersten Eindruck freien Lauf lassen…

Menschen sagen, wenn ich etwas an ihnen oder sie im Ganzen toll finde …

Menschen einfach sagen, wenn sie mich berühren, bewegen oder …

… scheiß drauf, was andere denken!

… scheiß drauf, was die Betroffenen selbst denken! 🙂

Die Frau von der Postfiliale hat wahrscheinlich gedacht, ich wollte sie anbaggern … 😀

Wollte ich nicht… aber ich wollte einem Gefühl folgen und habe es getan.

Apropos einem Gefühl folgen…

Ich bin über eine Stellenanzeige gestolpert … da meldete sich auch mein Bauchgefühl. 🙂

Morgen habe ich ein Vorstellungsgespräch… drückt mir die Daumen. 🙂

Nein, ich hänge meinen Job nicht an den Nagel…

Ich schaffe mir nur neue Ressourcen für meine Romanschreiberei (darin sehe ich nämlich meine Zukunft!) und erlange mir eine gewisse finanzielle Existenzsicherheit zurück, die nicht abhängig von meinen geistigen Ergüssen ist. Das wird mir eine enorme Last abnehmen. Meine Arbeit als Texterin wird natürlich parallel weiterlaufen, aber ich werde vielmehr Zeit haben für meine Romane und darauf freue ich mich sehr. 🙂

Apropos Zeit …

Ich muss ins Bett …

Da wartet noch ein Kapitel Fitzek „Passagier 23“ auf mich …Wortschatzerweiterung! 🙂

Tschö!

P.S.:

Ein letzter Gedanke: Was von Herzen kommt, kann doch nicht falsch sein… oder? 😮