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Tabuthema: Reden wir (endlich) über sexuellen Missbrauch – Teil 2


Puh… 😮

Das war schon ein guter Plan gewesen, aus diesem Thema einen Zweiteiler zu machen. Ich glaube, da musste nicht nur ich erst einmal kurz durchatmen, sondern auch andere. Ich hatte keine Ahnung, wie weitreichend die Reaktionen sein würden …

Statistik

Bis heute morgen hatten über 150 Menschen diesen Beitrag angeklickt?!

Das hat mich echt umgehauen…

Ich hatte echt Angst vor den möglichen Reaktionen. Ich bekam viele Mutmach – und Anerkennungsnachrichten, aber es kamen auch so Fragen wie:

Warum hat das keiner bemerkt?

Wie konnte das passieren?

Warum hast Du nie etwas gesagt?

Ach Leute, das sind Fragen, deren Antworten mir heute nicht wichtig sind …

Dazu sage ich an dieser Stelle nur:

Liebe Eltern, passt auf eure Kinder auf! Interessiert euch für eure Sprösslinge, zeigt ihnen, dass ihr sie liebt und erklärt ihnen, dass Schule nicht alles ist. Hört genau zu, auch wenn es noch so belanglos klingt und manche Themen naiv und nervtötend erscheinen, nehmt sie trotzdem ernst, lest zwischen den Zeilen und vor allem klärt sie früh genug über das Thema sexuellen Missbrauch auf! Das ist das Wichtigste! Meine Tochter habe ich schon über das Thema Missbrauch informiert als sie zum ersten Mal außer Haus, bei einer Freundin schlafen wollte – da war sie vier. Sie hat mit sieben einen Selbstbehauptungskurs für Kinder absolviert, in denen solche Themen angesprochen und Selbsthilfe in solchen Situationen „geübt“ wird. Ich weiß, ich kann sie nicht vor allem Übel dieser Welt schützen aber ich kann sie stärken, ihr Vertrauen schenken, sie ihre Erfahrungen machen lassen, aber sie auch dabei im Augen behalten und einschreiten, wenn ich spüre, dass es nötig ist. Und ich bin schon einige Male eingeschritten.   <3

Die erschreckenste Nachricht dazu kam übrigens von einem engen Freund aus meiner Kindheit und sie enthielt die Frage: „Wie heißt Charlie wirklich? War es XY aus der XYZ-Straße?  Wenn ja, … bei mir ging da auch die Post ab!“  😮

Da fällt einem auch erst mal die Kinnlade runter, dicht gefolgt von der Frage ob man jetzt aus Betroffenheit weinen oder sich freuen soll, jemanden zu wissen, der auch betroffen war.

Wer weiß, wer sich noch alles meldet, dann gründen wir eine Selbsthilfegruppe! <3 😀

Aber es gab auch eine andere, für mich sehr bedeutende Nachricht aber dazu werde ich in den nächsten Tagen kommen …

Übrigens: Mir geht es echt deutlich besser und habe die Tabletten gestern schon komplett abgesetzt.  <3

Nun die Fortsetzung, bzw. die Erzählung, wie es weitergegangen ist … allerdings nicht im Storymodus, das war mir „Cäsar“ nicht wert. 😀

Allerdings habe ich beim Lesen des ganzen Textes festgestellt, dass ich selbst beim Erzählen immer emotionaler wurde und den Rest quasi nur wütend dahingerotzt habe … ich entschuldige mich an dieser Stelle schon Mal dafür.

Los geht`s …

Charlie hatte mich fest im Griff und den Grundstein für (m)ein zukünftiges gestörtes Verhältnis zur Liebe und Männern gelegt. Heute weiß ich nicht, wie lange das ging – Wochen oder Monate. Ich habe das, was da passiert war auch über Jahrzehnte komplett verdrängt. Es war wie aus meinen Gedächtnis gefegt, kam aber dann doch in einer meiner dunkelsten Stunde – „Ich und der Psychopath Teil 4“ –  mit voller Breitseite zurück. Allerdings nicht alles, die Erinnerung an einen ganz besonderen Tag, an dem auch irgendetwas eskalierte fehlt noch. Aber das ist mir egal, wird schon seinen Grund haben, warum es von meinem Unterbewusstsein vergraben wurde.  🙂

Doch wie ging es unmittelbar danach weiter?

Nach den massiven Eheproblemen meiner Eltern, inklusive anschließendem Scheidungstheater zogen wir um und auch Charlie verschwand aus meinem Leben.

Was hat dieses Charlie-Geschichte unmittelbar bewirkt?

Sie hatte bewirkt, dass ich vollkommen orientierungslos, verwirrt und verloren durch mein Leben trieb. Zunächst hatte ich aufgrund meine Situation und auch der Situation meiner Eltern  das Gefühl, als hätten alle Menschen um mich herum den Verstand verloren. Es gab nur Lügen, Ärger, Streit, keine Klarheit und somit gab es für mich auch keine Chance, in dieser Zeit einen sicheren Hafen anzusteuern. Ich hatte das Gefühl unterzugehen, Charlie fehlte irgendwie, die „Liebe“, seine Aufmerksamkeit fehlte und ich war immer auf der Suche nach ihm  …

Foto: Religionsunterricht, Grundschule – ich finde, das ist mir aus tiefenpsychologischer Sicht, sehr gelungen. Nein, der Mann auf dem Bild ist NICHT (wie von vielen vermutet) mein Vater.

13.01.2016 - Bild Grundschule

Aber ich fand Charlie nicht, nur irgendwelche plumpen Ableger von ihm, die mich zu Tode erschreckten. Ich erinnere mich noch an den ekelhaften Grabscher aus dem Schwimmbad beim DLRG-Grundkurs – ich konnte mich losreißen, wollte danach auch vehement nicht mehr schwimmen gehen. Nachdem der Bruder einer Freundin mir einmal im Wald auflauerte, um mich ebenfalls sexuell zu belästigen, konnte ich zwar die Flucht ergreifen, meiner Freundin daraufhin ohne Angabe von Gründen die Freundschaft kündigen, aber ich war dennoch jedes Mal wie betäubt und vor den Kopf gestoßen. Was sollte das?!  😮

Damit ich endlich meine Ruhe vor diesem Belästigungsscheiß hatte, beschloss einfach kein Mädchen mehr zu sein. Ja, Mädchen sein brachte nur Probleme mit sich, weil es offenbar immer auf diese eine Sache hinauslief … selbst bei den Gleichaltrigen. Das nervte mich. Ich war deswegen richtig ängstlich, misstraute jedem, außer einem. Der einzige, der mir damals wirklich Halt und eine feste, intensive Freundschaft gegeben hat war mein Freund Oliver … der wollte nie rummachen, er hatte genau wie ich damals, kein Interesse an sowas.  <3

Ich zog keine Kleider mehr an und auch meine langen blonden Haare fielen der Schere und einem jungenhaften Haarschnitt zum Opfer. Diese Veränderung verstand allerdings keiner. Ich meine, ich war noch nie das typische Mädchen, habe lieber mit Legos als mit Barbie gespielt und war schon immer ein kleiner „Bengel“. Aber ich denke, man hat bestimmt hinter hervor gehaltener Hand gemunkelt, dass ich zur Transsexualität neige – im falschen Körper geboren oder so. Da fällt mir gerade ein: In meinem Leben hat man mich auch schon ganz oft als heimliche Lesbe abgestempelt. Selbst mein Opa hat mir mal geflüstert, dass er hätte schwören können, dass ich lesbisch sei – nur weil ich nicht typisch Mädchen und auch heute auch nicht immer typisch Frau bin?

Lustig! 😀

Ich musste ihn und auch alle anderen enttäuschen – ich bin tatsächlich auch heute noch aus vollem Herzen hetero … stehe heute allerdings auf sehr weiche, emotionale Männer, gerne auch mit weiblichen Seiten! <3 😀

Off-Topic, sorry … heißer Brei … BLA! 😀

Ich war also etwa zehn Jahre alt, trug am liebsten Jeans und Turnschuhe, hatte eine Jungenfrisur und spielte leidenschaftlich gerne Tennis und Fußball. Und ich freute mich, wenn mich alle um mich herum Nicki nannten, auch die Lehrer, denn Nicki hätte durchaus auch der Name eines Jungen sein können. Besonders der Fußball regierte in dieser Zeit mein Leben. Irgendwann durfte ich sogar im Fußballverein an der Seite von Jungen im Mittelfeld spielen.

Lief gut …

Bis zu dem Tag als bei einem Auswärtsspiel jemand von der Gegenmannschaft Wind davon bekam, dass ich ein Mädchen war. Einer von ihnen hatte es sich auf die Fahne geschrieben, mich fertig zu machen. Immer wieder belästigte mich dieser bescheuerte Hosenscheißer, beleidigte mich und meinte, während eines Ballgefechts mir an meine noch nicht so ganz vorhandenen die Brüste zu fassen. Da sah ich leider rot – im wahrsten Sinne des Wortes. 😀

Echt, ich war so wütend über diesen Angriff, dass ich ihm ohne Vorwarnung (mit Fußballschuhen) zwischen die Beine trat und ihn zu Boden schubste. Ich flog vom Platz und wurde gesperrt. Das war dann auch der Punkt an dem mein Trainer einsehen musste, dass ich in meinem Alter inzwischen (11) und meinem weiblichen Geschlecht in eine Mädchen-Mannschaft wechseln sollte… die es aber zu diesem Zeitpunkt in meinem Wohnort noch nicht gab. 🙁

Aus der Traum von der Fußballkarriere …

Was mein Dasein als Junge betraf, kam mir immer mehr die Pubertät in die Quere und somit auch der Spott mancher Klassenkameraden. Ich fühlte mich dann doch nicht mehr so ganz wohl in meiner Rolle und ließ mir die Haare so langsam wieder wachsen. In meiner Freizeit verzog ich mich immer mehr in Traumwelten, in der ich niemanden brauchte, außer meine Schreibmaschine, meinen Fußball, meinen Freund Oliver und Dirty Dancing. Ja, ich glaube die Phase, in der ich unsterblich in Patrick Swayze verliebt war, ist möglicherweise die einzige Zeit in der ich „normal“ für mein Alter war.  Pubertät eben …

Mann, der war aber auch heiß … <3

Mein Zimmer war wirklich bis ins unendliche mit seinen Postern tapeziert. Diese Phase endete mit dem Augenblick als die Realität des Lebens mich einholte, nämlich mit der Gewissheit, dass etwas mit mir nicht stimmte. Wenn ich nicht gerade in meine Fantasien versank, in denen ich mit meiner Schreibmaschine halbe Liebesromane über mich und Patrick Swayze verfasste, ging es mir schlecht. Ich war ständig traurig und empfand einen tiefen inneren Schmerz. Eine Zeit, in der ich durch Zufall lernte, dass Alkohol diesen Schmerz tatsächlich betäubt … ja, ich war auch mit 11 schon mal betrunken. 🙁

Dieser Schmerz nahm immer mehr Platz in meinem Leben ein und machte sich auch in meinen Schulnoten bemerkbar. Ich besuchte ein Gymnasium und hatte eigentlich immer gute Noten gehabt, aber das änderte sich schleichend, was auch zu Hause für mächtig Stress und Ärger sorgte. Ich fühlte mich einfach nirgendwo mehr wohl, hatte das Gefühl fehl am Platz und immer schlecht zu sein, ich rebellierte, terrorisierte, wurde schnell aggressiv und war aus diesem Grund (wenn ich nicht gerade Stubenarrest hatte) auch so oft wie es ging „draußen“. Manchmal traf ich mich mit Schulkameraden aus dem Ort, meistens aber nicht.

Im Ort gab es einen Spielplatz auf den ich mich gerne verzog. Verträumt spielte Nachmittags nach der Schule im Park und übte dort meine Fußballtricks. Manchmal trafen sich dort auch andere Jugendliche, viel Älter als ich, die dort abhingen und auch manchmal Fußball spielten.

Wie gerne hätte ich mit ihnen gespielt …

Aber ich traute mich nicht zu fragen, sondern schlich immer nur um die Gruppe herum, die mit ihren Mopeds, Heavy-Metal-Kutten und langen Haaren mich sehr beeindruckten. Das war wie bei einer Naturkatastrophe, Angst und Faszination lagen dicht beieinander. Wenn sie Fußball spielten und der Ball wieder endlos ins Off flog, war ich diejenige, die ihn zufällig holte und zurück brachte. 😀

Irgendwann geschah dann tatsächlich das Wunder. Ihnen fehlte noch ein „Mann“ und da sie mich öfters mit dem Ball im Park gesehen hatten fragten sie mich, ob ich nicht Lust hätte, mit ihnen Fußball zu spielen. Die Bemerkungen über mein jungenhaftes Äußeres prallten an mir ab, ich war nur froh und glücklich mich wenigsten hier einmal beweisen zu dürfen.  Das war im Sommer …

Irgendwie hatte ich plötzlich Hoffnung, hier neuen Anschluss zu finden und klebte nach diesem einen Mal an ihnen, wie eine Klette. Das war für alle problematisch, auch für mich, das wusste ich nur noch nicht. Nicht nur, dass alle älter waren und sie mich mit meinen 11 Jahren eher in die Kategorie „Kind“ schoben, viele von ihnen mochten mich auch nicht besonders und gaben mir deutlich zu verstehen, dass ich nicht erwünscht war. Die zwei Mädchen der Clique hatten aber irgendwie Mitleid und boten mir einen „Platz“ auf der Parkbank an und so lebte ich diesen Sommer als Schatten einer lustigen Heavy-Metal-Horde mein weiteres Leben. Um ihnen zu gefallen und nahe zu sein, fing ich sogar mit dem Rauchen an – trinken konnte ich ja schon. 😀

Aber ich wurde aus verschiedenen Gründen, die ich hier nicht alle aufführen kann, verständlicherweise  nie zu einem anerkannten Mitglied dieser „Familie“, dafür waren wir einfach zu verschieden.

Mit einer der beiden Mädels bin ich aber noch heute sehr eng befreundet und das andere Mädchen mag ich ebenfalls sehr. <3

Dann kam der Herbst. Ich war immer noch „nur“ ein Schatten der Clique aber inzwischen unterhielten sie sich auch mit mir.  An jenem folgenschweren Abend war es kalt im Park und es wurde früh dunkel.

Ich paffte gerade an meiner Zigarette und fing mir eine heftige Ermahnung ein, dass Zigaretten zum paffen zu schade sei und ich mit dieser Kinderkacke aufhören sollte, als ein Wagen vor fuhr. Der Typ, der Ausstieg war noch arroganter als der aufgemotzte Wagen den er fuhr. Ich hatte ihn schon öfters gesehen aber keine Notiz von ihm genommen. Er interessiert mich auch nicht wirklich, denn er schien auch bei den anderen nicht mehr als ein Augenrollen wert zu sein. Er begrüßte seine von ihm augenscheinlichen Kumpels mit einem lauten „Salve!“

Nennen wir diesen deutlich älteren Kerl (19) aus diesem Grund einfach Cäsar … scheiße, ich könnte gerade kotzen! 🙁

Sorry …

Ja, ich kann mich noch sehr gut an den Abend erinnern, in dem Cäsar in mein Leben trat, denn ich hatte gerade mal wieder eine schlechte Note geschrieben, – mein Leben bestand zu diesem Zeitpunkt irgendwie nur noch au Nachhilfestunden – war sehr schlecht drauf und die Bemerkung wegen der Zigarette hatte mir den Rest gegeben. Ich war ein Nichts, ein Niemand und auch noch zu blöd zum Rauchen. Ich verfiel wieder in dieses Gefühl des Schmerzes und der Traurigkeit und fror mir zudem in der Herbstdämmerung den Arsch ab. Irgendwann setzte sich dieser Cäsar (der in keiner Weise mein Typ war) auf den freien Platz neben mich und stellte sich mit den Worten vor:

„Oh, hallo, schöne Frau. Ich bin Cäsar, wer bist du?“

Es folgte eine kurze Diskussion mit den anderen, die  so Sachen sagten, wie: „Cäsar, das ist keine Frau, das ist noch ein Kind … aber schon rauchen wollen!“

Dann unterhielten sich die anderen weiter im Halbdunkeln, während Cäsar tatsächlich seine ganze Aufmerksamkeit auf mich richtete. Er schien zu merken, dass ich fror und heftig mit den Zähnen klapperte.

„Ist dir kalt? Warte, ich wärme dich!“

Das war sicherlich der dümmste Anmachspruch aller Zeiten aber er tat seine Wirkung. Er legte behutsam seine Jacke und seinen Arm um mich und wärmte mich eben. Diese Geste war so unglaublich wohltuend, irgendwie liebevoll aber ich erkannte die Gefahr nicht, die von ihr ausging. Ich erkannte diese verfluchte Falle schon wieder nicht. Irgendwann flüsterte er mir ins Ohr, dass er findet, dass ich etwas ganz Besonderes sei, dass er mich süß fände und dass er mich auf Anhieb mögen würde. Dann fragte er mich, wie alt ich wäre:

„Ich bin elf, aber ich werde im Dezember zwölf!“

Er sah mich an, überlegte kurz und schob dann, unbemerkt von allen anderen hinterher, ob ich nicht Lust hätte, mich mal mit ihm ohne die anderen zu treffen: „Wir könnten ja mal quatschen!“

Er wollte sich mit mir treffen … quatschen?

Er würde mir also zuhören, wenn ich etwas erzählte und er war bereit, mir auch etwas von ihm anzuvertrauen?

Er ließ mich wissen, dass er jeden Tag nach der Arbeit am Park vorbeifahren würde, er würde dann halten, wenn ich dort auf ihn warten würde…

Er würde sich freuen?

Irgendwie war diese Begegnung für mich wie der Himmel auf Erden. Da war er, der auf den ich so lange gewartet hatte. Der, der mich vielleicht aus dieser Einsamkeit raus reißen würde und für den ich alles tun würde, solange er mich nicht wieder alleine ließ. Die anderen hatten diese ganze Situation nur halb mitbekommen und machten sich lustig über Cäsar und seiner ekelhaften Art, und dass sie es nicht verstehen konnten, dass so viele Weiber auf diesen Typen hereinfallen würden.

Ich überhörte es … sie hatten anscheinend keine Ahnung, er hatte immerhin gesagt, ich sei etwas Besonderes …

Stimmt! Ich war besonders naiv, besonders psychisch labil und ein ganz besonders leichtes Opfer…

Ich weiß nicht, wie lange es dauerte, bis wir uns dann tatsächlich trafen – vielleicht, zwei, drei Wochen später. Er hielt auch nicht lange hinterm Berg, um mir mitzuteilen, was er von mir wollte. Allerdings konnte ich seinen Wünschen und Vorstellungen an diesem Abend in seinem Auto nicht gerecht werden, weil ich zu viel Angst hatte und auch zu unerfahren war – „Schlaftablette“, war seine Wortwahl.  Er warf mich irgendwann aus dem Auto und sagte, wir könnten das Treffen wiederholen, wenn ich gelernt hätte wie man einen Schwanz lutscht …

Gott, was bist du für ein asoziales und perverses Arschloch …

Ich habe versucht mit jemanden über diese für mich neue Situation zu reden – habe ich jetzt einen Freund oder nicht? Ist das jetzt Liebe oder nicht? Verdammt, ich hatte keine Ahnung was da mit mir passiert!? Doch als ich mit dem meinem Erlebnis mit Cäsar bei den Mädchen um die Ecke kam, wurde ich von der Clique ausgeschlossen. Sie wollten mit einem Mädchen, zu einem viel älteren Mann ins Auto steigt nichts mehr zu tun haben. Das hat mich getroffen und sehr verletzt … ich verstand es nicht.

(An alle, die sich jetzt angesprochen fühlen, macht Euch nichts daraus, ich verstehe das heute! ) <3

Ich stand plötzlich ganz alleine da und dieses blöde Arschloch hat tatsächlich …

Sorry, ich merke gerade beim Schreiben, wie die Wut wieder hochkommt … ich befürchte ich muss abbrechen. 🙁

Oder ich mache es anders …

Ist sowieso besser, zwecks Schutz anderer beteiligter Personen …

Lieber Cäsar,

ich weiß, dass Du das hier lesen wirst, denn immerhin haben wir über 40 gemeinsam Freunde auf Facebook und ich bin mir sicher, auch wenn wir keine Facebook-Freunde sind, den Weg zu meinem Blog hast Du spätestens gestern gefunden.

Ja, so trifft man sich wieder.

Das ist jetzt Pech für Dich – mit 38 sehe ich die Dinge deutlich klarer als damals. Und am liebsten würde ich hier jetzt komplett auspacken. Ja, sehr gerne würde ich hier alles, was Du mir die ganzen Jahre, seit diesem Abend im Park, angetan hast, erzählen. Anfangen von dem Tag, wo Du gecheckt hast dass ich ein leichtes Opfer bin und Du mir nach der verpatzen Nummer im Auto eine neue Chance gegeben hast und mir zum ersten Mal Deinen „Schuppen“ gezeigt hast. Du hast dich lustig über mich gemacht hast, weil ich mit meinen elf Jahren noch nicht wusste, wie man es einem Mann richtig besorgt. Den Spruch „So verklemmt wie Du bist, braucht man eine Brechstange“ habe ich heute noch im Ohr. Und nachdem Dein Vater dich erwischt hat, was Du da in diesem Verschlag treibst, hat er mir (was sollen denn die Leute bei so einem Flitchen denken) Hausverbot erteilt und Dir wohlmöglich noch auf die Schulter geklopft.

Und ich habe auch noch im Ohr, wie Du mich mit Deinem blöden, verlogenen Gelaber und Liebesgesülze tatsächlich dazu gebracht hast, dass ich jeden Nachmittag im Park auf dich wartete, damit Du mit nach der Arbeit, eine halbe Stunde Zeit schenktest, um mit mir in irgendeinen Wald zu fahren. Ich könnte noch heute kotzen bei dem Gedanken daran, du bist so ekelhaft! Du hast mich missbraucht, benutzt, belogen, betrogen, misshandelt, aber mir im Gegenzug auch immer brav die ganzen Schwangerschaftstests bezahlt, wenn Du Deine Verhütung mal wieder versehentlich nicht im Griff hattest!

Nebenbei hattest du auch noch andere, ältere Freundinnen, aber nur zum Schein – damit keiner Verdacht schöpft. Ich kann es heute immer noch nicht glauben, dass ich so einem hässlichen Schwachmaten wie Dir verfallen und hörig war. Du hast mich das Schweigen und Lügen gelehrt. Ganze zwei Jahre lang habe ich eine Beziehung geführt, von der niemand wusste. Kein Mensch wusste was ich tat, wenn ich das Haus verließ und keiner wusste, wo ich war. Bis plötzlich alles aufflog – da war ich vierzehn. Du hast dann plötzlich vor allen die große Liebe geschworen – in Wahrheit hattest Du nur Angst, dass Du wegen Missbrauch in den Knast musst.

Ja, wir führen sodann tatsächlich auch ganz offiziell eine Beziehung. Du warst ja fast schon in Heiratsstimmung, doch Du hast nicht damit gerechnet, dass ich ernst mache und Dich auf Deine hoch offizielle „Liebe“ festnagelte. Scheiße, dass Du später plötzlich Deine Wohnung mit einer Minderjährigen teilen musstest, die plötzlich sich kurze Hand entschlossen hatte von zu Hause auszuziehen. Aber du hast dir auch das zunutze gemacht. Tag und Nacht habe ich an Deiner Seite geklebt, war für Dich Nutz-, Putz- und Hausfrau.

Fuck you!

Je älter ich wurde, desto problematischer wurde ich für Dich … ich habe angefangen hinzusehen … ich habe langsam begriffen … dann bist du bei mir aufgeflogen … das andere Mädchen war erst neun, Du widerliches Arschloch! Schön, dass Du bei ihr verurteilt wurdest!

Ich hätte Dich auch anzeigen sollen!

Ich war nur damals zu schwach …

…vielleicht werde ich es noch tun … Verjährungsfrist ist 30 Jahre …! 😀

Ich weiß nicht, wie viele Anzeigen und Verurteilungen wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern Du Dir in den letzten zwanzig Jahren noch eingefangen hast, aber eines sei Dir geschworen: Alles kommt zurück! Du wirst es schon noch sehen!

Mich und meine Kinder kriegst Du jedenfalls nicht!

Mit freundlichen Grüßen

Dein schlimmster Albtraum!

…und der Finger da unten gilt Dir!

13.01.2016 - 024-neu-Text

So, habe fertig! <3

Es kann also nur noch besser werden … 😀

Hier noch ein Song, der es treffender nicht sagen könnte …

 

 

One thought on “Tabuthema: Reden wir (endlich) über sexuellen Missbrauch – Teil 2

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