Der Thriller in meinem Kopf

Sorry, ist leider etwas länger geworden, daher konnte ich den Text erst heute veröffentlichen. 🙂

Ich kann mich nach wie vor nicht kurz fassen… ich sollte Autorin werden! 😀

Kurz vorweg, in meinem vorletzten Blogbeitrag schrieb ich über einen bizarren Gegenstand, der mir auch prompt die Antwort (auf die im gleichen Augenblick gestellte) Frage lieferte: „Woher kriegst du eigentlich die Ideen für Deine Bücher?“

Da liegt eine Idee im Dreck! 😀

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Ja, das Gebiss liegt immer noch da. Jetzt habe ich es fotografiert. Ich frage mich, ob es eine Möglichkeit gibt, den Besitzer dieser Zähne irgendwie ausfindig zu machen? Obwohl der Gedanke an das Resultat beunruhigt mich irgendwie. Vielleicht doch in einem Fundbüro abgeben? Bringt man Gebisse in ein Fundbüro? 😮

Oder kennt jemand, vielleicht jemanden, dem das Gebiss abhanden gekommen ist? 🙂

Ich werde mir weiterhin Gedanken über weiteres Vorgehen machen, ich weiß ja wo es liegt … 😀

So, nun komme ich endlich zu dem Thema, über das ich schon vor zwei Wochen schreiben wollte – der Thriller in meinem Kopf!

Tja, mein Blog heißt nicht unbedacht „Das Leben ist ein Thriller“ und vor zwei Wochen hatte ich wieder so einen speziellen Nicki-Live-Kopf-Kino-Thriller, der mich echt beeinflusst hat. Und damit es auch authentisch wird, nehmen wir einfach mal an, wir hätten heute den 03. Oktober, also Feiertag und ich würde hier mit meinem Feiertagsoutfit (Jogginghose und Wohlfühlpulli) sitzen und Euch von meinen Erlebnissen erzählen …

Auf geht´s:

Ihr Lieben…

Ich habe letzte Nacht furchtbar schlecht geschlafen. Lag wahrscheinlich daran, dass ich gestern mit einem Angstgefühl eingeschlafen bin. Nein, es war nicht nur Einschlafen mit einem komischen Gefühl. Ich hatte echt fucking Angst. Diese schrecklichen Bilder in meinem Kopf. Diese Schreie. Meine Fantasie ging unaufhaltsam mit mir durch, ohne dass ich da wirklich Einfluss drauf hatte. Es ließ sich nicht abstellen. Und dann hörte ich (in der Realität) auch noch ein undefinierbares Geräusch aus dem Wohnzimmer und prompt musste ich obendrein auch noch in Gedanken gegen brutale Einbrecher kämpfen, die uns nach dem Leben trachteten. Und scheiße, ich hatte mein Pfefferspray beim Aufräumen (in echt!) auf dem Küchenschrank stehen lassen … ich war fucking unbewaffnet … meine Zeiten von Ho-Sin-Sul-Do und Wing Tsung waren längt vorbei (sie hatten auch ehrlich gesagt nie richtig angefangen) und so musste ich feststellen, dass wir verloren waren. 😮

Auch nachdem ich gecheckt hatte, dass das unregelmäßige Knacken aus unserem brennenden Kamin (geschlossen) kam, den ich vor dem Schlafengehen noch einmal gut mit Brennholz gefüllt hatte,  traute ich mich noch nicht einmal aus dem Bett, um auf´s Klo zu gehen. Das war schlimm … ich hab da nämlich so einen Tick. Ich bin nicht in der Lage Einzuschlafen, wenn auch nur ein Tropfen in meiner Blase ist …

No way! 😀

Tja, um es kurz zu machen: Es war eine spaßige Nacht…

Und heute morgen dachte ich dann, dass alle überstanden sei und ertappe ich mich plötzlich dabei, wie ich google mit merkwürdigen Suchbegriffen wie „Mord, Totschlag, Tote, Verletzte in Rengsdorf“ füttere. Ich weiß, dass das irgendwie psycho ist, weiß aber, dass ich (und mein Unterbewusstsein) sich nur nach einer positiven Erklärung für das gestrige Erlebte sehnt, damit ich es verarbeiten kann. Das gestrige Erlebte, was mich vollkommen aus der Bahn geworfen und meine Verarbeitungskapazitäten deutlich überschritten hat …

Von daher ist an diesem heutigen verregneten Dritten-Oktober-Herbstfeiertag definitiv „Blogzeit“…

Was passiert ist?

Nun ja…

Ich könnte mich ja kurz fassen … lass es aber! 😀

Also die Langform…

Gestern war wieder so ein Tag, an dem mir wieder deutlich vor Augen gehalten wurde, wie komplex, verschroben und exponentiell mein Innenleben ist. Ich bin tatsächlich prädestinierter Angststörungspatient, möchte aber an dieser Stelle noch einmal darauf hinweisen, dass diese Störung in meinem Gehirn tatsächlich restlos behoben ist, auch wenn es nicht so scheint. 😀

Nein, kein Angstpatient mehr…

Nur etwas schräg…

Ja, ich bin eben schräg … und ich bin froh, dass diese schrägen Vorgänge in meinem Gehirn zunächst nur für mich bestimmt sind und ich selbst entscheiden kann, wie viel ich davon preisgeben will und was davon lieber im Verborgenen bleiben sollte. Ja, ich habe tatsächlich auch noch Geheimnisse … 😀

Doch manche Dinge lassen sich einfach nicht verbergen, weil sie mir ins Gesicht geschrieben stehen – ob ich will oder nicht. Und manchmal bin ich selbst so überfordert mit dem Dominoeffekt in meinem Kopf, dass dies, direkte Auswirkungen auf mein Handeln in der Außenwelt hat, selbst wenn sich das lediglich durch ein bedrücktes Schweigen äußert. Ja, ich kann gut Schweigen, auch wenn in meinem Kopf gerade ein unkontrolliertes Feuerwerk explodiert. Ich kann sogar Gesprächen folgen und jemanden dabei interessiert in die Augen sehen, obwohl ich gerade in einem ganz anderen (vielleicht sogar absurden) Gedankenkonstrukt gefangen bin. Stürzt das Flugzeug da oben gerade ab?!  😮

Zur Erinnerung: Laut meiner Therapeutin bin ich Licht und Liebe, doch auch der Schatten ist ein Teil von mir. Der Schatten steht auf mich und geht oft auch gerne gemeinsam mit irgendwelchen Ängsten auf Tuchfühlung. Er folgt mir auf Schritt und Tritt, ich fühle ihn, sehe ihn, fürchte ihn (meistens). Eine Tatsache, die sich nicht wegtherapieren lässt, sondern immer wieder mit Bewusstmachung und Logik zu behandeln ist. Und immer dann, wenn die Logik und Bewusstmachung (wie in den meisten Fällen) einen Augenblick spät dran sind, soll ich mir das bereits Gefühlschaos und die Angst zunutze machen. Wenn ich es schaffe, diese Furcht vor dem Schatten zu kontrollieren ist alles gut, wenn ich es schaffe, aus all diesen Schattenerlebnissen spannende Bücher zu schreiben, wäre es perfekt! 🙂

Und hatte gestern wieder eine Überdosis Schatten, die auch prompt ein Platz in einem Buch finden wird…

Mein ursprünglicher Plan war ein Tag voller „Licht“, endlich mal wieder ein bisschen rauszukommen und Abenteuer erleben. Damit ich meine kleine Tochter auch von meinem Plan überzeugen konnte, suchte ich extra einen Wanderweg aus, der auch für Kinder geeignet war.

Mit den Rengsdorfer Zwergenwegen standen alle Anzeigen auf einen friedlichen und spaßigen Familientag ohne besonderen Vorkommnisse …

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Schon beim Aufbruch zu diesem Ausflug hatte ich ein komisches Gefühl, was einer unterschwelligen Angst sehr nahe kam, aber doch eher als Warnung zu verstehen war.  So wie man instinktiv einem Menschen den man liebt und der irgendwo rauf klettert ein prophylaktisches „Fall da nicht runter!“ hinaufruft. Ja, es war ein mulmiges Gefühl, welches ich meiner inneren Stimme und meinem Instinkt zuordnete, der mir sagte: „Fahr nicht über die Autobahn! Nicht heute!“

Und immer dann, wenn ich dieses Fahr-Heute-Nicht-Autobahn-Gefühl habe, mache ich das auch nicht. Ganz gleich wie weit der Weg über Landstraßen und Dörfer auch ist. Und wir waren bestimmt eine halbe Stunde länger und in Gefilden unterwegs, die ich noch nie in meinem Leben gesehen hatte. 😀

An unserem Zielort am Rengsdorfer Waldplatz angekommen, löste sich meine Anspannung etwas und die Freude über die bevorstehende Wanderung auf dem Zwergenweg Nr. 2 überwog. Meine Tochter kreischte dem angrenzenden Spielplatz entgegen, mein Mann musste noch geocachingtechnisch etwas erledigen und ich stand einfach nur da und versuchte die Gegend und mein Gefühl zu sondieren. Der ganze Ort war fremd und lieferte mir einen in der Zivilisation integrierten Mini-Naturpark. Zu meiner Rechten ein großer Spielplatz, Tennisanlage mit Restaurant und der Ort Rengsdorf. Vor mir lag ein interessant wirkender Wald, mit Geheimnissen rund um den legendären Römergraben und über allem lag das monotone Brummen der neuen Umgehungsstraße. Der Rengsdorfer Waldplatz war verlassen,  die umstehenden Holzhäuser und Buden verrammelt. Kaum zu glauben, dass hier große Rockfestivals stattfinden, auf denen auch schon meine persönlichen Rockgrößen wie Van Canto gespielt haben… 😀

Hier mein absolutes Lieblingslied der Band …

Sorry, ich schweife ab…

Und während ich da stand und mir irgendwie verlassen vorkam (Mann und Kind waren irgendwie aus dem Sichtfeld), stellte ich schnell fest, dass es sehr kalt war.  Der Himmel war bedeckt und auch die Welt um mich herum war irgendwie undurchsichtig, diesig, vernebelt, schattig. Eisiger Wind wehte mir um die Ohren und ich wünschte mir zum ersten Mal in diesem Herbst eine Mütze herbei. Aber auch mit Mütze, hätte der Schatten den Weg in mein Herz gefunden und hätte auch genau so viel Spaß mit mir gehabt, wie er eben an diesem Tag hatte…

Und es begann damit, dass er mir zur Begrüßung inmitten dieser (meiner) finsteren Stimmung zwei aneinandergeknotete Luftballons vor die Füße wehten…

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Luftballons! 😮

Hallo?!

Meine Tochter hat sich gefreut … 🙂

Und natürlich freue ich mich auch, wenn meine Tochter sich freut, ganz gleich, welcher Psycho die Luftballons dort verloren hatte… nein, es waren nicht Luftballons von der Sorte, die man auf Hochzeiten oder anderen Feierlichkeiten fliegen lässt. 🙂

Ja, Luftballons können auch einen Thriller in meinem Kopf auslösen und das ganz unabhängig von dem hier…

Pennywise

(Pennywise der Trauma-Clown aus Stephen Kings ES – Ich hasse ihn!)

Ich hatte mit diesen Luftballons dann im Anschluss eine Menge Schrecksekunden, denn ihr könnt Euch nicht vorstellen, welche Geräuschs – und Gefühlskulisse Luftballons zu bieten haben, wenn man sie auf dem Rücken an einen Rucksack gebunden trägt. Besonders, wenn man die Dinger vergisst und sich plötzlich über ein sanftes Haarstreicheln wundert, obwohl die Begleitung weit vor einem her läuft. 😮

Aber genug über Ballons geredet…

Der Thriller (in meinem Kopf) ging weiter…

Der Zwergenweg 2 ist wirklich ein spannender Wanderweg, der teils über kleine Pfade, über feste Wanderwege und leider auch mittels einer Fußgängerbrücke über die B 256 führt. Ihr müsst wissen: Grundsätzlich brechen solche Brücken immer ein, wenn ich sie betrete. Und wenn sie dann doch nicht einbrechen, dann zieht ganz plötzlich ein Sturm auf, der mich und meine Familie unaufhaltsam über das Brückengeländer wehen wird. Es gibt nur eine Chance, diesen Brückengang zu überleben. Mann muss genau in der Mitte laufen und bloß nicht nach rechts oder links schauen. Kinder MÜSSEN zwingend an die Hand, denn die können ja ganz leicht durch die Geländergitter fallen… Reden, Scherzen, Toben, Rennen oder andere hektische Bewegungen sind während des Übergangs tunlichst zu unterlassen!

Wir haben überlebt!

Von der Brücke ging es dann in das idyllische Laubachtal…

Idyllisch war es für meinen Mann …

Spannend für meine Tochter …

Für mich: mystisch, finster, bizarr, faszinierend, geheimnisvoll und gespickt mit lauernden Schatten... 😀

Und während die anderen beiden voller Freude durch ihr buntes, faszinierendes Wunderland tänzelten, sah ich DAS HIER…

Ein gewaltiger Riese … 😮

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Ein unheimlicher Gnom… 😮

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Ein Handtuch! Hallo?! EIN HANDTUCH! 😮

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Ein Schuh! EIN SCHUH! Ja, einzelne Schuhe zu finden, finde ich immer ganz besonders bizarr… 😮

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Ein Albinobaum…. 😮

Der war wirklich schneeweiß…

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Tja …

Unmengen an unheimlichen Eindrücken prasselten da auf mich ein…

Und dann …

Plötzlich – in dieser beklemmenden Idylle – hörte ich ein unheimliches Geräusch. Es schallte durch den Wald, krächzend, bellend, rufend und es war undefinierbar aus welcher Kehle es stammte. Mensch? Tier? Baum? Gnom? In meinem Kopf formte sich das Bild eines bellenden Fuchses, der sich in einen röhrenden Hirsch verwandelte…

So harmlos mir die Logik dieses Geräusch auch zu verkaufen versuchte, ich fand es unheimlich…BASTA!

Mein Mann und meine Tochter stapften lachend und blödelnd weiter durch ihr Wunderland, während ich stehen blieb. Entweder sie hatten es nicht gehört oder aber es interessierte sie nicht. Letzteres erschien mir ziemlich sicher, als dieser Laut – der wirklich laut war und über hunderte Meter zu mir herüberschallte – erneut ertönte. Aber diesmal klang er noch intensiver, aggressiver und auch noch vielfältiger in seinem Klang – Fuchs, Hirsch, Dachs, King-Kong, Godzilla, T-Rex, whatever … es war bedrohlich!  😮

Ich holte auf und fragte meine Begleitung ganz beiläufig: „Habt ihr das gehört?!“

Meine Tochter reagierte nicht und lief tapfer weiter (sie wollte zum Spielplatz) und mein Mann sah mich nur erstaunt an und fragte: „Was meinst du?“

Und zu meinem Glück schallte das Geräusch wieder über die Täler des Rengsdorfer Landes, jetzt aber vermischt mit einem weiblichen Kichern.

„Ist das ein Hirsch? Oder ein Dachs? Oder ein…?“

„Ach, das Geräusch! Da hinten ist eine Gruppe Wanderer und da niest jemand die ganze Zeit!“

„Oh… ein niesender Wanderer … so einfach ist das bei Euch Normalsterblichen, ja?!“

Das klang so plausibel, dass mein Gehirn prompt reagierte und aus dem Fuchs-Hirsch-Godzilla gleich eine zarte Mittfünfzigerin machte, die in der Tonlage eines stämmigen Bauern versuchte, den explosionsartigen Vorgang in der Nase mit einem tiefen Bellen hinauszubefördern… ALTER! Diese Druckwelle… 😮

Frage: Kann man beim Niesen eigentlich sein Gebiss verlieren? 😀

Ja, sorry, es war nur eine niesende Wanderin… woher sollte ich das auch wissen?! Seit zwei Stunden laufen wir durch eine menschenleere, üppige Natur (okay, eingekreist durch eine Schnellstraße) und plötzlich tauchen da niesende Menschen auf (die man nicht sehen, aber hören kann)?

Ich brauchte eine Verschnaufpause…

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Weiter ging´s…

Kaum losgegangen dauerte es keine fünf Minuten, bis ich erneut stehen blieb, weil ich ein „komisches Geräusch“ gehört habe…

Diesmal war es ein eindeutiges Galoppieren. So wie sich das anhörte, musste es ein ganzes Heer gewesen sein. Das Laubachtal war schmal. Wenn hier ein eine ganze Meute galoppierender Fürsten der Finsternis vorbeirauschen würde, dann wären wir platt. Ich wurde nervös und begann aufgeregt nach rechts und nach links zu schauen. Doch noch waren keine Reiter in Sicht  … hatte ich hier nicht ein Schild gesehen, welches Reitern NICHT erlaubte, diesen Weg zu benutzen? 🙁

Das Galoppieren wurde lauter. Der Boden bebte! Ja, ich schwöre, der Boden hat ein bisschen gebebt! 😀

Ich zog vorsorglich meine Tochter auf Seite, damit diese nicht von den herannahenden Pferden überrannt wurde … es waren zwei an der Zahl … die sodann in etwa 100 Metern Luftlinie auf einem anderen Weg, weit weg, an uns vorbeitrabten. 😀

Ja, ich gebe zu ich war vielleicht an diesem Tag etwas übertrieben schreckhaft und ich nahm mir fest vor, den Rest des Weges etwas entspannter und mehr Sinn für das Positive und Schöne auf diesem Wandertrip zu entwickeln.

Nehmen wir doch an dieser Stelle mal die sogenannten „Pfaffenbuche“. Mit dem Auftauchen dieses Baumes wagte sich nämlich auch die Sonne aus Ihrem Versteck und spielte eine Weile mit mir und meinem (in diesem Augenblick) etwas schattigen Gemüt.

Danke Sonne, für dieses schöne Bild… 🙂

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Aber leider hat mich die Tatsache, dass es sich DIE Pfaffenbuche handelte, wieder komplett vom Wesentlichen (das Leben ist schon irgendwie schön) abgelenkt… 😀

Lange stand ich vor dem großen Baum, dessen Besonderheit nichts weiter war, als ein großer, tumorähnlicher Auswuchs …

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Es keimte in mir die Frage auf, was sich der Namensgeber jetzt genau dabei gedacht hatte? Wat sul dä Quatsch?!

Weitere Fragen folgten:

Warum ist der Baum überhaupt so komisch gewachsen?

War das wirklich Gottes Wille?

Wird dieser Baum mit seiner „Behinderung“ als gut oder schlecht angesehen?

War der Pfaffe an dem Zustand des Baumes schuld?

Trug der Baum die Sünden des Menschen (durch die Beichte an den Pfaffen getragen)  in seinem Auswuchs?

… oder die Sünden des Pfaffen?

Was genau ist eigentlich eine Sünde (ausgenommen der Todsünden)? 😮

Ist es schon eine Sünde, an eine Sünde, die man eventuell (versehentlich) begehen könnte zu denken? 😮

Wer definiert Sünden?

Wer vergibt einzelnen Bäumen im Wald Namen, die keinen Sinn ergeben?

Warum heißt das Pfaffe, wenn es doch Ordenspriester heißt? Und wie genau hat die hochdeutsche Lautverschiebung es zu diesem nach einem Raucher klingenden Ausdruck geschafft?

(DAS habe ich glatt gegoogelt: Pastor fidelis animarum fidelium = Pfaffe) 

Fragen über Fragen, die natürlich auch alle beantwortet werden wollten. Manche stellte ich meinem Mann, manche meiner Tochter, machen auch der Sonne und eine Frage stellte ich auch der erwartungsvollen Stille des Waldes …

Stille… ?

Ja, es war ganz leise in diesem Wald…

Bis auf das Rascheln des Laubes unter den Füßen meiner Tochter war es still…

Nur der Wind wehte und frischte zu einer frischen Brise auf …

Bong! Dong! Plopp! Galopp! Pong! Dong! Plopp! Galopp!

Ich zuckte erschrocken zusammen, als urplötzlich hinter mir ein Wirrwar an unsichtbaren Reitern auftauchte. Ich fuhr herum, sah aber nichts. Doch das Geräusch blieb. Hilfe, die apokalyptischen Reiter sind wieder da!  😮

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„Vorsicht! Geht zur Seite! Da kommen die Reiter!“, rief ich und packte meine Tochter am Handgelenk um sie rasch vom Weg zu ziehen.

„Was hast du denn heute mit deinen Ohren? Das sind die Luftballons! Die Luftballons auf deinem Rücken galoppieren!“

Allgemeines Gelächter…

Es ist ja nicht so, als könne ich nicht über mich selbst lachen. 😀

Allerdings beunruhigte mich der Gedanke, dass wir noch einen Höhleneingang zu besuchen hatten und die Abenddämmerung schon einsetzte. Die Möglichkeiten an unvorhergesehen Geschehnissen waren in Höhlennähe nahezu unendlich.

Aber offenbar sind Höhlen-Thriller derzeit zu abgedroschen für mein Gehirn – es passierte nichts -, ich schreibe nämlich gerade an einem solchen. 😀

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Wir näherten uns (nach knappen 4 Stunden und etwa 5 Kilometer Wegstrecke) dem Ende unserer Reise…

Und wenn man es jetzt genau nehmen würde, könnte man mir vorwerfen eine Geschichte über „Nichts Besonderes“ geschrieben zu haben. „Nichts Besonderes“ ein wenig (Nicki like) überdramatisiert, verpackt in eine Form des Wanderblogs … aber ihr Lieben, so ticke ich tatsächlich.

Ja, ich hab sie einfach nicht mehr alle und ich gebe zu, ich liebe es. Ja, ich liebe diese „harmlosen“ Schattenbegegnungen, mit düsteren und grotesken Elementen, die ich auch gerne auf Fotos festhalte. Die einen haben ein Auge für das Schöne und ich liebe das Bizarre. Ja, ich genieße dieses (harmlose) Spiel mit der Angst (außer auf Brücken, dann hasse ich es). Der Schatten, das Finstere inspirieren mich und ich hätte an dieser Stelle auch aus tiefster Überzeugung gesagt: Es war ein „unheimlich“ schöner Tag! 

Doch er war ja noch nicht zu Ende …

Denn es gibt bei meinen „Thrillern in meinem Kopf“ auch immer eine Grenze. Eine Grenze, die aus einem angenehmen Schauer, der einem über Rücken und Nacken fährt einen unerträglichen Horrortrip macht, aus dem ich so schnell nicht wieder raus finde. 🙁

Wie gesagt, wir näherten uns wieder der Zivilisation. Die Fußgängerbrücke wurde sicher überquert und wir passierten eine kleine Wegeskreuzung. Am Ende zweier Wege konnte ich schon die ersten Häuser und eine Straße sehen. Zeit für mich, um nochmal in den Büschen zu verschwinden. Ja, ich musste mal für kleine Mädchen. Dies wollte ich aber erledigen, bevor die Zivilisation mich durch ihre Fenster beobachten konnte und ich trennte mich für diesen Zweck von meinem Kind und meinem Mann. Die beiden gingen brav den Beschilderungen des Zwergenweges weiter, während ich einen geeigneten Platz zum Pipimachen suchte. Und bei solch einer Suche bin ich immer sehr penibel… eben wegen den ständigen Thrillern in meinem Kopf. 😀

Ich bahnte mir gerade einen Weg in Richtung eines Holzstapels, als von rechts plötzlich eine Joggerin mit Hund an mir vorbeizog. Ich wartete kurz, ob sie mich wahrnahm, trat aber dann ungesehen hinter den Holzstapel.

Irgendwie asi sich hinter einem Holzstapel zu verstecken …, dachte ich während ich das tat, was ich dort tun musste. Ich möchte gar nicht wissen, wer sich sonst noch so hinter Holzstapeln versteckt.

Als ich verrichteter Dinge wieder hervortrat, näherte sich aus der Ferne ein finster aussehender Mann mit Rottweiler. Sonst war keine Menschenseele weit und breit zu sehen. Es war mir schon unangenehm, dass er sah woher ich kam. Er wusste auch sicher, was ich dort gemacht hatte. Ich sah ihn an und er sah mich an.

Hinfort mit Dir, hex, hex!

Aber er ließ mich nicht aus den Augen, auch nicht als ich im Laufschritt den Weg zurück antrat. Der Laufschritt machte meine Unsicherheit nur noch schlimmer, obwohl ich nicht wusste, warum ich mich plötzlich so komisch fühlte. Vielleicht die Dämmerung, vielleicht der Typ mit Glatze mit dem respekteinflössendem Hund? Noch bevor sich unsere Wege kreuzen konnten, hatte ich den richtigen Pfad erreicht und dachte ich wäre (vor meinen Gedanken) in Sicherheit, als plötzlich dieses schreckliche Kreischen die Situation durchbrach…

Ich blieb abrupt stehen und erstarrte. Ich spürte, wie sich ein kalter Schauer über meine Sinne legte und selbst meine Gedanken für einen Bruchteil lähmte. Ich löste mich schließlich aus der Schockstarre und versuchte mein Gehirn wieder ans Laufen zu kriegen. Der Mann mit dem Rottweiler lief weiter, behielt mich aber im Auge. Verdammt, hatte er diesen Schrei denn nicht gehört? Es war so ohrenbetäubend laut, dass ich noch das Echo im Ohr hatte. Ein schrilles, kraftvolles, unaufhaltsames Kreischen … wie … das verzweifelte Kreischen von heißen Bremsen, bevor es zu einem schweren Unfall kommt… mein Gehirn stolperte über diesen letzten Gedanken. Wenige Meter in Luftlinie war die B256. Hat hier etwa ein Fahrzeug eine Vollbremsung hingelegt? Es wäre denkbar. Aber es hatte keinen Knall gegeben also war vielleicht gar nichts passiert?

Ich ließ meinen Blick schweifen. Der Glatzkopf mit Hund war langsamer geworden und fixierte mich mit seinen Blicken. Offenbar weil ich (scheinbar aus heiterem Himmel ?) stehen geblieben war oder doch, weil er genau das Gleiche gehört hatte und auf (m)eine Reaktion wartete?

Es war nur eine Vollbremsung… kein gellender (Todesschrei) einer Frau… verdammt, hör wie aufgeregt dein Herz in deiner Brust schlägt … fahr nach Hause! Der Schatten leistet gerade wieder ganze Arbeit…

Ich folgte entschlossen, aber langsam und immer noch mit klopfendem Herzen den Pfad zurück zum Parkplatz. Als wieder dieser schreckliche, gleichbleibende Horrorschrei durch den Wald schallte. Noch nie habe ich einen Menschen so schreien gehört. Mir schossen die Tränen in die Augen… ein Phänomen, dass ich nur dann erlebe, wenn ich der blanke Horror und Angst mich lähmt … dann fangen mir die Augen an zu tränen. Ich war nicht imstande mich zu bewegen. Jetzt war auch der Mann mit dem Rottweiler stehen geblieben und lauschte. Der Hund fing aufgeregt an zu bellen.

Vor meinem inneren Auge, sah ich schon den Psychopathen mit Messer, wie er … FUCK!  😮

Wieder donnerte der Schrei durch den Wald und vermischte sich mit dem monotonen Brummen der Fahrzeuge auf der Schnellstraße.

Verdammt. welche Richtung? Aus welcher scheiß Richtung kam dieser verdammte Schrei? Ich musste dahin. Ich musste ihr helfen!
Doch ich konnte es nicht einordnen. Ich wusste nicht mal, ob der Schrei nur 100  Meter oder 1000 Meter entfernt war. Der Mann mit Rottweiler setze sich wieder (scheinbar unbeeindruckt) in Bewegung. Er hatte offenbar seine Erklärung für diese akustische Darbietung bereits gefunden, ich jedoch nicht.

Aus der Ferne sah ich meinen Mann und meine Tochter, die auf mich zu warten schienen. Ich hechtete ihnen schnell hinterher, während der Schrei wieder aus undefinierbarer Richtung in mein Ohr drang.

„Wo bleibst du?“, fragte mein Mann besorgt.

„Hast du das nicht gehört?“, antwortete ich aufgeregt und mit zitternder Stimme.

„Doch, aber das ist entweder nur ein Tier oder irgendwelche Kinder die spielen.“

„Kinder, die spielen?“

„Ja! Was machst du dich denn wieder so verrückt? Wir sind wieder in der Zivilisation. Siehst du überall sind Menschen und keiner hat reagiert, nur du.“

Ich sah ihn an und stellte fest, dass ich mich, ohne dass ich (oder er) es wollte, langsam anschwellend dumm fühlte. Ich fühlte mich dumm, verrückt und schizo. Das Schreien hörte ich nicht mehr. Vielleicht, weil ich beim Betreten des Spielplatzes aus dem Bereich des Hörbaren getreten war … vielleicht weil das mögliche kreischende Tier weggelaufen war … vielleicht, weil die Frau, die dort im Wald angegriffen und verletzt worden war nicht mehr lebte … ?

Ich beschloss dieses Szenario zu vergessen, denn ich wollte meinen Mann nicht verschrecken und mein Kind auch nicht. Allerdings hatte ich da meine Rechnung nicht mit meinem Gehirn und meinen für Emotionen verantwortlichen Systemen gemacht… dennoch verlor ich kein Wort mehr darüber.

Die zwanzig Minuten auf dem Spielplatz waren die Hölle. Mein Körper und Geist war so voll Adrenalin gepumpt, dass ich nicht mehr klar denken konnte. Jede Bewegung, jedes Auto das vorfuhr, bekam in meiner Fantasie ein eigenes Szenario und jede Person, die den Platz betrat oder verließ eine eigene Rolle. Polizei Aufgebot, Tatort Absperrung und irgendwo im Dickicht lief noch der Mörder herum, der entweder ein gefährlicher Psychopath oder ein Terrorist war, auch das Opfer stolperte ein, zweimal blutüberströmt auf den Spielplatz und brach einmal gleich neben der Schaukel und beim zweiten Mal in meinen Armen zusammen… Du hast mich schreien gehört? Wieso hast du mir nicht geholfen?

😮

Und als ich gerade meiner Tochter beim Rutschen zusah, erschreckte ich mich so heftig, als ein weiterer gellender Schrei dicht hinter mir zu hören war, dass ich sogar taumelte. Der Schrei der Empörung kam von einem Mädchen, schätzungsweise 12 oder 13 Jahre, die mit ihrem Vater und ihrem Bruder gerade Fußball spielte. Es war mein Mann, der mich darauf hinwies, dass es doch sein könnte, dass der Schrei vorhin auch von diesem Mädchen gekommen war. Ich nickte. Aber ich nickte nur, um für ihn die Sache zu einem Abschluss zu bringen.

Ich will jetzt nach Hause… BITTE! 

Nein, das Schreien was ich hörte, kam von keinem spielenden Kind oder einer Jugendlichen. Das Schreien, welches ich hörte und was mir die Tränen in die Augen trieb war voller Schmerz. Im Nachhinein (nachdem ich geprüft habe, ob an diesem Tag etwas Schlimmes in Rengsdorf passiert ist) und nach stundenlange Bewältigung dieses Lautes (inklusive schlafloser Nacht, siehe Anfang des Textes), bin ich mir sicher, es war kein Schrei der von körperlichen Schmerzen herrührte … es war ein Schrei, der aus tiefstem seelischen Schmerz her kam…

Vielleicht, weil ihr jemand genommen wurde, den sie sehr liebte… ?

Ein Schrei der tiefen Trauer … ?

Vielleicht, weil ihr jemand das Herz gebrochen hat… ?

Vielleicht, weil sie einfach sehr, sehr traurig und verletzt war … ?

Manchmal müssen Menschen eben schreien… ?

Ich hab auch mal so einen Schrei losgelassen… es war aber nur einer … ein langer lauter, schmerzerfüllter Schrei … hat gut getan … und wer weiß, ob dieses Gekreische auch jemand im Wald gehört hat? Man weiß es nicht… 😀

Keine Ahnung, warum gerade ich ihren Schrei hörte … oder hören musste … aber er hat mich erreicht und er sitzt immer noch tief in meiner Seele. Was er dort will und zu tun gedenkt, weiß ich noch nicht. Ich weiß nur, in irgendeinem meiner nächsten Romane ebenfalls jemand schreien wird und dann werde ich vielleicht auch erfahren warum….

In einem meiner nächsten Romane wird bestimmt auch jemand (vielleicht beim Niesen) sein Gebiss verlieren…

Jemand wird einen verdächtigen Schuh oder ein Handtuch finden…

Oder Luftballons … 😀

Ich stelle fest, es gibt keine andere Berufung für mich als (Psychothriller) Schriftstellerin zu sein… 😀

Ja, bei mir ist immer etwas los … auch wenn nichts los ist. Langeweile kenne ich jedenfalls nicht! 😀

Danke für`s Durchhalten bis zur letzten Zeile… aber das musste in der Form mal raus!

Ich liebe Euch!

Über luzides Träumen und die Kunst des Verdrängens

Willkommen in meinem neuen Blog, auf meiner neuen Seite! 😀

Ja, ich gebe zu, die Seite ist noch nicht ganz fertig, hier und da gibt es noch Fehler und Optimierungsbedarf, aber sie ist zumindest so weit aufgeräumt und hergerichtet, dass ich „Besucher“ empfangen kann.

Komm herein, nimm Platz, ich erzähle dir, was es Neues gibt in meiner Welt…

Wie immer, fange ich mit einem belanglosen Einstiegsthema an: Meine Kurzgeschichten. Obwohl, so belanglos sind die gar nicht. Die habt ihr bestimmt auch schon entdeckt, vielleicht auch schon die eine oder andere gelesen. Jahrelang hatte ich sie vergraben und auch irgendwie vergessen, weil ich sie sinnlos fand. Diese Kurzgeschichten habe ich nämlich nicht geschrieben, weil ich einfach mal eine Kurzgeschichte schreiben wollte – außer „Das letzte Hemd„, die war für eine Anthologie gedacht, hab sie aber dann doch nicht eingereicht -, sondern weil ich einen Text schrieb, ohne dass mir der Verlauf bekannt war. Ähnlich, wie diese Blogtexte, da weiß ich auch nie, was am Ende dabei heraus kommt. Zur Erklärung: Wenn ich nicht gerade Romane schreibe, habe ich dennoch ständig irgendwelche Sachen in meinem Kopf, die raus müssen. Das sind dann Texte, die ich nicht plane oder mir ausdenke, sondern, die einfach fließen.

Manchmal sitze ich selbst davor und stelle mir die Frage: „Was will ich mir mit diesen Worten sagen?“ Diese Viertelseite schrieb ich irgendwann Mal wusste aber nicht warum und wofür.

Kurzgeschichte beispiel

Keine Ahnung, von was für einem Ding im Schrank ich da schreibe. Ich habe keine „Dinger“ in meinem Schrank, es sei denn, ich meine damit meine 4 Lieblingshosen in Größe 40, in die ich mal rein passte. Diese DINGER lösen echt ganz böse Emotionen aus.  😥  Ich arbeite (mal wieder) mit Low Carb daran. Ich schweife ab …

Nochmal zu dem Nonsens-Text da oben: Was immer ich auch damit sagen wollte, es war scheinbar in der falschen Sprache. Ich hab es selbst nicht verstanden. Die Kelleridee habe ich aber dann irgendwo in „Sonst wird dich der Jäger holen“ aufgegriffen … 😀

Ich werde sicherlich noch mehr Kurzgeschichten finden, wenn ich durch meinen Textirrsinn auf meiner Festplatte durchgestiegen bin. Ja, das ist wahrhaftig Textirrsinn, der schon an Textwahnsinn grenzt.

Doch nicht immer haben Texte, die da aus mir raus kommen, etwas mit mir persönlich zu tun, sondern entspringen einem Empfinden, dass ich mir irgendwann, irgendwo, irgendwie mal „eingefangen“ habe. Vielleicht durch Erzählungen eines anderen, einen Song, einen Film, ein Buch, den täglichen Nachrichten oder auch durch Träume. Ja, Träume liefern mir sogar ganz besonders spezielle, vielleicht sogar die besten Einfälle. Schlafe ich mit dem Gedanken an meinen aktuellen Roman ein, besteht wirklich die Möglichkeit, dass ich die Fortsetzung träume.

Habe ich eigentlich schon mal über meine „innige“ Beziehung zu meinen Träumen gesprochen? Ja, Träume sind für mich (über)lebenswichtig geworden. Sie sind nicht nur eine wichtige Informationsquelle rund um die Bewältigung von Problemen – Träume ich von einem kniffligen Problem, wird mir im Traum oft die Lösung präsentiert – ,sondern ich erfahre in meinen Träumen auch den tatsächlichen Ist-Zustand meines Befindens. Geht es mir gut? Geht es mir schlecht? Wenn ich eine Nacht darüber schlafe, dann habe ich die Antwort. Meine Träume sind auch oft Wegweiser aber auch Mahnwache. Ich hab mal geträumt ich wäre aufgestandenen und hatte keine Zähne mehr im Mund. Am nächsten Morgen machte ich einen Termin beim Zahnarzt. 😀 In meinen Träumen erfahre ich sogar Dinge, die ich bis dato selbst noch gar nicht wusste oder ich werde penetrant auf Dinge hingewiesen, die ich im Wachzustand verdränge.

Apropos …

Die psychologischen Wege, Dinge zu verdrängen sind ja schier unendlich. Ich selbst war ja 30 Jahre lang eine Meisterin im Verdrängen. Ich konnte sogar so gut Unangenehmes verdrängen, dass Manches sogar eine Zeit lang ganz aus dem Bewusstsein gestrichen war. Und für alle, die nicht wissen, wie das Verdrängen geht, hier eine kleine Anleitung:

Eine Situation wächst mir über den Kopf und je mehr ich mich mit der Situation beschäftige, desto größer und schlimmer wird sie für mich. Folglich, will ich mich nicht mehr damit beschäftigen. Also kehre ich der ungelösten oder unverarbeiteten Situation den Rücken. Ich kehre ihr den Rücken, in den Hoffnung, dass sie nicht mehr so viel Raum in meinem Kopf und in meiner Gefühlswelt einnimmt. Die erste Zeit funktioniert das nur sehr schwer, denn die Situation rebelliert, versucht sich gegen meine Ignoranz zu wehren. Sie versucht mich mit Gedanken, Erinnerungen, Ängsten und Befürchtungen oder auch Träumen auf sich aufmerksam zu machen. Doch ich verschließe weiter die Augen, will die Rufe und das Zetern nicht hören, übertöne den Krawall in meinem Kopf mit Dingen, die mich ablenken. Arbeit. Musik. Lustige Videos, Trash. So kann man den Tag halbwegs überstehen.

In der Nacht kommt die ganze Scheiße dann wieder. In der Nacht ist der Verdränger dann meist wehrlos. Ich nicht, ich bin (meistens) in der Lage, meine eigenen Träume zu beeinflussen, wenn sie mir zu „bunt“ werden. Luzides Träumen oder auch Klartraum genannt. Was genau das ist, kann Wikipedia ganz gut erklären:

Klartraum

Ein Klartraum oder auch luzider Traum (von lat.lux, lūcis „Licht“) ist ein Traum, in dem der Träumer sich dessen bewusst ist, dass er träumt. Der bedeutendste deutsche Klartraumforscher Paul Tholey formulierte das folgendermaßen: „Klarträume sind solche Träume, in denen man völlige Klarheit darüber besitzt, daß man träumt und nach eigenem Entschluss handeln kann.“  Die Fähigkeit, Klarträume zu erleben, hat vermutlich jeder Mensch, und man kann lernen, diese Form des Träumens herbeizuführen. Ein Mensch, der gezielt Klarträume erleben kann, wird auch Oneironaut genannt (von griechisch: oneiros, „Traum“ und nautēs, „Seefahrer“).

(Quelle: Wikipededia)

Tja…

Wenn ihr meine Art zu träumen kennen würdet, dann würdet ihr verstehen, warum ich genau das lernen musste. Ich muss kurz ausholen: Ich träume immer echt turbulentes und spannendes Zeug, aber es gab eine Zeit, da nahmen die Albträume einfach überhand. Mit der Geburt meiner ersten Tochter vor 14 Jahren, kam auch die Angst auf die Welt, dass ihr etwas passieren könnte. Die Angst, die ich tagsüber mit aller Gewalt verdrängte, suchte mich dann ständig nachts heim. Vor 10 Jahren träumte ich dann diesen schrecklichen Traum, der mich so traumatisiert hat, dass ich im Anschluss hysterisch nach einem „Mittel“ gegen Albträume suchte. 😮

Ich träumte, meine Tochter (damals 5 Jahre alt) sei verschwunden. Ich hatte sie überall gesucht, fand sie aber nicht. Es folgte ein großes Polizeiaufgebot, mit Spürhunden. Fieberhaft und wie betäubt folgte ich der Polizei zu einem Waldstück, das irgendwann zu einem Sumpf wurde. Es dauerte nicht lange, bis die Suchhunde anschlugen und ein totes Kind fanden. Im Traum drehte ich vollkommen durch, das waren echte Emotionen, ganz schlimme Emotionen und ich wachte schließlich auf. Das Aufwachen brachte etwas Erleichterung, denn mir wurde klar, dass ich nur geträumt hatte. Es war inzwischen hell geworden draußen. Ich stand benommen und noch vollkommen schockiert auf, schaute im Zimmer meiner Tochter vorbei, die scheinbar schon aufgestanden war. Ich und ging (im Schlafanzug) die Treppe hinunter. Plötzlich hörte ich Stimmen. Irritiert, wer da so am frühen Morgen in meiner Küche redete, betrat ich den Raum in dem viele Menschen standen. Familie, Freunde, alle schwarz gekleidet und sie hörten auf zu reden, als sie mich sahen. Sie starrten mich an und ich starrte sie an. Was machten sie alle am frühen Morgen in meiner Küche?

„Was wollt ihr hier?!“

„Du solltest dich wieder hinlegen, du siehst nicht gut aus, sagte jemand und legte behutsam seinen Arm um mich.“

Ich stieß den Arm weg und spürte plötzlich diese unterschwellige Gewissheit: Hier stimmte etwas nicht. Und es dauerte nur einen Bruchteil von Sekunden als mir plötzlich klar wurde, dass sie alle gekommen waren, um meine Tochter zu beerdigen. Das, was ich zuvor geträumt hatte, war also passiert?! Ich drehte sodann auch noch ein Weiteres Mal durch. Durch dieses Durchdrehen wachte ich schließlich tatsächlich auf, traute aber der ganzen Traum-Wach-Scheiße nicht und stürzte mitten in der Nacht panisch in das Zimmer meiner Tochter und überprüfte Ihre Atmung und Ihren Puls.

Und für alle, die bis dahin glaubten, diese „Traum im Traum“ Szenarien gäbe es nur in Horrorfilmen?! NEIN! Ich habe es erlebt und es hat mich so schockiert und verletzt, dass sich zwei Tage total neben der Spur war. Ich hatte plötzlich Angst vor dem Schlafen und bekam Schlafstörungen. Es musste also eine Lösung her. Ich googelte und stieß eben auf die Technik des Klartraums. Ich konnte mir nicht vorstellen, dass das funktioniert. Ich dachte, wenn ich träume, dann träume ich, bin also nicht wach und kann nicht bewusst irgendetwas steuern oder beeinflussen. Aber offenbar reicht hier schon der feste Wille genau das tun zu wollen, dass das Gehirn im Schlaf eine kleine Tür offen lässt. Auch habe ich mich beim Einschlafen darauf konzentriert, die Kontrolle über den kommenden Traum zu behalten … die imaginäre Waffe unter dem Kopfkissen. 😀

Für alle. Die mehr wissen wollen. Der Orkan erklärt das in dem Video ganz gut. Mehr Infos von ihm gibt es auf www.luzides-träumen.com.

Und es funktioniert wirklich. Mein erstes Klartraumerlebnis habe ich sogar noch sehr gut im Kopf – das war 2006:

Ich stand auf einem großen Gelände, dass es nicht wirklich in Linz am Rhein gab, aber es sollte mir eben vor Augen halten, dass in diesem Moment alle Schulen der Gegend auf diesem Platz vertreten waren. Gymnasium, Realschule, Grund – und Hauptschule. Ich fand das in diesem Augenblick sehr praktisch, denn so konnte ich gleich beide Kinder – ich hatte damals noch eine Stieftochter – abholen. Es klingelte gerade zum Schulende, als plötzlich zwei qualmende Flugzeuge am Himmel auftauchten, die mit einem ohrenbetäubendem Getöse abstürzten und in die Schulen krachten – das ganze natürlich wieder in super Bildqualität inkl. Dolbysurround. Die Druckwelle der Explosion schleuderte mich meterweit und ich spürte die Hitze in meinem Gesicht. 😮

Die beiden Flugzeuge waren also in die Schulen gekracht, in denen sich meine (und viele andere) Kinder befanden. Hilflos sah ich dieses schreckliche Unglück und stand kurz davor wieder in Panik und in einen emotionalen Ausnahmezustand zu geraten, wenn da nicht plötzlich die kleine Tür im Gehirn aufgegangen und meine Anti-Alptraum-Patroullie aufmarschiert wäre. Meine Traumpatroullie schaffte es allerdings nicht mich aus diesem Traum zu wecken – dazu schlief ich viel zu tief und fest – , aber sie brachte mich dazu, ruhig und fast schon gelassen aufzustehen, mir den Staub von der Hose zu klopfen, die Denkerpose einzunehmen und mir klar zu machen, dass das hier nur ein Traum war. Ich wusste im Traum tatsächlich, dass es nur ein Traum war, weil am Nachmittag zuvor ein Flugzeug über unser Haus geflogen war und ich mich kurzzeitig mit der Dolbysurround-Vorstellung quälte, das es theoretisch ja auch jetzt abstürzen könnte. Die schrecklichen Bilder vom World Trade Center werde ich wohl auch nie vergessen. Zeitgleich unterhielt ich mich mit meinen Kindern über das genau Datum, wann die Schule nach den Ferien wieder anfängt. Diese Traum war also nichts weiter als zusammengequirlter Scheiß aus irgendwelchen Tageseindrücken, unterlegt von meiner ständigen Angst um die Kinder.

Da stand ich nun in den Trümmern und machte mir zwar klar, dass es nur ein Traum war, aber diese Klarheit fing an zu bröckeln. Es ist ein Kampf. Albtraum vs. Klartraum. Ich spürte wieder die Hitze des Feuers und machte mir Sorgen um die Kinder. Ich konnte nicht aufwachen, also musste dieser Traum zumindest ein Happy End haben, damit ich ihn unbeschadet überstand. Ich versuchte den Verlauf zu ändern und  zwar so, wie er mir am sinnvollsten erschien. Ruhig bleiben, nicht in Panik geraten und darauf achten, dass ich nicht die Kontrolle verlor. Ich lief zunächst zur Grundschule, die vollkommen in Flammen und Trümmern stand, aber konnte es so einrichten, dass alle Kinder brav in Zweierreihen und unversehrt aus dem Gebäude geführt wurden – ich musste quasi nur darauf warten, dass Hanna herauskam. Sie kam und ich nahm sie an die Hand und lief zur Realschule, wo meine Stieftochter Rachel schon auf mich wartete und mir mitteilte, dass sie noch nicht mitkommen könnte, weil sie doch vor kurzem ihren Erste-Hilfe-Schein gemacht hat und nun helfen möchte.

Ja, in diesem schrecklichen Traum, gab es ungaublicherweise keine Verletzten und keine Toten, eben weil ich das im Klartraum so wollte. Dass ich am Ende dieses Traums letztendlich doch noch von Männern in U.S Uniformen und Maschinengewehren verfolgt wurde, weiß ich nicht – das war mir allerdings auch zu blöd und ich wachte auf. 😀

Das war der erste Klartraum und es folgten Weitere, in denen ich es sogar immer wieder schaffte, die Traumsituation ins Lächerlich zu ziehen. Ich träumte, dass ich mit meiner Tochter das Phantasialand besuchte und plötzlich ein riesiges Monster durch den Park stapfte und großes Unheil anrichten wollte. Irgendwann stand das Monster vor mir und starrte mich an. Ich starrte das Monster an und  fing plötzlich an zu lachen. Ich hatte so einen Lachflash, dass das Monster ebenfalls lachte. Und irgendwann lachte der ganze Park, das Monster ging nach Hause und alles war gut. 😆

So viel zum Thema Träume und Albträume, die (zumindest bei mir) beim Verdrängen immer eine sehr wichtige und nicht immer angenehme Rolle spielen.

Aber ursprünglich war ich doch bei der Anleitung zu „Verdrängen“, oder? 🙂

Eine Situation wächst mir über den Kopf und je mehr ich mich mit der Situation beschäftige, desto größer und schlimmer wird sie für mich. Folglich, will ich mich nicht mehr damit beschäftigen … bla…bla…bla… die erste Zeit funktioniert das nur sehr schwer, denn die Situation rebelliert, versucht sich gegen meine Ignoranz zu wehren… bla bla bla … in der Nacht kommt die ganze Scheiße dann wieder. Manchmal wacht man dann morgens müde und gerädert auf und hat das unterschwellige Gefühl, dass irgendetwas nicht mit einem stimmt. Der Verdränger vermeidet dann tunlichst das eigene Hinterfragen. Er will nicht wissen, was das Unterbewusstsein die ganze Nacht getrieben hat. Auch das funktioniert eine Zeit lang. Wenn meinen seinen Job gut macht, gerät die unverarbeitete und ungeklärte Situation tatsächlich in Vergessenheit. Es wird sprichwörtlich unter einem Berg von Ignoranz, Ablenkung und üblichen Alltagsstress vergraben. Viele haben die Hoffnung, dass es sich irgendwann einfach in Luft auflöst … aber das tut es nicht. Nein, im Verborgenen fängt es an zu wachsen. Wie ein Tumor … ein Tumor, der irgendwann anfängt seine psychosomatischen Ableger zu streuen … kleine körperliche Probleme … Verspannungen, chronische Muskelschmerzen (Fibromylagie), ein geschwächtes Immunsystem, Herzprobleme, Kreislaufprobleme, Atem – und Schluckbeschwerden, kreisrunder Haarausfall, Schwindel … die Liste der psychosomatischen Krankheitsbilder sind schier unendlich. Und das alles nur, weil man einer unverarbeiteten Situation oder Situationen den Rücken gekehrt und sie in den tiefen der eigenen Seele vergraben hat.

Ja, wenn ich eines in den letzten Wochen gelernt habe, dann ist es die Tatsache, dass Verdrängen, tatsächlich der schlechteste Weg ist, um sich Probleme vom Leib zu halten. So schwer es auch ist, die Auseinandersetzung mit Situationen und Erlebnissen zu ertragen und so weh es auch tut, der Weg des Verdrängens führt immer ins größere Unglück!

Achtet auf eure Träume, sie verraten durchaus mehr, als einem vielleicht lieb ist …  <3

 Eigentlich wollte ich heute über etwas ganz anderes schreiben … 😆

Über Albträume, die ich keinem wünsche!

(Ein Archivtext aus dem Jahre 2008)

Eigentlich müsste ich ja heute Abend noch etwas Produktives schaffen – quasi an meinem Roman weiter
schreiben, oder mich weiter um meinen Texterjob kümmern – aber irgendwie fehlt mir heute zu beidem die nötige Inspiration.

Und wer, oder was ist es Schuld?

Ja, Schuld ist grundsätzlich immer mein Kopf, denn der hatte heute morgen schon gleich nach dem Aufstehen einen leichten, bis mittelschweren „defekt“. Ich hatte nämlich letzte Nacht, bzw. heute morgen nämlich wieder ein Traumerlebnis der Spitzenklasse und der war auch gleich wieder so heftig und vor allem so real, dass ich alle drei (!) Wecker überhört habe und zum ersten Mal seit langem wieder verschlafen habe!

Ja, und eigentlich möchte ich über diesen besagten Traum auch gar nicht mehr reden – es reicht schon, dass er mich den ganzen Tag schon verfolgt hat und mich nun an meiner Arbeit hindert – aber dennoch möchte ich ihn jetzt und hier
erwähnen, damit Ihr Euch Mal vorstellen könnt, welch schreckliche Dinge da manchmal in meinem Kopf vorgehen, wenn ich schlafe.

Und als ich heute morgen schlief…

…war ich tot.

Ich bin in diesem Traum erst durchgedreht und dann wieder einmal seelisch verstorben, weil ich Gefühlen und Emotionen ausgesetzt war, die meine Kapazität deutlich überschritten. Zunächst war ich die Fahrerin eines Wagens, die sich relativ langsam einem Zebrastreifen näherte, auf dem sich jedoch noch keine Personen befanden – es war der Zebrastreifen auf der Hauptstraße in Neustadt/Wied nähe der Tankstelle, um genau zu sein.

Ich fahre, fahre weiter, gebe Gas und merke, wie ich plötzlich etwas überrolle. Doch ich fahre seelenruhig weiter und sehe im Rückspiegel plötzlich den leblosen Körper eines Kindes – die Mutter steht mit Kinderwagen auf der Straße und bricht schreiend zusammen. Ich fahre weiter… habe die Situation noch nicht ganz begriffen… denke, das alles ist nur ein Traum. Meine Traumkontrollpatrouillie versucht sich also einzuschalten… beruhige Dich, es ist alles nur ein Traum!

…oder doch nicht?

SCHEISSE, MANN, WACH BITTE GANZ SCHNELL AUF! 😮

Ich wachte aber nicht auf, sondern fuhr weiter. Ich versuchte meine hereinbrechenden Gedanken zu kontrollieren, meine Gefühle unter Kontrolle zu halten. Hast du da etwa gerade ein Kind überfahren???
Plötzlich sehe ich Bilder vor meinen Augen, wie Menschen wild durcheinander laufen. Sie schreien, weinen und in ihren
Gesichtern spiegelt sich das entsetzen. Doch ich fahre immer noch weiter…kilometerweit…stundenlang…ich denke nicht… ich kann gar nicht mehr denken… die einzigen Gedanken, die ich plötzlich habe, sind die eines Fremden. Ich bin plötzlich eine männliche Person die ich nicht kenne und die Gedanken dieses Mannes lässt mir das Blut in den Adern gefrieren: Wat läuft der Bengel auch einfach über die Straße? Hoffentlich hat mich keiner gesehen! Unfall mit Todesfolge, Fahrerflucht, das könnte übel ausgehen für mich!

Ich trete abrupt auf die Bremse. Ich steige aus und verlasse wie in Trance den Wagen. Ein Zeitpunkt an dem mich Gefühle übermannen, die ich so (Gott sei Dank) noch nicht kennenlernen musste. Mir ist schlecht und ich sacke
zusammen, will mich übergeben, aber irgendetwas hindert mich daran. Ich wage nicht auf mein Auto zu schauen, will
nicht sehen, welche Spuren dort hinterlassen wurden. Wieder Bilder vor meinen Augen. Ich sehe, wie ein Kindersarg
zu Grabe getragen wird. Sehe wie ein Vater weinend zusammenbricht und ich sehe Geschwisterkinder, die
anfangen den Sarg wieder auszugraben: „Wir holen dich da wieder raus, Timmi!“

Eine endlos Schleife beginnt. Ich stehe da, heule stumm, will nur noch sterben, denn mich verfolgt nur noch ein Gedanke: „Nein, damit kannst du nicht leben!“

AN ALLE DIE, DIE MEINE ZEILEN NUR ÜBERFLIEGEN UND DESHALB AUCH MANCHMAL WICHTIGES ÜBERLESEN:

ES WAR NUR EIN TRAUM!!!! 😉

Und ich mache mich auf den Weg – in Richtung Wiedtalbrücke – gehe vorbei an meinem Auto, das aber urplötzlich gar nicht mehr wie meines aussah. Es war ein Audi-A-Haste-Nicht-Gesehen, tiefschwarz mit breiten Schlappen und einem
silbernen Tribal auf der Heckscheibe. Und ich blicke schließlich in das Innere des Wagens und sehe, wie ein dunkelhaariger Typ gerade wild und aufgeregt gestikulierend telefonierte. Was immer das auch zu bedeuten hatte, es war mir in dem Augenblick egal, denn für mich hatte in der Sekunde als ich den leblosen Körper im den
Rückspiegel sah, einfach alles an Bedeutung verloren. Ich konnte mit diesem Gefühl in mir nicht leben, ich konnte diese
Bilder nicht ertragen, es ging einfach nix mehr in diesem Traum.

Nun ja…

Für mich ein eindeutiges Zeichen dafür, dass mit meiner Traumkontrollstation schon wieder etwas ganz gewaltig nicht
stimmte …

Das war auch mein erster Gedanke als ich schließlich gegen 7.30 Uhr (!) endlich hoch schreckte. Danach war ich zunächst mehr als heilfroh – nein, ich war sogar so dankbar dafür, dass sich zunächst 5 Minuten lang vor Erleichterung heulen musste – dass es „nur“ ein Traum war!

Ich schaffte es aber dennoch mit Turboantrieb meine kleine Tochter pünktlich in die Schule zu bringen! 🙂

Später war bei mir natürlich ganz schnell die psychologische Traumdeutung angesagt! Ganz nach dem Motto:

Was wollte mir mein Unterbewusstsein mit diesem Traum wohl sagen?

Vielleicht, … dass ich nie wieder nach Neustadt fahren sollte?
Vielleicht, … dass ich doch langsam eine Brille brauche?
Vielleicht, … dass es an meinem Fahrstil etwas auszusetzen gibt?
Oder vielleicht doch nur, … dass ich ganz gewaltig einen an der Klatsche habe?

Himmel, warum träume ich denn nur plötzlich solche schrecklichen Sachen?

Antwort:

Weil einer meiner größten Ängste natürlich ist, dass mir ein Kind vor´s Auto läuft. Weil diese genrell Kinder-Könnten-Überfahren-Werden-Angst ganz unbewusst wieder in mir entfacht wurde als meine Tochter vor einigen Tagen meinte, ihren Ball vor den schrecklichen Fängen eines anrollenden PKW´s retten zu müssen – Mann, was hab ich mir ihr geschimpft! Weil ich ganz unbewusst damit beschäftigt war, diesen kurzen (aber großen und ohnmachtsnahen) Schreck irgendwie wieder zu verarbeiten.

Weil ich gestern Nachmittag beim Heranfahren an einen Kreisel – an der stark befahrenden Straße, Rottbitze – drei
Kinder mit Fahrrädern sah, die diese Straße vor dem Kreisel überqueren wollten. Instinktiv hielt ich an, winkte die Kids über die Straße und zog mir kurzzeitig den Unmut eines Audifahrers auf mich, dem das alles scheinbar zu lange dauerte. Sein verärgerter und scheinbar unter Zeitdruck stehender Gesichtsausdruck im Rückspiegel, ließ mich für einen kurzen Augenblick den Gedanken in mir aufkommen, den ich lieber nicht aussprechen will, aber es hatte etwas mit Fuck you! und einem Mutter Theresa Heiligenschein auf meinem Kopf zu tun!
Ich sah den Kids nach und dachte: „Besser ich lass euch rüber, als das der Spacko hinter mir euch überfährt!“
Und es war auch schließlich der Spacko, der anschließend zeitgleich mit mir an die Tankstelle fuhr – er war dunkelhaarig und auf der Heckscheibe seines schwarzen Audis war ein silbernes Tribal. Was ich aber zu diesem Zeitpunkt nicht wirklich bewusst registriert habe, denn ich hatte andere Probleme… Scheiße, der Tankdeckel ist ja immer noch auf der linken Seite!

Weil ich gestern in irgendeiner komischen Doku-Sendung ein ziemlich extremes Emphatie-Drama miterleben musste. Ein Vater erzählte unter Tränen über den plötzlichen Tod seiner Frau und auch darüber, wie seine damals 5 und 7 Jahre alten Kinder nach der Beerdigung vorhatten, ihre Mama wieder auzubuddeln! Ja, ich weiß! Ich sollte mir solche Sachen nicht angucken!

Es ist schon seltsam…und natürlich auch schlimm…aber irgendwie auch faszinierend, was einen so alles an einem Tag bewegt, berührt und erschreckt , von dem man nicht einmal annähernd weiß, dass es einen dann doch innerlich so
umhaut, dass gleich ein filmreifer Albtraum daraus werden muss, um die Eindrücke zu verarbeiten. Ich allerdings muss erst darüber schreiben, bis ich solche Sachen wirklich verarbeiten kann… was ich hiermit getan habe, also Haken dran!