Die Überdosis Realität und wenn dann auch noch das TV bei mir anfragt…

Eigentlich wollte ich alles, was ich im Moment zu sagen habe, auch lieber auf ein Video quatschen – besonders für meine etwas lesefaulen Youtube-Angsstörungs-Follower 😀 -, aber das muss ich leider verschieben. Ich bin im Moment nicht tageslichttauglich. Und wer weiß, ob ich das jemals auch wieder sein werde – ich kriege Falten!!! Ich bin heute ziemlich im Eimer und meine kleine Tochter hat gerade ihren Schokomund an meiner Schulter abgewischt und der Pulli, den ich stattdessen für die Aufnahme hätte anziehen wollen ist in der Wäsche…

BlaBlaBlaBla!

Okay, jetzt oder nie… 😀

Hallöchen! 🙂

Ich weiß, ich hab lange nichts mehr von mir hören bzw. lesen lassen. Und das hat einen triftigen Grund: Mir fehlen die Worte! Ich bin quasi sprachlos. Ich stehe gerade meilenweit neben mir und sehe  – mit einer besonderen Form von Fassungslosigkeit – mir selbst beim Mutigsein, Entschlossensein, Aufräumen und (An)Packen zu.

Oder im Jammerstyle ausgedrückt:

Nä, wat´n Stress! 😮

Hier ist was los! 😮

Und hier sieht´s aus… 😮

Ich sehe aus…  😮

Die Überdosis Realität der letzten Monate zeigt nicht nur Wirkung, sondern hinterlässt im Moment auch wieder eine Menge Spuren. Gefühlt laufe ich gerade die höchste Stressphase meines Lebens durch, fühle mich entsprechen auch wieder ziemlich angstgestört.  Meine Ängste, Zweifel, Unsicherheit und Sorgen haben mit meinem ziemlich großen lebensverändernden Zukunftsplänen leider wieder extrem zugenommen …  und ich leider auch. Ich arbeite ununterbrochen, fresse währenddessen (sprichwörtlich) ziemlich viel in mich hinein, mein Stoffwechsel steht scheinbar auch unter Schock und verweigert die Funktion. Ich werde tatsächlich immer fetter und seit Dezember sind auch schon wieder 5 Kilo mehr drauf. Es ist ein Teufelskreis, dem ich derzeit aber nicht entfliehen kann, weil jeder Versuch etwas dagegen zu tun, jeder Gedanke an mein Gewicht, nur noch mehr Angst, Stress und Fressattacken auslöst. Und da sind wir auch schon wieder bei meinem Unwort meines Lebens: STRESS!

Tja, was soll ich sagen …

Es gab in den letzten Monaten einfach zu viele Situationen und Geschehnisse auf die ich bei Weitem nicht vorbereitet war und die meine Verarbeitungskapazität deutlich überschritten haben. Emotionaler Scheiß, dem ich nicht gewachsen bin und dem ich auch nicht gewachsen sein will. Und ich bin auch jetzt nicht bereit, mich damit auseinanderzusetzen. Es gibt Situationen im Leben, die sind so tiefgreifend und verletzend, dass ich beschlossen habe, sie lieber bis an mein Lebensende totzuschweigen als mich damit näher auseinander zusetzen. Ich werde die Augen verschließen, weil (bei näherer Betrachtung) die Konsequenzen und Enttäuschung mich emotional umbringen würden – ich erlaube mir jetzt einfach diese Form von Selbstschutz!

Apropos Selbstschutz …

Es ist fast schon interessant, wie mein Körper auf diesen erneuten Stress reagiert, um mich darauf aufmerksam zu machen, dass es langsam reicht. Seit knapp vier Wochen hat sich auch noch ein sporadisches Ohrgeräusch meinen ganzen psychosomatischen Wehwechen gesellt. Das Getöse im Gehörgang ist ununterbrochen da, eine Art Rauschen … Meeresrauschen… und es besucht mich auch beinahe täglich ein Tinnitus und geht mir zeitweise mit einem Klingeln auf die Nerven, dass an das schrille Kreischen einer Schulglocke erinnert.  Der Tinnitus schlägt aus heiterem Himmel zu und klingelt am lautesten, wenn absolute Ruhe einkehrt, – was selten ist – ansonsten wird er mit Alltagsgeräuschen oder mit Musik übertönt. Alles Stress – und Angstsymptome… und ich weiß, dass ich wieder auf Medikamente eingestellt werden müsste, damit das aufhört. Aber wir wissen ja alle, was (mit mir) passiert, wenn ich auf Psychopharmaka gesetzt werde, gell? Genau! Dann ist nix mehr los mit mir! Dann existiere ich nicht mehr … kriege nichts mehr auf die Reihe… verdiene kein Geld mehr… kann mich nicht um einen Umzug kümmern … mutiere zu einem talent – und emotionslosen Zombie mit gestörter Wahrnehmung und Libido … NEVER EVER!

Dann bin ich lieber ein talentierter, hypernervöser Grenzgänger, mit emotionalen Ausbrüchen und gelegentlichem autoagressivem Verhalten, aber dafür mit Meeresrauschen Ohr!

Wer weiß, vielleicht höre ich bald ja auch die passenden Stimmen dazu … 😀

Scherz beiseite!

Ja, ich bin mir bewusst, dass ich wieder an meine Grenzen gehe und inzwischen auch gefährlich darüber hinaus galoppiere, weil ich weiß, dass dieser letzte Angst-Marathon meine letzte Chance ist. Es ist, wie es ist. Ich habe nach wie vor das Gefühl, in diesem (meinem) Sumpf unterzugehen. Ich habe einfach keine Energie mehr. Die einzige Energie die ich im Moment aufbringen kann, ist die Flucht.

Aber…

Entgegengesetzt anderer Stimmen (die ich bewusst überhöre), bin ich mir sicher,  dass ich mich selbst, mein Leben, meine Ehe, meine Ängste (und mein Gewicht) spätestens ab Juli 2017 wieder in den Griff kriegen werde. Denn, wie bereits in den vorherigen Blogeinträgen erwähnt, werden wir ab diesem Zeitpunkt nach Niebüll ziehen. Genau genommen an den Stadtrand von Niebüll, Süder Gath.

So, Jammern aus und Euphorie-Modus an!

Wir haben diesen verdammten Mietvertrag endlich in der Tasche!

Eine anständige Wohnung über diese Entfernung zu finden, ohne Beziehungen spielen lassen zu können, war für mich die größte Hürde. Wie das alles zustande gekommen ist, selbst dazu  könnte ich einen halben Roman schreiben. Aber ich belasse es dabei, dass ich, trotz meine Ängste, alles, was in meiner Macht stand, getan habe (inklusive Verzicht auf den Irokesenschnitt und mit einer anständigen Frisur), um am letzten Februarwochenende (als wir in Niebüll waren) zumindest mit einem Handschlag-Mietvertrag nach Hause zu kommen.

Ich kann das noch gar nicht so richtig fassen, dass das geklappt hat! Und dann auch noch für eine solche (definitiv bezahlbare) Traumhütte… (nein, das auf dem Bild ist das Gartenhäuschen) 😀

Es ist eine Haushälfte, 180 Quadratmeter, 6,5 Zimmer (es gibt also das erhoffte Gästezimmer), Einbauküche, Vorratskammer, Badezimmer (mit Badewanne!!!!!), Gäste-WC, Hauswirtschaftsraum, Garage, Dachboden Gartenhaus  500 qm (!) Garten!

Seit Januar besteht schon dieser Kontakt und er war von Anfang an auch etwas Besonders, denn die Vermieter haben sich aufgrund einer Anzeige bei ebay-Kleinanzeigen uns ausgesucht und nicht umgekehrt. Aber dennoch war ich voller Zweifel. Fühlte mich wieder (hausgemacht) klein, schwach und unfähig. Ich bin ja nicht mal in der Lage, an ein klingelndes Telefon zu gehen … wie sollte ich es dann schaffen, eine Wohnung in 700 Kilometer Entfernung klar zu machen? Mit allem was dazu gehört? Telefonieren, überzeugende Gespräche führen, einen Hauch Selbstbewusstsein an den Tag legen und beim ersten Aufeinandertreffen dem potenziellen Vermieter klar machen, dass ich zwar ein bisschen schräg, aber grundsätzlich nicht falsch bin und auch meine Familie genau in dieses Haus passt. Ach ja, meinem Mann und den Kindern hatte ich bei diesem ersten Besuch Anweisung gegeben nicht so viel zu reden, nett zu lächeln, freundlich zu sein und idealerweise nicht (wie üblich) wie rheinländische Bauern zu benehmen. 😀

Es hat geklappt! 🙂

Nun, ich glaube, hier passte tatsächlich alles zusammen, weil es zusammengehört. Ich hatte bei der Vermieterin ein Empathieerlebnis. Ich spürte etwas bei ihr, was mich zunächst vollkommen verunsicherte. Ihre anfängliche „Kälte“ verunsicherte mich. Es brauchte ganze 24 Stunden, bis ich die Puzzleteile an unterschiedlichen Emotionen richtig zusammenfügen und einordnen konnte. Dann wusste ich, was ich zu tun und zu sagen hatte … die Verabschiedung war herzlich und vertrauensvoll (eigentlich) von beiden Seiten.

Letzte Woche kam der Mietvertrag …

Kindergartenplatz ist auch abgehakt. Und Hanna habe ich bei drei Gymnasien angemeldet, einen Platz hätte sie schon, auf die anderen beiden Möglichkeiten warten wir noch. Eine freie Schulauswahl wäre meine Wunschvorstellung…

Also was das betrifft, läuft alles wie am Schnürchen. Also wenn ich etwas wirklich will, dann scheine ich ja ungeahnte Energien frei zusetzen. Ich bin guter Dinge, dass wir hier einen guten Abschluss finden und in Nordfriesland einen guten Neuanfang starten können. Obwohl ich zugeben muss, dass es, trotz aller Euphorie – und ich freue mich wirklich sehr – es schon extrem schwer werden wird, mich von diesem „alten“ Leben zu trennen. Ich habe mir in den letzten Wochen schon sehr bewusst gemacht, was und wen ich alles vermissen werde … und wen und was auch nicht.

Meinen Frisör zum Beispiel. Das Team vom Dietz Coiffeur Linz am Rhein. Seit fast 20 Jahren gehe ich alle zwei Monate zu diesem schrägen Haufen und lasse mir die Haare schneiden. Das wird schon ein schwerer Schritt, da jemand anders ran zu lassen…  🙁 🙂

Das nur mal als Beispiel  …. alles andere, was ich vermissen werde, wird schnell wieder verdrängt. Ich möchte mir nicht schon im Vorfeld ausmalen müssen, wer oder was mir beim Abschied das Herz brechen wird… 😮

Apropos…

Ich habe festgestellt, dass ein Teil meiner Mitmenschen sich tatsächlich für uns freut (auch wenn wir dann eben ein paar Kilometer weiter weg wohnen) – danke hierfür und auch für die mentale Unterstützung, das Richtige tun zu wollen. Das Gästezimmer steht für alle bereit, die auch weiterhin (in Abständen) Teil meines (unseres) Lebens sein möchten!

Und dann gibt es jene, die es tatsächlich immer noch nicht gecheckt haben, dass ich hier keinen Aprilscherz aushecke und mich (oder uns) nicht ernst nehmen.

Schau mir in die Augen und du wirst sehen wie ernst ich es meine!

Und dann gibt es auch noch solche, die mich für total bescheuert und es für einen großen Fehler halten. Ich wurde sogar darauf hingewiesen, dass es doch bestimmt eine gute Idee wäre, meine Therapiestunden wieder aufzunehmen, denn dann würde ich nicht die ganze Familie mit in meine psychotischen Schnapsideen reißen.

HALLO? DIESER UMZUG IST THERAPIE!  😀

Apropos Therapie…

Ich sollte vielleicht doch (mal wieder) ins TV… 😀

Nein, (Gott bewahre) nicht RTL!

Ohne Scheiß, letzte Woche hatte ich eine TV-Redakteurin auf der virtuellen Matte stehen zum Thema:  SOZIALPHOBIE

Hier der E-Mailauszug:

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„Liebe Nicole,
ich bin die Linda und bin Fernseh-Redakteurin. Für einen TV-Beitrag bin ich derzeit auf der Suche nach Menschen, die an Phobien leiden oder diese auch bereits überwunden haben und mit uns darüber sprechen möchten. Durch deinen Youtube-Channel bin ich bei meinen Recherchen auf dich aufmerksam geworden. Deinen Erfahrungsbericht, den du dort mit uns und vor allem anderen Betroffenen geteilt hast, hat mich sehr bewegt.
In Form eines Interviews o.ä. würden wir dich gerne mit der Kamera begleiten. Gerne auch nach Vorstellungen deinerseits, da wir gemeinsam mit unseren Protagonisten das Beste aus unseren Beiträgen rausholen möchten.
Sehr gerne würde ich mit dir mal persönlich sprechen, um alles noch einmal detaillierter zu erläutern und hoffe, dass du Interesse an einer kurzen Reportage hast.“

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Ich habe im Anschluss viel mit Linda (Name geändert) geschrieben (vorm Telefonieren habe ich mich gedrückt). Ich gebe zu, dass ich schon sehr beflügelt war, dass sich jemand ernsthaft für meine Phobie interessiert (die übrigens viele tatsächlich nicht besonders ernst nehmen). Sie gab mir echt das Gefühl, es verstehen zu wollen. Sie erklärte mir schließlich das Konzept. Ich befand es für gut. Irgendwann stellte sie mir dann persönliche Fragen, u. a. warum ich nicht so gerne telefoniere, was ich beruflich mache und seit wann ich diese Sozialphobie habe und wie sie mich im Alltag beeinflusst. Und irgendwie überraschte mich meine etwas abgeklärte Antwort darauf selbst, denn noch nie hat mir jemand diese Frage gestellt – nicht mal meine Therapeutin.

Ich antwortete:

„Ich bin seit fast 10 Jahren schon freiberufliche Texterin, Redenschreiberin, Ghostwriter und Autorin. Ich verfasse Texte aller Art im Kundenauftrag. Glücklicherweise ein Job, bei dem direkter Kundenkontakt nicht zwingend notwendig ist. Gelegentliches Telefonieren muss sein, aber ich finde oft Ausreden, um ein Telefongespräch zu vermeiden. Wenn ich einem Menschen Aug in Aug begegne habe ich ggf. noch eine gewisse Kontrolle, weil ich Mimik und Gestik im Auge habe. Fehlt mir dieser Part, fühle ich mich noch unsicherer in der Kommunikation.
Nebenbei schreibe ich auch Romane (Psychothriller), die sich immer mit Ängsten und den tiefen Abgründen des Menschen beschäftigen.

...womit wir auch schon bei meiner Sozialphobie sind. 🙂

Ich leide schon seit über 15 Jahren an dieser Phobie…

Es war ein schleichender Prozess und es spielten viele Faktoren zusammen. Ich versuche die Kurzform. Da ist zum Einen meine hohe Sensibilität und die empathische Veranlagung, also ich bin sehr fixiert auf die Emotionen anderer Menschen. Kann sie erkennen, lesen, fühlen oder halbwegs interpretieren, schaffe es aber oft nicht die Eindrücke zu differenzieren und lasse mich anstecken (positiv wie negativ), das ist anstrengend. Oft beziehe ich (meist schlechte) Stimmungen auf mich persönlich. Ist also jemand schlecht gelaunt, wütend oder traurig, fühle ich mich schuldig, weil ich das Gefühl habe, dass diese Emotionen mir gelten… das ist beängstigend und Kraft raubend.

Und dann kommen da noch die Erfahrungswerte ins Spiel. Ich war schon immer irgendwie eine Einzelgängerin. Ich hatte immer das Gefühl anders zu sein, fühlte mich wie eine Außerirdische, fühlte mich abgelehnt, ungeliebt, nicht ernst genommen, dann erfolgten viele Verletzungen und Enttäuschungen von Menschen, die mir nahe standen. Hinzu kam noch Mobbing in der Schule, Mobbing in der Ausbildung, Missbrauch in Kindheit und früher Jugend, Gewalterfahrung in der Partnerschaft und viele andere zwischenmenschliche Enttäuschungen. Ich war immer irgendwie umgeben von Lug und Betrug. Die Menschen sind immer so unehrlich im Umgang miteinander. Mit jeder weiteren Erfahrung (inkl. der täglichen Nachrichten über Kindermörder, Terroristen und andere Psychopathen) erfolgte auch der weitere Rückzug von der Gattung „Mensch“.

Die Phobie bekam einen neuen Höhepunkt mit der Geburt meiner ersten Tochter vor 15 Jahren. Ich hatte ständig Angst, es könnte ihr etwas zustoßen oder jemand könnte ihr etwas antun. Ich war nicht im Stande, jemanden meine Tochter anzuvertrauen, nicht mal meinen damaligen Mann oder meiner Familie. Die ganze Welt bestand plötzlich nur noch aus Menschen, die nicht allumfassend auf sie Acht gaben, sie verletzten oder ihr Böses tun wollten. Ich ging nicht mehr ohne mein Kind vor die Tür, ließ sie nicht mehr aus den Augen, jahrelang, bis sie dann mit knapp drei Jahren in den Kindergarten musste. Es war schon schwer, sie dort aus der Hand zu geben… aber mein Vertrauen in den Kindergarten wuchs, als ich sah, wie viel Freude (und Freunde) sie dort hatte.

Mit dem Kindergarten (und später Schule) kam dann auch wieder die Zeit, in der ich selbst auch wieder täglich anderen Menschen begegnete, die oft das Gespräch suchten… es herrschte dieser Smalltalkzwang. Smalltalk geht bei mir überhaupt nicht… ich hasse Smalltalk! Ich weiß nie, was ich sagen oder antworten soll. Oberflächliche Gespräche machen mir Angst, verunsichern mich.  Ich wollte auch damals nichts mit anderen Eltern zu tun haben und ließ nur oberflächliches Geplänkel und keinen tief gehenden Kontakte zu. Das ist auch heute noch so. Dort draußen in der Welt lauert so viel Böses … ich will meine Kinder vor all diesem Bösen beschützen!

Im Dezember 2014 hat die Sozialphobie dann solche Ausmaße angenommen, dass sie in eine generalisierte Angststörung überging. Es kamen ganz viele Stressfaktoren zusammen. Ich hatte zu diesem Zeitpunkt ein Buch (Psychothriller) über einen Kleinverlag veröffentlicht. Eigentlich wurde ein Traum wahr, ich wollte schon immer Buchautorin werden. Allerdings kam ich mit den „Nebenwirkungen“ nicht klar. Alle Menschen lasen eine „irrsinnige“ Geschichte, die ich geschrieben hatte – was dachten jetzt alle über mich? Kam jetzt die nächste Welle der Ablehnung? Es folgte unwillkürlich der enge Kontakt mit Menschen. Gespräche, Kritik, Rezensionen, Fototermine, Buchmesse, und dann die erste Lesung. Diese Überdosis „Mensch“ hat mich so in Angst und Schrecken versetzt, dass es nur mit Medikamenten zu ertragen war.

In der Zeit, in der ich Medikamente nahm, war ich tatsächlich mutiger.  Also der Mut war da, aber das Empfinden war weg. Ich empfand nichts, es war mir irgendwie alles egal. Ich hielt eine 1-Stündige Lesung, besuchte die Frankfurter Buchmesse. Ich besuchte ohne Begleitung ein dörfliches (aber gut gesuchtes) Theaterstück. Ich polterte  plötzlich gegen Menschen mit rechter Gesinnung, legte mich auch gerne mit Mitmenschen an und arbeitete sogar in der Flüchtlingshilfe.

Aber als ich die Tabletten wieder absetzte, erfolgte auch hier wieder der Rückzug.

Und so beeinflusst mich die Sozialphobie bis heute: Soziale Kontakte gibt es kaum. Und wenn sich etwas aufbaut, erstickte ich es schon im Keim. Ich gehe nur unter Menschen, wenn ich es tatsächlich muss und es sich nicht vermeiden lässt, beispielsweise wenn es um meine Kinder geht (Elternabende, Laternebasteln, St. Martinszug etc.)

My Home is my Castle, außerhalb meines Zuhauses fühle ich mich wie das schwarze Schaf unter unzähligen Wölfen und so spiegelt es sich auch in meiner körperlichen Symptomatik wieder. Ich fühle mich unwohl, habe Angstgefühle, empfinde eine enorme Anspannung und habe ständig das Gefühl auf der Hut zu sein zu müssen. Ich besuche keine Veranstaltungen, keine Konzerte, wenn es hochkommt mal Kino (aber im Zeitalter von Streamingangeboten, braucht man auch das nicht mehr) Ausflüge an Orte, wo viele Menschen sind bedeuten Stress. Manchmal reicht aber auch nur ein Mensch, der sich mit mir unterhalten will, um mich in Angst und Schrecken zu versetzen. 

Und tägliche Aufgaben, wie Einkaufen, Mülleimer an die Straße stellen, zum Briefkasten gehen  erledige ich bis heute nur unter Anspannung und mit Scheuklappen. Immer den Blickkontakt mit Bekannten und Nachbarn vermeiden und immer schön so tun als ob ich blind bin, damit sich keine Smalltalk-Situation ergibt.

Meine Therapeutin sagte damals, dass die einzige Lösung, diese Phobie zu bekämpfen, wäre, es einfach mal drauf ankommen zu lassen, auf Menschen zugehen, das Herz zu öffnen und „einfach“ mal vertrauen … ha, ha, ha!

Ich weiß, dass meine Angst vor Menschen krankhaft ist. Ich arbeite jeden Tag daran, um diese Phobie zu bewältigen. Mein Blog und der Youtube-Channel helfen mir dabei.

Und ich versuche mein Bestmögliches, diese Phobie nicht auch auf meine Kinder zu übertragen, bzw. sie nicht damit rein zuziehen …

… funktioniert leider nicht immer. 🙁

Habe erst heute wieder eine Kindergartenverabredung meiner kleinen Tochter boykottiert … das muss aufhören!

Tja, soviel erst mal dazu…

Viele Grüße und vielen Dank

Nicole

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Es folgten weitere Gespräche mit Linda …

Dann irgendwann rückte Linda damit raus, für welchen Sender und welche Sendung die Doku sein sollte. Dann hatte ich ein ganzes Wochenende Zeit, um mir die schlimmsten WAS-WÄRE-WENN-Szenarien auszumalen. Und plötzlich war ich überzeugt, dass ich hier gerade im Begriff war, mich selbst den Wölfen zum Fraß vorzuwerfen, auch wenn der Sender NICHT RTL hieß.

Daher entschied ich mich (vorerst) für diese Antwort…

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Hallo Linda,

bei mir geht es Augenblick drunter und drüber. Ich weiß nicht, wo mir der Kopf steht. Auch habe ich in den letzten Tagen festgestellt, dass meine schriftliche Klappe offenbar doch deutlich größer ist, als mein physisches ICH. Sprich, ich habe doch mehr Angst und Panik gegenüber diesem Projekt aufgebaut als ich mir eingestehen wollte und befürchte, dass eine Doku bei Pro 7 meine Situation noch verschlimmern wird. So viel Öffentlichkeit schaffe und verkrafte ich nicht.

Das tut mir wirklich sehr leid, dass ich Deine Zeit verschwendet habe, das war wirklich nicht meine Absicht.

Liebe Grüße und trotzdem Danke für Dein Interesse

Nicole

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Ihre Antwort:

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Hi Nicole,

das ist gar kein Problem, ich kann das gut nachvollziehen.

Dennoch vielen Dank für deine Zeit und auch dir wünsche ich nur das Beste für dich und deiner Familie!

Wenn du doch eines Tages das Bedürfnis hast, darüber sprechen zu wollen, kannst du dich sehr gerne jederzeit bei mir melden, per Email oder auch Facebook.

Liebe Grüße und einen schönen Tag,

Linda

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Vielleicht werde ich mich irgendwann bei ihr melden, vielleicht auch nie. 🙂

So viel geschrieben wieder heute…

… und dabei gibt noch so viel zu tun!

Fuck, ich hab nicht mal Zeit, um zu heulen…

Bis bald!

Über das Lernen, komplexe Verstrickungen und den natürlichen Fluchtinstinkt

Hallo Ihr Lieben…

Da bin ich wieder. Auch, wenn ich im Moment gar nicht so recht weiß, was ich sagen oder erzählen soll.

Alles ist im Moment so unfassbar …

ICH bin im Moment so unfassbar …

Das Leben ist im Moment so unfassbar …

… kompliziert. 🙁

Aber kurz vorweg: Ich bin immer noch ganz überwältigt,  wie viele sich echt die Zeit genommen haben, meinen letzten Post zu lesen. Unglaublich… danke! 🙂

Auch war ich überrascht, welch große Wellen meine Ankündigung zum Umzug nach Nordfriesland geschlagen hat. Ich hätte nicht gedacht, dass sich so viele zu Wort melden. Auch war ich echt erfreut, dass sich so viele mir gegenüber offen zu erkennen gegeben haben, dass sie Blogleser sind. Das berührt mich sehr. Und so verrückt, wie es auch klingt: das zu wissen, gibt mir (als Sozialphobiker) das Gefühl,  eines unbeschwerten, angstfreien sozialen Kontakts. Die beste Anekdote erlebte ich bei einem Amtsgang letzte Woche. Ich musste bei der Verbandsgemeinde etwas Wichtiges erledigen und die Sachbearbeiterin wusste auch ohne, dass ich ihr etwas erklären musste, warum ich diesen Amtsschritt gehen musste.

„Ich hab deinen Blog über Facebook gelesen. Du willst uns also ernsthaft verlassen?“

Mein erster Gedanke: Eine Beamtin hat meinen Blog gelesen? WTF!? Boah! Krass! Alter, ich fühl mich gerade so voll fame! 😮

Auch beim Einkaufen wurde ich von einem langjährigen Bekannten angesprochen, bei dem ich niemals auch nur annähernd das Interesse am Lesen meines Blogs vermutet hätte. Das hat irgendwie auch gut getan, so offen (und ohne um den heißen Brei) angesprochen zu werden, was auch automatisch dafür sorgte, dass ich darauf reagieren musste. Offen über meine Pläne zu sprechen ist noch eine ganz andere Hausnummer, als darüber zu schreiben und diese Pläne unkommentiert und still umzusetzen. Und wenn ich mich selbst darüber reden höre, bin ich fast schon erschrocken, wie zweifellos und überzeugt ich von dem bin, was ich da sage. Mein Entschluss nach Nordfriesland zu ziehen steht so erschreckend bombenfest, dass mich gefühlt nichts und niemand davon abhalten kann. Und ich merke auch, wie ich mit Hochdruck daran arbeite, dass dieses Vorhaben geordnet und organisiert vonstatten geht, so als wollte ich mit diesem Schritt auch das Chaos aus meinem Leben verbannen … das ist unheimlich.

Ich bin mir im Moment unheimlich…

Viele haben mit mir über den Umzug gesprochen oder geschrieben. Die Reaktionen waren meist positiv aber doch sehr unterschiedlich. Viele waren überrascht, einige waren richtig geschockt, andere freuten sich für uns, wieder andere zeigten mir den Scheibenwischer und dann gab und gibt es auch solche, die meine Umzugspläne noch nicht glauben (wollen). Sie hoffen noch auf die Möglichkeit einer nicht ernst gemeinten Drohung, an eine Kurzschlussreaktion, eine Laune, eine Trotzreaktion, der obligatorische Schuss ins Blaue…

Ich kann an dieser Stelle nur dazu sagen:

Es ist, wie es ist! Und es ist nicht gut!

Ich kann nicht mehr atmen!

Ich muss raus hier!

Ich brauche frische Luft!

Mehr denn je…

Seit Weihnachten und auch seit meinem letzten Beitrag sind wieder einige (schreckliche) Tage ins Land gezogen. Tage, an denen Dinge ihren gewohnten Lauf nahmen. Tage, an denen ich Dingen, durch mein Handeln einen neuen Lauf gegeben habe. Aber es waren auch Tage dabei, in denen Dinge, einen völlig ungeahnten Lauf nahmen und ganz schrecklich falsch liefen. Ich kann und werde nicht alles in diese Blog preisgeben, aber ich will verraten, das ich besonders in der letzten Woche eine Menge gelernt habe, wie folgt:

1.

Trump ist tatsächlich so schlimm, wie ich ihn mir im Amt vorgestellt habe.

2.

Ich habe unterschwellig Angst vor Geistern und Dämonen,  obwohl ich nicht an ihre Existenz glaube … 😮 Fragt nicht. Vielleicht werde ich irgendwann darüber schreiben. 🙂

3.

Unglaublich aber wahr. Ich habe gelernt, dass ich meiner Befürchtung (und die meiner Therapeutin), dass mich an Orte (und Häuser) gebundene negative Energien tatsächlich stark beeinflussen, deutlich mehr Bedeutung schenken muss, als mir lieb ist. Ich habe mit jemandem gesprochen, der sich damit auskennt. Ich weiß zwar nicht, was ich von den ganzen Ritualen zur Reinigung (z.B. Salbei Räucherung) halten soll, werde es aber versuchen und alles dafür tun, dass unsere zukünftige Wohnung keine energetische Vorbelastung aufweist, sprich: Wir werden in einen Neubau ziehen!

4.

Auch habe ich gelernt, dass eine Note auf dem Zeugnis meiner Tochter in Sozialkunde „nicht feststellbar“ innerhalb von Sekunden eine ganze Zukunft zerstören, und sodann eine Familie, eine ganze Klasse, eine ganze Schule, inkl. ganzes Kollegium in Atem halten kann. Diese Note meiner Tochter machte sie zum Gesprächsthema Nummer eins nach der Zeugnisausgabe. Mit einem 2er Durchschnitt gab es zwar eine Empfehlung für die gymnasiale Oberstufe, aber ihre Klassenlehrerin behauptete, dass diese Bemerkung einer „ungenügend“ gleicht und somit keine Chance für sie bestünde, ein Gymnasium zu besuchen. Andere bestätigten, dass die Bewertung „nicht feststellbar“ als „nicht feststellbar“ zu bewerten ist. Google hatte auch nur widersprüchliche Aussagen und in Schleswig-Holstein gibt es solche unnötigen Zeugniseinträge erst gar nicht. Ich suchte schon nach einer Möglichkeit den Lehrer, den Direktor und die ganze Schule zu verklagen, denn immerhin möchte meine Tochter nach dem Abschluss weiter ein Gymnasium besuchen.  Die abschließende Erklärung durch eine Stellungnahme des Lehrers: Durch abwechselnde krankheitsbedingte Fehltage (Lehrer & Schülerin) gab es einfach keine Bewertungsgrundlage in diesem Fach. Er hatte schlicht weg keine Note von Hanna, also gab es ein „nicht feststellbar“, was absolut nichts mit einer 6 zu tun hat. Diese käme nur dann (als „ungenügend“) auf das Zeugnis, wenn ein unentschuldigtes Fehlen zu verzeichnen wäre. Mann, was für ein Schreck! Dieses Thema hat uns tatsächlich 5 Tage in Atem gehalten!

5.

Ich habe gelernt, dass es keinen Sinn macht, sich vor einem ärztlichen Befund zu drücken und die Ergebnisse nicht abfragen zu wollen. Der Verdrängungsprozess macht einen nur noch mehr verrückt. Nachdem ich schon seit Monaten unter Schluckbeschwerden, Hals – und Kehlkopfentzündungen und immer wiederkehrenden Stimmlippenreizungen leide und zudem einen ständigen Kloß im Hals verspürte, ging ich gleich vom Schlimmsten aus. Ich leide schon seit Jahren an einer Refluxerkrankung, die (je nach Stressfaktor) erheblichen Schaden in meiner Speiseröhre anrichtet. Ich wollte das Schlimmste aber nicht hören und weigerte mich, Kontakt zu meinem Hausarzt aufzunehmen, dem die Ergebnisse der letzten Magenspiegelung zugeschickt werden sollten. Die Gedanken kreisen ständig unentwegt um eine mögliche niederschmetternde Diagnose, auch wenn man sich einredet, sich gar keine Sorgen machen zu müssen, weil wenn etwas „Böses“ gefunden worden wäre, hätte man mich doch schon längst informiert… hätte man doch oder? 😮 Auch hier habe ich Google gefragt! 🙂

Inzwischen habe ich den Befund hier liegen (und habe ihn mit Google übersetzen lassen), und wenn ich das richtig verstanden habe, werde ich voraussichtlich in der nächsten Wochen NICHT an Speiseröhrenkrebs sterben, es ist „nur“ die Vorstufe. Und glaubt mir, ich werde alles mir mögliche tun, damit es auch dabei bleibt…

Ja, und dann habe ich auch ganz, ganz andere extreme Dinge gelernt…

Ich habe gelernt, dass eine Überdosis „Angst“ auch gebändigten, panikartigen Mut auslösen kann. Bildlich gesprochen, flüchtet der Gejagte voller Angst und springt dabei über einen tiefen Abgrund (nimmt einen Absturz in Kauf), um dem Bösen zu entkommen. Und so scheint es auch gerade bei mir zu sein.

Eine Angstpatientin hat mir geschrieben, dass sie den Hut vor mir zieht, dass ich trotz meiner ganzen Ängste (die ja zum Teil immer noch stark vertreten sind) doch so viel Mut habe, diesen Nordseeplan auch durchzuziehen… mit allen Konsequenzen. Und sie fragte mich, ob ich denn davor überhaupt keine Angst hätte?

Ob ich keine Angst hätte?

Hallo?!

ICH BIN DIE PERSONALISIERTE ANGST! 😀

Aber natürlich habe mir selbst die Frage gestellt, wie das sein kann, dass ich manchmal nicht imstande bin ans Telefon zu gehen oder Smalltalk mit den Nachbarn zu halten, aber entschlossen bin, einen kompletten Neuanfang an einem fremdem Ort am oberen Ende Deutschlands durchzuziehen … ohne medikamentöse Begleitung durch Angst hemmende Psychopharmaka.  Leute, glaubt mir, ich habe so eine Panik vor dieser Mammutaufgabe, dass ich vollkommen neben mir stehe. Aber ich denke keine Sekunde an einen Rückzug meiner Pläne. Ja, auch diese gnadenlose Entschlossenheit macht mir Angst. Und natürlich habe ich mich hinterfragt, ob ich hier nicht gerade den größten Fehler meines Lebens plane. Zudem gab es viele Meinungen zu unseren Umzugsplänen, die in einen unterschwelligen Vorwurf gepackt waren, dass ich vor etwas flüchten will.  „Flucht“ sei keine Lösung. Die Dämonen würden mich überall finden und vor Problemen zu flüchten ist ohnehin Murks. Letzterem stimme ich uneingeschränkt zu und das ist auch nicht der Plan.

Flucht JA, vor Problemen flüchten NEIN!

Flucht ist eine Reaktion auf Gefahren, Bedrohungen oder als unzumutbar empfundene Situationen. Meist ist die Flucht ein plötzliches und eiliges, manchmal auch heimliches Verlassen eines Aufenthaltsortes oder Landes. (Quelle: Wikipedia) 

Mein Mann und ich sind uns einig: Wir befinden uns derzeit tatsächlich in eine unzumutbaren Lebenssituation! Es gibt eine Verstrickung unglücklicher Umstände, eine Verstrickung meiner persönlichen Umstände, eine Verstrickung seiner persönlichen Umstände, inklusive einer größeren familiären und exorbitanten universellen Verstrickung – mit anderen Worten: Wir können nicht mehr vor und zurück, sind ineinander und außerhalb gefangen, schnüren uns beim Versuch uns aus dieser Situation herauszudröseln gegenseitig die Luft ab.

Und in dieser Woche musste ich lernen, dass die Flucht aus einer unzumutbar empfundenen Situation, die sogar für mich inzwischen eine ernsthafte (psychische) Bedrohung darstellt, tatsächlich „Flucht“ der einzig richtige Lösungsweg ist. Da kann kommen, wer will und versuchen mich vom Gegenteil zu überzeugen: Wenn jemand in meinen Kopf und in mein Herz gucken könnte, der würde es verstehen.

Und wenn wir schon bei unzumutbaren Themen sind – auch das habe ich gelernt:

6.

Man kann sich als Paar tatsächlich vollkommen aus den Augen verlieren, trotz dass man jeden Tag zusammen ist und eigentlich immer weiß, was der andere gerade tut oder nicht. Doch wissen wir das wirklich? Denn im Grunde ist jeder mit sich selbst und seinen Themen beschäftigt, auch wenn man über das Frühstück, die Arbeit, über Politik, Trump und über Gott und die Welt spricht. Jeder sucht zwischen den Zeilen seinen eigenen Weg, mit seinen persönlichen Dämonen (und Dachschäden) klar zu kommen, ohne sich im Klaren darüber zu sein, wie komplex die Verstrickung in großen Ganzen miteinander ist. Missverständnisse, die ständige Hilflosigkeit des anderen, gepaart mit gegenseitige Überforderung führen zu Frust und Konflikten. Konflikte können aber nicht mehr gelöst werden, weil keiner versteht worum es wirklich geht. Jeder redet, aber keiner hört richtig zu. Was dazu führen kann, dass ein Partner (der sehr schlecht, bis gar nicht lügen kann) in seiner Verzweiflung mögliche außereheliche Tendenzen sogar mehr als deutlich thematisiert, um mehrfach darauf hinzuweisen, dass hier etwas gewaltig schief läuft, aber diese Wahrheit wird nicht gehört, bzw. nicht ernst genommen.

„Ich spüre, ich entferne mich  von dir!“

„Ach Quatsch, wir sind doch unzertrennlich! Wir sind doch Andi und Nicki!“

„Sind wir das?!“

„Ja klar!“

Und dann kommt der Tag, an dem plötzlich Wahrheiten ans Licht kommen, die besser im Verborgenen geblieben wären, weil sie unter Umständen das Ende einer Ehe bedeuten. Und plötzlich ist alles anders, wenn es ausgesprochen wird, damit es beim Anderen deutlich ankommt. Nein, Ehrlichkeit ist nicht immer schön, aber notwendig, wenn man sich als Paar nicht ganz aus den Augen verlieren (und verletzen) will…

Und um an dieser Stelle Missverständnisse zu vermeiden: Keiner von uns beiden ist fremd gegangen! Aber wenn Herz, Bauch, Verstand und Moral bei einer dritten Person plötzlich in einen quälenden Konflikt geraten, dann läuft zwischenmenschlich etwas gewaltig schief … und den Schuh, müssen wir UNS BEIDE anziehen!

Und glaubt mir, Wahrheiten ertragen und selber Wahrheiten austeilen ist ziemlich anstrengend. Leider bin ich im Moment nicht in der Lage, all das zu verarbeiten. Ich bin schlicht weg durch. Meine Verarbeitungskapazitäten sind ausgeschöpft. Alles was in den letzten Tagen auf mich hereingebrochen ist und auch noch kommen wird, – so bedeutungsvoll, wichtig und tief gehend es auch ist – prallt jetzt erst einmal einfach an mir ab. Ich streike. Die Schockstarre, in der ich mich gefühlt seit Weihnachten befinde und die sich durch jüngste Ereignisse extrem verstärkt hat, nimmt deutlichen Einfluss auf mein Empfinden.

Und was empfinde ich gerade?

Ich habe Angst!

Ich bin extrem angepisst!

Ich bin hochmotiviert!

Und ich fühle mich bestätigt.

Bestätigt in meinem Bauchgefühl, dass ich hier weg muss!

Raus aus dieser unlösbaren emotionalen Verstrickung, raus aus diesen unerträglichen Fesseln!

Sonst ersticke ich…

Bis bald!

Meine Sozialphobie lässt aus sicherer Entfernung schön grüßen und wünscht allen einen schönen Kölschen Abend

Mein Mann guckt gerade „Wer wird Millionär“ …

Der Arme…

Und ich merke gerade, wie sich hier ganz unterschwellig ein schlechtes Gewissen breit macht…

Zur Erklärung – da wollten wir (nein, ER mit mir) ursprünglich hin:

koelscher-abend

Und das, obwohl er mir letzte Woche (wegen der Bildergeschichte) echt das Leben schwer gemacht hat – das Gemälde hängt übrigens immer noch bombenfest an der Wand. 😀 Schade eigentlich, dass ich so etwas wie Rachegelüste gar nicht kenne, sonst würde ich prompt denken: „Geschieht dir recht!“

Ja, geschieht dir recht, dass du da auf der Couch liegen und „Wer wird Millionär“ gucken musst, während (gefühlt) die halbe Welt im Vettelschoßer Forum einen „Kölschen Abend“ verlebt und Spaß hat. 😀

Aber nein, so denke ich nicht …

Ich habe tatsächlich ein schlechtes Gewissen … bin aber gleichzeitig froh, dass ich hier in meiner Homezone, gleich neben dem warmen Kamin sitzen und schreiben kann. Das ist eine ganz schön fiese Zwickmühle, eine Form von Zerrissenheit, ein innerer Kampf auf den ich gleich nochmal gezielt eingehen werde.

Zunächst möchte ich noch sagen, dass der Haussegen hier wieder in der Waage ist. Wir haben uns nach 5 Tagen Geschlechterkampf (siehe letzte Einträge) inzwischen wieder vertragen und ein Deal für die Zukunft abgeschlossen. Ich werde mein Leben bezüglich handwerklichen Fähigkeiten ganz nach dem Heimwerkerking-Fynn-Kliemann-Prinzip ausrichten und mein Mann wird es einfach akzeptieren (müssen). Wenn ich loslege, darf er wahlweise die Klappe halten und woanders hingehen oder aber er folgt mir auf diesem produktiven Weg und legt selbst auch überzeugt dilettantisch Hand an.

Das ist übrigens Fynn Kliemann der dilettantische Heimwerkerking 😀

Da fällt mir gerade ein…

Ich habe gerade schmerzhaft festgestellt: Wir haben immer noch keine Badewanne in unserem Badezimmer. DAS GEHT GAR NICHT! Ich brauche eine Badewanne! JETZT! Ich hab nämlich gerade urplötzlich heftig niesen müssen und hab das Gefühl, als hätte ich mir dabei meinen ganzen Brustkorb zerrissen. Ich schätze mal eine Muskelverkrampfung der ganz besonderen Art, hoffentlich ohne Rippenbruch – ja, man kann sich beim Niesen die Rippen brechen!

Aua…

Und keine Badewanne …

BADEWANNE EINBAUEN – diese Aufgabe steht ganz oben auf meiner „Selfmade-Liste“. Ich werde darüber berichten, wenn es losgeht…

Aber wir waren bei meinem Mann und der Tatsache, dass er immer noch „Wer wird Millionär“ guckt. Und ich wette, dass er aus lauter Verzweiflung im Anschluss sogar „Bauer sucht Frau“ gucken wird, nur um sich abzulenken. Ich werde ihm nicht sagen, dass wenn er jetzt vor die Türe geht, er aus der Ferne die Klänge von Kasalla, Cat Ballou & Co. hören kann… 😮

Warum wir nicht im Forum sind? Da wo sie quasi heute ALLE sind – Freunde, Bekannte, Arbeitskolleginnen, Familie?

Nun…

Ich bin ganz ehrlich: Ich habe gekniffen. 🙁

Seit zwei Wochen stresst mich dieser Kölsche-Abend-Termin so sehr, dass ich jeden Tag an diese Veranstaltung denken musste. Und die Art und Weise, wie ich an diesen Event dachte, gefiel mir nicht.

Und genau das wunderte mich…

Denn eigentlich hatte sich mein Empfinden diesbezüglich ganz gut entwickelt, sonst hätte ich ja nicht ursprünglich zugesagt. Ich dachte echt, ich packe das. Besonders die letzte Woche, war gespickt mit neuen Herausforderungen, die mich weit über meine sozialphobischen Grenzen gebracht haben. Ich habe es überlebt, fühlte mich gestärkt und hätte mich vom Gefühl her auch auf eine nächste Stufe gewagt.

Unter diesen Herausforderungen war u.a. der Besuch eines DRK Erste Hilfekurses für Fortgeschrittene, (obwohl ich noch gar nicht zu den Fortgeschrittenen zähle). Es gab nicht nur eine Vorstellungsrunde, bei der jeder seinen aktuellen Erste-Hilfe-Kenntnisstand offenbaren musste (ich war ehrlich), sondern auch die stabile Seitenlage direkt „an der Frau“ und aktives Wiederbeleben von Puppen vor Publikum. Es war schrecklich, aber ich habe  es überstanden und durch diesen sehr gut geführten Kurs auch meine Panik vor dem Ersthelfer-Dasein deutlich mindern können. Der Gedanke als Ersthelferin an einen Unfallort zu kommen ist immer noch ein Alptraum für mich, denke aber, dass ich mit diesem Kenntnisstand nicht mehr in Schockstarre verfallen, sondern tatkräftig und besonnen helfen kann.

DANKE an das Deutsche Rote Kreuz! 🙂

Mittwoch besuchte ich (als eine von mind. 40 Teilnehmern) eine Belehrung, bzw. eine Art Schulung beim Gesundheitsamt in Neuwied. Echt, die Eindrücke und Erkenntnisse die ich hier erlebte, könnten wieder einen Roman mit sinnlosem Wissen über das „allgemein seltsame Verhalten von Menschen“ (mich inbegriffen) füllen. Auch hier hielten sich meine sozialphobischen Vermeidungshandlungen (Blickkontakt vermeiden, Kommunikationsboykott etc.)  in Grenzen, unwohl habe ich mich trotzdem gefühlt.

Am Samstag besuchte ich (wie jedes Jahr) ein Theaterstück in St. Katharinen – letztes Jahr war ich sogar alleine dort. Ich hatte damals von diesem besonderen Schritt berichtet – das war der Blogeintrag vom 24.10.2015 „Wenn die Geister der Vergangenheit spuken“. Dieses Mal war ich in Begleitung meines Mannes dort und alles war gut – bis auf die Pausen … da bekam ich wieder ganz besonders zu spüren, wie „schlimm“ es wieder um mich steht.  😀

Ich fühlte mich unsicher und unwohl…

Die Toilette ist der einfachste Ort an dem man sich verkriechen kann, neben dunklen Nieschen oder anderen menschenleeren Ecken. Leider habe ich da die Rechnung ohne meinen Mann gemacht…

Ich (während mein Blick eine menschenfreie Zone) sucht: „Wo sollen wir warten?“

Er: „Dahinten wo alle anderen auch warten!“

NEEEIIN! 😮

Oder gestern beim Spaziergang:

Ich (während ich der Wohnsiedlung den Rücken kehre): „Komm, wir gehen durch den Wald zurück!“

Er: „Nein, wir nehmen die Straße. ein bisschen Zivilisation würde dir auch gut tun!“

NEEEIIN! 😮

Tja …

Läuft bei mir!

Allerdings in die falsche Richtung…

Denn, um mir einen Kölschen Abend anzutun fehlte mir leider der Mut und auch die Bereitschaft mich selbst in diese besondere Stresssituation zu bringen, was mir für meinen Mann jetzt wirklich sehr, sehr leid tut. 🙁 Ich werde es wieder gut machen … irgendwie. 🙂

Immerhin war ich mit ihm schon bei Silbermond, Sunrise Avenue und Wolf Mahn … und ich war auch schon mal alleine auf einem (kleinen) Within Temptation Konzert…

Vielleicht ist Vettelschoß auch einfach nicht der richtige Ort, um mich in ein unkontrolliertes, lautstarkes, Getümmel zu stürzen, mit dem ich grundsätzlich nicht so recht klar komme? Vielleicht sind eine Reihe Karnvelsbands auch nicht die richtige Motivation, um so ein Konzert zu besuchen?

Ich werde darüber nachdenken…

Apropos Nachdenken …

Seit Tagen bekomme ich vermehrt Nachrichten und Freundschaftsanfragen von Angststörungspatienten und andere Betroffene von Ängsten. Ich hab das gar nicht verstanden warum und woher die alle so plötzlich kommen – jetzt weiß ich es und freue mich sogar sehr darüber.  🙂

Ich habe keine Ahnung warum mir plötzlich dieses Video über Generalisierte Angststörung so eine ungeahnte Aufmerksamkeit verschafft – möglicherweise wurde es in einem Forum geteilt. Nachdem ich rund 1080 Klicks verzeichnen konnte, musste ich es mir selbst heute nochmal ansehen, – und das mache ich selten. Ja, Blogtexte oder Videos nochmal lesen ist für mich nur schwer zu ertragen. Es grenzt an Fremdschämen, nur mit dem Unterschied, dass ich es selbst bin, die da ständig aus dem Ruder läuft. Und ich schreibe die Dinge i. d. R. auf, damit sie aus meinem Kopf sind und nicht, damit ich mir den Kram immer wieder zu Gemüte führen muss. 😀

Für alle die es noch nicht gesehen haben – hier nochmal das Tacheles Video zum Thema Generalisierte Angststörung:

Ja, das war schon ganz schön Kacke damals … aber inzwischen geht es ja. 🙂

Never give up…

AUTSCH! 😮

Ich muss Schlussmachen und nach meinen Symptomen googeln – „Schmerzen nach Niesen im Bruskorb, Rippen und Rücken“ – mal sehen, wie lange ich dieses Mal noch zu leben habe. 😀

Der Thriller in meinem Kopf

Sorry, ist leider etwas länger geworden, daher konnte ich den Text erst heute veröffentlichen. 🙂

Ich kann mich nach wie vor nicht kurz fassen… ich sollte Autorin werden! 😀

Kurz vorweg, in meinem vorletzten Blogbeitrag schrieb ich über einen bizarren Gegenstand, der mir auch prompt die Antwort (auf die im gleichen Augenblick gestellte) Frage lieferte: „Woher kriegst du eigentlich die Ideen für Deine Bücher?“

Da liegt eine Idee im Dreck! 😀

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Ja, das Gebiss liegt immer noch da. Jetzt habe ich es fotografiert. Ich frage mich, ob es eine Möglichkeit gibt, den Besitzer dieser Zähne irgendwie ausfindig zu machen? Obwohl der Gedanke an das Resultat beunruhigt mich irgendwie. Vielleicht doch in einem Fundbüro abgeben? Bringt man Gebisse in ein Fundbüro? 😮

Oder kennt jemand, vielleicht jemanden, dem das Gebiss abhanden gekommen ist? 🙂

Ich werde mir weiterhin Gedanken über weiteres Vorgehen machen, ich weiß ja wo es liegt … 😀

So, nun komme ich endlich zu dem Thema, über das ich schon vor zwei Wochen schreiben wollte – der Thriller in meinem Kopf!

Tja, mein Blog heißt nicht unbedacht „Das Leben ist ein Thriller“ und vor zwei Wochen hatte ich wieder so einen speziellen Nicki-Live-Kopf-Kino-Thriller, der mich echt beeinflusst hat. Und damit es auch authentisch wird, nehmen wir einfach mal an, wir hätten heute den 03. Oktober, also Feiertag und ich würde hier mit meinem Feiertagsoutfit (Jogginghose und Wohlfühlpulli) sitzen und Euch von meinen Erlebnissen erzählen …

Auf geht´s:

Ihr Lieben…

Ich habe letzte Nacht furchtbar schlecht geschlafen. Lag wahrscheinlich daran, dass ich gestern mit einem Angstgefühl eingeschlafen bin. Nein, es war nicht nur Einschlafen mit einem komischen Gefühl. Ich hatte echt fucking Angst. Diese schrecklichen Bilder in meinem Kopf. Diese Schreie. Meine Fantasie ging unaufhaltsam mit mir durch, ohne dass ich da wirklich Einfluss drauf hatte. Es ließ sich nicht abstellen. Und dann hörte ich (in der Realität) auch noch ein undefinierbares Geräusch aus dem Wohnzimmer und prompt musste ich obendrein auch noch in Gedanken gegen brutale Einbrecher kämpfen, die uns nach dem Leben trachteten. Und scheiße, ich hatte mein Pfefferspray beim Aufräumen (in echt!) auf dem Küchenschrank stehen lassen … ich war fucking unbewaffnet … meine Zeiten von Ho-Sin-Sul-Do und Wing Tsung waren längt vorbei (sie hatten auch ehrlich gesagt nie richtig angefangen) und so musste ich feststellen, dass wir verloren waren. 😮

Auch nachdem ich gecheckt hatte, dass das unregelmäßige Knacken aus unserem brennenden Kamin (geschlossen) kam, den ich vor dem Schlafengehen noch einmal gut mit Brennholz gefüllt hatte,  traute ich mich noch nicht einmal aus dem Bett, um auf´s Klo zu gehen. Das war schlimm … ich hab da nämlich so einen Tick. Ich bin nicht in der Lage Einzuschlafen, wenn auch nur ein Tropfen in meiner Blase ist …

No way! 😀

Tja, um es kurz zu machen: Es war eine spaßige Nacht…

Und heute morgen dachte ich dann, dass alle überstanden sei und ertappe ich mich plötzlich dabei, wie ich google mit merkwürdigen Suchbegriffen wie „Mord, Totschlag, Tote, Verletzte in Rengsdorf“ füttere. Ich weiß, dass das irgendwie psycho ist, weiß aber, dass ich (und mein Unterbewusstsein) sich nur nach einer positiven Erklärung für das gestrige Erlebte sehnt, damit ich es verarbeiten kann. Das gestrige Erlebte, was mich vollkommen aus der Bahn geworfen und meine Verarbeitungskapazitäten deutlich überschritten hat …

Von daher ist an diesem heutigen verregneten Dritten-Oktober-Herbstfeiertag definitiv „Blogzeit“…

Was passiert ist?

Nun ja…

Ich könnte mich ja kurz fassen … lass es aber! 😀

Also die Langform…

Gestern war wieder so ein Tag, an dem mir wieder deutlich vor Augen gehalten wurde, wie komplex, verschroben und exponentiell mein Innenleben ist. Ich bin tatsächlich prädestinierter Angststörungspatient, möchte aber an dieser Stelle noch einmal darauf hinweisen, dass diese Störung in meinem Gehirn tatsächlich restlos behoben ist, auch wenn es nicht so scheint. 😀

Nein, kein Angstpatient mehr…

Nur etwas schräg…

Ja, ich bin eben schräg … und ich bin froh, dass diese schrägen Vorgänge in meinem Gehirn zunächst nur für mich bestimmt sind und ich selbst entscheiden kann, wie viel ich davon preisgeben will und was davon lieber im Verborgenen bleiben sollte. Ja, ich habe tatsächlich auch noch Geheimnisse … 😀

Doch manche Dinge lassen sich einfach nicht verbergen, weil sie mir ins Gesicht geschrieben stehen – ob ich will oder nicht. Und manchmal bin ich selbst so überfordert mit dem Dominoeffekt in meinem Kopf, dass dies, direkte Auswirkungen auf mein Handeln in der Außenwelt hat, selbst wenn sich das lediglich durch ein bedrücktes Schweigen äußert. Ja, ich kann gut Schweigen, auch wenn in meinem Kopf gerade ein unkontrolliertes Feuerwerk explodiert. Ich kann sogar Gesprächen folgen und jemanden dabei interessiert in die Augen sehen, obwohl ich gerade in einem ganz anderen (vielleicht sogar absurden) Gedankenkonstrukt gefangen bin. Stürzt das Flugzeug da oben gerade ab?!  😮

Zur Erinnerung: Laut meiner Therapeutin bin ich Licht und Liebe, doch auch der Schatten ist ein Teil von mir. Der Schatten steht auf mich und geht oft auch gerne gemeinsam mit irgendwelchen Ängsten auf Tuchfühlung. Er folgt mir auf Schritt und Tritt, ich fühle ihn, sehe ihn, fürchte ihn (meistens). Eine Tatsache, die sich nicht wegtherapieren lässt, sondern immer wieder mit Bewusstmachung und Logik zu behandeln ist. Und immer dann, wenn die Logik und Bewusstmachung (wie in den meisten Fällen) einen Augenblick spät dran sind, soll ich mir das bereits Gefühlschaos und die Angst zunutze machen. Wenn ich es schaffe, diese Furcht vor dem Schatten zu kontrollieren ist alles gut, wenn ich es schaffe, aus all diesen Schattenerlebnissen spannende Bücher zu schreiben, wäre es perfekt! 🙂

Und hatte gestern wieder eine Überdosis Schatten, die auch prompt ein Platz in einem Buch finden wird…

Mein ursprünglicher Plan war ein Tag voller „Licht“, endlich mal wieder ein bisschen rauszukommen und Abenteuer erleben. Damit ich meine kleine Tochter auch von meinem Plan überzeugen konnte, suchte ich extra einen Wanderweg aus, der auch für Kinder geeignet war.

Mit den Rengsdorfer Zwergenwegen standen alle Anzeigen auf einen friedlichen und spaßigen Familientag ohne besonderen Vorkommnisse …

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Schon beim Aufbruch zu diesem Ausflug hatte ich ein komisches Gefühl, was einer unterschwelligen Angst sehr nahe kam, aber doch eher als Warnung zu verstehen war.  So wie man instinktiv einem Menschen den man liebt und der irgendwo rauf klettert ein prophylaktisches „Fall da nicht runter!“ hinaufruft. Ja, es war ein mulmiges Gefühl, welches ich meiner inneren Stimme und meinem Instinkt zuordnete, der mir sagte: „Fahr nicht über die Autobahn! Nicht heute!“

Und immer dann, wenn ich dieses Fahr-Heute-Nicht-Autobahn-Gefühl habe, mache ich das auch nicht. Ganz gleich wie weit der Weg über Landstraßen und Dörfer auch ist. Und wir waren bestimmt eine halbe Stunde länger und in Gefilden unterwegs, die ich noch nie in meinem Leben gesehen hatte. 😀

An unserem Zielort am Rengsdorfer Waldplatz angekommen, löste sich meine Anspannung etwas und die Freude über die bevorstehende Wanderung auf dem Zwergenweg Nr. 2 überwog. Meine Tochter kreischte dem angrenzenden Spielplatz entgegen, mein Mann musste noch geocachingtechnisch etwas erledigen und ich stand einfach nur da und versuchte die Gegend und mein Gefühl zu sondieren. Der ganze Ort war fremd und lieferte mir einen in der Zivilisation integrierten Mini-Naturpark. Zu meiner Rechten ein großer Spielplatz, Tennisanlage mit Restaurant und der Ort Rengsdorf. Vor mir lag ein interessant wirkender Wald, mit Geheimnissen rund um den legendären Römergraben und über allem lag das monotone Brummen der neuen Umgehungsstraße. Der Rengsdorfer Waldplatz war verlassen,  die umstehenden Holzhäuser und Buden verrammelt. Kaum zu glauben, dass hier große Rockfestivals stattfinden, auf denen auch schon meine persönlichen Rockgrößen wie Van Canto gespielt haben… 😀

Hier mein absolutes Lieblingslied der Band …

Sorry, ich schweife ab…

Und während ich da stand und mir irgendwie verlassen vorkam (Mann und Kind waren irgendwie aus dem Sichtfeld), stellte ich schnell fest, dass es sehr kalt war.  Der Himmel war bedeckt und auch die Welt um mich herum war irgendwie undurchsichtig, diesig, vernebelt, schattig. Eisiger Wind wehte mir um die Ohren und ich wünschte mir zum ersten Mal in diesem Herbst eine Mütze herbei. Aber auch mit Mütze, hätte der Schatten den Weg in mein Herz gefunden und hätte auch genau so viel Spaß mit mir gehabt, wie er eben an diesem Tag hatte…

Und es begann damit, dass er mir zur Begrüßung inmitten dieser (meiner) finsteren Stimmung zwei aneinandergeknotete Luftballons vor die Füße wehten…

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Luftballons! 😮

Hallo?!

Meine Tochter hat sich gefreut … 🙂

Und natürlich freue ich mich auch, wenn meine Tochter sich freut, ganz gleich, welcher Psycho die Luftballons dort verloren hatte… nein, es waren nicht Luftballons von der Sorte, die man auf Hochzeiten oder anderen Feierlichkeiten fliegen lässt. 🙂

Ja, Luftballons können auch einen Thriller in meinem Kopf auslösen und das ganz unabhängig von dem hier…

Pennywise

(Pennywise der Trauma-Clown aus Stephen Kings ES – Ich hasse ihn!)

Ich hatte mit diesen Luftballons dann im Anschluss eine Menge Schrecksekunden, denn ihr könnt Euch nicht vorstellen, welche Geräuschs – und Gefühlskulisse Luftballons zu bieten haben, wenn man sie auf dem Rücken an einen Rucksack gebunden trägt. Besonders, wenn man die Dinger vergisst und sich plötzlich über ein sanftes Haarstreicheln wundert, obwohl die Begleitung weit vor einem her läuft. 😮

Aber genug über Ballons geredet…

Der Thriller (in meinem Kopf) ging weiter…

Der Zwergenweg 2 ist wirklich ein spannender Wanderweg, der teils über kleine Pfade, über feste Wanderwege und leider auch mittels einer Fußgängerbrücke über die B 256 führt. Ihr müsst wissen: Grundsätzlich brechen solche Brücken immer ein, wenn ich sie betrete. Und wenn sie dann doch nicht einbrechen, dann zieht ganz plötzlich ein Sturm auf, der mich und meine Familie unaufhaltsam über das Brückengeländer wehen wird. Es gibt nur eine Chance, diesen Brückengang zu überleben. Mann muss genau in der Mitte laufen und bloß nicht nach rechts oder links schauen. Kinder MÜSSEN zwingend an die Hand, denn die können ja ganz leicht durch die Geländergitter fallen… Reden, Scherzen, Toben, Rennen oder andere hektische Bewegungen sind während des Übergangs tunlichst zu unterlassen!

Wir haben überlebt!

Von der Brücke ging es dann in das idyllische Laubachtal…

Idyllisch war es für meinen Mann …

Spannend für meine Tochter …

Für mich: mystisch, finster, bizarr, faszinierend, geheimnisvoll und gespickt mit lauernden Schatten... 😀

Und während die anderen beiden voller Freude durch ihr buntes, faszinierendes Wunderland tänzelten, sah ich DAS HIER…

Ein gewaltiger Riese … 😮

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Ein unheimlicher Gnom… 😮

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Ein Handtuch! Hallo?! EIN HANDTUCH! 😮

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Ein Schuh! EIN SCHUH! Ja, einzelne Schuhe zu finden, finde ich immer ganz besonders bizarr… 😮

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Ein Albinobaum…. 😮

Der war wirklich schneeweiß…

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Tja …

Unmengen an unheimlichen Eindrücken prasselten da auf mich ein…

Und dann …

Plötzlich – in dieser beklemmenden Idylle – hörte ich ein unheimliches Geräusch. Es schallte durch den Wald, krächzend, bellend, rufend und es war undefinierbar aus welcher Kehle es stammte. Mensch? Tier? Baum? Gnom? In meinem Kopf formte sich das Bild eines bellenden Fuchses, der sich in einen röhrenden Hirsch verwandelte…

So harmlos mir die Logik dieses Geräusch auch zu verkaufen versuchte, ich fand es unheimlich…BASTA!

Mein Mann und meine Tochter stapften lachend und blödelnd weiter durch ihr Wunderland, während ich stehen blieb. Entweder sie hatten es nicht gehört oder aber es interessierte sie nicht. Letzteres erschien mir ziemlich sicher, als dieser Laut – der wirklich laut war und über hunderte Meter zu mir herüberschallte – erneut ertönte. Aber diesmal klang er noch intensiver, aggressiver und auch noch vielfältiger in seinem Klang – Fuchs, Hirsch, Dachs, King-Kong, Godzilla, T-Rex, whatever … es war bedrohlich!  😮

Ich holte auf und fragte meine Begleitung ganz beiläufig: „Habt ihr das gehört?!“

Meine Tochter reagierte nicht und lief tapfer weiter (sie wollte zum Spielplatz) und mein Mann sah mich nur erstaunt an und fragte: „Was meinst du?“

Und zu meinem Glück schallte das Geräusch wieder über die Täler des Rengsdorfer Landes, jetzt aber vermischt mit einem weiblichen Kichern.

„Ist das ein Hirsch? Oder ein Dachs? Oder ein…?“

„Ach, das Geräusch! Da hinten ist eine Gruppe Wanderer und da niest jemand die ganze Zeit!“

„Oh… ein niesender Wanderer … so einfach ist das bei Euch Normalsterblichen, ja?!“

Das klang so plausibel, dass mein Gehirn prompt reagierte und aus dem Fuchs-Hirsch-Godzilla gleich eine zarte Mittfünfzigerin machte, die in der Tonlage eines stämmigen Bauern versuchte, den explosionsartigen Vorgang in der Nase mit einem tiefen Bellen hinauszubefördern… ALTER! Diese Druckwelle… 😮

Frage: Kann man beim Niesen eigentlich sein Gebiss verlieren? 😀

Ja, sorry, es war nur eine niesende Wanderin… woher sollte ich das auch wissen?! Seit zwei Stunden laufen wir durch eine menschenleere, üppige Natur (okay, eingekreist durch eine Schnellstraße) und plötzlich tauchen da niesende Menschen auf (die man nicht sehen, aber hören kann)?

Ich brauchte eine Verschnaufpause…

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Weiter ging´s…

Kaum losgegangen dauerte es keine fünf Minuten, bis ich erneut stehen blieb, weil ich ein „komisches Geräusch“ gehört habe…

Diesmal war es ein eindeutiges Galoppieren. So wie sich das anhörte, musste es ein ganzes Heer gewesen sein. Das Laubachtal war schmal. Wenn hier ein eine ganze Meute galoppierender Fürsten der Finsternis vorbeirauschen würde, dann wären wir platt. Ich wurde nervös und begann aufgeregt nach rechts und nach links zu schauen. Doch noch waren keine Reiter in Sicht  … hatte ich hier nicht ein Schild gesehen, welches Reitern NICHT erlaubte, diesen Weg zu benutzen? 🙁

Das Galoppieren wurde lauter. Der Boden bebte! Ja, ich schwöre, der Boden hat ein bisschen gebebt! 😀

Ich zog vorsorglich meine Tochter auf Seite, damit diese nicht von den herannahenden Pferden überrannt wurde … es waren zwei an der Zahl … die sodann in etwa 100 Metern Luftlinie auf einem anderen Weg, weit weg, an uns vorbeitrabten. 😀

Ja, ich gebe zu ich war vielleicht an diesem Tag etwas übertrieben schreckhaft und ich nahm mir fest vor, den Rest des Weges etwas entspannter und mehr Sinn für das Positive und Schöne auf diesem Wandertrip zu entwickeln.

Nehmen wir doch an dieser Stelle mal die sogenannten „Pfaffenbuche“. Mit dem Auftauchen dieses Baumes wagte sich nämlich auch die Sonne aus Ihrem Versteck und spielte eine Weile mit mir und meinem (in diesem Augenblick) etwas schattigen Gemüt.

Danke Sonne, für dieses schöne Bild… 🙂

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Aber leider hat mich die Tatsache, dass es sich DIE Pfaffenbuche handelte, wieder komplett vom Wesentlichen (das Leben ist schon irgendwie schön) abgelenkt… 😀

Lange stand ich vor dem großen Baum, dessen Besonderheit nichts weiter war, als ein großer, tumorähnlicher Auswuchs …

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Es keimte in mir die Frage auf, was sich der Namensgeber jetzt genau dabei gedacht hatte? Wat sul dä Quatsch?!

Weitere Fragen folgten:

Warum ist der Baum überhaupt so komisch gewachsen?

War das wirklich Gottes Wille?

Wird dieser Baum mit seiner „Behinderung“ als gut oder schlecht angesehen?

War der Pfaffe an dem Zustand des Baumes schuld?

Trug der Baum die Sünden des Menschen (durch die Beichte an den Pfaffen getragen)  in seinem Auswuchs?

… oder die Sünden des Pfaffen?

Was genau ist eigentlich eine Sünde (ausgenommen der Todsünden)? 😮

Ist es schon eine Sünde, an eine Sünde, die man eventuell (versehentlich) begehen könnte zu denken? 😮

Wer definiert Sünden?

Wer vergibt einzelnen Bäumen im Wald Namen, die keinen Sinn ergeben?

Warum heißt das Pfaffe, wenn es doch Ordenspriester heißt? Und wie genau hat die hochdeutsche Lautverschiebung es zu diesem nach einem Raucher klingenden Ausdruck geschafft?

(DAS habe ich glatt gegoogelt: Pastor fidelis animarum fidelium = Pfaffe) 

Fragen über Fragen, die natürlich auch alle beantwortet werden wollten. Manche stellte ich meinem Mann, manche meiner Tochter, machen auch der Sonne und eine Frage stellte ich auch der erwartungsvollen Stille des Waldes …

Stille… ?

Ja, es war ganz leise in diesem Wald…

Bis auf das Rascheln des Laubes unter den Füßen meiner Tochter war es still…

Nur der Wind wehte und frischte zu einer frischen Brise auf …

Bong! Dong! Plopp! Galopp! Pong! Dong! Plopp! Galopp!

Ich zuckte erschrocken zusammen, als urplötzlich hinter mir ein Wirrwar an unsichtbaren Reitern auftauchte. Ich fuhr herum, sah aber nichts. Doch das Geräusch blieb. Hilfe, die apokalyptischen Reiter sind wieder da!  😮

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„Vorsicht! Geht zur Seite! Da kommen die Reiter!“, rief ich und packte meine Tochter am Handgelenk um sie rasch vom Weg zu ziehen.

„Was hast du denn heute mit deinen Ohren? Das sind die Luftballons! Die Luftballons auf deinem Rücken galoppieren!“

Allgemeines Gelächter…

Es ist ja nicht so, als könne ich nicht über mich selbst lachen. 😀

Allerdings beunruhigte mich der Gedanke, dass wir noch einen Höhleneingang zu besuchen hatten und die Abenddämmerung schon einsetzte. Die Möglichkeiten an unvorhergesehen Geschehnissen waren in Höhlennähe nahezu unendlich.

Aber offenbar sind Höhlen-Thriller derzeit zu abgedroschen für mein Gehirn – es passierte nichts -, ich schreibe nämlich gerade an einem solchen. 😀

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Wir näherten uns (nach knappen 4 Stunden und etwa 5 Kilometer Wegstrecke) dem Ende unserer Reise…

Und wenn man es jetzt genau nehmen würde, könnte man mir vorwerfen eine Geschichte über „Nichts Besonderes“ geschrieben zu haben. „Nichts Besonderes“ ein wenig (Nicki like) überdramatisiert, verpackt in eine Form des Wanderblogs … aber ihr Lieben, so ticke ich tatsächlich.

Ja, ich hab sie einfach nicht mehr alle und ich gebe zu, ich liebe es. Ja, ich liebe diese „harmlosen“ Schattenbegegnungen, mit düsteren und grotesken Elementen, die ich auch gerne auf Fotos festhalte. Die einen haben ein Auge für das Schöne und ich liebe das Bizarre. Ja, ich genieße dieses (harmlose) Spiel mit der Angst (außer auf Brücken, dann hasse ich es). Der Schatten, das Finstere inspirieren mich und ich hätte an dieser Stelle auch aus tiefster Überzeugung gesagt: Es war ein „unheimlich“ schöner Tag! 

Doch er war ja noch nicht zu Ende …

Denn es gibt bei meinen „Thrillern in meinem Kopf“ auch immer eine Grenze. Eine Grenze, die aus einem angenehmen Schauer, der einem über Rücken und Nacken fährt einen unerträglichen Horrortrip macht, aus dem ich so schnell nicht wieder raus finde. 🙁

Wie gesagt, wir näherten uns wieder der Zivilisation. Die Fußgängerbrücke wurde sicher überquert und wir passierten eine kleine Wegeskreuzung. Am Ende zweier Wege konnte ich schon die ersten Häuser und eine Straße sehen. Zeit für mich, um nochmal in den Büschen zu verschwinden. Ja, ich musste mal für kleine Mädchen. Dies wollte ich aber erledigen, bevor die Zivilisation mich durch ihre Fenster beobachten konnte und ich trennte mich für diesen Zweck von meinem Kind und meinem Mann. Die beiden gingen brav den Beschilderungen des Zwergenweges weiter, während ich einen geeigneten Platz zum Pipimachen suchte. Und bei solch einer Suche bin ich immer sehr penibel… eben wegen den ständigen Thrillern in meinem Kopf. 😀

Ich bahnte mir gerade einen Weg in Richtung eines Holzstapels, als von rechts plötzlich eine Joggerin mit Hund an mir vorbeizog. Ich wartete kurz, ob sie mich wahrnahm, trat aber dann ungesehen hinter den Holzstapel.

Irgendwie asi sich hinter einem Holzstapel zu verstecken …, dachte ich während ich das tat, was ich dort tun musste. Ich möchte gar nicht wissen, wer sich sonst noch so hinter Holzstapeln versteckt.

Als ich verrichteter Dinge wieder hervortrat, näherte sich aus der Ferne ein finster aussehender Mann mit Rottweiler. Sonst war keine Menschenseele weit und breit zu sehen. Es war mir schon unangenehm, dass er sah woher ich kam. Er wusste auch sicher, was ich dort gemacht hatte. Ich sah ihn an und er sah mich an.

Hinfort mit Dir, hex, hex!

Aber er ließ mich nicht aus den Augen, auch nicht als ich im Laufschritt den Weg zurück antrat. Der Laufschritt machte meine Unsicherheit nur noch schlimmer, obwohl ich nicht wusste, warum ich mich plötzlich so komisch fühlte. Vielleicht die Dämmerung, vielleicht der Typ mit Glatze mit dem respekteinflössendem Hund? Noch bevor sich unsere Wege kreuzen konnten, hatte ich den richtigen Pfad erreicht und dachte ich wäre (vor meinen Gedanken) in Sicherheit, als plötzlich dieses schreckliche Kreischen die Situation durchbrach…

Ich blieb abrupt stehen und erstarrte. Ich spürte, wie sich ein kalter Schauer über meine Sinne legte und selbst meine Gedanken für einen Bruchteil lähmte. Ich löste mich schließlich aus der Schockstarre und versuchte mein Gehirn wieder ans Laufen zu kriegen. Der Mann mit dem Rottweiler lief weiter, behielt mich aber im Auge. Verdammt, hatte er diesen Schrei denn nicht gehört? Es war so ohrenbetäubend laut, dass ich noch das Echo im Ohr hatte. Ein schrilles, kraftvolles, unaufhaltsames Kreischen … wie … das verzweifelte Kreischen von heißen Bremsen, bevor es zu einem schweren Unfall kommt… mein Gehirn stolperte über diesen letzten Gedanken. Wenige Meter in Luftlinie war die B256. Hat hier etwa ein Fahrzeug eine Vollbremsung hingelegt? Es wäre denkbar. Aber es hatte keinen Knall gegeben also war vielleicht gar nichts passiert?

Ich ließ meinen Blick schweifen. Der Glatzkopf mit Hund war langsamer geworden und fixierte mich mit seinen Blicken. Offenbar weil ich (scheinbar aus heiterem Himmel ?) stehen geblieben war oder doch, weil er genau das Gleiche gehört hatte und auf (m)eine Reaktion wartete?

Es war nur eine Vollbremsung… kein gellender (Todesschrei) einer Frau… verdammt, hör wie aufgeregt dein Herz in deiner Brust schlägt … fahr nach Hause! Der Schatten leistet gerade wieder ganze Arbeit…

Ich folgte entschlossen, aber langsam und immer noch mit klopfendem Herzen den Pfad zurück zum Parkplatz. Als wieder dieser schreckliche, gleichbleibende Horrorschrei durch den Wald schallte. Noch nie habe ich einen Menschen so schreien gehört. Mir schossen die Tränen in die Augen… ein Phänomen, dass ich nur dann erlebe, wenn ich der blanke Horror und Angst mich lähmt … dann fangen mir die Augen an zu tränen. Ich war nicht imstande mich zu bewegen. Jetzt war auch der Mann mit dem Rottweiler stehen geblieben und lauschte. Der Hund fing aufgeregt an zu bellen.

Vor meinem inneren Auge, sah ich schon den Psychopathen mit Messer, wie er … FUCK!  😮

Wieder donnerte der Schrei durch den Wald und vermischte sich mit dem monotonen Brummen der Fahrzeuge auf der Schnellstraße.

Verdammt. welche Richtung? Aus welcher scheiß Richtung kam dieser verdammte Schrei? Ich musste dahin. Ich musste ihr helfen!
Doch ich konnte es nicht einordnen. Ich wusste nicht mal, ob der Schrei nur 100  Meter oder 1000 Meter entfernt war. Der Mann mit Rottweiler setze sich wieder (scheinbar unbeeindruckt) in Bewegung. Er hatte offenbar seine Erklärung für diese akustische Darbietung bereits gefunden, ich jedoch nicht.

Aus der Ferne sah ich meinen Mann und meine Tochter, die auf mich zu warten schienen. Ich hechtete ihnen schnell hinterher, während der Schrei wieder aus undefinierbarer Richtung in mein Ohr drang.

„Wo bleibst du?“, fragte mein Mann besorgt.

„Hast du das nicht gehört?“, antwortete ich aufgeregt und mit zitternder Stimme.

„Doch, aber das ist entweder nur ein Tier oder irgendwelche Kinder die spielen.“

„Kinder, die spielen?“

„Ja! Was machst du dich denn wieder so verrückt? Wir sind wieder in der Zivilisation. Siehst du überall sind Menschen und keiner hat reagiert, nur du.“

Ich sah ihn an und stellte fest, dass ich mich, ohne dass ich (oder er) es wollte, langsam anschwellend dumm fühlte. Ich fühlte mich dumm, verrückt und schizo. Das Schreien hörte ich nicht mehr. Vielleicht, weil ich beim Betreten des Spielplatzes aus dem Bereich des Hörbaren getreten war … vielleicht weil das mögliche kreischende Tier weggelaufen war … vielleicht, weil die Frau, die dort im Wald angegriffen und verletzt worden war nicht mehr lebte … ?

Ich beschloss dieses Szenario zu vergessen, denn ich wollte meinen Mann nicht verschrecken und mein Kind auch nicht. Allerdings hatte ich da meine Rechnung nicht mit meinem Gehirn und meinen für Emotionen verantwortlichen Systemen gemacht… dennoch verlor ich kein Wort mehr darüber.

Die zwanzig Minuten auf dem Spielplatz waren die Hölle. Mein Körper und Geist war so voll Adrenalin gepumpt, dass ich nicht mehr klar denken konnte. Jede Bewegung, jedes Auto das vorfuhr, bekam in meiner Fantasie ein eigenes Szenario und jede Person, die den Platz betrat oder verließ eine eigene Rolle. Polizei Aufgebot, Tatort Absperrung und irgendwo im Dickicht lief noch der Mörder herum, der entweder ein gefährlicher Psychopath oder ein Terrorist war, auch das Opfer stolperte ein, zweimal blutüberströmt auf den Spielplatz und brach einmal gleich neben der Schaukel und beim zweiten Mal in meinen Armen zusammen… Du hast mich schreien gehört? Wieso hast du mir nicht geholfen?

😮

Und als ich gerade meiner Tochter beim Rutschen zusah, erschreckte ich mich so heftig, als ein weiterer gellender Schrei dicht hinter mir zu hören war, dass ich sogar taumelte. Der Schrei der Empörung kam von einem Mädchen, schätzungsweise 12 oder 13 Jahre, die mit ihrem Vater und ihrem Bruder gerade Fußball spielte. Es war mein Mann, der mich darauf hinwies, dass es doch sein könnte, dass der Schrei vorhin auch von diesem Mädchen gekommen war. Ich nickte. Aber ich nickte nur, um für ihn die Sache zu einem Abschluss zu bringen.

Ich will jetzt nach Hause… BITTE! 

Nein, das Schreien was ich hörte, kam von keinem spielenden Kind oder einer Jugendlichen. Das Schreien, welches ich hörte und was mir die Tränen in die Augen trieb war voller Schmerz. Im Nachhinein (nachdem ich geprüft habe, ob an diesem Tag etwas Schlimmes in Rengsdorf passiert ist) und nach stundenlange Bewältigung dieses Lautes (inklusive schlafloser Nacht, siehe Anfang des Textes), bin ich mir sicher, es war kein Schrei der von körperlichen Schmerzen herrührte … es war ein Schrei, der aus tiefstem seelischen Schmerz her kam…

Vielleicht, weil ihr jemand genommen wurde, den sie sehr liebte… ?

Ein Schrei der tiefen Trauer … ?

Vielleicht, weil ihr jemand das Herz gebrochen hat… ?

Vielleicht, weil sie einfach sehr, sehr traurig und verletzt war … ?

Manchmal müssen Menschen eben schreien… ?

Ich hab auch mal so einen Schrei losgelassen… es war aber nur einer … ein langer lauter, schmerzerfüllter Schrei … hat gut getan … und wer weiß, ob dieses Gekreische auch jemand im Wald gehört hat? Man weiß es nicht… 😀

Keine Ahnung, warum gerade ich ihren Schrei hörte … oder hören musste … aber er hat mich erreicht und er sitzt immer noch tief in meiner Seele. Was er dort will und zu tun gedenkt, weiß ich noch nicht. Ich weiß nur, in irgendeinem meiner nächsten Romane ebenfalls jemand schreien wird und dann werde ich vielleicht auch erfahren warum….

In einem meiner nächsten Romane wird bestimmt auch jemand (vielleicht beim Niesen) sein Gebiss verlieren…

Jemand wird einen verdächtigen Schuh oder ein Handtuch finden…

Oder Luftballons … 😀

Ich stelle fest, es gibt keine andere Berufung für mich als (Psychothriller) Schriftstellerin zu sein… 😀

Ja, bei mir ist immer etwas los … auch wenn nichts los ist. Langeweile kenne ich jedenfalls nicht! 😀

Danke für`s Durchhalten bis zur letzten Zeile… aber das musste in der Form mal raus!

Ich liebe Euch!

Über introvertiertes Explodieren und die Leichtigkeit des innerlichen Ausrastens … oder so

Mannomann…

Es ist immer wieder dasselbe!

Schon wieder zu lange gewartet!

Und ich schwöre, ich habe vor zwei Wochen mit diesem Beitrag angefangen und wollte tatsächlich „nur“ einen kurzen schaurigen Einblick in meinen Kopf am 02.10.2016 gewähren … was ich morgen auch nachträglich noch tun werde. 🙂

Heute muss ich noch schnell das hier loswerden …

Ich arbeite gerade mit Hochdruck daran, mein Leben wieder so in den Griff zu kriegen, ohne mich dabei ständig (versehentlich) selbst zerstören zu müssen. Das ist gar nicht so einfach, denn die Allgemeinbedingungen sind derzeit nicht optimal. Hier geben sich nach wie vor die Ereignisse, Erkenntnisse und auch Niederlagen die Klinke in die Hand und ich kann nicht darüber schreiben, weil ich irgendwie immer noch blockiert bin. Ich bin blockiert durch eine Art Schockstarre, blockiert durch Verdrängen, blockiert durch fehlende Zeit und auch blockiert, weil ich situationsbedingt derzeit unter strenger Beobachtung stehe. Ja, ich denke, die, die mir diese neuen Steine in den Weg gelegt haben, sind auch in diesem Blog dicht an meiner Seite. Sie lassen mich nicht aus den Augen, sie wollen wissen, wie ich damit klarkomme… ob ich überhaupt damit klar komme … was ich zu tun oder zu lassen gedenke… ob ich aufgebe oder weiter kämpfe. Kurz um: Ich kann derzeit nicht ins Detail gehen, um meinem Feind nicht zu verraten, wo mein Schatz vergraben liegt. 🙂

Sobald ich diese sehr existenzielle Hürde bewältigt habe, lasse ich es Euch wissen…

Ich kann aber so viel sagen, dass ich in den letzten Tagen oft daran gedacht habe, meine Therapeutin anzurufen. Wir haben bei der letzten Therapiestunde ausgemacht, dass ich sie jederzeit anrufen kann, wenn es mir schlecht geht. Sie hat mir auch angeboten, dass wir uns auch gerne alle paar Wochen auf ein Tee oder Kaffee treffen können – ganz ohne offizielle Folgetherapiegenehmigung. Ja, ich war wohl eine sehr spannende Patientin, deren Geschichte sie gerne weiter verfolgen möchte… 😀

Ich werde natürlich vermeiden, dieses Angebot anzunehmen, denn ich muss ja versuchen alleine klar zukommen.

Ich komme auch klar…

Zumindest deutlich besser, als noch vor einem Jahr …

Man darf mich nur nicht für dumm verkaufen…

… oder mich anlügen und dieses Lügengerüst so lieblos und stümperhaft aufbauen, dass es nur vom Anhören in sich zusammenfällt…

… oder mir den guten Freund vorspielen, während man hinter meinem Rücken den für mich bestimmten Dolch zückt…

… oder mich ungebremst (und ungeschützt) auflaufen lassen …

Eben all diese unschönen Dinge, die mich in mein grenzenloses Misstrauen und in die Sozialphobie getrieben haben, sollte man eben heute nicht mehr mit mir machen.

Nein, das sollte man definitiv nicht tun …

Denn dann raste ich aus…

Aber sowas von…

So wie ich es kürzlich tat, als genau das (oben aufgezählte) geschah …

Es war noch nicht einmal unerwartet, denn ich bin ja nicht blöd und erahne ganz instinktiv den Wolf im Schafpelz – es fällt mir nur manchmal sehr schwer, das zu akzeptieren. Ich wusste also, dass ich hier auf Unehrlichkeit treffen könnte und doch warf mich dieses asoziale Verhalten eines Menschen (um Missverständnisse zu vermeiden, es ging um eine Frau) so aus der Bahn, dass ich vollkommen die Fassung verlor und … PENG!

… implodierte! 😮

Ja, ich ging lautstark auf die Barrikaden, schimpfte, brüllte, fand sogar die richtigen Worte, um klar zu machen, dass ich diese Heucheleien satt hatte und wüsste, dass hier Neid und Missgunst die Basis allen Übels sei. Ich fand auch genügend unsachliche Bezeichnungen für diese Person, randalierte auch ein bisschen, ließ Gegenstände an Wänden zerschellen und fand den Gedanken an eine schallende Ohrfeige auch sehr befreiend. Ja, ich bin so richtig ausgerastet … allerdings nur in meinem Kopf.

… in Wahrheit schaffte ich es noch nicht einmal mit der Wimper zu zucken…

Ich nahm die Situation (wie immer) zur Kenntnis und lächelte sie über Stunden hinweg, während in meinem Kopf alle Geschütze zum Krieg aufgefahren und schließlich auch gezündet wurden. Die Explosion in meinem Kopf war so gewaltig, dass mein Schädel bebte. Es war eine gefühlte Atombombe! Ich bekam kurz darauf sogar Fieber, hatte stechende migräneartige Kopfschmerzen, mir war übel und ich lag sodann mit Waschlappen auf der Stirn und Kotzeimer neben dem Bett am frühen Abend im Bett.

Wenn ich das meiner Therapeutin erzählt hätte, wären wieder sofort 25 Therapiestunden fällig gewesen…

„Ich hab Ihnen ja gesagt, dass diese Frau Gift ist! Wieso lassen Sie das mit sich machen? Wieso hauen sie nicht auf den Tisch? Sie müssen sich wehren! Sie verfallen wieder in alte Muster! Frau Lahr, lieben Sie sich eigentlich!?“

BLA BLA BLA! PSSSST! ICH WEISS, ABER ICH WILL DAS JETZT NICHT HÖREN!

Es hat zwei Tage gedauert, bis ich mich von diesem introvertierten Wutausbruch erholt habe…

Ich weiß, dieses heftige Implodieren ist Gift für die Psyche und auch Gift für die physische Gesundheit, nur offenbar kann ich es immer noch nicht abstellen. Ich kann es nicht abstellen, weil mir die Kontrolle über meine Emotionen fehlt. Die Welle kommt über mich, lähmt mich, trennt mich innerhalb von Sekunden von der Außenwelt – es ist wie ein Sicherheitsstecker der gezogen wird – und zwingt mich, diesen Konflikt im Inneren auszutragen.

Das nennt man Konfliktunfähigkeit…

Und auch hier ist Angst wieder der Hauptakteur und der Ursprung…

Doch das ist okay…

Denn ich habe inzwischen verinnerlicht: Auch wenn ich meine Angst gerne verfluche, so will sie mich nur schützen. Sie will Böses von mir abwenden und sorgt mit solchen Selbstschutzmechanismen, dass ich nicht noch mehr verletzt werde. Ich muss dieser Angst nur klar machen, dass ich inzwischen schon groß bin und auf mich selber aufpassen kann … ich bin erwachsen … und ich muss mein Gegenüber nicht fürchten, auch wenn er vom Schatten geleitet wird…

„Hinfort mit dir, du garstiges Wesen!“

Hach, das klingt alles so einfach, wenn man es aufschreibt…

Ja, sich mit seinen Ängsten anzufreunden ist echt eine schräge Nummer. Und auch wenn es vielleicht nicht so scheint, ich arbeite immer noch mit Hochdruck daran …

Ich MUSS mit Hochdruck daran arbeiten…

Aber heute hatte ich in dieser Angst-Vor-Konflikte-Richtung einen Lichtblick… 😀

Ich habe mich nämlich ein bisschen gewehrt … 😀

Ich habe gestern schriftlich jemanden gefragt, ob er mir eine Kopie eines Schriftstückes liefern kann, welches ich für die aktuellen Verhandlungen für einen Hauskauf brauche. Dieser jemand ist im Grunde seines Herzen sicher ein netter Kerl, aber leider gehört auch er zu den konfliktfreudigen Menschen und solchen Menschen gehe ich gerne aus dem Weg.

Dieses Mal führte kein Weg an ihm vorbei…

Meine Frage formulierte ich freundlich, fast sogar herzlich…

… und die Antwort kam prompt!

… und sie traf mich wieder mitten ins Emotionszentrum!

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Meine erste Reaktion lässt sich am Zustand des Papierstückes leicht erahnen …

Was ist das für eine asoziale Antwort? Tickt der noch ganz richtig?! Und welche tiefere Bedeutung hat dieses Satzeichen, welches KEIN Ausrufezeichen ist?

FUCK YOU! 🙁

Mir war klar, dass dieser Tag genau so stressig, anstrengend und voller negativer Emotionen sein würde, wie auch die letzten, inklusive der Feststellung, dass man (auch wenn man es wirklich will) tatsächlich scheinbar nicht jedem Arschloch im Umkreis aus dem Weg gehen kann. 🙁

Mit anderen Worten:

Fertig machen zum implodieren in 3,2,1…

FEUER FREI! 😮

Oder  mich wehren…

STOP!

ES REICHT!

SIND DENN HIER (FAST) NUR NOCH SPACKEN IN MEINEM LEBEN?

Bewaffnet mit einem Gefühl in Körper und Geist als könne mich im Augenblick die ganze Welt am Arsch lecken, stapfte ich konfliktbereit (mit all meinen durchaus vorhandenen Kampfeigenschaften) zum Verfasser dieser unglaublichen Antwort, klingelte Sturm und stellte mich ihm zitternd in den Weg, mit den Worten:

„Lieber R., was willst du mir bitte mit diesen Worten sagen? Das es dieses Schriftstück nicht gibt oder dass du es mir nicht geben willst?! Was soll das, HÄ?!“

(Imaginär richtete ich meine Atombombe auf ihn und kann es während ich das schreibe immer noch nicht glauben, dass ich das getan habe!) 😀

Dieser Mister R. sieht mich erstaunt an, dann lächelt er und sagt:

„Ähm, ich kann dir keine Kopie liefern, weil ich das Schriftstück nicht habe!“

ALTER!

Rückzug aller Kampfeinheiten in 3,2,1…

Bitte ganz lieb lächeln! 🙂

Ich stammelte noch ein „Och, das ist gar nicht schlimm… ich dachte erst du wolltest … ach egal…!“ und unterhielt mich mit ihm noch entspannte 5 Minuten. 🙂

Tja… würde sagen:

LÄUFT BEI MIR! 😀

Bis morgen, dann liefere ich die Erzählung „Der Thriller in meinem Kopf“ …

Hier noch meine aktuelle Anti-Spacken-Hymne – es ist so ein unglaublich bestärkender Song! 🙂

Wahrheit tut weh… und vieles andere gerade auch

„Wahrheit tut weh“, so lautete ursprünglich der Titel meines letzten Blogeintrages, den ich vor zwei Wochen geschrieben, aber NICHT veröffentlicht habe. Ich bin gerade wieder über diesen Direkt-Aus-Dem-Herzen-Text gestolpert und bin über so viel geballte Wahrheit in einem Text selbst verblüfft. Schade, dass es hier um meine eigene Wahrheit geht und nicht um irgendein packendes Filmdrama auf ZDF oder so …

Mein Eintrag fing an mit:

Und weil ich gerade wieder echt ernsthafte Schwierigkeiten habe, mit der Situation umzugehen und auch immer mehr mein Niveau und meine Würde sinkt, (nein, ich bettle nicht mehr weiter um ein vernünftigen und respektvollen Umgang Miteinander),  flüchte ich mich nun in meinen Blog … auch wenn dieser Text niemals veröffentlicht wird.“

Im weiteren Verlauf dieses Textes fand ich dann so Aussagen wie:

„Hab mich dann einfach nicht im Griff, wenn ich wütend und verletzt bin, neige ich dazu, meine Gefühle mit ihrer ganzen verbalen Enttäuschung rauszuhauen …. wie kann man von der einen auf die andere Minute plötzlich zu so einem gottverdammten  blöden Arschloch werden … FUCK YOU! … um es harmlos auszudrücken!“

Und:

Ich erkenne mich nicht wieder… ich erkenne meinen Mann nicht wieder… ich erkenne uns nicht wieder!

Und:

Immer wieder werden Grenzen überschritten… weil er … weil wir… weil ICH nicht klar komme. Ich bin einfach nicht in der Lage, mich zu streiten. Ich muss es einfach einsehen, dass ich einfach nicht für diese komplizierte Beziehungsscheiße gemacht bin … immer diese unnötigen Dramen … Streitsucht vs. Harmonie…  jeder Konflikt eine weitere Dosis Gift für meine Seele und meinen Körper…  ich brauche Ruhe, sonst drehe ich durch … ich sehne mich gerade nach einer Gummizelle … und das ist die Wahrheit … please, leave me (alone)!

Wahrheit tut verdammt weh… 

ENDE!

Ja, mein Mann hatte echt die Schnauze voll von mir und wollte gehen – nahm ich zur Kenntnis, habe ich verstanden, konnte aber auf Anhieb nicht artgerecht darauf reagieren …

Nun ja…

Er hat es sich dann zwei Tage später doch nochmal anders überlegt … wahrscheinlich, weil er ja weitgehend dann doch ganz zufrieden mit meinen Leistungen ist, gell? 😀

Es bleibt spannend bei uns … 😉

Soviel dazu…

Und falls sich hier die Frage auftut, wie ich es wagen kann, öffentlich über das sensible Thema „Ehestreit“ zu schreiben: Liebe Leute, mein Blog ist und soll authentisch bleiben! Und ich will nicht verbergen (müssen), dass wenn in meinem Leben Chaos herrscht, dann auch tatsächlich überall der Wurm drin ist.  😀

Aber eigentlich wollte ich heute mal über meinen derzeitigen Istzustand schreiben und euch auch auf meiner beruflichen Ebene mal auf den neusten Stand bringen …

Istzustand Geist und Seele – ich muss dringend etwas ändern  

Mein neues Lebensmotto lautet: „Wenn Du nichts änderst, ändert sich nichts …“

Ich will Dinge ändern, die ich (theoretisch) ändern kann …

Ich will Dinge hinnehmen, die ich nicht ändern kann …

Was allerdings leichter gesagt ist als getan…

Es gibt immer noch zu viel Stress in meinem Leben …

Ich habe immer noch zu viel Angst …

Ich irre immer noch orientierungslos durch mein Leben …

Und ich höre immer noch zu wenig auf meine innere Stimme und das Herz …

Istzustand Körper – ich habe ihm viele schlimme Dinge angetan   

Leute, Stress macht echt (körperlich) krank …

Ich habe das wirklich vollkommen unterschätzt …

Die Ernte der ganzen Scheiße der letzten Zeit, inklusive Angst und innerer Zerrissenheit ist üppig und trägt in diesem Jahr ganz neue Früchte. Letztes Jahr war es die Angststörung. Jetzt zicken ein paar Organe von mir rum. Und diese Zickereien haben dafür gesorgt, dass ich plötzlich von heute auf morgen Probleme mit dem Essen habe. Mir ist ständig schlecht, könnte ununterbrochen nur noch kotzen, ich habe keinen Appetit und habe Seitenstechen. Greife ich auch nur nach einem falschen Lebensmittel, dann ist der Tag ganz gelaufen. Vor drei Tagen war es ein Fleischwurstbrötchen an dem ich im Anschluss zwei Tage lang meine Verdauungsfreude mit entsprechenden Magenschmerzen hatte. Zu diesen falschen Lebensmitteln gehören übrigens auch Süßigkeiten, wie Schokolade. Unglaublich, dass ich schon seit knapp einer Woche keine Schokolade mehr gegessen habe… das hat es NOCH NIE gegeben.  Ehrlich gesagt, habe inzwischen eine neue Phobie entwickelt – „Angst vor Essen“ …  😮

… so kann man übrigens auch abnehmen. 😀

5 Kilo sind schon weg … 🙂

Natürlich bin ich in ärztlicher Behandlung. Es ist derzeit auch wohl nichts Schlimmes. Ein paar Untersuchungen noch (Organultraschall und Magenspiegelung) und dann werden wir den genauen Übeltäter haben. Sicher ist aber:

Ich muss ab sofort besser auf mich aufpassen, auch wenn ich nicht gar nicht so recht weiß, wie das gehen soll. 🙂

Übrigens: Ich jogge eigentlich immer noch regelmäßig (2-5 mal die Woche), mein Runtastic ist nur irgendwie kaputt. Nicht, dass meine geaddeten Runtastic-Freunde meinen, ich hätte schon aufgegeben, nur weil ich die letzten zwei Monate 0,00 km gelaufen bin. 😀

Istzustand Beruf  – ich liebe meinen Job  

Eigentlich könnte an dieser Stelle eine lustige Geschichte über meine verbissene Jobsuche stehen, inklusive Eignungstest für den Job als „IT-Supporterin“, aber das wäre zu lang.

Hier die Kurzform:

Der ursprüngliche Plan war ja, meinen Hauptberuf (das Texten) zu einem Minijob zu machen, weil ich der Meinung war, ich wäre durch eine Art Burnout, inkl. Schreibblockade nicht mehr länger fähig, meinen Job fachgerecht auszuführen. Davon war ich echt überzeugt. Und auch als ich den Job in der Behindertenassistenz aus bekannten Gründen geschmissen habe, war ich der felsenfesten Überzeugung, es ginge einfach nicht mehr.

Panik brach aus …

Ich bewarb mich auf jede Stelle, die mir in die Finger kam und mir sinnvoll erschien, auch wenn die Qualifikation zu wünschen übrig ließ (oder auch überhaupt keine Qualifikation benötigte).

Darunter waren u. a. Stellenangebote für:

Altenpflege in allen Altenheimen der Umgebung

Schulbegleitung für einen autistischen Jungen bei einer Karitativen Einrichtung

Sachbearbeitung für Baustoffe bei Basalt Union

IT-Support bei einem örtlichen Unternehmen (der sich echt Mühe mit mir und meinem unqualifizierten Plänen gegeben hat)

Retourmanagement bei Medi Max

Bürofachkraft in einer Autowerkstatt

Spülhilfe in einem Restaurant

Kommissioniererin bei … keine Ahnung

Pralinenverpackerin in einer Pralinenfabrik hier in der Nähe  😀 😀

Und dann bekamen auch Aldi, Lidl, der DM-Markt und noch einige andere Läden meine Bewerbung…

Ich wartete und hoffte…

…und wollte das auch alles…

Ja, ich wollte das, weil es logisch war … weil es vernünftig war … weil es das einzig Richtige war… ?

Die erste Einladung zum Vorstellungsgespräch folgte und auf den einen Anruf folgte der Nächste…

Zwischendrin hatte ich nochmal eine Therapiestunde, in der meine Therapeutin die Hände über den Kopf zusammenschlug und mich fragte, auf was für einen neuen Trip ich jetzt war. Ich erklärte es ihr halbherzig, hörte mir selber beim Reden zu und glaubte mir selber genau so wenig, wie meine Therapeutin mir meine Argumentation abkaufte.

„Was immer sie auch in Zukunft tun werden, lassen Sie die Finger von der Altenpflege, das ist nicht der richtige Ort für sie. Das macht sie kaputt!“

Meine Antwort: „Ach, ich schaff das schon. Dann muss ich halt lernen, mit dem Leid und dem Tod umzugehen … was mich nicht umbringt, macht mich nur noch härter! Ein neuer Kampf gegen Ängste! Shacka!“

Gedacht habe ich allerdings:

„Fuck! Sie hat natürlich recht. Ich habe es ja noch nicht einmal in einem Altenheim als Besucherin ausgehalten. Aber ich brauche einen neuen Job … und in Altenheimen wird immer Personal gesucht … ich habe keine andere Wahl… ich bin verwirrt und als Verwirrte kann man keine professionellen Auftragstexte schreiben.“

Und dann stellte sich wieder dieser Kampf ein, – Herz vs. Verstand – den ich aber zunächst gar nicht als solchen ansah. Ich hatte die Befürchtung, dass wieder übertriebene Angst mich dazu gebracht hat, Vorstellungsgespräche zu boykottieren und sie mit fadenscheinigen Ausreden platzen zu lassen. Es war immer wieder dasselbe: ich war entschlossen und kurz vor den Terminen fühlte sich alles so schrecklich falsch an. Wie als würde mich innerlich etwas festhalten und auf mich einreden, mich anflehen, nicht wieder von einer Scheiße in die Nächste zu treten.

Heute weiß ich, dass es mein Herz war, dass mich abhalten wollte, denn es ließ mich nur zu einem einzigen Vorstellungsgespräch gehen… dazu später mehr. 🙂

Jedenfalls saß ich letzten Monat noch zu Hause, suchte wie verbissen nach einer Arbeitsstelle und war sogar bereit, putzen zu gehen, während ich versuchte meinen Texterjob so gut, wie es noch ging weiterzumachen. Aber ich war nach wie vor so schrecklich blockiert. Mehr als einen Auftrag pro Tag konnte ich beim besten Willen nicht bearbeiten und habe viele Aufträge einfach abgeblockt und Anfragen teilweise gar nicht beantwortet. Bis eines Tages plötzlich eine E-Mail in mein Postfach flatterte. Es war eine Nachricht von Christian, ein langjähriger Kunde, der via CC Folgendes an einen Kunden schickte:

Empfehlung

Diese Nachricht hat etwas ganz Entscheidendes in mir ausgelöst, bzw. gelöst. Es war die Erkenntnis, die Bewusstwerdung, dass es etwas gibt, was ich offenbar gut kann. Etwas, was Kunden dazu bringt, mich regelmäßig mit Aufträgen zu versorgen. Etwas, was meine Kunden dazu bringt, mich weiterzuempfehlen, was wiederum zu neuen Kunden führt. Ich hatte plötzlich meine Existenzgrundlage vor Augen. Meine Basis, die in den letzten 8 Jahren zu einem beachtlichen Netz(werk) gewachsen ist, was mich auffängt, wenn in einem Monat mal Neukunden auf sich warten lassen. Und das alles, wollte ich hinschmeißen, weil mein seelischer Ausnahmezustand und die Angst vor dem finanziellen Versagen mich in einen ungewollten Brotjob treibt?

S-T-O-P!

Irgendetwas läuft hier falsch…

Zeitgleich erhielt ich einen neuen ziemlich großen, allerdings auch einen sehr schwierigen Auftrag, den ich eine Minute zuvor noch wegen fehlender Kapazitäten abgelehnt hätte.

Texterstellung für einen Escortservice 
1. „Seite Jobs“ 
2. „Seite Über uns“ 
3. „Seite erotisches Lexikon“
4. „Nach Referenzseite – 25 Begriffe alphabetisches Lexikon-Vorlieben“

Na klaro, gib her!  😀

Boah…

Sachen gibt´s, die kannte ich selbst noch gar nicht …

Das war echt Schwerstarbeit …

K = Kuschelsex war dabei tatsächlich das Harmloseste …

Ich wusste zum Beispiel gar nicht, dass es noch andere Ländercodes als „Französisch“ gibt … 😀

Jedenfalls war ich nach dieser Nachricht, inklusive diesem großen Auftrage wie ausgewechselt. Wie von Geisterhand kehrte die Energie zurück. Und auch unabhängig von diesem Auftrag – der mir wirklich eine Menge abverlangte – merkte ich gar nicht, wie ich plötzlich anfing, wie selbstverständlich auch andere Kundenanfragen in Rekordzeit zu beantworten. Ich schrieb Angebote, machte Aufträge klar und konnte sie nahezu problemlos bearbeiten.

Der Knoten ist gelöst… ich bin wieder drin in meinem Job, den ich wirklich sehr liebe!

UND …

Ich habe dennoch einen kleinen Nebenjob angenommen. Aber nicht, weil ich mir einrede, das zu müssen, sondern weil ich da jetzt einfach Lust drauf habe. Und es ist ein Traumnebenjob. Ich habe diese Arbeit nicht (mehr) gesucht, aber sie hat mich dennoch gefunden. Es war das besagte einzige Vorstellungsgespräch, zu dem ich ohne ein schlechtes Gefühl und Angst gegangen bin.

Ich hatte die wundervolle Aufgabe der Kleinkinderbetreuung überhaupt nicht auf dem Schirm. Aber jemand anderes hatte mich und meinen damaligen Facebook-Job-Aufruf noch auf dem Schirm und hat da etwas eingefädelt. ( Dafür werde ich Dir bis in alle Ewigkeit dankbar sein, liebe Melanie! 🙂 )

Und ich hätte niemals auch nur annähernd geahnt, dass diese Aufgabe für mich in Frage kommt und dass sie genau zu dem passt, was ich bin – ein Mensch, mit einer Überdosis Gefühl und Empathie.

That´s it!

Ja, ich arbeite nun 1-2 mal in der Woche in einer kleinen privaten Kita. Und betreue Babys und Kleinkinder zwischen 8 Wochen und drei Jahren. Eine entsprechende Tagesmutter-Ausbildung, inklusive Fortbildungen werde ich im Frühjahr nächsten Jahres absolvieren, ich will meinen Job nicht nur intuitiv sondern auch fachlich gut machen. 🙂

Ich liebe es …

Es entspannt mich …

Es erfüllt mich mit Wärme und Liebe …

Ich glaube, dass einzige Problem wird nur sein, dass mir jeder einzelne Zwerg so schrecklich an Herz wachsen wird, dass ich bitterlich weinen werde, wenn Sie in den Kindergarten kommen …

So, das wär`s erstmal an Neuigkeiten… gibt noch mehr, aber ich muss jetzt erstmal Schluss machen. 🙂

Weiteres folgt…

Danke, für´s Lesen!

 

Es ist einfach kein Land in Sicht …

Da bin ich wieder …

Mein heute gewähltes Titelbild bringt derzeit ein Gefühl zum Ausdruck, dass ich mit Worten nicht beschreiben kann… wer diesen GIF versteht, muss ein Seelenverwandter sein. 😀

Manometer, der Kessel ist bei mir gerade so am hüpfen, dass ich schon ein bisschen Sorge habe, dass er mir in Kürze um die Ohren fliegt …

Mein Leben gleicht gerade einem Irrenhaus…

Ein Ereignis jagt das Nächste, meine Verarbeitungskapazitäten laufen auf Hochtouren, schaffen das tägliche Pensum an Dramen nicht und prompt befinde ich mich wieder in einem Leben, dass (wie immer) nur noch aus Chaos und Stress besteht. Und wenn ich darüber nachdenke, dass ich eigentlich im August zwei Wochen Urlaub an der Nordsee machen wollte und auch diese Pläne über Bord geworfen habe, könnte ich heulen. Ich brauche verdammt nochmal ein bisschen Ruhe, ich muss nachdenken aber in einem Irrenhaus eben unmöglich …

Derzeit beschränkt sich mein Nachdenken wie in den Action-Szenen bei Indiana Jones, wenn der Felsbrocken sich unaufhaltsam in Bewegung setzt und innerhalb von Sekunden die Entscheidung getroffen werden muss, sich im richtigen Moment in irgendeine Felsspalte zu zwängen. Bei mir rollen derzeit unendlich viele Steine, es sind aber zu wenig Felsspalten da und in die meisten passe ich aus Übergewichtsgründen nicht rein…  😀

Aber zunächst die kurze Fortsetzung zum letzten Blogthema: „Über narzisstische Energie-Vampire und über psychische Überlebenskämpfe“

Ich befand mich in den letzten Wochen in einem ziemlich engen Kontakt mit einem Menschen, der lt. Mutmaßung meiner Therapeutin, unter einem ganz speziellen Fall von narzisstischer Persönlichkeitsstörung litt. Sie sagte, dass dies ein ganz gefährlicher Fall sei und dass ich diesen Kontakt so schnell wie möglich aus meinem Leben verbannen soll – diesem Menschen könne nur ein Psychiater und eine Psychotherapie helfen. In erster Instanz sollte ich mich sofort wehren und Grenzen setzen …

Meine Antwort: „Scheiße, das kann ich nicht! Das konnte ich noch nie!“ 😮

Ihre Antwort: „Sie müssen! Sonst sitzen wir sehr bald wieder hier, Frau Lahr!“

… und ich habe nur noch eine Therapie-Stunde abzusitzen. 🙂

Ich begab mich somit wieder in die Fänge des Narzisst, kriegte das mit dem Wehren aber immer noch nicht auf die Kette. Ich hatte nicht nur Angst vor der Konfrontation und den damit verbundenen Konsequenzen, sondern wurde auch immer noch von diesem unterschwelligen Verständnis und dem dazugehörigen Mitleid geleitet, ganz nach dem Motto:  „Menschen die so sind, müssen wirklich tot unglücklich sein!“

Ja, dieses Denken hielt ich mit aller Macht aufrecht, nur, um mich nicht in eine Auseinandersetzung zu begeben … bis zu der Sekunde, in der ich (durch die vom Narzisst stetig erfolgten Psychoterror) wieder an meine körperlichen und psychischen Grenzen gebracht wurde und inmitten dieses Erschöpfungszustandes plötzlich ein Gegenstand dicht an meinem Kopf vorbei flog.

Der Gegenstand war ein Portemonnaie …

Moment!

Der Narzisst warf wütend mit einem Portemonnaie nach mir, nur weil ich aufgrund eines Missverständnisses auf einem kostenpflichtigen Parkplatz geparkt hatte?

Tief durchatmen!

Es dauerte, bis mein Gehirn das gerade Geschehene verarbeitet hatte…

Ich glaube, das war mit einer der respektloseste Gesten, die mir je in meinem Leben entgegengebracht wurde…

Die Grenze des Ertragens wurde erreicht in … 3, 2, 1, P-E-N-G!

In Gedanken sah ich mich schon, wie ich dieser Person mit meiner seit knapp 8 Wochen angestauter Unsachlichkeit sämtliche Schimpfwörter (z.B. Arschgeige, Prinzessin auf der Erbse, Krawallschachtel, Terrortante …) und noch andere Dinge (vielleicht ihr Portemonnaie) entgegen feuerte. Doch als ich den Mund aufmachte, um „mich zu wehren“ kamen plötzlich so selbstbewusste, fast schon autoritäre Worte wie: „S-T-O-P! Jetzt wurde eine Grenze überschritten und das toleriere ich nicht mehr länger!“

Es folgte zunächst eine Standpauke von mir, die wiederum zu einer lautstarken Diskussion führte, die ich dann tatsächlich – ich kann es immer noch nicht so recht glauben, dass ich das getan habe – mit einem lauten „Da können wir jetzt noch stundenlang drüber diskutieren, aber das ist mir einfach zu blöd. Ich bin eine erwachsene Frau und arbeite hier eigentlich auch nicht im Kindergarten! Ende der Durchsage!“, beendete.

Und siehe da, der Narzisst hielt sodann, sichtlich erschrocken über die Gegenwehr die Klappe und verzog sich später beleidigt …

Die Folge – und das ist wirklich interessant, denn damit hab ich niemals in meinem Leben gerechnet:

Der Narzisst ließ mich nach diesem kurzen „Wehren“ in Ruhe. Er gab sich alle Mühe, freundlich zu sein, vermied jegliche Diskussion und versuchte sogar (wenn auch laienhaft) respektvoll zu sein und Rücksicht zu nehmen …

Und wer jetzt glaubt, dass hier urplötzlich die Einsicht Einkehr genommen hatte, den muss ich leider enttäuschen. Ein Narzisst ist niemals einsichtig, denn er ist felsenfest davon überzeugt, niemals einen Fehler zu machen. Es sind immer die anderen Schuld. Warum also diese Veränderung?

Antwort: EMOTIONALE MANIPULATION!

Der Narzisst hat gemerkt, dass die emotionale Bindung, – die Fesseln – , abgerissen waren. Ich war doch so ein perfektes, geduldiges, loyales und verantwortungsbewusstes Opfer, dass sich nicht traute, sich zu wehren. Mit mir konnte der Narzisst alles machen, sogar Dinge, die ich unter normalen Umständen NIEMALS tun würde,  aus diesem Grund wollte er mich auch nicht verlieren…

Er hat hart gekämpft, aber ich habe ihm dennoch am Ende den Rücken gekehrt …

Apropos Rücken kehren …

Da ich jetzt wieder frei reden kann: ich habe den Job in der Behindertenassistenz aus „persönlichen Gründen“ gekündigt…

Hierzu möchte ich anmerken, dass der Job als „persönliche Assistentin“ eines behinderten Menschen grundsätzlich wirklich ein sehr respektvoller, interessanter, verantwortungsvoller und auch toller Beruf ist, der mir sicher sehr viel Spaß gemacht hätte, wenn es auf menschlicher Ebene gepasst hätte. In diesem Fall war ich Assistentin, nein „Leibeigene“ Nummer 101 von Klientin „Prinzessin im Rollstuhl“, die mit voller Euphorie gekommen (und wie alle anderen 100) gedemütigt und demotiviert wieder gegangen ist. Es war wirklich die Hölle, die mir wirklich alles an Energie genommen hat, inklusive fehlender rund 80 Stunden Schlaf.

Aber es war wichtig, dass ich diese extreme Erfahrung gemacht habe, auch wenn mich die rund 250 Stunden haben 10 Jahre altern lassen. Ich habe durch diesen Job und den Kontakt mit diesem Menschen wirklich eine Menge gelernt, mehr als mir lieb ist und auch mehr, als mir ein ganzes Jahr Therapie hätte mit auf den Weg geben können. Das hat mir auch meine Therapeutin bestätigt, diese Zeit war Verhaltens-, Trauma – und Schocktherapie in einem …

Schon seltsam, welch ungeahnte Prüfungen das Leben so parat hat…

Auch habe ich gelernt, wie wichtig es ist, Herzensmenschen um mich herum zu haben und wie schlecht es mir geht, wenn sie anderer Gesinnung sind… an dieser Stelle ein lieber Gruß alle Herzensmenschen in meinem Leben: Schön, dass es Euch gibt! 🙂

Ja, und aus diesem Grund suche ich auch aktuell wieder eine neue Stelle …

Viele fragen sich vielleicht WARUM?  Warum muss ich mir einen Job suchen? Ich bin doch Schreiberin! Läuft es mit dem Schreiben nicht mehr?

Ihr Lieben, die Aufträge laufen aber ICH laufe nicht mehr ….

Seit 9 Jahren mache ich schon diesen Job. Bearbeite täglich Aufträge, in denen ich für andere Menschen die richtigen Worte finde. Ich schreibe Webseitentexte zu nahezu jedem Thema, ich verfasse Auftrags-Bewerbungen im Akkord, schreibe Werbebriefe, Reden, Suchmaschinenoptimierung, bearbeite Aufträge als Ghostwriter. Mein kleinster Auftrag war ein Satz für eine Einladungskarte für 1 €, mein größter war ein Auftragsroman für 6000 €.

„Sonst wird dich der Jäger holen“, war ein Werk, dass ich in drei Monaten (auf Verlagsdruck) schrieb. Immer diese geistigen Höchstleistungen. Dann immer diese unterschwellige Existenzangst, private Probleme, dann die Angststörung. Ich habe trotz Krankheit immer versucht weiterzuarbeiten, denn ich kann es mir (finanziell) nicht leisten krank zu werden. Aber ich konnte mich dahingehend bis heute nicht erholen. Die Luft ist raus. Ich kann nicht mehr. Seit einem Jahr quäle ich mich durch jeden Text. Ich brauche unendlich lange, kann mich nur schwer konzentrieren. Bediene hauptsächlich Stammkunden, die ich teilweise seit 9 Jahre begleiten und die mir ihr Vertrauen schenkten. Diese verdammte Abhängigkeit von meinem Inspirationszentrum (Gehirn) machte mich fertig und mein Gehirn hat dazu auch eine klare Meinung. Es sagt, es kann Romane schreiben … so viele ich will, bis ans Ende meines Lebens … aber beim klassischen Texten macht es derzeit einen auf Burn-Out. Aufträge bleiben liegen, weil mir die Worte fehlen. Ich lehne Aufträge schon im Vorfeld ab, weil ich es nicht mehr auf die Reihe kriege. Ich bin nicht mal in der Lage meine geschäftlichen Webseiten zu pflegen, weil mir der Wortfindungs-Antrieb fehlt …

Aber der Rubel muss dennoch rollen …

Also sollte mir eine Teilzeitstelle (eigentlich) nach wie vor die gewünschte Erholung bringen und auch den Rücken für den nächsten Roman freihalten, denn das ist meine Zukunft … (sagte mir kürzlich eine Expertin, deren Meinung mir sehr wichtig ist und mir eine Menge Hoffnung gibt 🙂 )

Doch bis dahin muss ich scheinbar weiter einen auf übergewichtigen Indiana Jones machen und dabei hoffen, dass die rollenden Felsbrocken mich nicht zerschmettern…  😀

Ihr Lieben, bei allem Humor – ich bin echt fix und fertig!

Mein Leben ist ein Irrenhaus, in dem ich alleine zu wohnen scheine und ich bin Insasse, Betreuung und Leitung gleichzeitig…

Mal sehen, wie es weiter geht …

Aufgeben ist jedenfalls keine Option…

Ich halte Euch auf de Laufendem …

Schandmaul hat einen neuen tollen Song, spricht mir gerade echt aus der Seele…

Über narzisstische Energie-Vampire und über psychische Überlebenskämpfe

Tja, schneller als gedacht, bin ich heute schon wieder da … 😀

… und das mit folgender Botschaft:

Ihr wisst, ich bin wirklich von ganzem Herzen ein friedliebender Mensch und kann mit Stress, Ärger und Wut nur ganz schlecht umgehen. Daher muss ich mich heute mal schriftlich meiner angestauten Aggressivität entledigen, damit meine Kurzschlusshandlungen überschaubar bleiben und damit ich morgen auch wieder mit einem Lächeln und nicht mit Stressfalten den Tag beginnen kann.

Mit anderen Worten: Ich scheiß heute auf den Maulkorb – mein Leben ist ein Thriller und es gibt in dieser Geschichte gerade echt krasse Wendungen! Ich stecke nämlich gerade in einer der entscheidenden Szenen, wo ich der Protagonistin eines Psychothrillers kurzerhand raten würde, alles stehen und liegen zu lassen und aus dem Haus der Psychopathen zu fliehen oder – wenn eine Flucht nicht mehr möglich ist -, nach sämtlichen Gegenständen zu greifen, die man als wirksame Waffe einsetzen könnte. Allerdings habe ich derzeit keine Handlungsvollmacht über meine Protagonistin: Sie ist gerade kreischend und angsterfüllt die einzige Treppe in diesem Haus HINAUF gerannt… typischer Opferfehler in Horrorfilmen! 😀

Ich weiß, ich spreche in Rätseln, sorry. Ich werde versuchen meine aktuelle Situation halbwegs verständlich wiederzugeben, muss aber aus rechtlichen Gründen ein klein wenig in schriftstellerischen Rätseln sprechen. Wenn ich nämlich schreibe:

„Die ganze Nacht hab ich von diesem schrecklichen Menschen geträumt und bin heute morgen auch wieder mit dieser unerträglich vorwurfsvollen Visage vor Augen aufgewacht. Der Tag ist gelaufen! Sorry, ich kann diese blöde *Arschgeige einfach nicht mehr sehen!“, dann ist das noch legitim. Wäre aber schwierig, wenn ich diese spezielle Arschgeige näher personalisieren würde …

(*Arschgeige = In meinem Wortschatz steht diese Bezeichnung für einen „menschlich sehr hässlichen Zeitgenossen“)

Ich kann aber so viel sagen, dass es sich bei o.g. Aussage um keinen aus meiner Familie und auch niemand aus meinem Freundeskreis handelt. Es ist ein Mensch, mit einem Charakter, dem ich bis dato in der Form noch nicht begegnet bin und auf den ich auch leider nicht vorbereitet war …

Ja, ich habe versehentlich einen Narzisst, also einen Energie-Vampir in mein Leben gelassen … ihn quasi mit offenen Armen in mein Leben eingeladen … mit ungeahnten Folgen!

Doch fangen wir zunächst so an …

Was ist ein Narzisst?

Ein Narzisst ist ein selbstverliebter Mensch, der nur an sich selbst denkt und auch niemanden als sich selbst duldet. Er sticht vor allem durch seine selbst inszenierte Besonderheit und Grandiosität hervor. Er hält sich selbst für den Größten, stuft sich selbst als deutlich wertvoller und wichtiger als andere Menschen ein, ist rücksichtslos, unfair, willkürlich, nicht empathiefähig, setzt andere herab, demotiviert, diskriminiert, missbraucht, benutzt, provoziert und tyrannisiert. Er nährt sich von der positiven Energie anderer Menschen, in dem er ihnen mit all seinen negativen Eigenschaften, jegliche Motivation, Kraft und Freude entzieht.

Mit anderen Worten: Ein Narzisst ist wie ein Vampir, er raubt Dir Deine Energie und bearbeitet Dich so lange, bis Du nur noch ein kläglicher Haufen Dreck unter seinen Füßen bist und nicht mehr weißt, wer Du einmal warst.

Wie erkennt man einen Narzisst?

Das ist ja das Schlimme! Ein Narzisst ist auf den ersten Blick nicht zu erkennen. Er ist der perfekte Schauspieler, denn er möchte Dich in erster Instanz ja einfangen und auf die sympathische Art und Weise emotional an sich binden. Er will Dich begeistern, von sich überzeugen. Bei den ersten Begegnungen bist Du auch begeistert, denn er ist souverän, faszinierend, überaus freundlich, interessiert sich für Dich und gibt Dir das Gefühl mit Dir auf einer Ebene, auf einer Wellenlänge zu stehen. Mögliche Zweifel werden „vertrauensvoll“ aus dem Weg geräumt, Du fängst an zu Vertrauen, reichst ihm die Hand, die Falle schnappt zu …

Was tut ein Narzisst?

Mit Phase I merkst Du lediglich ganz langsam, dass sich alles nur um ihn und um seine Belange dreht. Das Schauspiel kann er nicht lange aufrechterhalten und zeigt sein wahres Gesicht. Er interessiert sich absolut nicht für Dich und es ist ihm scheiß egal, wie es Dir geht und wie Du Dich fühlst. Deine Meinung zählt hier nicht. Er bedrängt, überfährt und überfordert Dich. Sein Verhalten stört Dich, Du fühlst Dich nicht mehr wohl in seiner Nähe und der Kontakt fängt an unangenehm zu werden. Aber Du willst es nicht so richtig wahr haben und hoffst, dass er vielleicht nur einen schlechten Tag hatte … oder mehrere schlechte Tage…

Mit Phase II legt er viel Wert darauf, immer wieder Deine Gefühle zu verletzen. Seine Handlungsweisen sind willkürlich und diskriminierend. Er setzt Dich herab, er erniedrigt und zermürbt Dich. Du befindest Dich jedoch in einer Schockstarre und bist irritiert, wehrlos. In dieser Wehrlosigkeit ist es ein Leichtes, Dich immer mehr zu benutzen, zu täuschen und Dich zu tyrannisieren. Dein Selbstwertgefühl bröckelt, nein, es zerfällt wie ein uraltes Buch zu Staub. Und Du drehst dich in diesem Gedankenkarrussel voller Selbstzweifel: Wie konntest Du Dich so sehr in einem Menschen täuschen? Wie kann ein Mensch nur so gefühlskalt sein? Hat doch Dein Bauchgefühl bisher (fast) immer Recht gehabt? Fuck, was läuft hier eigentlich (schon wieder) für eine Scheiße?! 😮

Tja …

Konntest Du Dich bisher nicht von diesem Kontakt trennen, dann ist es für Dich in Phase III fast schon zu spät. In dieser Phase ist der Narzisst am stärksten, denn er weiß jetzt, dass Du nicht in der Lage bist, Dich zu wehren. Pech für Dich, sein Verhalten und seine Handlungen führen unwillkürlich zu psychischen und physischen Störungen, im schlimmsten Fall sogar zu chronischen Erkrankungen wie:

  • Verlust des Selbstwertgefühls
  • Verlust des Selbstvertrauens
  • Verlust des inneren Zugangs – bei Autoren: Schreibblockaden
  • Angsterkrankungen
  • Depressionen
  • Posttraumatische Belastungsstörungen
  • Suchterkrankungen
  • Burn-Out
  • Psychosomatische Krankheiten
  • Psychische Verhaltensauffälligkeiten

etc.

Nach knapp 6 Wochen Dauerkontakt steckte ich gerade in Phase III, litt unter Albträumen und Schlaflosigkeit, war zutiefst verzweifelt und durch eine (vom Narzisst herbeigeführte) grenzwertige Nötigungs-Situation regelrecht traumatisiert als ich am Donnerstag zum voraussichtlich vorletzten Mal bei meiner Therapeutin saß…

Ganz ehrlich? So doof ich diese Therapie bis zuletzt auch fand, ich befürchte, in dieser vorletzten Stunde hat mich meine Therapeutin vor Schlimmeren bewahrt! Nachdem ich ihr von meinem neuen Trauma und diesem narzisstischen Energie-Vampir erzählte, merkte ich beim erzählen, wie sehr mich die Situation belastete. Ich konnte ihr eigentlich bisher alles erzählen, auch Dinge, die ich bis dato noch nie laut ausgesprochen hatte. Aber Details über  diese neue Erfahrung blieben mir fast im Hals stecken. Ich glaube, es war die Scham darüber, so ungebremst mit eine Rosaroten-Brille gegen eine Wand gefahren und auch wieder einmal auf einen Wolf im Schafspelz hereingefallen zu sein.

Doch ich musste es ihr erzählen, sonst wäre ich noch am gleichen Tag vor lauter Verzweiflung übergeschnappt. Und ich erzählte ihr alles und mit aller Lebhaftigkeit, die ich aufbringen konnte, damit sie mein unglaubliches Dilemma auch wirklich verstand. Ich erzählte und erzählte und erzählte… bis sie plötzlich in einen äußerst einprägsamen Lachanfall verfiel. Ja, ich habe meine Therapeutin durch meine lebhafte Erzählung so sehr zum Lachen gebracht, dass ihr die Tränen kamen …

Ich hab ihr herzliches Lachen jetzt noch im Ohr … 😆

Sie kriegte sich einfach nicht mehr ein … 😀

Das fand ich irgendwie gut, hat mich aber auch etwas irritiert, weil ich nicht ganz kapierte, was genau jetzt der Witz war, das kapierte ich erst später. In meiner Erzählung ging es darum, dass der Energie-Vampir mich psychisch und physisch an diesem Tag so fertig gemacht hatte, dass ich mitten in der Kölner Innenstadt im Feierabendverkehr plötzlich Migräne bekam (ich habe NIE Migräne!) und noch während der Fahrt gleich zwei Ibuprofen nehmen musste, sonst hätte ich gekotzt. Ich erzählte ihr, dass ich den Narzisst freundlich darauf hingewiesen habe, dass er es jetzt geschafft hätte, mich mit 24 Stunden Dauerbefeuerung an meine körperlichen und psychischen Grenzen zu bringen… genauer Wortlaut:

„Sorry, ich bin fix und fertig!“

Und genau die Antwort des Narzisst brachte meiner Therapeutin den wohl schlimmsten Lachanfall, den ihr Therapieraum je erlebt hat, wie folgt:

„Ja, ich glaube, ich habe es heute auch etwas übertrieben. Ich entschuldige mich hiermit bei Dir. Und ich möchte, dass es anerkannt wird, dass ich mich bei Dir entschuldige. Du musst zugeben, es spricht von einer gewissen Größe, dass ich mich jetzt bei Dir entschuldigt habe!“

Halt die Fresse! 😡

Höflich, wie ich bin, habe ich Letzteres natürlich nur gedacht …

Das hatte ich meine Therapeutin (inkl. Halt die Fresse!) erzählt und sie lachte? Ich dachte über meine letzten Worte nach und lese sie auch jetzt noch einmal in geschriebener Form. Jemand tyrannisiert, terrorisiert, entschuldigt sich dafür und fordert im gleichen Atemzug Anerkennung für diese Entschuldigung?

Mädel!? Was stimmt nicht mit Dir ?!

Nachdem sich meine Therapeutin wieder eingekriegt hatte, schüttete sie mir ganz plötzlich verbal einen Eimer kaltes Wasser über den Kopf, klatschte mir mit passenden Worten ein paar Ohrfeigen ist Gesicht, ganz nach dem Motto: „H-A-L-L-O?! JEMAND ZU HAUSE ?!“

Sie sagte, dass ich es hier mit einem ganz speziellen Fall von narzisstischer Persönlichkeitsstörung zu tun habe, dass das gefährlich sei und dass ich diesen Kontakt so schnell wie möglich aus meinem Leben verbannen soll. In erster Instanz hieße es aber sofort wehren und Grenzen setzen …

Meine Antwort: „Scheiße, das kann ich nicht! Das konnte ich noch nie!“ 😮

Ihre Antwort: „Sie müssen! Sonst sitzen wir sehr bald wieder hier, Frau Lahr!“

Das hatte gesessen…

Und wirkte …

Ich habe mich gewehrt …

Wie genau ich mich gewehrt habe, was passiert ist und was nächste Woche ggf. noch passieren wird – wir sind noch nicht miteinander durch –  erzähle ich in Kürze!

Sorry, aber ich muss jetzt Essen, wieder runter kommen und später Tatort schauen… 😀

Eines weiß ich aber ganz sicher, in einem meiner zukünftigen Romane über diese Begegnung, werde ich es am Ende wie einen Unfall aussehen lassen … 😀

Über meinen Maulkorb und über „Angst haben“ und „Angst sein“

Hi Ihr Lieben,

da bin ich wieder. Wie ich sehe, es sind auch schon wieder knapp vier Wochen vergangen … und dabei könnte ich derzeit über so viele spektakuläre Sachen reden. Allerdings habe ich mir situationsbedingt gerade selbst einen Maulkorb verpasst. Ich kann quasi nicht reden. Daher verzeiht mir bitte, wenn ich im Augenblick nicht ganz so offen bin, das wird sich auch wieder ändern, sobald  ich wieder weiß, was ich will und was ich nicht will. 😀

Und um diese Was-Will-Ich-Frage im Einzelnen beantworten zu können, brauche ich noch etwas Zeit …

Ihr wisst schon …

Bauch und Verstand …

Herz und Vernunft …

Ja, ich kann Euch so viel sagen, dass meine Gedanken und Gefühle derzeit wieder mächtig Achterbahn fahren. Allerdings fühle ich mich, wie auch auf dem Titelbild zu sehen, auf Ebene -1 von 10.  Es ist mächtig was los bei mir, kriege aber irgendwie nichts so richtig auf die Reihe. Ich bin mir sicher, dass liegt u.a. auch an meiner Schreibblockade. Mein Herz und Bauch kämpfen wieder mit allen Waffen gegen Verstand und Vernunft. Die Auswirkungen haben es auch dieses Mal wieder in sich. Mein Stresspegel liegt derzeit gefühlt wieder zwischen 8 und 10, was dazu führt, dass ich derzeit auch körperlich voll auf die Fresse bekomme. Erkältungen am laufendem Band, ununterbrochen diese verfluchten Muskel- und Gelenkschmerzen. Zugenommen habe ich auch schon wieder. Die 7 Kilo, die ich weg hatte sind auch nun komplett wieder drauf und ich habe mit Schrecken festgestellt, dass ich mich zu einem regelrechten Stressfresser entwickelt habe. Je mehr Stress, desto mehr Süßigkeiten müssen her und wenn ich nicht halbwegs versuchen würde regelmäßig joggen zu gehen, dann …

Apropos…

Ja, ich laufe immer noch …

Aber nicht mehr mit dem Hauptziel Kalorien zu verbrennen,  sondern um Stress abzubauen …

Und ich brauche dabei genau diese Playlist … 🙂

Playlist

Wenn ich laufe und diese Songs höre, löst sich der Druck. Wenn ich nach einer knappen Stunde nach Hause komme und dann in der Dusche stehe und sich die Muskelschmerzen von der Verspannung in das übliche Ziehen nach sportlichen Aktivitäten verändern, kann ich später zumindest besser schlafen. 🙂

Ja, irgendwie hat mich der Stress wieder voll im Griff. Ich weiß, es war auch schon mal besser, ist es aber gerade dann doch nicht. Ich habe die Hoffnung aber noch nicht aufgegeben und kämpfe einfach auch dieses Mal wieder bis zur Erschöpfung mit meinem Dämonen und anderen Störfaktoren. Und weil das Kämpfen Zeit braucht, habe ich sogar unseren geplanten Urlaub abgesagt. Ja, wir wollten diesen Sommer in den Urlaub fahren. Zwei Wochen lang ausspannen. Je näher dieser Urlaub rückte, desto unwohler fühlte ich mich. Urlaubsstress ist tatsächlich etwas, was ich derzeit so gar nicht gebrauchen kann. Man munkelt auf therapeutischer Seite, dass ich mich hier wieder von meiner Existenzangst dominieren lasse, ganz nach dem übertriebenen Motto „Wer nicht arbeitet, stirbt!“ Stimmt vielleicht sogar ein bisschen. Aber der Hinweis meines Bauchgefühls, dass mir dieser zusätzliche Druck durch die Reise derzeit absolut nicht gut tut, ist einfach stärker…

Und im Moment tun mir einige Dinge und Situationen nicht gut…

Ich habe meinem Mann aber versprochen, dass der Urlaub zu Hause durchgezogen wird… ggf. sogar mit E-Mail-Abwesenheitsnotiz … aber da bin ich mir noch nicht so sicher, ob ich das schaffe! 😀

Ich stelle fest: Ich bin schon ein bisschen schräg…

Ja, und ich kann es auch nicht leugnen, dass ich mich aus diesem Grund auch wieder sehr intensiv mit dem Thema „Angst“ beschäftige…

Ich differenziere neuerdings zwischen „Angst haben“ und „Angst sein“ – diesen entscheidenden Unterschied fühle ich endlich. Und ich fühle auch, dass ich bestimmte Situationen, vor denen ich Angst hatte / habe, inzwischen mit einer Shit-Happens-Gelassenheit bewältigen kann. Ein Fortschritt.

Beispiel…

Donnerstagmorgen so gegen 10.15 Uhr klingelt plötzlich das Telefon. Ich kämpfte gerade mit einem leichten, arbeitsbedingten Jetlag, frühstückte gerade müde und dachte eigentlich nichts Böses, – auch wenn ich grundsätzlich Böses denke, wenn das Hassobjekt „Telefon“ klingelt. Und da ich ja auch grundsätzlich nicht ans Telefon gehe, wenn ich nicht weiß, wer dran ist …

Da fällt mir gerade ein: Ich habe vor ein paar Tagen im Radio von einer lustigen Challenge gehört, da ging es um die rhetorische Frage: „Wen würdest Du anrufen, wenn Dein Leben davon abhinge. Also ob der Angerufene ans Telefon geht oder nicht. Wenn er ans Telefon geht, wirst Du erschossen, wenn nicht, dann lebst Du… wen würdest Du anrufen?“ 😀

Sollte jemals so eine Situation auf Dich warten, RUF MICH mit unterdrückter Nummer AN. Denn ich gehe GARANTIERT  NICHT ans Telefon! 😉

Wo war ich?

Ach ja!

Das Telefon klingelte. Ich sah auf die unbekannte Nummer mit Ortsvorwahl und beschloss spontan doch einfach ran zu gehen. Könnte ja wichtig sein. Am anderen Ende meldete sich eine mir bekannte Frau. Doch es dauerte erstaunlicherweise ziemlich lange, bis ich verstand, was sie von mir wollte. Die Anruferin entpuppte sich als meine Therapeutin, die mich  freundlich fragte, ob ich den zweiwöchigen Termin mit ihr vergessen habe…

Habe ich? 😮

Seit EINEM JAHR erscheine ich über pünktlich zu diesen Terminen … an diesem Morgen jedoch nicht?!

SCHOCKSTARRE! 😮

Schockstarre? Mit Nichten!

Im ersten Augenblick war ich einfach nur irritiert. Hatte ich diesen Termin echt verpasst? Dann lachte ich kauend, entschuldigte ich mich und erklärte ihr, dass ich in der Tat diesen Termin vollkommen vergessen hätte und in wenigen Minuten vor Ort sein würde. Das war´s. Ich zog mir die Schuhe an, biss noch einmal in mein Brötchen und machte mich auf den Weg, Ende.

Warum das so erstaunlich war?

Meine übliche bekannte Reaktion wäre eine Flut aus negativen Emotionen gewesen. Die Tatsache, dass ich einen Termin verpasst habe, wäre mir unglaublich peinlich und unangenehm gewesen. Ich hätte mich schlecht gefühlt, Herzrasen, Kopfglühen, Beklemmungen, begleitet von der Angst, jemanden enttäuscht zu haben, Selbstvorwürfe dahingehend, zu doof zu sein, um sich einen Termin zu merken, das Gefühl versagt zu haben… etc.

Das alles hatte ich kurioser Weise nicht, denn ich konnte es ja nicht ändern. Meine Gedanken kreisten eher um die Frage, was dazu führte, dass ich das vergessen konnte. Aber nicht in Selbstvorwurfhaltung, sondern eher interessiert, leicht besorgt, ganz nach dem Motto: Was war denn da los? Antwort: „Ich habe einfach viel um die Ohren und war zudem auch übermüdet. Das kann passieren und ist mir jetzt halt passiert. Tut jetzt keinem weh, von daher…“

Diese Situation oben hätte mich eigentlich wieder in das „Angst sein“ katapultiert. Eben dieses unterschwellige Angstgefühl, was möglicherweise tagelang angehalten hätte, aufgrund von Selbstzweifeln, Selbstvorwürfen und der zusätzlichen Angst, meiner Therapeutin jetzt ganz furchtbare Unannehmlichkeiten beschert zu haben. Aber ich war nicht die personifizierte Angst. Ich habe einfach einen Termin vergessen, mehr nicht. Punkt.

Aber es gab letzte Woche auch eine Situation, vor der ich Angst hatte…

Ich hatte die Tage ein sehr aufschlussreiches Treffen mit einem Mann heraufbeschworen, der mich vor knapp einem Jahr mit einem Telefongespräch wieder psychisch so bearbeitet hat, dass ich reif für die Klapse war. Ich habe danach tatsächlich jeglichen Kontakt vermieden, um nicht schon wieder in dieses alte Gefühlsmuster zu verfallen, aus dem ich (ohne professionelle Hilfe) nicht mehr heraus finde.

Alle, die meine Geschichte verfolgt haben, erinnern sich sicherlich noch an „Thomas“ …

Es fing mit einem unvermeidbaren Telefongespräch an, da wir etwas Formelles zu klären hatten und das habe ich schon seit Monaten aufgeschoben. Jetzt musste es eben sein. Das Gespräch nahm jedoch einen unverhofften Verlauf, der mich äußerst positiv überraschte. Von Thomas kamen keine Versuche Machtspielchen mit mir zu betreiben, keine Beleidigungen, keine Vorwürfe, keine Selbstmordandrohungen und anderes depressives Gequatsche – im Gegenteil. Er war friedlich, freundlich, hilfsbereit, zuvorkommend und offenbar ehrlich interessiert an meinem Allgemeinbefinden. Ich hatte das Gefühl, mit einem völlig anderen Menschen zu sprechen, den ich bis dato kannte. Als er jedoch den Vorschlag für ein Treffen zur Übergabe von Unterlagen machte, bekam ich Angst.

Eine Falle? Ja, fuck, keine Ahnung!?

Allerdings wollte ich nicht, dass mich die Angst wieder beherrschte und lenkte dem Frieden einfach ein. Und es kam, wie es kommen musste, einen Tag später setzten wir uns tatsächlich an einen Tisch, regelten die Formalitäten, plauderten eine knappe Stunde über Gott und die Welt und führten eine hitzige Diskussion über aktuelle Politik. Es war okay. Aber was ich auch hier wirklich erstaunlich fand: Ich hatte – entgegen meine Erwartungen – überhaupt keine Angst, im Gegenteil … ich fühlte den Frieden. Ja, in seiner Umarmung, in seinen Worten und erbrachten Taten, fühlte ich seinen Willen zum Frieden. Und ich fühlte meinen eigenen Frieden, der noch fehlte, um diesen Part der Vergangenheit nach 8 Jahren Trennung angstfrei abschließen zu können …

Warum erst jetzt?

Meine Therapeutin merkte an, dass es doch auch gut sein könnte, dass ER mit einer vollkommen anderen Person gesprochen hatte. „Erinnern Sie sich, in welcher Verfassung sie vor einem Jahr waren … und wie Sie sich jetzt fühlen.“

Hm, ich denke, es hat von beiden Seiten eine Veränderung stattgefunden…

Mist, ich sehe gerade, es ist spät, ich muss ins Bett…

Zusammengefasst, bin ich gerade wieder in meinem Hamsterrad gefangen, weiß, dass das Scheiße, ungesund und grenzwertig ist, kann aber gerade nicht anders und arbeite mit Hochdruck (PENG!) an der Lösung…

Bis bald, versprochen!

 

Alles neu – alles auf Anfang

Hi Ihr Lieben,

da bin ich wieder. Hab wieder lange nichts von mir hören lassen. Ich war schwer beschäftigt. Ich bin nämlich gerade aktiv dabei, alles neu und alles anders zu machen…

Ich hatte ja schon im letzten Beitrag erwähnt, dass meine erneuten Angstsymptome, keine biochemische Störung, sondern eine klare Ansage meines Körpers sind, dass er bei meinem Stresspegel nicht mehr mitmachen möchte. Es läuft etwas falsch. Ich laufe falsch. Ich dachte zwar, ich sei neue Wege (aus der Angst) gegangen und wäre auf einem gutem Kurs, aber da habe ich mich getäuscht. Ich steckte immer noch in diesem klassischen Hamsterrad. Ja, ich bin wieder in dieses riesigen Hamsterrad gestiegen, angetrieben von Leistungsdruck, Vernufts- und Verstandentscheidungen, ständigen Selbstzweifeln und der ständigen Angst zu versagen, andere zu enttäuschen  oder dem Hamsterrad nicht mehr gewachsen zu sein.

Vor knapp 2 Wochen bin ich dann einfach stehengeblieben und im hohen Bogen (aus dem Hamsterrad) geflogen… und siehe da: Ich lebe immer noch. Besser, ich lebe erst recht, da ich einfach alles neu und anders mache.

Wie im letzten Beitrag schon angedeutet, habe ich beschlossen, mein Dasein nicht mehr von Verstand und Bewusstsein leiten zu lassen, sondern von meinem Inneren. Bauchgefühl, Herz, Instinkt … eben die ganze Truppe, die von der anderen Sippschaft da im Oberstübchen ständig niedergemacht, unterdrückt und somit gestresst und verängstigt wurde.

Und das war die beste Entscheidung meines Lebens …

Und vor allem die Spannendste  …

Beispielsweise wurde ich Anfang Mai auf eine Stellenanzeige aufmerksam, die eine Bekannten über Facebook gepostet hat. Ich muss dazu sagen, dass ich schon seit einiger Zeit mit dem Gedanken spiele mir einen (stupiden) Nebenjob zu suchen. Die geistige Arbeit als Texterin macht zwar Spaß, raubt auch eine Menge Energie. Ich möchte hier ein klein wenig kürzer treten und mich mehr auf meine Romane konzentrieren. Auch hier sagt mein Bauchgefühl, dass genau das mein Ziel sein sollte. Ich habe so viele Ideen im Kopf, die auf Verwirklichung warten… was allerdings nur geht, wenn zunächst anderes Geld fließt, damit die Existenz gesichert ist.

In Gedanken sah ich mich schon, wie ich meine Arbeitszeit in einem Baumarkt verbringe und halbherzig Kunden mit Heimwerkerproblemen betreue. Wie oft hatte ich schon Albträume darüber. Der Gedanke war jetzt nicht sonderlich erfüllend, im Gegenteil, er machte  mir Angst. Folglich meldete mir auch mein Bauchgefühl, dass ich etwas anderes „Stupides“ machen sollte. Putzen, Pakete packen, Zeitungen austragen, whatever … Hauptsache es brachte Geld und ich muss mich geistig nicht verausgaben.

Dann las ich plötzlich diesen Aufruf:

Job im sozialen Bereich gesucht? 450 €, Teilzeit oder Vollzeit ?

24 Stunden – Dienste (bei Teil-/Vollzeit auch 2-3 Tage am Stück möglich, ideal, wenn man von weiter her kommt )

AB SOFORT wird dringend Verstärkung gesucht!!!

Nur Frauen

Führerschein erforderlich

Persönliche Assistenz für eine junge, lebensfrohe körperbehinderte Frau im Rollstuhl:

Keine Vorkenntnisse erforderlich.

Deine Aufgaben:
Hilfestellungen im Alltag ( Haushalt, Arbeitsassistenz, Versorgung des Hundes, Freizeitbegleitung, Hygiene, Ankleiden, ab und zu körperliche Belastung,…. )

Ideal für einen Job neben dem Aufbau einer Selbständigkeit oder für Studenten oder oder. Man arbeitet einige Stunden am Stück und hat drumherum viel Luft. Nachts kann man i.d.R. auch Schlafen, mit eigenem Assistenzzimmer.

Meldet Euch gerne bei mir, auch bei Fragen, ich leite es weiter!

Als ich das las, meldete sich sofort mein Herz und mein Bauchgefühl. Sie winkten unübersehbar mit dem Zaunpfahl und mir wurde klar, dass ich eigentlich das Gegenteil von stupide suchte, eben eine wertvolle, sinnvolle, soziale, gefühlvolle, einfühlsame, vielleicht sogar inspirierende Aufgabe … das wusste ich allerdings selbst auch noch nicht. Ich war irritiert von meinem eigenen Gefühl und der Entschlossenheit mich auf diesen Aufruf zu melden. Ich ließ mir selbst keinerlei Diskussionsspielraum und folgte einfach diesem Gefühl.

Das Vorstellungsgespräch verlief super und katastrophal zugleich… ich war so hektisch an diesem Morgen, dass ich mir zwei verschiedene Socken anzog, weil ich auf die Schnelle kein gleiches Paar finden konnte. Da ahnte ich ja auch noch nicht, dass ich die Schuhe ausziehen müsste / würde…

(Foto: Sockenpaare werden überbewertet)

(Foto: Sockenpaare werden überbewertet)

Es kam, wie es kommen musste. Die Schuhe mussten aus Hygienegründen im Flur ausgezogen werden. Ich kann nicht leugnen, in diesem Augenblick einen Anflug von peinlich berührter Panik verspürt zu haben, dicht gefolgt von dem Gedanken: „Peng! Das war´s! Wenn du schon dein eigenes chaotisches Leben, inkl. Socken nicht im Griff hast, wie willst du dann jemand anderes im Alltag unterstützen?“

Ich beschloss einfach diesen Fauxpas nicht unkommentiert als gegeben stehen zu lassen, sondern sagte, wie es ist: „Ups, direkt schon ungewollt verraten, wie es bei mir zu Hause läuft.“

Im Juni fange ich an. 😀

Zunächst zur Probe, aber ich bin guter Dinge, dass es das Richtige für mich ist.

Mein erster Job, der von einer Bauchentscheidung aus gewählt wurde…

Das hatte ich vor vielen Jahren auch schon mal genau umgekehrt: Mein Bauchgefühl rebellierte gegen eine Jobentscheidung und hat mir von vorn herein zu verstehen gegeben, dass das kein Sinn macht. Es war definitiv ein Verstand und Vernunftsjob, den ich mir hab (mehr oder weniger) aufschwatzen lassen, gut bezahlt, von zu Hause aus machbar, ich sollte lediglich für ein Versicherungsunternehmen Kundenakquise betreiben. Perfekt! Klappt mit einer Telefonphobie besonders gut … 😀

Ich habe knapp einen Monat durchgehalten…

Was gab es noch für neue Entscheidungen?

Vor ein paar Tagen stolperte ich über ein paar Zeilen meines langjährigen Freundes, Piam Oliver Unger, der u. a. Geistheiler ist. Es ging um das Symbol für die innere Stimme, wie folgt:

„Stimme und Bestimmung finden

Seit einigen Monaten beschäftige ich mich mit dem so genannten „Human Design“. Googled das mal, das ist ziemlich spannend und einsichtsreich. Im Zuge meiner Forschung zum Human Design, und wie es sich mit der Qyoma-Arbeit verbindet, bin ich auf einen Satz gestoßen, der lautet: „Seine Bestimmung finden hängt stark mit ’seine Stimme‘ finden“ zusammen. Dann habe ich geschaut, was das im Human Design heißt, „seine Stimme finden“. Jeder hat nämlich tatsächlich eine eigene Stimme, die auf eine eigene Weise funktioniert. Klingt banal. Zunächst.

Aber wenn man sich fragt, was das wirklich ist, und was die eigene Stimme sagt, damit sie sich stimmig ausdrückt, und gehört wird, dann wird es spannend. Meine Stimme zum Beispiel ist richtig, wenn sie unter anderem sagt: „Ich erinnere …“, „Ich besitze …“, „Ich habe erfahren …“. Wenn sie zum Beispiel sagt „ich weiß“, dann wird sie meistens ignoriert und überhört. Und das stimmt aus meiner Erfahrung heraus.

So, wie findet sich der Bezug zu Qyoma? Es gibt seit Oktober ein Symbol für die Stimme und die Kraft der Manifestation, die mit der Stimme einhergeht. Das Symbol hat mich zum Human Design in Bezug auf die Stimme geführt. ich wusste vorher nichts davon, nur dass es das so genannte Kehlzentrum für die Stimme gibt.
Ich besitze dieses Symbol.

Meine Erfahrung mit dem Symbol ist, dass es verdammt gut wirkt. Seit ich es nutze, finde ich mich selbst total im Flow und habe das Gefühl, das wird was, was ich da gerade zur Welt bringe.

(Qyoma Facebook oder zur Qyoma Webseite)

Als ich das las, hatte ich die Erklärung für diesen merkwürdigen Wandel in meinem Innenleben. Ich wusste plötzlich, was da vor einigen Tagen passiert ist. Ich habe meine Stimme und meine Bestimmung gefunden … oder besser gesagt: Ich habe gelernt, dass es mich krank macht, Stimme und Bestimmung zu ignorieren und gegen sie zu leben und zu arbeiten.

Ich habe mir von Oliver persönlich dieses besagte Symbol in Form eines Amuletts herstellen lassen. Und so etwas „Verrücktes“ habe ich noch nie getan, bzw. in Auftrag gegeben. Aber mein Inneres wollte dieses „SYMBOL-DING“. Es wollte es so sehr, dass auch hier kein Spielraum blieb für Diskussionen, wie „Dat kostest Geld!“, „Was soll das bringen?“

Es ist wie bei einer Trauung, der Ring, der dieses Eheversprechen besiegelt…

Ich habe mit diesem Symbol mir selbst das Versprechen gegeben, ab sofort nur noch auf meine innere Stimme zu hören… denn, das Wesen, was hinter Stimme steckt, hat nicht vor, mich in Schwierigkeiten zu bringen, im Gegenteil: Es liebt mich und möchte, dass es mir gut geht und dass ich glücklich bin.

Gestern ist es gekommen. Großartig. Der absolute Wahnsinn.

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Die „Fassung“ ist übrigens eine Muschel … vermutlich aus Hamburg, vielleicht auch Helgoland, muss ich nochmal fragen… Muscheln, kalkige Schalen, ein Material, zu dem ich eine sehr enge Verbindung habe.

Durch meine Adern fließt nämlich friesisches Blut … eine Tatsache, die ich bis dato auch noch gar nicht so wahr – und ernst genommen habe. Und mein Gefühl sagt mir: Ich brauche mehr Norden in meinem Leben … ich möchte mir eine Wohlfühloase zu Hause schaffen… die Terrasse wird demnächst umdekoriert und gestrichen, und zwar so,  wie mein Inneres es sich wünscht und … friesisch maritim … ja, und einen Strandkorb werde ich in diesem Leben auch noch irgendwann bekommen. 😀

Wenn mein Werk fertig ist, gibt es Bilder …

Ja, ist schon verrückt, was alles so passiert, wenn man einfach nur noch auf sein Gefühl hört…

Erinnert mich an den genialen Film „Der Ja-Sager“? Kennt den noch jemand? Einer meiner absoluten Lieblingsfilme mit Jim Carrey. Hatte ich eigentlich schon mal erwähnt, dass ich ein großer Jim Carrey Fan bin?

Ein sehr tiefsinniger, nachdenklicher und vom Leben gezeichneter Schauspieler …

Ich sage zwar nicht zu allem JA, – im Gegenteil: Hier ist die Kunst auch mal NEIN zu sagen – aber ich handle so, wie mein Gefühl es entscheidet und nicht mein Verstand, die Vernunft oder andere Spießer-Abteilungen im Gehirn.

Und siehe da: Ich habe nicht mehr das Gefühl ständig alles falsch zu machen und gegen meine Natur zu agieren, sondern erlebe bei allem, was ich von innen heraus tue und entscheide, eine Flut an Emotionen, die mich u. a. mit Sicherheit, Glück und Zufriedenheit erfüllen. Manchmal so stark, dass mir die Tränen kommen.

Apropos…

Vor einigen Tagen hatte ich eine Situation an der Kasse eines Supermarktes, wo ein Mädchen, schätzungsweise 9 oder 10 Jahre alt, zu wenig Geld dabei hatte. Mir ist das kleine Mädchen mit dem Fahrradhelm schon vorher aufgefallen, da sie zwei Pralinenschachteln trug, die größer waren als ihr Kopf. Ich vermutete, dass die Pralinen als Muttertagsgeschenk gedacht waren. Ich selber halte nicht viel von diesem Muttertagsgedöhne, fand es aber dennoch irgendwie zuckersüß. Ich sah schon am Blick des Mädchens, als sie an der Kasse stand und der Endpreis genannt wurde, dass sie Zahlungsschwierigkeiten hatte. Ohne auch nur eine Sekunde darüber nachdenken zu müssen, traf mein Herz die Entscheidung, dass ich ihr das fehlende Geld  – egal wie viel – geben würde. Ich würde es tun, weil es kein anderer in dieser Schlange tun würde, denn man muss halt auf sein Taschengeld achten und sich nicht gefälligst bei Milka bedienen, wenn man sich Milka nicht leisten konnte. Außerdem konnte es doch sein, dass das Kind diese Verzweiflungs-Masche öfters abzog und sich somit sämtlicher Leckereien kostengünstig bedienen konnte … Kinder können nicht nur grausam, sondern auch ziemliche clever sein.

Mir doch egal, was andere denken…

Der hilflose Blick des Mädchens und das nervöse Suchen nach den noch fehlenden Münzen trieb nicht nur ihr die Tränen in die Augen, sondern auch mir. Ich war selbst ganz erschrocken, dass mich diese Situation emotional so touchte, war wohl mein Empathen-Dasein wieder am Werk. Ich fühlte das, was das Mädchen fühlte und das Mädchen fühlte sich gerade sehr unwohl. Die Kassiererin forderte mahnend, machte deutlich, dass sie das fehlende Geld – etwa 2 € – jetzt aber dringend bräuchte, sonst müsste sie die Pralinen eben hier lassen. Die Menschen in der Schlange starrten das Geschehen an. Versteinerte Minen. Empathieloses Pack. Ich unterbrach schließlich dieses unerträgliche Szenario und ließ die Kassiererin wissen, dass das Mädchen das Geld von mir bekäme. Ich gab der Kassiererin das Geld, lächelte und zwinkerte der Kleinen mit Tränen in den Augen zu. Sie bedankte sich erleichtert, strahlte mich an und zog dann winkend mit den beiden I-Love-Milka-Schachteln eilig ab.

Die Leute starrten mich entgeistert an… übrigens, ich tue das nicht, weil ich in den Himmel oder ins Paradies möchte. Ich tue das auch nicht, um von einem höheren Wesen „gesegnet“ zu werden. Auch dieses Karma-Ding ist mir inzwischen sehr supekt geworden… alle tun immer etwas, um etwas Bestimmtes, etwas Höheres zu erreichen… tue Positives und dir wird Positives zurückgeben, die Rechnung stimmt auch nicht immer. Nein, ich tue gewisse Dinge, weil mein Instinkt, mein Gefühl, mein Herz, mein Inneres danach strebt … scheinbar ohne Ziel und ohne Grund … oder aber, ich habe das Ziel und den Grund noch nicht verstanden. Was mir allerdings vollkommen egal ist. 🙂

#Gutmensch ?! 😀

„Liebe braucht keine Gründe … Liebe, ist eine grundlose Wärme – einfach weil es so schön ist, warm zu sein.“
(Osho)

Nach dieser Pralinengeschichte, dauerte es etwas länger, bis ich emotional wieder auf ein normales Level kam und verstand, welch merkwürdigen für Emotionen verantwortlichen Systeme da wieder am Werk waren. Nach etwa einer Stunde, war ich wieder klar und freute mich für die Kleine mit ihren Pralinenschachtel ganz gleich, was sie damit zu tun gedachte oder auch nicht.

Was ich noch anders oder neu mache…

Ich versuche nicht mehr so viel Zeit zu verschwenden, sondern sie immer sinnvoll zu nutzen, ohne dass es anstrengend wird …

Weniger online sein … vor allem vormittags, wenn ich eigentlich Texte schreiben müsste. 🙂

An meinen Romanen schreiben, täglich mindestens 5 Seiten …

Viel lesen … zwecks Wortschatzerweiterung … aber auch, um mich von anderen Autoren inspirieren zu lassen…

Zum Frühstück höre ich zum Beispiel jetzt Hörbücher, statt TV zu schauen oder im Internet zu surfen …

Abends im Bett lese ich ein bis zwei Kapitel zum einschlafen, statt 4Bilder1Wort oder andere Wortspiele auf dem Handy zu spielen…

Zeit mit viel frischer Luft füllen, Wandern, Spazieren, Gartenarbeit – ich habe übrigens zum ersten Mal Gemüse angebaut und mich mit dem Thema Gartenbepflanzung beschäftigt …

Meine Klamotten kaufe ich ab sofort ausschließlich nur noch bei EMP.de – es ist der einzige Shop, der meinen Geschmack zu 100 % trifft. Ausgefallen, einbisschen dark, crazy.  Ich war bisher immer noch etwas zaghaft bei der Auswahl, um nicht allzu auffällig zu sein und meinen Mann nicht zu erschrecken, aber da muss der jetzt durch. 😀

Apropos…

Mein Mann hat wirklich einen Orden verdient! Er hat alles ertragen (müssen) und hat mich bei all dem ganzen Schlamassel unterstützt und immer zu mir gestanden, auch wenn er bis heute nicht kapiert hat, was eine Angststörung ist …  DANKE! <3

Neue Tattoos müssen auch her … glaubt mir, wenn ich das Geld hätte, wären bei mir nur Kopf und Hals Tattoo frei … ich arbeite dran. 🙂

Und ich hab dann jetzt doch das Joggen angefangen…

Auch eine Bauchentscheidung…

Mein Verstand sagte nämlich: Ich hasse Laufen… auch wegen meinem Rücken.

Aber ich kämpfe seit dem Absetzen der Tabletten (7 Kilo weniger) mit einem ganz gewaltigen Jo-Jo-Effekt (wieder 7 Kilo drauf) und möchte einfach etwas sportliche Betätigung in mein Leben bringen. Ich hab das Joggen schon einmal vor ein paar Jahren versucht, bin aber an den starken Kopfschmerzen nach dem Laufen gescheitert. Über das Röntgenbild meines Rückens wurde auch dem Arzt dann klar, meine Bandscheiben finden Joggen nicht so toll. Was ich nicht wusste: Das Schuhwerk spielt hier eine ganz entscheidende Rolle.

Mein Facebook-Statement zu meinem ersten „Run“ lautete so:

Laufen Facebook

Mein zweiter Run-Post klang dann so:

Laufen Facebook 2

In Video-Form klingt und sahen die Anfänge dann so aus:

Gestern habe ich schon drei Kilometer ohne Gehpause geschafft … und ich fühle mich immer wohler dabei. Es ist tatsächlich so, dass durch das Laufen der Stresspegel sinkt.

Mein persönlicher Stresspegel hat sich – seit dem Austritt aus dem Hamsterrad – auf 2 eingependelt … ohne Psychopharmaka und Aufenthalt in einer Burnoutklinik… das wäre nämlich meine nahe Zukunft gewesen.

Jetzt gehe ich Joggen, baue Gemüse an, hole mir die Nordsee auf meine Terrasse, kaufe mir wertvolle, individuell hergestellte Glücksbringer, reagiere und handle spontan, aus dem Gefühl heraus (ohne Nachzudenken) und plane jetzt sogar ein Haus zu kaufen …

Das alles hätte mir mal jemand vor ein Paar Wochen erzählen sollen … ich hätte ihn für verrückt erklärt!

Von daher, meine neue Hymne: