Von der Freiheit, die ich nicht kannte, mir aber immer gewünscht habe…

Hey,

da bin ich wieder und das tatsächlich auch zum letzten Mal in diesem Jahr. Eigentlich wollte ich auch schon um die Weihnachtszeit schreiben und Euch mitteilen, wie die Feiertage hier in Nordfriesland so gelaufen sind. Aber mir fehlen im Moment einfach die Worte. Ich weiß einfach nicht, wie ich dieses wunderbare tiefe Gefühl, was mich inzwischen fest im Griff hat, beschreiben soll. Vielleicht, weil es die passende Beschreibung in meinem bisherigen Wortschatz einfach nicht gibt … ?

Zur Erinnerung:

So schlecht ging es mir noch vor einem Jahr…

Ende der Besinnlichkeit – tschö 2016 und fuck 2017

Und lustiger Weise entstand in dieser Nacht voller „Tschö 2016  und Fuck 2017“, die vollkommen verrückte Idee „Nordfriesland“. Ich erinnere mich noch haargenau an den Wortlaut.

Ich (voll beschwipst und verzweifelt):

„Mann, wenn ich doch nur in die Zukunft sehen könnte. Wo wären wir dann? Wir müssen dieses Jahr auf jeden Fall umziehen. Aber wo sollen wir hin? Hier geht mir einfach alles auf die Nerven. Ein Kaff schlimmer als das andere. Ich will eigentlich weg…. gaaaaaanz weit weg … aber geht ja nicht, ich bin ja nicht alleine auf der Welt und muss ja auf meinen Mann und die Kinder Rücksicht nehmen.“ *schmoll*

Andi: „Wenn du auf keinen Rücksicht nehmen müsstest, wo würdest du dann hin wollen?“

Ich: „Dann würde ich sofort an die Nordsee ziehen. Ganz weit oben!“ 😮

Der Rest ist bekannt und kann auch hier nachgelesen werden:

Entscheidung für´s Leben – ich bin (bald) weg, au revoir!

Tja, und jetzt… genau ein Jahr später, sitze ich hier „ganz weit oben“ und stelle fest, ich bin zwar vollkommen verrückt, aber:

Es gibt kein Stress. Keinen Ärger. Keine Hektik. Keinen Frust. Kein Gefühlschaos. Keinen Schmerz. Keine Selbstzweifel. Keine Traurigkeit. Keine Blockaden. Keine Last. Kein Drama und KEINE ANGST.

Und wenn Körper und Geist plötzlich vollkommen frei von all diesen negativen Emotionen sind, dann ist das wie fliegen. Ja, ich fliege. Es ist eine Form der Freiheit, die ich bisher noch nicht kannte, aber von der ich doch immer irgendwie geträumt habe. Vorgestern spazierte ich bei Sonnenuntergang und steifer Brise (mal wieder) über den Strand, ließ die Tränen (vor Wind und Rührung) laufen und hatte wieder nur dieses eine Wort im Kopf: „Freiheit!“

Freiheit ist die Medizin für mein Seelenheil, nach der ich so lange gesucht habe. Hier ganz weit oben, am schönsten Arsch der Welt, habe ich sie gefunden. Ich merke gerade, ich kann es auch nicht so richtig in Worte fassen, auf welch wundersame Weise dieses Fleckchen Erde mich heilt …

Mona Harry bringt vieles davon auf den Punkt – großartig:

Ja, ich bin verliebt, mein Leben ist versalzen und das viele Stroh aus meinem Kopf liegt jetzt beim Nachbarn auf dem Dach. 😀

Wenn ihr es doch selbst erleben könntet… 🙂

Selbst wenn mir im Alltag beim Einkaufen auf dem Supermarktparkplatz eine Schar Möwen begegnet, ist das ein weiteres Pflaster für meine Seele und entschädigt mich für vieles. Vor einigen Tagen habe ich meine Tochter bei Windstärke 8 mit dem Fahrrad (und Fahrradanhänger) in den knapp 3 Kilometer entfernten Kindergarten gebracht. Es war so ein krasses Gegenwinderlebnis, dass ich den ganzen Tag lächeln musste …

Apropos…

Meine Waage lächelt so langsam auch wieder … und das so ganz ohne Diät. 🙂

Und mein Hashimoto scheint sich jetzt auch wieder einzukriegen. Mit viel Glück kriegen wir das Autoimmunproblem mit meiner neuen Gelassenheit und entsprechender Dosis Selen & Carbimazol eventuell doch ohne Schilddrüsen-Operation in den Griff. 🙂

Ja, es war / ist zwar verrückt, aber diese Silvester-2016/2017-Entscheidung, war die beste meines Lebens. Meine Kinder sind glücklich, mein Mann ist glücklich, ICH bin glücklich.

Hier der letzte Blogbeitrag meines Mannes:

Alles richtig gemacht

Ja, ich weiß, der eine oder andere kann es nicht mehr hören, wie schön es hier ist und wie gut es uns geht, aber ich finde, zum Jahresende muss das nochmal betont werden. 😀

Meine Akkus werden jedenfalls wieder aufgeladen und ich spüre wieder ein gewisses Energiepotenzial. Energie, die ich im neuen Jahr auf ganz unterschiedliche und neue Weise mit viel Freude einsetzen werde – lasst Euch überraschen. 🙂

Und mehr kann ich dazu auch eigentlich nicht sagen, weil mir eben einfach die Worte fehlen. 🙂

Ich wünsche Dir, dass Du heute Nacht gut ins neue Jahr kommst und für das kommende Jahr auf jeden Fall ganz viel Glück, Kraft, Energie und Mut!

Wir lesen uns – bis bald!

Nicki

P.S.:

Und zum Schluss nochmal mein persönlicher Song des Jahres 2017 – es wird wohl immer mein Song bleiben:

Nordfriesland und meine Sozialphobie – eine Freundschaft fürs Leben

… oder  was von dem „Was sonst noch so los war – angekommen in Nordfriesland Teil 3“ übriggeblieben ist. 🙂

Wisst ihr eigentlich, dass ich meine Blogtexte nach dem Veröffentlichen höchstens noch einmal lese, um letzte Fehler zu verbessern, aber dann eigentlich nie wieder anschaue? Ganz nach dem Motto aus den Augen aus dem Sinn und das ist wirklich so. Alles, was ich schreibe, wird von meinem Gehirn innerhalb kürzester Zeit wieder automatisch gelöscht. Ja, ich weiß tatsächlich nicht mehr (oder nur Bruchstücke von dem), was in meinen Blogtexten steht, was vielleicht auch manchmal besser ist. 😀  Deshalb kann ich mich auch meistens nicht an Auftragstexte erinnern. Sobald der Text an den Kunden geschickt und von diesem abgenickt wurde, setzt der Löschprozess ein. Das heißt, ich kann mich auch nicht an Texte erinnern, die ich vor drei Tagen verschickt habe. Und wenn ich ganz ehrlich bin, erinnere ich mich auch nicht mehr so richtig an meinen Roman „Sonst wird  dich der Jäger holen“. Kleinere Handlungsfäden entfallen mir und wenn ich in mein eigenes Buch reinschaue, staune ich selber über das, was da alles drinsteht. Ich musste erst gestern wieder nachschauen, wie der Hauptprotagonist hieß – Georg Blumenfeld war irgendwie aus meinem Gedächtnis gefegt. 😮

Ja, ganz komische Sache. Ich habe da nämlich gerade mal bei meinem Blog vorbei geschaut, um mir in Erinnerung zu rufen, was ich als letztes geschrieben habe, denn auch das war wie aus dem Gedächtnis gefegt. Und dann sehe ich, dass ich noch einen Text in der Vorbereitung hatte, der „Was sonst noch so los war – angekommen in Nordfriesland Teil 3“ hieß. Der Inhalt war die ausführliche Erläuterung meiner Krankheitsgeschichte, inklusive der panischen Angst vor (m)einem möglichen baldigen Ableben. Ja, und wenn ich Texte vergesse und später nochmal lese, kann es durchaus passieren, dass ich sie gnadenlos lösche. Passiert mir manchmal auch bei Facebookpostings. Den Grund kann ich noch nicht mal so richtig benennen. Es ist eher ein Gefühl, was mich dann antreibt und dann die Löschtaste betätigt.

Mit anderen Worten: Der schon seit Wochen vorbereitete „Angekommen in Nordfriesland Teil 3“ Text ist gelöscht, weil der Inhalt total Schrott war und in einem noch sehr angespannten Zustand verfasst wurde. Das ist ja jetzt alles hinfällig. Aber auch irgendwie wichtig, deshalb fasse ihn nochmal kurz zusammen, wie folgt:

Ja, ich kann sagen, dass sich hier in Nordfriesland einiges geklärt hat, was zuvor im Unklaren war. In meinem letzten Teil schrieb ich ja schon über die Problematik mit meinem Mann und was am Ende dabei herauskam. Es war alles ganz anders als ich dachte und wurde am Ende gut. Ähnlich verlief es hier mit meiner körperlichen Geschichte, auch wenn da leider nicht so wirklich alles gut ist, aber dennoch nicht so schlimm, wie von mir heraufbeschworen – es ist also kein Schilddrüsen – oder Speiseröhrenkrebs!

Achtung, der nachstehende Thema dürfte wichtig sein für Menschen, die nicht nur Stress haben, sondern sich auch anders „seltsam“ gestört fühlen…

Stress macht krank, seelischer Schmerz macht krank, Angst macht krank, ein „falsches“ Leben macht krank.

Ich hatte ja schon erwähnt, dass sich seit den Umzug mein seelisches Gleichgewicht auf allen Ebenen sich inzwischen wieder eingependelt hat. Mein Stresspegel ist erheblich gesunken, ich würde sogar sagen von einer einstigen Stressskala von 10 auf 1. Ich kann wieder herzlich lachen, fühle mich befreit und nehme das Leben mit all seinen Facetten wieder wahr ohne irgendetwas einnehmen oder trinken zu müssen. Mit dem sinkenden Stresspegel erhoffte ich mir auch, dass mein Körper sich erholt und alle Stresssymptome sich auch in Luft auflösen. Dieser verdammte unkontrollierte Gewichtszunahme, Unruhezustände, Albträume, Menstruationsbeschwerden, Magenprobleme, Reflux, Schluckbeschwerden, Fremdkörpergefühl im Hals, Beklemmungen, Herzrasen (vor allem wenn ich abends im Bett liege) und – das fand ich besonders einschränkend: diese ständigen Gelenk- und Muskelschmerzen. Alles tat weh und das ist nicht übertrieben.

Die ganze Symptomatik sollte jetzt eigentlich mal weggehen. Ging sie aber nicht. Das, was sich wieder normalisierte, war das Gewicht – ich nehme also nicht mehr zu-, mein Magen (weniger Reflux) und mein Zyklus – juhu, ich verblute also nicht mehr jeden Monat. 🙂

Wegen weiterer merkwürdiger Symptome und weil die Gelenk- und Muskelschmerzen sich nicht besserten,  begab ich mich vor einigen Wochen (ja, ist schon so lange her) in das Westküstenklinikum Heide und weiß nun, dass ich „nur“ eine ziemlich weit fortgeschrittene nicht heilbare Autoimmunerkrankung habe.  Bei einer sogenannten „Hashimoto Thyreoiditis“, zerstören durchgedrehte T-Lymphozyten Teile meines Körpers, in dem Fall die Schilddrüse und aufgrund der dadurch entstehen chronischen Entzündung ist mein ganzer Körper ständig in Aufregung versetzt. Es werden nun verschiedene Therapien geprüft, wenn nix hilft muss die Schilddrüse raus.

So, und nun kommt auch der Grund, warum ich diese kleine Krankheitsgeschichte hier aufgreife. Diese Autoimmunerkrankung kann u. U. durch eine ständige Überdosis Stress und Angst ausgelöst werden. Der Arzt erklärte mir, dass diese Autoimmunerkrankung mit all ihren Auswirkungen auch der Auslöser von noch mehr Stress, emotionalen Ausrastern und auch die Grundlage für Angststörungen legt. Er sagte,  bei meinen Werten würde er sich nicht wundern, dass ich kurz vorm Durchdrehen stand. Allerdings könnte man sich jetzt bei mir noch drüber streiten, was zuerst da gewesen war Huhn oder Ei, aber Fakt ist: alles hängt miteinander zusammen. 😮

Das finde ich so unfassbar krass. Da bekommt für mich die Aussage „Stress macht krank“ plötzlich eine völlig neue Bedeutung. Also ihr lieben Stress und Angstgeplagten, lasst mal Eure Schilddrüse checken. Eine Überfunktion kann Panikattacken und Ängste auslösen.

Apropos Panikattacken und Ängste…

Warum sind wir nochmal ganz weit nach oben gezogen?

Ich zitiere aus einem älteren Blog – Entscheidung fürs Leben – ich bin bald weg   ja, ich habe gerade extra nochmal nachgelesen 😀 , wie folgt:

Ich hab echt die Schnauze voll von diesem Leben, was ich bis zuletzt führte und was mir eine Zukunft mit Psychopharmaka, Alkohol, Autoaggression und reichlich Stroh im Kopf prophezeite.

[…]

An diesem Abend befand ich mich – während mein Mann auf der Couch lag und TV sah – plötzlich in einer Situation, in der Wutanfall, Heul – und Panikattacke quasi gleichermaßen aus mir herausbrachen. Ich kam mir wie eine Gehirnamputierte vor, auch das verletzte mich, was mich nur noch wütender machte. Irgendwann war dann der Punkt erreicht, in dem ich mit aller Kraft, die ich aufbringen konnte, mir selbst (mit stumpfer Gewalt) auf den Kopf schlug. Als das nicht die gewünschte Erlösung brachte, drückte ich mir die Luft ab,  in der Hoffnung, somit wieder die Kontrolle über mich und meine Vernunft zurück zu erlangen. Die Vernunft kam leider erst mit einer „Notfalltablette“ und Alkohol zurück.

[…]

Meinem Vater und meiner Mutter habe ich  – einfühlsam, wie ich bin – die Situation so erklärt: „Wenn ich jetzt keinen Schnitt mache und ein neues Leben anfange, lande ich in Kürze entweder in der Klapse oder auf dem Friedhof!“

[…]

Ja, ich stehe dazu… es war ein dramatischer Ausrutscher! Ich nehme heute kein Blatt vor den Mund, denn ich möchte aussprechen dürfen, wie es war, wie es ist und wie es in Zukunft sein wird. Vielleicht kann ich andere vor so einer Scheiße bewahren, in dem sie es nicht so weit kommen lassen und gleich das tun, was sie tun müssen, um kein Psycho zu werden. 😉

[…]

Meine Therapeutin sagte, ich soll auf meine Intuition, auf meinen Bauch und endlich auch auf mein Herz hören. Endlich dahin gehen, wo es mich schon immer hingezogen hat. Mich von Dingen und Menschen trennen, die mir nicht gut tun. Ich soll mich nicht mehr emotional auf die Palme bringen, manipulieren oder erpressen lassen. Ich sollte zur Kenntnis nehmen, dass ich inzwischen erwachsen bin und tun und lassen kann, was ich will. Und vor allen Dingen sollte ich lernen zu unterscheiden, wer die Guten und die Bösen in meinem Leben sind … „

Echt krass, wie ich mich damals gefühlt habe und noch krasser, wie ich mich heute fühle.  Und während ich das schreibe, merke ich, wie mir die Tränen kommen, weil es mir jetzt einfach so unfassbar gut geht. Nein nicht dreiviertel gut, sondern wirklich gut. Ich habe noch immer die Worte für dieses Gefühl nicht finden können – aber der intensive Frühlingsschrei von Ronja Räubertochter kommt der Sache schon sehr nahe.

Alles ist so ruhig und so friedlich hier. Kein Stress, keine Hektik. Ich finde hier selbst den Regen schön

Und Windräder beim Sonnenuntergang (mit Saharastaub in der Atmosphäre) finde ich Hammer…

 

Die Binnendünen in Süderlügum sind der Hammer … 10 Minuten von unserer Homezone entfernt.

Dänemark ist Hammer …

Die Wälder sind der Hammer…

Ja, selbst die Straßen sind hier der Hammer …

Alles Hammer, klingt ja schon mal sehr schön, aber was ist mit meinen Ängsten und Dämonen?

Habe ich wirklich alles zurück gelassen? Ist hier oben echt alles gut?

Sagen wir es mal so: Die lästigen und unnützen Ängste und Dämonen, die tatsächlich überall in Vettelschoß und Umgebung ihr Unwesen mit mir getrieben haben, sind wirklich in meinem alten Heimatort geblieben, die meisten zumindest. Ich bin kürzlich einem „Dämon“ begegnet, der sich irgendwie in mein Gepäck gemogelt hat.  Zur Erklärung der Begrifflichkeit „Dämonen“, nur, um die Verwechslung mit Bösen Mächten aus der Unterwelt zu vermeiden: Ich nenne diese Angstsituationen mit Auslöser, die aus der Vergangenheit her rühren gerne Dämonen, weil die Bezeichnung mein Empfinden einfach auf den Punkt bringt. Ein unsichtbares Etwas, was mich quält und in den Wahnsinn treiben will.

Und dieser Dämon begegnete mir in einem Niebüller Geschäft mit vier Buchstaben, in dem es sämtlichen Krempel für Lau gibt. Ich war also in dem Laden und stöberte Gedanken versunken durch die Regale und fand schließlich die gesuchte Trinkflasche für meine Tochter. Vielleicht sollte ich noch dazu sagen, dass ich es unglaublich genieße, ein Irgendjemand und somit ein Niemand in Niebüll zu sein. (Fast) Keiner kennt mich. Ich bin so herrlich unsichtbar, unbedeutsam, unwichtig. Es interessiert einfach keinen was ich mache und wer ich bin. Und doch sind aller immer höflich, freundlich, lustig und offen zu mir – und das bin ich grundsätzlich (auch als Sozialphobiker) auch.

Jetzt stand ich also da an der Kasse und wollte die Flasche bezahlen. Die Kassiererin lächelte mich nicht nur auffällig nett an, sondern ließ mich auch wissen, dass sie mich die ganze Zeit im Auge gehabt hatte:

„Na? Alles gefunden?“

Sie grinste.

Ich war zunächst nur irritiert und sah sie unsicher an. Sie kam mir irgendwie bekannt vor, auch wenn ich zuvor noch nie in diesem Laden gewesen war. Meine Unsicherheit war mir jedoch deutlich anzusehen, um die Situation wohl zu entspannen fragte sie:

„Ihr seid zugezogen, näch?“

Und Peng! war er plötzlich da dieser schreckliche Dämon. Ein unsichtbares Ding, der seine kalten Klauenhände auf meine Schultern legte, meinen ganzen Körper vor Schreck erstarren ließ und mein Gehirn durch die ausgelöste Panik außer Betrieb setzte. Ob ich zugezogen bin? Woher wusste sie das? Fassungslos starrte ich die Frau an. Dann begann der Dämon mir Dinge ins Ohr zu flüstern, die ich nicht hören wollte:

Ach guck, sie kennt dich. Irgendeine, die von irgendeinem Schwätzer (oder einer Schwätzerin) die „Wahrheit“ über dich gehört hat und jetzt meint zu wissen, wer du bist. Sieh hin, wie freundlich sie dich anlächelt und so tut, als ob sie sich ernsthaft für dich interessiert. Aber denk dran, auch sie wird sich hinter deinem Rücken das Maul zerreißen, weil du es einfach nicht wert bist. Vergiss es, keiner will ernsthaft was mit dir zu tun haben, weil du nix bist, nix kannst und von Natur aus Scheiße bist!

Ich schluckte. Versuchte die anrollende Panikattacke irgendwie aufzuhalten, in dem ich nur etwas dümmlich lächelte und damit begann, in meinem Portemonnaie nachdem passenden Geld zu suchen. Schließlich meldete sich mein Verstand im Kampf gegen den alten Angstdämon zurück und erinnerte mich daran, dass es praktisch nicht sein kann, dass mich diese Frau von meinem alten Leben her kannte. Ich war hier am Arsch der Welt, in Nordfriesland, in Schleswig Holstein und nicht irgendwo im fucking Kreis Neuwied (der Grund, warum ich im Augenblick auch nicht einmal annähernd das Bedürfnis habe, die alte Heimat zu Besuchen und zwei geplante Reisen abgesagt habe, sorry).

Meine Hände zitterten, weil ich nicht mehr denken konnte und auch nicht in der Lage war, 3,50 € aus meinem Geldbeutel abzuzählen. Hinzu kam noch die Angst, was die Frau wohl von mir denken könnte, wenn ich so reagierte, wie ich gerade reagierte – wie eine Gehirnamputierte, wie ein Psycho eben.

„Ach, entschuldige, ich bin die Mutter von Paul (Name geändert) aus dem Kindergarten. Ronja und er geht in die gleiche Gruppe. Und da hab ich dich gesehen und gleich gedacht: Hey, dich kenne ich noch nicht. Ihr seid zugezogen, näch?“

Nach dieser Erklärung, fand ich zumindest einige wenige Worte und auch das Geld wieder, dennoch war diese Situation eine Katastrophe für mich. Glaubt mir, ich wäre fast im Erdboden versunken, für diesen Auftritt… und er beschäftigt mich auch heute noch. Verdammt, warum habe ich nur so Angst vor Menschen, insbesondere, wenn Sie (über den Smalltalk hinaus) mit mir in Kontakt treten möchten ?! 🙁

Stichwort: Sozialphobie.

Es ist also nicht alles neu, sondern auch manches beim Alten. Ja, mein neues Zuhause ist großartig. My home is my castle. Mauern, zum Teil mit Sichtschutz eingezäunt – genauso wie ich es mag. Ich kenne die Nachbarn nicht und die Nachbarn kennen mich nicht und ich bin mir sicher, dass sich daran auch in Zukunft nicht viel ändern wird. Warum auch? Ich sehe keine Veranlassung dazu. Mein Mann sieht das etwas anders, soll er ruhig machen, aber ich warte dennoch immer bis es dunkel wird, bevor ich die Mülltonnen raus stelle. 😀

Was ich jetzt nicht so dramatisch finde. Die Sozialphobie ist inzwischen meine Freundin geworden, die ich, seit dem ich hier wohne, immer besser kennenlerne. Auch weiß ich jetzt viel besser mit ihr umzugehen. Ich weiß, dass sie im Grunde eine „Gute“ ist und mich nur von Arschlochmenschen bewahren will. Womit ich nicht sagen will, das meine Nachbarn Arschlochmenschen sind, ich kenne sie ja nicht.

Womit wir auch wieder beim Thema wären: Ich und meine sozialen Kontakte, fernab von Nachbarschaft, Facebook & Co. … 😀

Ja, das ist echt schräg…

Denn auch, wenn ich nach wie vor Angst vor Menschen, bzw. die persönliche Nähe, Kontakte, Freundschaften und  Bindungen jeglicher Art habe, merke ich hier dennoch eine kleine Veränderung. Ich bin offener und denke mir nicht mehr ganz so viele Ausreden zur Vermeidung aus.  Wir haben in den vier Monaten, in denen wir jetzt hier leben,  mehr Kontakte und Besuch als in den letzten 20 Jahren zusammen, wenn man die üblichen  Feste wie Geburtstage etc. absieht. Und jeder Besuch und jeder Kontakt ist nichts Gezwungenes, sondern tatsächlich Zusammenkünfte, die (mir) gut tun.

Ich rechne jetzt nicht die Besuche der Familie (aus Geburtstagszwecken), der Freundinnen meiner Kinder, die uns besucht haben (eine ist 6 Tage zu Besuch geblieben) dazu, das gilt nicht. Aber ich kann stolz von dem gemeinsamen Tag im Funcenter Husum mit der Mutter einer Freundin meiner kleinen Tochter berichten. 🙂 Eine Frau, die zu Beginn an offen auf mich zugekommen ist und sich nicht von meiner Zurückhaltung im Kontakthalten hat beirren lassen. Die Kinder spielen oft zusammen und auch ich habe kein Problem mit Smalltalk zwischen Tür und Angeln oder einem mehrstündigen Treffen in einem Indoorspielplatz. Ein Fortschritt! 🙂

Dann war ich letzten Monat mit einem alten, guten Freund unterwegs. Wir waren Eisessen, haben beim Italiener zu Abend gegessen, sind spazieren gegangen, waren im Kino und haben viele Stunden spannende und tiefsinnige Gespräche geführt und viel gelacht. Schön, dass dieser enge Freund nun bald noch ein Stück näher zu mir rückt und wir nur noch rund 40 Kilometer voneinander entfernt wohnen (und wir den zweiten Teil der Neuverfilmung von „ES“ dann in Husum schauen können). 😀 So geil, Alter! Ich freue mich sehr, Euch bald in der NF-Hood begrüßen zu dürfen! 😀

(Ganz entspannt beim Essen im Friesenhof, Niebüll)

Ja, auch DAS ist jetzt Teil meines neuen Lebens. Menschen, die mir wichtig sind, nicht mit faulen Ausreden auf Abstand halten, sondern auch mir (und dem anderen) eine Chance geben, Zeit miteinander zu verbringen. Und deshalb habe ich mir auch sehr, sehr, sehr über den Besuch von Anjalein 😉 und Martin gefreut, die ganz spontan nach Nordfriesland gekommen sind, um ein paar schöne Tage mit uns zu verbringen  –  allerdings hatte ich hier noch Schonfrist, die beiden wohnten in einem Hotel. 😀

Deswegen Schonfrist, weil ich zuvor noch nie die Erfahrung gemacht habe, wie es ist, wenn jemand uns so „richtig“ mit vollem Programm besuchen will. Quasi mit rollenden Trollis bei der Anreise, das Teilen von Tisch und Bett (natürlich nur im übertragenem Sinne).  Etwas, womit ich noch keine Erfahrungswerte hatte. Nein, das gab es bei mir noch nie und davor hatte ich auch immer große Angst. Warum, kann ich schwer erklären. Ich glaube die größte Angst war immer als Gastgeber hoffnungslos zu versagen, also dass der Besuch sich nicht wohlfühlt, weil …. ja weil es eben Tausend Gründe geben könnte, deren Basis einfach nur mal wieder meine Unfähigkeit widerspiegelt (würde der Angstdämon jetzt sagen). Aber mit dem Einrichten unseres Gästezimmers, was eigentlich noch gar nicht richtig fertig ist, wollte ich mich dieser Angst stellen. Ja, ich möchte mich freuen, wenn jemand zu Besuch kommt und nicht in Panik verfallen oder nach Ausreden suchen. „Uns besuchen? Geht nicht! Wir haben Sturmflut! Ganz NF steht unter Wasser.“

Wir haben aber inzwischen schon Gäste über Nacht gehabt.  😀

Und siehe da, ich lebe noch. Ja, und ich freue mich sehr, dass diese Premiere, genau dieser gute Freund, mit dem ich letzten Monat im Kino war, – nennen wir ihn hier mal Aexander S. – , meine Einladung angenommen hat und  gemeinsam mit seiner tollen Frau, als erste Gäste im Hause der Lahrs genächtigt haben. Mit Abendessen kochen und Frühstück! 😀

Und es war so toll und gemütlich!

Ja, und nächste Woche geht es weiter. Da steht ein Treffen mit einem Ehepaar aus dem Ruhrpott an, dass sich ebenfalls Wohnungen und Häuser hier in Nordfriesland ansieht, um hier hochzuziehen – lustigerweise haben wir uns über das Thema Angststörungen kennengelernt. Und ein weiteres Treffen mit Bekannten aus der alten Heimat meines Mannes, die gerade in der Gegend sind und gerne auf ein Käffchen und einen Plausch vorbeikommen wollen steht Mittwoch an.

Ja, ich weiß. Für andere ist das alles nix besonders. Man trifft halt Menschen, Punkt. Für mich ist das wirklich immer wieder ein Riesending, was ich erst noch lernen muss. Aber mit „Gutmenschen“ geht dieses „Lernen“ super.

Ja, mit anderen Worten:

Eine Rampensau werde ich wohl niemals werden, telefonieren finde ich immer noch oberscheiße und  hin und wieder werde ich nochmal dem einen oder anderen Angstdämon begegnen, aber im Großen und Ganzen habe ich mich und mein Leben tatsächlich wieder im Griff und ich glaube, ich bin im Augenblick sogar irgendwie richtig glücklich …

… und ich glaube, mein Mann ist es auch. 🙂

Stress lass (bitte) nach …

Hallo Ihr Lieben,

wieder sind einige Tage, bzw. Wochen ins Land gezogen. Und ja, ich weiß, ich hatte mal versprochen in kürzeren Abständen zu schreiben. Und ich weiß auch, dass ich (psychologisch gesehen) auch täglich über das schreiben müsste, was hier los ist. Aber ganz ehrlich, es käme am Ende eines jeden Textes doch immer das gleiche heraus: Chaos, Angst, Stress, Wahnsinn und mein schleichender körperliche Zerfall.

Zusammenfassend heißt das: Ich krieche eigentlich nur noch japsend durch den Tag. Hoffnung (dass bald alles besser wird) ist die einzig brauchbare Energiequelle im Augenblick. Hätte ich diese Energiequelle nicht, würde ich mich wahrscheinlich auf die Couch legen und nie mehr aufstehen. 🙁

Nur noch knapp 5 Wochen, dann fährt der Umzugswagen vor. Die Zeit rennt, das Inventar schwindet immer weiter und der Berg an Umzugskartons wächst. Mit diesem Berg an persönlichen Dingen, die mit in mein neues Leben müssen, erhöhen sich auch die Kurzschlüsse und „Störungen“ in all meinen für Emotionen verantwortlichen Systemen. Ich finde das fast schon interessant, was diese Aufbruchstimmung psychologisch und auch physiologisch mit mir macht und was es für neue Baustellen zutage bringt. Ich wusste zum Beispiel nicht, dass der Unterschied zwischen einer mehrteiligen Couchgarnitur und einer Rundecke zu  einem ernsthaften Problem für mich wird, nur weil hier ein gefühlter Sicherheitsabstand fehlt … die Unverträglichkeit von menschlicher Nähe bekommt auf einer Rundecke eine völlig neue Dimension. Klingt bescheuert, ist es vielleicht auch, aber ich kann es im Moment nicht ändern. Aber dazu irgendwann mehr.  Heute will ich nur kurz den Istzustand beschreiben. Und der Istzustand ist ein körperliches und psychisches Desaster.

Abgesehen von meiner Cortisol bedingten enormen Gewichtszunahme, dem Tinnitus, weiteren Ohrgeräuschen und meinem geschädigten Magen, bin ich körperlich gesehen tatsächlich ein wandelnder Schrotthaufen. Ich  bin vollkommen im Arsch. Jeder Schritt, jede Bewegung sind mit Schmerzen verbunden. Chronische Verspannungen auf allen Ebenen, Muskelschmerzen, das ganze Paket.

Und das ist der Grund:

„In Stresssituationen schüttet der Körper Adrenalin aus und spannt die Muskeln an, um sich für eine Flucht oder einen Kampf zu rüsten. (…) Da wir in heutigen Stresssituationen weder fliehen noch körperlich kämpfen müssen, wird das ausgeschüttete Adrenalin nicht abgebaut. Die Muskeln stehen unter Daueranspannung, die sich in Muskelschmerzen äußert. “ (Quelle: http://www.onmeda.de/special/gelenkschmerzen/muskelschmerzen-ursachen-15842-3.html)

Es ist echt zum Kotzen. Ich bin so nervös, echt, das reinste Nervenbündel. Ich befinde mich stetig auf einem Anspannungslevel 10+ und dieser Zustand setzt sofort nach dem Aufwachen ein. Schlafen kann ich glücklicherweise gut. Ich schlafe sogar so tief und fest, dass ich teilweise den Wecker nicht höre und auch meine Tochter nicht wahrnehme,  wenn Sie mich aus 3 Meter Entfernung ruft. Das ist besonders ungewöhnlich.

Letzte Woche habe ich sogar zum ersten Mal seit 20 Jahren verschlafen. ICH HABE VERSCHLAFEN! 😮  Für andere eine Lappalie.  Für mich eine echte KATASTROPHE. Verschlafen ist für mich eine Form von Kontrollverlust. Und ich empfinde es auch als eine Art Kontrollverlust, dass, sobald ich aufwache (und das kann dann auch mal nachts um zwei sein), mein Gehirn ein Eigenleben führt. Als würden die kleinen Stresslinge in meinem Kopf nur darauf warten, dass ich die  stressfreie Zone „Schlaf“ verlasse, damit sie mich gefangen nehmen und foltern können. Sobald der erste Stressling sein Plappermaul aufreißt und mich mit so existenziellen Fragen bombardiert wie …

„Es sind nur noch wenige Wochen! Hast du wirklich an alles gedacht? Was musst du noch alles packen? Passt alles in den Umzugswagen? Bist du dir sicher, dass deine Planung keine Lücken hat? Du behauptest, du hast alles im Griff? Hast du nicht! Es gibt noch viel zu tun und  ich sage dir jetzt mal alles, was du noch zu tun hast und über was du dir Sorgen machen musst! Bla! Bla! Bla!“

… dann ist die Nacht gelaufen. Mit jedem Gedanken schießt auch schon das Adrenalin durch meinen Körper und das hat in der Nacht in etwa die Wirkung wie Koffein.

Ja, ich kann es nicht leugnen, ich verspüre wieder enorme Angststörungstendenzen. Diese extreme Anspannung, die  unterschwellige Angst sorgt dafür,  dass ich ständig wegen Nichtigkeiten in Panik gerate. Menschen mit Phobien kennen diesen Kampf zwischen Logik und Panik. Denn es ist logisch, dass die Brücke nicht in dem Moment einkrachen wird, wenn der Akrophobiker darüber läuft. Und die Spinne an der Wand wird den Arachnophoiker auch nicht umbringen, wenn er sie berühren würde … dennoch ist gegen alle Logik die Angst oder eben die Panik da. 🙁

Und ich brauche im Moment keine spezielle Phobie um plötzlich und unerwartet Panik zu empfinden. Und wie ich am Donnerstag festgestellt habe, brauche hierzu nur ein Dauerstresslevel 10+, den Kopf voll mit Ideen und Vorhaben, gepaart mit genau so vielen Sorgen, Zweifeln und Ängsten, Alltagsstress einer Ehefrau und Mutter und das Trauma, mein Portemonnaie auf dem Autodach liegen zu lassen. Wobei diese Angst nicht ganz unberechtigt ist. Zur Info: Ich habe schon eine Menge Portemonnaies und auch andere Dinge (eine Schüssel Kartoffelsalat!) auf meinem Autodach durch die Gegend gefahren und entsprechend auch verloren. So, und wenn ich (unter all diesen Faktoren) dann noch auf einem großen Discounter-Parkplatz stehe und ein Hubschrauber auftaucht, ist das Drama (in meinem Kopf) perfekt.  😀

Hier ein Einblick in meine Panik-Gedankengänge auf dem Parkplatz eines Discounters am Donnerstag:

Püh! Einkauf erledigt und überlebt! Hoffentlich habe ich nichts  vergessen … und ich vergesse immer irgendetwas. Mann, wat´n Stress! Hatte ich mein Auto abgeschlossen oder nicht? Eigentlich schließe ich immer ab, selbst daran kann ich mich nicht erinnern. Hoffentlich habe ich nicht abgeschlossen, die Einkaufstasche ist schwer.  Oh, ich habe abgeschlossen! Wo hab ich den Schlüssel? Mist keine Hand frei! Moment, ich stelle die Einkaufstasche auf den Boden. Stop, der Boden ist dreckig. Okay, dann Tasche in die Armbeuge und so den Schlüssel suchen. Was ist das für ein Lärm? Ach ein Hubschrauber. Schätzungsweise Militär. Vielleicht auch Polizei. Ui, der fliegt aber tief. Mann, wo ist denn der Schlüssel? Muss ich die Tasche doch abstellen!  Der Hubschrauber kommt direkt auf mich zu. Aber der ist so langsam. Er ist jetzt fast über mir. Bleibt stehen. Hö?! Schwebt über mir in der Luft?! 😮

Vielleicht suchen die jemanden. Einen Bankräuber oder so. Ich muss mich rasch umsehen, vielleicht ist derjenige, den sie suchen, auf genau diesem Parkplatz? Was ist, wenn derjenige, den sie suchen, sogar gewalttätig ist? Vielleicht sogar aus dem Gebüsch springt, mir ein Messer an die Kehle hält, um mit meinem Auto abzuhauen … mit einem Ford Focus kann man bestimmt gut abhauen! 😀 Das wäre dann ein Thriller.

Aber was ist, wenn es doch eher ein Drama wird? Vielleicht hat dieser Hubschrauber auch ein technisches Problem und wird gleich abstürzen?! 😮 Ja, er wird abstürzen und genau auf mich drauf krachen, weil ich genau hier unter diesem Hubschrauber geparkt habe. Okay, dieser Gedanke ist nicht witzig. Ich bekomme ein komisches Gefühl. Ich habe Angst. Ich will noch nicht sterben. Nicht hier, nicht so! Vielleicht überlebe ich ja, wenn ich ins Auto steige? Würde ich auch sofort machen, wenn ich den blöden Schlüssel hätte!  Oder soll ich einfach weg rennen? Was für ein Schwachsinn denke ich da eigentlich?!

Hubschrauber flieg doch bitte einfach weiter, dann wäre das definitiv weniger stressig für mich.

Er fliegt weiter.

DANKE!

Mann, hab ich einen an der Waffel! Ja, ich weiß das. Und es wird besser… irgendwann… der Stress muss nur endlich nachlassen… ich muss „runter“ kommen. Ich brauche die Nordsee … und etwas Ruhe … und ein Entspannungsbad …  und vielleicht Cannabis …  auf Rezept wäre es vielleicht ein Versuch wert, soll ja gegen Schmerzen helfen. 😀 

Nein, Scherz, ich versuche es ohne Drogen. Aber es steht fest: Das Erste was ich tun werde, wenn wir umgezogen sind, ist diese Badewanne als  Entspannungsmöglichkeit zu testen. 🙂

Sorry, aber es geht noch weiter. Nach dieser Nummer schließe ich in Gedanken versunken das Auto auf, lade meine Einkäufe ein, setze mich hinter das Steuer und fahre los. Der Startschuss für meine inzwischen zur Tagesordnung gewordenen Zwangshandlung – kein Scheiss! 😀

So, aber jetzt erst mal nach Hause und kochen. Wo ist mein Portemonnaie? Ich klopfe (wie immer) panisch meine Taschen ab. Da ist nichts.

WO IST MEIN PORTEMONNAIE?!

Panik! 😮 Vollbremsung! Ich  muss rechts ranfahren, aussteigen, auf dem Dach nachsehen! Da liegt es nicht! Verdammt, WO IST DIESES SCHEISS PORTEMONNAIE?!

Ich schätze, es liegt im Auto auf dem Sitz. Liegt es aber nicht. Herz rasen, Panik! ich weiß, dass es im Kofferraum in der Einkaufstasche liegt, denn dort habe ich es vor wenigen Minuten reingelegt. Ich weiß es ganz sicher. Ich könnte eigentlich beruhigt weiterfahren. Aber was ist, wenn ich mich irre? Ich weiß, dass ich mich NICHT irre! Aber da ist dieser innere Zwang, der mich dazu treibt auszusteigen, zum Kofferraum zu gehen und nachzusehen. 

HALLO? PORTEMONNAIE?! BIST DU IM KOFFERRAUM?

Ja, hier! 

Und das erlebe ich inzwischen täglich…

Mann, Stress lass bitte nach…

Es ist so unglaublich anstrengend. Die gezielte Bewusstmachung, dass meine Angst (z.B. vor Hubschrauberabstürzen oder verlorenen Geldbörsen) übertrieben ist, hilft mir dabei, die Situation besser zu handhaben. Sie ändert jedoch nichts daran, dass mir jede, solcher Situationen zusätzlich eine Überdosis Cortisol verpasst. Und ich weiß auch, dass es mit jedem weiteren Tag, an dem der Umzug heranrückt schlimmer wird und auch davor habe ich Angst. Es wird nicht leichter, im Gegenteil…

Vielleicht ist es an dieser Stelle wichtig anzumerken, dass ich mich bemühe, mir von all dem nichts anmerken zu lassen und dass mein Mann und die Kinder total gechillt sind und sich sehr auf den Umzug freuen. 🙂

Letzte Woche gab es die ersten Verabschiedungen …

Mann, ich bin so ein unfassbar schreckliches Weichei! 🙁

Ich werde darüber berichten, wie es weiter geht… 🙂

Bis bald!

P.S.: Mein derzeitiger Hoffnungssong! 🙂

Über das Alleinsein und einer dramatischen Begegnung (mit mir selbst?)

Zur Info:

Ich schreibe seit drei Wochen an diesem Blogbeitrag, musste aber leider immer wieder pausieren, um nicht wieder schriftlich Amok zu laufen. Ich bin manchmal so ungehalten und schreibe dann Dinge, die mir am nächsten Tag wieder im Hals stecken bleiben würden. Aber ich denke, dass ich inzwischen wieder in der Lage bin, mich auf sachlicher Ebene zu artikulieren… 😀

Manometer, hier ist was los …

Letztes Mal als ich schrieb war „nur“ noch kein Land in Sicht und jetzt ist das Land in noch weitere Ferne gerückt und ich hab nur noch Dauersturmflut…

Zu allem Übel habe ich kürzlich erfahren, dass ich hier ganz alleine auf meinem Schiff in dem tosenden Meer sitze. Nee, mein Mann wollte auch dieses Mal nicht mit – wollte er noch nie. Gemeinsam Lösungen für (meine) Probleme zu suchen ist ihm zu anstrengend, da hat er kein Bock drauf. Das überlässt er mir alleine, weil es ja MEINE Probleme sind und ICH ja neben der Spur laufe. Nicht seine Baustelle. Dass er selbst Verursacher einer solchen Baustelle sein könnte, sieht er nicht ein. Er will am Ende nur vernünftige Ergebnisse sehen, ganz egal, wie oder was ich mache.

Diese komische Einstellung habe ich mir sogar schriftlich (mit Datum und Unterschrift) von ihm geben lassen, damit am Ende keine Klagen kommen, wenn ich dann doch noch die Scheidung einreiche …

S-C-H-E-R-Z!

Ich habe den Schock (weitgehend) überwunden und wir haben uns inzwischen wieder vertragen ….

Soll mein Mann doch weiterhin an der Sonnenseite des Lebens am Strand liegen, mir von dort aus fröhlich zuwinken und leicht bekleideten Frauen hinterher schauen …es soll ihm niemals schlechter gehen! 😀

Ich kriege das (wie immer) alleine hin … welcome to my life!

Seine Haltung bestätigt mir allerdings wieder meine Einstellung zu zwischenmenschlichen Beziehungen und Freundschaften: Jeder ist am Ende (mit seiner Gefühlswelt) alleine…

… was mir inzwischen aber auch egal ist!

Apropos alleine…

Zum Thema Alleinsein hab ich echt ein Ding erlebt, was nun schon seit zwei Wochen darauf wartet erzählt zu werden, kommt auch gleich, zunächst zu meinem aktuellen Istzustand:

Mein Leben gleicht also einer Sturmflut. Dieses ständige Auf und Ab macht mich zwar im Moment ziemlich Seekrank und ich könnte den ganzen Tag nur noch endlos kotzen, aber ich bleibe standhaft. Ich versuche weiterhin die Orientierung wiederzufinden, die ich in dem Stress der letzten Wochen wieder einmal verloren habe. Und ich habe so gar keinen Plan in Sachen Schiffsnavigation. Ich kann ja nicht mal rechts von links unterscheiden. Das heißt, ich greife nach allem, was nach Wegweiser aussieht (auch wenn es gar keiner ist), stolpere hierbei von einem Extrem ins andere, weil ich einfach nicht weiß, was richtig ist und was nicht.

Immer dieses C-H-A-O-S in meinem Kopf … da bekommt das Wort „Mindfuck“ eine vollkommen neue Bedeutung…

Beispiel: Vor einigen Wochen hatte ich einen Alptraum. Ich träumte, ich würde durch einen Baumarkt laufen und Gartenmöbel verkaufen. Ich träume oft diesen Traum, dicht gefolgt von einem ähnlichen Traum, der sich aber in einem Klassenzimmer abspielt. Ich sitze im Unterricht und habe entweder meine Hausaufgaben nicht gemacht oder aber für eine Arbeit nicht gelernt. Ich habe diesen nächtlichen Horror „Träume vom Scheitern“ getauft. Ja, in diesen Träumen ist das Grundgefühl das Scheitern (denn, wenn ich wieder in einem Baumarkt arbeiten müsste, dann nur, weil ich als Texterin gescheitert bin) oder die Angst, wie damals in der Schule, vor dem ständigen Versagen. Niemals wollte ich wieder in einem Baumarkt arbeiten. Nach dem traumatischen Erlebnis in dem Job als Behindertenrassistin (ich werde bald Mal ausführlicher darüber schreiben) war ich plötzlich so neben der Spur und ernsthaft überzeugt, dass es eine absolute Top-Idee ist, wieder in meiner alten Firma (ein Baumarkt eben) anzufangen. Zwei Tage später saß ich bei meiner ehemaligen Chefin und schmiedete mit ihr diesbezüglich Pläne für Ende des Jahres …

Heute könnte ich mir für diese vom Verstand gesteuerte Handlung auch wieder eins auf die Fresse hauen …

Nein, ich werde nicht scheitern! 😀

Über den ganzen Sinn und Unsinn meiner beruflichen Neuorientierung, inkl. Vorstellungsgespräche und Eignungstests erzähle ich ein anderes Mal, dieses Kapitel war wirklich hausgemachter Psychoterror ohne wirklichen Nährwert.

Zusammengefasst kann man sagen …

Ich bin im Moment der Spielball meiner selbst. Weiß nicht was, wie, warum und wohin. Bauch und Herz kämpfen gegen meinen Verstand und umgekehrt, pausenlos und grenzenlos. Und ja, ich finde, ich habe in den letzten Wochen eine Menge Grenzen überschritten … auch die auf meiner Waage! 🙁

Ich treffe Entscheidungen, die von meinem ach so schlauen Verstand gesteuert werden, (weil die Gesellschaft und mein Umfeld das von mir erwartet) und ich bereue diese Entscheidungen am Ende, weil alle anderen für Emotionen verantwortlichen Systeme Alarm schlagen und mich körperlich Ohrfeigen. Das irritiert mich, verunsichert mich, macht mir Angst, es treibt mich in den Suff (früher habe ich zweimal im Jahr Alkohol getrunken, jetzt trinke ich das Zehnfache) und macht mich vor allem fett.

Von den Kurzschlusshandlungen ganz zu schweigen…

Ja, meine kopflosen Gefühlsentscheidungen sind zwar unglaublich anstrengend und auch für mich selbst schwer zu ertragen, aber sie sind ehrlich. Ehrlich war auch, meine (in einem Zustand höchster Erregung) voll ernst gemeinte Wohnungssuche in Schleswig Holstein, was vielmehr die ernst gemeinte Flucht vor einer Dauersturmflut und meinem gefühlten Untergang war.

Idealerweise sollte diese Flucht auf einer Hallig oder so enden…

War auch eine Erfahrung, wie ich reagiere, wenn das Fass auch auf Beziehungsebene überläuft…

Hab mich inzwischen auch dahingehend wieder eingekriegt…

Auch eine Kurzschlusshandlung war das spontane Löschen meines Facebookprofils …

Facebook raubt Zeit … Facebook irritiert mich… macht mich wütend … macht mich paranoid … ich lese ständig geheime Botschaften, die am Ende doch gar keine waren oder gar nicht für mich bestimmt  … auch interpretiere ich ständig Dinge in Postings anderer Menschen, dass ich mir manchmal einbilde zu wissen, was sie gerade fühlen und ich fange mir an Sorgen zu machen … außerdem musste ich mal kurz untertauchen, weil ich die Rache eines Mannes fürchtete, der einen Zettel mit meinen Namen und Telefonnummer(n) bei seiner Frau gefunden hat … 😮

Ja, das waren wirklich aufregende Stunden, wie wir miteinander hatten… 😀

Ja, auch dieser Teil der  Geschichte folgt zugleich…

Nach ganzen vier Tagen habe ich mein Facebookprofil dann doch zurück gelöscht … mir fehlte das (scheinbar) sinnlose und zwanghafte Verbreiten meiner persönlichen Lieblingssongs.  😀

Wo war ich?

Kurzschlusshandlungen…

Ich gebe zu, Kurzschlusshandlungen sind nicht die optimale Lösung, um Ordnung in das eigene Leben zu bringen, sondern sind eher der Auslöser für noch mehr Chaos und noch größere Explosionen … aber scheinbar brauche ich diese wichtigen Explosionen, um mich selbst wieder wahrzunehmen.

Meine innere Stimme ist jedenfalls im Moment ziemlich agro …

Und ich weiß, dass meine innere Stimme ständig versucht, zu mir durchzudringen, doch sie wird vom bedrohlichen Grollen des Alltags verschluckt. Ich muss gefälligst funktionieren, damit das Leben hier in geordneten Bahnen läuft und ich allen Beteiligten gerecht werde. Außerdem habe ich Kinder, da kann ich nicht einfach alles anhalten (oder hinschmeißen), nur um irgendeinem dünnen Stimmchen zu folgen, dass meint alles besser zu wissen!

Meine Therapeutin ist darüber natürlich „not amused“ …

Zur Erinnerung: „Frau Lahr, Sie müssen auf Ihre innere Stimme, auf Ihr Herz und auf Ihren Bauch hören! Anders geht es nicht. Alles andere macht auf Dauer krank!“

JA!

FUCK!

MANN!

ICH WILL DAS NICHT HÖREN!

Bei der letzten also 25. Therapiestunde kamen mir übrigens fast die Tränen. Das war in dem Moment, als mir klar wurde, dass sie mich tatsächlich guten Gewissens ziehen lassen will. Das machte mir plötzlich Angst. Sie lässt mich gehen, weil sie sich sicher ist, dass ich nun weiß, was ich zu tun habe, um meine Ängste in den Griff zu bekommen. Stimmt, das weiß ich. Aber auch wenn ich den Sinn dieser Gesprächstherapie oft angezweifelt habe, war sie seit einem Jahr, alle zwei Wochen, 50 Minuten lang Teil meines Lebens und gab mir das Gefühl, (wenn auch bezahlt) nicht alleine zu sein. Für sie war der ganze Scheiß in meinem Kopf eine Mischung aus Licht und Gabe, umhüllt von einer immer wiederkehrenden Finsternis, die ich nicht fürchten, sondern mit der ich mich anfreunden sollte. Sie sagte, diese Finsternis sei ein wichtiger Teil von mir. Ich muss nicht therapiert werden… ich muss Bücher schreiben… viele Bücher. Ja, meine Therapeutin liebte „Sonst wird dich der Jäger holen“ und sie liebte es, wenn ich von meinen unzähligen Romanideen erzählte …

„Tun Sie das, was sie am besten können und was Sie lieben – schreiben Sie Frau Lahr! Ihre Romanideen sind einzigartig…!“

Und plötzlich war diese Frau, die mir oft echt auf die Nerven gegangen ist mit ihren Hinweisen und Tipps, der einzige Mensch auf der Welt, der offenbar verstanden hat, wer oder was ich bin, warum ich so bin und auch immer sein werde? :-o

„Kann ich die Therapie auch verlängern… ?“

„Weil Sie denken, Sie schaffen es nicht alleine…?“

„Nein … weil ich …  ach vergessen Sie´s. Keine Verlängerung!“

„Melden Sie sich einfach, wenn Sie wieder Hilfe brauchen… ansonsten freue ich mich auf ihren nächsten Roman… geben Sie Gas!“

Ja, und dann stand ich da, in mir und um mich herum nur Chaos, welches zu diesem Zeitpunkt noch gepushed wurde durch eine Menge anderer Faktoren. U. a. warf mich der Selbstmord von Blogger Johannes Korten völlig aus der Bahn. Das Warum ist zu komplex, um es in Worte zu fassen. Es nicht sein Tod, sondern die letzten Worte, die er in seinem letzten Blogeintrag geschrieben hatte, die mich trafen. Wer sie lesen will, die gibt es hier.

Ich war unendlich traurig, dass es wieder einmal einen Menschen gibt, der sich von diesen verfluchten Dämonen der Finsternis hat alle Hoffnung nehmen lassen. Ich kann absolut nachvollziehen, was ihn quälte … habe aber absolut kein Verständnis für seine Tat. Ich bin, was das Thema betrifft ohnehin ein Grenzgänger. Das Thema Suizid und Selbstmord ist immer noch ein Trauma und so tief in meiner Seele verankert, dass ich bei jedem einzelnen Fall, von dem ich lese oder höre, so extrem reagiere, dass mir die Tränen kommen.

Liegt vielleicht daran, dass ich eben auch schon mal da an diesem schrecklichen Ort der Hoffnungslosigkeit war und  weiß, wie es ist, dazustehen und in diesen Abgrund zu blicken, der Dir Erlösung verspricht… ich weiß aber auch, dass niemand sich diese Form von Erlösung wirklich wünscht, sondern eigentlich nur das Wunder herbeisehnt, keinen seelischen Schmerz mehr zu empfinden. Und als Johannes Korten „nur“ verschwunden war und es noch Hoffnung gab, stellte ich mir selbst die Frage, was ich tun würde, wenn ich (als Fremde) ihn lebend finden würde…

Was ich getan hätte?

Ihn umarmt und festgehalten …

Ich weiß, leichter gesagt …

Ja, ich bilde mir ein, dass man diesen Menschen, der so einen Entschluss fasst nur festhalten muss … nicht mit Worten… nicht mit psychologischen Gequatsche. Mit Liebe… mit einer liebevollen Umarmung … mit einer zärtlichen Geste … menschliche Wertschätzung … Verständnis… das Weitergeben von positiver Energie, die der andere durch seine eigenen Dämonen verloren hat. Ich weiß, das eine Umarmung vieles lindern kann, denn ich habe es selbst erlebt… diese Geschichte ist zu finden unter  „Der Psychopath und ich Teil III“

Und das genau dieses Thema mich in einem August 2016 noch einmal so leibhaftig einholen würde, darüber bin ich immer noch fassungslos… aber nicht wegen Johannes Korten, sondern wegen einer jungen türkischen Frau namens SAMIRA (Name und Herkunft geändert) … eben diese Geschichte, die ich erlebt habe und zu Beginn schon erwähnte, diese erzählen zu wollen.

Warum will ich sie erzählen? Damit BITTE, BITTE, BITTE vielleicht der Nächste, der einer hoffnungslosen (fremden) Person begegnet es ebenso macht …

Liebe hilft!

Auch bei einem Menschen, den man niemals zuvor gesehen hat…

… und übrigens auch völlig egal welcher Nationalität und Religion!

Es folgt also:

Samira – eine dramatischen Begegnung (mit mir selbst?)

Echt seltsam, was einem (mir) so passiert …

Noch seltsamer, was es in mir auslösen kann…

Wie gesagt, in den letzten Tagen und Wochen jagte ein Ereignis das Nächste und ich kam einfach nicht dazu, das Ganze irgendwie zu sortieren und zu verarbeiten. Ganz zu schweigen von der ständigen Sinnsuche, ganz nach dem Motto: „Es heißt ja immer alles hat einen Sinn, also was will das Schicksal, das Leben oder (von mir aus) auch das Universum mir mit diesem Hinweis sagen?“

Beispielsweise suchte ich dann auch die Antwort auf die Frage, welchen Sinn es hatte, dass mir an einem Mittwoch Abend beim Joggen meine Sporthose bei Kilometer 2,5 reißt – und bitte, die SINNSUCHE hier ist NICHT gleichzusetzen mit dem GRUND.  Denn der Grund war ganz klar die „Wurst in der Pelle“. Das Material meiner (zwei Nummern zu kleinen) Sporthose gab nach und riss zwischen den Beinen. Denn Sinn könnte ich jetzt im Nachhinein so interpretieren, dass ich am Mittwoch NICHT joggen gehen sollte, weil es dem Schicksal am Donnerstag viel besser in den Kram passte, denn da wartete ja eine besondere Begegnung auf mich.

Also, nachdem ich mir Donnerstag Nachmittag eine neue Hose kaufte, nahm ich mir vor, die verpatzte 45-Minuten- Runde vom Vorabend wieder nachzuholen. Ich lief somit im Grunde genommen nicht nach Plan. Gegen 18.30 Uhr verließ ich mit lauter Musik auf den Ohren und Runtastic im Gepäck das Haus … und kam erst 3  Stunden (!) später wieder…

Was passierte?

Ich war ziemlich unausgeglichen an diesem Abend. Der übliche Stress, inklusive Kurzschlusshandlungen, ein Kater vom Vortag wegen außerplanmäßigen Trunkenheit, die Erkenntnis, dass zwei Monate Angestelltenverhältnis mir noch mehr Energie geraubt und dafür mehr Kilos beschert hatte, nicht zu vergessen, die Gewissheit, ein Problem nicht lösen zu können, weil das Problem selbst nicht zu Gesprächen und Kompromissen bereit ist … mit anderen Worten: Joggen war an diesem Abend die beste Lösung!

Lief gut mit der neuen Hose (deren Größe ich nicht verraten kann, weil ich sonst wieder heulen muss). Der einsame Wald lud mich zu neuen Höchstleistungen ein. Die Sonne schien, es war schwül feucht und die Mücken störten ein wenig. Bei Kilometer 2,5 km (in etwa da, wo mir am Vortag die Hose riss) befand sich eine Holzsitzbank. Manchmal verschnaufe ich da für zehn Sekunden und trinke ein Schluck Wasser, meistens aber nicht. An diesem Abend sah ich bereits aus der Ferne, dass die Bank besetzt war. Ich konnte nur nicht so recht erkennen von wem und in welcher Art und Weise, denn es war kein Kopf zu sehen. Vorsichtshalber zog ich mir den rechten Stöpsel meiner Kopfhörer aus dem Ohr, um auf das Unvorbereitete vorbereitet zu sein. Spaziergänger mit einem knurrenden Hund, kichernde Kinder auf Fahrrädern, Alkohol trinkende Halbstarke und die dazugehörigen pöbelnde Teenie-Weiber oder aber auch zwei Liebende, die dort auf Tuchfühlung gingen… alles schon gehabt.  😀

Ich näherte mich der Bank, erkannte eine darauf liegende Person. Es war eine Frau, geschätzt Mitte dreißig,  die, mit dem Rücken zum Waldweg gedreht, lautstark telefonierte… zumindest dachte ich, sie würde telefonieren … bis zu dem Zeitpunkt, als ich feststellte, dass sie nicht telefonierte, sondern ins Leere schrie. Als sich das Schreien plötzlich als lautes Weinen entpuppte, blieb ich wie angewurzelt stehen. In der ersten Sekunde ereilte mich so etwas wie eine Schockstarre… mein Gehirn versuchte die Situation zu erfassen und eine sinnvolle Handlung auszulösen… vielleicht hatte sie einen Unfall, war gestürzt, schwer verletzt. Ich löste mich aus der Starre und rannte zu ihr, befreite mich noch im Lauf von meinem Kopfhörer Wirrwarr, zog meinen Laufrucksack aus und beugte mich klopfendem Herzen und einer unterschwelligen Panik über sie. Ich sprach sie mit den Worten an: „Oh Gott, was ist passiert? Sind Sie verletzt? Kann ich Ihnen helfen?“

Ihre Augen waren von Tränen gefüllt und vom Weinen  so geschwollen, dass sie mich zuerst nicht sah. Ihre Klageschreie an Allah, in einer Sprache, die ich nicht verstand, waren so laut, dass sie mich nicht hören konnte.  Noch nie habe ich jemanden so weinen gehört … (außer mich selbst als ich mal sterben wollte). Diese Hoffnungslosigkeit in ihrer Stimme zerriss mir das Herz und pumpte mich gleichzeitig voll Adrenalin. Ihre Verzweiflung machte mir Angst, diese Situation machte mir Angst und ich wusste nicht, ob ich ihr gewachsen war.

Ich werde diese Schreie wohl nie wieder aus meinem Kopf kriegen. Nachdem ich augenscheinlich keine Verletzungen entdecken konnte, berührte ich sie sanft an den Armen. Eine Art Streicheln. Sie zuckte erschrocken zusammen, riss die Augen auf und ich war bereit mir eine Tracht Prügel von ihr einzufangen, weil ich sie ohne Erlaubnis anfasste. Inzwischen kniete ich über ihr und wiederholte meine Frage, bekam aber keine Antwort, sondern blickte nur in dieses erschrockene Gesicht, durch das nur noch mehr Tränen liefen und in dem plötzlich Panik stand. Ihre Arme ruderten ziellos durch die Luft, versuchten halbherzig nach mir zu schlagen. Und plötzlich wusste ich was zu tun war, ohne, dass ich  wirklich darüber nachdachte … unüberlegt, instinktiv… vom Herzen gesteuert. Ich legte ihr sanft meine Hände auf ihre Tränen nassen Wangen und sagte leise aber deutlich : „Hey, ich bin für dich da. Ich will dir helfen. Was hat man dir getan, dass du so traurig bist?“

Ich war mir nicht sicher, ob sie mich verstand, weil sie mir nicht antwortete, sie blickte mich nur ungläubig an und schien plötzlich wie erstarrt. „Ich heiße Nicole und wer bist du?“ Ich fing an ihr liebevoll die Haare aus dem Gesicht zu streichen, und streichelte ihr über Gesicht und Haare. Auch hier hätte ich jederzeit damit gerechnet, mir eine einzufangen. Aber sie regte sich nicht und blickte mir lange in die Augen. Unsicher, ob sie meine instinktive Form der Hilfe annehmen wollte, hielt ich inne und zog dann meine Hand zurück. Was sie dann tat, trieb mir selbst die Tränen in die Augen. Sie griff nach meine Hand, legte sie wieder auf ihre Wangen, fing wieder laut an zu weinen und umklammerte schließlich meine Arme. Es dauerte nur wenige Sekunden, bis ich auch diese Geste verstand, mich zu ihr setzte und sie in den Arm nahm und ganz fest hielt. In der nächsten Minute lag eine Frau, die ich nicht kannte, wie ein kleines Kind mit ihrem Kopf auf meinem Schoß, umklammerte meine Hände und heulte sich die Augen aus. Ich tröstete sie schweigend und mit all meinem Mitgefühl, der Nächstenliebe und was sonst noch so an Emotionen aus mir rauskam … bis sich plötzlich mein nervtötender Verstand einschaltete. Und mein Verstand schickte mir so emotional unintelligente Impulse wie:

„Spinnst du? Was machst du hier? Kuschelst hier mit einer fremden Frau auf einer einsamen und verlassen Bank im Wald. Du hast doch schon längst gerochen, dass sie betrunken ist. Ist doch klar, was folgen wird. So wie die drauf ist, ertränkt sie sich nachher im Kratersee, schneidet sich die Pulsadern auf oder gerät unter einen Lastwagen. Vielleicht hat sie auch Stress mit ihrem Mann, der bereits nach ihr sucht. Was wird er wohl tun, wenn er euch so findet? Ruf die Polizei oder einen Krankenwagen, die ist reif für die Klapse. Das hier ist nicht Dein Problem, Schätzchen!“

Woraufhin mein Herz meinem Verstand antwortete:

„Halt die Klappe! Sie sie dir an, sie braucht einfach jemanden, der sie festhält, der sie wertschätzt und ihr das Gefühl gibt nicht alleine zu sein. Jemand der aufpasst, dass ihre Dämonen sie nicht in den Abgrund reißen. Ich werde herausfinden, was ihr fehlt und was passiert ist und dann entscheide ich (gerne auch gemeinsam mit Dir, Verstand) , was zu tun ist.“

Und so versuchte ich zunächst langsam herauszufinden, ob sie mich überhaupt verstehen und Deutsch sprechen konnte. Konnte sie. Ich versuchte herauszufinden, wer sie war und wo sie wohnte. Auch fragte ich sie nach einem Handy, damit ich für sie jemanden anrufen konnte, der sie vielleicht vermisste. Sie hatte nichts bei sich. Weder Schlüssel, Handy noch Portemonnaie. Zum Test, wie sie reagierte, wenn ich ein Handy in die Hand nahm, rief ich meinen Mann an, um ihm zu sagen, dass er sich keine Sorgen machen sollte, ich würde etwas später kommen. Als ich das Telefon an mein Ohr hielt, sah ich wieder Panik in ihren Augen…

„Bitte niemanden wegen mir anrufen, ich bin gleich wieder okay! Ich heiße Samira.“

Ich fragte sie, was und wie viel sie getrunken hatte und es war nicht bedrohlich. Sie konnte mir sogar sagen, wie sie hieß und woher sie kam, wollte mir aber zunächst nicht erzählen, was passiert ist. Ich schlug ihr vor, ein paar Schritte mit ihr zu gehen, um zu sehen, ob sie noch gangtauglich war. War sie. Doch nach einigen Metern fiel sie plötzlich weinend vor mir auf die Knie fiel und umklammerte meine Beine …

„Geh nicht weg, lass mich nicht alleine! Ich hab doch niemanden!“

Mein Verstand: „Die ist Psycho! Das ist nicht Deine Baustelle hier! Ruf die Polizei!“

Mein Herz: „Scheiße, voll Déjà-vu! Betrunken im Dreck liegen und jämmerlich um Hilfe flehen … es geht sogar noch tiefer, muss aber nicht!“

„Steh bitte auf! Da unter gehörst du nicht hin! Deine Hose wird ganz dreckig.  Ich gehe nicht weg. Aber du musst mir sagen, was passiert ist, damit ich weiß, wie ich dir helfen kann… okay?“

„Okay…!“

Und so erfuhr ich nach und nach ihre ganze schreckliche Geschichte und auch den Grund, warum sie betrunken auf dieser Bank gelandet ist. Leider kann ich nicht viele Details nennen, das würde sie möglicherweise verraten und in noch größere Schwierigkeiten bringen. Aber ich kann soviel sagen, dass der Alkohol ihr Mut gab, um den Entschluss zu fassen, aus einer Hölle zu fliehen. Ihre Hölle ist das Alleinsein, der Glaubensirrsinn und ein brutaler Ehemann, der ihr schon seit ihrem 14 Lebensjahr das Leben zur Hölle macht. Die Bank und ihr Zustand jedoch stoppten sie und es kam die Hoffnungslosigkeit zurück. „Wo soll ich denn hin? Ich habe doch niemanden außer ihn! Ich bin alleine! Er wird mich finden …“

Fuck, wie ich das kenne…

3 Stunden haben wir geredet …

Ich habe wirklich alles versucht, um sie nicht von ihrer Entscheidung zu flüchten abzubringen. Ich habe ihr sogar Unterschlupf bei uns zu Hause angeboten. Ich wollte mit ihr zur Polizei gehen, ins Frauenhaus … aber es war am Ende vergebens. Je nüchterner sie wurde, desto klarer wurde auch, dass sie das Alleinsein in Freiheit mehr scheute als die religiöse Hölle, in der sie jetzt lebte. Sie hatte Angst.

Ich habe irgendwann aufgegeben…

Ich habe mich allerdings nicht davon abbringen lassen, sie nach Hause zu bringen. Ich wollte wissen wo sie wohnte, wie sie lebte und inwieweit sie wirklich Herr ihrer Sinne war.  Ich hinterließ dort meine Kontaktdaten und verabschiedete mich. Als sie mich zum letzten Mal umarmte, lächelte sie und sagte:

„Ich habe keine Freunde, ich habe keine Familie, ich habe niemanden und ich vertrauen auch niemanden… aber dir vertraue ich.“

Ich lächelte.

„Hey, kannst du nicht meine Freundin sein? Sag ehrlich!“

Mir verging das Lächeln …

Freundin? 😮

Nein, ich bin die schlechteste Freundin aller Zeiten. Ich bin nicht in der Lage für derartige zwischenmenschliche Verbindungen. Ich bin eigentlich überhaupt nicht gesellschaftsfähig … 

Und ich sagte: „Nun, vielleicht solltest du einfach mal eine Nacht darüber schlafen. Vielleicht wachst du morgen früh auf und denkst, ach du scheiße, was hat mich da gestern die komische blonde da so blöd voll gequatscht. Die weiß jetzt zu viel… Shit! Du hast meine Nummer, wenn du Hilfe brauchst, ich helfe dir. Ich helfe dir auch, wenn du dich trennen willst. Aber ich kann dir nicht versprechen, ob ich dir eine Freundin sein kann, weil ich einfach, wie du, ein sehr ausgeprägtes Vertrauensproblem habe… okay?“

(Vielleicht hätte ich auch nicht kürzlich den Horror-Film „Unfriend“ gucken sollen … 🙂 )

Ihre Antwort: „Okay!“

Dann ging ich und war froh, dass ich noch eine halbe Stunde Fußmarsch vor mir hatte…

In dieser Zeit musste ich mir wieder eine Reihe Vorwürfe meines Verstandes anhören, der mir weismachen wollte, dass ich absolut unverantwortlich gehandelt habe. Hier hätte professionelle Hilfe her gemusst. Außerdem habe ich wieder das Problem eines anderen zu meinem eigenen gemacht, was ich jetzt tagelang mit mir herumschleppen werde…

Papperlapapp!

Mein Herz sagte mir, dass diese 15 Minuten „Liebe“ und Trösten auf der Bank, inklusive der knapp drei Stunden vollste Aufmerksamkeit, ihr die Kraft und Wertschätzung gegeben hat, die sie brauchte, um wieder (zumindest für eine gewisse Zeit) wieder klar zu werden.

Ich habe ihr übrigens auch geraten, den nächsten Flucht – oder Trennungsversuch nüchtern anzugehen…

Und nun noch die Antwort auf die Frage, ob wir nun Freundinnen geworden sind und ob wir nochmal Kontakt hatten…

Nun ja…

Sie hat mir am nächsten Tag via Mail versichert, dass es ihr gut geht und alles wieder in Ordnung sei.  Ich bin mir sicher, es gab Ärger, weil ihr Mann meine Nummer zu Hause auf dem Küchentisch gefunden hat … die Anrufversuche auf meinem Handy waren eindeutig.

Mein Verstand sagt: „Siehst du das hast du jetzt davon! Nummer löschen! Facebook löschen! Ich sagte doch, halt dich da raus, ist nicht deine Baustelle!“

Mein Herz sagt: „Ich bleibe für sie auf Standby. Mehr kann und will ich nicht, denn das würde mir in der Tat nicht gut tun.“

Ich sag ja, hier ist was los…

Echt, im Moment bin ich schon etwas irritiert, was das Schicksal das für merkwürdige Spielchen mit mir treibt…

Ist am Ende vielleicht doch alles nur Zufall?

Zufall oder Schicksal – es ist auf jeden Fall spannend (und echt anstrengend), was das Leben so für mich an Prüfungen und Wegweiser auf Lager hat!

Bis bald…

Mannometer, die Wogen glätten sich …

Das Beitragsfoto zeigt übrigens Klee, der von einem steigendem See überschwemmt wurde … bedeutungsvolles Bild … unter Wasser … going under … Klee = Glück… ach vergesst es. 😀

Die Wogen haben sich geglättet…

Mein Stresspegel liegt jetzt im Ruhezustand bei etwa 4 …

Das hat einen Grund …

Dazu später mehr …

Ich muss zunächst SO anfangen:

Juhuuu, ich schreibe wieder …

Und, wie ich aus heutiger Sicht feststelle, ist das gar nicht so selbstverständlich …

Denn, ich habe am Samstag aufgrund eines unkonzentrierten Augenblicks meine ganze Webseite zerschossen. GAME OVER. Alles weg. Es gab nur noch eine weiße Seite. Eine weiße Seite, die mir deutlich zu verstehen gegeben hat, dass an dieser Stelle wohl Schluss ist. Schluss mit mir und meinen Gedanken, die ich mit meiner vollen Identität in die große weite Welt posaune, ohne Rücksicht darauf, dass ich mir dabei auch mal Kopfschütteln und Unverständnis einhandle, – übertriebene Art der Selbstdarstellung, was sollen denn die Leute denken, Krankheitsgeschichten als Fortsetzungsroman will keiner lesen bla, bla, bla – Fuck you!

Ich konzentriere mich da lieber auf das (überwiegend) positive Feedback und mein entspanntes und beflügeltes Empfinden nach jedem Blogeintrag und – wie ich jetzt festgestellt habe, – auf neue, tiefsinnige Aufträge.

Aber, wie gesagt, nach dieser weißen Seite am Samstag Morgen, war für mich klar: DAS WAR`S! ENDE! AUS! Was ich zunächst natürlich nicht wahrhaben wollte. Ich habe wirklich mit allen mir zur Verfügung stehenden Mitteln versucht, das Problem zu beheben. Google lieferte mir die Lösung auf dem Silbertablett, aber ich war nicht in der Lage, den Anweisungen zu folgen, weil ich die Anweisung schlicht weg nicht verstanden habe. Ich sollte eigentlich nur den Plugin-Ordner im FTP umbenennen … ich wusste aber nicht, wo dieser Ordner sein sollte. Ich hatte so einen Scheiß Ordner nicht! Ich hatte überhaupt nirgendwo in meinem Leben einen so lebenswichtigen Ordner … wobei mir gerade auffällt, dass das Wort „Ordner“ aus der Wortfamilie der „Ordnung“ abzuleiten ist …

Ordnung? Kenne mer net, bruche mer net! 😀

Kein Ordner „WP-Plugin“, kein Blog! 😮

FUCK! 😮

Nichts geschieht ohne Grund. Es musste wohl so sein. Jemand wollte, dass mein „Werk“, dass ich fast schon seit einem Jahr regelmäßig hege und pflege und in mein Herz geschlossen habe, vernichtet wird. Ich habe schon einmal 5 Jahre Blog, mit rund 200 Beiträgen mit einem Mausklick zunichte gemacht. Damals habe ich diese Entscheidung aber bewusst getroffen. Ich wollte all diese vielen Zeilen nicht mehr in meinem neuen Leben haben … ich bereue das heute zutiefst. Und auch am Samstag war ich tief erschüttert…

Und auch wenn irgendwo in meinem Kopf irgendein Vernunft-Ding versuchte mir einzureden, dass es besser so wäre, dass der Inhalt dieses Blogs durch ein Pluginfehler vernichtet wurde – Sei froh, dass es vorbei ist, dann gibst du den Leuten keinen Grund mehr, sich das Maul zu zerreißen. Du weißt doch, die, die es lesen sollten und von denen du es dir wünschen würdest, dass sie es lesen, lesen es nicht und umgekehrt – redete ein anderer, viel lauterer Teil auf mich ein, bloß nicht aufzugeben. Das ist die einzig wahre Therapie! Du warst so lange stumm! Du brauchst das Schreiben, wie die Luft zum atmen. Der Kampf gegen Ängste! Die Suche nach Gleichgesinnten! Die Illusion, von irgendjemanden verstanden zu werden. Und du hast inzwischen Blog-Fans.

Mit anderen Worten: Ich brauche diesen Blog, wie andere Menschen ihre verdammten Freunde brauchen, bei denen sie sich ausheulen können (ganz gleich, ob diese es hören wollen oder nicht). Es ist mein Druckablassventil und es ist jedem freiwillig überlassen, ob er mich beim Druckablassen begleitet oder nicht. Kapito? 😉

Allerdings war mein Druckablassventil (durch ein Systemabsturz inmitten eines WordPress-Plugin-Updates) so verklemmt, dass keine Hoffnung auf Lösung bestand. Und das in einer Zeit, wo meine Nerven ohnehin schon blank lagen (siehe letzte Einträge). Ja, ich kann sagen, dass am Samstag ein Tag von der Sorte war, den man am besten unkommentiert aus seinem Leben streicht, inklusive empathischer Schwingungen, denn mein Mann hatte an diesem Tag auch sein Päckchen zu tragen und ich habe sehr mit ihm mit gelitten. 🙁

Tja, willkommen, in meinem Leben …

4 Tage lang habe ich versucht damit – also mit dem zerstörten Blog – zu leben …

Konnte es aber nicht, ohne mich dabei schlecht zu fühlen …

Und am 4. Tag habe ich mich dann intensivst mit dem Begriff File Transfer Protocol beschäftigt, quasi Informatik studiert, und habe es schließlich geschafft, das Problem fachmännisch zu lösen. 😀

Alles war wieder da … unversehrt … außer die Fotogalerie, die ist hinüber… aber das krieg ich auch wieder hin.

Ein Stressfaktor weniger…

An dieser Stelle nochmal etwas zu meinen „Pegelständen“…

Am Freitag lag der Stresspegel im Ruhezustand nach wie vor bei 8

Samstag, nach dem Crash bei 9-10

Sonntag dito …

Montag … 8-9

Dienstag … 6

Heute … 4

Ja, heute war ein guter Tag …

Und es wird besser …

Ja, der Stresspegel sinkt stetig und meine körperlichen Symptome minimieren sich …

Meine Therapeutin hatte recht. Es ist keine Angststörung. Es war / ist die körperliche Reaktion auf heftigsten Stress. Stress, den ich mir selber mache, weil Leistungsdruck, beruflicher Perfektionismus, Existenzangst und meine ständige Angst vor dem Versagen, so eine überdimensionale Größe angenommen haben, dass es krank macht.

Das lasse ich nicht mehr zu …

Ich Krempel gerade mein Leben komplett um…

Ich werfe alte Gewohnheiten über Bord, mache vieles anders …

Ich höre jetzt auf mein Bauchgefühl …

Höre auf meine innere Stimme …

Mein Herz …

Wie das funktioniert?

Die erste innere Reaktion, auf einen Menschen oder eine Situation ist die richtige…

Vor ein paar Tagen fühlte ich plötzlich bei einem Menschen negative Schwingungen. Statt sie schweigend hinzunehmen und Gefahr zu laufen, das auf mich persönlich zu beziehen, fragte ich ohne zu zögern nach. Ich erhielt die Info, dass eine Operation ins Haus steht und deshalb die Stimmung im Keller war. Das zu wissen, hat mir selbst aber auch dem Betroffenen geholfen, da er jetzt nicht mehr gute Miene zum bösen Spiel machen musste.  🙂

Und noch etwas habe ich mit meinem Bauchgefühl geklärt…

Ich hatte das Bedürfnis einer Frau zu helfen, obwohl für sie noch nicht abzusehen war, dass sie Hilfe brauchte. Es ging eigentlich nur um das Öffnen einer Türe … auch wenn ich mich eigentlich ins Auto setzen und meinen Weg nehmen hätte können, war ich einfach im richtigen Moment zur Stelle. Das hätte ich mich früher nicht getraut, aus Angst jemanden allein mit meiner Anwesenheit zu stören oder zu nerven.

Ja, heute war ein besonders guter stressminimierter Tag …

Ich habe einen schönen Auftrag bekommen. Die Vertrauensbasis für diesen Auftrag, erlangte der Auftraggeber unglaublicher Weise über den Inhaltes meines Blogs – er ist ein Gleichgesinnter. 🙂

Was war noch?

Ach ja…

Heute habe ich etwas getan, was ich mich bisher nur ganz selten, ich glaube sogar nur einmal bei einem Bekannten getraut habe: Ich habe jemanden gesagt, dass er toll riecht. Ich hatte ja schon einmal erwähnt, dass ich ein sehr feines Näschen habe und auf Gerüche und Düfte reagiere, die andere noch nicht einmal wahrnehmen. Ohne Scheiß, manchmal bin ich so irritiert von Gerüchen, dass ich ganz nervös und hektisch werde und erst Ruhe gebe, wenn ich weiß, was ich da im Einzelnen alles rieche … Gerüche – wenn sie gut sind – werfen mich irgendwie total aus dem Bahn. 🙂

Heute …

Ich kam heute in die Postfiliale und fühlte mich regelrecht beflügelt. Der Duft eines Parfüms – der eindeutig von der Postangestellten kam – war nicht aufdringlich. Er war dezent (wahrscheinlich so dezent, dass es kein anderer riechen konnte) und erinnerte mich an Frühling. Das gab mir ein Glücksgefühl und ich spürte, wie mein Stresspegel von 5 auf 4 rutschte… unverhoffte Aromatherapie … dafür war ich ihr dankbar. Mein Bauchgefühl stupste mich an und sagte: „Sag`s ihr!“ Hab ich gemacht, dafür ein fröhliches Lächeln geerntet… auch wenn sie etwas irritiert war, dass ich den Duft wahrgenommen habe …

Das werde ich jetzt immer so machen …

Mehr meinem Inneren folgen …

Meinen Gefühlen und dem ersten Eindruck freien Lauf lassen…

Menschen sagen, wenn ich etwas an ihnen oder sie im Ganzen toll finde …

Menschen einfach sagen, wenn sie mich berühren, bewegen oder …

… scheiß drauf, was andere denken!

… scheiß drauf, was die Betroffenen selbst denken! 🙂

Die Frau von der Postfiliale hat wahrscheinlich gedacht, ich wollte sie anbaggern … 😀

Wollte ich nicht… aber ich wollte einem Gefühl folgen und habe es getan.

Apropos einem Gefühl folgen…

Ich bin über eine Stellenanzeige gestolpert … da meldete sich auch mein Bauchgefühl. 🙂

Morgen habe ich ein Vorstellungsgespräch… drückt mir die Daumen. 🙂

Nein, ich hänge meinen Job nicht an den Nagel…

Ich schaffe mir nur neue Ressourcen für meine Romanschreiberei (darin sehe ich nämlich meine Zukunft!) und erlange mir eine gewisse finanzielle Existenzsicherheit zurück, die nicht abhängig von meinen geistigen Ergüssen ist. Das wird mir eine enorme Last abnehmen. Meine Arbeit als Texterin wird natürlich parallel weiterlaufen, aber ich werde vielmehr Zeit haben für meine Romane und darauf freue ich mich sehr. 🙂

Apropos Zeit …

Ich muss ins Bett …

Da wartet noch ein Kapitel Fitzek „Passagier 23“ auf mich …Wortschatzerweiterung! 🙂

Tschö!

P.S.:

Ein letzter Gedanke: Was von Herzen kommt, kann doch nicht falsch sein… oder? 😮

 

 

Über hochsensible Verarbeitungssysteme, angehende Essstörungen und mein Dasein als Empath

Folgendes muss ich kurz vorweg erzählen, sonst vergesse ich diesen Traum wieder, ich bin nämlich gerade erst aufgestanden. Dieser Traum ist wieder ein bestes Beispiel dafür, wie mein hochsensibles Verarbeitungssystem bei mir so arbeitet – auch so entstehen Romane, bzw. Romanideen.

Also …

Ich gehe durch einen herbstlichen Wald. Ich muss nachdenken. Fühle mich gestresst. Will mich in die Ruhe flüchten. In der Nähe ist eine stark befahrene Landstraße. Ich erinnere mich, dass ich dort neben einem verlassenen Gebäude geparkt habe. Es ist kühl. Blätter rieseln von den Bäumen. Eigentlich schön, doch ich habe ein komisches, ein ungutes Gefühl, dicht gefolgt von einer unterschwelligen Angst. Als ob ich wüsste, was hier, gleich dort unten an der Böschung passiert ist. Aber ich weiß von nichts. Ahne nicht einmal etwas.

Plötzlich höre ich leises Schluchzen. Ich bin vor Schreck wie gelähmt. Ich bin immer erschrocken, wenn jemand weint. Ich bin mir sicher, irgendetwas Schlimmes muss passiert sein. Das Schluchzen kommt von rechts, dort ist ein Abhang. Ich schaue die Böschung hinunter, sehe aber nur den kleinen Bachlauf. Entschlossen klettere ich den Hang hinunter und sehe schließlich eine Frau. Zusammengesunken sitzt sie da und weint. Bitterlich. Herzzerreißend. Beängstigend. Ich habe Angst zu ihr zu gehen, will ihren Schmerz nicht fühlen müssen. Ich spreche sie aus der Ferne vorsichtig an und frage, ob ich ihr helfen kann. Als sie mich sieht, springt sie erschrocken auf. Weicht zurück, fühlt sich bei irgendetwas ertappt. Ich frage sie, was passiert sei. Doch sie antwortet nicht und deutet schweigend in Richtung des Bachlaufes. Dort an einem kleinen Wasserfall steht ein Kreuz, davor eine Grableuchte. An  dem Kreuz hängt das Foto eines jungen Mannes, der gut aussehend und glücklich in die Kamera lächelt.

„Er ist tot!“, ruft die Frau mir zu, die vom Alter her vielleicht seine Mutter war, vielleicht aber auch nicht. „Ich suche nach einer Botschaft! Er muss doch hier irgendwo eine Botschaft zurück gelassen haben.“

Ich bin irritiert. Stehe irgendwie unter Schock. Weiß nicht, was ich tun oder besser lassen sollte. Hier an dieser Stelle ist ein Mensch zu Tode gekommen? Der Gedanke ist unerträglich. Angst kommt in mir hoch. Angst hier irgendetwas wahrnehmen oder spüren zu können, was ich nicht spüren und wahrnehmen will. Die Frau vor mir fängt an hektisch von einer Richtung in die andere zu rennen. Mit bloßen Händen wühlt sie im Erdboden und sucht nach einer Botschaft. Sie macht mir Angst.

„Der neue Weg… irgendwas mit einem Weg … neue Wege müssen begangen werden … verdammt er soll mir sagen, was für einen Weg er meint!“

Ich bin nicht imstande, das Richtige zu sagen oder zu tun, sondern fange tatsächlich damit an, der Frau bei der Suche zu helfen. Im Traum weiß ich, dass das Schwachsinn ist. Doch dann finde ich auf einmal diese alte Steintafel unter dem Laub und habe ein noch schlechteres Gefühl als zuvor. Ich spüre, dass ich etwas Böses in den Händen halte. Ich versuche zu entziffern was auf der Steintafel steht, verstehe den Sinn nicht. Die Frau kreischt, als sie sieht, was ich in meinen Händen halte. Sie reißt mir die Steintafel aus der Hand, beginnt wirres Zeug zu reden, was sich wie ein Gebet … nein, eher wie aneinandergereihte dämonische Formeln in irgendeiner einer teuflischen Sprache anhört. Das war dann auch der Punkt, an dem ich beschließe aus der Situation auszubrechen. Ich habe Angst vor so außer Kontrolle geratenen (irren) Menschen und auch vor kranken Religionen oder Sekten.

Ich steige die Böschung hinauf und beschließe zu meinem Wagen zu gehen, muss aber dazu an diesem verlassenen Haus vorbei. Mein Auto ist nicht mehr da. Ich bin verzweifelt, schleiche um dieses seltsame Gebäude und hier fängt das (zugegeben, doch sehr spannende) Drama erst richtig an.

Zusammengefasst wurde in meinem Traum der junge Mann tatsächlich von satanistischen Sektenangehörigen getötet. Sie hatten im Keller dieses Hauses ihre geheime, okkulte Stätte eingerichtet. Ich fand doch tatsächlich das böseste Buch aller Zeiten, das „Necronomicon“ und fühlte mich berufen, es zu vernichten.  😮

Ob mir das gelang? Genaue Einzelheiten jetzt aufzuzählen, würde schon in Richtung Roman gehen … 😀

Es gelang mir leider nicht. In dem Augenblick, als ich es mit Streichhölzern in Brand stecken wollte, bekam ich die ungebremste Liebe (und Brutalität) meiner kleiner Tochter zu spüren.

„Mama, bissu endlich aufgewacht! Du musst aufstehen. Ich hab Riesenhunger!“

Ja, und diese filmreife Vorstellung lieferte mir in der Nacht mein schlafendes Gehirn, weil ich gestern folgende Meldung las, die mich wieder mehr als mir bewusst war beschäftigte …

Blog Bachlauf

Ja, ich gebe zu, mich beschäftigen solche „Randnotizmeldungen“ besonders … 19 Jähriger aus dem Kreis Germersheim tot im Bachlauf gefunden …

Kreis Germersheim? Kenne ich nicht! Nächste Meldung! 

Bei mir löst diese Meldung alles andere als geografische Fragen aus. Allerdings habe ich diesen Anflug von unguten Gedanken und Gefühlen zu diesem Fall bewusst verdrängt, und prompt hat er mich im Schlaf verfolgt.

Ja, so läuft das bei mir …

Sobald ich etwas verdränge, verfolgt es mich …

Mein altbekanntes Schicksal einer ausgeprägten Gefühls- und Gedankenwelt, die mir ziemlich oft einiges abverlangt, aber die ich um keinen Preis mehr missen möchte … auch wenn ich es noch nicht 100 % drauf habe, damit umzugehen. 🙂

Ups, ich merke gerade…

Ich bin aber heute ganz schön mit der Türe ins Haus gefallen und hab noch nicht einmal ordentlich „HALLO!“ gesagt.

Also nochmal ganz von vorne:

HALLO! 😀

Da bin ich wieder …

Hab lange nichts mehr von mir hören lassen …

Bin seit einer Woche sogar komplett gesund …

Allerdings mit vier Kilo mehr auf den Rippen. 🙁

Das waren genau 4 von 7 Kilo, die ich mir mit Low Carb in den letzten Wochen weg gehungert habe. Eine echte Herausforderung, denn ich esse soooo gerne Brot und Brötchen! 🙁

Und jetzt, wo ich heute auf der Waage war und mich diese verfluchte Unzahl wieder in tiefe Depressionen stürzt, stelle ich mir gerade die Frage: Warum mache ich mir schon wieder diesen Stress? Für wen? Für was? Was ist das Ziel?

Antwort: Gute Frage.Damit der Sommer kommen und ich mit meiner kleinen Tochter endlich schwimmen gehen kann!?

Soll ich Euch mal was sagen?

Das ist mir jetzt echt scheiß egal! 😀

Ja, ich höre auf mit dem ganzen Diätscheiß, mit dem ich mich schon seit fast einem Jahr herumärgere! Der macht mir nur wieder unnötigen Stress und beschert mir schlechte Laune und noch viel Schlimmeres. Vielleicht ist genau das auch der Grund, warum ich in der letzten Zeit ständig krank war?

Und auch, wenn ich nicht so aussehe: Ich bin nicht unsportlich, ich bin sogar erstaunlich fit, sehe nur nicht so elegant dabei aus, wenn ich über Felsspalten springe, auf Bäume klettere oder Berggipfel erklimme. 😀

Ich weiß ja, warum ich diese Pfunde habe …

Bevor ich 2008 mit dem Rauchen aufgehört habe, sah ich noch so aus. Mein persönliches Idealgewicht 75 Kilo, bei einer Kleidergröße von 40/42. Weniger wollte ich nie.

2008.05.23 Standesamtliche Hochzeit (33)

Ja, in dieser Gewichtsklasse wäre ich NATÜRLICH heute gerne wieder. Ich bin es aber nicht und das ist verdammt nochmal seit heute auch okay für mich. Ich werde jetzt tapfer sein und höre auf mit diesem esstörungsgrenzwertigen Denken und Handeln. Denn ich denke in der Tat von morgens bis abends nur an mein Gewicht und ans nicht Essen, mit dem Resultat, dass ich es (meist abends) doch tue. Ja, ich würde mein Essverhalten abends, nach einem ganzen Tag Diät schieben sogar als Fressattacke betiteln. Und ich denke, wenn im Anschluss dieser Fressattacke der Gedanke aufkeimt, sich einfach heimlich den Finger in den Hals zu stecken, dann befürchte ich, da ist eine gefährliche Grenze erreicht. Manchmal wache ich nachts auf, gehe zur Toilette und wiege mich. Und wenn es nur 100 Gramm weniger sind, dann schlafe ich zufrieden weiter. Wenn nicht, dann ist die Nacht gelaufen. Ich wiege mich ohnehin gefühlte 100 x am Tag. Und je nachdem, was sie zeigt, sehe ich in den Spiegel und sehe mich oder aber die dickste Frau der Welt. 😮

Wenn ich so weiter mache, nimmt das kein gutes Ende … das ist mir heute morgen (auf der Waage) bewusst geworden.

Ja, ich kann echt nachvollziehen, wie heimtückisch sich so eine Essstörung entwickelt. Aber ich möchte es lieber bei meinen hauseigenen Ängsten belassen und mir nicht noch obendrein eine Magersucht einfangen – für was? Um mir einzureden, dass ich mit 20 Kilo weniger auf den Rippen ein perfekterer Mensch bin?

Nein, das ist krank!

Ich bin aber nicht (mehr) krank!

Ich bin nur eine Frau, die sich hin und wieder im Leben nach ein kleines bisschen Seelenfrieden, Ruhe und Sonne sehnt… und die ihre Finger nicht von Süßigkeiten lassen kann. 😀

Apropos Sonne …

Dann gehe ich lieber im Sommer mit einem „Form-Badeanzug“ ins Meer und streiche die Idee mit dem Bikini einfach aus meinem Kopf. BASTA! 😀

So, dann hätten wir dieses blöde Thema für heute auch geklärt …

Was wollte ich noch erzählen?

Ach ja…

Ich hab ja jetzt einige Tage in diesem Blog nichts Nennenswertes geschrieben …

Das hatte einen Grund …

Ich war (mal wieder) komplett schreibblockiert. Ich war nicht nur von den ständigen Erkältungen angeschlagen, sondern auch irgendwie durcheinander und auch mit meiner Gesamtsituation überfordert. Ja, ich wollte irgendwie nichts von all dem Scheiß wissen, der ständig in mir drin und um mich herum spukt. Und damit meine ich mein ganzes Universum an tief gehenden Gefühlen und quirligen Gedanken. Mein Universum wächst und gedeiht täglich. Damit es blüht und hell bleibt, gieße ich es täglich mit Liebe, Musik, Kunst und Fotografie. Ich muss halt ständig nur aufpassen, dass mir mein eigenes Universum nicht über den Kopf wächst und ich nicht darin verloren gehe… 😀

Was den Kampf gegen meine Sozialphobie betrifft …

Die Therapie läuft zwar, sie bringt mich jedoch nicht wirklich weiter. Hat wohl damit zu tun, dass das biochemisch und  therapeutisch greifbare Problem, die Angststörung selbst erfolgreich behandelt und geheilt wurde, alles andere – auch meine immer noch bestehenden sozialphobischen Züge -, von mir selbst „erledigt“ werden müssen. Was die Vertrauensprobleme betrifft, das ist in der Tat ein Problem, an dem ich aktiv derzeit nichts machen kann. Entweder ich vertraue einem Menschen oder ich tue es eben nicht. Punkt.

Aber das ist ja nicht der Hauptgrund der Sozialphobie. Menschen überfordern mich aus einem ganz anderen Grund. Ich glaube, darüber hatte ich auch schon irgendwo mal geschrieben.

Aber ich erkläre es gerne nochmal kurz:

Ich bin ein sogenannter „Empath“. Ich erfasse einen Menschen hauptsächlich über Emotionen und über all seine für Emotionen verantwortlichen Systeme – ob ich will oder nicht. Das funktioniert bei mir, wie das atmen. Ich tue es unbewusst, also ohne darüber nachzudenken.

Nicht zu verwechseln mit einem empathischen Menschen. Empathische Menschen haben die Fähigkeit sich bewusst in einen anderen Menschen einzufühlen, um ihn, seine Gedanken und Gefühle zu verstehen. Sie können Körpersprache lesen und richtig deuten, spüren, wie sein Gegenüber sich fühlt, können auf ihn eingehen. Sie sind in der Lage, ehrliches Mitgefühl zu empfinden und auch zu zeigen. Klar, ich bin auch (gerne) ein empathischer Mensch. Aber als Empath erfolgt dieses Mitfühlen größtenteils unbewusst und bei mir leider vollkommen unkontrolliert. Ich nehme die Gefühle des anderen wahr und mache sie (oft ohne es zu merken) zu meinen eigenen. Das ist echt ein ganz großes Problem, dass mich schon oft an meine Grenzen gebracht hat.

Und hier kann mir kein „normaldenkender“ Mensch helfen. Diese Erkenntnis erlangte ich in dem Augenblick, als ich die Antwort meiner Therapeutin auf folgende Frage erhielt:

„Bitte sagen Sie es mir! Ich bin dankbar für jeden Tipp! Wie soll ich mich denn von den Emotionen der anderen schützen und sie nicht zu meinen eigenen machen, wenn es unbewusst und unkontrolliert passiert?“

Ihre Antwort: „Sie als Empath müssen sich ganz dringend einen imaginären Schutzring um sich aufbauen! Das ist ganz wichtig! Ohne diesen Ring,  sind Sie den Emotionen anderer schutzlos ausgeliefert.“

Ähm… ja!

Ich habe ein aktuelles Beispiel…

Vor einigen Tagen, es war glaube ich ein Sonntag, schien eigentlich alles, so wie immer bei uns zu Hause. Bis auf einmal gegen Mittag sich ein merkwürdiges Gefühl in mir ausbreitete. Ich war irgendwie komisch drauf, eine Mischung aus bedrückt, traurig und genervt sein. Es gab aber überhaupt keinen Grund dafür mich so zu fühlen. Eine Situation, die mich nicht nur irritiert, sondern auch nervös machte, weil ich eigentlich immer weiß, was mit mir nicht stimmt, wenn etwas mit mir nicht stimmt. Prompt gesellte sich zu dem „fremden“ Gefühl, welches ich in mir trug auch mein eigenes. Ich wurde nervös, genervt, hektisch und aufbrausend, weil ich fieberhaft nach einer Antwort suchte. Irgendwann ging mein Mann an mir vorbei und fragte mich, wann es etwas zu essen gäbe. Ich starrte ihn an, hörte einen nicht passenden Unterton in seiner Frage und war mir plötzlich sicher, hier in diesem Raum stimmte etwas nicht. Mit meiner Stimmung stimmte etwas nicht? Oder stimmte etwas mit ihm nicht? Ich frage ihn prompt: „Ist etwas nicht in Ordnung mit dir?!“

Antwort: „Ja, alles in Ordnung?! Ich wollte doch nur wissen, wann es essen gibt?“

Meine Antwort (peinlich berührt, scherzend): „Ich frag ja nur. Irgendwie nehme ich hier gerade eine negative Schwingung auf und weiß einfach nicht, wo die herkommt.“

Mein Mann sah mich schief von der Seite an. Das tut er immer, wenn er denkt, ich hätte mal wieder nicht alle Tassen im Schrank, dann verließ er das Zimmer. Und kam plötzlich ganz entgeistert wieder zurück und sagte: „Du machst mir schon wieder Angst! Das kann echt nicht wahr sein! Ja, scheiße, ich bin schlecht drauf! Eine alte Bekannte ist heute an Krebs gestorben, das beschäftigt mich schon den ganzen Tag. Ich wollte das nur nicht so an die große Glocke hängen.“

Mir fiel im wahrsten Sinne des Wortes ein Stein vom Herzen. In dem Augenblick, wo er mir seinen momentanen Gefühlszustand bestätigte, fühlte ich, wie sich auch meine Gefühlswelt wieder ordnete und das fremde Gefühl sich von mir abkapselte.

Wo bitte, liebe Therapeutin, war jetzt die Stelle, wo ich ganz schnell meinen imaginären Schutzring hätte heraufbeschwören können? Es kam unangemeldet und plötzlich! Mit Verlaub, Ihre Methode ist für Empathen absolut nicht alltagstauglich!

Imaginär …

Imaginär ist voll unrealistisch!

Ja toll …

Und da war sie wieder …

Meine Ratlosigkeit und das Gefühl, sie als einzige auf der Welt nicht mehr alle an der Schüssel zu haben …

Bis mich vor einigen Tagen jemand wissen ließ, dass ich NICHT alleine bin…

„Krieg ich jetzt gerade deine Angst ab oder ist es meine eigene? Fuck! Irgendwas hat mich hier gerade überschwemmt und ich konnte es nicht einordnen.“

Noch nie habe ich so dumm aus der Wäsche geguckt. 😀

Das war echt eine Meldung, die mich so umgehauen hat, dass ich heute noch ganz von den Socken bin. Dieser Mensch, den ich schon lange kenne, gab sich aus heiterem Himmel als Empath zu erkennen und ich habe es nicht im geringsten geahnt. Und prompt hat er meine Gefühle richtig gedeutet, auch jene, bei unserer letzten Begegnung.

„Ich habe dich gesehen und an dir und deiner Körperhaltung abgelesen, dass es besser wäre, dich nicht zu überfahren. Man muss ja nicht immer unbedingt reden, um in Kontakt zu bleiben. Zwinker!“

DANKE! <3

Und Dank dieses hilfreichen Erfahrungsaustausches mit jemanden, der wirklich weiß, wovon er spricht, weiß ich nun, was zu tun ist!

Scheiß auf irgendwelche imaginären Schutzringe, die sind für´n Arsch!

Kommunikation ist hier wohl die einzig wahre Antwort…

Nachfragen! Die Menschen, die undefinierbare Gefühle in mir auslösen ansprechen. Ich muss die Gefühle anderer in mir greifbar machen, um sie dann quasi outsourcen zu können.

Das wird schwer …

Noch nie habe ich komische Gefühlsregungen angesprochen außer bei meiner Tochter und meinem Mann …

Und jetzt soll ich das bei anderen machen?

Oha … 😮

Ich erinnere mich gerade an eine Situation, in der ich offenbar im stummen emotionalen Gefecht eines Paares hing und vor lauter negativem Gefühlschaos starke Kopfschmerzen bekam. Ich weiß nicht, welcher Vorwurf da im Raum lag, Unehrlichkeit oder Untreue, aber es herrschte so eine Anspannung am Tisch, ich hätte am liebsten schreiend den Raum verlassen. Spätere Gespräche (und die Scheidung) gaben mir dann Sicherheit, dass ich mit meinem Gefühl nicht ganz falsch lag.

Doch sollte man als Außenstehende so etwas ansprechen?

Ich weiß nicht …

Ach was …

Ja, ich schaffe das!

Ich werde eine Möglichkeit finden …

Vielleicht kriege ich es ja auch irgendwann mal hin, als Empath etwas Positives zu bewirken?

Zuhören…

Hilfe leisten…

Vielleicht zwei Liebende zusammenbringen, weil sie es selber nicht checken? 🙂

Oh ja, ich merke, wenn es zwischen zwei Menschen funkt… da hab ich schon mal jemanden in Verlegenheit gebracht, der mir etwas anders weismachen wollte … heute sind sie ein Paar. 😀

Mal sehen …

Und ich werde über meine ersten Erfolgserlebnisse sprechen …

So, hätten wir das auch für heute geklärt…

Eigentlich wollte ich auch noch über Einkaufsstalking berichten, aber das mache ich beim nächsten Mal…

Übrigens schreibblockiert war ich auch letzte Woche bei der Romanarbeit. Nein, nicht, weil mir nichts einfällt. Im Gegenteil. Mein Kopf ist so voll von Dingen, die raus müssen, dass ich gar nicht weiß wohin mit all dem Kram. Leider ist dieser „Kram“ teilweise so komplex, so durcheinander, auch sehr persönlich und dabei auch so unterschiedlich, dass er nicht in eine Geschichte gepackt werden kann. Daher habe ich es schlichtweg aufgegeben, mich auf ein Projekt zu konzentrieren, sondern arbeite (je nach Stimmung und Inspirationsfluss) an inzwischen drei Romanen. Und das ist gar nicht so einfach, hier den Überblick über die Einzelheiten zu wahren… meine ganz persönlichen Luxusprobleme. 🙂

Wenn ich ein geübter Empath geworden bin, schreibe ich vielleicht mal einen Ratgeber zu diesem Thema…

Über Sex, die magische Kraft der Sonne und über Träume, die die Welt nicht braucht (aber ich)


 

Ich suche gerade verzweifelt nach einem geeigneten Anfang. Aber das ist gar nicht so leicht, wenn alle Gedanken auf einmal drängeln und alle gleichzeitig raus wollen. Da kann es schon mal sein, dass es Buchstabensalat auf der Tastatur gibt und nur Müll raus kommt. Aber ich glaube, ich mache es heute wieder, wie auch beim Romanschreiben. Einfach den Text fließen lassen, nicht planen, nicht darüber nachdenken und schon gar nicht, sich Sorgen machen, was der mögliche Leser denken oder missverstehen könnte.

Das war für mich schon immer ein Problem, an dem ich gerade mit Hochdruck arbeite. Ich liebe Stephen King gerade dafür, weil er so schamlos die Dinge beim Namen nennt. Er spricht Dinge mit seinen Texten aus, die manche sich nicht einmal zu denken wagen, sich aber dennoch genau in seinen geschriebenen Szenen wiederfinden. Das hat bei mir so manches Mal bewirkt, dass ich beim Lesen Schnappatmung bekam oder mir die Kinnlade runter klappte, dicht gefolgt von der Frage: Wie kann man so etwas schreiben?! 😮  Ich glaube, eine Passage, die mir diesbezüglich zuletzt im Kopf hängen geblieben ist, war aus Stephen Kings „Menschenjagd“. Ein Mann schläft mit seiner Frau. Eine eher unspektakuläre Nummer, die erst für mich den tatsächlichen Höhepunkt erreichte, als sein „Saft sich in ihr ergoss“ und auf einmal das Geschehen DANACH thematisiert wurde. Tja, was passiert, wenn die Sache sprichwörtlich „gelaufen“ ist? Was passiert, wenn er, beispielsweise in der Löffelchenstellung, noch ein paar Minuten eng umschlungen mit ihr liegenbleibt? Ja, was passiert dann unwillkürlich? Wir wissen es wohl alle, aber ich habe definitiv nicht damit gerechnet, das in einem Buch lesen zu müssen. Ja, ich war sprachlos, hinter diese intime Kulisse gucken zu dürfen. Das war irgendwie befremdlich, vielleicht auch beschämend, so als ob man bei etwas verbotenem ertappt wurde … ertappt als Mitwissende, oder so. 😀

Ich merke gerade, Sex ist auch so ein Thema, über das ich ganz schlecht, bis überhaupt nicht schreiben kann. Liegt wahrscheinlich daran, dass Sex für mich persönlich ein ganz besonders hohes, wichtiges, sensibles, emotionales, fast schon heiliges Thema ist, von dem ich eigentlich so gar nichts Preis geben möchte. Und nichts preisgeben zu wollen, ist aber gar nicht so einfach, denn auch, wenn ICH NICHT die Geschichte bin, die ich in meinen Romanen erzähle, steckt aber dennoch immer irgendwo ein Teil von mir mit drin. Bisher bin ich dem Sex-Thema in meinen Romanen immer irgendwie ausgewichen … hab mich drumherum gemogelt, in dem ich einfach das Licht ausschaltete und die Tür von außen schloss. Das klassische Ausblenden. Bis ich dann eines abends (damals wohl durch Alkohol enthemmt) dann doch mal eine ziemlich unanständige Szene schrieb, die über die USK 16 Grenze deutlich hinausging. Diese Szene warf ich aber zwei Tage später wieder wegen Was-Sollen-Denn-Die-Leute-Von-Mir-Denken-Hemmungen raus. 😀

Das geht so nicht …

Das muss aufhören…

Das blockiert meine Inspiration und meine „Ehrlichkeit“ in meinen Romanen …

Sex gehört in das Leben meiner Protagonisten, genau so, wie es in mein Leben gehört. Wir treiben es nur auf unterschiedliche Art und Weise, ganz gleich, ob ich es persönlich mag oder nicht. Egal, ob liebevoll, oder lieblos, leidenschaftlich, gehemmt oder gar verklemmt, hingebungsvoll, mit grenzenlosem Vertrauen oder misstrauisch, dominant, devot, mit sanfter Gewalt, ohne Interesse für den anderen oder inklusive Erfüllung geheimer Wünsche, mit hemmungslosem Kontrollverlust, Extase oder doch nur die schnelle Nummer im Auto – wie auch immer, wir werden am Ende alle, den Höhepunkt erreichen, weil ICH das so will,  PUNKT.  😀

Ich bin übrigens KEIN Fan von „Shades of Grey“ … 😀

Und die sexuellen Vorstellungen von Charlotte Roche finde ich auch abartig …

Ich stehe beim Sex übrigens auf hemmungslose Liebe! 😉

Und wer es schon immer von mir wissen wollte: Meine Geschlechtspartner kann man aus diesem Grund auch tatsächlich noch an EINER Hand abzählen… 😉

Huch, auf solche Themen komme ich also, wenn es „fließt“ …  😀

Was ich eigentlich zu diesem Thema sagen wollte: Ich gebe zu, ich liebe Unanständiges und die in Worte gefasste Intimität des Unausgesprochenen, gerne auch gepaart mit unterschwelligen Ängsten, verborgenen Neigungen und psychischen Abgründen. Ich selbst bin diesbezüglich aber in Schreibform noch etwas schüchtern. Ja, ich muss mutiger werden. Nichts vertuschen, nichts abschwächen, nichts zensieren, sondern es tatsächlich so schreiben, wie es in meinem Kopf entstanden ist. Und es ist hierbei auch vollkommen egal, warum dieser Gedanke, diese Worte entstanden sind, denn …

Ich schreibe, weil ich es schreiben will, basta! 😀

Soviel zum Thema „ein geeigneter Einstieg“, wenn die Gedanken es eilig haben …

Themenwechsel:

Mann, was für ein geiler Tag heute! 🙂

Ich wusste gar nicht, dass ich auf einmal so extrem auf Sonne reagiere. Ich war heute – im wahrsten Sinne des Wortes – ganz aus den Häuschen. Ja, da war wieder so eine unsichtbare Macht, die mich an die Hand nahm und nach draußen zog, damit ich zum ersten Mal in diesem Jahr (und nach unzähligen Jahren), frei von Angst, das Leben spüren konnte.

Das war echt unglaublich. Ich war tatsächlich frei von irgendwelchen Ängsten oder Stress. Ich hatte noch nicht einmal

(Foto: Nicole Lahr)

(Foto: Nicole Lahr)

mein übliches schlechtes Gewissen darüber, dass ich ganz spontan Freizeit fröne und nicht arbeite (und das obwohl ich Montag einen wichtigen Abgabetermin habe, Sonntag Abend geht auch noch).

Ich wollte einfach nur raus, die Sonne genießen und mich darüber freuen, dass ich auf dieser wunderschönen Welt sein darf. Klingt komisch, ist aber so… 😀

Und ich hatte echt eine Menge Spaß und wieder viel Zeit, um scheinbar sinnlose Schnappschüsse zu machen. Es wird übrigens demnächst (wenn ich die Bildergaleriefunktion hier auf dieser Seite verstanden habe) hier eine Unterseite „Was mich inspiriert“ geben, in der ich meine ganzen Bilder von inspirierenden Dingen zeigen werde, die mir auf meinen Entdeckungsreisen so begegnen. Das Bild dort oben zeigt eigentlich nichts weiter, als einen dunklen Tannenwald. Diese Perspektive löste irgendwie ein ungutes Gefühl in mir aus. Ich scheue mich, dieses Bild genauer anzusehen, aus Angst, das könnte jemand hinter einem Baum stehen. Also musste ich es fotografieren, um diesen „Angstmoment“ für mich einzufangen. Bestimmte Momente in denen Emotionen fließen, – egal ob negativ oder positiv -, mit einem Foto einfangen zu können, dass ist für mich eine ganz besondere Kunst. Ja, ich glaube, dass ist auch der Grund warum ich so fasziniert von Fotografen bin, die genau das können. Manchmal brauche ich mir nur ein Bild anschauen und ich hab eine komplette Romanidee im Kopf, weil es so unglaublich viel aussagt. Und ich bin sogar regelrecht süchtig nach „Lost Places Fotografien“ … aber wohin mich genau diese Bilder letzte Nacht gebracht haben, erzähle ich später. 😀

Apropos Nacht …

/(Foto: Nicole Lahr - Slenderman)

/(Foto: Nicole Lahr – Slenderman)

So schön das Leben auf der Sonnenseite auch ist: Ich weiß, dass der Schatten mich nach wie vor verfolgt, an sämtlichen Alltagsecken auf mich wartet und immer wieder nach mir greifen wird. Aber er wird mich nicht mehr so einfach fangen und runter reißen können. Ich werde ihn bekämpfen und ihm immer heftiger auf die Finger schlagen, wenn er mich berühren will.

Erst letzte Woche hatte ich wieder so eine Situation, in der ich vor der Therapie noch sang und klanglos untergegangen wäre. Ich hab mir früher alles gefallen lassen, hab mich nie gewehrt, sondern immer allen Ärger innerlich mit mir selbst ausgetragen. Selbst der Rückzug aus einer Situation war nicht möglich. Die Angst vor der Konfrontation war einfach zu groß. Ich bin in den letzten Wochen mächtig verarscht und enttäuscht worden, das hatte ich ja mal irgendwo angemerkt. Ich habe letzte Woche in dieser prekären Angelegenheit (auf die ich hier aus Schutzgründen öffentlich nicht näher eingehen möchte) weitere Konsequenzen gezogen, auf den Tisch gehauen und mit erhobenen Hauptes allen Beteiligten mitgeteilt, dass sie mich mal kreuzweise können und dass ich für weitere Korrespondenz und Unterstützung mit sofortiger Wirkung nicht mehr zur Verfügung stehe. ENDE. Natürlich hatte ich zunächst ein schlechtes Gewissen, bis von oberster Stelle ein Schulterklopfen und echte Anerkennung kam. Das tat gut. Und es tat auch gut, dass ich den Kontakt zu diesen Menschen komplett abgebrochen habe, auch wenn es zunächst schwer fiel. Sie taten mir nicht gut und haben daher keinen Platz mehr in meinem Leben.

Was mir allerdings (unabhängig von dieser Geschichte) gut tat, war dass eines Morgens jemand mit laufendem Motor vor meiner Türe stand, um mich einfach mal in den Arm zu nehmen. Angehalten, Autotür auf, klingeln, einmal drücken, tschüss und wieder weg … ja, so was tut mir gut … wusste ich bisher aber selbst nicht, dass mir so was gut tut. 🙂

Apropos gut tun …

Ich hab mich letzte Woche auch endlich mal wieder mit meinem Mann gestritten. Nicht, dass ich es darauf anlegen wollte, um zu sehen, wie das jetzt so läuft – nein, ich streite mich immer noch nicht gerne -, aber ich habe es auch nicht verhindert. Es ging um unser übliches Streitthema: Ich will etwas (Handwerkliches) machen und mein Mann will mich davon abhalten. Zur Erklärung: Ich bin mit Abstand die schlechte Hausfrau aller Zeiten und ich kann auch nicht besonders gut kochen. Wenn ich ehrlich bin, hasse ich sogar diesen ganzen Hausfrauen Kram. Meine Talente rund um das Haus liegen eher im Gartenbau, im Handwerk, im Renovieren, im  Innenausbau oder im Streichen und Lackieren. Bei mir gilt hier das Motto „Geht nicht gibt´s nicht und was nicht passt, wird passend gemacht“. Und hierbei ist es mir ganz gleich, ob das Material nicht das Richtige ist (das nennt man improvisieren) oder dass die Vorgehensweise dilettantisch ist. Für mich zählt nur das Endergebnis. Und ich bin gerne Dilettant und liebe die Macht der Improvisation.

Das fällt mir gerade ein, dass es da noch ein altes, dilettantisches Video von mir gibt … es ist aus dem Jahre 2009. An meiner Einstellung hat sich aber seither nichts geändert. 😀

Wer braucht schon einen Fachmann …

Mein Mann ist da genau das Gegenteil. Er ist kein Handwerker, er hat Angst vor handwerklichen Tätigkeiten und hat auch keine Lust dazu  – verstehe ich, akzeptiere ich. Allerdings  will er meine eigene Begeisterung und den dazugehörigen Aktionismus immer aufhalten: „Mit einem Pinsel für Holz kann man kein Metall streichen, Holzbretter muss man zersägen und nicht zertreten, man kann einen Pool nicht mit Silikon abdichten, man kann keinen Teppich (sorry, es war Messefließ) auf unebenen Linoleum verlegen, und man kann auch nicht mit einem Messer eine Schraube reindrehen.“ Oder wie am Donnerstag: „Du kannst die  Fliesen nicht von der Wand abschlagen und Fliesen legen kannst du auch nicht – dass muss ein Fachmann machen! Außerdem ist unser Badezimmer doch sooooo schöööön!“

„SCHWEIG!“ 😀

Ja, und prompt brach die Diskussion, über das, was ich alles kann und nicht kann vom Zaun und es ging richtig zur Sache, aber doch irgendwie anders als früher. Früher wäre der Streit wieder dahingehend aus den Fugen geraten, dass ich alles persönlich genommen und die Situation mir so zurechtgedreht, dass mich diese Diskussion echt ernsthaft verletzt hätte. Heute stehe ich da und bin einfach nur „genervt“ von seinem Boykottversuch und mache ihm klar, dass er mich nicht aufhalten wird. Seine Einwände prallen an mir ab, sein Vorwurf, dass ich ihn nicht ernst nehme ebenfalls. Er zetert und stört mich weiter, versucht mich auf die Palme zu bringen, doch er erreicht nur, dass ich irgendwann anfangen muss zu lachen und sage: „Du kannst echt froh sein, dass ich in Therapie bin, sonst würde ich jetzt die Scheidung einreichen, damit ich in Zukunft in Ruhe Fliesen legen kann.“

Und prompt war die Diskussion beendet …

Ich habe in meinem Leben schon so viele Fliesen abgeschlagen und wie man Fliesen legt, werde ich auch noch lernen. Im Frühling ist aber erst mal der Garten dran. Ich werde Euch hier im Blog an meinen dilettantischen Fähigkeiten teilhaben lassen. 😀

Ich überlege gerade, was ich heute  eigentlich sagen wollte …

Ja, eigentlich wollte ich ausschließlich von meinem dramatisch spektakulären Traum letzte Nacht erzählen. Ja, sorry, dieser Blog muss jetzt leider auch für meine Träumereien herhalten. Ich muss die Inhalte irgendwie festhalten, wer weiß, was ich damit noch alles anfangen werde. Von dem Traumerlebnis von letzter Nacht müsste eigentlich ein Roman oder besser noch ein Drehbuch verfasst werden. Das war filmreif. Aber ich glaube, das verschiebe ich oder ich mache es im Schnellformat und nicht in der Romanversion! 😀

Okay …

Es passierte irgendwo an einem Lost Place irgendwo in Deutschland. Ich bin mit ein paar Leuten unterwegs, die ich allerdings in der Realität überhaupt nicht kenne. Aber dafür kennen sie mich um so besser. Sie wissen wie ich heiße, auch wenn dieser Name überhaupt nicht meiner ist. Das interessierte mich in diesem Augenblick aber nicht, denn ich war verbissen darauf, dieses alte Gebäude zu betreten. Ich war sehr aufgeregt und folgte den drei Männern und zwei Frauen vollkommen ahnungslos. Irgendwie stellte sich im Verlauf der weiteren Szenen heraus, dass einer dieser Männer mein Freund war. Ich war irritiert, denn er hatte ernsthafte Probleme mit mir, die ich nicht verstand. Immer wieder gab er mir zu verstehen, dass er keine Kinder wollte, da sie ihn bei seinem Lost-Place-Hobby behinderten. Und so lange ich die Pille nicht nehmen würde, bestand er auf die Nutzung von Kondomen. Und während wir so durch den Wald stapften und er mich mit seinem Schwachsinn beschallte, wurde mir irgendwie klar, dass ICH die Person, mit der er redete gar nicht bin, sondern ich nur versehentlich mit der Kameraperspektive der betroffenen Person herein geraten bin. Der Perspektivenwechsel gelang schließlich und ich konnte alles von oben betrachten. Und hier sehe ich dann, wie der Mann die Diskussion abrupt beendet, weiter stapft und sie stehen bleibt. Ich zoome zu ihr. Sie legt den Rucksack ab und beginnt darin wütend herumzukramen. Sie hat übrigens MEINEN Rucksack in der Hand und ich habe das Bedürfnis ihr zu sagen, dass im vorderen Teil sämtliche Utensilien und Kleinteile für Geocaching vorhanden sind und sie aufpassen soll, dass nichts herausfällt. Ich bin auf einmal erstaunt, was für ein Schrott in meinem Rucksack ist, den ich da GANZ SICHER NICHT da rein getan habe.

Jedenfalls wühlt die Frau so lange in dem Rucksack herum, bis sie tatsächlich ein Kondom in den Händen hält. Dass sie in dem Wirrwarr auch zeitgleich eine Sicherheitsnadel befand, scheint sie nicht sonderlich zu stören, im Gegenteil. Ich bin schockiert, will es nicht glauben, was die Frau sodann tut. Bin aber auch gleichzeitig auf der Suche nach Antworten, was dieses Thema in meinem Traum zu suchen hat. Ich erinnere mich an die Sendung von „Goodbye Deutschland“ letzte Woche und erkenne die Frau und auch ihren Freund (die jetzt inzwischen glückliche Eltern sind, auch wenn er absolut keine Kinder wollte). Ich habe mir tatsächlich, während der Sendung aber die Frage gestellt, wie eine Frau von einem Mann schwanger werden kann, wenn ER es doch nicht will und somit zu verhindern weiß. Aber gegen Löcher in Kondomen, kann selbst der vorsichtigste Mann nichts ausrichten… so wie eine Frau nichts gegen einen vermeintlich Sterilisierten …, ach vergiss es. 😉 🙂

Egal …

Bullshit …

Die Frau packt die löchrigen Kondome freudig wieder weg und läuft zu den anderen. Auch ich habe mich wieder zu den anderen gesellt und bin irgendwie wieder eine von ihnen. Erst jetzt verstehe ich, dass sich hier eine Gruppe Fotografen mit Abenteurern (Schatzsuchern) zusammengetan hat, um eben dieses gottverlassene Gebäude zu betreten. Es war ein altes Anwesen, mit vernagelten Fenstern und zerfallenem Dach. Ich merke, wie wieder alles in mir zu kämpfen anfängt. Ich will da rein, will diesen Thrill, habe aber auch Angst vor dem, was alles Schlimmes passieren könnte. Ein Gefühl, das ich auch im Wachzustand kenne. Bei mir liegen Angst und Faszination ganz dicht beieinander, sodass ich Schwierigkeiten habe, mich für eine Seite zu entscheiden. Heute schiebe ich mir selbst den Riegel der Verantwortung meinen Kindern gegenüber vor, und begebe mich nicht unnötig in Gefahren, es sei den ich kann sie abschätzen.

Die Gefahr dieses verfallene Haus im Traum zu betreten war abzuschätzen, denn es war ja nur ein Traum … dessen war

(Foto: Nicole Lahr Slenderman)

(Foto: Nicole Lahr Slenderman)

ich mir im Traum nicht ständig bewusst. Während die Männer um das Gebäude laufen und Fotos machen, diskutieren die Frauen über sinnloses Zeugs, mit dem ich nichts anfangen kann. Kochrezepte, Fensterputzen, Schuhe, Fingernägel und Germanys Next Topmodel. Also mache ich mich selbst auf Entdeckungsreise. Ich lief um das Haus, versuchte durch die verrammelten und verriegelten Fenster etwas zu sehen. Manchmal sehe ich etwas, manchmal auch nicht.  Und irgendwie wurde es unheimlich. Ich höre plötzlich Geräusche. Sehe in der Ferne Gestalten durch den Wald huschen. Sie verstecken sich hinter Bäumen, kichern. Sie sahen meinem Schatten von heute sehr ähnlich. Sie kommen näher. Ich versuche die Gruppe davon zu überzeugen, dass wir besser wieder zurück zu den Autos gehen, bevor es dunkel werden würde. Doch sie wollen hier nicht weg, sie wollen sogar im Haus übernachten! 😮

Na, bravo … 😮

Ich gebe mich geschlagen …

Es dauert ewig lange, bis wir das Haus endlich betreten. So lange, dass die Gestalten, die ich im Wald sah, so nahe gekommen waren, dass sie meine Haare berührten. Danach war ich so aufgepeitscht von meiner Angst, dass ich jedes Geräusch und jede Bewegung wahr nahm. Ich war mir sicher, nicht nur draußen lauerte das Böse,  auch dieses Haus barg ein unheimliches Geheimnis. Es wartete nur noch darauf, von mir entfesselt zu werden … aber warum von mir?

Konnte das nicht jemand anderes klären? 😀

Offenbar nicht …

Die Geräusche wurden immer lauter, Stimmen riefen unsere Namen. Ich fing langsam wieder an hysterisch zu werden, denn es fiel tatsächlich auch mein Name. Das ganze erinnerte mich an den Film das Geisterschloss“ mit Liam Neeson (übrigens einer meiner Lieblingsschauspieler). Jetzt haben auch die anderen Begriffen, dass wir in echten Schwierigkeiten stecken. Wir befinden uns in einem Raum in dem es verschiedene Türen gibt. Große Türen, kleine Türen und sie alle hatten verschiedenen Farben. Es waren so viele Türen, wie wir Personen waren. Und irgendwie klingelte plötzlich der Aha-Effekt bei mir und ich wusste auf einmal ganz genau, was hier läuft – klar, war ja auch MEIN Traum. 😀

Ich stelle mich vor die Gruppe und erkläre ihnen, wie bei einem Workshop für Nicoles-Traum-Logik, dass hinter jeder Türe die  persönlich größte Angst lauert und wir nur hier raus kommen werden, wenn man sich dieser Angst mit Mut stellt. Sie lachen. Als der erste die Türe öffnete, die gefühlt  für ihn bestimmt war, lacht keiner mehr. Aus der Türe springt ein riesiges Tier, ähnlich einem Raubfisch und er versucht seinen persönlichen Angstpatienten zu fressen. Irgendwie besiegen wir ihn gemeinsam, sodass der ekelhafte Raubfisch mit Füßen verschwindet. Nach einer kurzen Verschnaufpause sehen mich alle ganz vorwurfsvoll an und fragen mich, woher ich dieses Wissen über Angst und deren Türen habe. Ich Klugscheißer könnte ja mal meine eigenen Türe aufmachen. Sie weisen mich darauf hin, dass die orangefarbene Türe meine sein müsste. Niemand anderes fühlt sich für orange zuständig. Ich zögere. Orange ist definitiv nicht meine Farbe. Nein, ich mag orange nicht, ich mag auch kein rot. Ist es daher genau die richtige Türe? Ich weiß es nicht und schaue vorsichtig durch das Schlüsselloch. Ich sehe nichts, es ist stockdunkel darin. Ich fühle mich zur weißen Türe hingezogen … liegt wahrscheinlich daran, dass ich gestern im Wachzustand, mir Renovierungsgedanken gemacht habe, und für mich feststellte, dass weiße Türen deutlich besser aussehen, als Türen in Eiche rustikal… ich schaue durch das Schlüsselloch der weißen Türe und … starre in ein Auge, dass mich ebenfalls durch das Schlüsselloch ansieht.

Das war ein Schreckmoment der Spitzenklasse… eine absolute Horrorvorstellung. Ich bin echt Meter weit zurück getaumelt.

So, und jetzt soll man auch noch den Mut aufbringen, diese Tür zu öffnen?

Gott, was hatte ich Angst!

Ich riss schließlich mit aller Entschlossenheit die Tür auf und wartet auf das schlimmste Angst-Monster aller Zeiten. Das kam aber nicht. Stattdessen blickte ich schließlich auf einen Mann, der mich erstaunt ansieht und mich dann mit aller Freundlichkeit anstrahlt. Ich kenne den Mann, kenne ihn aber doch nicht richtig, er scheint symbolisch gemeint. Ich stutze. Verstehe den Sinn nicht. Was hat das zu bedeuten? Denke, ich habe die falsche Tür geöffnet. Die anderen lachen.

„Was? Das ist deine größte Angst? Ein ganz normaler Mensch? „

Ich winke ab. Lache vorsichtshalber mal mit. Höre aber sehr schnell auf zu lachen. Der Mann kommt auf mich zu, lächelt immer noch, ich fühle, er ist ein Vertrauter, auch wenn ich ihn immer noch nicht so richtig erkenne. Er öffnet die Arme, er vermittelt mir, seine Botschaft ist liebevoll. Ich weiche zurück. Die anderen verstehen nicht, sehen mich vorwurfsvoll an.

„Was ist dein Problem?“

Er kommt näher. Ich weiche immer weiter zurück, stolpere über meine eigen Füße, stehe wieder auf und fange schließlich an zu rennen.

Was mein Problem ist?

Sehen sie denn nicht diese Gefahr? Sehen sie nicht, dass er ein Messer hinter seinem Rücken versteckt? Er will mich verletzen und vernichten!  Ich renne weg. Ich renne weg, von diesem Menschen, der mich liebevoll anlächelt und der zur Verfolgung ansetzt. Er verfolgt mich durch das ganze Haus, so lange, bis er mich in der Falle hat. Schließlich schaltete sich an dieser Stelle meine Traumpatroullie ein. Ich saß plötzlich auf meinem Sofa und schaltete von diesem filmreifen Horrorfilm mit den Worten „Auwaia, das ist aber nichts für mich!“ einfach auf „Frauentausch“ um. SUPER! 😀

Hammer Traum, oder?

Vielleicht war der Typ aus meinem Traum ja tatsächlich ein Psychopath. Aber ich gehe eher davon aus,  dass mir dieser Traum im übertragenen Sinne auch nur wieder mitteilen wollte, dass meine größte Angst nach wie vor ist, liebevollen und guten Menschen zu vertrauen und mich ihnen mit ganzem Herzen zu öffnen. Daran muss ich dringend arbeiten.

Ihr Lieben, wieder so viel ungeplantes geschrieben!

Ich danke Euch, für`s zuhören.

(Foto: Nicole Lahr)

(Foto: Nicole Lahr)


Über luzides Träumen und die Kunst des Verdrängens

Willkommen in meinem neuen Blog, auf meiner neuen Seite! 😀

Ja, ich gebe zu, die Seite ist noch nicht ganz fertig, hier und da gibt es noch Fehler und Optimierungsbedarf, aber sie ist zumindest so weit aufgeräumt und hergerichtet, dass ich „Besucher“ empfangen kann.

Komm herein, nimm Platz, ich erzähle dir, was es Neues gibt in meiner Welt…

Wie immer, fange ich mit einem belanglosen Einstiegsthema an: Meine Kurzgeschichten. Obwohl, so belanglos sind die gar nicht. Die habt ihr bestimmt auch schon entdeckt, vielleicht auch schon die eine oder andere gelesen. Jahrelang hatte ich sie vergraben und auch irgendwie vergessen, weil ich sie sinnlos fand. Diese Kurzgeschichten habe ich nämlich nicht geschrieben, weil ich einfach mal eine Kurzgeschichte schreiben wollte – außer „Das letzte Hemd„, die war für eine Anthologie gedacht, hab sie aber dann doch nicht eingereicht -, sondern weil ich einen Text schrieb, ohne dass mir der Verlauf bekannt war. Ähnlich, wie diese Blogtexte, da weiß ich auch nie, was am Ende dabei heraus kommt. Zur Erklärung: Wenn ich nicht gerade Romane schreibe, habe ich dennoch ständig irgendwelche Sachen in meinem Kopf, die raus müssen. Das sind dann Texte, die ich nicht plane oder mir ausdenke, sondern, die einfach fließen.

Manchmal sitze ich selbst davor und stelle mir die Frage: „Was will ich mir mit diesen Worten sagen?“ Diese Viertelseite schrieb ich irgendwann Mal wusste aber nicht warum und wofür.

Kurzgeschichte beispiel

Keine Ahnung, von was für einem Ding im Schrank ich da schreibe. Ich habe keine „Dinger“ in meinem Schrank, es sei denn, ich meine damit meine 4 Lieblingshosen in Größe 40, in die ich mal rein passte. Diese DINGER lösen echt ganz böse Emotionen aus.  😥  Ich arbeite (mal wieder) mit Low Carb daran. Ich schweife ab …

Nochmal zu dem Nonsens-Text da oben: Was immer ich auch damit sagen wollte, es war scheinbar in der falschen Sprache. Ich hab es selbst nicht verstanden. Die Kelleridee habe ich aber dann irgendwo in „Sonst wird dich der Jäger holen“ aufgegriffen … 😀

Ich werde sicherlich noch mehr Kurzgeschichten finden, wenn ich durch meinen Textirrsinn auf meiner Festplatte durchgestiegen bin. Ja, das ist wahrhaftig Textirrsinn, der schon an Textwahnsinn grenzt.

Doch nicht immer haben Texte, die da aus mir raus kommen, etwas mit mir persönlich zu tun, sondern entspringen einem Empfinden, dass ich mir irgendwann, irgendwo, irgendwie mal „eingefangen“ habe. Vielleicht durch Erzählungen eines anderen, einen Song, einen Film, ein Buch, den täglichen Nachrichten oder auch durch Träume. Ja, Träume liefern mir sogar ganz besonders spezielle, vielleicht sogar die besten Einfälle. Schlafe ich mit dem Gedanken an meinen aktuellen Roman ein, besteht wirklich die Möglichkeit, dass ich die Fortsetzung träume.

Habe ich eigentlich schon mal über meine „innige“ Beziehung zu meinen Träumen gesprochen? Ja, Träume sind für mich (über)lebenswichtig geworden. Sie sind nicht nur eine wichtige Informationsquelle rund um die Bewältigung von Problemen – Träume ich von einem kniffligen Problem, wird mir im Traum oft die Lösung präsentiert – ,sondern ich erfahre in meinen Träumen auch den tatsächlichen Ist-Zustand meines Befindens. Geht es mir gut? Geht es mir schlecht? Wenn ich eine Nacht darüber schlafe, dann habe ich die Antwort. Meine Träume sind auch oft Wegweiser aber auch Mahnwache. Ich hab mal geträumt ich wäre aufgestandenen und hatte keine Zähne mehr im Mund. Am nächsten Morgen machte ich einen Termin beim Zahnarzt. 😀 In meinen Träumen erfahre ich sogar Dinge, die ich bis dato selbst noch gar nicht wusste oder ich werde penetrant auf Dinge hingewiesen, die ich im Wachzustand verdränge.

Apropos …

Die psychologischen Wege, Dinge zu verdrängen sind ja schier unendlich. Ich selbst war ja 30 Jahre lang eine Meisterin im Verdrängen. Ich konnte sogar so gut Unangenehmes verdrängen, dass Manches sogar eine Zeit lang ganz aus dem Bewusstsein gestrichen war. Und für alle, die nicht wissen, wie das Verdrängen geht, hier eine kleine Anleitung:

Eine Situation wächst mir über den Kopf und je mehr ich mich mit der Situation beschäftige, desto größer und schlimmer wird sie für mich. Folglich, will ich mich nicht mehr damit beschäftigen. Also kehre ich der ungelösten oder unverarbeiteten Situation den Rücken. Ich kehre ihr den Rücken, in den Hoffnung, dass sie nicht mehr so viel Raum in meinem Kopf und in meiner Gefühlswelt einnimmt. Die erste Zeit funktioniert das nur sehr schwer, denn die Situation rebelliert, versucht sich gegen meine Ignoranz zu wehren. Sie versucht mich mit Gedanken, Erinnerungen, Ängsten und Befürchtungen oder auch Träumen auf sich aufmerksam zu machen. Doch ich verschließe weiter die Augen, will die Rufe und das Zetern nicht hören, übertöne den Krawall in meinem Kopf mit Dingen, die mich ablenken. Arbeit. Musik. Lustige Videos, Trash. So kann man den Tag halbwegs überstehen.

In der Nacht kommt die ganze Scheiße dann wieder. In der Nacht ist der Verdränger dann meist wehrlos. Ich nicht, ich bin (meistens) in der Lage, meine eigenen Träume zu beeinflussen, wenn sie mir zu „bunt“ werden. Luzides Träumen oder auch Klartraum genannt. Was genau das ist, kann Wikipedia ganz gut erklären:

Klartraum

Ein Klartraum oder auch luzider Traum (von lat.lux, lūcis „Licht“) ist ein Traum, in dem der Träumer sich dessen bewusst ist, dass er träumt. Der bedeutendste deutsche Klartraumforscher Paul Tholey formulierte das folgendermaßen: „Klarträume sind solche Träume, in denen man völlige Klarheit darüber besitzt, daß man träumt und nach eigenem Entschluss handeln kann.“  Die Fähigkeit, Klarträume zu erleben, hat vermutlich jeder Mensch, und man kann lernen, diese Form des Träumens herbeizuführen. Ein Mensch, der gezielt Klarträume erleben kann, wird auch Oneironaut genannt (von griechisch: oneiros, „Traum“ und nautēs, „Seefahrer“).

(Quelle: Wikipededia)

Tja…

Wenn ihr meine Art zu träumen kennen würdet, dann würdet ihr verstehen, warum ich genau das lernen musste. Ich muss kurz ausholen: Ich träume immer echt turbulentes und spannendes Zeug, aber es gab eine Zeit, da nahmen die Albträume einfach überhand. Mit der Geburt meiner ersten Tochter vor 14 Jahren, kam auch die Angst auf die Welt, dass ihr etwas passieren könnte. Die Angst, die ich tagsüber mit aller Gewalt verdrängte, suchte mich dann ständig nachts heim. Vor 10 Jahren träumte ich dann diesen schrecklichen Traum, der mich so traumatisiert hat, dass ich im Anschluss hysterisch nach einem „Mittel“ gegen Albträume suchte. 😮

Ich träumte, meine Tochter (damals 5 Jahre alt) sei verschwunden. Ich hatte sie überall gesucht, fand sie aber nicht. Es folgte ein großes Polizeiaufgebot, mit Spürhunden. Fieberhaft und wie betäubt folgte ich der Polizei zu einem Waldstück, das irgendwann zu einem Sumpf wurde. Es dauerte nicht lange, bis die Suchhunde anschlugen und ein totes Kind fanden. Im Traum drehte ich vollkommen durch, das waren echte Emotionen, ganz schlimme Emotionen und ich wachte schließlich auf. Das Aufwachen brachte etwas Erleichterung, denn mir wurde klar, dass ich nur geträumt hatte. Es war inzwischen hell geworden draußen. Ich stand benommen und noch vollkommen schockiert auf, schaute im Zimmer meiner Tochter vorbei, die scheinbar schon aufgestanden war. Ich und ging (im Schlafanzug) die Treppe hinunter. Plötzlich hörte ich Stimmen. Irritiert, wer da so am frühen Morgen in meiner Küche redete, betrat ich den Raum in dem viele Menschen standen. Familie, Freunde, alle schwarz gekleidet und sie hörten auf zu reden, als sie mich sahen. Sie starrten mich an und ich starrte sie an. Was machten sie alle am frühen Morgen in meiner Küche?

„Was wollt ihr hier?!“

„Du solltest dich wieder hinlegen, du siehst nicht gut aus, sagte jemand und legte behutsam seinen Arm um mich.“

Ich stieß den Arm weg und spürte plötzlich diese unterschwellige Gewissheit: Hier stimmte etwas nicht. Und es dauerte nur einen Bruchteil von Sekunden als mir plötzlich klar wurde, dass sie alle gekommen waren, um meine Tochter zu beerdigen. Das, was ich zuvor geträumt hatte, war also passiert?! Ich drehte sodann auch noch ein Weiteres Mal durch. Durch dieses Durchdrehen wachte ich schließlich tatsächlich auf, traute aber der ganzen Traum-Wach-Scheiße nicht und stürzte mitten in der Nacht panisch in das Zimmer meiner Tochter und überprüfte Ihre Atmung und Ihren Puls.

Und für alle, die bis dahin glaubten, diese „Traum im Traum“ Szenarien gäbe es nur in Horrorfilmen?! NEIN! Ich habe es erlebt und es hat mich so schockiert und verletzt, dass sich zwei Tage total neben der Spur war. Ich hatte plötzlich Angst vor dem Schlafen und bekam Schlafstörungen. Es musste also eine Lösung her. Ich googelte und stieß eben auf die Technik des Klartraums. Ich konnte mir nicht vorstellen, dass das funktioniert. Ich dachte, wenn ich träume, dann träume ich, bin also nicht wach und kann nicht bewusst irgendetwas steuern oder beeinflussen. Aber offenbar reicht hier schon der feste Wille genau das tun zu wollen, dass das Gehirn im Schlaf eine kleine Tür offen lässt. Auch habe ich mich beim Einschlafen darauf konzentriert, die Kontrolle über den kommenden Traum zu behalten … die imaginäre Waffe unter dem Kopfkissen. 😀

Für alle. Die mehr wissen wollen. Der Orkan erklärt das in dem Video ganz gut. Mehr Infos von ihm gibt es auf www.luzides-träumen.com.

Und es funktioniert wirklich. Mein erstes Klartraumerlebnis habe ich sogar noch sehr gut im Kopf – das war 2006:

Ich stand auf einem großen Gelände, dass es nicht wirklich in Linz am Rhein gab, aber es sollte mir eben vor Augen halten, dass in diesem Moment alle Schulen der Gegend auf diesem Platz vertreten waren. Gymnasium, Realschule, Grund – und Hauptschule. Ich fand das in diesem Augenblick sehr praktisch, denn so konnte ich gleich beide Kinder – ich hatte damals noch eine Stieftochter – abholen. Es klingelte gerade zum Schulende, als plötzlich zwei qualmende Flugzeuge am Himmel auftauchten, die mit einem ohrenbetäubendem Getöse abstürzten und in die Schulen krachten – das ganze natürlich wieder in super Bildqualität inkl. Dolbysurround. Die Druckwelle der Explosion schleuderte mich meterweit und ich spürte die Hitze in meinem Gesicht. 😮

Die beiden Flugzeuge waren also in die Schulen gekracht, in denen sich meine (und viele andere) Kinder befanden. Hilflos sah ich dieses schreckliche Unglück und stand kurz davor wieder in Panik und in einen emotionalen Ausnahmezustand zu geraten, wenn da nicht plötzlich die kleine Tür im Gehirn aufgegangen und meine Anti-Alptraum-Patroullie aufmarschiert wäre. Meine Traumpatroullie schaffte es allerdings nicht mich aus diesem Traum zu wecken – dazu schlief ich viel zu tief und fest – , aber sie brachte mich dazu, ruhig und fast schon gelassen aufzustehen, mir den Staub von der Hose zu klopfen, die Denkerpose einzunehmen und mir klar zu machen, dass das hier nur ein Traum war. Ich wusste im Traum tatsächlich, dass es nur ein Traum war, weil am Nachmittag zuvor ein Flugzeug über unser Haus geflogen war und ich mich kurzzeitig mit der Dolbysurround-Vorstellung quälte, das es theoretisch ja auch jetzt abstürzen könnte. Die schrecklichen Bilder vom World Trade Center werde ich wohl auch nie vergessen. Zeitgleich unterhielt ich mich mit meinen Kindern über das genau Datum, wann die Schule nach den Ferien wieder anfängt. Diese Traum war also nichts weiter als zusammengequirlter Scheiß aus irgendwelchen Tageseindrücken, unterlegt von meiner ständigen Angst um die Kinder.

Da stand ich nun in den Trümmern und machte mir zwar klar, dass es nur ein Traum war, aber diese Klarheit fing an zu bröckeln. Es ist ein Kampf. Albtraum vs. Klartraum. Ich spürte wieder die Hitze des Feuers und machte mir Sorgen um die Kinder. Ich konnte nicht aufwachen, also musste dieser Traum zumindest ein Happy End haben, damit ich ihn unbeschadet überstand. Ich versuchte den Verlauf zu ändern und  zwar so, wie er mir am sinnvollsten erschien. Ruhig bleiben, nicht in Panik geraten und darauf achten, dass ich nicht die Kontrolle verlor. Ich lief zunächst zur Grundschule, die vollkommen in Flammen und Trümmern stand, aber konnte es so einrichten, dass alle Kinder brav in Zweierreihen und unversehrt aus dem Gebäude geführt wurden – ich musste quasi nur darauf warten, dass Hanna herauskam. Sie kam und ich nahm sie an die Hand und lief zur Realschule, wo meine Stieftochter Rachel schon auf mich wartete und mir mitteilte, dass sie noch nicht mitkommen könnte, weil sie doch vor kurzem ihren Erste-Hilfe-Schein gemacht hat und nun helfen möchte.

Ja, in diesem schrecklichen Traum, gab es ungaublicherweise keine Verletzten und keine Toten, eben weil ich das im Klartraum so wollte. Dass ich am Ende dieses Traums letztendlich doch noch von Männern in U.S Uniformen und Maschinengewehren verfolgt wurde, weiß ich nicht – das war mir allerdings auch zu blöd und ich wachte auf. 😀

Das war der erste Klartraum und es folgten Weitere, in denen ich es sogar immer wieder schaffte, die Traumsituation ins Lächerlich zu ziehen. Ich träumte, dass ich mit meiner Tochter das Phantasialand besuchte und plötzlich ein riesiges Monster durch den Park stapfte und großes Unheil anrichten wollte. Irgendwann stand das Monster vor mir und starrte mich an. Ich starrte das Monster an und  fing plötzlich an zu lachen. Ich hatte so einen Lachflash, dass das Monster ebenfalls lachte. Und irgendwann lachte der ganze Park, das Monster ging nach Hause und alles war gut. 😆

So viel zum Thema Träume und Albträume, die (zumindest bei mir) beim Verdrängen immer eine sehr wichtige und nicht immer angenehme Rolle spielen.

Aber ursprünglich war ich doch bei der Anleitung zu „Verdrängen“, oder? 🙂

Eine Situation wächst mir über den Kopf und je mehr ich mich mit der Situation beschäftige, desto größer und schlimmer wird sie für mich. Folglich, will ich mich nicht mehr damit beschäftigen … bla…bla…bla… die erste Zeit funktioniert das nur sehr schwer, denn die Situation rebelliert, versucht sich gegen meine Ignoranz zu wehren… bla bla bla … in der Nacht kommt die ganze Scheiße dann wieder. Manchmal wacht man dann morgens müde und gerädert auf und hat das unterschwellige Gefühl, dass irgendetwas nicht mit einem stimmt. Der Verdränger vermeidet dann tunlichst das eigene Hinterfragen. Er will nicht wissen, was das Unterbewusstsein die ganze Nacht getrieben hat. Auch das funktioniert eine Zeit lang. Wenn meinen seinen Job gut macht, gerät die unverarbeitete und ungeklärte Situation tatsächlich in Vergessenheit. Es wird sprichwörtlich unter einem Berg von Ignoranz, Ablenkung und üblichen Alltagsstress vergraben. Viele haben die Hoffnung, dass es sich irgendwann einfach in Luft auflöst … aber das tut es nicht. Nein, im Verborgenen fängt es an zu wachsen. Wie ein Tumor … ein Tumor, der irgendwann anfängt seine psychosomatischen Ableger zu streuen … kleine körperliche Probleme … Verspannungen, chronische Muskelschmerzen (Fibromylagie), ein geschwächtes Immunsystem, Herzprobleme, Kreislaufprobleme, Atem – und Schluckbeschwerden, kreisrunder Haarausfall, Schwindel … die Liste der psychosomatischen Krankheitsbilder sind schier unendlich. Und das alles nur, weil man einer unverarbeiteten Situation oder Situationen den Rücken gekehrt und sie in den tiefen der eigenen Seele vergraben hat.

Ja, wenn ich eines in den letzten Wochen gelernt habe, dann ist es die Tatsache, dass Verdrängen, tatsächlich der schlechteste Weg ist, um sich Probleme vom Leib zu halten. So schwer es auch ist, die Auseinandersetzung mit Situationen und Erlebnissen zu ertragen und so weh es auch tut, der Weg des Verdrängens führt immer ins größere Unglück!

Achtet auf eure Träume, sie verraten durchaus mehr, als einem vielleicht lieb ist …  <3

 Eigentlich wollte ich heute über etwas ganz anderes schreiben … 😆

Über das Universum des Bewusstseins oder „wie treibt man sich selbst in den Wahnsinn“

(Foto: Bernd Kasper  / pixelio.de)

Kurz vorweg: Heute geht es etwas gruselig bei mir zu, also zartbesaitete, sollten das nicht lesen … 😉

Tja, so schnell kann´s gehen …

Vor 5 Minuten beschäftigte ich mich noch (unter Fieber und Hardcoreschnupfen) mit meinen (dynamischen und mobiltauglichen) neuen Webseiten und jetzt bin ich hier. Nennen wir es unfreiwillige Zwangspause … oder Flucht, sonst laufe ich heute wegen diesem Mist noch Amok. 🙁

Ich bin ja wirklich ein geduldiger Mensch, aber wenn ich eins nicht leiden kann, dann ist es Zeitverschwendung. Und unter Zeitverschwendung verstehe ich die Zeit, in der ich mich mit etwas beschäftige(n muss), was mich nervt oder mir keinen Spaß macht. Ja, bei so etwas bin ich sehr empfindlich. Deshalb hasse ich beispielsweise auch Herumzappen im TV. Wenn ich TV schaue, dann muss mich das ausnahmslos interessieren, sonst ist es Zeitverschwendung und ich arbeite (abends) lieber. Um meine Zeit nicht zu verschwenden, bin auch immer mit irgendetwas beschäftigt, selbst wenn ich nicht´s tuen soll, so wie jetzt, wo ich krank bin, liege ich mit dem Laptop auf der Couch und arbeite. Aus diesem Grund gibt es in meinem Leben auch keine Langeweile. Ich kann mich gar nicht mehr daran erinnern, wann mir das letzte Mal langweilig war …

Beschäftigungen, auch wenn sie auf den ersten Blick sinnfrei erscheinen, müssen mir Spaß machen oder zumindest einen gewissen Zweck erfüllen, der zur Freude führt, sonst ist es Zeitverschwendung und Zeitverschwendung macht mich wütend und ungeduldig.

Mich (ohne professionelle Hilfe) um Webseiten zu kümmern macht mir zwar Spaß, allerdings haben sich die Zeiten und die Ansprüche in den letzten zehn Jahren extrem geändert, sodass dass Erstellen einer (für alle Endgeräte tauglichen) dynamischen Webseite doch schon eine Herausforderung ist. Learning by doing, ein paar PHP und HTML Kenntnisse auffrischen und schon sollte es eigentlich funktionieren. Tut es ja auch … aber dann halten mich so nervtötende Sachen auf, wie verloren gegangene Texte, Bildbearbeitung die mich überfordert und nicht eingeplante Fehler, die einem Profi sicherlich nicht passieren würden – siehe dieses Bild:

Fehler HTML

Ja, ich kann es natürlich auch so lassen, aber dann ist es halt Kacke! 😀

So, damit das dort oben wieder repariert werden kann, wollte ich eigentlich Plan B ausprobieren, dafür musste ich mich zunächst ausloggen und als ich mich wieder einloggen wollte … kam diese Meldung! 🙁

Strato Meldung

Tja, und somit wurde bei mir eine Zwangspause eingeläutet … 😀

Freiwillig hätte ich natürlich nicht aufgegeben, da kann mich selbst so eine blöde Grippe nicht von abhalten. Aber gegen eine vorübergehende Login-Sperre bin ich machtlos.

Apropos machtlos …

Gedankensprung und Extremthemenwechsel …

Ich habe gestern einen Film gesehen – ich verrate jetzt extra nicht welchen Film, um nicht zu spoilern -, dessen Thematik mich echt vom Hocker gehauen hat. Wobei ich nicht den eigentlichen Handlungsfaden meine (Aufklärung eines sexuellen Missbrauchs im Rahmen satanistischer Rituale), sondern, die psychologische Meisterleistung in diesem Film. In diesem Film spielte auch ein Psychologe eine maßgebliche Rolle. Er begleitete die Ermittlungen und hielt nahezu jedem Beteiligten (auch sich selbst) den Spiegel vor. Je mehr Details aus den Erzählungen des Opfers über die Satanisten aufgedeckt wurden, desto mehr gerieten die Ermittlungen außer Kontrolle. Es herrschte plötzlich allgemein Entsetzen, Angst, Panik und Paranoia. Ja, selbst der atheistisch überzeugte Ermittler griff schließlich aus Angst plötzlich zur Bibel …

Diese Reaktion kann ich verstehen. Ich habe auch mal instinktiv gebetet. Das war als ich mal bei einem Irren im Auto saß, der es ganz toll fand, mit 150 Sachen durch eine Ortschaft zu brettern und dabei Slalom mit Verkehrsinseln zu vollziehen. Ich dachte, das überleben wir nicht. Ich habe damals auf der Rückbank meinen Kopf auf die Knie gelegt, die Augen geschlossen und gebetet – das habe ich dem Kerl bis heute nicht verziehen!  🙁

Der Psychologe in diesem Film sagte dann irgendwann folgenden Satz:

„Das menschliche Bewusstsein ist ein ganzes Universum“

Ein Satz, den ich vollends unterstreichen kann…

Und er sagte noch eine Menge anderer wichtiger Dinge, in denen ich mich erschreckend oft wiedererkannt habe. Es ging eigentlich grundlegend um die Frage, was Angst, Befürchtungen und die eigene Fantasie mit dem Bewusstsein aber auch mit dem Unterbewusstsein macht. Ganz gleich, ob es hier um Wahrheit oder vielleicht sogar um eine Lüge geht. Undenkbares wird plötzlich denkbar … die Angst kennt plötzlich keine Grenzen mehr … alles gerät außer Kontrolle.

Tja, wie ihr wisst, hat grenzenlose Angst mit mir eine ganze Menge gemacht und auch mich in den Kontrollverlust getrieben … 😀

Ja, also wenn ich ein ganz besonders großes Talent habe, dann tatsächlich, mich selbst mit meinen Ängsten, schlimmsten Befürchtungen und meiner überaus blühenden Fantasie in den Wahnsinn zu treiben.

Bestes Beispiel:

Ich habe mal in einem kleinen urigen Bauernhaus gewohnt.

Ach, da fällt mir gerade ein, da gibt es noch ein Video aus dem Jahr 2009, in dem ich mich einer Angst-Situation stellen musste. Zur Info: Ich lebte zu diesem Zeitpunk alleine mit meiner Tochter (und meinem Billardtisch) auf diesem Bauernhof.

Ich bitte die dummen Textkommentare und auch den anderen Quatsch in diesem Video zu entschuldigen, ich war damals noch nicht so „erwachsen“ wie heute. 😀

Ja, also in diesem Bauernhaus habe ich gewohnt. Ich habe mich eigentlich dort sehr wohl gefühlt, auch wenn es dort immer wieder neue Geräusche und Krachen im Gebälk gab. Auch die nostalgischen Stallungen gaben mir immer wieder Grund für mystische Spekulationen aber so eine richtig begründete Angst habe ich nie gehabt …

Bis zu dem Tag, als ich plötzlich dieses „Gerücht“ von einem Kind aus der Nachbarschaft aufschnappte:

„Im Stall dort hat sich doch der Mann vom Pferdehof erhängt!“

Ich so: „Auwaia … wie schrecklich … wenn das stimmt, ist das aber bestimmt schon hunderte von Jahren her. „

Er so: „Nein, das war letztes Jahr!“

Hö? 😮

Zur Info: Zum Zeitpunkt dieses Gespräches wohnte ich schon 5 Jahre dort! Ich redete auf den Jungen ein und versuchte ihm glaubhaft zu vermitteln, dass dies vollkommener Quatsch sei. Immerhin wohnte ich dort und hätte das ja dann irgendwie mitbekommen. Vor allem, weil mein Schlafzimmer direkt neben dem Stall war, quasi nur durch eine dünne Lehmwand getrennt. Es kann sich doch keiner da so einfach erhängen und schon gar nicht ein paar Meter von mir entfernt. Außerdem hatte ich den Mann, der jedes Jahr im Stall ballenweise Stroh lagerte, doch letzt noch gesehen … glaube ich. Außerdem hätte ich es spätestens dann bemerkt, wenn Polizei und Spurensicherung vor Ort gewesen wären. Die kamen ja auch damals, … wegen dem Einbruch in diesem (an einen Vertreter für Schwimmbadzubehör  untervermieteten) Stall.

Das war … letztes Jahr … ?! 😮

Meine Gedanken überschlugen sich. Erinnerungen stiegen auf, als ich damals aus dem Haus kam und tatsächlich Polizei und Vertreter (mit dem aschfahlen Gesicht) an den Stallungen sah, mich aber nicht weiter darum kümmerte, weil ich echt an einen Einbruch dachte. Natürlich fühlte ich mich mit dem Gedanken, dass sich hier ein Einbrecher herumtrieb nicht besonders wohl, aber ich hatte einen großartigen Wachhund zu Hause. Außerdem wollte ich die Leute nicht Fragen, deren Antworten mich sicher nichts angingen, bei ihrer Arbeit stören. Für Klatsch und Tratsch, Gaffen und Stören waren andere im Dorf zuständig. Zudem dachte ich auch, dass die Polizei sich schon bei mir melden würde, wenn sie etwas von mir wissen wollten …

Wollten sie aber nicht …

Und diese Situation geriet in Vergessenheit, bis dieser Junge da plötzlich diese ungeheure Sache behauptete. Mit diesem Moment fing mein „Universum“ auch ohne jegliche Bestätigung des Wahrheitsgehaltes an in Wallung zu geraten. In HD und Dolby Digital sah ich den Mann des Pferdehofes, mittleren Alters, wie er den Stall mit irgendeinem Seil betritt, vielleicht sogar mit einem Führstrick oder einer Longierleine im Gepäck. Er ist wie betäubt. Vielleicht ist er auch tatsächlich durch Drogen oder Alkohol betäubt. Der tiefe Schmerz auf seiner Seele löst eine unstillbare Todessehnsucht in ihm aus. Vielleicht ist er traurig, vielleicht auch voller Hass. Was immer ihm auch widerfahren ist, er hat sich entschlossen, diese Welt zu verlassen. Er nimmt diese riesige Leiter, um an den großen Mittelbalken zu kommen. Er befestigt den Strick. Der Galgen ist bereit für ihn, die Schlinge um seinen Hals, dann vollstreckt er seinen Plan … STOP! 😮

Ich beschloss einfach jemanden zu fragen, der es wissen müsste, meine Vermieterin, die drei Häuser weiter wohnte. Auch wenn ich mir sicher war, dass an der Geschichte nichts dran war – , denn sonst hätte sie mir das doch 100 % gesagt -, fragte ich sie einen Tag später.

„Sag, Anneliese, hat sich jemand im Stall das Leben genommen?“

„So ein Quatsch!“

Ihre Körpersprache verriet mir allerdings mehr als mir lieb war, auch wenn sie lachend abwinkte. In ihren Augen spiegelte sich das blanke Entsetzen. Ihr Körper war angespannt und sie wicht immer wieder meinen Blick aus. Ich hatte mit dieser Frage einen sensiblen Punkt getroffen. Ich hatte sie auf diese „Schande“ angesprochen, ich hatte überhaupt diese vermeintliche Tragödie (die wohl nie an die Öffentlichkeit kommen sollte) laut ausgesprochen. Sie versuchte noch viele weitere Minuten mich an der Nase herumzuführen, bis ich ihr zu verstehen gab, dass ich als Mieterin dieses Hauses schon ein Recht auf die volle Wahrheit habe…

„Ja, es stimmt! Das war letztes Jahr. Ich wollte nicht, dass du davon erfährst. Wenn ich dir die Wahrheit gesagt hätte, dann wärst du sicherlich ausgezogen …“

😮

„Das menschliche Bewusstsein ist ein ganzes Universum“

Und manchmal gerät dieses Universum durch Ängste, Befürchtungen und eigene Fantasien vollkommen außer Kontrolle.

Bis zu diesem Tag, hatte ich nie Probleme mit meinem Schlafzimmer und auch nicht mit meinem Bett oder allgemein mit dem Schlafen…

Mit dieser grausamen Gewissheit im Bewusstsein, war jede Nacht eine Herausforderung. Nicht nur, dass ich anfing mir Vorwürfe zu machen, nichts bemerkt oder es gar verhindert zu haben. Sondern ich fing auch an Gespenster zu sehen. Gleich an meinem Kopf war die Mauer, die uns trennte. Ich hörte ihn in der Nacht. Ich hörte, wie er weinte, ich hörte und spürte seinen Schmerz. Ich hörte das Holz Knarren, das Schaukeln seines Körpers am Balken, sein Röcheln… tja, und schon wurde die Nacht zum Tag. 😀

Mann, was war ich hysterisch …

Und ich habe diesen Stall auch nie wieder betreten aus Angst, seinen letzten Emotionen zu begegnen, die meiner Meinung nach vor Ort bleiben (könnten) …

Natürlich wusste ich auch damals, dass dies alles nur in meinem Kopf stattfand und nicht real war, aber es hatte dennoch zu erheblichen Schlafstörungen geführt. Es dauerte tatsächlich ein paar Tage, bis ich mich wieder eingekriegt habe. 🙂

Auch heute merke ich immer wieder, wie leicht es ist, mich und mein Universum zu verunsichern. Vor ein paar Monaten erzählten mir ein Mensch, der mir sehr nahe steht, eine unglaubliche Gespenstergeschichte. Eine Situation, wo ich eventuell nur irritiert gewesen wäre, dass dieser Mensch (mit Verstand) tatsächlich an so etwas glaubt. Diese Gespenstergeschichte wurde von weiteren Personen, die dabei waren, bestätigt, was mich noch mehr irritierte und auch zur Nachforschung getrieben hat. Eigentlich könnte mir das Ganze echt egal sein, aber diese Geschichte bezog sich auf das Haus in dem ich wohne… ich glaube nicht an Gespenster, aber ich finde es befremdlich, wenn andere Menschen erzählen, dass Gespenster in unserem Haus waren. 😮

Ja, genau, und schon dreht sich der Kreis des Bewusstseinsuniversums und inklusive dem Was-Wäre-Wenn-Es-Doch-Wahr-Ist-Gedanken und der Aussage meiner Tochter „Ich glaube, da ist Etwas im Keller, etwas, dass mein Bett macht“ (ich war es definitiv nicht!), ist der Anfang der Massenhysterie perfekt.

Hysterie aufgrund von Erzählungen und Behauptungen anderer, ohne bestätigte Wahrheit oder ohne es selbst erlebt zu haben … 😀

Ich hasse sowas, finde es aber auch irgendwie witzig. Und ich bin mir sicher, es gibt für alles eine Erklärung, man muss sie nur herausfinden …

Ja, ja, das Bewusstsein und seine gelegentlichen Wahrnehmungsstörungen …

Aber diese Form von Wahrnehmungsstörungen müssen sich nicht zwangsläufig nur auf Ängst und Befürchtungen beschränken. Es gibt sie auch genau in die andere Richtung, das Bewusstsein als Universum mit Sehnsüchten, Wünschen,Träumen und Fantasien. Ich habe mir aber sagen lassen, dass diese Richtung eindeutig die bessere ist … positives Denken, Ehrgeiz und die Liebe zu dem, was man tut, ist ein wirksames Mittel, insbesondere dann, wenn man sich ein (berufliches) Ziel gesetzt hat.

So, ich muss weitermachen …

Bis bald! <3

P.S:  Dies ist der letzte Beitrag an dieser Stelle, in den nächsten Tagen geht es auf neuem Terrain weiter. Ich werde Euch informieren. 🙂