Nachtgedanken: Ich bin also zu blöd…?

THERAPEUTISCH SEHR WERTVOLLER TEXT – ICH WEHRE MICH NÄMLICH GERADE

(AUF MEINE WEISE) 😎

Hm…

Mir ist gerade ein Topf Erbsensuppe angebrannt. Man(n) könnte also behaupten, ich sei zu blöd, um einen Topf Erbsensuppe warm zu machen … ich war abgelenkt. Ob das jetzt dumm oder blöd war, darüber werde ich mir später Gedanken machen, muss vorher noch etwas anderes erledigen, nämlich Frust ablassen.

Ich ertappe mich nämlich gerade dabei, wie ich den Begriff „Spacko“ google, um bei Facebook die Definition zu posten, mit dem bösen Plan, einen Menschen, der mir gerade echt auf den Sack geht, darin zu verlinken. Aber das würde ja an Diskriminierung grenzen und so etwas liegt mir fern. Ich gebe zu, wenn ich wütend bin, neige ich gerne zu Kurzschlusshandlungen, wie ein „Ich bin ein Idiot!“-Posting abzusetzen, wenn der Streitpartner vergessen hat sich auszuloggen. Problem ist nur: Ich kann nicht einmal aufrichtige Beleidigungen ablassen, ohne dabei dass Bedürfnis zu haben, mich sofort dafür zu entschuldigen…

Willkommen in meinem Leben… 😕

… und wie schön, dass es in meinem Leben die Ausweichmöglichkeit „Blog“ gibt, denn hier muss ich mich für nichts entschuldigen, denn ich nenne ja keine Namen. 😉

Die Definition von Spacko:

„Ein Mensch, der sich idiotisch verhält. Spacken ist die Mehrzahl von Spacko. Das Verb zu Spacken ist „abspacken“ bzw „rumspacken“ …“

Meine persönliche Definition von Spacko:

Menschen, die andere Menschen gezielt niedermachen, beleidigen und verbal verletzen. Menschen, die ihren eigenen Psychoscheiß auf andere projizieren. Menschen, die einem das Wort im Mund umdrehen, weil ihnen keine eigenen Argumente einfallen. Menschen, die Streit suchen. Menschen, die unehrlich sind. Menschen, die aus den Schwächen des Gegenübers eine gefährliche Waffe basteln…

Und ich könnte jetzt noch viele Seiten darüber schreiben, was für mich alles unter „Spacko“ fällt …

Ich merke gerade, ich bin so richtig in Fahrt. Heute gibt es einen Text der ganz besonderen Art. Eben ein solcher Text, den ich nach dem Schreiben in der Regel wieder lösche. Ja, ich lösche solche Verzweiflungstexte, weil ich bis dato dachte, einer meiner größten Schwächen würde keinen etwas angehen. Aber wer definiert, was, wen, was angeht? Geht mich nix an, geht dich nix an, wir gehen uns nix an und am Ende sind wir doch so sehr ineinander verwoben, dass wir uns gegenseitig eine Menge angehen.

Was geht jetzt wen etwas an? Du, der diesen Text liest und ich, die diesen Text schreibt… alles klar? 🙂

Wenn es um das „angehen“ geht, dann muss ich unwillkürlich an die Straße denken, in der ich wohne. Hier sehe ich täglich, wie brav vor der eigenen Türe gekehrt wird, Vorgärten gepflegt, die Fenster geputzt, Hecken und Büsche mit Scheren beschnitten und höflich Real-Social-Media an den Gartenzäunen gefrönt wird. Ganz nach dem Motto: Was geht mich das an, was der Nachbar macht? (Wir machen es eh besser!) 😀 Und wie sich alle liebevoll gute Nacht sagen, wenn die Lichter zum Schlafengehen gelöscht werden. Echt, manchmal habe ich den Eindruck, die machen das alle mit Absicht, damit ich mich wie eine Außerirdische fühle und ich freiwillig zu meinem Heimatplaneten zurückkehre …

Ich glaube allerdings, mich hat in den letzten drei Jahren noch keiner Fenster putzen sehen… 😯

Zwischenfrage: Bin ich eigentlich die Einzige, die nie weiß, welche Mülltonnen als nächstes abgeholt werden und diese stumme Frage von den stummen Mülltonnen der Nachbarn abhängig macht? 😆

Jedenfalls riecht es in unserer Straße immer nach Friede-Freude-Eierkuchen. Hier gibt es kein Chaos. Nein! Gott bewahre! Keine Probleme, keine Lebenskrisen, keine psychischen Ausnahmezustände. Hier wird nicht gestritten. Hier wird auch nicht hinter dem Rücken des anderen geredet. Hier werden Ehen auch nicht in Eigenregie geschieden, hier scheidet nur der Tod. Und plötzlich hast Du das Gefühl, als seist Du der einzige Mensch auf der Welt, in dessen Leben in regelmäßigen Abständen Ausnahmezustand herrscht und du bist auch der einzige Mensch, auf der Welt, dessen Verzweiflung und Frust durch die Straßen schallt. Mein Streitpartner ist da eher einer von der Sorte, der mir gerne den Mund zuhalten würde, damit das, was im Streitfall aus meinem Mund kommt nicht an Dritte weiter gelangt:

„Die Nachbarn müssen nicht hören, wie du dich benimmst!“

Meine Antwort (doppelt so laut, wegen dem imaginären Megaphon):

„Mir doch egal! Sollen die Nachbarn doch hören, was hier los ist – SPACKO!“ 😈

Es gab mal eine Situation, in der ich auch mal ungewollt (auf offener Straße) einen Einblick in anderer Leutes Probleme bekam und habe festgestellt, dass mir dieser Blick hinter die Kulissen eine ganze Menge wertvoller Erkenntnisse gegeben hat. Nämlich: Jeder hat Spacken in seinem Leben (manchmal sogar im eigenen Haus oder zwei Straßen weiter) und hinter jeder Haustüre – selbst wenn diese von außen noch so sauber ist und blitzt – kann es sehr unschön und dreckig zugehen (die sind nur besser im Verbergen und legen viel Wert darauf den schönen Schein zu wahren) … aber nichts für ungut, Dorf- und Nachbarschaftsgeschichten sind für mich Inspiration pur. 🙂

Was ich eigentlich sagen will:

Es ist wieder passiert, der Haussegen hängt wegen einer augenscheinlichen Lappalie (ernsthaft) schief, die Straße (und jetzt auch Blog und Facebook) weiß inzwischen Bescheid, mein Kontrahent ist (aufgrund mangelndem Interesse) klar im Vorteil und ich versuche mich gerade wieder krampfhaft an die Anweisungen meiner Therapeutin zu halten, die mit bei meinem Problem „Nicht auf Kindergarten Niveau streiten zu können“ folgendes riet:

Sein Verhalten ist grundsätzlich nicht IHR Problem, sondern SEINS!

Suchen Sie nicht wieder ständig die Schuld bei sich!

Provokationen und Beleidigungen aushalten!

Nicht ernst nehmen!

Nicht persönlich oder zu Herzen nehmen!

Wehren Sie sich! Das müssen Sie sich nicht gefallen lassen! Schlagen Sie ihn mit seinen eigenen Waffen – tun sie das, was er tut!

Lassen Sie ihn nicht davon kommen, machen Sie klar, dass Sie das nicht wollen!

Sehr witzig… 😕

Das hat etwas von der fragwürdigen STOPPREGEL damals aus dem Kindergarten. (Ist das eigentlich heute noch aktuell?) Ein Kind schlägt ein anderes und das Opfer soll mutig den Arm nach vorne schieben und sagen: STOP, DAS MÖCHTE ICH NICHT!

Zum besseren Verständnis:

Mein Streitpartner behauptete heute (großkotzig und arrogant wie er ist), dass ich zu dumm und zu blöd sei, ein übergroßes Gemälde (ca 1,40 m hoch und ca. 1,50 m breit) aufzuhängen. Ich könne das aus Prinzip nicht. Nein, kein Scherz! Das war sein schonungsloser Ernst! Diese Aussage ist für mich an sich schon sehr verletzend und beleidigend, doch viel schlimmer finde ich, dass dies eine freche, argumentlose und an den Haaren herbeigezogene Behauptung ist. Derjenige kann gar nicht wissen, dass ich zu dumm und zu blöd bin, dafür müsste ich es erst versuchen und kläglich scheitern. Die Krönung der ganzen Show: Mein Streitpartner will das Bild selbst nicht aufhängen (weil er es sich selbst nicht zutraut), und kann scheinbar den Gedanken nicht ertragen, dass ich ggf. erfolgreicher mit Bohrmaschine, Dübel und Schrauben umgehen kann als er. Und diese Situation steht übrigens für unzählige weitere Situationen aus der Vergangenheit, in denen ich mich grundlos für dumm und unfähig erklären lassen musste, nur weil das Ego meines Gegenübers überschäumt …

Ich weiß, klingt lächerlich… ist es für andere vielleicht … aber für mich ist diese Form von Abwertung  (von einem Mann) „für dumm, unfähig und zu blöd erklärt zu werden“ ein wirklich ernsthaftes (existenzielles) Problem … was mein Streitpartner weiß und daher helle Freude daran zu haben scheint, diese Grenze immer wieder zu überschreiten.

Es verletzt mich und löst jedes mal eine unerträgliche Wut in mir aus …

Allerdings wird jedes mal mein „STOPP, DAS MÖCHTE ICH NICHT!“ überhört oder zusammenhang- und argumentlos in Grund und Boden gelabert.

Doch ich frage mich: Was ist daran nicht zu verstehen?

Was ist an …

„STOPP, ICH MÖCHTE NICHT VON DIR STÄNDIG ABGEWERTET WERDEN!“

… nicht zu verstehen? 😯

Und was ich mich an dieser Stelle auch ernsthaft frage: Muss dieser alberne Geschlechterkampf wirklich sein? Ist es für Männer wirklich so schlimm, wenn eine Frau nicht nur Brüste, sondern auch etwas im Kopf hat, handwerklich begabt ist und auch großen Spaß am Heimwerken und an anderen rauen Tätigkeiten (Holz hacken, arbeiten mit Kettensäge) etc. hat? Ich hatte die Tage etwas gelesen, was diese These angeblich bestätigt. Männer bevorzugen weniger intelligente Frauen, die gut aussehen (idealerweise große Brüste haben) und sich gerne führen lassen …

Es soll aber glücklicherweise auch Ausnahmen geben. 😀

Tja…

Auf was sollte ich lt. Therapeutin noch achten?

  • Sein Verhalten ist grundsätzlich nicht IHR Problem, sondern SEINS!

Ja, ich weiß das! Er will davon jedoch nichts wissen. Meinen ernst gemeinter Vorschlag, sich einen Therapeuten zu suchen wurde mit einem empörten „DU bist doch nicht ganz dicht!“ und einer Scheibenwischergeste abgeblockt.

  • Suchen Sie nicht wieder ständig die Schuld bei sich!

Vielleicht hätte ich einfach wieder die Klappe … äh check!

  • Provokationen und Beleidigungen aushalten!

Wie geht das? Jemand der das kann darf sich gerne bei mir melden!

  • Nicht ernst nehmen!

Ist das nicht auch eine Form von Abwertung, wenn man sein Gegenüber nicht mehr erst nimmt (ernst nehmen kann)?

  • Nicht persönlich oder zu Herzen nehmen!

Auch hier bin ich sehr an einer Lösung interessiert – den Schalter habe ich noch nicht gefunden!

  • Wehren Sie sich! Das müssen Sie sich nicht gefallen lassen! Schlagen Sie ihn mit seinen eigenen Waffen – tun sie das, was er tut!

Sorry, aber ich bin einfach nicht gut genug im Beleidigen, tagelang auf sein uneingeschränktes Recht haben pochen, allgemeinen Rumspacken, provokantem Schweigen, spitzfindigen Bemerkungen ablassen, den eigenen unangebrachten Sarkasmus, das Mannsein und die dazugehörige Coolness feiern … nä, bei dieser Machen-Was-Er-Macht-Nummer kann ich leider nur verlieren!

  • Lassen Sie ihn nicht davon kommen, machen Sie klar, dass Sie das nicht wollen!

Muaaahahahahahaaaahahahhaaa…. siehe oben. 😯

Und jetzt?

Wieder klein beigeben, um meinen geliebten Frieden wieder herzustellen? Was wieder zur Folge hätte, dass der Frieden da ist, aber Wut, die Enttäuschung und Unzufriedenheit unterschwellig bleiben und steigen …

Warum tue ich mir das eigentlich immer wieder an?

Hm…

Bin ich dumm oder nicht dumm, das ist hier die Frage… ?

Ich werde jetzt mal versuchen den Topf mit der angebrannten Erbsensuppe zu säubern und dann weitersehen…

Eines ist sicher:

Das Bild werde ich auf jeden Fall noch aufhängen – Beweisfotos folgen! 😈

Der Thriller in meinem Kopf

Sorry, ist leider etwas länger geworden, daher konnte ich den Text erst heute veröffentlichen. 🙂

Ich kann mich nach wie vor nicht kurz fassen… ich sollte Autorin werden! 😀

Kurz vorweg, in meinem vorletzten Blogbeitrag schrieb ich über einen bizarren Gegenstand, der mir auch prompt die Antwort (auf die im gleichen Augenblick gestellte) Frage lieferte: „Woher kriegst du eigentlich die Ideen für Deine Bücher?“

Da liegt eine Idee im Dreck! 😀

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Ja, das Gebiss liegt immer noch da. Jetzt habe ich es fotografiert. Ich frage mich, ob es eine Möglichkeit gibt, den Besitzer dieser Zähne irgendwie ausfindig zu machen? Obwohl der Gedanke an das Resultat beunruhigt mich irgendwie. Vielleicht doch in einem Fundbüro abgeben? Bringt man Gebisse in ein Fundbüro? 😮

Oder kennt jemand, vielleicht jemanden, dem das Gebiss abhanden gekommen ist? 🙂

Ich werde mir weiterhin Gedanken über weiteres Vorgehen machen, ich weiß ja wo es liegt … 😀

So, nun komme ich endlich zu dem Thema, über das ich schon vor zwei Wochen schreiben wollte – der Thriller in meinem Kopf!

Tja, mein Blog heißt nicht unbedacht „Das Leben ist ein Thriller“ und vor zwei Wochen hatte ich wieder so einen speziellen Nicki-Live-Kopf-Kino-Thriller, der mich echt beeinflusst hat. Und damit es auch authentisch wird, nehmen wir einfach mal an, wir hätten heute den 03. Oktober, also Feiertag und ich würde hier mit meinem Feiertagsoutfit (Jogginghose und Wohlfühlpulli) sitzen und Euch von meinen Erlebnissen erzählen …

Auf geht´s:

Ihr Lieben…

Ich habe letzte Nacht furchtbar schlecht geschlafen. Lag wahrscheinlich daran, dass ich gestern mit einem Angstgefühl eingeschlafen bin. Nein, es war nicht nur Einschlafen mit einem komischen Gefühl. Ich hatte echt fucking Angst. Diese schrecklichen Bilder in meinem Kopf. Diese Schreie. Meine Fantasie ging unaufhaltsam mit mir durch, ohne dass ich da wirklich Einfluss drauf hatte. Es ließ sich nicht abstellen. Und dann hörte ich (in der Realität) auch noch ein undefinierbares Geräusch aus dem Wohnzimmer und prompt musste ich obendrein auch noch in Gedanken gegen brutale Einbrecher kämpfen, die uns nach dem Leben trachteten. Und scheiße, ich hatte mein Pfefferspray beim Aufräumen (in echt!) auf dem Küchenschrank stehen lassen … ich war fucking unbewaffnet … meine Zeiten von Ho-Sin-Sul-Do und Wing Tsung waren längt vorbei (sie hatten auch ehrlich gesagt nie richtig angefangen) und so musste ich feststellen, dass wir verloren waren. 😮

Auch nachdem ich gecheckt hatte, dass das unregelmäßige Knacken aus unserem brennenden Kamin (geschlossen) kam, den ich vor dem Schlafengehen noch einmal gut mit Brennholz gefüllt hatte,  traute ich mich noch nicht einmal aus dem Bett, um auf´s Klo zu gehen. Das war schlimm … ich hab da nämlich so einen Tick. Ich bin nicht in der Lage Einzuschlafen, wenn auch nur ein Tropfen in meiner Blase ist …

No way! 😀

Tja, um es kurz zu machen: Es war eine spaßige Nacht…

Und heute morgen dachte ich dann, dass alle überstanden sei und ertappe ich mich plötzlich dabei, wie ich google mit merkwürdigen Suchbegriffen wie „Mord, Totschlag, Tote, Verletzte in Rengsdorf“ füttere. Ich weiß, dass das irgendwie psycho ist, weiß aber, dass ich (und mein Unterbewusstsein) sich nur nach einer positiven Erklärung für das gestrige Erlebte sehnt, damit ich es verarbeiten kann. Das gestrige Erlebte, was mich vollkommen aus der Bahn geworfen und meine Verarbeitungskapazitäten deutlich überschritten hat …

Von daher ist an diesem heutigen verregneten Dritten-Oktober-Herbstfeiertag definitiv „Blogzeit“…

Was passiert ist?

Nun ja…

Ich könnte mich ja kurz fassen … lass es aber! 😀

Also die Langform…

Gestern war wieder so ein Tag, an dem mir wieder deutlich vor Augen gehalten wurde, wie komplex, verschroben und exponentiell mein Innenleben ist. Ich bin tatsächlich prädestinierter Angststörungspatient, möchte aber an dieser Stelle noch einmal darauf hinweisen, dass diese Störung in meinem Gehirn tatsächlich restlos behoben ist, auch wenn es nicht so scheint. 😀

Nein, kein Angstpatient mehr…

Nur etwas schräg…

Ja, ich bin eben schräg … und ich bin froh, dass diese schrägen Vorgänge in meinem Gehirn zunächst nur für mich bestimmt sind und ich selbst entscheiden kann, wie viel ich davon preisgeben will und was davon lieber im Verborgenen bleiben sollte. Ja, ich habe tatsächlich auch noch Geheimnisse … 😀

Doch manche Dinge lassen sich einfach nicht verbergen, weil sie mir ins Gesicht geschrieben stehen – ob ich will oder nicht. Und manchmal bin ich selbst so überfordert mit dem Dominoeffekt in meinem Kopf, dass dies, direkte Auswirkungen auf mein Handeln in der Außenwelt hat, selbst wenn sich das lediglich durch ein bedrücktes Schweigen äußert. Ja, ich kann gut Schweigen, auch wenn in meinem Kopf gerade ein unkontrolliertes Feuerwerk explodiert. Ich kann sogar Gesprächen folgen und jemanden dabei interessiert in die Augen sehen, obwohl ich gerade in einem ganz anderen (vielleicht sogar absurden) Gedankenkonstrukt gefangen bin. Stürzt das Flugzeug da oben gerade ab?!  😮

Zur Erinnerung: Laut meiner Therapeutin bin ich Licht und Liebe, doch auch der Schatten ist ein Teil von mir. Der Schatten steht auf mich und geht oft auch gerne gemeinsam mit irgendwelchen Ängsten auf Tuchfühlung. Er folgt mir auf Schritt und Tritt, ich fühle ihn, sehe ihn, fürchte ihn (meistens). Eine Tatsache, die sich nicht wegtherapieren lässt, sondern immer wieder mit Bewusstmachung und Logik zu behandeln ist. Und immer dann, wenn die Logik und Bewusstmachung (wie in den meisten Fällen) einen Augenblick spät dran sind, soll ich mir das bereits Gefühlschaos und die Angst zunutze machen. Wenn ich es schaffe, diese Furcht vor dem Schatten zu kontrollieren ist alles gut, wenn ich es schaffe, aus all diesen Schattenerlebnissen spannende Bücher zu schreiben, wäre es perfekt! 🙂

Und hatte gestern wieder eine Überdosis Schatten, die auch prompt ein Platz in einem Buch finden wird…

Mein ursprünglicher Plan war ein Tag voller „Licht“, endlich mal wieder ein bisschen rauszukommen und Abenteuer erleben. Damit ich meine kleine Tochter auch von meinem Plan überzeugen konnte, suchte ich extra einen Wanderweg aus, der auch für Kinder geeignet war.

Mit den Rengsdorfer Zwergenwegen standen alle Anzeigen auf einen friedlichen und spaßigen Familientag ohne besonderen Vorkommnisse …

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Schon beim Aufbruch zu diesem Ausflug hatte ich ein komisches Gefühl, was einer unterschwelligen Angst sehr nahe kam, aber doch eher als Warnung zu verstehen war.  So wie man instinktiv einem Menschen den man liebt und der irgendwo rauf klettert ein prophylaktisches „Fall da nicht runter!“ hinaufruft. Ja, es war ein mulmiges Gefühl, welches ich meiner inneren Stimme und meinem Instinkt zuordnete, der mir sagte: „Fahr nicht über die Autobahn! Nicht heute!“

Und immer dann, wenn ich dieses Fahr-Heute-Nicht-Autobahn-Gefühl habe, mache ich das auch nicht. Ganz gleich wie weit der Weg über Landstraßen und Dörfer auch ist. Und wir waren bestimmt eine halbe Stunde länger und in Gefilden unterwegs, die ich noch nie in meinem Leben gesehen hatte. 😀

An unserem Zielort am Rengsdorfer Waldplatz angekommen, löste sich meine Anspannung etwas und die Freude über die bevorstehende Wanderung auf dem Zwergenweg Nr. 2 überwog. Meine Tochter kreischte dem angrenzenden Spielplatz entgegen, mein Mann musste noch geocachingtechnisch etwas erledigen und ich stand einfach nur da und versuchte die Gegend und mein Gefühl zu sondieren. Der ganze Ort war fremd und lieferte mir einen in der Zivilisation integrierten Mini-Naturpark. Zu meiner Rechten ein großer Spielplatz, Tennisanlage mit Restaurant und der Ort Rengsdorf. Vor mir lag ein interessant wirkender Wald, mit Geheimnissen rund um den legendären Römergraben und über allem lag das monotone Brummen der neuen Umgehungsstraße. Der Rengsdorfer Waldplatz war verlassen,  die umstehenden Holzhäuser und Buden verrammelt. Kaum zu glauben, dass hier große Rockfestivals stattfinden, auf denen auch schon meine persönlichen Rockgrößen wie Van Canto gespielt haben… 😀

Hier mein absolutes Lieblingslied der Band …

Sorry, ich schweife ab…

Und während ich da stand und mir irgendwie verlassen vorkam (Mann und Kind waren irgendwie aus dem Sichtfeld), stellte ich schnell fest, dass es sehr kalt war.  Der Himmel war bedeckt und auch die Welt um mich herum war irgendwie undurchsichtig, diesig, vernebelt, schattig. Eisiger Wind wehte mir um die Ohren und ich wünschte mir zum ersten Mal in diesem Herbst eine Mütze herbei. Aber auch mit Mütze, hätte der Schatten den Weg in mein Herz gefunden und hätte auch genau so viel Spaß mit mir gehabt, wie er eben an diesem Tag hatte…

Und es begann damit, dass er mir zur Begrüßung inmitten dieser (meiner) finsteren Stimmung zwei aneinandergeknotete Luftballons vor die Füße wehten…

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Luftballons! 😮

Hallo?!

Meine Tochter hat sich gefreut … 🙂

Und natürlich freue ich mich auch, wenn meine Tochter sich freut, ganz gleich, welcher Psycho die Luftballons dort verloren hatte… nein, es waren nicht Luftballons von der Sorte, die man auf Hochzeiten oder anderen Feierlichkeiten fliegen lässt. 🙂

Ja, Luftballons können auch einen Thriller in meinem Kopf auslösen und das ganz unabhängig von dem hier…

Pennywise

(Pennywise der Trauma-Clown aus Stephen Kings ES – Ich hasse ihn!)

Ich hatte mit diesen Luftballons dann im Anschluss eine Menge Schrecksekunden, denn ihr könnt Euch nicht vorstellen, welche Geräuschs – und Gefühlskulisse Luftballons zu bieten haben, wenn man sie auf dem Rücken an einen Rucksack gebunden trägt. Besonders, wenn man die Dinger vergisst und sich plötzlich über ein sanftes Haarstreicheln wundert, obwohl die Begleitung weit vor einem her läuft. 😮

Aber genug über Ballons geredet…

Der Thriller (in meinem Kopf) ging weiter…

Der Zwergenweg 2 ist wirklich ein spannender Wanderweg, der teils über kleine Pfade, über feste Wanderwege und leider auch mittels einer Fußgängerbrücke über die B 256 führt. Ihr müsst wissen: Grundsätzlich brechen solche Brücken immer ein, wenn ich sie betrete. Und wenn sie dann doch nicht einbrechen, dann zieht ganz plötzlich ein Sturm auf, der mich und meine Familie unaufhaltsam über das Brückengeländer wehen wird. Es gibt nur eine Chance, diesen Brückengang zu überleben. Mann muss genau in der Mitte laufen und bloß nicht nach rechts oder links schauen. Kinder MÜSSEN zwingend an die Hand, denn die können ja ganz leicht durch die Geländergitter fallen… Reden, Scherzen, Toben, Rennen oder andere hektische Bewegungen sind während des Übergangs tunlichst zu unterlassen!

Wir haben überlebt!

Von der Brücke ging es dann in das idyllische Laubachtal…

Idyllisch war es für meinen Mann …

Spannend für meine Tochter …

Für mich: mystisch, finster, bizarr, faszinierend, geheimnisvoll und gespickt mit lauernden Schatten... 😀

Und während die anderen beiden voller Freude durch ihr buntes, faszinierendes Wunderland tänzelten, sah ich DAS HIER…

Ein gewaltiger Riese … 😮

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Ein unheimlicher Gnom… 😮

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Ein Handtuch! Hallo?! EIN HANDTUCH! 😮

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Ein Schuh! EIN SCHUH! Ja, einzelne Schuhe zu finden, finde ich immer ganz besonders bizarr… 😮

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Ein Albinobaum…. 😮

Der war wirklich schneeweiß…

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Tja …

Unmengen an unheimlichen Eindrücken prasselten da auf mich ein…

Und dann …

Plötzlich – in dieser beklemmenden Idylle – hörte ich ein unheimliches Geräusch. Es schallte durch den Wald, krächzend, bellend, rufend und es war undefinierbar aus welcher Kehle es stammte. Mensch? Tier? Baum? Gnom? In meinem Kopf formte sich das Bild eines bellenden Fuchses, der sich in einen röhrenden Hirsch verwandelte…

So harmlos mir die Logik dieses Geräusch auch zu verkaufen versuchte, ich fand es unheimlich…BASTA!

Mein Mann und meine Tochter stapften lachend und blödelnd weiter durch ihr Wunderland, während ich stehen blieb. Entweder sie hatten es nicht gehört oder aber es interessierte sie nicht. Letzteres erschien mir ziemlich sicher, als dieser Laut – der wirklich laut war und über hunderte Meter zu mir herüberschallte – erneut ertönte. Aber diesmal klang er noch intensiver, aggressiver und auch noch vielfältiger in seinem Klang – Fuchs, Hirsch, Dachs, King-Kong, Godzilla, T-Rex, whatever … es war bedrohlich!  😮

Ich holte auf und fragte meine Begleitung ganz beiläufig: „Habt ihr das gehört?!“

Meine Tochter reagierte nicht und lief tapfer weiter (sie wollte zum Spielplatz) und mein Mann sah mich nur erstaunt an und fragte: „Was meinst du?“

Und zu meinem Glück schallte das Geräusch wieder über die Täler des Rengsdorfer Landes, jetzt aber vermischt mit einem weiblichen Kichern.

„Ist das ein Hirsch? Oder ein Dachs? Oder ein…?“

„Ach, das Geräusch! Da hinten ist eine Gruppe Wanderer und da niest jemand die ganze Zeit!“

„Oh… ein niesender Wanderer … so einfach ist das bei Euch Normalsterblichen, ja?!“

Das klang so plausibel, dass mein Gehirn prompt reagierte und aus dem Fuchs-Hirsch-Godzilla gleich eine zarte Mittfünfzigerin machte, die in der Tonlage eines stämmigen Bauern versuchte, den explosionsartigen Vorgang in der Nase mit einem tiefen Bellen hinauszubefördern… ALTER! Diese Druckwelle… 😮

Frage: Kann man beim Niesen eigentlich sein Gebiss verlieren? 😀

Ja, sorry, es war nur eine niesende Wanderin… woher sollte ich das auch wissen?! Seit zwei Stunden laufen wir durch eine menschenleere, üppige Natur (okay, eingekreist durch eine Schnellstraße) und plötzlich tauchen da niesende Menschen auf (die man nicht sehen, aber hören kann)?

Ich brauchte eine Verschnaufpause…

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Weiter ging´s…

Kaum losgegangen dauerte es keine fünf Minuten, bis ich erneut stehen blieb, weil ich ein „komisches Geräusch“ gehört habe…

Diesmal war es ein eindeutiges Galoppieren. So wie sich das anhörte, musste es ein ganzes Heer gewesen sein. Das Laubachtal war schmal. Wenn hier ein eine ganze Meute galoppierender Fürsten der Finsternis vorbeirauschen würde, dann wären wir platt. Ich wurde nervös und begann aufgeregt nach rechts und nach links zu schauen. Doch noch waren keine Reiter in Sicht  … hatte ich hier nicht ein Schild gesehen, welches Reitern NICHT erlaubte, diesen Weg zu benutzen? 🙁

Das Galoppieren wurde lauter. Der Boden bebte! Ja, ich schwöre, der Boden hat ein bisschen gebebt! 😀

Ich zog vorsorglich meine Tochter auf Seite, damit diese nicht von den herannahenden Pferden überrannt wurde … es waren zwei an der Zahl … die sodann in etwa 100 Metern Luftlinie auf einem anderen Weg, weit weg, an uns vorbeitrabten. 😀

Ja, ich gebe zu ich war vielleicht an diesem Tag etwas übertrieben schreckhaft und ich nahm mir fest vor, den Rest des Weges etwas entspannter und mehr Sinn für das Positive und Schöne auf diesem Wandertrip zu entwickeln.

Nehmen wir doch an dieser Stelle mal die sogenannten „Pfaffenbuche“. Mit dem Auftauchen dieses Baumes wagte sich nämlich auch die Sonne aus Ihrem Versteck und spielte eine Weile mit mir und meinem (in diesem Augenblick) etwas schattigen Gemüt.

Danke Sonne, für dieses schöne Bild… 🙂

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Aber leider hat mich die Tatsache, dass es sich DIE Pfaffenbuche handelte, wieder komplett vom Wesentlichen (das Leben ist schon irgendwie schön) abgelenkt… 😀

Lange stand ich vor dem großen Baum, dessen Besonderheit nichts weiter war, als ein großer, tumorähnlicher Auswuchs …

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Es keimte in mir die Frage auf, was sich der Namensgeber jetzt genau dabei gedacht hatte? Wat sul dä Quatsch?!

Weitere Fragen folgten:

Warum ist der Baum überhaupt so komisch gewachsen?

War das wirklich Gottes Wille?

Wird dieser Baum mit seiner „Behinderung“ als gut oder schlecht angesehen?

War der Pfaffe an dem Zustand des Baumes schuld?

Trug der Baum die Sünden des Menschen (durch die Beichte an den Pfaffen getragen)  in seinem Auswuchs?

… oder die Sünden des Pfaffen?

Was genau ist eigentlich eine Sünde (ausgenommen der Todsünden)? 😮

Ist es schon eine Sünde, an eine Sünde, die man eventuell (versehentlich) begehen könnte zu denken? 😮

Wer definiert Sünden?

Wer vergibt einzelnen Bäumen im Wald Namen, die keinen Sinn ergeben?

Warum heißt das Pfaffe, wenn es doch Ordenspriester heißt? Und wie genau hat die hochdeutsche Lautverschiebung es zu diesem nach einem Raucher klingenden Ausdruck geschafft?

(DAS habe ich glatt gegoogelt: Pastor fidelis animarum fidelium = Pfaffe) 

Fragen über Fragen, die natürlich auch alle beantwortet werden wollten. Manche stellte ich meinem Mann, manche meiner Tochter, machen auch der Sonne und eine Frage stellte ich auch der erwartungsvollen Stille des Waldes …

Stille… ?

Ja, es war ganz leise in diesem Wald…

Bis auf das Rascheln des Laubes unter den Füßen meiner Tochter war es still…

Nur der Wind wehte und frischte zu einer frischen Brise auf …

Bong! Dong! Plopp! Galopp! Pong! Dong! Plopp! Galopp!

Ich zuckte erschrocken zusammen, als urplötzlich hinter mir ein Wirrwar an unsichtbaren Reitern auftauchte. Ich fuhr herum, sah aber nichts. Doch das Geräusch blieb. Hilfe, die apokalyptischen Reiter sind wieder da!  😮

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„Vorsicht! Geht zur Seite! Da kommen die Reiter!“, rief ich und packte meine Tochter am Handgelenk um sie rasch vom Weg zu ziehen.

„Was hast du denn heute mit deinen Ohren? Das sind die Luftballons! Die Luftballons auf deinem Rücken galoppieren!“

Allgemeines Gelächter…

Es ist ja nicht so, als könne ich nicht über mich selbst lachen. 😀

Allerdings beunruhigte mich der Gedanke, dass wir noch einen Höhleneingang zu besuchen hatten und die Abenddämmerung schon einsetzte. Die Möglichkeiten an unvorhergesehen Geschehnissen waren in Höhlennähe nahezu unendlich.

Aber offenbar sind Höhlen-Thriller derzeit zu abgedroschen für mein Gehirn – es passierte nichts -, ich schreibe nämlich gerade an einem solchen. 😀

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Wir näherten uns (nach knappen 4 Stunden und etwa 5 Kilometer Wegstrecke) dem Ende unserer Reise…

Und wenn man es jetzt genau nehmen würde, könnte man mir vorwerfen eine Geschichte über „Nichts Besonderes“ geschrieben zu haben. „Nichts Besonderes“ ein wenig (Nicki like) überdramatisiert, verpackt in eine Form des Wanderblogs … aber ihr Lieben, so ticke ich tatsächlich.

Ja, ich hab sie einfach nicht mehr alle und ich gebe zu, ich liebe es. Ja, ich liebe diese „harmlosen“ Schattenbegegnungen, mit düsteren und grotesken Elementen, die ich auch gerne auf Fotos festhalte. Die einen haben ein Auge für das Schöne und ich liebe das Bizarre. Ja, ich genieße dieses (harmlose) Spiel mit der Angst (außer auf Brücken, dann hasse ich es). Der Schatten, das Finstere inspirieren mich und ich hätte an dieser Stelle auch aus tiefster Überzeugung gesagt: Es war ein „unheimlich“ schöner Tag! 

Doch er war ja noch nicht zu Ende …

Denn es gibt bei meinen „Thrillern in meinem Kopf“ auch immer eine Grenze. Eine Grenze, die aus einem angenehmen Schauer, der einem über Rücken und Nacken fährt einen unerträglichen Horrortrip macht, aus dem ich so schnell nicht wieder raus finde. 🙁

Wie gesagt, wir näherten uns wieder der Zivilisation. Die Fußgängerbrücke wurde sicher überquert und wir passierten eine kleine Wegeskreuzung. Am Ende zweier Wege konnte ich schon die ersten Häuser und eine Straße sehen. Zeit für mich, um nochmal in den Büschen zu verschwinden. Ja, ich musste mal für kleine Mädchen. Dies wollte ich aber erledigen, bevor die Zivilisation mich durch ihre Fenster beobachten konnte und ich trennte mich für diesen Zweck von meinem Kind und meinem Mann. Die beiden gingen brav den Beschilderungen des Zwergenweges weiter, während ich einen geeigneten Platz zum Pipimachen suchte. Und bei solch einer Suche bin ich immer sehr penibel… eben wegen den ständigen Thrillern in meinem Kopf. 😀

Ich bahnte mir gerade einen Weg in Richtung eines Holzstapels, als von rechts plötzlich eine Joggerin mit Hund an mir vorbeizog. Ich wartete kurz, ob sie mich wahrnahm, trat aber dann ungesehen hinter den Holzstapel.

Irgendwie asi sich hinter einem Holzstapel zu verstecken …, dachte ich während ich das tat, was ich dort tun musste. Ich möchte gar nicht wissen, wer sich sonst noch so hinter Holzstapeln versteckt.

Als ich verrichteter Dinge wieder hervortrat, näherte sich aus der Ferne ein finster aussehender Mann mit Rottweiler. Sonst war keine Menschenseele weit und breit zu sehen. Es war mir schon unangenehm, dass er sah woher ich kam. Er wusste auch sicher, was ich dort gemacht hatte. Ich sah ihn an und er sah mich an.

Hinfort mit Dir, hex, hex!

Aber er ließ mich nicht aus den Augen, auch nicht als ich im Laufschritt den Weg zurück antrat. Der Laufschritt machte meine Unsicherheit nur noch schlimmer, obwohl ich nicht wusste, warum ich mich plötzlich so komisch fühlte. Vielleicht die Dämmerung, vielleicht der Typ mit Glatze mit dem respekteinflössendem Hund? Noch bevor sich unsere Wege kreuzen konnten, hatte ich den richtigen Pfad erreicht und dachte ich wäre (vor meinen Gedanken) in Sicherheit, als plötzlich dieses schreckliche Kreischen die Situation durchbrach…

Ich blieb abrupt stehen und erstarrte. Ich spürte, wie sich ein kalter Schauer über meine Sinne legte und selbst meine Gedanken für einen Bruchteil lähmte. Ich löste mich schließlich aus der Schockstarre und versuchte mein Gehirn wieder ans Laufen zu kriegen. Der Mann mit dem Rottweiler lief weiter, behielt mich aber im Auge. Verdammt, hatte er diesen Schrei denn nicht gehört? Es war so ohrenbetäubend laut, dass ich noch das Echo im Ohr hatte. Ein schrilles, kraftvolles, unaufhaltsames Kreischen … wie … das verzweifelte Kreischen von heißen Bremsen, bevor es zu einem schweren Unfall kommt… mein Gehirn stolperte über diesen letzten Gedanken. Wenige Meter in Luftlinie war die B256. Hat hier etwa ein Fahrzeug eine Vollbremsung hingelegt? Es wäre denkbar. Aber es hatte keinen Knall gegeben also war vielleicht gar nichts passiert?

Ich ließ meinen Blick schweifen. Der Glatzkopf mit Hund war langsamer geworden und fixierte mich mit seinen Blicken. Offenbar weil ich (scheinbar aus heiterem Himmel ?) stehen geblieben war oder doch, weil er genau das Gleiche gehört hatte und auf (m)eine Reaktion wartete?

Es war nur eine Vollbremsung… kein gellender (Todesschrei) einer Frau… verdammt, hör wie aufgeregt dein Herz in deiner Brust schlägt … fahr nach Hause! Der Schatten leistet gerade wieder ganze Arbeit…

Ich folgte entschlossen, aber langsam und immer noch mit klopfendem Herzen den Pfad zurück zum Parkplatz. Als wieder dieser schreckliche, gleichbleibende Horrorschrei durch den Wald schallte. Noch nie habe ich einen Menschen so schreien gehört. Mir schossen die Tränen in die Augen… ein Phänomen, dass ich nur dann erlebe, wenn ich der blanke Horror und Angst mich lähmt … dann fangen mir die Augen an zu tränen. Ich war nicht imstande mich zu bewegen. Jetzt war auch der Mann mit dem Rottweiler stehen geblieben und lauschte. Der Hund fing aufgeregt an zu bellen.

Vor meinem inneren Auge, sah ich schon den Psychopathen mit Messer, wie er … FUCK!  😮

Wieder donnerte der Schrei durch den Wald und vermischte sich mit dem monotonen Brummen der Fahrzeuge auf der Schnellstraße.

Verdammt. welche Richtung? Aus welcher scheiß Richtung kam dieser verdammte Schrei? Ich musste dahin. Ich musste ihr helfen!
Doch ich konnte es nicht einordnen. Ich wusste nicht mal, ob der Schrei nur 100  Meter oder 1000 Meter entfernt war. Der Mann mit Rottweiler setze sich wieder (scheinbar unbeeindruckt) in Bewegung. Er hatte offenbar seine Erklärung für diese akustische Darbietung bereits gefunden, ich jedoch nicht.

Aus der Ferne sah ich meinen Mann und meine Tochter, die auf mich zu warten schienen. Ich hechtete ihnen schnell hinterher, während der Schrei wieder aus undefinierbarer Richtung in mein Ohr drang.

„Wo bleibst du?“, fragte mein Mann besorgt.

„Hast du das nicht gehört?“, antwortete ich aufgeregt und mit zitternder Stimme.

„Doch, aber das ist entweder nur ein Tier oder irgendwelche Kinder die spielen.“

„Kinder, die spielen?“

„Ja! Was machst du dich denn wieder so verrückt? Wir sind wieder in der Zivilisation. Siehst du überall sind Menschen und keiner hat reagiert, nur du.“

Ich sah ihn an und stellte fest, dass ich mich, ohne dass ich (oder er) es wollte, langsam anschwellend dumm fühlte. Ich fühlte mich dumm, verrückt und schizo. Das Schreien hörte ich nicht mehr. Vielleicht, weil ich beim Betreten des Spielplatzes aus dem Bereich des Hörbaren getreten war … vielleicht weil das mögliche kreischende Tier weggelaufen war … vielleicht, weil die Frau, die dort im Wald angegriffen und verletzt worden war nicht mehr lebte … ?

Ich beschloss dieses Szenario zu vergessen, denn ich wollte meinen Mann nicht verschrecken und mein Kind auch nicht. Allerdings hatte ich da meine Rechnung nicht mit meinem Gehirn und meinen für Emotionen verantwortlichen Systemen gemacht… dennoch verlor ich kein Wort mehr darüber.

Die zwanzig Minuten auf dem Spielplatz waren die Hölle. Mein Körper und Geist war so voll Adrenalin gepumpt, dass ich nicht mehr klar denken konnte. Jede Bewegung, jedes Auto das vorfuhr, bekam in meiner Fantasie ein eigenes Szenario und jede Person, die den Platz betrat oder verließ eine eigene Rolle. Polizei Aufgebot, Tatort Absperrung und irgendwo im Dickicht lief noch der Mörder herum, der entweder ein gefährlicher Psychopath oder ein Terrorist war, auch das Opfer stolperte ein, zweimal blutüberströmt auf den Spielplatz und brach einmal gleich neben der Schaukel und beim zweiten Mal in meinen Armen zusammen… Du hast mich schreien gehört? Wieso hast du mir nicht geholfen?

😮

Und als ich gerade meiner Tochter beim Rutschen zusah, erschreckte ich mich so heftig, als ein weiterer gellender Schrei dicht hinter mir zu hören war, dass ich sogar taumelte. Der Schrei der Empörung kam von einem Mädchen, schätzungsweise 12 oder 13 Jahre, die mit ihrem Vater und ihrem Bruder gerade Fußball spielte. Es war mein Mann, der mich darauf hinwies, dass es doch sein könnte, dass der Schrei vorhin auch von diesem Mädchen gekommen war. Ich nickte. Aber ich nickte nur, um für ihn die Sache zu einem Abschluss zu bringen.

Ich will jetzt nach Hause… BITTE! 

Nein, das Schreien was ich hörte, kam von keinem spielenden Kind oder einer Jugendlichen. Das Schreien, welches ich hörte und was mir die Tränen in die Augen trieb war voller Schmerz. Im Nachhinein (nachdem ich geprüft habe, ob an diesem Tag etwas Schlimmes in Rengsdorf passiert ist) und nach stundenlange Bewältigung dieses Lautes (inklusive schlafloser Nacht, siehe Anfang des Textes), bin ich mir sicher, es war kein Schrei der von körperlichen Schmerzen herrührte … es war ein Schrei, der aus tiefstem seelischen Schmerz her kam…

Vielleicht, weil ihr jemand genommen wurde, den sie sehr liebte… ?

Ein Schrei der tiefen Trauer … ?

Vielleicht, weil ihr jemand das Herz gebrochen hat… ?

Vielleicht, weil sie einfach sehr, sehr traurig und verletzt war … ?

Manchmal müssen Menschen eben schreien… ?

Ich hab auch mal so einen Schrei losgelassen… es war aber nur einer … ein langer lauter, schmerzerfüllter Schrei … hat gut getan … und wer weiß, ob dieses Gekreische auch jemand im Wald gehört hat? Man weiß es nicht… 😀

Keine Ahnung, warum gerade ich ihren Schrei hörte … oder hören musste … aber er hat mich erreicht und er sitzt immer noch tief in meiner Seele. Was er dort will und zu tun gedenkt, weiß ich noch nicht. Ich weiß nur, in irgendeinem meiner nächsten Romane ebenfalls jemand schreien wird und dann werde ich vielleicht auch erfahren warum….

In einem meiner nächsten Romane wird bestimmt auch jemand (vielleicht beim Niesen) sein Gebiss verlieren…

Jemand wird einen verdächtigen Schuh oder ein Handtuch finden…

Oder Luftballons … 😀

Ich stelle fest, es gibt keine andere Berufung für mich als (Psychothriller) Schriftstellerin zu sein… 😀

Ja, bei mir ist immer etwas los … auch wenn nichts los ist. Langeweile kenne ich jedenfalls nicht! 😀

Danke für`s Durchhalten bis zur letzten Zeile… aber das musste in der Form mal raus!

Ich liebe Euch!

Es ist einfach kein Land in Sicht …

Da bin ich wieder …

Mein heute gewähltes Titelbild bringt derzeit ein Gefühl zum Ausdruck, dass ich mit Worten nicht beschreiben kann… wer diesen GIF versteht, muss ein Seelenverwandter sein. 😀

Manometer, der Kessel ist bei mir gerade so am hüpfen, dass ich schon ein bisschen Sorge habe, dass er mir in Kürze um die Ohren fliegt …

Mein Leben gleicht gerade einem Irrenhaus…

Ein Ereignis jagt das Nächste, meine Verarbeitungskapazitäten laufen auf Hochtouren, schaffen das tägliche Pensum an Dramen nicht und prompt befinde ich mich wieder in einem Leben, dass (wie immer) nur noch aus Chaos und Stress besteht. Und wenn ich darüber nachdenke, dass ich eigentlich im August zwei Wochen Urlaub an der Nordsee machen wollte und auch diese Pläne über Bord geworfen habe, könnte ich heulen. Ich brauche verdammt nochmal ein bisschen Ruhe, ich muss nachdenken aber in einem Irrenhaus eben unmöglich …

Derzeit beschränkt sich mein Nachdenken wie in den Action-Szenen bei Indiana Jones, wenn der Felsbrocken sich unaufhaltsam in Bewegung setzt und innerhalb von Sekunden die Entscheidung getroffen werden muss, sich im richtigen Moment in irgendeine Felsspalte zu zwängen. Bei mir rollen derzeit unendlich viele Steine, es sind aber zu wenig Felsspalten da und in die meisten passe ich aus Übergewichtsgründen nicht rein…  😀

Aber zunächst die kurze Fortsetzung zum letzten Blogthema: „Über narzisstische Energie-Vampire und über psychische Überlebenskämpfe“

Ich befand mich in den letzten Wochen in einem ziemlich engen Kontakt mit einem Menschen, der lt. Mutmaßung meiner Therapeutin, unter einem ganz speziellen Fall von narzisstischer Persönlichkeitsstörung litt. Sie sagte, dass dies ein ganz gefährlicher Fall sei und dass ich diesen Kontakt so schnell wie möglich aus meinem Leben verbannen soll – diesem Menschen könne nur ein Psychiater und eine Psychotherapie helfen. In erster Instanz sollte ich mich sofort wehren und Grenzen setzen …

Meine Antwort: „Scheiße, das kann ich nicht! Das konnte ich noch nie!“ 😮

Ihre Antwort: „Sie müssen! Sonst sitzen wir sehr bald wieder hier, Frau Lahr!“

… und ich habe nur noch eine Therapie-Stunde abzusitzen. 🙂

Ich begab mich somit wieder in die Fänge des Narzisst, kriegte das mit dem Wehren aber immer noch nicht auf die Kette. Ich hatte nicht nur Angst vor der Konfrontation und den damit verbundenen Konsequenzen, sondern wurde auch immer noch von diesem unterschwelligen Verständnis und dem dazugehörigen Mitleid geleitet, ganz nach dem Motto:  „Menschen die so sind, müssen wirklich tot unglücklich sein!“

Ja, dieses Denken hielt ich mit aller Macht aufrecht, nur, um mich nicht in eine Auseinandersetzung zu begeben … bis zu der Sekunde, in der ich (durch die vom Narzisst stetig erfolgten Psychoterror) wieder an meine körperlichen und psychischen Grenzen gebracht wurde und inmitten dieses Erschöpfungszustandes plötzlich ein Gegenstand dicht an meinem Kopf vorbei flog.

Der Gegenstand war ein Portemonnaie …

Moment!

Der Narzisst warf wütend mit einem Portemonnaie nach mir, nur weil ich aufgrund eines Missverständnisses auf einem kostenpflichtigen Parkplatz geparkt hatte?

Tief durchatmen!

Es dauerte, bis mein Gehirn das gerade Geschehene verarbeitet hatte…

Ich glaube, das war mit einer der respektloseste Gesten, die mir je in meinem Leben entgegengebracht wurde…

Die Grenze des Ertragens wurde erreicht in … 3, 2, 1, P-E-N-G!

In Gedanken sah ich mich schon, wie ich dieser Person mit meiner seit knapp 8 Wochen angestauter Unsachlichkeit sämtliche Schimpfwörter (z.B. Arschgeige, Prinzessin auf der Erbse, Krawallschachtel, Terrortante …) und noch andere Dinge (vielleicht ihr Portemonnaie) entgegen feuerte. Doch als ich den Mund aufmachte, um „mich zu wehren“ kamen plötzlich so selbstbewusste, fast schon autoritäre Worte wie: „S-T-O-P! Jetzt wurde eine Grenze überschritten und das toleriere ich nicht mehr länger!“

Es folgte zunächst eine Standpauke von mir, die wiederum zu einer lautstarken Diskussion führte, die ich dann tatsächlich – ich kann es immer noch nicht so recht glauben, dass ich das getan habe – mit einem lauten „Da können wir jetzt noch stundenlang drüber diskutieren, aber das ist mir einfach zu blöd. Ich bin eine erwachsene Frau und arbeite hier eigentlich auch nicht im Kindergarten! Ende der Durchsage!“, beendete.

Und siehe da, der Narzisst hielt sodann, sichtlich erschrocken über die Gegenwehr die Klappe und verzog sich später beleidigt …

Die Folge – und das ist wirklich interessant, denn damit hab ich niemals in meinem Leben gerechnet:

Der Narzisst ließ mich nach diesem kurzen „Wehren“ in Ruhe. Er gab sich alle Mühe, freundlich zu sein, vermied jegliche Diskussion und versuchte sogar (wenn auch laienhaft) respektvoll zu sein und Rücksicht zu nehmen …

Und wer jetzt glaubt, dass hier urplötzlich die Einsicht Einkehr genommen hatte, den muss ich leider enttäuschen. Ein Narzisst ist niemals einsichtig, denn er ist felsenfest davon überzeugt, niemals einen Fehler zu machen. Es sind immer die anderen Schuld. Warum also diese Veränderung?

Antwort: EMOTIONALE MANIPULATION!

Der Narzisst hat gemerkt, dass die emotionale Bindung, – die Fesseln – , abgerissen waren. Ich war doch so ein perfektes, geduldiges, loyales und verantwortungsbewusstes Opfer, dass sich nicht traute, sich zu wehren. Mit mir konnte der Narzisst alles machen, sogar Dinge, die ich unter normalen Umständen NIEMALS tun würde,  aus diesem Grund wollte er mich auch nicht verlieren…

Er hat hart gekämpft, aber ich habe ihm dennoch am Ende den Rücken gekehrt …

Apropos Rücken kehren …

Da ich jetzt wieder frei reden kann: ich habe den Job in der Behindertenassistenz aus „persönlichen Gründen“ gekündigt…

Hierzu möchte ich anmerken, dass der Job als „persönliche Assistentin“ eines behinderten Menschen grundsätzlich wirklich ein sehr respektvoller, interessanter, verantwortungsvoller und auch toller Beruf ist, der mir sicher sehr viel Spaß gemacht hätte, wenn es auf menschlicher Ebene gepasst hätte. In diesem Fall war ich Assistentin, nein „Leibeigene“ Nummer 101 von Klientin „Prinzessin im Rollstuhl“, die mit voller Euphorie gekommen (und wie alle anderen 100) gedemütigt und demotiviert wieder gegangen ist. Es war wirklich die Hölle, die mir wirklich alles an Energie genommen hat, inklusive fehlender rund 80 Stunden Schlaf.

Aber es war wichtig, dass ich diese extreme Erfahrung gemacht habe, auch wenn mich die rund 250 Stunden haben 10 Jahre altern lassen. Ich habe durch diesen Job und den Kontakt mit diesem Menschen wirklich eine Menge gelernt, mehr als mir lieb ist und auch mehr, als mir ein ganzes Jahr Therapie hätte mit auf den Weg geben können. Das hat mir auch meine Therapeutin bestätigt, diese Zeit war Verhaltens-, Trauma – und Schocktherapie in einem …

Schon seltsam, welch ungeahnte Prüfungen das Leben so parat hat…

Auch habe ich gelernt, wie wichtig es ist, Herzensmenschen um mich herum zu haben und wie schlecht es mir geht, wenn sie anderer Gesinnung sind… an dieser Stelle ein lieber Gruß alle Herzensmenschen in meinem Leben: Schön, dass es Euch gibt! 🙂

Ja, und aus diesem Grund suche ich auch aktuell wieder eine neue Stelle …

Viele fragen sich vielleicht WARUM?  Warum muss ich mir einen Job suchen? Ich bin doch Schreiberin! Läuft es mit dem Schreiben nicht mehr?

Ihr Lieben, die Aufträge laufen aber ICH laufe nicht mehr ….

Seit 9 Jahren mache ich schon diesen Job. Bearbeite täglich Aufträge, in denen ich für andere Menschen die richtigen Worte finde. Ich schreibe Webseitentexte zu nahezu jedem Thema, ich verfasse Auftrags-Bewerbungen im Akkord, schreibe Werbebriefe, Reden, Suchmaschinenoptimierung, bearbeite Aufträge als Ghostwriter. Mein kleinster Auftrag war ein Satz für eine Einladungskarte für 1 €, mein größter war ein Auftragsroman für 6000 €.

„Sonst wird dich der Jäger holen“, war ein Werk, dass ich in drei Monaten (auf Verlagsdruck) schrieb. Immer diese geistigen Höchstleistungen. Dann immer diese unterschwellige Existenzangst, private Probleme, dann die Angststörung. Ich habe trotz Krankheit immer versucht weiterzuarbeiten, denn ich kann es mir (finanziell) nicht leisten krank zu werden. Aber ich konnte mich dahingehend bis heute nicht erholen. Die Luft ist raus. Ich kann nicht mehr. Seit einem Jahr quäle ich mich durch jeden Text. Ich brauche unendlich lange, kann mich nur schwer konzentrieren. Bediene hauptsächlich Stammkunden, die ich teilweise seit 9 Jahre begleiten und die mir ihr Vertrauen schenkten. Diese verdammte Abhängigkeit von meinem Inspirationszentrum (Gehirn) machte mich fertig und mein Gehirn hat dazu auch eine klare Meinung. Es sagt, es kann Romane schreiben … so viele ich will, bis ans Ende meines Lebens … aber beim klassischen Texten macht es derzeit einen auf Burn-Out. Aufträge bleiben liegen, weil mir die Worte fehlen. Ich lehne Aufträge schon im Vorfeld ab, weil ich es nicht mehr auf die Reihe kriege. Ich bin nicht mal in der Lage meine geschäftlichen Webseiten zu pflegen, weil mir der Wortfindungs-Antrieb fehlt …

Aber der Rubel muss dennoch rollen …

Also sollte mir eine Teilzeitstelle (eigentlich) nach wie vor die gewünschte Erholung bringen und auch den Rücken für den nächsten Roman freihalten, denn das ist meine Zukunft … (sagte mir kürzlich eine Expertin, deren Meinung mir sehr wichtig ist und mir eine Menge Hoffnung gibt 🙂 )

Doch bis dahin muss ich scheinbar weiter einen auf übergewichtigen Indiana Jones machen und dabei hoffen, dass die rollenden Felsbrocken mich nicht zerschmettern…  😀

Ihr Lieben, bei allem Humor – ich bin echt fix und fertig!

Mein Leben ist ein Irrenhaus, in dem ich alleine zu wohnen scheine und ich bin Insasse, Betreuung und Leitung gleichzeitig…

Mal sehen, wie es weiter geht …

Aufgeben ist jedenfalls keine Option…

Ich halte Euch auf de Laufendem …

Schandmaul hat einen neuen tollen Song, spricht mir gerade echt aus der Seele…

Über narzisstische Energie-Vampire und über psychische Überlebenskämpfe

Tja, schneller als gedacht, bin ich heute schon wieder da … 😀

… und das mit folgender Botschaft:

Ihr wisst, ich bin wirklich von ganzem Herzen ein friedliebender Mensch und kann mit Stress, Ärger und Wut nur ganz schlecht umgehen. Daher muss ich mich heute mal schriftlich meiner angestauten Aggressivität entledigen, damit meine Kurzschlusshandlungen überschaubar bleiben und damit ich morgen auch wieder mit einem Lächeln und nicht mit Stressfalten den Tag beginnen kann.

Mit anderen Worten: Ich scheiß heute auf den Maulkorb – mein Leben ist ein Thriller und es gibt in dieser Geschichte gerade echt krasse Wendungen! Ich stecke nämlich gerade in einer der entscheidenden Szenen, wo ich der Protagonistin eines Psychothrillers kurzerhand raten würde, alles stehen und liegen zu lassen und aus dem Haus der Psychopathen zu fliehen oder – wenn eine Flucht nicht mehr möglich ist -, nach sämtlichen Gegenständen zu greifen, die man als wirksame Waffe einsetzen könnte. Allerdings habe ich derzeit keine Handlungsvollmacht über meine Protagonistin: Sie ist gerade kreischend und angsterfüllt die einzige Treppe in diesem Haus HINAUF gerannt… typischer Opferfehler in Horrorfilmen! 😀

Ich weiß, ich spreche in Rätseln, sorry. Ich werde versuchen meine aktuelle Situation halbwegs verständlich wiederzugeben, muss aber aus rechtlichen Gründen ein klein wenig in schriftstellerischen Rätseln sprechen. Wenn ich nämlich schreibe:

„Die ganze Nacht hab ich von diesem schrecklichen Menschen geträumt und bin heute morgen auch wieder mit dieser unerträglich vorwurfsvollen Visage vor Augen aufgewacht. Der Tag ist gelaufen! Sorry, ich kann diese blöde *Arschgeige einfach nicht mehr sehen!“, dann ist das noch legitim. Wäre aber schwierig, wenn ich diese spezielle Arschgeige näher personalisieren würde …

(*Arschgeige = In meinem Wortschatz steht diese Bezeichnung für einen „menschlich sehr hässlichen Zeitgenossen“)

Ich kann aber so viel sagen, dass es sich bei o.g. Aussage um keinen aus meiner Familie und auch niemand aus meinem Freundeskreis handelt. Es ist ein Mensch, mit einem Charakter, dem ich bis dato in der Form noch nicht begegnet bin und auf den ich auch leider nicht vorbereitet war …

Ja, ich habe versehentlich einen Narzisst, also einen Energie-Vampir in mein Leben gelassen … ihn quasi mit offenen Armen in mein Leben eingeladen … mit ungeahnten Folgen!

Doch fangen wir zunächst so an …

Was ist ein Narzisst?

Ein Narzisst ist ein selbstverliebter Mensch, der nur an sich selbst denkt und auch niemanden als sich selbst duldet. Er sticht vor allem durch seine selbst inszenierte Besonderheit und Grandiosität hervor. Er hält sich selbst für den Größten, stuft sich selbst als deutlich wertvoller und wichtiger als andere Menschen ein, ist rücksichtslos, unfair, willkürlich, nicht empathiefähig, setzt andere herab, demotiviert, diskriminiert, missbraucht, benutzt, provoziert und tyrannisiert. Er nährt sich von der positiven Energie anderer Menschen, in dem er ihnen mit all seinen negativen Eigenschaften, jegliche Motivation, Kraft und Freude entzieht.

Mit anderen Worten: Ein Narzisst ist wie ein Vampir, er raubt Dir Deine Energie und bearbeitet Dich so lange, bis Du nur noch ein kläglicher Haufen Dreck unter seinen Füßen bist und nicht mehr weißt, wer Du einmal warst.

Wie erkennt man einen Narzisst?

Das ist ja das Schlimme! Ein Narzisst ist auf den ersten Blick nicht zu erkennen. Er ist der perfekte Schauspieler, denn er möchte Dich in erster Instanz ja einfangen und auf die sympathische Art und Weise emotional an sich binden. Er will Dich begeistern, von sich überzeugen. Bei den ersten Begegnungen bist Du auch begeistert, denn er ist souverän, faszinierend, überaus freundlich, interessiert sich für Dich und gibt Dir das Gefühl mit Dir auf einer Ebene, auf einer Wellenlänge zu stehen. Mögliche Zweifel werden „vertrauensvoll“ aus dem Weg geräumt, Du fängst an zu Vertrauen, reichst ihm die Hand, die Falle schnappt zu …

Was tut ein Narzisst?

Mit Phase I merkst Du lediglich ganz langsam, dass sich alles nur um ihn und um seine Belange dreht. Das Schauspiel kann er nicht lange aufrechterhalten und zeigt sein wahres Gesicht. Er interessiert sich absolut nicht für Dich und es ist ihm scheiß egal, wie es Dir geht und wie Du Dich fühlst. Deine Meinung zählt hier nicht. Er bedrängt, überfährt und überfordert Dich. Sein Verhalten stört Dich, Du fühlst Dich nicht mehr wohl in seiner Nähe und der Kontakt fängt an unangenehm zu werden. Aber Du willst es nicht so richtig wahr haben und hoffst, dass er vielleicht nur einen schlechten Tag hatte … oder mehrere schlechte Tage…

Mit Phase II legt er viel Wert darauf, immer wieder Deine Gefühle zu verletzen. Seine Handlungsweisen sind willkürlich und diskriminierend. Er setzt Dich herab, er erniedrigt und zermürbt Dich. Du befindest Dich jedoch in einer Schockstarre und bist irritiert, wehrlos. In dieser Wehrlosigkeit ist es ein Leichtes, Dich immer mehr zu benutzen, zu täuschen und Dich zu tyrannisieren. Dein Selbstwertgefühl bröckelt, nein, es zerfällt wie ein uraltes Buch zu Staub. Und Du drehst dich in diesem Gedankenkarrussel voller Selbstzweifel: Wie konntest Du Dich so sehr in einem Menschen täuschen? Wie kann ein Mensch nur so gefühlskalt sein? Hat doch Dein Bauchgefühl bisher (fast) immer Recht gehabt? Fuck, was läuft hier eigentlich (schon wieder) für eine Scheiße?! 😮

Tja …

Konntest Du Dich bisher nicht von diesem Kontakt trennen, dann ist es für Dich in Phase III fast schon zu spät. In dieser Phase ist der Narzisst am stärksten, denn er weiß jetzt, dass Du nicht in der Lage bist, Dich zu wehren. Pech für Dich, sein Verhalten und seine Handlungen führen unwillkürlich zu psychischen und physischen Störungen, im schlimmsten Fall sogar zu chronischen Erkrankungen wie:

  • Verlust des Selbstwertgefühls
  • Verlust des Selbstvertrauens
  • Verlust des inneren Zugangs – bei Autoren: Schreibblockaden
  • Angsterkrankungen
  • Depressionen
  • Posttraumatische Belastungsstörungen
  • Suchterkrankungen
  • Burn-Out
  • Psychosomatische Krankheiten
  • Psychische Verhaltensauffälligkeiten

etc.

Nach knapp 6 Wochen Dauerkontakt steckte ich gerade in Phase III, litt unter Albträumen und Schlaflosigkeit, war zutiefst verzweifelt und durch eine (vom Narzisst herbeigeführte) grenzwertige Nötigungs-Situation regelrecht traumatisiert als ich am Donnerstag zum voraussichtlich vorletzten Mal bei meiner Therapeutin saß…

Ganz ehrlich? So doof ich diese Therapie bis zuletzt auch fand, ich befürchte, in dieser vorletzten Stunde hat mich meine Therapeutin vor Schlimmeren bewahrt! Nachdem ich ihr von meinem neuen Trauma und diesem narzisstischen Energie-Vampir erzählte, merkte ich beim erzählen, wie sehr mich die Situation belastete. Ich konnte ihr eigentlich bisher alles erzählen, auch Dinge, die ich bis dato noch nie laut ausgesprochen hatte. Aber Details über  diese neue Erfahrung blieben mir fast im Hals stecken. Ich glaube, es war die Scham darüber, so ungebremst mit eine Rosaroten-Brille gegen eine Wand gefahren und auch wieder einmal auf einen Wolf im Schafspelz hereingefallen zu sein.

Doch ich musste es ihr erzählen, sonst wäre ich noch am gleichen Tag vor lauter Verzweiflung übergeschnappt. Und ich erzählte ihr alles und mit aller Lebhaftigkeit, die ich aufbringen konnte, damit sie mein unglaubliches Dilemma auch wirklich verstand. Ich erzählte und erzählte und erzählte… bis sie plötzlich in einen äußerst einprägsamen Lachanfall verfiel. Ja, ich habe meine Therapeutin durch meine lebhafte Erzählung so sehr zum Lachen gebracht, dass ihr die Tränen kamen …

Ich hab ihr herzliches Lachen jetzt noch im Ohr … 😆

Sie kriegte sich einfach nicht mehr ein … 😀

Das fand ich irgendwie gut, hat mich aber auch etwas irritiert, weil ich nicht ganz kapierte, was genau jetzt der Witz war, das kapierte ich erst später. In meiner Erzählung ging es darum, dass der Energie-Vampir mich psychisch und physisch an diesem Tag so fertig gemacht hatte, dass ich mitten in der Kölner Innenstadt im Feierabendverkehr plötzlich Migräne bekam (ich habe NIE Migräne!) und noch während der Fahrt gleich zwei Ibuprofen nehmen musste, sonst hätte ich gekotzt. Ich erzählte ihr, dass ich den Narzisst freundlich darauf hingewiesen habe, dass er es jetzt geschafft hätte, mich mit 24 Stunden Dauerbefeuerung an meine körperlichen und psychischen Grenzen zu bringen… genauer Wortlaut:

„Sorry, ich bin fix und fertig!“

Und genau die Antwort des Narzisst brachte meiner Therapeutin den wohl schlimmsten Lachanfall, den ihr Therapieraum je erlebt hat, wie folgt:

„Ja, ich glaube, ich habe es heute auch etwas übertrieben. Ich entschuldige mich hiermit bei Dir. Und ich möchte, dass es anerkannt wird, dass ich mich bei Dir entschuldige. Du musst zugeben, es spricht von einer gewissen Größe, dass ich mich jetzt bei Dir entschuldigt habe!“

Halt die Fresse! 😡

Höflich, wie ich bin, habe ich Letzteres natürlich nur gedacht …

Das hatte ich meine Therapeutin (inkl. Halt die Fresse!) erzählt und sie lachte? Ich dachte über meine letzten Worte nach und lese sie auch jetzt noch einmal in geschriebener Form. Jemand tyrannisiert, terrorisiert, entschuldigt sich dafür und fordert im gleichen Atemzug Anerkennung für diese Entschuldigung?

Mädel!? Was stimmt nicht mit Dir ?!

Nachdem sich meine Therapeutin wieder eingekriegt hatte, schüttete sie mir ganz plötzlich verbal einen Eimer kaltes Wasser über den Kopf, klatschte mir mit passenden Worten ein paar Ohrfeigen ist Gesicht, ganz nach dem Motto: „H-A-L-L-O?! JEMAND ZU HAUSE ?!“

Sie sagte, dass ich es hier mit einem ganz speziellen Fall von narzisstischer Persönlichkeitsstörung zu tun habe, dass das gefährlich sei und dass ich diesen Kontakt so schnell wie möglich aus meinem Leben verbannen soll. In erster Instanz hieße es aber sofort wehren und Grenzen setzen …

Meine Antwort: „Scheiße, das kann ich nicht! Das konnte ich noch nie!“ 😮

Ihre Antwort: „Sie müssen! Sonst sitzen wir sehr bald wieder hier, Frau Lahr!“

Das hatte gesessen…

Und wirkte …

Ich habe mich gewehrt …

Wie genau ich mich gewehrt habe, was passiert ist und was nächste Woche ggf. noch passieren wird – wir sind noch nicht miteinander durch –  erzähle ich in Kürze!

Sorry, aber ich muss jetzt Essen, wieder runter kommen und später Tatort schauen… 😀

Eines weiß ich aber ganz sicher, in einem meiner zukünftigen Romane über diese Begegnung, werde ich es am Ende wie einen Unfall aussehen lassen … 😀

Alles neu – alles auf Anfang

Hi Ihr Lieben,

da bin ich wieder. Hab wieder lange nichts von mir hören lassen. Ich war schwer beschäftigt. Ich bin nämlich gerade aktiv dabei, alles neu und alles anders zu machen…

Ich hatte ja schon im letzten Beitrag erwähnt, dass meine erneuten Angstsymptome, keine biochemische Störung, sondern eine klare Ansage meines Körpers sind, dass er bei meinem Stresspegel nicht mehr mitmachen möchte. Es läuft etwas falsch. Ich laufe falsch. Ich dachte zwar, ich sei neue Wege (aus der Angst) gegangen und wäre auf einem gutem Kurs, aber da habe ich mich getäuscht. Ich steckte immer noch in diesem klassischen Hamsterrad. Ja, ich bin wieder in dieses riesigen Hamsterrad gestiegen, angetrieben von Leistungsdruck, Vernufts- und Verstandentscheidungen, ständigen Selbstzweifeln und der ständigen Angst zu versagen, andere zu enttäuschen  oder dem Hamsterrad nicht mehr gewachsen zu sein.

Vor knapp 2 Wochen bin ich dann einfach stehengeblieben und im hohen Bogen (aus dem Hamsterrad) geflogen… und siehe da: Ich lebe immer noch. Besser, ich lebe erst recht, da ich einfach alles neu und anders mache.

Wie im letzten Beitrag schon angedeutet, habe ich beschlossen, mein Dasein nicht mehr von Verstand und Bewusstsein leiten zu lassen, sondern von meinem Inneren. Bauchgefühl, Herz, Instinkt … eben die ganze Truppe, die von der anderen Sippschaft da im Oberstübchen ständig niedergemacht, unterdrückt und somit gestresst und verängstigt wurde.

Und das war die beste Entscheidung meines Lebens …

Und vor allem die Spannendste  …

Beispielsweise wurde ich Anfang Mai auf eine Stellenanzeige aufmerksam, die eine Bekannten über Facebook gepostet hat. Ich muss dazu sagen, dass ich schon seit einiger Zeit mit dem Gedanken spiele mir einen (stupiden) Nebenjob zu suchen. Die geistige Arbeit als Texterin macht zwar Spaß, raubt auch eine Menge Energie. Ich möchte hier ein klein wenig kürzer treten und mich mehr auf meine Romane konzentrieren. Auch hier sagt mein Bauchgefühl, dass genau das mein Ziel sein sollte. Ich habe so viele Ideen im Kopf, die auf Verwirklichung warten… was allerdings nur geht, wenn zunächst anderes Geld fließt, damit die Existenz gesichert ist.

In Gedanken sah ich mich schon, wie ich meine Arbeitszeit in einem Baumarkt verbringe und halbherzig Kunden mit Heimwerkerproblemen betreue. Wie oft hatte ich schon Albträume darüber. Der Gedanke war jetzt nicht sonderlich erfüllend, im Gegenteil, er machte  mir Angst. Folglich meldete mir auch mein Bauchgefühl, dass ich etwas anderes „Stupides“ machen sollte. Putzen, Pakete packen, Zeitungen austragen, whatever … Hauptsache es brachte Geld und ich muss mich geistig nicht verausgaben.

Dann las ich plötzlich diesen Aufruf:

Job im sozialen Bereich gesucht? 450 €, Teilzeit oder Vollzeit ?

24 Stunden – Dienste (bei Teil-/Vollzeit auch 2-3 Tage am Stück möglich, ideal, wenn man von weiter her kommt )

AB SOFORT wird dringend Verstärkung gesucht!!!

Nur Frauen

Führerschein erforderlich

Persönliche Assistenz für eine junge, lebensfrohe körperbehinderte Frau im Rollstuhl:

Keine Vorkenntnisse erforderlich.

Deine Aufgaben:
Hilfestellungen im Alltag ( Haushalt, Arbeitsassistenz, Versorgung des Hundes, Freizeitbegleitung, Hygiene, Ankleiden, ab und zu körperliche Belastung,…. )

Ideal für einen Job neben dem Aufbau einer Selbständigkeit oder für Studenten oder oder. Man arbeitet einige Stunden am Stück und hat drumherum viel Luft. Nachts kann man i.d.R. auch Schlafen, mit eigenem Assistenzzimmer.

Meldet Euch gerne bei mir, auch bei Fragen, ich leite es weiter!

Als ich das las, meldete sich sofort mein Herz und mein Bauchgefühl. Sie winkten unübersehbar mit dem Zaunpfahl und mir wurde klar, dass ich eigentlich das Gegenteil von stupide suchte, eben eine wertvolle, sinnvolle, soziale, gefühlvolle, einfühlsame, vielleicht sogar inspirierende Aufgabe … das wusste ich allerdings selbst auch noch nicht. Ich war irritiert von meinem eigenen Gefühl und der Entschlossenheit mich auf diesen Aufruf zu melden. Ich ließ mir selbst keinerlei Diskussionsspielraum und folgte einfach diesem Gefühl.

Das Vorstellungsgespräch verlief super und katastrophal zugleich… ich war so hektisch an diesem Morgen, dass ich mir zwei verschiedene Socken anzog, weil ich auf die Schnelle kein gleiches Paar finden konnte. Da ahnte ich ja auch noch nicht, dass ich die Schuhe ausziehen müsste / würde…

(Foto: Sockenpaare werden überbewertet)

(Foto: Sockenpaare werden überbewertet)

Es kam, wie es kommen musste. Die Schuhe mussten aus Hygienegründen im Flur ausgezogen werden. Ich kann nicht leugnen, in diesem Augenblick einen Anflug von peinlich berührter Panik verspürt zu haben, dicht gefolgt von dem Gedanken: „Peng! Das war´s! Wenn du schon dein eigenes chaotisches Leben, inkl. Socken nicht im Griff hast, wie willst du dann jemand anderes im Alltag unterstützen?“

Ich beschloss einfach diesen Fauxpas nicht unkommentiert als gegeben stehen zu lassen, sondern sagte, wie es ist: „Ups, direkt schon ungewollt verraten, wie es bei mir zu Hause läuft.“

Im Juni fange ich an. 😀

Zunächst zur Probe, aber ich bin guter Dinge, dass es das Richtige für mich ist.

Mein erster Job, der von einer Bauchentscheidung aus gewählt wurde…

Das hatte ich vor vielen Jahren auch schon mal genau umgekehrt: Mein Bauchgefühl rebellierte gegen eine Jobentscheidung und hat mir von vorn herein zu verstehen gegeben, dass das kein Sinn macht. Es war definitiv ein Verstand und Vernunftsjob, den ich mir hab (mehr oder weniger) aufschwatzen lassen, gut bezahlt, von zu Hause aus machbar, ich sollte lediglich für ein Versicherungsunternehmen Kundenakquise betreiben. Perfekt! Klappt mit einer Telefonphobie besonders gut … 😀

Ich habe knapp einen Monat durchgehalten…

Was gab es noch für neue Entscheidungen?

Vor ein paar Tagen stolperte ich über ein paar Zeilen meines langjährigen Freundes, Piam Oliver Unger, der u. a. Geistheiler ist. Es ging um das Symbol für die innere Stimme, wie folgt:

„Stimme und Bestimmung finden

Seit einigen Monaten beschäftige ich mich mit dem so genannten „Human Design“. Googled das mal, das ist ziemlich spannend und einsichtsreich. Im Zuge meiner Forschung zum Human Design, und wie es sich mit der Qyoma-Arbeit verbindet, bin ich auf einen Satz gestoßen, der lautet: „Seine Bestimmung finden hängt stark mit ’seine Stimme‘ finden“ zusammen. Dann habe ich geschaut, was das im Human Design heißt, „seine Stimme finden“. Jeder hat nämlich tatsächlich eine eigene Stimme, die auf eine eigene Weise funktioniert. Klingt banal. Zunächst.

Aber wenn man sich fragt, was das wirklich ist, und was die eigene Stimme sagt, damit sie sich stimmig ausdrückt, und gehört wird, dann wird es spannend. Meine Stimme zum Beispiel ist richtig, wenn sie unter anderem sagt: „Ich erinnere …“, „Ich besitze …“, „Ich habe erfahren …“. Wenn sie zum Beispiel sagt „ich weiß“, dann wird sie meistens ignoriert und überhört. Und das stimmt aus meiner Erfahrung heraus.

So, wie findet sich der Bezug zu Qyoma? Es gibt seit Oktober ein Symbol für die Stimme und die Kraft der Manifestation, die mit der Stimme einhergeht. Das Symbol hat mich zum Human Design in Bezug auf die Stimme geführt. ich wusste vorher nichts davon, nur dass es das so genannte Kehlzentrum für die Stimme gibt.
Ich besitze dieses Symbol.

Meine Erfahrung mit dem Symbol ist, dass es verdammt gut wirkt. Seit ich es nutze, finde ich mich selbst total im Flow und habe das Gefühl, das wird was, was ich da gerade zur Welt bringe.

(Qyoma Facebook oder zur Qyoma Webseite)

Als ich das las, hatte ich die Erklärung für diesen merkwürdigen Wandel in meinem Innenleben. Ich wusste plötzlich, was da vor einigen Tagen passiert ist. Ich habe meine Stimme und meine Bestimmung gefunden … oder besser gesagt: Ich habe gelernt, dass es mich krank macht, Stimme und Bestimmung zu ignorieren und gegen sie zu leben und zu arbeiten.

Ich habe mir von Oliver persönlich dieses besagte Symbol in Form eines Amuletts herstellen lassen. Und so etwas „Verrücktes“ habe ich noch nie getan, bzw. in Auftrag gegeben. Aber mein Inneres wollte dieses „SYMBOL-DING“. Es wollte es so sehr, dass auch hier kein Spielraum blieb für Diskussionen, wie „Dat kostest Geld!“, „Was soll das bringen?“

Es ist wie bei einer Trauung, der Ring, der dieses Eheversprechen besiegelt…

Ich habe mit diesem Symbol mir selbst das Versprechen gegeben, ab sofort nur noch auf meine innere Stimme zu hören… denn, das Wesen, was hinter Stimme steckt, hat nicht vor, mich in Schwierigkeiten zu bringen, im Gegenteil: Es liebt mich und möchte, dass es mir gut geht und dass ich glücklich bin.

Gestern ist es gekommen. Großartig. Der absolute Wahnsinn.

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Die „Fassung“ ist übrigens eine Muschel … vermutlich aus Hamburg, vielleicht auch Helgoland, muss ich nochmal fragen… Muscheln, kalkige Schalen, ein Material, zu dem ich eine sehr enge Verbindung habe.

Durch meine Adern fließt nämlich friesisches Blut … eine Tatsache, die ich bis dato auch noch gar nicht so wahr – und ernst genommen habe. Und mein Gefühl sagt mir: Ich brauche mehr Norden in meinem Leben … ich möchte mir eine Wohlfühloase zu Hause schaffen… die Terrasse wird demnächst umdekoriert und gestrichen, und zwar so,  wie mein Inneres es sich wünscht und … friesisch maritim … ja, und einen Strandkorb werde ich in diesem Leben auch noch irgendwann bekommen. 😀

Wenn mein Werk fertig ist, gibt es Bilder …

Ja, ist schon verrückt, was alles so passiert, wenn man einfach nur noch auf sein Gefühl hört…

Erinnert mich an den genialen Film „Der Ja-Sager“? Kennt den noch jemand? Einer meiner absoluten Lieblingsfilme mit Jim Carrey. Hatte ich eigentlich schon mal erwähnt, dass ich ein großer Jim Carrey Fan bin?

Ein sehr tiefsinniger, nachdenklicher und vom Leben gezeichneter Schauspieler …

Ich sage zwar nicht zu allem JA, – im Gegenteil: Hier ist die Kunst auch mal NEIN zu sagen – aber ich handle so, wie mein Gefühl es entscheidet und nicht mein Verstand, die Vernunft oder andere Spießer-Abteilungen im Gehirn.

Und siehe da: Ich habe nicht mehr das Gefühl ständig alles falsch zu machen und gegen meine Natur zu agieren, sondern erlebe bei allem, was ich von innen heraus tue und entscheide, eine Flut an Emotionen, die mich u. a. mit Sicherheit, Glück und Zufriedenheit erfüllen. Manchmal so stark, dass mir die Tränen kommen.

Apropos…

Vor einigen Tagen hatte ich eine Situation an der Kasse eines Supermarktes, wo ein Mädchen, schätzungsweise 9 oder 10 Jahre alt, zu wenig Geld dabei hatte. Mir ist das kleine Mädchen mit dem Fahrradhelm schon vorher aufgefallen, da sie zwei Pralinenschachteln trug, die größer waren als ihr Kopf. Ich vermutete, dass die Pralinen als Muttertagsgeschenk gedacht waren. Ich selber halte nicht viel von diesem Muttertagsgedöhne, fand es aber dennoch irgendwie zuckersüß. Ich sah schon am Blick des Mädchens, als sie an der Kasse stand und der Endpreis genannt wurde, dass sie Zahlungsschwierigkeiten hatte. Ohne auch nur eine Sekunde darüber nachdenken zu müssen, traf mein Herz die Entscheidung, dass ich ihr das fehlende Geld  – egal wie viel – geben würde. Ich würde es tun, weil es kein anderer in dieser Schlange tun würde, denn man muss halt auf sein Taschengeld achten und sich nicht gefälligst bei Milka bedienen, wenn man sich Milka nicht leisten konnte. Außerdem konnte es doch sein, dass das Kind diese Verzweiflungs-Masche öfters abzog und sich somit sämtlicher Leckereien kostengünstig bedienen konnte … Kinder können nicht nur grausam, sondern auch ziemliche clever sein.

Mir doch egal, was andere denken…

Der hilflose Blick des Mädchens und das nervöse Suchen nach den noch fehlenden Münzen trieb nicht nur ihr die Tränen in die Augen, sondern auch mir. Ich war selbst ganz erschrocken, dass mich diese Situation emotional so touchte, war wohl mein Empathen-Dasein wieder am Werk. Ich fühlte das, was das Mädchen fühlte und das Mädchen fühlte sich gerade sehr unwohl. Die Kassiererin forderte mahnend, machte deutlich, dass sie das fehlende Geld – etwa 2 € – jetzt aber dringend bräuchte, sonst müsste sie die Pralinen eben hier lassen. Die Menschen in der Schlange starrten das Geschehen an. Versteinerte Minen. Empathieloses Pack. Ich unterbrach schließlich dieses unerträgliche Szenario und ließ die Kassiererin wissen, dass das Mädchen das Geld von mir bekäme. Ich gab der Kassiererin das Geld, lächelte und zwinkerte der Kleinen mit Tränen in den Augen zu. Sie bedankte sich erleichtert, strahlte mich an und zog dann winkend mit den beiden I-Love-Milka-Schachteln eilig ab.

Die Leute starrten mich entgeistert an… übrigens, ich tue das nicht, weil ich in den Himmel oder ins Paradies möchte. Ich tue das auch nicht, um von einem höheren Wesen „gesegnet“ zu werden. Auch dieses Karma-Ding ist mir inzwischen sehr supekt geworden… alle tun immer etwas, um etwas Bestimmtes, etwas Höheres zu erreichen… tue Positives und dir wird Positives zurückgeben, die Rechnung stimmt auch nicht immer. Nein, ich tue gewisse Dinge, weil mein Instinkt, mein Gefühl, mein Herz, mein Inneres danach strebt … scheinbar ohne Ziel und ohne Grund … oder aber, ich habe das Ziel und den Grund noch nicht verstanden. Was mir allerdings vollkommen egal ist. 🙂

#Gutmensch ?! 😀

„Liebe braucht keine Gründe … Liebe, ist eine grundlose Wärme – einfach weil es so schön ist, warm zu sein.“
(Osho)

Nach dieser Pralinengeschichte, dauerte es etwas länger, bis ich emotional wieder auf ein normales Level kam und verstand, welch merkwürdigen für Emotionen verantwortlichen Systeme da wieder am Werk waren. Nach etwa einer Stunde, war ich wieder klar und freute mich für die Kleine mit ihren Pralinenschachtel ganz gleich, was sie damit zu tun gedachte oder auch nicht.

Was ich noch anders oder neu mache…

Ich versuche nicht mehr so viel Zeit zu verschwenden, sondern sie immer sinnvoll zu nutzen, ohne dass es anstrengend wird …

Weniger online sein … vor allem vormittags, wenn ich eigentlich Texte schreiben müsste. 🙂

An meinen Romanen schreiben, täglich mindestens 5 Seiten …

Viel lesen … zwecks Wortschatzerweiterung … aber auch, um mich von anderen Autoren inspirieren zu lassen…

Zum Frühstück höre ich zum Beispiel jetzt Hörbücher, statt TV zu schauen oder im Internet zu surfen …

Abends im Bett lese ich ein bis zwei Kapitel zum einschlafen, statt 4Bilder1Wort oder andere Wortspiele auf dem Handy zu spielen…

Zeit mit viel frischer Luft füllen, Wandern, Spazieren, Gartenarbeit – ich habe übrigens zum ersten Mal Gemüse angebaut und mich mit dem Thema Gartenbepflanzung beschäftigt …

Meine Klamotten kaufe ich ab sofort ausschließlich nur noch bei EMP.de – es ist der einzige Shop, der meinen Geschmack zu 100 % trifft. Ausgefallen, einbisschen dark, crazy.  Ich war bisher immer noch etwas zaghaft bei der Auswahl, um nicht allzu auffällig zu sein und meinen Mann nicht zu erschrecken, aber da muss der jetzt durch. 😀

Apropos…

Mein Mann hat wirklich einen Orden verdient! Er hat alles ertragen (müssen) und hat mich bei all dem ganzen Schlamassel unterstützt und immer zu mir gestanden, auch wenn er bis heute nicht kapiert hat, was eine Angststörung ist …  DANKE! <3

Neue Tattoos müssen auch her … glaubt mir, wenn ich das Geld hätte, wären bei mir nur Kopf und Hals Tattoo frei … ich arbeite dran. 🙂

Und ich hab dann jetzt doch das Joggen angefangen…

Auch eine Bauchentscheidung…

Mein Verstand sagte nämlich: Ich hasse Laufen… auch wegen meinem Rücken.

Aber ich kämpfe seit dem Absetzen der Tabletten (7 Kilo weniger) mit einem ganz gewaltigen Jo-Jo-Effekt (wieder 7 Kilo drauf) und möchte einfach etwas sportliche Betätigung in mein Leben bringen. Ich hab das Joggen schon einmal vor ein paar Jahren versucht, bin aber an den starken Kopfschmerzen nach dem Laufen gescheitert. Über das Röntgenbild meines Rückens wurde auch dem Arzt dann klar, meine Bandscheiben finden Joggen nicht so toll. Was ich nicht wusste: Das Schuhwerk spielt hier eine ganz entscheidende Rolle.

Mein Facebook-Statement zu meinem ersten „Run“ lautete so:

Laufen Facebook

Mein zweiter Run-Post klang dann so:

Laufen Facebook 2

In Video-Form klingt und sahen die Anfänge dann so aus:

Gestern habe ich schon drei Kilometer ohne Gehpause geschafft … und ich fühle mich immer wohler dabei. Es ist tatsächlich so, dass durch das Laufen der Stresspegel sinkt.

Mein persönlicher Stresspegel hat sich – seit dem Austritt aus dem Hamsterrad – auf 2 eingependelt … ohne Psychopharmaka und Aufenthalt in einer Burnoutklinik… das wäre nämlich meine nahe Zukunft gewesen.

Jetzt gehe ich Joggen, baue Gemüse an, hole mir die Nordsee auf meine Terrasse, kaufe mir wertvolle, individuell hergestellte Glücksbringer, reagiere und handle spontan, aus dem Gefühl heraus (ohne Nachzudenken) und plane jetzt sogar ein Haus zu kaufen …

Das alles hätte mir mal jemand vor ein Paar Wochen erzählen sollen … ich hätte ihn für verrückt erklärt!

Von daher, meine neue Hymne:

Mannometer, die Wogen glätten sich …

Das Beitragsfoto zeigt übrigens Klee, der von einem steigendem See überschwemmt wurde … bedeutungsvolles Bild … unter Wasser … going under … Klee = Glück… ach vergesst es. 😀

Die Wogen haben sich geglättet…

Mein Stresspegel liegt jetzt im Ruhezustand bei etwa 4 …

Das hat einen Grund …

Dazu später mehr …

Ich muss zunächst SO anfangen:

Juhuuu, ich schreibe wieder …

Und, wie ich aus heutiger Sicht feststelle, ist das gar nicht so selbstverständlich …

Denn, ich habe am Samstag aufgrund eines unkonzentrierten Augenblicks meine ganze Webseite zerschossen. GAME OVER. Alles weg. Es gab nur noch eine weiße Seite. Eine weiße Seite, die mir deutlich zu verstehen gegeben hat, dass an dieser Stelle wohl Schluss ist. Schluss mit mir und meinen Gedanken, die ich mit meiner vollen Identität in die große weite Welt posaune, ohne Rücksicht darauf, dass ich mir dabei auch mal Kopfschütteln und Unverständnis einhandle, – übertriebene Art der Selbstdarstellung, was sollen denn die Leute denken, Krankheitsgeschichten als Fortsetzungsroman will keiner lesen bla, bla, bla – Fuck you!

Ich konzentriere mich da lieber auf das (überwiegend) positive Feedback und mein entspanntes und beflügeltes Empfinden nach jedem Blogeintrag und – wie ich jetzt festgestellt habe, – auf neue, tiefsinnige Aufträge.

Aber, wie gesagt, nach dieser weißen Seite am Samstag Morgen, war für mich klar: DAS WAR`S! ENDE! AUS! Was ich zunächst natürlich nicht wahrhaben wollte. Ich habe wirklich mit allen mir zur Verfügung stehenden Mitteln versucht, das Problem zu beheben. Google lieferte mir die Lösung auf dem Silbertablett, aber ich war nicht in der Lage, den Anweisungen zu folgen, weil ich die Anweisung schlicht weg nicht verstanden habe. Ich sollte eigentlich nur den Plugin-Ordner im FTP umbenennen … ich wusste aber nicht, wo dieser Ordner sein sollte. Ich hatte so einen Scheiß Ordner nicht! Ich hatte überhaupt nirgendwo in meinem Leben einen so lebenswichtigen Ordner … wobei mir gerade auffällt, dass das Wort „Ordner“ aus der Wortfamilie der „Ordnung“ abzuleiten ist …

Ordnung? Kenne mer net, bruche mer net! 😀

Kein Ordner „WP-Plugin“, kein Blog! 😮

FUCK! 😮

Nichts geschieht ohne Grund. Es musste wohl so sein. Jemand wollte, dass mein „Werk“, dass ich fast schon seit einem Jahr regelmäßig hege und pflege und in mein Herz geschlossen habe, vernichtet wird. Ich habe schon einmal 5 Jahre Blog, mit rund 200 Beiträgen mit einem Mausklick zunichte gemacht. Damals habe ich diese Entscheidung aber bewusst getroffen. Ich wollte all diese vielen Zeilen nicht mehr in meinem neuen Leben haben … ich bereue das heute zutiefst. Und auch am Samstag war ich tief erschüttert…

Und auch wenn irgendwo in meinem Kopf irgendein Vernunft-Ding versuchte mir einzureden, dass es besser so wäre, dass der Inhalt dieses Blogs durch ein Pluginfehler vernichtet wurde – Sei froh, dass es vorbei ist, dann gibst du den Leuten keinen Grund mehr, sich das Maul zu zerreißen. Du weißt doch, die, die es lesen sollten und von denen du es dir wünschen würdest, dass sie es lesen, lesen es nicht und umgekehrt – redete ein anderer, viel lauterer Teil auf mich ein, bloß nicht aufzugeben. Das ist die einzig wahre Therapie! Du warst so lange stumm! Du brauchst das Schreiben, wie die Luft zum atmen. Der Kampf gegen Ängste! Die Suche nach Gleichgesinnten! Die Illusion, von irgendjemanden verstanden zu werden. Und du hast inzwischen Blog-Fans.

Mit anderen Worten: Ich brauche diesen Blog, wie andere Menschen ihre verdammten Freunde brauchen, bei denen sie sich ausheulen können (ganz gleich, ob diese es hören wollen oder nicht). Es ist mein Druckablassventil und es ist jedem freiwillig überlassen, ob er mich beim Druckablassen begleitet oder nicht. Kapito? 😉

Allerdings war mein Druckablassventil (durch ein Systemabsturz inmitten eines WordPress-Plugin-Updates) so verklemmt, dass keine Hoffnung auf Lösung bestand. Und das in einer Zeit, wo meine Nerven ohnehin schon blank lagen (siehe letzte Einträge). Ja, ich kann sagen, dass am Samstag ein Tag von der Sorte war, den man am besten unkommentiert aus seinem Leben streicht, inklusive empathischer Schwingungen, denn mein Mann hatte an diesem Tag auch sein Päckchen zu tragen und ich habe sehr mit ihm mit gelitten. 🙁

Tja, willkommen, in meinem Leben …

4 Tage lang habe ich versucht damit – also mit dem zerstörten Blog – zu leben …

Konnte es aber nicht, ohne mich dabei schlecht zu fühlen …

Und am 4. Tag habe ich mich dann intensivst mit dem Begriff File Transfer Protocol beschäftigt, quasi Informatik studiert, und habe es schließlich geschafft, das Problem fachmännisch zu lösen. 😀

Alles war wieder da … unversehrt … außer die Fotogalerie, die ist hinüber… aber das krieg ich auch wieder hin.

Ein Stressfaktor weniger…

An dieser Stelle nochmal etwas zu meinen „Pegelständen“…

Am Freitag lag der Stresspegel im Ruhezustand nach wie vor bei 8

Samstag, nach dem Crash bei 9-10

Sonntag dito …

Montag … 8-9

Dienstag … 6

Heute … 4

Ja, heute war ein guter Tag …

Und es wird besser …

Ja, der Stresspegel sinkt stetig und meine körperlichen Symptome minimieren sich …

Meine Therapeutin hatte recht. Es ist keine Angststörung. Es war / ist die körperliche Reaktion auf heftigsten Stress. Stress, den ich mir selber mache, weil Leistungsdruck, beruflicher Perfektionismus, Existenzangst und meine ständige Angst vor dem Versagen, so eine überdimensionale Größe angenommen haben, dass es krank macht.

Das lasse ich nicht mehr zu …

Ich Krempel gerade mein Leben komplett um…

Ich werfe alte Gewohnheiten über Bord, mache vieles anders …

Ich höre jetzt auf mein Bauchgefühl …

Höre auf meine innere Stimme …

Mein Herz …

Wie das funktioniert?

Die erste innere Reaktion, auf einen Menschen oder eine Situation ist die richtige…

Vor ein paar Tagen fühlte ich plötzlich bei einem Menschen negative Schwingungen. Statt sie schweigend hinzunehmen und Gefahr zu laufen, das auf mich persönlich zu beziehen, fragte ich ohne zu zögern nach. Ich erhielt die Info, dass eine Operation ins Haus steht und deshalb die Stimmung im Keller war. Das zu wissen, hat mir selbst aber auch dem Betroffenen geholfen, da er jetzt nicht mehr gute Miene zum bösen Spiel machen musste.  🙂

Und noch etwas habe ich mit meinem Bauchgefühl geklärt…

Ich hatte das Bedürfnis einer Frau zu helfen, obwohl für sie noch nicht abzusehen war, dass sie Hilfe brauchte. Es ging eigentlich nur um das Öffnen einer Türe … auch wenn ich mich eigentlich ins Auto setzen und meinen Weg nehmen hätte können, war ich einfach im richtigen Moment zur Stelle. Das hätte ich mich früher nicht getraut, aus Angst jemanden allein mit meiner Anwesenheit zu stören oder zu nerven.

Ja, heute war ein besonders guter stressminimierter Tag …

Ich habe einen schönen Auftrag bekommen. Die Vertrauensbasis für diesen Auftrag, erlangte der Auftraggeber unglaublicher Weise über den Inhaltes meines Blogs – er ist ein Gleichgesinnter. 🙂

Was war noch?

Ach ja…

Heute habe ich etwas getan, was ich mich bisher nur ganz selten, ich glaube sogar nur einmal bei einem Bekannten getraut habe: Ich habe jemanden gesagt, dass er toll riecht. Ich hatte ja schon einmal erwähnt, dass ich ein sehr feines Näschen habe und auf Gerüche und Düfte reagiere, die andere noch nicht einmal wahrnehmen. Ohne Scheiß, manchmal bin ich so irritiert von Gerüchen, dass ich ganz nervös und hektisch werde und erst Ruhe gebe, wenn ich weiß, was ich da im Einzelnen alles rieche … Gerüche – wenn sie gut sind – werfen mich irgendwie total aus dem Bahn. 🙂

Heute …

Ich kam heute in die Postfiliale und fühlte mich regelrecht beflügelt. Der Duft eines Parfüms – der eindeutig von der Postangestellten kam – war nicht aufdringlich. Er war dezent (wahrscheinlich so dezent, dass es kein anderer riechen konnte) und erinnerte mich an Frühling. Das gab mir ein Glücksgefühl und ich spürte, wie mein Stresspegel von 5 auf 4 rutschte… unverhoffte Aromatherapie … dafür war ich ihr dankbar. Mein Bauchgefühl stupste mich an und sagte: „Sag`s ihr!“ Hab ich gemacht, dafür ein fröhliches Lächeln geerntet… auch wenn sie etwas irritiert war, dass ich den Duft wahrgenommen habe …

Das werde ich jetzt immer so machen …

Mehr meinem Inneren folgen …

Meinen Gefühlen und dem ersten Eindruck freien Lauf lassen…

Menschen sagen, wenn ich etwas an ihnen oder sie im Ganzen toll finde …

Menschen einfach sagen, wenn sie mich berühren, bewegen oder …

… scheiß drauf, was andere denken!

… scheiß drauf, was die Betroffenen selbst denken! 🙂

Die Frau von der Postfiliale hat wahrscheinlich gedacht, ich wollte sie anbaggern … 😀

Wollte ich nicht… aber ich wollte einem Gefühl folgen und habe es getan.

Apropos einem Gefühl folgen…

Ich bin über eine Stellenanzeige gestolpert … da meldete sich auch mein Bauchgefühl. 🙂

Morgen habe ich ein Vorstellungsgespräch… drückt mir die Daumen. 🙂

Nein, ich hänge meinen Job nicht an den Nagel…

Ich schaffe mir nur neue Ressourcen für meine Romanschreiberei (darin sehe ich nämlich meine Zukunft!) und erlange mir eine gewisse finanzielle Existenzsicherheit zurück, die nicht abhängig von meinen geistigen Ergüssen ist. Das wird mir eine enorme Last abnehmen. Meine Arbeit als Texterin wird natürlich parallel weiterlaufen, aber ich werde vielmehr Zeit haben für meine Romane und darauf freue ich mich sehr. 🙂

Apropos Zeit …

Ich muss ins Bett …

Da wartet noch ein Kapitel Fitzek „Passagier 23“ auf mich …Wortschatzerweiterung! 🙂

Tschö!

P.S.:

Ein letzter Gedanke: Was von Herzen kommt, kann doch nicht falsch sein… oder? 😮

 

 

Ich bin ein wandelnder Schrotthaufen (Transformer) – das sagen sogar die Experten

Da bin ich auch schon wieder …

Ja, ich werde jetzt so oft wie möglich, vielleicht sogar täglich Blog schreiben, in der Hoffnung, dass auch das mir weiterhilft. Ich brauche nämlich Strohhalme … ganz viele Strohhalme … jeder Stohhalm hilft und das auf seine eigene Art und Weise.

Die Schreibtherapie ist bei mir wohl der wichtigste Strohhalm…

Ich bin nämlich ein Schrotthaufen…

Körperlich …

Ich bin so extrem verspannt, dass ich heute die Hälfte des Tages nur kriechend oder auf dem Boden liegend verbracht habe. Gegen 19.00 Uhr habe ich dann meinen täglichen „Walk“ vollzogen und habe im Wald Entspannungsübungen gemacht. Wenn mich also jemand mit einem Rucksack auf dem Rücken, einsam in der Gegend rumhüpfen sieht, der weiß spätestens heute, warum ich das mache. Nein, ich brauche da keine Hilfe, ich bin dann einfach nur auf der Suche nach mir selbst … 😀

Ich bin allerdings – trotz Bewegung – vor fünf Minuten wieder nur kriechend auf die Couch gekommen. Diese Verspannung sind die Nebenwirkungen von einer Überdosis Stress und sicherlich auch die Antwort auf meinen Bewegungsdrang der letzten Tage …

Ich dachte seelisch wäre ich ein noch größerer Schrotthaufen als körperlich …

Ich habe in den letzten zwei Wochen so eine Panik wegen meiner Symptome geschoben, dass ich zwischenzeitlich mit dem Gedanken gespielt habe mich selbst einzuweisen, damit ich mir, meiner Familie und meinen Mitmenschen nicht mehr länger auf die Nerven gehe. Mit mir war ja – genau genommen bis gestern – überhaupt nichts mehr anzufangen. Lustigerweise war ich in der Zeit sehr produktiv und konnte für eine Romanpassage ein ziemlich authentisches Statement zum Thema Todessehnsucht abliefern. Ja, ich konnte als stark suizid gefährdete Patientin, die sich gerade versucht hatte mit einem Gürtel an der Heizung zu erhängen, in einer psychiatrischen Klinik so richtig die Sau rauslassen. Ich konnte meinen Unmut über das Leben kundtun und schließlich am Ende doch endlich aus dem kalten Schatten gleiten und nach Hause, ins warme Licht, gehen.

Tat gut …

Nein, das hat mich selbst nicht beunruhigt. 😉

Warum auch? Ich bin ja nicht gestorben, sondern habe mich nur in jemanden hinein versetzt, der sterben wollte …

Zur Info: Ich hänge sehr an meinem Leben. Suizid ist absolut keine Option und das Schlimmste, was man seinen Lieben antun könnte – ich habe da in meinem Bekanntenkreis leider schon Erfahrungen sammeln können. Aber nichtsdestotrotz kann ich jetzt absolut nachvollziehen, dass Menschen mit psychischen Erkrankungen, z. B. Angststörungen, Zwangserkrankungen, Persönlichkeitsstörungen oder Depressionen sich nach dem Tod sehnen …

Der tiefe Schmerz auf der Seele macht irgendwann einfach nur noch müde…

Aber wir waren bei dem wandelndem Schrotthaufen …

Seelisch bin ich nämlich ein Transformer … 😆

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Womit wir auch schon beim Thema wären…

Es gibt Neuigkeiten, die mir Hoffnung geben, dass mein neuer „alter“ Zustand nicht (wie ich ohne die Einnahme entsprechender Medikamente vermutete) bis an mein Lebensende bestehen bleibt. Ich habe nämlich mit meiner Therapeutin  gesprochen. Oder besser gesagt, ich habe bei ihr noch einmal so richtig fett „hysteriert“.

Als sie den Raum betrat, saß ich schon nervös, hektisch mit dem Fuß wippend und mit ineinandergekeilten Fingern da und wartete schon ängstlich auf ihre übliche Frage: „Wie geht es Ihnen, Frau Lahr?“

Wie es mir geht?

„Verdammte Scheiße! Es ist schon wieder da!“

Ja, und dann erklärte ich ihr was los war. Und ich machte mit aller Deutlichkeit klar, wie Scheiße ich das finde, das der ganze Mist jetzt wieder von vorne losgeht und dass sie mich nicht zwingen kann wieder Paroxat zu nehmen, und, und, und…

„Paroxat? Nein, natürlich nicht!“, lächelte sie.

„Nicht? Aber die Angststörung ist doch wieder da…?!“

„Nein, ist sie nicht, Frau Lahr! Nur die Symptome. Also die körperliche Reaktion auf Angst – und Gefahr.“

„Hä?“

„Dieses unbegründete, unkontrollierte Angst haben, vor allem und jedem, – die Angststörung – wurde erfolgreich mit Medikamenten behandelt. Das Ungleichgewicht wurde behoben. Das, was jetzt in ihnen vorgeht, ist eine ganz andere und sogar eine ganz wichtige Geschichte.“

„WTF!“

„Sie haben in Ihrer Panik ein ganz entscheidendes Detail übersehen.“

„Das wäre?“

„Es gibt Gründe, warum sie sich derzeit so fühlen und die haben sie mir gerade aufgezählt. Und das ist schon wirklich ein großer Brocken der da auf Ihnen liegt und den Sie derzeit alleine stemmen müssen. Das ist enormer Stress!“

„Ja!“

„Das ist der Unterschied. Sie haben keine Störung, sie haben ganz schön viel um die Ohren. Das was Sie fühlen, ist ein eine Botschaft. Sie haben jetzt ein brilliant funktionierendes Unterbewusstsein, was Ihnen etwas Wichtiges mitteilen will.“

„Oh!“

„Und es teilt ihnen mit, dass das so nicht geht! Schauen Sie nicht nach außen, sondern nach innen. Hören Sie ganz genau hin. Haben Sie keine Angst vor Ihren Gefühlen und hören Sie auf sie ignorieren. Nehmen sie diese als ihren Wegweiser an. Je schlechter sie sich bei einer Sache fühlen (obwohl sie derzeit als die einzig wahre Lösung erscheint), desto mehr sollten Sie das, was sie tun – oder planen zu tun – überdenken. Schauen Sie sich in Ihrem Umfeld um. Wer tut Ihnen gut? Bei wem fühlen Sie sich gut? Wer erreicht das Gegenteil? Ihr Bauchgefühl ist schlau … schlauer als Sie … vertrauen Sie auf Ihr Bauchgefühl!“

„Mach ich doch immer!“

„Nein, sonst würde es doch nicht mit körperlichen Symptomen auf sich aufmerksam machen?!“

„Zusammegfasst bin ich also doch noch nicht reif für die Klapse?!“

„Nein!“

„Mann, bin ich ein emotionaler und hysterischer Schrotthaufen!“

„Aber bald sind Sie wieder ein flotter Flitzer!“ 😀

Tschö…

Ja, so war das …

Soll heißen, die Symptome treiben mich zwar immer noch in den Wahnsinn, aber seit dem ich weiß, dass es keine biochemische Störung ist (die ich ohne Medikamente wohl nicht in den Griff gekriegt hätte), sondern eine geheime Botschaft meines Unterbewusstseins, geht es mir auch schon etwas besser.

Es nervt mich, aber es fühlt sich nicht mehr hoffnungslos an …

Ich fühle mich nicht mehr ganz so hilflos, weil ich weiß, dass es besser werden wird, wenn ich meinem Unterbewusstsein, meinem Herz und Bauchgefühl folge… die Logik, mein Verstand und das Gerede der anderen haben bei mir hoffentlich bald nichts mehr zu melden!

Auch geht es mir besser, weil ich Unterstützung von Betroffenen und anderen Mutmachern bekomme…

Hier mal ein Auszug von einer Mail, die ein paar Tipps beinhaltet, vielleicht hilft es auch anderen, die diese Symptome haben, wie folgt:

  • Brennen unter der Haut
  • Starker Druck im Solarplexus
  • Unruhe / Nervosität
  • Konzentrationsschwierigkeiten
  • Vergesslichkeit
  • Neben sich stehen
  • Das Gefühl Heulen und Schreien zu müssen
  • Beklemmungen
  • Einatmen fällt schwer
  • Herzrasen
  • Prickeln und hinzu kommt auch Lähmung
  • Muskelschmerzen
  • Extrem schwere Glieder wie bei einer Grippe

u.s.w


P.O.:

Ah, krass. Sind typische Symptome von „In den Körper kommen“. Hab mich ja intensiv mit Traumalösung und Entwicklungstrauma beschäftigt. Sind bekannte Symptome. Aber sehr schwer auszuhalten. Hab deswegen u.a. das Kaltbaden angefangen, weil ich es dadurch ein bisschen kontrollieren konnte. Aber meistens hatte ich das Gefühl, dass ich einfach nur schreien und heulen muss. War auch viel Wut bei mir drin. Man kann nichts machen, aber sie gehen tatsächlich vorbei. Dauert allerdings. Am besten auf hartem Untergrund schlafen, nicht auf weicher Matratze, sondern mit einer Decke drunter auf dem Boden. Das gibt dem Körper Sicherheit. Und Andi soll sich mal auf dich drauf legen. Am besten du auf dem Boden, ein großes Brett drauf und dann er mit seinem Gewicht. Das gibt dem Körper auch Sicherheit. Und das Atmen – lass es frei fließen. Meist wird es irregulär und ziemlich schnell. Dann ist es fast wie beim Sex, nur unangenehm, und der Kopf wird schwummrig. Aber dann löst es sich auch ein bisschen. Test dich mal durch, was davon geht. Bei mir hat’s etwas zwei, zweieinhalb Jahre gedauert – aber keine Ahnung ob das ein Richtwert sein kann …  Hoffe, es hilft ein bissgen- Drück die Däumelein. Kussi

Ich danke Dir, mein Freund P.O.!

Und die Sache mit „Andi soll sich mal auf mich drauflegen“ findet mein Mann sehr gut, ich jetzt nicht so… 😆

Und eine weitere Nachricht, die ich von jemanden bekommen habe, (das war nachdem wir zuvor viele tiefsinnigen Zeilen ausgetauscht hatten) – ich musste echt lachen:

Vielleicht bring ich dich jetzt ja ein bisschen zum Lachen. Ich werde jetzt z.B warten bis es dunkel ist und dann vorsichtig vor die Haustür gehen, schauen dass keine Nachbarn oder wer mehr draußen sind und dann ganz schnell die Mülltonne an die Straße stellen und wieder rein, damit ich nur nicht in Gespräche verwickelt werde…
Das läuft bei mir jeden Dienstag auch so … 😆
Und dann kam diese andere, ganz besondere Nachricht, als Reaktion auf mein Schattenvideo …
Zur Erinnerung:
Eine Nachricht, die mich echt sprachlos gemacht hat …
Liebe Nicki, dein Video hat ein paar Gedanken in mir ausgelöst… Bitte versteh sie auch als solche. Ich will weder klugscheißen noch habe ich die Weisheit mit Löffeln gefressen 😊 ich hatte nur das dringende Bedürfnis, dir meine Gedanken mit auf den Weg zu geben… vielleicht passen sie, vielleicht auch nicht. Fühl dich jedenfalls feste gedrückt und gute Nacht!
Liebe Grüße
Kerstin
Und es folgten diese beiden Anhänge …
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HANDGESCHRIEBEN !!!
Extra für mich …
Du hast mich damit sehr berührt, liebe Kerstin! Ich danke Dir!
Aber auch diejenigen, die ganz still und leise bei mir sind. Es hilft mir sehr, dass ihr mich regelmäßig hier besucht und mitlest. Auch das gibt mir Kraft und zeigt mir, dass meine Worte nicht ins Leere gehen… ihr wisst ja, fernab dieser Tastatur bin ich nämlich eher stumm. Ich will niemanden mit meiner Scheiße nerven und auch keinen zwingen, mir zuzuhören…
Ihr tut das freiwillig…
DANKE!

 

Durchdrehen leicht gemacht

Ich will heute gar nicht lange um den heißen Brei reden. Es ist, wie es ist, – diese verfluchte Krankheit hat mich wieder fest im Griff. Ich kann es nicht ändern, ich kann nur darüber schreiben.

Mann, Mann, Mann, was für eine Riesenscheiße hab ich mir da schon wieder eingebrockt! 🙁

Zur Erinnerung: Mein Körper ist ununterbrochen auf Angst und Flucht eingestellt. Schwer zu erklären und auch zu verstehen, ich weiß. Erinnere Dich einfach mal an einen Moment, an dem Du richtig Angst hattest. Versuche Dich auch daran zu erinnern, was Du körperlich gefühlt hast … schon, weiß Du, wie ich mich seit einigen Tagen ununterbrochen fühle und das, ohne einen tatsächlichen Grund.

Das macht mich echt fertig …

Im Moment bin ich einfach nur Tag und Nacht damit beschäftigt nicht durchzudrehen und das ist leider nicht übertrieben. Gestern Abend war es so schlimm, dass ich raus in den Wald musste, um mir die Anspannung aus dem Körper zu laufen und raus zu heulen. Ohne Scheiß, Heulen, Laufen (schnell gehen) und Musik sind im Moment die einzige Hilfe neben den No-Go-Alternativen, wie Alkohol und Beruhigungstabletten (Tavor).

Ich bin gestern dann noch extra früh ins Bett gegangen, um genug Schlaf zu haben, damit wenigstens dieser Stressfaktor weg fällt. Um mich zu entspannen habe ich noch vier Seiten eines Buches gelesen, aber ich konnte mich nicht auf den Inhalt konzentrieren. Die Gedanken kreisen ununterbrochen. Bei dem Versuch einzuschlafen habe ich festgestellt, dass ich so verkrampft war, dass sich meine Fingernägel in die Handballen bohrten, das mache ich ständig. Die Hände offen und flach abzulegen, war fast unmöglich. Das Schlafen selbst klappt zum Glück problemlos. Ich schlafe tief und fest, traum – und aufschlussreich. Ich darf nur nicht wach werden. Werde ich wach und mein Gehirn kriegt das mit, dann legt es auch nachts um drei mit dem Gedankenwirrwarr los… und ihr könnt euch nicht vorstellen, wie gesprächig mein Gehirn um diese Uhrzeit ist.  😀

Wenn ich morgens aufwache, spüre ich schon mit dem ersten Augenaufschlag, wieder diese scheiß Brustenge. Als läge ein schwerer Eisenklotz auf meinem Oberkörper, ich kann nur flach atmen. Alles tut mir weh. Jeder Muskel schmerzt, mein Körper erlebt hormonellen Hochleistungssport, was die Muskeln übersäuert – ununterbrochen. Aber natürlich habe ich auch Muskelkater von meinem ständigen Bewegungsdrang und der Nervosität – neben Appetitlosigkeit (durch die Beklemmungen) ein positiver Nebeneffekt. 😀

Nichts desto trotz ist die Anspannung von einer Skala von 1-10, schon kurz nach dem Aufwachen bei 8. Wenn ich meine Tochter in den Kindergarten bringe steigt sie auf 9, wenn ich einkaufen gehe, sind wir an der Kasse schon bei 10 – und PENG OVERLOAD!

Ich schaffe es meist noch bis zum Auto, dann lasse ich meinen Gefühlen freien Lauf … denn wenn ich heule, sinkt die Anspannung wieder auf 9. Wenn ich mein morgendliches Körnerbrötchen esse und Musik höre, komme ich langsam wieder runter auf die 8.

Dann kommt plötzlich ein technisches Problem beim Onlinekauf eine DHL-Marke und prompt geht die Anspannung wieder rauf auf 9 … lässt sich das Problem nicht lösen bringt auch dieser Tropfen das Fass auch gleich wieder zum überlaufen.

Ich verliere wegen jedem Mist die Nerven…

Heule in diesen Situationen wie ein kleines Kind …

Schäme mich deswegen…

Ja, ich schäme mich …

Das ist der derzeitige Istzustand …

Wie es dazu kommen konnte, kann ich mir inzwischen erklären…

Ich habe einfach die Dimensionen gewisser Dinge, die in mir arbeiten unterschätzt. Es gab in den letzten Wochen und Tagen wieder einige Situationen, die mich emotional sehr getroffen haben. Mehr als ich es mir eingestehen wollte und mehr als mir lieb war. Ich habe den Schmerz verdrängt, ihn nicht zugelassen, ihn mir zum Teil schön geredet oder auch aus meinem Bewusstsein geflucht. Mich nicht ausreichend damit auseinandergesetzt. Aus diesen Situationen wurden eine Menge neuer Selbstzweifel und Ängste geboren … und die, die schon in mir waren, wurden wieder neu belebt … das dicke Fell, was ich einst hatte ist einfach nicht mehr vorhanden und es wir auch nie mehr nachwachsen.

Fuck, ich bin deswegen so was von am Arsch…

Ich fühle mich schutzlos, hilflos und irgendwie idiotisch, dumm … und das, obwohl ich doch stark sein will und auch stark sein muss … ich habe Kinder, die mich brauchen … und ich will auch kein Idiot oder dumm sein. Aber wie soll ich mich sonst fühlen, wenn mich die volle Breitseite der Unfähigkeit trifft, weil ich durch diese Scheiße, die hier gerade läuft, vergesse, den Backofen auszuschalten… was ja noch nicht so schlimm wäre, wenn ich diesen nicht noch hätte offenstehen lassen … im Keller … bei 220 C° … 2 Stunden lang … weil das Pizzablech so heiß war und ich bei der Anspannungsskala schon wieder bei 9 lag, weil gerade ein Brief vom Finanzamt kam mit der Erinnerung an die USt-Voranmeldung …

Alle Anwesenden haben gelacht … es mit Humor genommen … wie schön, dass ihr lacht, obwohl ich fast das ganze Haus abgefackelt hätte …

Sorry, im Moment ist mir das Lachen vergangen…

Ich habe Angst, dass ich diesen Kampf nicht gewinnen werde…

Also verziehe ich mich in diesen Blog und versuche dieses „Scheiß Ding“ in mir mit der Waffe zu besiegen, die ich halbwegs beherrsche: mit Schreiben!

Jemand (der sich damit auskennt) hat mir den Tipp gegeben, ich sollte diesem quälenden Gefühl einen Namen und eine Persönlichkeit geben … ich werde demnächst darüber berichten.

Sorry, ich muss ins Bett …

Über luzides Träumen und die Kunst des Verdrängens

Willkommen in meinem neuen Blog, auf meiner neuen Seite! 😀

Ja, ich gebe zu, die Seite ist noch nicht ganz fertig, hier und da gibt es noch Fehler und Optimierungsbedarf, aber sie ist zumindest so weit aufgeräumt und hergerichtet, dass ich „Besucher“ empfangen kann.

Komm herein, nimm Platz, ich erzähle dir, was es Neues gibt in meiner Welt…

Wie immer, fange ich mit einem belanglosen Einstiegsthema an: Meine Kurzgeschichten. Obwohl, so belanglos sind die gar nicht. Die habt ihr bestimmt auch schon entdeckt, vielleicht auch schon die eine oder andere gelesen. Jahrelang hatte ich sie vergraben und auch irgendwie vergessen, weil ich sie sinnlos fand. Diese Kurzgeschichten habe ich nämlich nicht geschrieben, weil ich einfach mal eine Kurzgeschichte schreiben wollte – außer „Das letzte Hemd„, die war für eine Anthologie gedacht, hab sie aber dann doch nicht eingereicht -, sondern weil ich einen Text schrieb, ohne dass mir der Verlauf bekannt war. Ähnlich, wie diese Blogtexte, da weiß ich auch nie, was am Ende dabei heraus kommt. Zur Erklärung: Wenn ich nicht gerade Romane schreibe, habe ich dennoch ständig irgendwelche Sachen in meinem Kopf, die raus müssen. Das sind dann Texte, die ich nicht plane oder mir ausdenke, sondern, die einfach fließen.

Manchmal sitze ich selbst davor und stelle mir die Frage: „Was will ich mir mit diesen Worten sagen?“ Diese Viertelseite schrieb ich irgendwann Mal wusste aber nicht warum und wofür.

Kurzgeschichte beispiel

Keine Ahnung, von was für einem Ding im Schrank ich da schreibe. Ich habe keine „Dinger“ in meinem Schrank, es sei denn, ich meine damit meine 4 Lieblingshosen in Größe 40, in die ich mal rein passte. Diese DINGER lösen echt ganz böse Emotionen aus.  😥  Ich arbeite (mal wieder) mit Low Carb daran. Ich schweife ab …

Nochmal zu dem Nonsens-Text da oben: Was immer ich auch damit sagen wollte, es war scheinbar in der falschen Sprache. Ich hab es selbst nicht verstanden. Die Kelleridee habe ich aber dann irgendwo in „Sonst wird dich der Jäger holen“ aufgegriffen … 😀

Ich werde sicherlich noch mehr Kurzgeschichten finden, wenn ich durch meinen Textirrsinn auf meiner Festplatte durchgestiegen bin. Ja, das ist wahrhaftig Textirrsinn, der schon an Textwahnsinn grenzt.

Doch nicht immer haben Texte, die da aus mir raus kommen, etwas mit mir persönlich zu tun, sondern entspringen einem Empfinden, dass ich mir irgendwann, irgendwo, irgendwie mal „eingefangen“ habe. Vielleicht durch Erzählungen eines anderen, einen Song, einen Film, ein Buch, den täglichen Nachrichten oder auch durch Träume. Ja, Träume liefern mir sogar ganz besonders spezielle, vielleicht sogar die besten Einfälle. Schlafe ich mit dem Gedanken an meinen aktuellen Roman ein, besteht wirklich die Möglichkeit, dass ich die Fortsetzung träume.

Habe ich eigentlich schon mal über meine „innige“ Beziehung zu meinen Träumen gesprochen? Ja, Träume sind für mich (über)lebenswichtig geworden. Sie sind nicht nur eine wichtige Informationsquelle rund um die Bewältigung von Problemen – Träume ich von einem kniffligen Problem, wird mir im Traum oft die Lösung präsentiert – ,sondern ich erfahre in meinen Träumen auch den tatsächlichen Ist-Zustand meines Befindens. Geht es mir gut? Geht es mir schlecht? Wenn ich eine Nacht darüber schlafe, dann habe ich die Antwort. Meine Träume sind auch oft Wegweiser aber auch Mahnwache. Ich hab mal geträumt ich wäre aufgestandenen und hatte keine Zähne mehr im Mund. Am nächsten Morgen machte ich einen Termin beim Zahnarzt. 😀 In meinen Träumen erfahre ich sogar Dinge, die ich bis dato selbst noch gar nicht wusste oder ich werde penetrant auf Dinge hingewiesen, die ich im Wachzustand verdränge.

Apropos …

Die psychologischen Wege, Dinge zu verdrängen sind ja schier unendlich. Ich selbst war ja 30 Jahre lang eine Meisterin im Verdrängen. Ich konnte sogar so gut Unangenehmes verdrängen, dass Manches sogar eine Zeit lang ganz aus dem Bewusstsein gestrichen war. Und für alle, die nicht wissen, wie das Verdrängen geht, hier eine kleine Anleitung:

Eine Situation wächst mir über den Kopf und je mehr ich mich mit der Situation beschäftige, desto größer und schlimmer wird sie für mich. Folglich, will ich mich nicht mehr damit beschäftigen. Also kehre ich der ungelösten oder unverarbeiteten Situation den Rücken. Ich kehre ihr den Rücken, in den Hoffnung, dass sie nicht mehr so viel Raum in meinem Kopf und in meiner Gefühlswelt einnimmt. Die erste Zeit funktioniert das nur sehr schwer, denn die Situation rebelliert, versucht sich gegen meine Ignoranz zu wehren. Sie versucht mich mit Gedanken, Erinnerungen, Ängsten und Befürchtungen oder auch Träumen auf sich aufmerksam zu machen. Doch ich verschließe weiter die Augen, will die Rufe und das Zetern nicht hören, übertöne den Krawall in meinem Kopf mit Dingen, die mich ablenken. Arbeit. Musik. Lustige Videos, Trash. So kann man den Tag halbwegs überstehen.

In der Nacht kommt die ganze Scheiße dann wieder. In der Nacht ist der Verdränger dann meist wehrlos. Ich nicht, ich bin (meistens) in der Lage, meine eigenen Träume zu beeinflussen, wenn sie mir zu „bunt“ werden. Luzides Träumen oder auch Klartraum genannt. Was genau das ist, kann Wikipedia ganz gut erklären:

Klartraum

Ein Klartraum oder auch luzider Traum (von lat.lux, lūcis „Licht“) ist ein Traum, in dem der Träumer sich dessen bewusst ist, dass er träumt. Der bedeutendste deutsche Klartraumforscher Paul Tholey formulierte das folgendermaßen: „Klarträume sind solche Träume, in denen man völlige Klarheit darüber besitzt, daß man träumt und nach eigenem Entschluss handeln kann.“  Die Fähigkeit, Klarträume zu erleben, hat vermutlich jeder Mensch, und man kann lernen, diese Form des Träumens herbeizuführen. Ein Mensch, der gezielt Klarträume erleben kann, wird auch Oneironaut genannt (von griechisch: oneiros, „Traum“ und nautēs, „Seefahrer“).

(Quelle: Wikipededia)

Tja…

Wenn ihr meine Art zu träumen kennen würdet, dann würdet ihr verstehen, warum ich genau das lernen musste. Ich muss kurz ausholen: Ich träume immer echt turbulentes und spannendes Zeug, aber es gab eine Zeit, da nahmen die Albträume einfach überhand. Mit der Geburt meiner ersten Tochter vor 14 Jahren, kam auch die Angst auf die Welt, dass ihr etwas passieren könnte. Die Angst, die ich tagsüber mit aller Gewalt verdrängte, suchte mich dann ständig nachts heim. Vor 10 Jahren träumte ich dann diesen schrecklichen Traum, der mich so traumatisiert hat, dass ich im Anschluss hysterisch nach einem „Mittel“ gegen Albträume suchte. 😮

Ich träumte, meine Tochter (damals 5 Jahre alt) sei verschwunden. Ich hatte sie überall gesucht, fand sie aber nicht. Es folgte ein großes Polizeiaufgebot, mit Spürhunden. Fieberhaft und wie betäubt folgte ich der Polizei zu einem Waldstück, das irgendwann zu einem Sumpf wurde. Es dauerte nicht lange, bis die Suchhunde anschlugen und ein totes Kind fanden. Im Traum drehte ich vollkommen durch, das waren echte Emotionen, ganz schlimme Emotionen und ich wachte schließlich auf. Das Aufwachen brachte etwas Erleichterung, denn mir wurde klar, dass ich nur geträumt hatte. Es war inzwischen hell geworden draußen. Ich stand benommen und noch vollkommen schockiert auf, schaute im Zimmer meiner Tochter vorbei, die scheinbar schon aufgestanden war. Ich und ging (im Schlafanzug) die Treppe hinunter. Plötzlich hörte ich Stimmen. Irritiert, wer da so am frühen Morgen in meiner Küche redete, betrat ich den Raum in dem viele Menschen standen. Familie, Freunde, alle schwarz gekleidet und sie hörten auf zu reden, als sie mich sahen. Sie starrten mich an und ich starrte sie an. Was machten sie alle am frühen Morgen in meiner Küche?

„Was wollt ihr hier?!“

„Du solltest dich wieder hinlegen, du siehst nicht gut aus, sagte jemand und legte behutsam seinen Arm um mich.“

Ich stieß den Arm weg und spürte plötzlich diese unterschwellige Gewissheit: Hier stimmte etwas nicht. Und es dauerte nur einen Bruchteil von Sekunden als mir plötzlich klar wurde, dass sie alle gekommen waren, um meine Tochter zu beerdigen. Das, was ich zuvor geträumt hatte, war also passiert?! Ich drehte sodann auch noch ein Weiteres Mal durch. Durch dieses Durchdrehen wachte ich schließlich tatsächlich auf, traute aber der ganzen Traum-Wach-Scheiße nicht und stürzte mitten in der Nacht panisch in das Zimmer meiner Tochter und überprüfte Ihre Atmung und Ihren Puls.

Und für alle, die bis dahin glaubten, diese „Traum im Traum“ Szenarien gäbe es nur in Horrorfilmen?! NEIN! Ich habe es erlebt und es hat mich so schockiert und verletzt, dass sich zwei Tage total neben der Spur war. Ich hatte plötzlich Angst vor dem Schlafen und bekam Schlafstörungen. Es musste also eine Lösung her. Ich googelte und stieß eben auf die Technik des Klartraums. Ich konnte mir nicht vorstellen, dass das funktioniert. Ich dachte, wenn ich träume, dann träume ich, bin also nicht wach und kann nicht bewusst irgendetwas steuern oder beeinflussen. Aber offenbar reicht hier schon der feste Wille genau das tun zu wollen, dass das Gehirn im Schlaf eine kleine Tür offen lässt. Auch habe ich mich beim Einschlafen darauf konzentriert, die Kontrolle über den kommenden Traum zu behalten … die imaginäre Waffe unter dem Kopfkissen. 😀

Für alle. Die mehr wissen wollen. Der Orkan erklärt das in dem Video ganz gut. Mehr Infos von ihm gibt es auf www.luzides-träumen.com.

Und es funktioniert wirklich. Mein erstes Klartraumerlebnis habe ich sogar noch sehr gut im Kopf – das war 2006:

Ich stand auf einem großen Gelände, dass es nicht wirklich in Linz am Rhein gab, aber es sollte mir eben vor Augen halten, dass in diesem Moment alle Schulen der Gegend auf diesem Platz vertreten waren. Gymnasium, Realschule, Grund – und Hauptschule. Ich fand das in diesem Augenblick sehr praktisch, denn so konnte ich gleich beide Kinder – ich hatte damals noch eine Stieftochter – abholen. Es klingelte gerade zum Schulende, als plötzlich zwei qualmende Flugzeuge am Himmel auftauchten, die mit einem ohrenbetäubendem Getöse abstürzten und in die Schulen krachten – das ganze natürlich wieder in super Bildqualität inkl. Dolbysurround. Die Druckwelle der Explosion schleuderte mich meterweit und ich spürte die Hitze in meinem Gesicht. 😮

Die beiden Flugzeuge waren also in die Schulen gekracht, in denen sich meine (und viele andere) Kinder befanden. Hilflos sah ich dieses schreckliche Unglück und stand kurz davor wieder in Panik und in einen emotionalen Ausnahmezustand zu geraten, wenn da nicht plötzlich die kleine Tür im Gehirn aufgegangen und meine Anti-Alptraum-Patroullie aufmarschiert wäre. Meine Traumpatroullie schaffte es allerdings nicht mich aus diesem Traum zu wecken – dazu schlief ich viel zu tief und fest – , aber sie brachte mich dazu, ruhig und fast schon gelassen aufzustehen, mir den Staub von der Hose zu klopfen, die Denkerpose einzunehmen und mir klar zu machen, dass das hier nur ein Traum war. Ich wusste im Traum tatsächlich, dass es nur ein Traum war, weil am Nachmittag zuvor ein Flugzeug über unser Haus geflogen war und ich mich kurzzeitig mit der Dolbysurround-Vorstellung quälte, das es theoretisch ja auch jetzt abstürzen könnte. Die schrecklichen Bilder vom World Trade Center werde ich wohl auch nie vergessen. Zeitgleich unterhielt ich mich mit meinen Kindern über das genau Datum, wann die Schule nach den Ferien wieder anfängt. Diese Traum war also nichts weiter als zusammengequirlter Scheiß aus irgendwelchen Tageseindrücken, unterlegt von meiner ständigen Angst um die Kinder.

Da stand ich nun in den Trümmern und machte mir zwar klar, dass es nur ein Traum war, aber diese Klarheit fing an zu bröckeln. Es ist ein Kampf. Albtraum vs. Klartraum. Ich spürte wieder die Hitze des Feuers und machte mir Sorgen um die Kinder. Ich konnte nicht aufwachen, also musste dieser Traum zumindest ein Happy End haben, damit ich ihn unbeschadet überstand. Ich versuchte den Verlauf zu ändern und  zwar so, wie er mir am sinnvollsten erschien. Ruhig bleiben, nicht in Panik geraten und darauf achten, dass ich nicht die Kontrolle verlor. Ich lief zunächst zur Grundschule, die vollkommen in Flammen und Trümmern stand, aber konnte es so einrichten, dass alle Kinder brav in Zweierreihen und unversehrt aus dem Gebäude geführt wurden – ich musste quasi nur darauf warten, dass Hanna herauskam. Sie kam und ich nahm sie an die Hand und lief zur Realschule, wo meine Stieftochter Rachel schon auf mich wartete und mir mitteilte, dass sie noch nicht mitkommen könnte, weil sie doch vor kurzem ihren Erste-Hilfe-Schein gemacht hat und nun helfen möchte.

Ja, in diesem schrecklichen Traum, gab es ungaublicherweise keine Verletzten und keine Toten, eben weil ich das im Klartraum so wollte. Dass ich am Ende dieses Traums letztendlich doch noch von Männern in U.S Uniformen und Maschinengewehren verfolgt wurde, weiß ich nicht – das war mir allerdings auch zu blöd und ich wachte auf. 😀

Das war der erste Klartraum und es folgten Weitere, in denen ich es sogar immer wieder schaffte, die Traumsituation ins Lächerlich zu ziehen. Ich träumte, dass ich mit meiner Tochter das Phantasialand besuchte und plötzlich ein riesiges Monster durch den Park stapfte und großes Unheil anrichten wollte. Irgendwann stand das Monster vor mir und starrte mich an. Ich starrte das Monster an und  fing plötzlich an zu lachen. Ich hatte so einen Lachflash, dass das Monster ebenfalls lachte. Und irgendwann lachte der ganze Park, das Monster ging nach Hause und alles war gut. 😆

So viel zum Thema Träume und Albträume, die (zumindest bei mir) beim Verdrängen immer eine sehr wichtige und nicht immer angenehme Rolle spielen.

Aber ursprünglich war ich doch bei der Anleitung zu „Verdrängen“, oder? 🙂

Eine Situation wächst mir über den Kopf und je mehr ich mich mit der Situation beschäftige, desto größer und schlimmer wird sie für mich. Folglich, will ich mich nicht mehr damit beschäftigen … bla…bla…bla… die erste Zeit funktioniert das nur sehr schwer, denn die Situation rebelliert, versucht sich gegen meine Ignoranz zu wehren… bla bla bla … in der Nacht kommt die ganze Scheiße dann wieder. Manchmal wacht man dann morgens müde und gerädert auf und hat das unterschwellige Gefühl, dass irgendetwas nicht mit einem stimmt. Der Verdränger vermeidet dann tunlichst das eigene Hinterfragen. Er will nicht wissen, was das Unterbewusstsein die ganze Nacht getrieben hat. Auch das funktioniert eine Zeit lang. Wenn meinen seinen Job gut macht, gerät die unverarbeitete und ungeklärte Situation tatsächlich in Vergessenheit. Es wird sprichwörtlich unter einem Berg von Ignoranz, Ablenkung und üblichen Alltagsstress vergraben. Viele haben die Hoffnung, dass es sich irgendwann einfach in Luft auflöst … aber das tut es nicht. Nein, im Verborgenen fängt es an zu wachsen. Wie ein Tumor … ein Tumor, der irgendwann anfängt seine psychosomatischen Ableger zu streuen … kleine körperliche Probleme … Verspannungen, chronische Muskelschmerzen (Fibromylagie), ein geschwächtes Immunsystem, Herzprobleme, Kreislaufprobleme, Atem – und Schluckbeschwerden, kreisrunder Haarausfall, Schwindel … die Liste der psychosomatischen Krankheitsbilder sind schier unendlich. Und das alles nur, weil man einer unverarbeiteten Situation oder Situationen den Rücken gekehrt und sie in den tiefen der eigenen Seele vergraben hat.

Ja, wenn ich eines in den letzten Wochen gelernt habe, dann ist es die Tatsache, dass Verdrängen, tatsächlich der schlechteste Weg ist, um sich Probleme vom Leib zu halten. So schwer es auch ist, die Auseinandersetzung mit Situationen und Erlebnissen zu ertragen und so weh es auch tut, der Weg des Verdrängens führt immer ins größere Unglück!

Achtet auf eure Träume, sie verraten durchaus mehr, als einem vielleicht lieb ist …  <3

 Eigentlich wollte ich heute über etwas ganz anderes schreiben … 😆

14 Tage danach – ich bin jetzt erwachsen

Hallo Ihr Lieben,

da bin ich wieder – diesmal auch echt ganz kurz. 😀

14 Tage sind seit der letzten Einnahme von Paroxat vergangen und ich fühle mich, unglaublich aber wahr, großartig. Ja, ich fühle mich großartig, und das obwohl ich am Donnerstag wieder ein Empfinden hatte, was einer Panikattacke sehr nahe kam. Seit knapp einer Woche hänge ich an dieser fucking Steuerscheiße, in der Hoffnung, wieder den Überblick in meine Buchhaltung zu bekommen. Steuer – und Umsatzsteuererklärung für 2014, 2015 müssen gemacht werden und auch noch die Umsatzsteuervoranmeldung 3. und 4. Quartal 2015. Ja, ich hab im letzten halben Jahr auch das nicht auf die Reihe bekommen. Und bei einer versäumten Ust-Voranmeldung versteht das Finanzamt so gar keinen Spaß und hat mich daher mit einer dicken Schätzung zum Handeln gezwungen. Wenn ich wirklich so viel verdienen würde, was in dem geschätzten Bescheid steht, dann hätte ich echt keine Probleme mehr. 😀

Da sitze ich seit einer Woche hier und buche Berge von Quittungen, Rechnungen und Honorare und dann plötzlich ein falscher Mausklick und alles ist weg.  😮 Eine Situation die mir echt den Boden unter den Füßen weggerissen hat. Ich stand unter Schock, hatte Beklemmungen und begann hektisch nach dieser verlorenen Datei zu suchen. Okay, ich fand später wieder alles unversehrt, aber die Tatsache, dass mich diese Situation wieder so ausknockte, hat mich noch mehr geschockt. Hallo? Das Finanzamt ist doch nicht die Welt und wenn man lieb ist, lassen die auch mit sich reden. 🙂

Trotzdem: Montag muss alles bei denen im Mailpostfach liegen, wenn nicht, dann steht bestimmt bald das SEK auf der Matte … 😀
005

Wie gesagt, ich versinke zwar derzeit im Chaos und muss einige (selbst heraufbeschworene) Probleme aus der Welt schaffen, aber das ist okay. Alles ist plötzlich gar nicht mehr so schlimm, wie ich es vorher empfunden habe. Ich kann plötzlich, wie von Geisterhand mit den Schwierigkeiten des Lebens ganz anders umgehen. Ich reagiere weniger emotional, fast schon emotionslos, obwohl ich echt genug Emotionen habe. 😀

Wie kann das sein? 😮

Haben die Tabletten tatsächlich da oben in meinem Oberstübchen alles repariert? Die Antwort bekam ich am Donnerstag, in der Therapiestunde. Ich erzählte meiner Therapeutin wie immer, was in den letzten zwei Wochen so los gewesen war und zu welchen Erkenntnissen ich gekommen bin. Ich erzählte ihr auch von meinen Blogtexten über Missbrauch, den Reaktionen und den daraus resultierenden „explosiven“ Gesprächen innerhalb meiner Familie. Ich mache da auch kein Geheimnis daraus, dass ich da schon für Wirbel gesorgt habe und da Gesprächsbedarf bestand. Aber ich blieb bei allem, was da auf mich hereinprasselte ruhig, auch hier fast schon emotionslos und hatte wirklich das Gefühl, Abstand von dem Kind zu haben, was hier plötzlich Rede und Antwort stehen und Warum?-Fragen beantworten sollte.

Das war irgendwie gut …

Aber auch irgendwie unheimlich, weil ich mich so gar nicht kenne …

„Sie sind erwachsen geworden!“

„Hä?“

„Die 6 Monate Ruhe vor Ihrem Gefühlen und Emotionen habe sie erwachsen werden lassen. Ihre kindlichen Gefühle, wie Ohnmacht, Kleinsein, Hilflosigkeit, Wertlosigkeit, Abhängigkeit, Wehrlosigkeit, Ausgeliefertsein, die Grundlagen ihrer Ängste, sind jetzt da wo sie hingehören – in der Vergangenheit.“

Ja, so einfach kann Therapie sein!  😀

Und wenn ich ehrlich bin, diese Form von Erwachsensein gefällt mir sehr gut und sie lässt mich viele Dinge aus einem ganz anderen Blickwinkel sehen. Menschen, egal wie groß und in welcher Position sie auch sind, in Augenhöhe zu begegnen ist unfuckingfassbar geil! <3

Und weil ich mich so fucking gut fühle, schenke ich Euch exklusiv die ersten zwei Seiten meines Thrillers, der eigentlich letztes Jahr hätte fertig werden sollen.

Sorry, ich kann nicht so gut reden, lesen auch nicht und Qualitätsvideos kann ich auch nicht machen – ich gelobe Besserung. 😀

Mann, bin ich erwachsen … 😀