Der Thriller in meinem Kopf

Sorry, ist leider etwas länger geworden, daher konnte ich den Text erst heute veröffentlichen. 🙂

Ich kann mich nach wie vor nicht kurz fassen… ich sollte Autorin werden! 😀

Kurz vorweg, in meinem vorletzten Blogbeitrag schrieb ich über einen bizarren Gegenstand, der mir auch prompt die Antwort (auf die im gleichen Augenblick gestellte) Frage lieferte: „Woher kriegst du eigentlich die Ideen für Deine Bücher?“

Da liegt eine Idee im Dreck! 😀

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Ja, das Gebiss liegt immer noch da. Jetzt habe ich es fotografiert. Ich frage mich, ob es eine Möglichkeit gibt, den Besitzer dieser Zähne irgendwie ausfindig zu machen? Obwohl der Gedanke an das Resultat beunruhigt mich irgendwie. Vielleicht doch in einem Fundbüro abgeben? Bringt man Gebisse in ein Fundbüro? 😮

Oder kennt jemand, vielleicht jemanden, dem das Gebiss abhanden gekommen ist? 🙂

Ich werde mir weiterhin Gedanken über weiteres Vorgehen machen, ich weiß ja wo es liegt … 😀

So, nun komme ich endlich zu dem Thema, über das ich schon vor zwei Wochen schreiben wollte – der Thriller in meinem Kopf!

Tja, mein Blog heißt nicht unbedacht „Das Leben ist ein Thriller“ und vor zwei Wochen hatte ich wieder so einen speziellen Nicki-Live-Kopf-Kino-Thriller, der mich echt beeinflusst hat. Und damit es auch authentisch wird, nehmen wir einfach mal an, wir hätten heute den 03. Oktober, also Feiertag und ich würde hier mit meinem Feiertagsoutfit (Jogginghose und Wohlfühlpulli) sitzen und Euch von meinen Erlebnissen erzählen …

Auf geht´s:

Ihr Lieben…

Ich habe letzte Nacht furchtbar schlecht geschlafen. Lag wahrscheinlich daran, dass ich gestern mit einem Angstgefühl eingeschlafen bin. Nein, es war nicht nur Einschlafen mit einem komischen Gefühl. Ich hatte echt fucking Angst. Diese schrecklichen Bilder in meinem Kopf. Diese Schreie. Meine Fantasie ging unaufhaltsam mit mir durch, ohne dass ich da wirklich Einfluss drauf hatte. Es ließ sich nicht abstellen. Und dann hörte ich (in der Realität) auch noch ein undefinierbares Geräusch aus dem Wohnzimmer und prompt musste ich obendrein auch noch in Gedanken gegen brutale Einbrecher kämpfen, die uns nach dem Leben trachteten. Und scheiße, ich hatte mein Pfefferspray beim Aufräumen (in echt!) auf dem Küchenschrank stehen lassen … ich war fucking unbewaffnet … meine Zeiten von Ho-Sin-Sul-Do und Wing Tsung waren längt vorbei (sie hatten auch ehrlich gesagt nie richtig angefangen) und so musste ich feststellen, dass wir verloren waren. 😮

Auch nachdem ich gecheckt hatte, dass das unregelmäßige Knacken aus unserem brennenden Kamin (geschlossen) kam, den ich vor dem Schlafengehen noch einmal gut mit Brennholz gefüllt hatte,  traute ich mich noch nicht einmal aus dem Bett, um auf´s Klo zu gehen. Das war schlimm … ich hab da nämlich so einen Tick. Ich bin nicht in der Lage Einzuschlafen, wenn auch nur ein Tropfen in meiner Blase ist …

No way! 😀

Tja, um es kurz zu machen: Es war eine spaßige Nacht…

Und heute morgen dachte ich dann, dass alle überstanden sei und ertappe ich mich plötzlich dabei, wie ich google mit merkwürdigen Suchbegriffen wie „Mord, Totschlag, Tote, Verletzte in Rengsdorf“ füttere. Ich weiß, dass das irgendwie psycho ist, weiß aber, dass ich (und mein Unterbewusstsein) sich nur nach einer positiven Erklärung für das gestrige Erlebte sehnt, damit ich es verarbeiten kann. Das gestrige Erlebte, was mich vollkommen aus der Bahn geworfen und meine Verarbeitungskapazitäten deutlich überschritten hat …

Von daher ist an diesem heutigen verregneten Dritten-Oktober-Herbstfeiertag definitiv „Blogzeit“…

Was passiert ist?

Nun ja…

Ich könnte mich ja kurz fassen … lass es aber! 😀

Also die Langform…

Gestern war wieder so ein Tag, an dem mir wieder deutlich vor Augen gehalten wurde, wie komplex, verschroben und exponentiell mein Innenleben ist. Ich bin tatsächlich prädestinierter Angststörungspatient, möchte aber an dieser Stelle noch einmal darauf hinweisen, dass diese Störung in meinem Gehirn tatsächlich restlos behoben ist, auch wenn es nicht so scheint. 😀

Nein, kein Angstpatient mehr…

Nur etwas schräg…

Ja, ich bin eben schräg … und ich bin froh, dass diese schrägen Vorgänge in meinem Gehirn zunächst nur für mich bestimmt sind und ich selbst entscheiden kann, wie viel ich davon preisgeben will und was davon lieber im Verborgenen bleiben sollte. Ja, ich habe tatsächlich auch noch Geheimnisse … 😀

Doch manche Dinge lassen sich einfach nicht verbergen, weil sie mir ins Gesicht geschrieben stehen – ob ich will oder nicht. Und manchmal bin ich selbst so überfordert mit dem Dominoeffekt in meinem Kopf, dass dies, direkte Auswirkungen auf mein Handeln in der Außenwelt hat, selbst wenn sich das lediglich durch ein bedrücktes Schweigen äußert. Ja, ich kann gut Schweigen, auch wenn in meinem Kopf gerade ein unkontrolliertes Feuerwerk explodiert. Ich kann sogar Gesprächen folgen und jemanden dabei interessiert in die Augen sehen, obwohl ich gerade in einem ganz anderen (vielleicht sogar absurden) Gedankenkonstrukt gefangen bin. Stürzt das Flugzeug da oben gerade ab?!  😮

Zur Erinnerung: Laut meiner Therapeutin bin ich Licht und Liebe, doch auch der Schatten ist ein Teil von mir. Der Schatten steht auf mich und geht oft auch gerne gemeinsam mit irgendwelchen Ängsten auf Tuchfühlung. Er folgt mir auf Schritt und Tritt, ich fühle ihn, sehe ihn, fürchte ihn (meistens). Eine Tatsache, die sich nicht wegtherapieren lässt, sondern immer wieder mit Bewusstmachung und Logik zu behandeln ist. Und immer dann, wenn die Logik und Bewusstmachung (wie in den meisten Fällen) einen Augenblick spät dran sind, soll ich mir das bereits Gefühlschaos und die Angst zunutze machen. Wenn ich es schaffe, diese Furcht vor dem Schatten zu kontrollieren ist alles gut, wenn ich es schaffe, aus all diesen Schattenerlebnissen spannende Bücher zu schreiben, wäre es perfekt! 🙂

Und hatte gestern wieder eine Überdosis Schatten, die auch prompt ein Platz in einem Buch finden wird…

Mein ursprünglicher Plan war ein Tag voller „Licht“, endlich mal wieder ein bisschen rauszukommen und Abenteuer erleben. Damit ich meine kleine Tochter auch von meinem Plan überzeugen konnte, suchte ich extra einen Wanderweg aus, der auch für Kinder geeignet war.

Mit den Rengsdorfer Zwergenwegen standen alle Anzeigen auf einen friedlichen und spaßigen Familientag ohne besonderen Vorkommnisse …

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Schon beim Aufbruch zu diesem Ausflug hatte ich ein komisches Gefühl, was einer unterschwelligen Angst sehr nahe kam, aber doch eher als Warnung zu verstehen war.  So wie man instinktiv einem Menschen den man liebt und der irgendwo rauf klettert ein prophylaktisches „Fall da nicht runter!“ hinaufruft. Ja, es war ein mulmiges Gefühl, welches ich meiner inneren Stimme und meinem Instinkt zuordnete, der mir sagte: „Fahr nicht über die Autobahn! Nicht heute!“

Und immer dann, wenn ich dieses Fahr-Heute-Nicht-Autobahn-Gefühl habe, mache ich das auch nicht. Ganz gleich wie weit der Weg über Landstraßen und Dörfer auch ist. Und wir waren bestimmt eine halbe Stunde länger und in Gefilden unterwegs, die ich noch nie in meinem Leben gesehen hatte. 😀

An unserem Zielort am Rengsdorfer Waldplatz angekommen, löste sich meine Anspannung etwas und die Freude über die bevorstehende Wanderung auf dem Zwergenweg Nr. 2 überwog. Meine Tochter kreischte dem angrenzenden Spielplatz entgegen, mein Mann musste noch geocachingtechnisch etwas erledigen und ich stand einfach nur da und versuchte die Gegend und mein Gefühl zu sondieren. Der ganze Ort war fremd und lieferte mir einen in der Zivilisation integrierten Mini-Naturpark. Zu meiner Rechten ein großer Spielplatz, Tennisanlage mit Restaurant und der Ort Rengsdorf. Vor mir lag ein interessant wirkender Wald, mit Geheimnissen rund um den legendären Römergraben und über allem lag das monotone Brummen der neuen Umgehungsstraße. Der Rengsdorfer Waldplatz war verlassen,  die umstehenden Holzhäuser und Buden verrammelt. Kaum zu glauben, dass hier große Rockfestivals stattfinden, auf denen auch schon meine persönlichen Rockgrößen wie Van Canto gespielt haben… 😀

Hier mein absolutes Lieblingslied der Band …

Sorry, ich schweife ab…

Und während ich da stand und mir irgendwie verlassen vorkam (Mann und Kind waren irgendwie aus dem Sichtfeld), stellte ich schnell fest, dass es sehr kalt war.  Der Himmel war bedeckt und auch die Welt um mich herum war irgendwie undurchsichtig, diesig, vernebelt, schattig. Eisiger Wind wehte mir um die Ohren und ich wünschte mir zum ersten Mal in diesem Herbst eine Mütze herbei. Aber auch mit Mütze, hätte der Schatten den Weg in mein Herz gefunden und hätte auch genau so viel Spaß mit mir gehabt, wie er eben an diesem Tag hatte…

Und es begann damit, dass er mir zur Begrüßung inmitten dieser (meiner) finsteren Stimmung zwei aneinandergeknotete Luftballons vor die Füße wehten…

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Luftballons! 😮

Hallo?!

Meine Tochter hat sich gefreut … 🙂

Und natürlich freue ich mich auch, wenn meine Tochter sich freut, ganz gleich, welcher Psycho die Luftballons dort verloren hatte… nein, es waren nicht Luftballons von der Sorte, die man auf Hochzeiten oder anderen Feierlichkeiten fliegen lässt. 🙂

Ja, Luftballons können auch einen Thriller in meinem Kopf auslösen und das ganz unabhängig von dem hier…

Pennywise

(Pennywise der Trauma-Clown aus Stephen Kings ES – Ich hasse ihn!)

Ich hatte mit diesen Luftballons dann im Anschluss eine Menge Schrecksekunden, denn ihr könnt Euch nicht vorstellen, welche Geräuschs – und Gefühlskulisse Luftballons zu bieten haben, wenn man sie auf dem Rücken an einen Rucksack gebunden trägt. Besonders, wenn man die Dinger vergisst und sich plötzlich über ein sanftes Haarstreicheln wundert, obwohl die Begleitung weit vor einem her läuft. 😮

Aber genug über Ballons geredet…

Der Thriller (in meinem Kopf) ging weiter…

Der Zwergenweg 2 ist wirklich ein spannender Wanderweg, der teils über kleine Pfade, über feste Wanderwege und leider auch mittels einer Fußgängerbrücke über die B 256 führt. Ihr müsst wissen: Grundsätzlich brechen solche Brücken immer ein, wenn ich sie betrete. Und wenn sie dann doch nicht einbrechen, dann zieht ganz plötzlich ein Sturm auf, der mich und meine Familie unaufhaltsam über das Brückengeländer wehen wird. Es gibt nur eine Chance, diesen Brückengang zu überleben. Mann muss genau in der Mitte laufen und bloß nicht nach rechts oder links schauen. Kinder MÜSSEN zwingend an die Hand, denn die können ja ganz leicht durch die Geländergitter fallen… Reden, Scherzen, Toben, Rennen oder andere hektische Bewegungen sind während des Übergangs tunlichst zu unterlassen!

Wir haben überlebt!

Von der Brücke ging es dann in das idyllische Laubachtal…

Idyllisch war es für meinen Mann …

Spannend für meine Tochter …

Für mich: mystisch, finster, bizarr, faszinierend, geheimnisvoll und gespickt mit lauernden Schatten... 😀

Und während die anderen beiden voller Freude durch ihr buntes, faszinierendes Wunderland tänzelten, sah ich DAS HIER…

Ein gewaltiger Riese … 😮

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Ein unheimlicher Gnom… 😮

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Ein Handtuch! Hallo?! EIN HANDTUCH! 😮

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Ein Schuh! EIN SCHUH! Ja, einzelne Schuhe zu finden, finde ich immer ganz besonders bizarr… 😮

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Ein Albinobaum…. 😮

Der war wirklich schneeweiß…

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Tja …

Unmengen an unheimlichen Eindrücken prasselten da auf mich ein…

Und dann …

Plötzlich – in dieser beklemmenden Idylle – hörte ich ein unheimliches Geräusch. Es schallte durch den Wald, krächzend, bellend, rufend und es war undefinierbar aus welcher Kehle es stammte. Mensch? Tier? Baum? Gnom? In meinem Kopf formte sich das Bild eines bellenden Fuchses, der sich in einen röhrenden Hirsch verwandelte…

So harmlos mir die Logik dieses Geräusch auch zu verkaufen versuchte, ich fand es unheimlich…BASTA!

Mein Mann und meine Tochter stapften lachend und blödelnd weiter durch ihr Wunderland, während ich stehen blieb. Entweder sie hatten es nicht gehört oder aber es interessierte sie nicht. Letzteres erschien mir ziemlich sicher, als dieser Laut – der wirklich laut war und über hunderte Meter zu mir herüberschallte – erneut ertönte. Aber diesmal klang er noch intensiver, aggressiver und auch noch vielfältiger in seinem Klang – Fuchs, Hirsch, Dachs, King-Kong, Godzilla, T-Rex, whatever … es war bedrohlich!  😮

Ich holte auf und fragte meine Begleitung ganz beiläufig: „Habt ihr das gehört?!“

Meine Tochter reagierte nicht und lief tapfer weiter (sie wollte zum Spielplatz) und mein Mann sah mich nur erstaunt an und fragte: „Was meinst du?“

Und zu meinem Glück schallte das Geräusch wieder über die Täler des Rengsdorfer Landes, jetzt aber vermischt mit einem weiblichen Kichern.

„Ist das ein Hirsch? Oder ein Dachs? Oder ein…?“

„Ach, das Geräusch! Da hinten ist eine Gruppe Wanderer und da niest jemand die ganze Zeit!“

„Oh… ein niesender Wanderer … so einfach ist das bei Euch Normalsterblichen, ja?!“

Das klang so plausibel, dass mein Gehirn prompt reagierte und aus dem Fuchs-Hirsch-Godzilla gleich eine zarte Mittfünfzigerin machte, die in der Tonlage eines stämmigen Bauern versuchte, den explosionsartigen Vorgang in der Nase mit einem tiefen Bellen hinauszubefördern… ALTER! Diese Druckwelle… 😮

Frage: Kann man beim Niesen eigentlich sein Gebiss verlieren? 😀

Ja, sorry, es war nur eine niesende Wanderin… woher sollte ich das auch wissen?! Seit zwei Stunden laufen wir durch eine menschenleere, üppige Natur (okay, eingekreist durch eine Schnellstraße) und plötzlich tauchen da niesende Menschen auf (die man nicht sehen, aber hören kann)?

Ich brauchte eine Verschnaufpause…

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Weiter ging´s…

Kaum losgegangen dauerte es keine fünf Minuten, bis ich erneut stehen blieb, weil ich ein „komisches Geräusch“ gehört habe…

Diesmal war es ein eindeutiges Galoppieren. So wie sich das anhörte, musste es ein ganzes Heer gewesen sein. Das Laubachtal war schmal. Wenn hier ein eine ganze Meute galoppierender Fürsten der Finsternis vorbeirauschen würde, dann wären wir platt. Ich wurde nervös und begann aufgeregt nach rechts und nach links zu schauen. Doch noch waren keine Reiter in Sicht  … hatte ich hier nicht ein Schild gesehen, welches Reitern NICHT erlaubte, diesen Weg zu benutzen? 🙁

Das Galoppieren wurde lauter. Der Boden bebte! Ja, ich schwöre, der Boden hat ein bisschen gebebt! 😀

Ich zog vorsorglich meine Tochter auf Seite, damit diese nicht von den herannahenden Pferden überrannt wurde … es waren zwei an der Zahl … die sodann in etwa 100 Metern Luftlinie auf einem anderen Weg, weit weg, an uns vorbeitrabten. 😀

Ja, ich gebe zu ich war vielleicht an diesem Tag etwas übertrieben schreckhaft und ich nahm mir fest vor, den Rest des Weges etwas entspannter und mehr Sinn für das Positive und Schöne auf diesem Wandertrip zu entwickeln.

Nehmen wir doch an dieser Stelle mal die sogenannten „Pfaffenbuche“. Mit dem Auftauchen dieses Baumes wagte sich nämlich auch die Sonne aus Ihrem Versteck und spielte eine Weile mit mir und meinem (in diesem Augenblick) etwas schattigen Gemüt.

Danke Sonne, für dieses schöne Bild… 🙂

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Aber leider hat mich die Tatsache, dass es sich DIE Pfaffenbuche handelte, wieder komplett vom Wesentlichen (das Leben ist schon irgendwie schön) abgelenkt… 😀

Lange stand ich vor dem großen Baum, dessen Besonderheit nichts weiter war, als ein großer, tumorähnlicher Auswuchs …

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Es keimte in mir die Frage auf, was sich der Namensgeber jetzt genau dabei gedacht hatte? Wat sul dä Quatsch?!

Weitere Fragen folgten:

Warum ist der Baum überhaupt so komisch gewachsen?

War das wirklich Gottes Wille?

Wird dieser Baum mit seiner „Behinderung“ als gut oder schlecht angesehen?

War der Pfaffe an dem Zustand des Baumes schuld?

Trug der Baum die Sünden des Menschen (durch die Beichte an den Pfaffen getragen)  in seinem Auswuchs?

… oder die Sünden des Pfaffen?

Was genau ist eigentlich eine Sünde (ausgenommen der Todsünden)? 😮

Ist es schon eine Sünde, an eine Sünde, die man eventuell (versehentlich) begehen könnte zu denken? 😮

Wer definiert Sünden?

Wer vergibt einzelnen Bäumen im Wald Namen, die keinen Sinn ergeben?

Warum heißt das Pfaffe, wenn es doch Ordenspriester heißt? Und wie genau hat die hochdeutsche Lautverschiebung es zu diesem nach einem Raucher klingenden Ausdruck geschafft?

(DAS habe ich glatt gegoogelt: Pastor fidelis animarum fidelium = Pfaffe) 

Fragen über Fragen, die natürlich auch alle beantwortet werden wollten. Manche stellte ich meinem Mann, manche meiner Tochter, machen auch der Sonne und eine Frage stellte ich auch der erwartungsvollen Stille des Waldes …

Stille… ?

Ja, es war ganz leise in diesem Wald…

Bis auf das Rascheln des Laubes unter den Füßen meiner Tochter war es still…

Nur der Wind wehte und frischte zu einer frischen Brise auf …

Bong! Dong! Plopp! Galopp! Pong! Dong! Plopp! Galopp!

Ich zuckte erschrocken zusammen, als urplötzlich hinter mir ein Wirrwar an unsichtbaren Reitern auftauchte. Ich fuhr herum, sah aber nichts. Doch das Geräusch blieb. Hilfe, die apokalyptischen Reiter sind wieder da!  😮

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„Vorsicht! Geht zur Seite! Da kommen die Reiter!“, rief ich und packte meine Tochter am Handgelenk um sie rasch vom Weg zu ziehen.

„Was hast du denn heute mit deinen Ohren? Das sind die Luftballons! Die Luftballons auf deinem Rücken galoppieren!“

Allgemeines Gelächter…

Es ist ja nicht so, als könne ich nicht über mich selbst lachen. 😀

Allerdings beunruhigte mich der Gedanke, dass wir noch einen Höhleneingang zu besuchen hatten und die Abenddämmerung schon einsetzte. Die Möglichkeiten an unvorhergesehen Geschehnissen waren in Höhlennähe nahezu unendlich.

Aber offenbar sind Höhlen-Thriller derzeit zu abgedroschen für mein Gehirn – es passierte nichts -, ich schreibe nämlich gerade an einem solchen. 😀

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Wir näherten uns (nach knappen 4 Stunden und etwa 5 Kilometer Wegstrecke) dem Ende unserer Reise…

Und wenn man es jetzt genau nehmen würde, könnte man mir vorwerfen eine Geschichte über „Nichts Besonderes“ geschrieben zu haben. „Nichts Besonderes“ ein wenig (Nicki like) überdramatisiert, verpackt in eine Form des Wanderblogs … aber ihr Lieben, so ticke ich tatsächlich.

Ja, ich hab sie einfach nicht mehr alle und ich gebe zu, ich liebe es. Ja, ich liebe diese „harmlosen“ Schattenbegegnungen, mit düsteren und grotesken Elementen, die ich auch gerne auf Fotos festhalte. Die einen haben ein Auge für das Schöne und ich liebe das Bizarre. Ja, ich genieße dieses (harmlose) Spiel mit der Angst (außer auf Brücken, dann hasse ich es). Der Schatten, das Finstere inspirieren mich und ich hätte an dieser Stelle auch aus tiefster Überzeugung gesagt: Es war ein „unheimlich“ schöner Tag! 

Doch er war ja noch nicht zu Ende …

Denn es gibt bei meinen „Thrillern in meinem Kopf“ auch immer eine Grenze. Eine Grenze, die aus einem angenehmen Schauer, der einem über Rücken und Nacken fährt einen unerträglichen Horrortrip macht, aus dem ich so schnell nicht wieder raus finde. 🙁

Wie gesagt, wir näherten uns wieder der Zivilisation. Die Fußgängerbrücke wurde sicher überquert und wir passierten eine kleine Wegeskreuzung. Am Ende zweier Wege konnte ich schon die ersten Häuser und eine Straße sehen. Zeit für mich, um nochmal in den Büschen zu verschwinden. Ja, ich musste mal für kleine Mädchen. Dies wollte ich aber erledigen, bevor die Zivilisation mich durch ihre Fenster beobachten konnte und ich trennte mich für diesen Zweck von meinem Kind und meinem Mann. Die beiden gingen brav den Beschilderungen des Zwergenweges weiter, während ich einen geeigneten Platz zum Pipimachen suchte. Und bei solch einer Suche bin ich immer sehr penibel… eben wegen den ständigen Thrillern in meinem Kopf. 😀

Ich bahnte mir gerade einen Weg in Richtung eines Holzstapels, als von rechts plötzlich eine Joggerin mit Hund an mir vorbeizog. Ich wartete kurz, ob sie mich wahrnahm, trat aber dann ungesehen hinter den Holzstapel.

Irgendwie asi sich hinter einem Holzstapel zu verstecken …, dachte ich während ich das tat, was ich dort tun musste. Ich möchte gar nicht wissen, wer sich sonst noch so hinter Holzstapeln versteckt.

Als ich verrichteter Dinge wieder hervortrat, näherte sich aus der Ferne ein finster aussehender Mann mit Rottweiler. Sonst war keine Menschenseele weit und breit zu sehen. Es war mir schon unangenehm, dass er sah woher ich kam. Er wusste auch sicher, was ich dort gemacht hatte. Ich sah ihn an und er sah mich an.

Hinfort mit Dir, hex, hex!

Aber er ließ mich nicht aus den Augen, auch nicht als ich im Laufschritt den Weg zurück antrat. Der Laufschritt machte meine Unsicherheit nur noch schlimmer, obwohl ich nicht wusste, warum ich mich plötzlich so komisch fühlte. Vielleicht die Dämmerung, vielleicht der Typ mit Glatze mit dem respekteinflössendem Hund? Noch bevor sich unsere Wege kreuzen konnten, hatte ich den richtigen Pfad erreicht und dachte ich wäre (vor meinen Gedanken) in Sicherheit, als plötzlich dieses schreckliche Kreischen die Situation durchbrach…

Ich blieb abrupt stehen und erstarrte. Ich spürte, wie sich ein kalter Schauer über meine Sinne legte und selbst meine Gedanken für einen Bruchteil lähmte. Ich löste mich schließlich aus der Schockstarre und versuchte mein Gehirn wieder ans Laufen zu kriegen. Der Mann mit dem Rottweiler lief weiter, behielt mich aber im Auge. Verdammt, hatte er diesen Schrei denn nicht gehört? Es war so ohrenbetäubend laut, dass ich noch das Echo im Ohr hatte. Ein schrilles, kraftvolles, unaufhaltsames Kreischen … wie … das verzweifelte Kreischen von heißen Bremsen, bevor es zu einem schweren Unfall kommt… mein Gehirn stolperte über diesen letzten Gedanken. Wenige Meter in Luftlinie war die B256. Hat hier etwa ein Fahrzeug eine Vollbremsung hingelegt? Es wäre denkbar. Aber es hatte keinen Knall gegeben also war vielleicht gar nichts passiert?

Ich ließ meinen Blick schweifen. Der Glatzkopf mit Hund war langsamer geworden und fixierte mich mit seinen Blicken. Offenbar weil ich (scheinbar aus heiterem Himmel ?) stehen geblieben war oder doch, weil er genau das Gleiche gehört hatte und auf (m)eine Reaktion wartete?

Es war nur eine Vollbremsung… kein gellender (Todesschrei) einer Frau… verdammt, hör wie aufgeregt dein Herz in deiner Brust schlägt … fahr nach Hause! Der Schatten leistet gerade wieder ganze Arbeit…

Ich folgte entschlossen, aber langsam und immer noch mit klopfendem Herzen den Pfad zurück zum Parkplatz. Als wieder dieser schreckliche, gleichbleibende Horrorschrei durch den Wald schallte. Noch nie habe ich einen Menschen so schreien gehört. Mir schossen die Tränen in die Augen… ein Phänomen, dass ich nur dann erlebe, wenn ich der blanke Horror und Angst mich lähmt … dann fangen mir die Augen an zu tränen. Ich war nicht imstande mich zu bewegen. Jetzt war auch der Mann mit dem Rottweiler stehen geblieben und lauschte. Der Hund fing aufgeregt an zu bellen.

Vor meinem inneren Auge, sah ich schon den Psychopathen mit Messer, wie er … FUCK!  😮

Wieder donnerte der Schrei durch den Wald und vermischte sich mit dem monotonen Brummen der Fahrzeuge auf der Schnellstraße.

Verdammt. welche Richtung? Aus welcher scheiß Richtung kam dieser verdammte Schrei? Ich musste dahin. Ich musste ihr helfen!
Doch ich konnte es nicht einordnen. Ich wusste nicht mal, ob der Schrei nur 100  Meter oder 1000 Meter entfernt war. Der Mann mit Rottweiler setze sich wieder (scheinbar unbeeindruckt) in Bewegung. Er hatte offenbar seine Erklärung für diese akustische Darbietung bereits gefunden, ich jedoch nicht.

Aus der Ferne sah ich meinen Mann und meine Tochter, die auf mich zu warten schienen. Ich hechtete ihnen schnell hinterher, während der Schrei wieder aus undefinierbarer Richtung in mein Ohr drang.

„Wo bleibst du?“, fragte mein Mann besorgt.

„Hast du das nicht gehört?“, antwortete ich aufgeregt und mit zitternder Stimme.

„Doch, aber das ist entweder nur ein Tier oder irgendwelche Kinder die spielen.“

„Kinder, die spielen?“

„Ja! Was machst du dich denn wieder so verrückt? Wir sind wieder in der Zivilisation. Siehst du überall sind Menschen und keiner hat reagiert, nur du.“

Ich sah ihn an und stellte fest, dass ich mich, ohne dass ich (oder er) es wollte, langsam anschwellend dumm fühlte. Ich fühlte mich dumm, verrückt und schizo. Das Schreien hörte ich nicht mehr. Vielleicht, weil ich beim Betreten des Spielplatzes aus dem Bereich des Hörbaren getreten war … vielleicht weil das mögliche kreischende Tier weggelaufen war … vielleicht, weil die Frau, die dort im Wald angegriffen und verletzt worden war nicht mehr lebte … ?

Ich beschloss dieses Szenario zu vergessen, denn ich wollte meinen Mann nicht verschrecken und mein Kind auch nicht. Allerdings hatte ich da meine Rechnung nicht mit meinem Gehirn und meinen für Emotionen verantwortlichen Systemen gemacht… dennoch verlor ich kein Wort mehr darüber.

Die zwanzig Minuten auf dem Spielplatz waren die Hölle. Mein Körper und Geist war so voll Adrenalin gepumpt, dass ich nicht mehr klar denken konnte. Jede Bewegung, jedes Auto das vorfuhr, bekam in meiner Fantasie ein eigenes Szenario und jede Person, die den Platz betrat oder verließ eine eigene Rolle. Polizei Aufgebot, Tatort Absperrung und irgendwo im Dickicht lief noch der Mörder herum, der entweder ein gefährlicher Psychopath oder ein Terrorist war, auch das Opfer stolperte ein, zweimal blutüberströmt auf den Spielplatz und brach einmal gleich neben der Schaukel und beim zweiten Mal in meinen Armen zusammen… Du hast mich schreien gehört? Wieso hast du mir nicht geholfen?

😮

Und als ich gerade meiner Tochter beim Rutschen zusah, erschreckte ich mich so heftig, als ein weiterer gellender Schrei dicht hinter mir zu hören war, dass ich sogar taumelte. Der Schrei der Empörung kam von einem Mädchen, schätzungsweise 12 oder 13 Jahre, die mit ihrem Vater und ihrem Bruder gerade Fußball spielte. Es war mein Mann, der mich darauf hinwies, dass es doch sein könnte, dass der Schrei vorhin auch von diesem Mädchen gekommen war. Ich nickte. Aber ich nickte nur, um für ihn die Sache zu einem Abschluss zu bringen.

Ich will jetzt nach Hause… BITTE! 

Nein, das Schreien was ich hörte, kam von keinem spielenden Kind oder einer Jugendlichen. Das Schreien, welches ich hörte und was mir die Tränen in die Augen trieb war voller Schmerz. Im Nachhinein (nachdem ich geprüft habe, ob an diesem Tag etwas Schlimmes in Rengsdorf passiert ist) und nach stundenlange Bewältigung dieses Lautes (inklusive schlafloser Nacht, siehe Anfang des Textes), bin ich mir sicher, es war kein Schrei der von körperlichen Schmerzen herrührte … es war ein Schrei, der aus tiefstem seelischen Schmerz her kam…

Vielleicht, weil ihr jemand genommen wurde, den sie sehr liebte… ?

Ein Schrei der tiefen Trauer … ?

Vielleicht, weil ihr jemand das Herz gebrochen hat… ?

Vielleicht, weil sie einfach sehr, sehr traurig und verletzt war … ?

Manchmal müssen Menschen eben schreien… ?

Ich hab auch mal so einen Schrei losgelassen… es war aber nur einer … ein langer lauter, schmerzerfüllter Schrei … hat gut getan … und wer weiß, ob dieses Gekreische auch jemand im Wald gehört hat? Man weiß es nicht… 😀

Keine Ahnung, warum gerade ich ihren Schrei hörte … oder hören musste … aber er hat mich erreicht und er sitzt immer noch tief in meiner Seele. Was er dort will und zu tun gedenkt, weiß ich noch nicht. Ich weiß nur, in irgendeinem meiner nächsten Romane ebenfalls jemand schreien wird und dann werde ich vielleicht auch erfahren warum….

In einem meiner nächsten Romane wird bestimmt auch jemand (vielleicht beim Niesen) sein Gebiss verlieren…

Jemand wird einen verdächtigen Schuh oder ein Handtuch finden…

Oder Luftballons … 😀

Ich stelle fest, es gibt keine andere Berufung für mich als (Psychothriller) Schriftstellerin zu sein… 😀

Ja, bei mir ist immer etwas los … auch wenn nichts los ist. Langeweile kenne ich jedenfalls nicht! 😀

Danke für`s Durchhalten bis zur letzten Zeile… aber das musste in der Form mal raus!

Ich liebe Euch!

Guter Tag heute – Sonne ist die beste Medizin

Guter Tag heute – Sonne ist tatsächlich eine äußerst wirkungsvolle Medizin. Ich habe keine Ahnung, was die warmen und hellen UV-Strahlen da für biochemische Prozesse in meinem Hirn ausgelöst haben, aber es hat heute gewirkt. Ich glaube, ich hatte deshalb auch so etwas wie „Frühlingsgefühle“ …

Die Sonne ist meine neue Freundin, die darf gerne bleiben …

Und meine neue abendliche Beschäftigung darf auch bleiben. Neuerdings genehmige ich mir jeden Abend einen knapp einstündigen Spaziergang, ganz alleine … okay, alleine mit mir meinen Gedanken … und …

… dem Wesen hier:

Fortsetzung folgt 🙂

 

 

 

Über Sex, die magische Kraft der Sonne und über Träume, die die Welt nicht braucht (aber ich)


 

Ich suche gerade verzweifelt nach einem geeigneten Anfang. Aber das ist gar nicht so leicht, wenn alle Gedanken auf einmal drängeln und alle gleichzeitig raus wollen. Da kann es schon mal sein, dass es Buchstabensalat auf der Tastatur gibt und nur Müll raus kommt. Aber ich glaube, ich mache es heute wieder, wie auch beim Romanschreiben. Einfach den Text fließen lassen, nicht planen, nicht darüber nachdenken und schon gar nicht, sich Sorgen machen, was der mögliche Leser denken oder missverstehen könnte.

Das war für mich schon immer ein Problem, an dem ich gerade mit Hochdruck arbeite. Ich liebe Stephen King gerade dafür, weil er so schamlos die Dinge beim Namen nennt. Er spricht Dinge mit seinen Texten aus, die manche sich nicht einmal zu denken wagen, sich aber dennoch genau in seinen geschriebenen Szenen wiederfinden. Das hat bei mir so manches Mal bewirkt, dass ich beim Lesen Schnappatmung bekam oder mir die Kinnlade runter klappte, dicht gefolgt von der Frage: Wie kann man so etwas schreiben?! 😮  Ich glaube, eine Passage, die mir diesbezüglich zuletzt im Kopf hängen geblieben ist, war aus Stephen Kings „Menschenjagd“. Ein Mann schläft mit seiner Frau. Eine eher unspektakuläre Nummer, die erst für mich den tatsächlichen Höhepunkt erreichte, als sein „Saft sich in ihr ergoss“ und auf einmal das Geschehen DANACH thematisiert wurde. Tja, was passiert, wenn die Sache sprichwörtlich „gelaufen“ ist? Was passiert, wenn er, beispielsweise in der Löffelchenstellung, noch ein paar Minuten eng umschlungen mit ihr liegenbleibt? Ja, was passiert dann unwillkürlich? Wir wissen es wohl alle, aber ich habe definitiv nicht damit gerechnet, das in einem Buch lesen zu müssen. Ja, ich war sprachlos, hinter diese intime Kulisse gucken zu dürfen. Das war irgendwie befremdlich, vielleicht auch beschämend, so als ob man bei etwas verbotenem ertappt wurde … ertappt als Mitwissende, oder so. 😀

Ich merke gerade, Sex ist auch so ein Thema, über das ich ganz schlecht, bis überhaupt nicht schreiben kann. Liegt wahrscheinlich daran, dass Sex für mich persönlich ein ganz besonders hohes, wichtiges, sensibles, emotionales, fast schon heiliges Thema ist, von dem ich eigentlich so gar nichts Preis geben möchte. Und nichts preisgeben zu wollen, ist aber gar nicht so einfach, denn auch, wenn ICH NICHT die Geschichte bin, die ich in meinen Romanen erzähle, steckt aber dennoch immer irgendwo ein Teil von mir mit drin. Bisher bin ich dem Sex-Thema in meinen Romanen immer irgendwie ausgewichen … hab mich drumherum gemogelt, in dem ich einfach das Licht ausschaltete und die Tür von außen schloss. Das klassische Ausblenden. Bis ich dann eines abends (damals wohl durch Alkohol enthemmt) dann doch mal eine ziemlich unanständige Szene schrieb, die über die USK 16 Grenze deutlich hinausging. Diese Szene warf ich aber zwei Tage später wieder wegen Was-Sollen-Denn-Die-Leute-Von-Mir-Denken-Hemmungen raus. 😀

Das geht so nicht …

Das muss aufhören…

Das blockiert meine Inspiration und meine „Ehrlichkeit“ in meinen Romanen …

Sex gehört in das Leben meiner Protagonisten, genau so, wie es in mein Leben gehört. Wir treiben es nur auf unterschiedliche Art und Weise, ganz gleich, ob ich es persönlich mag oder nicht. Egal, ob liebevoll, oder lieblos, leidenschaftlich, gehemmt oder gar verklemmt, hingebungsvoll, mit grenzenlosem Vertrauen oder misstrauisch, dominant, devot, mit sanfter Gewalt, ohne Interesse für den anderen oder inklusive Erfüllung geheimer Wünsche, mit hemmungslosem Kontrollverlust, Extase oder doch nur die schnelle Nummer im Auto – wie auch immer, wir werden am Ende alle, den Höhepunkt erreichen, weil ICH das so will,  PUNKT.  😀

Ich bin übrigens KEIN Fan von „Shades of Grey“ … 😀

Und die sexuellen Vorstellungen von Charlotte Roche finde ich auch abartig …

Ich stehe beim Sex übrigens auf hemmungslose Liebe! 😉

Und wer es schon immer von mir wissen wollte: Meine Geschlechtspartner kann man aus diesem Grund auch tatsächlich noch an EINER Hand abzählen… 😉

Huch, auf solche Themen komme ich also, wenn es „fließt“ …  😀

Was ich eigentlich zu diesem Thema sagen wollte: Ich gebe zu, ich liebe Unanständiges und die in Worte gefasste Intimität des Unausgesprochenen, gerne auch gepaart mit unterschwelligen Ängsten, verborgenen Neigungen und psychischen Abgründen. Ich selbst bin diesbezüglich aber in Schreibform noch etwas schüchtern. Ja, ich muss mutiger werden. Nichts vertuschen, nichts abschwächen, nichts zensieren, sondern es tatsächlich so schreiben, wie es in meinem Kopf entstanden ist. Und es ist hierbei auch vollkommen egal, warum dieser Gedanke, diese Worte entstanden sind, denn …

Ich schreibe, weil ich es schreiben will, basta! 😀

Soviel zum Thema „ein geeigneter Einstieg“, wenn die Gedanken es eilig haben …

Themenwechsel:

Mann, was für ein geiler Tag heute! 🙂

Ich wusste gar nicht, dass ich auf einmal so extrem auf Sonne reagiere. Ich war heute – im wahrsten Sinne des Wortes – ganz aus den Häuschen. Ja, da war wieder so eine unsichtbare Macht, die mich an die Hand nahm und nach draußen zog, damit ich zum ersten Mal in diesem Jahr (und nach unzähligen Jahren), frei von Angst, das Leben spüren konnte.

Das war echt unglaublich. Ich war tatsächlich frei von irgendwelchen Ängsten oder Stress. Ich hatte noch nicht einmal

(Foto: Nicole Lahr)

(Foto: Nicole Lahr)

mein übliches schlechtes Gewissen darüber, dass ich ganz spontan Freizeit fröne und nicht arbeite (und das obwohl ich Montag einen wichtigen Abgabetermin habe, Sonntag Abend geht auch noch).

Ich wollte einfach nur raus, die Sonne genießen und mich darüber freuen, dass ich auf dieser wunderschönen Welt sein darf. Klingt komisch, ist aber so… 😀

Und ich hatte echt eine Menge Spaß und wieder viel Zeit, um scheinbar sinnlose Schnappschüsse zu machen. Es wird übrigens demnächst (wenn ich die Bildergaleriefunktion hier auf dieser Seite verstanden habe) hier eine Unterseite „Was mich inspiriert“ geben, in der ich meine ganzen Bilder von inspirierenden Dingen zeigen werde, die mir auf meinen Entdeckungsreisen so begegnen. Das Bild dort oben zeigt eigentlich nichts weiter, als einen dunklen Tannenwald. Diese Perspektive löste irgendwie ein ungutes Gefühl in mir aus. Ich scheue mich, dieses Bild genauer anzusehen, aus Angst, das könnte jemand hinter einem Baum stehen. Also musste ich es fotografieren, um diesen „Angstmoment“ für mich einzufangen. Bestimmte Momente in denen Emotionen fließen, – egal ob negativ oder positiv -, mit einem Foto einfangen zu können, dass ist für mich eine ganz besondere Kunst. Ja, ich glaube, dass ist auch der Grund warum ich so fasziniert von Fotografen bin, die genau das können. Manchmal brauche ich mir nur ein Bild anschauen und ich hab eine komplette Romanidee im Kopf, weil es so unglaublich viel aussagt. Und ich bin sogar regelrecht süchtig nach „Lost Places Fotografien“ … aber wohin mich genau diese Bilder letzte Nacht gebracht haben, erzähle ich später. 😀

Apropos Nacht …

/(Foto: Nicole Lahr - Slenderman)

/(Foto: Nicole Lahr – Slenderman)

So schön das Leben auf der Sonnenseite auch ist: Ich weiß, dass der Schatten mich nach wie vor verfolgt, an sämtlichen Alltagsecken auf mich wartet und immer wieder nach mir greifen wird. Aber er wird mich nicht mehr so einfach fangen und runter reißen können. Ich werde ihn bekämpfen und ihm immer heftiger auf die Finger schlagen, wenn er mich berühren will.

Erst letzte Woche hatte ich wieder so eine Situation, in der ich vor der Therapie noch sang und klanglos untergegangen wäre. Ich hab mir früher alles gefallen lassen, hab mich nie gewehrt, sondern immer allen Ärger innerlich mit mir selbst ausgetragen. Selbst der Rückzug aus einer Situation war nicht möglich. Die Angst vor der Konfrontation war einfach zu groß. Ich bin in den letzten Wochen mächtig verarscht und enttäuscht worden, das hatte ich ja mal irgendwo angemerkt. Ich habe letzte Woche in dieser prekären Angelegenheit (auf die ich hier aus Schutzgründen öffentlich nicht näher eingehen möchte) weitere Konsequenzen gezogen, auf den Tisch gehauen und mit erhobenen Hauptes allen Beteiligten mitgeteilt, dass sie mich mal kreuzweise können und dass ich für weitere Korrespondenz und Unterstützung mit sofortiger Wirkung nicht mehr zur Verfügung stehe. ENDE. Natürlich hatte ich zunächst ein schlechtes Gewissen, bis von oberster Stelle ein Schulterklopfen und echte Anerkennung kam. Das tat gut. Und es tat auch gut, dass ich den Kontakt zu diesen Menschen komplett abgebrochen habe, auch wenn es zunächst schwer fiel. Sie taten mir nicht gut und haben daher keinen Platz mehr in meinem Leben.

Was mir allerdings (unabhängig von dieser Geschichte) gut tat, war dass eines Morgens jemand mit laufendem Motor vor meiner Türe stand, um mich einfach mal in den Arm zu nehmen. Angehalten, Autotür auf, klingeln, einmal drücken, tschüss und wieder weg … ja, so was tut mir gut … wusste ich bisher aber selbst nicht, dass mir so was gut tut. 🙂

Apropos gut tun …

Ich hab mich letzte Woche auch endlich mal wieder mit meinem Mann gestritten. Nicht, dass ich es darauf anlegen wollte, um zu sehen, wie das jetzt so läuft – nein, ich streite mich immer noch nicht gerne -, aber ich habe es auch nicht verhindert. Es ging um unser übliches Streitthema: Ich will etwas (Handwerkliches) machen und mein Mann will mich davon abhalten. Zur Erklärung: Ich bin mit Abstand die schlechte Hausfrau aller Zeiten und ich kann auch nicht besonders gut kochen. Wenn ich ehrlich bin, hasse ich sogar diesen ganzen Hausfrauen Kram. Meine Talente rund um das Haus liegen eher im Gartenbau, im Handwerk, im Renovieren, im  Innenausbau oder im Streichen und Lackieren. Bei mir gilt hier das Motto „Geht nicht gibt´s nicht und was nicht passt, wird passend gemacht“. Und hierbei ist es mir ganz gleich, ob das Material nicht das Richtige ist (das nennt man improvisieren) oder dass die Vorgehensweise dilettantisch ist. Für mich zählt nur das Endergebnis. Und ich bin gerne Dilettant und liebe die Macht der Improvisation.

Das fällt mir gerade ein, dass es da noch ein altes, dilettantisches Video von mir gibt … es ist aus dem Jahre 2009. An meiner Einstellung hat sich aber seither nichts geändert. 😀

Wer braucht schon einen Fachmann …

Mein Mann ist da genau das Gegenteil. Er ist kein Handwerker, er hat Angst vor handwerklichen Tätigkeiten und hat auch keine Lust dazu  – verstehe ich, akzeptiere ich. Allerdings  will er meine eigene Begeisterung und den dazugehörigen Aktionismus immer aufhalten: „Mit einem Pinsel für Holz kann man kein Metall streichen, Holzbretter muss man zersägen und nicht zertreten, man kann einen Pool nicht mit Silikon abdichten, man kann keinen Teppich (sorry, es war Messefließ) auf unebenen Linoleum verlegen, und man kann auch nicht mit einem Messer eine Schraube reindrehen.“ Oder wie am Donnerstag: „Du kannst die  Fliesen nicht von der Wand abschlagen und Fliesen legen kannst du auch nicht – dass muss ein Fachmann machen! Außerdem ist unser Badezimmer doch sooooo schöööön!“

„SCHWEIG!“ 😀

Ja, und prompt brach die Diskussion, über das, was ich alles kann und nicht kann vom Zaun und es ging richtig zur Sache, aber doch irgendwie anders als früher. Früher wäre der Streit wieder dahingehend aus den Fugen geraten, dass ich alles persönlich genommen und die Situation mir so zurechtgedreht, dass mich diese Diskussion echt ernsthaft verletzt hätte. Heute stehe ich da und bin einfach nur „genervt“ von seinem Boykottversuch und mache ihm klar, dass er mich nicht aufhalten wird. Seine Einwände prallen an mir ab, sein Vorwurf, dass ich ihn nicht ernst nehme ebenfalls. Er zetert und stört mich weiter, versucht mich auf die Palme zu bringen, doch er erreicht nur, dass ich irgendwann anfangen muss zu lachen und sage: „Du kannst echt froh sein, dass ich in Therapie bin, sonst würde ich jetzt die Scheidung einreichen, damit ich in Zukunft in Ruhe Fliesen legen kann.“

Und prompt war die Diskussion beendet …

Ich habe in meinem Leben schon so viele Fliesen abgeschlagen und wie man Fliesen legt, werde ich auch noch lernen. Im Frühling ist aber erst mal der Garten dran. Ich werde Euch hier im Blog an meinen dilettantischen Fähigkeiten teilhaben lassen. 😀

Ich überlege gerade, was ich heute  eigentlich sagen wollte …

Ja, eigentlich wollte ich ausschließlich von meinem dramatisch spektakulären Traum letzte Nacht erzählen. Ja, sorry, dieser Blog muss jetzt leider auch für meine Träumereien herhalten. Ich muss die Inhalte irgendwie festhalten, wer weiß, was ich damit noch alles anfangen werde. Von dem Traumerlebnis von letzter Nacht müsste eigentlich ein Roman oder besser noch ein Drehbuch verfasst werden. Das war filmreif. Aber ich glaube, das verschiebe ich oder ich mache es im Schnellformat und nicht in der Romanversion! 😀

Okay …

Es passierte irgendwo an einem Lost Place irgendwo in Deutschland. Ich bin mit ein paar Leuten unterwegs, die ich allerdings in der Realität überhaupt nicht kenne. Aber dafür kennen sie mich um so besser. Sie wissen wie ich heiße, auch wenn dieser Name überhaupt nicht meiner ist. Das interessierte mich in diesem Augenblick aber nicht, denn ich war verbissen darauf, dieses alte Gebäude zu betreten. Ich war sehr aufgeregt und folgte den drei Männern und zwei Frauen vollkommen ahnungslos. Irgendwie stellte sich im Verlauf der weiteren Szenen heraus, dass einer dieser Männer mein Freund war. Ich war irritiert, denn er hatte ernsthafte Probleme mit mir, die ich nicht verstand. Immer wieder gab er mir zu verstehen, dass er keine Kinder wollte, da sie ihn bei seinem Lost-Place-Hobby behinderten. Und so lange ich die Pille nicht nehmen würde, bestand er auf die Nutzung von Kondomen. Und während wir so durch den Wald stapften und er mich mit seinem Schwachsinn beschallte, wurde mir irgendwie klar, dass ICH die Person, mit der er redete gar nicht bin, sondern ich nur versehentlich mit der Kameraperspektive der betroffenen Person herein geraten bin. Der Perspektivenwechsel gelang schließlich und ich konnte alles von oben betrachten. Und hier sehe ich dann, wie der Mann die Diskussion abrupt beendet, weiter stapft und sie stehen bleibt. Ich zoome zu ihr. Sie legt den Rucksack ab und beginnt darin wütend herumzukramen. Sie hat übrigens MEINEN Rucksack in der Hand und ich habe das Bedürfnis ihr zu sagen, dass im vorderen Teil sämtliche Utensilien und Kleinteile für Geocaching vorhanden sind und sie aufpassen soll, dass nichts herausfällt. Ich bin auf einmal erstaunt, was für ein Schrott in meinem Rucksack ist, den ich da GANZ SICHER NICHT da rein getan habe.

Jedenfalls wühlt die Frau so lange in dem Rucksack herum, bis sie tatsächlich ein Kondom in den Händen hält. Dass sie in dem Wirrwarr auch zeitgleich eine Sicherheitsnadel befand, scheint sie nicht sonderlich zu stören, im Gegenteil. Ich bin schockiert, will es nicht glauben, was die Frau sodann tut. Bin aber auch gleichzeitig auf der Suche nach Antworten, was dieses Thema in meinem Traum zu suchen hat. Ich erinnere mich an die Sendung von „Goodbye Deutschland“ letzte Woche und erkenne die Frau und auch ihren Freund (die jetzt inzwischen glückliche Eltern sind, auch wenn er absolut keine Kinder wollte). Ich habe mir tatsächlich, während der Sendung aber die Frage gestellt, wie eine Frau von einem Mann schwanger werden kann, wenn ER es doch nicht will und somit zu verhindern weiß. Aber gegen Löcher in Kondomen, kann selbst der vorsichtigste Mann nichts ausrichten… so wie eine Frau nichts gegen einen vermeintlich Sterilisierten …, ach vergiss es. 😉 🙂

Egal …

Bullshit …

Die Frau packt die löchrigen Kondome freudig wieder weg und läuft zu den anderen. Auch ich habe mich wieder zu den anderen gesellt und bin irgendwie wieder eine von ihnen. Erst jetzt verstehe ich, dass sich hier eine Gruppe Fotografen mit Abenteurern (Schatzsuchern) zusammengetan hat, um eben dieses gottverlassene Gebäude zu betreten. Es war ein altes Anwesen, mit vernagelten Fenstern und zerfallenem Dach. Ich merke, wie wieder alles in mir zu kämpfen anfängt. Ich will da rein, will diesen Thrill, habe aber auch Angst vor dem, was alles Schlimmes passieren könnte. Ein Gefühl, das ich auch im Wachzustand kenne. Bei mir liegen Angst und Faszination ganz dicht beieinander, sodass ich Schwierigkeiten habe, mich für eine Seite zu entscheiden. Heute schiebe ich mir selbst den Riegel der Verantwortung meinen Kindern gegenüber vor, und begebe mich nicht unnötig in Gefahren, es sei den ich kann sie abschätzen.

Die Gefahr dieses verfallene Haus im Traum zu betreten war abzuschätzen, denn es war ja nur ein Traum … dessen war

(Foto: Nicole Lahr Slenderman)

(Foto: Nicole Lahr Slenderman)

ich mir im Traum nicht ständig bewusst. Während die Männer um das Gebäude laufen und Fotos machen, diskutieren die Frauen über sinnloses Zeugs, mit dem ich nichts anfangen kann. Kochrezepte, Fensterputzen, Schuhe, Fingernägel und Germanys Next Topmodel. Also mache ich mich selbst auf Entdeckungsreise. Ich lief um das Haus, versuchte durch die verrammelten und verriegelten Fenster etwas zu sehen. Manchmal sehe ich etwas, manchmal auch nicht.  Und irgendwie wurde es unheimlich. Ich höre plötzlich Geräusche. Sehe in der Ferne Gestalten durch den Wald huschen. Sie verstecken sich hinter Bäumen, kichern. Sie sahen meinem Schatten von heute sehr ähnlich. Sie kommen näher. Ich versuche die Gruppe davon zu überzeugen, dass wir besser wieder zurück zu den Autos gehen, bevor es dunkel werden würde. Doch sie wollen hier nicht weg, sie wollen sogar im Haus übernachten! 😮

Na, bravo … 😮

Ich gebe mich geschlagen …

Es dauert ewig lange, bis wir das Haus endlich betreten. So lange, dass die Gestalten, die ich im Wald sah, so nahe gekommen waren, dass sie meine Haare berührten. Danach war ich so aufgepeitscht von meiner Angst, dass ich jedes Geräusch und jede Bewegung wahr nahm. Ich war mir sicher, nicht nur draußen lauerte das Böse,  auch dieses Haus barg ein unheimliches Geheimnis. Es wartete nur noch darauf, von mir entfesselt zu werden … aber warum von mir?

Konnte das nicht jemand anderes klären? 😀

Offenbar nicht …

Die Geräusche wurden immer lauter, Stimmen riefen unsere Namen. Ich fing langsam wieder an hysterisch zu werden, denn es fiel tatsächlich auch mein Name. Das ganze erinnerte mich an den Film das Geisterschloss“ mit Liam Neeson (übrigens einer meiner Lieblingsschauspieler). Jetzt haben auch die anderen Begriffen, dass wir in echten Schwierigkeiten stecken. Wir befinden uns in einem Raum in dem es verschiedene Türen gibt. Große Türen, kleine Türen und sie alle hatten verschiedenen Farben. Es waren so viele Türen, wie wir Personen waren. Und irgendwie klingelte plötzlich der Aha-Effekt bei mir und ich wusste auf einmal ganz genau, was hier läuft – klar, war ja auch MEIN Traum. 😀

Ich stelle mich vor die Gruppe und erkläre ihnen, wie bei einem Workshop für Nicoles-Traum-Logik, dass hinter jeder Türe die  persönlich größte Angst lauert und wir nur hier raus kommen werden, wenn man sich dieser Angst mit Mut stellt. Sie lachen. Als der erste die Türe öffnete, die gefühlt  für ihn bestimmt war, lacht keiner mehr. Aus der Türe springt ein riesiges Tier, ähnlich einem Raubfisch und er versucht seinen persönlichen Angstpatienten zu fressen. Irgendwie besiegen wir ihn gemeinsam, sodass der ekelhafte Raubfisch mit Füßen verschwindet. Nach einer kurzen Verschnaufpause sehen mich alle ganz vorwurfsvoll an und fragen mich, woher ich dieses Wissen über Angst und deren Türen habe. Ich Klugscheißer könnte ja mal meine eigenen Türe aufmachen. Sie weisen mich darauf hin, dass die orangefarbene Türe meine sein müsste. Niemand anderes fühlt sich für orange zuständig. Ich zögere. Orange ist definitiv nicht meine Farbe. Nein, ich mag orange nicht, ich mag auch kein rot. Ist es daher genau die richtige Türe? Ich weiß es nicht und schaue vorsichtig durch das Schlüsselloch. Ich sehe nichts, es ist stockdunkel darin. Ich fühle mich zur weißen Türe hingezogen … liegt wahrscheinlich daran, dass ich gestern im Wachzustand, mir Renovierungsgedanken gemacht habe, und für mich feststellte, dass weiße Türen deutlich besser aussehen, als Türen in Eiche rustikal… ich schaue durch das Schlüsselloch der weißen Türe und … starre in ein Auge, dass mich ebenfalls durch das Schlüsselloch ansieht.

Das war ein Schreckmoment der Spitzenklasse… eine absolute Horrorvorstellung. Ich bin echt Meter weit zurück getaumelt.

So, und jetzt soll man auch noch den Mut aufbringen, diese Tür zu öffnen?

Gott, was hatte ich Angst!

Ich riss schließlich mit aller Entschlossenheit die Tür auf und wartet auf das schlimmste Angst-Monster aller Zeiten. Das kam aber nicht. Stattdessen blickte ich schließlich auf einen Mann, der mich erstaunt ansieht und mich dann mit aller Freundlichkeit anstrahlt. Ich kenne den Mann, kenne ihn aber doch nicht richtig, er scheint symbolisch gemeint. Ich stutze. Verstehe den Sinn nicht. Was hat das zu bedeuten? Denke, ich habe die falsche Tür geöffnet. Die anderen lachen.

„Was? Das ist deine größte Angst? Ein ganz normaler Mensch? „

Ich winke ab. Lache vorsichtshalber mal mit. Höre aber sehr schnell auf zu lachen. Der Mann kommt auf mich zu, lächelt immer noch, ich fühle, er ist ein Vertrauter, auch wenn ich ihn immer noch nicht so richtig erkenne. Er öffnet die Arme, er vermittelt mir, seine Botschaft ist liebevoll. Ich weiche zurück. Die anderen verstehen nicht, sehen mich vorwurfsvoll an.

„Was ist dein Problem?“

Er kommt näher. Ich weiche immer weiter zurück, stolpere über meine eigen Füße, stehe wieder auf und fange schließlich an zu rennen.

Was mein Problem ist?

Sehen sie denn nicht diese Gefahr? Sehen sie nicht, dass er ein Messer hinter seinem Rücken versteckt? Er will mich verletzen und vernichten!  Ich renne weg. Ich renne weg, von diesem Menschen, der mich liebevoll anlächelt und der zur Verfolgung ansetzt. Er verfolgt mich durch das ganze Haus, so lange, bis er mich in der Falle hat. Schließlich schaltete sich an dieser Stelle meine Traumpatroullie ein. Ich saß plötzlich auf meinem Sofa und schaltete von diesem filmreifen Horrorfilm mit den Worten „Auwaia, das ist aber nichts für mich!“ einfach auf „Frauentausch“ um. SUPER! 😀

Hammer Traum, oder?

Vielleicht war der Typ aus meinem Traum ja tatsächlich ein Psychopath. Aber ich gehe eher davon aus,  dass mir dieser Traum im übertragenen Sinne auch nur wieder mitteilen wollte, dass meine größte Angst nach wie vor ist, liebevollen und guten Menschen zu vertrauen und mich ihnen mit ganzem Herzen zu öffnen. Daran muss ich dringend arbeiten.

Ihr Lieben, wieder so viel ungeplantes geschrieben!

Ich danke Euch, für`s zuhören.

(Foto: Nicole Lahr)

(Foto: Nicole Lahr)