Nachtgedanken: Ich bin also zu blöd…?

THERAPEUTISCH SEHR WERTVOLLER TEXT – ICH WEHRE MICH NÄMLICH GERADE

(AUF MEINE WEISE) 😎

Hm…

Mir ist gerade ein Topf Erbsensuppe angebrannt. Man(n) könnte also behaupten, ich sei zu blöd, um einen Topf Erbsensuppe warm zu machen … ich war abgelenkt. Ob das jetzt dumm oder blöd war, darüber werde ich mir später Gedanken machen, muss vorher noch etwas anderes erledigen, nämlich Frust ablassen.

Ich ertappe mich nämlich gerade dabei, wie ich den Begriff „Spacko“ google, um bei Facebook die Definition zu posten, mit dem bösen Plan, einen Menschen, der mir gerade echt auf den Sack geht, darin zu verlinken. Aber das würde ja an Diskriminierung grenzen und so etwas liegt mir fern. Ich gebe zu, wenn ich wütend bin, neige ich gerne zu Kurzschlusshandlungen, wie ein „Ich bin ein Idiot!“-Posting abzusetzen, wenn der Streitpartner vergessen hat sich auszuloggen. Problem ist nur: Ich kann nicht einmal aufrichtige Beleidigungen ablassen, ohne dabei dass Bedürfnis zu haben, mich sofort dafür zu entschuldigen…

Willkommen in meinem Leben… 😕

… und wie schön, dass es in meinem Leben die Ausweichmöglichkeit „Blog“ gibt, denn hier muss ich mich für nichts entschuldigen, denn ich nenne ja keine Namen. 😉

Die Definition von Spacko:

„Ein Mensch, der sich idiotisch verhält. Spacken ist die Mehrzahl von Spacko. Das Verb zu Spacken ist „abspacken“ bzw „rumspacken“ …“

Meine persönliche Definition von Spacko:

Menschen, die andere Menschen gezielt niedermachen, beleidigen und verbal verletzen. Menschen, die ihren eigenen Psychoscheiß auf andere projizieren. Menschen, die einem das Wort im Mund umdrehen, weil ihnen keine eigenen Argumente einfallen. Menschen, die Streit suchen. Menschen, die unehrlich sind. Menschen, die aus den Schwächen des Gegenübers eine gefährliche Waffe basteln…

Und ich könnte jetzt noch viele Seiten darüber schreiben, was für mich alles unter „Spacko“ fällt …

Ich merke gerade, ich bin so richtig in Fahrt. Heute gibt es einen Text der ganz besonderen Art. Eben ein solcher Text, den ich nach dem Schreiben in der Regel wieder lösche. Ja, ich lösche solche Verzweiflungstexte, weil ich bis dato dachte, einer meiner größten Schwächen würde keinen etwas angehen. Aber wer definiert, was, wen, was angeht? Geht mich nix an, geht dich nix an, wir gehen uns nix an und am Ende sind wir doch so sehr ineinander verwoben, dass wir uns gegenseitig eine Menge angehen.

Was geht jetzt wen etwas an? Du, der diesen Text liest und ich, die diesen Text schreibt… alles klar? 🙂

Wenn es um das „angehen“ geht, dann muss ich unwillkürlich an die Straße denken, in der ich wohne. Hier sehe ich täglich, wie brav vor der eigenen Türe gekehrt wird, Vorgärten gepflegt, die Fenster geputzt, Hecken und Büsche mit Scheren beschnitten und höflich Real-Social-Media an den Gartenzäunen gefrönt wird. Ganz nach dem Motto: Was geht mich das an, was der Nachbar macht? (Wir machen es eh besser!) 😀 Und wie sich alle liebevoll gute Nacht sagen, wenn die Lichter zum Schlafengehen gelöscht werden. Echt, manchmal habe ich den Eindruck, die machen das alle mit Absicht, damit ich mich wie eine Außerirdische fühle und ich freiwillig zu meinem Heimatplaneten zurückkehre …

Ich glaube allerdings, mich hat in den letzten drei Jahren noch keiner Fenster putzen sehen… 😯

Zwischenfrage: Bin ich eigentlich die Einzige, die nie weiß, welche Mülltonnen als nächstes abgeholt werden und diese stumme Frage von den stummen Mülltonnen der Nachbarn abhängig macht? 😆

Jedenfalls riecht es in unserer Straße immer nach Friede-Freude-Eierkuchen. Hier gibt es kein Chaos. Nein! Gott bewahre! Keine Probleme, keine Lebenskrisen, keine psychischen Ausnahmezustände. Hier wird nicht gestritten. Hier wird auch nicht hinter dem Rücken des anderen geredet. Hier werden Ehen auch nicht in Eigenregie geschieden, hier scheidet nur der Tod. Und plötzlich hast Du das Gefühl, als seist Du der einzige Mensch auf der Welt, in dessen Leben in regelmäßigen Abständen Ausnahmezustand herrscht und du bist auch der einzige Mensch, auf der Welt, dessen Verzweiflung und Frust durch die Straßen schallt. Mein Streitpartner ist da eher einer von der Sorte, der mir gerne den Mund zuhalten würde, damit das, was im Streitfall aus meinem Mund kommt nicht an Dritte weiter gelangt:

„Die Nachbarn müssen nicht hören, wie du dich benimmst!“

Meine Antwort (doppelt so laut, wegen dem imaginären Megaphon):

„Mir doch egal! Sollen die Nachbarn doch hören, was hier los ist – SPACKO!“ 😈

Es gab mal eine Situation, in der ich auch mal ungewollt (auf offener Straße) einen Einblick in anderer Leutes Probleme bekam und habe festgestellt, dass mir dieser Blick hinter die Kulissen eine ganze Menge wertvoller Erkenntnisse gegeben hat. Nämlich: Jeder hat Spacken in seinem Leben (manchmal sogar im eigenen Haus oder zwei Straßen weiter) und hinter jeder Haustüre – selbst wenn diese von außen noch so sauber ist und blitzt – kann es sehr unschön und dreckig zugehen (die sind nur besser im Verbergen und legen viel Wert darauf den schönen Schein zu wahren) … aber nichts für ungut, Dorf- und Nachbarschaftsgeschichten sind für mich Inspiration pur. 🙂

Was ich eigentlich sagen will:

Es ist wieder passiert, der Haussegen hängt wegen einer augenscheinlichen Lappalie (ernsthaft) schief, die Straße (und jetzt auch Blog und Facebook) weiß inzwischen Bescheid, mein Kontrahent ist (aufgrund mangelndem Interesse) klar im Vorteil und ich versuche mich gerade wieder krampfhaft an die Anweisungen meiner Therapeutin zu halten, die mit bei meinem Problem „Nicht auf Kindergarten Niveau streiten zu können“ folgendes riet:

Sein Verhalten ist grundsätzlich nicht IHR Problem, sondern SEINS!

Suchen Sie nicht wieder ständig die Schuld bei sich!

Provokationen und Beleidigungen aushalten!

Nicht ernst nehmen!

Nicht persönlich oder zu Herzen nehmen!

Wehren Sie sich! Das müssen Sie sich nicht gefallen lassen! Schlagen Sie ihn mit seinen eigenen Waffen – tun sie das, was er tut!

Lassen Sie ihn nicht davon kommen, machen Sie klar, dass Sie das nicht wollen!

Sehr witzig… 😕

Das hat etwas von der fragwürdigen STOPPREGEL damals aus dem Kindergarten. (Ist das eigentlich heute noch aktuell?) Ein Kind schlägt ein anderes und das Opfer soll mutig den Arm nach vorne schieben und sagen: STOP, DAS MÖCHTE ICH NICHT!

Zum besseren Verständnis:

Mein Streitpartner behauptete heute (großkotzig und arrogant wie er ist), dass ich zu dumm und zu blöd sei, ein übergroßes Gemälde (ca 1,40 m hoch und ca. 1,50 m breit) aufzuhängen. Ich könne das aus Prinzip nicht. Nein, kein Scherz! Das war sein schonungsloser Ernst! Diese Aussage ist für mich an sich schon sehr verletzend und beleidigend, doch viel schlimmer finde ich, dass dies eine freche, argumentlose und an den Haaren herbeigezogene Behauptung ist. Derjenige kann gar nicht wissen, dass ich zu dumm und zu blöd bin, dafür müsste ich es erst versuchen und kläglich scheitern. Die Krönung der ganzen Show: Mein Streitpartner will das Bild selbst nicht aufhängen (weil er es sich selbst nicht zutraut), und kann scheinbar den Gedanken nicht ertragen, dass ich ggf. erfolgreicher mit Bohrmaschine, Dübel und Schrauben umgehen kann als er. Und diese Situation steht übrigens für unzählige weitere Situationen aus der Vergangenheit, in denen ich mich grundlos für dumm und unfähig erklären lassen musste, nur weil das Ego meines Gegenübers überschäumt …

Ich weiß, klingt lächerlich… ist es für andere vielleicht … aber für mich ist diese Form von Abwertung  (von einem Mann) „für dumm, unfähig und zu blöd erklärt zu werden“ ein wirklich ernsthaftes (existenzielles) Problem … was mein Streitpartner weiß und daher helle Freude daran zu haben scheint, diese Grenze immer wieder zu überschreiten.

Es verletzt mich und löst jedes mal eine unerträgliche Wut in mir aus …

Allerdings wird jedes mal mein „STOPP, DAS MÖCHTE ICH NICHT!“ überhört oder zusammenhang- und argumentlos in Grund und Boden gelabert.

Doch ich frage mich: Was ist daran nicht zu verstehen?

Was ist an …

„STOPP, ICH MÖCHTE NICHT VON DIR STÄNDIG ABGEWERTET WERDEN!“

… nicht zu verstehen? 😯

Und was ich mich an dieser Stelle auch ernsthaft frage: Muss dieser alberne Geschlechterkampf wirklich sein? Ist es für Männer wirklich so schlimm, wenn eine Frau nicht nur Brüste, sondern auch etwas im Kopf hat, handwerklich begabt ist und auch großen Spaß am Heimwerken und an anderen rauen Tätigkeiten (Holz hacken, arbeiten mit Kettensäge) etc. hat? Ich hatte die Tage etwas gelesen, was diese These angeblich bestätigt. Männer bevorzugen weniger intelligente Frauen, die gut aussehen (idealerweise große Brüste haben) und sich gerne führen lassen …

Es soll aber glücklicherweise auch Ausnahmen geben. 😀

Tja…

Auf was sollte ich lt. Therapeutin noch achten?

  • Sein Verhalten ist grundsätzlich nicht IHR Problem, sondern SEINS!

Ja, ich weiß das! Er will davon jedoch nichts wissen. Meinen ernst gemeinter Vorschlag, sich einen Therapeuten zu suchen wurde mit einem empörten „DU bist doch nicht ganz dicht!“ und einer Scheibenwischergeste abgeblockt.

  • Suchen Sie nicht wieder ständig die Schuld bei sich!

Vielleicht hätte ich einfach wieder die Klappe … äh check!

  • Provokationen und Beleidigungen aushalten!

Wie geht das? Jemand der das kann darf sich gerne bei mir melden!

  • Nicht ernst nehmen!

Ist das nicht auch eine Form von Abwertung, wenn man sein Gegenüber nicht mehr erst nimmt (ernst nehmen kann)?

  • Nicht persönlich oder zu Herzen nehmen!

Auch hier bin ich sehr an einer Lösung interessiert – den Schalter habe ich noch nicht gefunden!

  • Wehren Sie sich! Das müssen Sie sich nicht gefallen lassen! Schlagen Sie ihn mit seinen eigenen Waffen – tun sie das, was er tut!

Sorry, aber ich bin einfach nicht gut genug im Beleidigen, tagelang auf sein uneingeschränktes Recht haben pochen, allgemeinen Rumspacken, provokantem Schweigen, spitzfindigen Bemerkungen ablassen, den eigenen unangebrachten Sarkasmus, das Mannsein und die dazugehörige Coolness feiern … nä, bei dieser Machen-Was-Er-Macht-Nummer kann ich leider nur verlieren!

  • Lassen Sie ihn nicht davon kommen, machen Sie klar, dass Sie das nicht wollen!

Muaaahahahahahaaaahahahhaaa…. siehe oben. 😯

Und jetzt?

Wieder klein beigeben, um meinen geliebten Frieden wieder herzustellen? Was wieder zur Folge hätte, dass der Frieden da ist, aber Wut, die Enttäuschung und Unzufriedenheit unterschwellig bleiben und steigen …

Warum tue ich mir das eigentlich immer wieder an?

Hm…

Bin ich dumm oder nicht dumm, das ist hier die Frage… ?

Ich werde jetzt mal versuchen den Topf mit der angebrannten Erbsensuppe zu säubern und dann weitersehen…

Eines ist sicher:

Das Bild werde ich auf jeden Fall noch aufhängen – Beweisfotos folgen! 😈

Über introvertiertes Explodieren und die Leichtigkeit des innerlichen Ausrastens … oder so

Mannomann…

Es ist immer wieder dasselbe!

Schon wieder zu lange gewartet!

Und ich schwöre, ich habe vor zwei Wochen mit diesem Beitrag angefangen und wollte tatsächlich „nur“ einen kurzen schaurigen Einblick in meinen Kopf am 02.10.2016 gewähren … was ich morgen auch nachträglich noch tun werde. 🙂

Heute muss ich noch schnell das hier loswerden …

Ich arbeite gerade mit Hochdruck daran, mein Leben wieder so in den Griff zu kriegen, ohne mich dabei ständig (versehentlich) selbst zerstören zu müssen. Das ist gar nicht so einfach, denn die Allgemeinbedingungen sind derzeit nicht optimal. Hier geben sich nach wie vor die Ereignisse, Erkenntnisse und auch Niederlagen die Klinke in die Hand und ich kann nicht darüber schreiben, weil ich irgendwie immer noch blockiert bin. Ich bin blockiert durch eine Art Schockstarre, blockiert durch Verdrängen, blockiert durch fehlende Zeit und auch blockiert, weil ich situationsbedingt derzeit unter strenger Beobachtung stehe. Ja, ich denke, die, die mir diese neuen Steine in den Weg gelegt haben, sind auch in diesem Blog dicht an meiner Seite. Sie lassen mich nicht aus den Augen, sie wollen wissen, wie ich damit klarkomme… ob ich überhaupt damit klar komme … was ich zu tun oder zu lassen gedenke… ob ich aufgebe oder weiter kämpfe. Kurz um: Ich kann derzeit nicht ins Detail gehen, um meinem Feind nicht zu verraten, wo mein Schatz vergraben liegt. 🙂

Sobald ich diese sehr existenzielle Hürde bewältigt habe, lasse ich es Euch wissen…

Ich kann aber so viel sagen, dass ich in den letzten Tagen oft daran gedacht habe, meine Therapeutin anzurufen. Wir haben bei der letzten Therapiestunde ausgemacht, dass ich sie jederzeit anrufen kann, wenn es mir schlecht geht. Sie hat mir auch angeboten, dass wir uns auch gerne alle paar Wochen auf ein Tee oder Kaffee treffen können – ganz ohne offizielle Folgetherapiegenehmigung. Ja, ich war wohl eine sehr spannende Patientin, deren Geschichte sie gerne weiter verfolgen möchte… 😀

Ich werde natürlich vermeiden, dieses Angebot anzunehmen, denn ich muss ja versuchen alleine klar zukommen.

Ich komme auch klar…

Zumindest deutlich besser, als noch vor einem Jahr …

Man darf mich nur nicht für dumm verkaufen…

… oder mich anlügen und dieses Lügengerüst so lieblos und stümperhaft aufbauen, dass es nur vom Anhören in sich zusammenfällt…

… oder mir den guten Freund vorspielen, während man hinter meinem Rücken den für mich bestimmten Dolch zückt…

… oder mich ungebremst (und ungeschützt) auflaufen lassen …

Eben all diese unschönen Dinge, die mich in mein grenzenloses Misstrauen und in die Sozialphobie getrieben haben, sollte man eben heute nicht mehr mit mir machen.

Nein, das sollte man definitiv nicht tun …

Denn dann raste ich aus…

Aber sowas von…

So wie ich es kürzlich tat, als genau das (oben aufgezählte) geschah …

Es war noch nicht einmal unerwartet, denn ich bin ja nicht blöd und erahne ganz instinktiv den Wolf im Schafpelz – es fällt mir nur manchmal sehr schwer, das zu akzeptieren. Ich wusste also, dass ich hier auf Unehrlichkeit treffen könnte und doch warf mich dieses asoziale Verhalten eines Menschen (um Missverständnisse zu vermeiden, es ging um eine Frau) so aus der Bahn, dass ich vollkommen die Fassung verlor und … PENG!

… implodierte! 😮

Ja, ich ging lautstark auf die Barrikaden, schimpfte, brüllte, fand sogar die richtigen Worte, um klar zu machen, dass ich diese Heucheleien satt hatte und wüsste, dass hier Neid und Missgunst die Basis allen Übels sei. Ich fand auch genügend unsachliche Bezeichnungen für diese Person, randalierte auch ein bisschen, ließ Gegenstände an Wänden zerschellen und fand den Gedanken an eine schallende Ohrfeige auch sehr befreiend. Ja, ich bin so richtig ausgerastet … allerdings nur in meinem Kopf.

… in Wahrheit schaffte ich es noch nicht einmal mit der Wimper zu zucken…

Ich nahm die Situation (wie immer) zur Kenntnis und lächelte sie über Stunden hinweg, während in meinem Kopf alle Geschütze zum Krieg aufgefahren und schließlich auch gezündet wurden. Die Explosion in meinem Kopf war so gewaltig, dass mein Schädel bebte. Es war eine gefühlte Atombombe! Ich bekam kurz darauf sogar Fieber, hatte stechende migräneartige Kopfschmerzen, mir war übel und ich lag sodann mit Waschlappen auf der Stirn und Kotzeimer neben dem Bett am frühen Abend im Bett.

Wenn ich das meiner Therapeutin erzählt hätte, wären wieder sofort 25 Therapiestunden fällig gewesen…

„Ich hab Ihnen ja gesagt, dass diese Frau Gift ist! Wieso lassen Sie das mit sich machen? Wieso hauen sie nicht auf den Tisch? Sie müssen sich wehren! Sie verfallen wieder in alte Muster! Frau Lahr, lieben Sie sich eigentlich!?“

BLA BLA BLA! PSSSST! ICH WEISS, ABER ICH WILL DAS JETZT NICHT HÖREN!

Es hat zwei Tage gedauert, bis ich mich von diesem introvertierten Wutausbruch erholt habe…

Ich weiß, dieses heftige Implodieren ist Gift für die Psyche und auch Gift für die physische Gesundheit, nur offenbar kann ich es immer noch nicht abstellen. Ich kann es nicht abstellen, weil mir die Kontrolle über meine Emotionen fehlt. Die Welle kommt über mich, lähmt mich, trennt mich innerhalb von Sekunden von der Außenwelt – es ist wie ein Sicherheitsstecker der gezogen wird – und zwingt mich, diesen Konflikt im Inneren auszutragen.

Das nennt man Konfliktunfähigkeit…

Und auch hier ist Angst wieder der Hauptakteur und der Ursprung…

Doch das ist okay…

Denn ich habe inzwischen verinnerlicht: Auch wenn ich meine Angst gerne verfluche, so will sie mich nur schützen. Sie will Böses von mir abwenden und sorgt mit solchen Selbstschutzmechanismen, dass ich nicht noch mehr verletzt werde. Ich muss dieser Angst nur klar machen, dass ich inzwischen schon groß bin und auf mich selber aufpassen kann … ich bin erwachsen … und ich muss mein Gegenüber nicht fürchten, auch wenn er vom Schatten geleitet wird…

„Hinfort mit dir, du garstiges Wesen!“

Hach, das klingt alles so einfach, wenn man es aufschreibt…

Ja, sich mit seinen Ängsten anzufreunden ist echt eine schräge Nummer. Und auch wenn es vielleicht nicht so scheint, ich arbeite immer noch mit Hochdruck daran …

Ich MUSS mit Hochdruck daran arbeiten…

Aber heute hatte ich in dieser Angst-Vor-Konflikte-Richtung einen Lichtblick… 😀

Ich habe mich nämlich ein bisschen gewehrt … 😀

Ich habe gestern schriftlich jemanden gefragt, ob er mir eine Kopie eines Schriftstückes liefern kann, welches ich für die aktuellen Verhandlungen für einen Hauskauf brauche. Dieser jemand ist im Grunde seines Herzen sicher ein netter Kerl, aber leider gehört auch er zu den konfliktfreudigen Menschen und solchen Menschen gehe ich gerne aus dem Weg.

Dieses Mal führte kein Weg an ihm vorbei…

Meine Frage formulierte ich freundlich, fast sogar herzlich…

… und die Antwort kam prompt!

… und sie traf mich wieder mitten ins Emotionszentrum!

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Meine erste Reaktion lässt sich am Zustand des Papierstückes leicht erahnen …

Was ist das für eine asoziale Antwort? Tickt der noch ganz richtig?! Und welche tiefere Bedeutung hat dieses Satzeichen, welches KEIN Ausrufezeichen ist?

FUCK YOU! 🙁

Mir war klar, dass dieser Tag genau so stressig, anstrengend und voller negativer Emotionen sein würde, wie auch die letzten, inklusive der Feststellung, dass man (auch wenn man es wirklich will) tatsächlich scheinbar nicht jedem Arschloch im Umkreis aus dem Weg gehen kann. 🙁

Mit anderen Worten:

Fertig machen zum implodieren in 3,2,1…

FEUER FREI! 😮

Oder  mich wehren…

STOP!

ES REICHT!

SIND DENN HIER (FAST) NUR NOCH SPACKEN IN MEINEM LEBEN?

Bewaffnet mit einem Gefühl in Körper und Geist als könne mich im Augenblick die ganze Welt am Arsch lecken, stapfte ich konfliktbereit (mit all meinen durchaus vorhandenen Kampfeigenschaften) zum Verfasser dieser unglaublichen Antwort, klingelte Sturm und stellte mich ihm zitternd in den Weg, mit den Worten:

„Lieber R., was willst du mir bitte mit diesen Worten sagen? Das es dieses Schriftstück nicht gibt oder dass du es mir nicht geben willst?! Was soll das, HÄ?!“

(Imaginär richtete ich meine Atombombe auf ihn und kann es während ich das schreibe immer noch nicht glauben, dass ich das getan habe!) 😀

Dieser Mister R. sieht mich erstaunt an, dann lächelt er und sagt:

„Ähm, ich kann dir keine Kopie liefern, weil ich das Schriftstück nicht habe!“

ALTER!

Rückzug aller Kampfeinheiten in 3,2,1…

Bitte ganz lieb lächeln! 🙂

Ich stammelte noch ein „Och, das ist gar nicht schlimm… ich dachte erst du wolltest … ach egal…!“ und unterhielt mich mit ihm noch entspannte 5 Minuten. 🙂

Tja… würde sagen:

LÄUFT BEI MIR! 😀

Bis morgen, dann liefere ich die Erzählung „Der Thriller in meinem Kopf“ …

Hier noch meine aktuelle Anti-Spacken-Hymne – es ist so ein unglaublich bestärkender Song! 🙂