Ich bin ein wandelnder Schrotthaufen (Transformer) – das sagen sogar die Experten

Da bin ich auch schon wieder …

Ja, ich werde jetzt so oft wie möglich, vielleicht sogar täglich Blog schreiben, in der Hoffnung, dass auch das mir weiterhilft. Ich brauche nämlich Strohhalme … ganz viele Strohhalme … jeder Stohhalm hilft und das auf seine eigene Art und Weise.

Die Schreibtherapie ist bei mir wohl der wichtigste Strohhalm…

Ich bin nämlich ein Schrotthaufen…

Körperlich …

Ich bin so extrem verspannt, dass ich heute die Hälfte des Tages nur kriechend oder auf dem Boden liegend verbracht habe. Gegen 19.00 Uhr habe ich dann meinen täglichen „Walk“ vollzogen und habe im Wald Entspannungsübungen gemacht. Wenn mich also jemand mit einem Rucksack auf dem Rücken, einsam in der Gegend rumhüpfen sieht, der weiß spätestens heute, warum ich das mache. Nein, ich brauche da keine Hilfe, ich bin dann einfach nur auf der Suche nach mir selbst … 😀

Ich bin allerdings – trotz Bewegung – vor fünf Minuten wieder nur kriechend auf die Couch gekommen. Diese Verspannung sind die Nebenwirkungen von einer Überdosis Stress und sicherlich auch die Antwort auf meinen Bewegungsdrang der letzten Tage …

Ich dachte seelisch wäre ich ein noch größerer Schrotthaufen als körperlich …

Ich habe in den letzten zwei Wochen so eine Panik wegen meiner Symptome geschoben, dass ich zwischenzeitlich mit dem Gedanken gespielt habe mich selbst einzuweisen, damit ich mir, meiner Familie und meinen Mitmenschen nicht mehr länger auf die Nerven gehe. Mit mir war ja – genau genommen bis gestern – überhaupt nichts mehr anzufangen. Lustigerweise war ich in der Zeit sehr produktiv und konnte für eine Romanpassage ein ziemlich authentisches Statement zum Thema Todessehnsucht abliefern. Ja, ich konnte als stark suizid gefährdete Patientin, die sich gerade versucht hatte mit einem Gürtel an der Heizung zu erhängen, in einer psychiatrischen Klinik so richtig die Sau rauslassen. Ich konnte meinen Unmut über das Leben kundtun und schließlich am Ende doch endlich aus dem kalten Schatten gleiten und nach Hause, ins warme Licht, gehen.

Tat gut …

Nein, das hat mich selbst nicht beunruhigt. 😉

Warum auch? Ich bin ja nicht gestorben, sondern habe mich nur in jemanden hinein versetzt, der sterben wollte …

Zur Info: Ich hänge sehr an meinem Leben. Suizid ist absolut keine Option und das Schlimmste, was man seinen Lieben antun könnte – ich habe da in meinem Bekanntenkreis leider schon Erfahrungen sammeln können. Aber nichtsdestotrotz kann ich jetzt absolut nachvollziehen, dass Menschen mit psychischen Erkrankungen, z. B. Angststörungen, Zwangserkrankungen, Persönlichkeitsstörungen oder Depressionen sich nach dem Tod sehnen …

Der tiefe Schmerz auf der Seele macht irgendwann einfach nur noch müde…

Aber wir waren bei dem wandelndem Schrotthaufen …

Seelisch bin ich nämlich ein Transformer … 😆

transformer-IRL

Womit wir auch schon beim Thema wären…

Es gibt Neuigkeiten, die mir Hoffnung geben, dass mein neuer „alter“ Zustand nicht (wie ich ohne die Einnahme entsprechender Medikamente vermutete) bis an mein Lebensende bestehen bleibt. Ich habe nämlich mit meiner Therapeutin  gesprochen. Oder besser gesagt, ich habe bei ihr noch einmal so richtig fett „hysteriert“.

Als sie den Raum betrat, saß ich schon nervös, hektisch mit dem Fuß wippend und mit ineinandergekeilten Fingern da und wartete schon ängstlich auf ihre übliche Frage: „Wie geht es Ihnen, Frau Lahr?“

Wie es mir geht?

„Verdammte Scheiße! Es ist schon wieder da!“

Ja, und dann erklärte ich ihr was los war. Und ich machte mit aller Deutlichkeit klar, wie Scheiße ich das finde, das der ganze Mist jetzt wieder von vorne losgeht und dass sie mich nicht zwingen kann wieder Paroxat zu nehmen, und, und, und…

„Paroxat? Nein, natürlich nicht!“, lächelte sie.

„Nicht? Aber die Angststörung ist doch wieder da…?!“

„Nein, ist sie nicht, Frau Lahr! Nur die Symptome. Also die körperliche Reaktion auf Angst – und Gefahr.“

„Hä?“

„Dieses unbegründete, unkontrollierte Angst haben, vor allem und jedem, – die Angststörung – wurde erfolgreich mit Medikamenten behandelt. Das Ungleichgewicht wurde behoben. Das, was jetzt in ihnen vorgeht, ist eine ganz andere und sogar eine ganz wichtige Geschichte.“

„WTF!“

„Sie haben in Ihrer Panik ein ganz entscheidendes Detail übersehen.“

„Das wäre?“

„Es gibt Gründe, warum sie sich derzeit so fühlen und die haben sie mir gerade aufgezählt. Und das ist schon wirklich ein großer Brocken der da auf Ihnen liegt und den Sie derzeit alleine stemmen müssen. Das ist enormer Stress!“

„Ja!“

„Das ist der Unterschied. Sie haben keine Störung, sie haben ganz schön viel um die Ohren. Das was Sie fühlen, ist ein eine Botschaft. Sie haben jetzt ein brilliant funktionierendes Unterbewusstsein, was Ihnen etwas Wichtiges mitteilen will.“

„Oh!“

„Und es teilt ihnen mit, dass das so nicht geht! Schauen Sie nicht nach außen, sondern nach innen. Hören Sie ganz genau hin. Haben Sie keine Angst vor Ihren Gefühlen und hören Sie auf sie ignorieren. Nehmen sie diese als ihren Wegweiser an. Je schlechter sie sich bei einer Sache fühlen (obwohl sie derzeit als die einzig wahre Lösung erscheint), desto mehr sollten Sie das, was sie tun – oder planen zu tun – überdenken. Schauen Sie sich in Ihrem Umfeld um. Wer tut Ihnen gut? Bei wem fühlen Sie sich gut? Wer erreicht das Gegenteil? Ihr Bauchgefühl ist schlau … schlauer als Sie … vertrauen Sie auf Ihr Bauchgefühl!“

„Mach ich doch immer!“

„Nein, sonst würde es doch nicht mit körperlichen Symptomen auf sich aufmerksam machen?!“

„Zusammegfasst bin ich also doch noch nicht reif für die Klapse?!“

„Nein!“

„Mann, bin ich ein emotionaler und hysterischer Schrotthaufen!“

„Aber bald sind Sie wieder ein flotter Flitzer!“ 😀

Tschö…

Ja, so war das …

Soll heißen, die Symptome treiben mich zwar immer noch in den Wahnsinn, aber seit dem ich weiß, dass es keine biochemische Störung ist (die ich ohne Medikamente wohl nicht in den Griff gekriegt hätte), sondern eine geheime Botschaft meines Unterbewusstseins, geht es mir auch schon etwas besser.

Es nervt mich, aber es fühlt sich nicht mehr hoffnungslos an …

Ich fühle mich nicht mehr ganz so hilflos, weil ich weiß, dass es besser werden wird, wenn ich meinem Unterbewusstsein, meinem Herz und Bauchgefühl folge… die Logik, mein Verstand und das Gerede der anderen haben bei mir hoffentlich bald nichts mehr zu melden!

Auch geht es mir besser, weil ich Unterstützung von Betroffenen und anderen Mutmachern bekomme…

Hier mal ein Auszug von einer Mail, die ein paar Tipps beinhaltet, vielleicht hilft es auch anderen, die diese Symptome haben, wie folgt:

  • Brennen unter der Haut
  • Starker Druck im Solarplexus
  • Unruhe / Nervosität
  • Konzentrationsschwierigkeiten
  • Vergesslichkeit
  • Neben sich stehen
  • Das Gefühl Heulen und Schreien zu müssen
  • Beklemmungen
  • Einatmen fällt schwer
  • Herzrasen
  • Prickeln und hinzu kommt auch Lähmung
  • Muskelschmerzen
  • Extrem schwere Glieder wie bei einer Grippe

u.s.w


P.O.:

Ah, krass. Sind typische Symptome von „In den Körper kommen“. Hab mich ja intensiv mit Traumalösung und Entwicklungstrauma beschäftigt. Sind bekannte Symptome. Aber sehr schwer auszuhalten. Hab deswegen u.a. das Kaltbaden angefangen, weil ich es dadurch ein bisschen kontrollieren konnte. Aber meistens hatte ich das Gefühl, dass ich einfach nur schreien und heulen muss. War auch viel Wut bei mir drin. Man kann nichts machen, aber sie gehen tatsächlich vorbei. Dauert allerdings. Am besten auf hartem Untergrund schlafen, nicht auf weicher Matratze, sondern mit einer Decke drunter auf dem Boden. Das gibt dem Körper Sicherheit. Und Andi soll sich mal auf dich drauf legen. Am besten du auf dem Boden, ein großes Brett drauf und dann er mit seinem Gewicht. Das gibt dem Körper auch Sicherheit. Und das Atmen – lass es frei fließen. Meist wird es irregulär und ziemlich schnell. Dann ist es fast wie beim Sex, nur unangenehm, und der Kopf wird schwummrig. Aber dann löst es sich auch ein bisschen. Test dich mal durch, was davon geht. Bei mir hat’s etwas zwei, zweieinhalb Jahre gedauert – aber keine Ahnung ob das ein Richtwert sein kann …  Hoffe, es hilft ein bissgen- Drück die Däumelein. Kussi

Ich danke Dir, mein Freund P.O.!

Und die Sache mit „Andi soll sich mal auf mich drauflegen“ findet mein Mann sehr gut, ich jetzt nicht so… 😆

Und eine weitere Nachricht, die ich von jemanden bekommen habe, (das war nachdem wir zuvor viele tiefsinnigen Zeilen ausgetauscht hatten) – ich musste echt lachen:

Vielleicht bring ich dich jetzt ja ein bisschen zum Lachen. Ich werde jetzt z.B warten bis es dunkel ist und dann vorsichtig vor die Haustür gehen, schauen dass keine Nachbarn oder wer mehr draußen sind und dann ganz schnell die Mülltonne an die Straße stellen und wieder rein, damit ich nur nicht in Gespräche verwickelt werde…
Das läuft bei mir jeden Dienstag auch so … 😆
Und dann kam diese andere, ganz besondere Nachricht, als Reaktion auf mein Schattenvideo …
Zur Erinnerung:
Eine Nachricht, die mich echt sprachlos gemacht hat …
Liebe Nicki, dein Video hat ein paar Gedanken in mir ausgelöst… Bitte versteh sie auch als solche. Ich will weder klugscheißen noch habe ich die Weisheit mit Löffeln gefressen 😊 ich hatte nur das dringende Bedürfnis, dir meine Gedanken mit auf den Weg zu geben… vielleicht passen sie, vielleicht auch nicht. Fühl dich jedenfalls feste gedrückt und gute Nacht!
Liebe Grüße
Kerstin
Und es folgten diese beiden Anhänge …
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HANDGESCHRIEBEN !!!
Extra für mich …
Du hast mich damit sehr berührt, liebe Kerstin! Ich danke Dir!
Aber auch diejenigen, die ganz still und leise bei mir sind. Es hilft mir sehr, dass ihr mich regelmäßig hier besucht und mitlest. Auch das gibt mir Kraft und zeigt mir, dass meine Worte nicht ins Leere gehen… ihr wisst ja, fernab dieser Tastatur bin ich nämlich eher stumm. Ich will niemanden mit meiner Scheiße nerven und auch keinen zwingen, mir zuzuhören…
Ihr tut das freiwillig…
DANKE!

 

Über das Universum des Bewusstseins oder „wie treibt man sich selbst in den Wahnsinn“

(Foto: Bernd Kasper  / pixelio.de)

Kurz vorweg: Heute geht es etwas gruselig bei mir zu, also zartbesaitete, sollten das nicht lesen … 😉

Tja, so schnell kann´s gehen …

Vor 5 Minuten beschäftigte ich mich noch (unter Fieber und Hardcoreschnupfen) mit meinen (dynamischen und mobiltauglichen) neuen Webseiten und jetzt bin ich hier. Nennen wir es unfreiwillige Zwangspause … oder Flucht, sonst laufe ich heute wegen diesem Mist noch Amok. 🙁

Ich bin ja wirklich ein geduldiger Mensch, aber wenn ich eins nicht leiden kann, dann ist es Zeitverschwendung. Und unter Zeitverschwendung verstehe ich die Zeit, in der ich mich mit etwas beschäftige(n muss), was mich nervt oder mir keinen Spaß macht. Ja, bei so etwas bin ich sehr empfindlich. Deshalb hasse ich beispielsweise auch Herumzappen im TV. Wenn ich TV schaue, dann muss mich das ausnahmslos interessieren, sonst ist es Zeitverschwendung und ich arbeite (abends) lieber. Um meine Zeit nicht zu verschwenden, bin auch immer mit irgendetwas beschäftigt, selbst wenn ich nicht´s tuen soll, so wie jetzt, wo ich krank bin, liege ich mit dem Laptop auf der Couch und arbeite. Aus diesem Grund gibt es in meinem Leben auch keine Langeweile. Ich kann mich gar nicht mehr daran erinnern, wann mir das letzte Mal langweilig war …

Beschäftigungen, auch wenn sie auf den ersten Blick sinnfrei erscheinen, müssen mir Spaß machen oder zumindest einen gewissen Zweck erfüllen, der zur Freude führt, sonst ist es Zeitverschwendung und Zeitverschwendung macht mich wütend und ungeduldig.

Mich (ohne professionelle Hilfe) um Webseiten zu kümmern macht mir zwar Spaß, allerdings haben sich die Zeiten und die Ansprüche in den letzten zehn Jahren extrem geändert, sodass dass Erstellen einer (für alle Endgeräte tauglichen) dynamischen Webseite doch schon eine Herausforderung ist. Learning by doing, ein paar PHP und HTML Kenntnisse auffrischen und schon sollte es eigentlich funktionieren. Tut es ja auch … aber dann halten mich so nervtötende Sachen auf, wie verloren gegangene Texte, Bildbearbeitung die mich überfordert und nicht eingeplante Fehler, die einem Profi sicherlich nicht passieren würden – siehe dieses Bild:

Fehler HTML

Ja, ich kann es natürlich auch so lassen, aber dann ist es halt Kacke! 😀

So, damit das dort oben wieder repariert werden kann, wollte ich eigentlich Plan B ausprobieren, dafür musste ich mich zunächst ausloggen und als ich mich wieder einloggen wollte … kam diese Meldung! 🙁

Strato Meldung

Tja, und somit wurde bei mir eine Zwangspause eingeläutet … 😀

Freiwillig hätte ich natürlich nicht aufgegeben, da kann mich selbst so eine blöde Grippe nicht von abhalten. Aber gegen eine vorübergehende Login-Sperre bin ich machtlos.

Apropos machtlos …

Gedankensprung und Extremthemenwechsel …

Ich habe gestern einen Film gesehen – ich verrate jetzt extra nicht welchen Film, um nicht zu spoilern -, dessen Thematik mich echt vom Hocker gehauen hat. Wobei ich nicht den eigentlichen Handlungsfaden meine (Aufklärung eines sexuellen Missbrauchs im Rahmen satanistischer Rituale), sondern, die psychologische Meisterleistung in diesem Film. In diesem Film spielte auch ein Psychologe eine maßgebliche Rolle. Er begleitete die Ermittlungen und hielt nahezu jedem Beteiligten (auch sich selbst) den Spiegel vor. Je mehr Details aus den Erzählungen des Opfers über die Satanisten aufgedeckt wurden, desto mehr gerieten die Ermittlungen außer Kontrolle. Es herrschte plötzlich allgemein Entsetzen, Angst, Panik und Paranoia. Ja, selbst der atheistisch überzeugte Ermittler griff schließlich aus Angst plötzlich zur Bibel …

Diese Reaktion kann ich verstehen. Ich habe auch mal instinktiv gebetet. Das war als ich mal bei einem Irren im Auto saß, der es ganz toll fand, mit 150 Sachen durch eine Ortschaft zu brettern und dabei Slalom mit Verkehrsinseln zu vollziehen. Ich dachte, das überleben wir nicht. Ich habe damals auf der Rückbank meinen Kopf auf die Knie gelegt, die Augen geschlossen und gebetet – das habe ich dem Kerl bis heute nicht verziehen!  🙁

Der Psychologe in diesem Film sagte dann irgendwann folgenden Satz:

„Das menschliche Bewusstsein ist ein ganzes Universum“

Ein Satz, den ich vollends unterstreichen kann…

Und er sagte noch eine Menge anderer wichtiger Dinge, in denen ich mich erschreckend oft wiedererkannt habe. Es ging eigentlich grundlegend um die Frage, was Angst, Befürchtungen und die eigene Fantasie mit dem Bewusstsein aber auch mit dem Unterbewusstsein macht. Ganz gleich, ob es hier um Wahrheit oder vielleicht sogar um eine Lüge geht. Undenkbares wird plötzlich denkbar … die Angst kennt plötzlich keine Grenzen mehr … alles gerät außer Kontrolle.

Tja, wie ihr wisst, hat grenzenlose Angst mit mir eine ganze Menge gemacht und auch mich in den Kontrollverlust getrieben … 😀

Ja, also wenn ich ein ganz besonders großes Talent habe, dann tatsächlich, mich selbst mit meinen Ängsten, schlimmsten Befürchtungen und meiner überaus blühenden Fantasie in den Wahnsinn zu treiben.

Bestes Beispiel:

Ich habe mal in einem kleinen urigen Bauernhaus gewohnt.

Ach, da fällt mir gerade ein, da gibt es noch ein Video aus dem Jahr 2009, in dem ich mich einer Angst-Situation stellen musste. Zur Info: Ich lebte zu diesem Zeitpunk alleine mit meiner Tochter (und meinem Billardtisch) auf diesem Bauernhof.

Ich bitte die dummen Textkommentare und auch den anderen Quatsch in diesem Video zu entschuldigen, ich war damals noch nicht so „erwachsen“ wie heute. 😀

Ja, also in diesem Bauernhaus habe ich gewohnt. Ich habe mich eigentlich dort sehr wohl gefühlt, auch wenn es dort immer wieder neue Geräusche und Krachen im Gebälk gab. Auch die nostalgischen Stallungen gaben mir immer wieder Grund für mystische Spekulationen aber so eine richtig begründete Angst habe ich nie gehabt …

Bis zu dem Tag, als ich plötzlich dieses „Gerücht“ von einem Kind aus der Nachbarschaft aufschnappte:

„Im Stall dort hat sich doch der Mann vom Pferdehof erhängt!“

Ich so: „Auwaia … wie schrecklich … wenn das stimmt, ist das aber bestimmt schon hunderte von Jahren her. „

Er so: „Nein, das war letztes Jahr!“

Hö? 😮

Zur Info: Zum Zeitpunkt dieses Gespräches wohnte ich schon 5 Jahre dort! Ich redete auf den Jungen ein und versuchte ihm glaubhaft zu vermitteln, dass dies vollkommener Quatsch sei. Immerhin wohnte ich dort und hätte das ja dann irgendwie mitbekommen. Vor allem, weil mein Schlafzimmer direkt neben dem Stall war, quasi nur durch eine dünne Lehmwand getrennt. Es kann sich doch keiner da so einfach erhängen und schon gar nicht ein paar Meter von mir entfernt. Außerdem hatte ich den Mann, der jedes Jahr im Stall ballenweise Stroh lagerte, doch letzt noch gesehen … glaube ich. Außerdem hätte ich es spätestens dann bemerkt, wenn Polizei und Spurensicherung vor Ort gewesen wären. Die kamen ja auch damals, … wegen dem Einbruch in diesem (an einen Vertreter für Schwimmbadzubehör  untervermieteten) Stall.

Das war … letztes Jahr … ?! 😮

Meine Gedanken überschlugen sich. Erinnerungen stiegen auf, als ich damals aus dem Haus kam und tatsächlich Polizei und Vertreter (mit dem aschfahlen Gesicht) an den Stallungen sah, mich aber nicht weiter darum kümmerte, weil ich echt an einen Einbruch dachte. Natürlich fühlte ich mich mit dem Gedanken, dass sich hier ein Einbrecher herumtrieb nicht besonders wohl, aber ich hatte einen großartigen Wachhund zu Hause. Außerdem wollte ich die Leute nicht Fragen, deren Antworten mich sicher nichts angingen, bei ihrer Arbeit stören. Für Klatsch und Tratsch, Gaffen und Stören waren andere im Dorf zuständig. Zudem dachte ich auch, dass die Polizei sich schon bei mir melden würde, wenn sie etwas von mir wissen wollten …

Wollten sie aber nicht …

Und diese Situation geriet in Vergessenheit, bis dieser Junge da plötzlich diese ungeheure Sache behauptete. Mit diesem Moment fing mein „Universum“ auch ohne jegliche Bestätigung des Wahrheitsgehaltes an in Wallung zu geraten. In HD und Dolby Digital sah ich den Mann des Pferdehofes, mittleren Alters, wie er den Stall mit irgendeinem Seil betritt, vielleicht sogar mit einem Führstrick oder einer Longierleine im Gepäck. Er ist wie betäubt. Vielleicht ist er auch tatsächlich durch Drogen oder Alkohol betäubt. Der tiefe Schmerz auf seiner Seele löst eine unstillbare Todessehnsucht in ihm aus. Vielleicht ist er traurig, vielleicht auch voller Hass. Was immer ihm auch widerfahren ist, er hat sich entschlossen, diese Welt zu verlassen. Er nimmt diese riesige Leiter, um an den großen Mittelbalken zu kommen. Er befestigt den Strick. Der Galgen ist bereit für ihn, die Schlinge um seinen Hals, dann vollstreckt er seinen Plan … STOP! 😮

Ich beschloss einfach jemanden zu fragen, der es wissen müsste, meine Vermieterin, die drei Häuser weiter wohnte. Auch wenn ich mir sicher war, dass an der Geschichte nichts dran war – , denn sonst hätte sie mir das doch 100 % gesagt -, fragte ich sie einen Tag später.

„Sag, Anneliese, hat sich jemand im Stall das Leben genommen?“

„So ein Quatsch!“

Ihre Körpersprache verriet mir allerdings mehr als mir lieb war, auch wenn sie lachend abwinkte. In ihren Augen spiegelte sich das blanke Entsetzen. Ihr Körper war angespannt und sie wicht immer wieder meinen Blick aus. Ich hatte mit dieser Frage einen sensiblen Punkt getroffen. Ich hatte sie auf diese „Schande“ angesprochen, ich hatte überhaupt diese vermeintliche Tragödie (die wohl nie an die Öffentlichkeit kommen sollte) laut ausgesprochen. Sie versuchte noch viele weitere Minuten mich an der Nase herumzuführen, bis ich ihr zu verstehen gab, dass ich als Mieterin dieses Hauses schon ein Recht auf die volle Wahrheit habe…

„Ja, es stimmt! Das war letztes Jahr. Ich wollte nicht, dass du davon erfährst. Wenn ich dir die Wahrheit gesagt hätte, dann wärst du sicherlich ausgezogen …“

😮

„Das menschliche Bewusstsein ist ein ganzes Universum“

Und manchmal gerät dieses Universum durch Ängste, Befürchtungen und eigene Fantasien vollkommen außer Kontrolle.

Bis zu diesem Tag, hatte ich nie Probleme mit meinem Schlafzimmer und auch nicht mit meinem Bett oder allgemein mit dem Schlafen…

Mit dieser grausamen Gewissheit im Bewusstsein, war jede Nacht eine Herausforderung. Nicht nur, dass ich anfing mir Vorwürfe zu machen, nichts bemerkt oder es gar verhindert zu haben. Sondern ich fing auch an Gespenster zu sehen. Gleich an meinem Kopf war die Mauer, die uns trennte. Ich hörte ihn in der Nacht. Ich hörte, wie er weinte, ich hörte und spürte seinen Schmerz. Ich hörte das Holz Knarren, das Schaukeln seines Körpers am Balken, sein Röcheln… tja, und schon wurde die Nacht zum Tag. 😀

Mann, was war ich hysterisch …

Und ich habe diesen Stall auch nie wieder betreten aus Angst, seinen letzten Emotionen zu begegnen, die meiner Meinung nach vor Ort bleiben (könnten) …

Natürlich wusste ich auch damals, dass dies alles nur in meinem Kopf stattfand und nicht real war, aber es hatte dennoch zu erheblichen Schlafstörungen geführt. Es dauerte tatsächlich ein paar Tage, bis ich mich wieder eingekriegt habe. 🙂

Auch heute merke ich immer wieder, wie leicht es ist, mich und mein Universum zu verunsichern. Vor ein paar Monaten erzählten mir ein Mensch, der mir sehr nahe steht, eine unglaubliche Gespenstergeschichte. Eine Situation, wo ich eventuell nur irritiert gewesen wäre, dass dieser Mensch (mit Verstand) tatsächlich an so etwas glaubt. Diese Gespenstergeschichte wurde von weiteren Personen, die dabei waren, bestätigt, was mich noch mehr irritierte und auch zur Nachforschung getrieben hat. Eigentlich könnte mir das Ganze echt egal sein, aber diese Geschichte bezog sich auf das Haus in dem ich wohne… ich glaube nicht an Gespenster, aber ich finde es befremdlich, wenn andere Menschen erzählen, dass Gespenster in unserem Haus waren. 😮

Ja, genau, und schon dreht sich der Kreis des Bewusstseinsuniversums und inklusive dem Was-Wäre-Wenn-Es-Doch-Wahr-Ist-Gedanken und der Aussage meiner Tochter „Ich glaube, da ist Etwas im Keller, etwas, dass mein Bett macht“ (ich war es definitiv nicht!), ist der Anfang der Massenhysterie perfekt.

Hysterie aufgrund von Erzählungen und Behauptungen anderer, ohne bestätigte Wahrheit oder ohne es selbst erlebt zu haben … 😀

Ich hasse sowas, finde es aber auch irgendwie witzig. Und ich bin mir sicher, es gibt für alles eine Erklärung, man muss sie nur herausfinden …

Ja, ja, das Bewusstsein und seine gelegentlichen Wahrnehmungsstörungen …

Aber diese Form von Wahrnehmungsstörungen müssen sich nicht zwangsläufig nur auf Ängst und Befürchtungen beschränken. Es gibt sie auch genau in die andere Richtung, das Bewusstsein als Universum mit Sehnsüchten, Wünschen,Träumen und Fantasien. Ich habe mir aber sagen lassen, dass diese Richtung eindeutig die bessere ist … positives Denken, Ehrgeiz und die Liebe zu dem, was man tut, ist ein wirksames Mittel, insbesondere dann, wenn man sich ein (berufliches) Ziel gesetzt hat.

So, ich muss weitermachen …

Bis bald! <3

P.S:  Dies ist der letzte Beitrag an dieser Stelle, in den nächsten Tagen geht es auf neuem Terrain weiter. Ich werde Euch informieren. 🙂