Alles neu – alles auf Anfang

Hi Ihr Lieben,

da bin ich wieder. Hab wieder lange nichts von mir hören lassen. Ich war schwer beschäftigt. Ich bin nämlich gerade aktiv dabei, alles neu und alles anders zu machen…

Ich hatte ja schon im letzten Beitrag erwähnt, dass meine erneuten Angstsymptome, keine biochemische Störung, sondern eine klare Ansage meines Körpers sind, dass er bei meinem Stresspegel nicht mehr mitmachen möchte. Es läuft etwas falsch. Ich laufe falsch. Ich dachte zwar, ich sei neue Wege (aus der Angst) gegangen und wäre auf einem gutem Kurs, aber da habe ich mich getäuscht. Ich steckte immer noch in diesem klassischen Hamsterrad. Ja, ich bin wieder in dieses riesigen Hamsterrad gestiegen, angetrieben von Leistungsdruck, Vernufts- und Verstandentscheidungen, ständigen Selbstzweifeln und der ständigen Angst zu versagen, andere zu enttäuschen  oder dem Hamsterrad nicht mehr gewachsen zu sein.

Vor knapp 2 Wochen bin ich dann einfach stehengeblieben und im hohen Bogen (aus dem Hamsterrad) geflogen… und siehe da: Ich lebe immer noch. Besser, ich lebe erst recht, da ich einfach alles neu und anders mache.

Wie im letzten Beitrag schon angedeutet, habe ich beschlossen, mein Dasein nicht mehr von Verstand und Bewusstsein leiten zu lassen, sondern von meinem Inneren. Bauchgefühl, Herz, Instinkt … eben die ganze Truppe, die von der anderen Sippschaft da im Oberstübchen ständig niedergemacht, unterdrückt und somit gestresst und verängstigt wurde.

Und das war die beste Entscheidung meines Lebens …

Und vor allem die Spannendste  …

Beispielsweise wurde ich Anfang Mai auf eine Stellenanzeige aufmerksam, die eine Bekannten über Facebook gepostet hat. Ich muss dazu sagen, dass ich schon seit einiger Zeit mit dem Gedanken spiele mir einen (stupiden) Nebenjob zu suchen. Die geistige Arbeit als Texterin macht zwar Spaß, raubt auch eine Menge Energie. Ich möchte hier ein klein wenig kürzer treten und mich mehr auf meine Romane konzentrieren. Auch hier sagt mein Bauchgefühl, dass genau das mein Ziel sein sollte. Ich habe so viele Ideen im Kopf, die auf Verwirklichung warten… was allerdings nur geht, wenn zunächst anderes Geld fließt, damit die Existenz gesichert ist.

In Gedanken sah ich mich schon, wie ich meine Arbeitszeit in einem Baumarkt verbringe und halbherzig Kunden mit Heimwerkerproblemen betreue. Wie oft hatte ich schon Albträume darüber. Der Gedanke war jetzt nicht sonderlich erfüllend, im Gegenteil, er machte  mir Angst. Folglich meldete mir auch mein Bauchgefühl, dass ich etwas anderes „Stupides“ machen sollte. Putzen, Pakete packen, Zeitungen austragen, whatever … Hauptsache es brachte Geld und ich muss mich geistig nicht verausgaben.

Dann las ich plötzlich diesen Aufruf:

Job im sozialen Bereich gesucht? 450 €, Teilzeit oder Vollzeit ?

24 Stunden – Dienste (bei Teil-/Vollzeit auch 2-3 Tage am Stück möglich, ideal, wenn man von weiter her kommt )

AB SOFORT wird dringend Verstärkung gesucht!!!

Nur Frauen

Führerschein erforderlich

Persönliche Assistenz für eine junge, lebensfrohe körperbehinderte Frau im Rollstuhl:

Keine Vorkenntnisse erforderlich.

Deine Aufgaben:
Hilfestellungen im Alltag ( Haushalt, Arbeitsassistenz, Versorgung des Hundes, Freizeitbegleitung, Hygiene, Ankleiden, ab und zu körperliche Belastung,…. )

Ideal für einen Job neben dem Aufbau einer Selbständigkeit oder für Studenten oder oder. Man arbeitet einige Stunden am Stück und hat drumherum viel Luft. Nachts kann man i.d.R. auch Schlafen, mit eigenem Assistenzzimmer.

Meldet Euch gerne bei mir, auch bei Fragen, ich leite es weiter!

Als ich das las, meldete sich sofort mein Herz und mein Bauchgefühl. Sie winkten unübersehbar mit dem Zaunpfahl und mir wurde klar, dass ich eigentlich das Gegenteil von stupide suchte, eben eine wertvolle, sinnvolle, soziale, gefühlvolle, einfühlsame, vielleicht sogar inspirierende Aufgabe … das wusste ich allerdings selbst auch noch nicht. Ich war irritiert von meinem eigenen Gefühl und der Entschlossenheit mich auf diesen Aufruf zu melden. Ich ließ mir selbst keinerlei Diskussionsspielraum und folgte einfach diesem Gefühl.

Das Vorstellungsgespräch verlief super und katastrophal zugleich… ich war so hektisch an diesem Morgen, dass ich mir zwei verschiedene Socken anzog, weil ich auf die Schnelle kein gleiches Paar finden konnte. Da ahnte ich ja auch noch nicht, dass ich die Schuhe ausziehen müsste / würde…

(Foto: Sockenpaare werden überbewertet)

(Foto: Sockenpaare werden überbewertet)

Es kam, wie es kommen musste. Die Schuhe mussten aus Hygienegründen im Flur ausgezogen werden. Ich kann nicht leugnen, in diesem Augenblick einen Anflug von peinlich berührter Panik verspürt zu haben, dicht gefolgt von dem Gedanken: „Peng! Das war´s! Wenn du schon dein eigenes chaotisches Leben, inkl. Socken nicht im Griff hast, wie willst du dann jemand anderes im Alltag unterstützen?“

Ich beschloss einfach diesen Fauxpas nicht unkommentiert als gegeben stehen zu lassen, sondern sagte, wie es ist: „Ups, direkt schon ungewollt verraten, wie es bei mir zu Hause läuft.“

Im Juni fange ich an. 😀

Zunächst zur Probe, aber ich bin guter Dinge, dass es das Richtige für mich ist.

Mein erster Job, der von einer Bauchentscheidung aus gewählt wurde…

Das hatte ich vor vielen Jahren auch schon mal genau umgekehrt: Mein Bauchgefühl rebellierte gegen eine Jobentscheidung und hat mir von vorn herein zu verstehen gegeben, dass das kein Sinn macht. Es war definitiv ein Verstand und Vernunftsjob, den ich mir hab (mehr oder weniger) aufschwatzen lassen, gut bezahlt, von zu Hause aus machbar, ich sollte lediglich für ein Versicherungsunternehmen Kundenakquise betreiben. Perfekt! Klappt mit einer Telefonphobie besonders gut … 😀

Ich habe knapp einen Monat durchgehalten…

Was gab es noch für neue Entscheidungen?

Vor ein paar Tagen stolperte ich über ein paar Zeilen meines langjährigen Freundes, Piam Oliver Unger, der u. a. Geistheiler ist. Es ging um das Symbol für die innere Stimme, wie folgt:

„Stimme und Bestimmung finden

Seit einigen Monaten beschäftige ich mich mit dem so genannten „Human Design“. Googled das mal, das ist ziemlich spannend und einsichtsreich. Im Zuge meiner Forschung zum Human Design, und wie es sich mit der Qyoma-Arbeit verbindet, bin ich auf einen Satz gestoßen, der lautet: „Seine Bestimmung finden hängt stark mit ’seine Stimme‘ finden“ zusammen. Dann habe ich geschaut, was das im Human Design heißt, „seine Stimme finden“. Jeder hat nämlich tatsächlich eine eigene Stimme, die auf eine eigene Weise funktioniert. Klingt banal. Zunächst.

Aber wenn man sich fragt, was das wirklich ist, und was die eigene Stimme sagt, damit sie sich stimmig ausdrückt, und gehört wird, dann wird es spannend. Meine Stimme zum Beispiel ist richtig, wenn sie unter anderem sagt: „Ich erinnere …“, „Ich besitze …“, „Ich habe erfahren …“. Wenn sie zum Beispiel sagt „ich weiß“, dann wird sie meistens ignoriert und überhört. Und das stimmt aus meiner Erfahrung heraus.

So, wie findet sich der Bezug zu Qyoma? Es gibt seit Oktober ein Symbol für die Stimme und die Kraft der Manifestation, die mit der Stimme einhergeht. Das Symbol hat mich zum Human Design in Bezug auf die Stimme geführt. ich wusste vorher nichts davon, nur dass es das so genannte Kehlzentrum für die Stimme gibt.
Ich besitze dieses Symbol.

Meine Erfahrung mit dem Symbol ist, dass es verdammt gut wirkt. Seit ich es nutze, finde ich mich selbst total im Flow und habe das Gefühl, das wird was, was ich da gerade zur Welt bringe.

(Qyoma Facebook oder zur Qyoma Webseite)

Als ich das las, hatte ich die Erklärung für diesen merkwürdigen Wandel in meinem Innenleben. Ich wusste plötzlich, was da vor einigen Tagen passiert ist. Ich habe meine Stimme und meine Bestimmung gefunden … oder besser gesagt: Ich habe gelernt, dass es mich krank macht, Stimme und Bestimmung zu ignorieren und gegen sie zu leben und zu arbeiten.

Ich habe mir von Oliver persönlich dieses besagte Symbol in Form eines Amuletts herstellen lassen. Und so etwas „Verrücktes“ habe ich noch nie getan, bzw. in Auftrag gegeben. Aber mein Inneres wollte dieses „SYMBOL-DING“. Es wollte es so sehr, dass auch hier kein Spielraum blieb für Diskussionen, wie „Dat kostest Geld!“, „Was soll das bringen?“

Es ist wie bei einer Trauung, der Ring, der dieses Eheversprechen besiegelt…

Ich habe mit diesem Symbol mir selbst das Versprechen gegeben, ab sofort nur noch auf meine innere Stimme zu hören… denn, das Wesen, was hinter Stimme steckt, hat nicht vor, mich in Schwierigkeiten zu bringen, im Gegenteil: Es liebt mich und möchte, dass es mir gut geht und dass ich glücklich bin.

Gestern ist es gekommen. Großartig. Der absolute Wahnsinn.

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Die „Fassung“ ist übrigens eine Muschel … vermutlich aus Hamburg, vielleicht auch Helgoland, muss ich nochmal fragen… Muscheln, kalkige Schalen, ein Material, zu dem ich eine sehr enge Verbindung habe.

Durch meine Adern fließt nämlich friesisches Blut … eine Tatsache, die ich bis dato auch noch gar nicht so wahr – und ernst genommen habe. Und mein Gefühl sagt mir: Ich brauche mehr Norden in meinem Leben … ich möchte mir eine Wohlfühloase zu Hause schaffen… die Terrasse wird demnächst umdekoriert und gestrichen, und zwar so,  wie mein Inneres es sich wünscht und … friesisch maritim … ja, und einen Strandkorb werde ich in diesem Leben auch noch irgendwann bekommen. 😀

Wenn mein Werk fertig ist, gibt es Bilder …

Ja, ist schon verrückt, was alles so passiert, wenn man einfach nur noch auf sein Gefühl hört…

Erinnert mich an den genialen Film „Der Ja-Sager“? Kennt den noch jemand? Einer meiner absoluten Lieblingsfilme mit Jim Carrey. Hatte ich eigentlich schon mal erwähnt, dass ich ein großer Jim Carrey Fan bin?

Ein sehr tiefsinniger, nachdenklicher und vom Leben gezeichneter Schauspieler …

Ich sage zwar nicht zu allem JA, – im Gegenteil: Hier ist die Kunst auch mal NEIN zu sagen – aber ich handle so, wie mein Gefühl es entscheidet und nicht mein Verstand, die Vernunft oder andere Spießer-Abteilungen im Gehirn.

Und siehe da: Ich habe nicht mehr das Gefühl ständig alles falsch zu machen und gegen meine Natur zu agieren, sondern erlebe bei allem, was ich von innen heraus tue und entscheide, eine Flut an Emotionen, die mich u. a. mit Sicherheit, Glück und Zufriedenheit erfüllen. Manchmal so stark, dass mir die Tränen kommen.

Apropos…

Vor einigen Tagen hatte ich eine Situation an der Kasse eines Supermarktes, wo ein Mädchen, schätzungsweise 9 oder 10 Jahre alt, zu wenig Geld dabei hatte. Mir ist das kleine Mädchen mit dem Fahrradhelm schon vorher aufgefallen, da sie zwei Pralinenschachteln trug, die größer waren als ihr Kopf. Ich vermutete, dass die Pralinen als Muttertagsgeschenk gedacht waren. Ich selber halte nicht viel von diesem Muttertagsgedöhne, fand es aber dennoch irgendwie zuckersüß. Ich sah schon am Blick des Mädchens, als sie an der Kasse stand und der Endpreis genannt wurde, dass sie Zahlungsschwierigkeiten hatte. Ohne auch nur eine Sekunde darüber nachdenken zu müssen, traf mein Herz die Entscheidung, dass ich ihr das fehlende Geld  – egal wie viel – geben würde. Ich würde es tun, weil es kein anderer in dieser Schlange tun würde, denn man muss halt auf sein Taschengeld achten und sich nicht gefälligst bei Milka bedienen, wenn man sich Milka nicht leisten konnte. Außerdem konnte es doch sein, dass das Kind diese Verzweiflungs-Masche öfters abzog und sich somit sämtlicher Leckereien kostengünstig bedienen konnte … Kinder können nicht nur grausam, sondern auch ziemliche clever sein.

Mir doch egal, was andere denken…

Der hilflose Blick des Mädchens und das nervöse Suchen nach den noch fehlenden Münzen trieb nicht nur ihr die Tränen in die Augen, sondern auch mir. Ich war selbst ganz erschrocken, dass mich diese Situation emotional so touchte, war wohl mein Empathen-Dasein wieder am Werk. Ich fühlte das, was das Mädchen fühlte und das Mädchen fühlte sich gerade sehr unwohl. Die Kassiererin forderte mahnend, machte deutlich, dass sie das fehlende Geld – etwa 2 € – jetzt aber dringend bräuchte, sonst müsste sie die Pralinen eben hier lassen. Die Menschen in der Schlange starrten das Geschehen an. Versteinerte Minen. Empathieloses Pack. Ich unterbrach schließlich dieses unerträgliche Szenario und ließ die Kassiererin wissen, dass das Mädchen das Geld von mir bekäme. Ich gab der Kassiererin das Geld, lächelte und zwinkerte der Kleinen mit Tränen in den Augen zu. Sie bedankte sich erleichtert, strahlte mich an und zog dann winkend mit den beiden I-Love-Milka-Schachteln eilig ab.

Die Leute starrten mich entgeistert an… übrigens, ich tue das nicht, weil ich in den Himmel oder ins Paradies möchte. Ich tue das auch nicht, um von einem höheren Wesen „gesegnet“ zu werden. Auch dieses Karma-Ding ist mir inzwischen sehr supekt geworden… alle tun immer etwas, um etwas Bestimmtes, etwas Höheres zu erreichen… tue Positives und dir wird Positives zurückgeben, die Rechnung stimmt auch nicht immer. Nein, ich tue gewisse Dinge, weil mein Instinkt, mein Gefühl, mein Herz, mein Inneres danach strebt … scheinbar ohne Ziel und ohne Grund … oder aber, ich habe das Ziel und den Grund noch nicht verstanden. Was mir allerdings vollkommen egal ist. 🙂

#Gutmensch ?! 😀

„Liebe braucht keine Gründe … Liebe, ist eine grundlose Wärme – einfach weil es so schön ist, warm zu sein.“
(Osho)

Nach dieser Pralinengeschichte, dauerte es etwas länger, bis ich emotional wieder auf ein normales Level kam und verstand, welch merkwürdigen für Emotionen verantwortlichen Systeme da wieder am Werk waren. Nach etwa einer Stunde, war ich wieder klar und freute mich für die Kleine mit ihren Pralinenschachtel ganz gleich, was sie damit zu tun gedachte oder auch nicht.

Was ich noch anders oder neu mache…

Ich versuche nicht mehr so viel Zeit zu verschwenden, sondern sie immer sinnvoll zu nutzen, ohne dass es anstrengend wird …

Weniger online sein … vor allem vormittags, wenn ich eigentlich Texte schreiben müsste. 🙂

An meinen Romanen schreiben, täglich mindestens 5 Seiten …

Viel lesen … zwecks Wortschatzerweiterung … aber auch, um mich von anderen Autoren inspirieren zu lassen…

Zum Frühstück höre ich zum Beispiel jetzt Hörbücher, statt TV zu schauen oder im Internet zu surfen …

Abends im Bett lese ich ein bis zwei Kapitel zum einschlafen, statt 4Bilder1Wort oder andere Wortspiele auf dem Handy zu spielen…

Zeit mit viel frischer Luft füllen, Wandern, Spazieren, Gartenarbeit – ich habe übrigens zum ersten Mal Gemüse angebaut und mich mit dem Thema Gartenbepflanzung beschäftigt …

Meine Klamotten kaufe ich ab sofort ausschließlich nur noch bei EMP.de – es ist der einzige Shop, der meinen Geschmack zu 100 % trifft. Ausgefallen, einbisschen dark, crazy.  Ich war bisher immer noch etwas zaghaft bei der Auswahl, um nicht allzu auffällig zu sein und meinen Mann nicht zu erschrecken, aber da muss der jetzt durch. 😀

Apropos…

Mein Mann hat wirklich einen Orden verdient! Er hat alles ertragen (müssen) und hat mich bei all dem ganzen Schlamassel unterstützt und immer zu mir gestanden, auch wenn er bis heute nicht kapiert hat, was eine Angststörung ist …  DANKE! <3

Neue Tattoos müssen auch her … glaubt mir, wenn ich das Geld hätte, wären bei mir nur Kopf und Hals Tattoo frei … ich arbeite dran. 🙂

Und ich hab dann jetzt doch das Joggen angefangen…

Auch eine Bauchentscheidung…

Mein Verstand sagte nämlich: Ich hasse Laufen… auch wegen meinem Rücken.

Aber ich kämpfe seit dem Absetzen der Tabletten (7 Kilo weniger) mit einem ganz gewaltigen Jo-Jo-Effekt (wieder 7 Kilo drauf) und möchte einfach etwas sportliche Betätigung in mein Leben bringen. Ich hab das Joggen schon einmal vor ein paar Jahren versucht, bin aber an den starken Kopfschmerzen nach dem Laufen gescheitert. Über das Röntgenbild meines Rückens wurde auch dem Arzt dann klar, meine Bandscheiben finden Joggen nicht so toll. Was ich nicht wusste: Das Schuhwerk spielt hier eine ganz entscheidende Rolle.

Mein Facebook-Statement zu meinem ersten „Run“ lautete so:

Laufen Facebook

Mein zweiter Run-Post klang dann so:

Laufen Facebook 2

In Video-Form klingt und sahen die Anfänge dann so aus:

Gestern habe ich schon drei Kilometer ohne Gehpause geschafft … und ich fühle mich immer wohler dabei. Es ist tatsächlich so, dass durch das Laufen der Stresspegel sinkt.

Mein persönlicher Stresspegel hat sich – seit dem Austritt aus dem Hamsterrad – auf 2 eingependelt … ohne Psychopharmaka und Aufenthalt in einer Burnoutklinik… das wäre nämlich meine nahe Zukunft gewesen.

Jetzt gehe ich Joggen, baue Gemüse an, hole mir die Nordsee auf meine Terrasse, kaufe mir wertvolle, individuell hergestellte Glücksbringer, reagiere und handle spontan, aus dem Gefühl heraus (ohne Nachzudenken) und plane jetzt sogar ein Haus zu kaufen …

Das alles hätte mir mal jemand vor ein Paar Wochen erzählen sollen … ich hätte ihn für verrückt erklärt!

Von daher, meine neue Hymne:

Ich bin ein wandelnder Schrotthaufen (Transformer) – das sagen sogar die Experten

Da bin ich auch schon wieder …

Ja, ich werde jetzt so oft wie möglich, vielleicht sogar täglich Blog schreiben, in der Hoffnung, dass auch das mir weiterhilft. Ich brauche nämlich Strohhalme … ganz viele Strohhalme … jeder Stohhalm hilft und das auf seine eigene Art und Weise.

Die Schreibtherapie ist bei mir wohl der wichtigste Strohhalm…

Ich bin nämlich ein Schrotthaufen…

Körperlich …

Ich bin so extrem verspannt, dass ich heute die Hälfte des Tages nur kriechend oder auf dem Boden liegend verbracht habe. Gegen 19.00 Uhr habe ich dann meinen täglichen „Walk“ vollzogen und habe im Wald Entspannungsübungen gemacht. Wenn mich also jemand mit einem Rucksack auf dem Rücken, einsam in der Gegend rumhüpfen sieht, der weiß spätestens heute, warum ich das mache. Nein, ich brauche da keine Hilfe, ich bin dann einfach nur auf der Suche nach mir selbst … 😀

Ich bin allerdings – trotz Bewegung – vor fünf Minuten wieder nur kriechend auf die Couch gekommen. Diese Verspannung sind die Nebenwirkungen von einer Überdosis Stress und sicherlich auch die Antwort auf meinen Bewegungsdrang der letzten Tage …

Ich dachte seelisch wäre ich ein noch größerer Schrotthaufen als körperlich …

Ich habe in den letzten zwei Wochen so eine Panik wegen meiner Symptome geschoben, dass ich zwischenzeitlich mit dem Gedanken gespielt habe mich selbst einzuweisen, damit ich mir, meiner Familie und meinen Mitmenschen nicht mehr länger auf die Nerven gehe. Mit mir war ja – genau genommen bis gestern – überhaupt nichts mehr anzufangen. Lustigerweise war ich in der Zeit sehr produktiv und konnte für eine Romanpassage ein ziemlich authentisches Statement zum Thema Todessehnsucht abliefern. Ja, ich konnte als stark suizid gefährdete Patientin, die sich gerade versucht hatte mit einem Gürtel an der Heizung zu erhängen, in einer psychiatrischen Klinik so richtig die Sau rauslassen. Ich konnte meinen Unmut über das Leben kundtun und schließlich am Ende doch endlich aus dem kalten Schatten gleiten und nach Hause, ins warme Licht, gehen.

Tat gut …

Nein, das hat mich selbst nicht beunruhigt. 😉

Warum auch? Ich bin ja nicht gestorben, sondern habe mich nur in jemanden hinein versetzt, der sterben wollte …

Zur Info: Ich hänge sehr an meinem Leben. Suizid ist absolut keine Option und das Schlimmste, was man seinen Lieben antun könnte – ich habe da in meinem Bekanntenkreis leider schon Erfahrungen sammeln können. Aber nichtsdestotrotz kann ich jetzt absolut nachvollziehen, dass Menschen mit psychischen Erkrankungen, z. B. Angststörungen, Zwangserkrankungen, Persönlichkeitsstörungen oder Depressionen sich nach dem Tod sehnen …

Der tiefe Schmerz auf der Seele macht irgendwann einfach nur noch müde…

Aber wir waren bei dem wandelndem Schrotthaufen …

Seelisch bin ich nämlich ein Transformer … 😆

transformer-IRL

Womit wir auch schon beim Thema wären…

Es gibt Neuigkeiten, die mir Hoffnung geben, dass mein neuer „alter“ Zustand nicht (wie ich ohne die Einnahme entsprechender Medikamente vermutete) bis an mein Lebensende bestehen bleibt. Ich habe nämlich mit meiner Therapeutin  gesprochen. Oder besser gesagt, ich habe bei ihr noch einmal so richtig fett „hysteriert“.

Als sie den Raum betrat, saß ich schon nervös, hektisch mit dem Fuß wippend und mit ineinandergekeilten Fingern da und wartete schon ängstlich auf ihre übliche Frage: „Wie geht es Ihnen, Frau Lahr?“

Wie es mir geht?

„Verdammte Scheiße! Es ist schon wieder da!“

Ja, und dann erklärte ich ihr was los war. Und ich machte mit aller Deutlichkeit klar, wie Scheiße ich das finde, das der ganze Mist jetzt wieder von vorne losgeht und dass sie mich nicht zwingen kann wieder Paroxat zu nehmen, und, und, und…

„Paroxat? Nein, natürlich nicht!“, lächelte sie.

„Nicht? Aber die Angststörung ist doch wieder da…?!“

„Nein, ist sie nicht, Frau Lahr! Nur die Symptome. Also die körperliche Reaktion auf Angst – und Gefahr.“

„Hä?“

„Dieses unbegründete, unkontrollierte Angst haben, vor allem und jedem, – die Angststörung – wurde erfolgreich mit Medikamenten behandelt. Das Ungleichgewicht wurde behoben. Das, was jetzt in ihnen vorgeht, ist eine ganz andere und sogar eine ganz wichtige Geschichte.“

„WTF!“

„Sie haben in Ihrer Panik ein ganz entscheidendes Detail übersehen.“

„Das wäre?“

„Es gibt Gründe, warum sie sich derzeit so fühlen und die haben sie mir gerade aufgezählt. Und das ist schon wirklich ein großer Brocken der da auf Ihnen liegt und den Sie derzeit alleine stemmen müssen. Das ist enormer Stress!“

„Ja!“

„Das ist der Unterschied. Sie haben keine Störung, sie haben ganz schön viel um die Ohren. Das was Sie fühlen, ist ein eine Botschaft. Sie haben jetzt ein brilliant funktionierendes Unterbewusstsein, was Ihnen etwas Wichtiges mitteilen will.“

„Oh!“

„Und es teilt ihnen mit, dass das so nicht geht! Schauen Sie nicht nach außen, sondern nach innen. Hören Sie ganz genau hin. Haben Sie keine Angst vor Ihren Gefühlen und hören Sie auf sie ignorieren. Nehmen sie diese als ihren Wegweiser an. Je schlechter sie sich bei einer Sache fühlen (obwohl sie derzeit als die einzig wahre Lösung erscheint), desto mehr sollten Sie das, was sie tun – oder planen zu tun – überdenken. Schauen Sie sich in Ihrem Umfeld um. Wer tut Ihnen gut? Bei wem fühlen Sie sich gut? Wer erreicht das Gegenteil? Ihr Bauchgefühl ist schlau … schlauer als Sie … vertrauen Sie auf Ihr Bauchgefühl!“

„Mach ich doch immer!“

„Nein, sonst würde es doch nicht mit körperlichen Symptomen auf sich aufmerksam machen?!“

„Zusammegfasst bin ich also doch noch nicht reif für die Klapse?!“

„Nein!“

„Mann, bin ich ein emotionaler und hysterischer Schrotthaufen!“

„Aber bald sind Sie wieder ein flotter Flitzer!“ 😀

Tschö…

Ja, so war das …

Soll heißen, die Symptome treiben mich zwar immer noch in den Wahnsinn, aber seit dem ich weiß, dass es keine biochemische Störung ist (die ich ohne Medikamente wohl nicht in den Griff gekriegt hätte), sondern eine geheime Botschaft meines Unterbewusstseins, geht es mir auch schon etwas besser.

Es nervt mich, aber es fühlt sich nicht mehr hoffnungslos an …

Ich fühle mich nicht mehr ganz so hilflos, weil ich weiß, dass es besser werden wird, wenn ich meinem Unterbewusstsein, meinem Herz und Bauchgefühl folge… die Logik, mein Verstand und das Gerede der anderen haben bei mir hoffentlich bald nichts mehr zu melden!

Auch geht es mir besser, weil ich Unterstützung von Betroffenen und anderen Mutmachern bekomme…

Hier mal ein Auszug von einer Mail, die ein paar Tipps beinhaltet, vielleicht hilft es auch anderen, die diese Symptome haben, wie folgt:

  • Brennen unter der Haut
  • Starker Druck im Solarplexus
  • Unruhe / Nervosität
  • Konzentrationsschwierigkeiten
  • Vergesslichkeit
  • Neben sich stehen
  • Das Gefühl Heulen und Schreien zu müssen
  • Beklemmungen
  • Einatmen fällt schwer
  • Herzrasen
  • Prickeln und hinzu kommt auch Lähmung
  • Muskelschmerzen
  • Extrem schwere Glieder wie bei einer Grippe

u.s.w


P.O.:

Ah, krass. Sind typische Symptome von „In den Körper kommen“. Hab mich ja intensiv mit Traumalösung und Entwicklungstrauma beschäftigt. Sind bekannte Symptome. Aber sehr schwer auszuhalten. Hab deswegen u.a. das Kaltbaden angefangen, weil ich es dadurch ein bisschen kontrollieren konnte. Aber meistens hatte ich das Gefühl, dass ich einfach nur schreien und heulen muss. War auch viel Wut bei mir drin. Man kann nichts machen, aber sie gehen tatsächlich vorbei. Dauert allerdings. Am besten auf hartem Untergrund schlafen, nicht auf weicher Matratze, sondern mit einer Decke drunter auf dem Boden. Das gibt dem Körper Sicherheit. Und Andi soll sich mal auf dich drauf legen. Am besten du auf dem Boden, ein großes Brett drauf und dann er mit seinem Gewicht. Das gibt dem Körper auch Sicherheit. Und das Atmen – lass es frei fließen. Meist wird es irregulär und ziemlich schnell. Dann ist es fast wie beim Sex, nur unangenehm, und der Kopf wird schwummrig. Aber dann löst es sich auch ein bisschen. Test dich mal durch, was davon geht. Bei mir hat’s etwas zwei, zweieinhalb Jahre gedauert – aber keine Ahnung ob das ein Richtwert sein kann …  Hoffe, es hilft ein bissgen- Drück die Däumelein. Kussi

Ich danke Dir, mein Freund P.O.!

Und die Sache mit „Andi soll sich mal auf mich drauflegen“ findet mein Mann sehr gut, ich jetzt nicht so… 😆

Und eine weitere Nachricht, die ich von jemanden bekommen habe, (das war nachdem wir zuvor viele tiefsinnigen Zeilen ausgetauscht hatten) – ich musste echt lachen:

Vielleicht bring ich dich jetzt ja ein bisschen zum Lachen. Ich werde jetzt z.B warten bis es dunkel ist und dann vorsichtig vor die Haustür gehen, schauen dass keine Nachbarn oder wer mehr draußen sind und dann ganz schnell die Mülltonne an die Straße stellen und wieder rein, damit ich nur nicht in Gespräche verwickelt werde…
Das läuft bei mir jeden Dienstag auch so … 😆
Und dann kam diese andere, ganz besondere Nachricht, als Reaktion auf mein Schattenvideo …
Zur Erinnerung:
Eine Nachricht, die mich echt sprachlos gemacht hat …
Liebe Nicki, dein Video hat ein paar Gedanken in mir ausgelöst… Bitte versteh sie auch als solche. Ich will weder klugscheißen noch habe ich die Weisheit mit Löffeln gefressen 😊 ich hatte nur das dringende Bedürfnis, dir meine Gedanken mit auf den Weg zu geben… vielleicht passen sie, vielleicht auch nicht. Fühl dich jedenfalls feste gedrückt und gute Nacht!
Liebe Grüße
Kerstin
Und es folgten diese beiden Anhänge …
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HANDGESCHRIEBEN !!!
Extra für mich …
Du hast mich damit sehr berührt, liebe Kerstin! Ich danke Dir!
Aber auch diejenigen, die ganz still und leise bei mir sind. Es hilft mir sehr, dass ihr mich regelmäßig hier besucht und mitlest. Auch das gibt mir Kraft und zeigt mir, dass meine Worte nicht ins Leere gehen… ihr wisst ja, fernab dieser Tastatur bin ich nämlich eher stumm. Ich will niemanden mit meiner Scheiße nerven und auch keinen zwingen, mir zuzuhören…
Ihr tut das freiwillig…
DANKE!

 

Guter Tag heute – Sonne ist die beste Medizin

Guter Tag heute – Sonne ist tatsächlich eine äußerst wirkungsvolle Medizin. Ich habe keine Ahnung, was die warmen und hellen UV-Strahlen da für biochemische Prozesse in meinem Hirn ausgelöst haben, aber es hat heute gewirkt. Ich glaube, ich hatte deshalb auch so etwas wie „Frühlingsgefühle“ …

Die Sonne ist meine neue Freundin, die darf gerne bleiben …

Und meine neue abendliche Beschäftigung darf auch bleiben. Neuerdings genehmige ich mir jeden Abend einen knapp einstündigen Spaziergang, ganz alleine … okay, alleine mit mir meinen Gedanken … und …

… dem Wesen hier:

Fortsetzung folgt 🙂

 

 

 

Über Sex, die magische Kraft der Sonne und über Träume, die die Welt nicht braucht (aber ich)


 

Ich suche gerade verzweifelt nach einem geeigneten Anfang. Aber das ist gar nicht so leicht, wenn alle Gedanken auf einmal drängeln und alle gleichzeitig raus wollen. Da kann es schon mal sein, dass es Buchstabensalat auf der Tastatur gibt und nur Müll raus kommt. Aber ich glaube, ich mache es heute wieder, wie auch beim Romanschreiben. Einfach den Text fließen lassen, nicht planen, nicht darüber nachdenken und schon gar nicht, sich Sorgen machen, was der mögliche Leser denken oder missverstehen könnte.

Das war für mich schon immer ein Problem, an dem ich gerade mit Hochdruck arbeite. Ich liebe Stephen King gerade dafür, weil er so schamlos die Dinge beim Namen nennt. Er spricht Dinge mit seinen Texten aus, die manche sich nicht einmal zu denken wagen, sich aber dennoch genau in seinen geschriebenen Szenen wiederfinden. Das hat bei mir so manches Mal bewirkt, dass ich beim Lesen Schnappatmung bekam oder mir die Kinnlade runter klappte, dicht gefolgt von der Frage: Wie kann man so etwas schreiben?! 😮  Ich glaube, eine Passage, die mir diesbezüglich zuletzt im Kopf hängen geblieben ist, war aus Stephen Kings „Menschenjagd“. Ein Mann schläft mit seiner Frau. Eine eher unspektakuläre Nummer, die erst für mich den tatsächlichen Höhepunkt erreichte, als sein „Saft sich in ihr ergoss“ und auf einmal das Geschehen DANACH thematisiert wurde. Tja, was passiert, wenn die Sache sprichwörtlich „gelaufen“ ist? Was passiert, wenn er, beispielsweise in der Löffelchenstellung, noch ein paar Minuten eng umschlungen mit ihr liegenbleibt? Ja, was passiert dann unwillkürlich? Wir wissen es wohl alle, aber ich habe definitiv nicht damit gerechnet, das in einem Buch lesen zu müssen. Ja, ich war sprachlos, hinter diese intime Kulisse gucken zu dürfen. Das war irgendwie befremdlich, vielleicht auch beschämend, so als ob man bei etwas verbotenem ertappt wurde … ertappt als Mitwissende, oder so. 😀

Ich merke gerade, Sex ist auch so ein Thema, über das ich ganz schlecht, bis überhaupt nicht schreiben kann. Liegt wahrscheinlich daran, dass Sex für mich persönlich ein ganz besonders hohes, wichtiges, sensibles, emotionales, fast schon heiliges Thema ist, von dem ich eigentlich so gar nichts Preis geben möchte. Und nichts preisgeben zu wollen, ist aber gar nicht so einfach, denn auch, wenn ICH NICHT die Geschichte bin, die ich in meinen Romanen erzähle, steckt aber dennoch immer irgendwo ein Teil von mir mit drin. Bisher bin ich dem Sex-Thema in meinen Romanen immer irgendwie ausgewichen … hab mich drumherum gemogelt, in dem ich einfach das Licht ausschaltete und die Tür von außen schloss. Das klassische Ausblenden. Bis ich dann eines abends (damals wohl durch Alkohol enthemmt) dann doch mal eine ziemlich unanständige Szene schrieb, die über die USK 16 Grenze deutlich hinausging. Diese Szene warf ich aber zwei Tage später wieder wegen Was-Sollen-Denn-Die-Leute-Von-Mir-Denken-Hemmungen raus. 😀

Das geht so nicht …

Das muss aufhören…

Das blockiert meine Inspiration und meine „Ehrlichkeit“ in meinen Romanen …

Sex gehört in das Leben meiner Protagonisten, genau so, wie es in mein Leben gehört. Wir treiben es nur auf unterschiedliche Art und Weise, ganz gleich, ob ich es persönlich mag oder nicht. Egal, ob liebevoll, oder lieblos, leidenschaftlich, gehemmt oder gar verklemmt, hingebungsvoll, mit grenzenlosem Vertrauen oder misstrauisch, dominant, devot, mit sanfter Gewalt, ohne Interesse für den anderen oder inklusive Erfüllung geheimer Wünsche, mit hemmungslosem Kontrollverlust, Extase oder doch nur die schnelle Nummer im Auto – wie auch immer, wir werden am Ende alle, den Höhepunkt erreichen, weil ICH das so will,  PUNKT.  😀

Ich bin übrigens KEIN Fan von „Shades of Grey“ … 😀

Und die sexuellen Vorstellungen von Charlotte Roche finde ich auch abartig …

Ich stehe beim Sex übrigens auf hemmungslose Liebe! 😉

Und wer es schon immer von mir wissen wollte: Meine Geschlechtspartner kann man aus diesem Grund auch tatsächlich noch an EINER Hand abzählen… 😉

Huch, auf solche Themen komme ich also, wenn es „fließt“ …  😀

Was ich eigentlich zu diesem Thema sagen wollte: Ich gebe zu, ich liebe Unanständiges und die in Worte gefasste Intimität des Unausgesprochenen, gerne auch gepaart mit unterschwelligen Ängsten, verborgenen Neigungen und psychischen Abgründen. Ich selbst bin diesbezüglich aber in Schreibform noch etwas schüchtern. Ja, ich muss mutiger werden. Nichts vertuschen, nichts abschwächen, nichts zensieren, sondern es tatsächlich so schreiben, wie es in meinem Kopf entstanden ist. Und es ist hierbei auch vollkommen egal, warum dieser Gedanke, diese Worte entstanden sind, denn …

Ich schreibe, weil ich es schreiben will, basta! 😀

Soviel zum Thema „ein geeigneter Einstieg“, wenn die Gedanken es eilig haben …

Themenwechsel:

Mann, was für ein geiler Tag heute! 🙂

Ich wusste gar nicht, dass ich auf einmal so extrem auf Sonne reagiere. Ich war heute – im wahrsten Sinne des Wortes – ganz aus den Häuschen. Ja, da war wieder so eine unsichtbare Macht, die mich an die Hand nahm und nach draußen zog, damit ich zum ersten Mal in diesem Jahr (und nach unzähligen Jahren), frei von Angst, das Leben spüren konnte.

Das war echt unglaublich. Ich war tatsächlich frei von irgendwelchen Ängsten oder Stress. Ich hatte noch nicht einmal

(Foto: Nicole Lahr)

(Foto: Nicole Lahr)

mein übliches schlechtes Gewissen darüber, dass ich ganz spontan Freizeit fröne und nicht arbeite (und das obwohl ich Montag einen wichtigen Abgabetermin habe, Sonntag Abend geht auch noch).

Ich wollte einfach nur raus, die Sonne genießen und mich darüber freuen, dass ich auf dieser wunderschönen Welt sein darf. Klingt komisch, ist aber so… 😀

Und ich hatte echt eine Menge Spaß und wieder viel Zeit, um scheinbar sinnlose Schnappschüsse zu machen. Es wird übrigens demnächst (wenn ich die Bildergaleriefunktion hier auf dieser Seite verstanden habe) hier eine Unterseite „Was mich inspiriert“ geben, in der ich meine ganzen Bilder von inspirierenden Dingen zeigen werde, die mir auf meinen Entdeckungsreisen so begegnen. Das Bild dort oben zeigt eigentlich nichts weiter, als einen dunklen Tannenwald. Diese Perspektive löste irgendwie ein ungutes Gefühl in mir aus. Ich scheue mich, dieses Bild genauer anzusehen, aus Angst, das könnte jemand hinter einem Baum stehen. Also musste ich es fotografieren, um diesen „Angstmoment“ für mich einzufangen. Bestimmte Momente in denen Emotionen fließen, – egal ob negativ oder positiv -, mit einem Foto einfangen zu können, dass ist für mich eine ganz besondere Kunst. Ja, ich glaube, dass ist auch der Grund warum ich so fasziniert von Fotografen bin, die genau das können. Manchmal brauche ich mir nur ein Bild anschauen und ich hab eine komplette Romanidee im Kopf, weil es so unglaublich viel aussagt. Und ich bin sogar regelrecht süchtig nach „Lost Places Fotografien“ … aber wohin mich genau diese Bilder letzte Nacht gebracht haben, erzähle ich später. 😀

Apropos Nacht …

/(Foto: Nicole Lahr - Slenderman)

/(Foto: Nicole Lahr – Slenderman)

So schön das Leben auf der Sonnenseite auch ist: Ich weiß, dass der Schatten mich nach wie vor verfolgt, an sämtlichen Alltagsecken auf mich wartet und immer wieder nach mir greifen wird. Aber er wird mich nicht mehr so einfach fangen und runter reißen können. Ich werde ihn bekämpfen und ihm immer heftiger auf die Finger schlagen, wenn er mich berühren will.

Erst letzte Woche hatte ich wieder so eine Situation, in der ich vor der Therapie noch sang und klanglos untergegangen wäre. Ich hab mir früher alles gefallen lassen, hab mich nie gewehrt, sondern immer allen Ärger innerlich mit mir selbst ausgetragen. Selbst der Rückzug aus einer Situation war nicht möglich. Die Angst vor der Konfrontation war einfach zu groß. Ich bin in den letzten Wochen mächtig verarscht und enttäuscht worden, das hatte ich ja mal irgendwo angemerkt. Ich habe letzte Woche in dieser prekären Angelegenheit (auf die ich hier aus Schutzgründen öffentlich nicht näher eingehen möchte) weitere Konsequenzen gezogen, auf den Tisch gehauen und mit erhobenen Hauptes allen Beteiligten mitgeteilt, dass sie mich mal kreuzweise können und dass ich für weitere Korrespondenz und Unterstützung mit sofortiger Wirkung nicht mehr zur Verfügung stehe. ENDE. Natürlich hatte ich zunächst ein schlechtes Gewissen, bis von oberster Stelle ein Schulterklopfen und echte Anerkennung kam. Das tat gut. Und es tat auch gut, dass ich den Kontakt zu diesen Menschen komplett abgebrochen habe, auch wenn es zunächst schwer fiel. Sie taten mir nicht gut und haben daher keinen Platz mehr in meinem Leben.

Was mir allerdings (unabhängig von dieser Geschichte) gut tat, war dass eines Morgens jemand mit laufendem Motor vor meiner Türe stand, um mich einfach mal in den Arm zu nehmen. Angehalten, Autotür auf, klingeln, einmal drücken, tschüss und wieder weg … ja, so was tut mir gut … wusste ich bisher aber selbst nicht, dass mir so was gut tut. 🙂

Apropos gut tun …

Ich hab mich letzte Woche auch endlich mal wieder mit meinem Mann gestritten. Nicht, dass ich es darauf anlegen wollte, um zu sehen, wie das jetzt so läuft – nein, ich streite mich immer noch nicht gerne -, aber ich habe es auch nicht verhindert. Es ging um unser übliches Streitthema: Ich will etwas (Handwerkliches) machen und mein Mann will mich davon abhalten. Zur Erklärung: Ich bin mit Abstand die schlechte Hausfrau aller Zeiten und ich kann auch nicht besonders gut kochen. Wenn ich ehrlich bin, hasse ich sogar diesen ganzen Hausfrauen Kram. Meine Talente rund um das Haus liegen eher im Gartenbau, im Handwerk, im Renovieren, im  Innenausbau oder im Streichen und Lackieren. Bei mir gilt hier das Motto „Geht nicht gibt´s nicht und was nicht passt, wird passend gemacht“. Und hierbei ist es mir ganz gleich, ob das Material nicht das Richtige ist (das nennt man improvisieren) oder dass die Vorgehensweise dilettantisch ist. Für mich zählt nur das Endergebnis. Und ich bin gerne Dilettant und liebe die Macht der Improvisation.

Das fällt mir gerade ein, dass es da noch ein altes, dilettantisches Video von mir gibt … es ist aus dem Jahre 2009. An meiner Einstellung hat sich aber seither nichts geändert. 😀

Wer braucht schon einen Fachmann …

Mein Mann ist da genau das Gegenteil. Er ist kein Handwerker, er hat Angst vor handwerklichen Tätigkeiten und hat auch keine Lust dazu  – verstehe ich, akzeptiere ich. Allerdings  will er meine eigene Begeisterung und den dazugehörigen Aktionismus immer aufhalten: „Mit einem Pinsel für Holz kann man kein Metall streichen, Holzbretter muss man zersägen und nicht zertreten, man kann einen Pool nicht mit Silikon abdichten, man kann keinen Teppich (sorry, es war Messefließ) auf unebenen Linoleum verlegen, und man kann auch nicht mit einem Messer eine Schraube reindrehen.“ Oder wie am Donnerstag: „Du kannst die  Fliesen nicht von der Wand abschlagen und Fliesen legen kannst du auch nicht – dass muss ein Fachmann machen! Außerdem ist unser Badezimmer doch sooooo schöööön!“

„SCHWEIG!“ 😀

Ja, und prompt brach die Diskussion, über das, was ich alles kann und nicht kann vom Zaun und es ging richtig zur Sache, aber doch irgendwie anders als früher. Früher wäre der Streit wieder dahingehend aus den Fugen geraten, dass ich alles persönlich genommen und die Situation mir so zurechtgedreht, dass mich diese Diskussion echt ernsthaft verletzt hätte. Heute stehe ich da und bin einfach nur „genervt“ von seinem Boykottversuch und mache ihm klar, dass er mich nicht aufhalten wird. Seine Einwände prallen an mir ab, sein Vorwurf, dass ich ihn nicht ernst nehme ebenfalls. Er zetert und stört mich weiter, versucht mich auf die Palme zu bringen, doch er erreicht nur, dass ich irgendwann anfangen muss zu lachen und sage: „Du kannst echt froh sein, dass ich in Therapie bin, sonst würde ich jetzt die Scheidung einreichen, damit ich in Zukunft in Ruhe Fliesen legen kann.“

Und prompt war die Diskussion beendet …

Ich habe in meinem Leben schon so viele Fliesen abgeschlagen und wie man Fliesen legt, werde ich auch noch lernen. Im Frühling ist aber erst mal der Garten dran. Ich werde Euch hier im Blog an meinen dilettantischen Fähigkeiten teilhaben lassen. 😀

Ich überlege gerade, was ich heute  eigentlich sagen wollte …

Ja, eigentlich wollte ich ausschließlich von meinem dramatisch spektakulären Traum letzte Nacht erzählen. Ja, sorry, dieser Blog muss jetzt leider auch für meine Träumereien herhalten. Ich muss die Inhalte irgendwie festhalten, wer weiß, was ich damit noch alles anfangen werde. Von dem Traumerlebnis von letzter Nacht müsste eigentlich ein Roman oder besser noch ein Drehbuch verfasst werden. Das war filmreif. Aber ich glaube, das verschiebe ich oder ich mache es im Schnellformat und nicht in der Romanversion! 😀

Okay …

Es passierte irgendwo an einem Lost Place irgendwo in Deutschland. Ich bin mit ein paar Leuten unterwegs, die ich allerdings in der Realität überhaupt nicht kenne. Aber dafür kennen sie mich um so besser. Sie wissen wie ich heiße, auch wenn dieser Name überhaupt nicht meiner ist. Das interessierte mich in diesem Augenblick aber nicht, denn ich war verbissen darauf, dieses alte Gebäude zu betreten. Ich war sehr aufgeregt und folgte den drei Männern und zwei Frauen vollkommen ahnungslos. Irgendwie stellte sich im Verlauf der weiteren Szenen heraus, dass einer dieser Männer mein Freund war. Ich war irritiert, denn er hatte ernsthafte Probleme mit mir, die ich nicht verstand. Immer wieder gab er mir zu verstehen, dass er keine Kinder wollte, da sie ihn bei seinem Lost-Place-Hobby behinderten. Und so lange ich die Pille nicht nehmen würde, bestand er auf die Nutzung von Kondomen. Und während wir so durch den Wald stapften und er mich mit seinem Schwachsinn beschallte, wurde mir irgendwie klar, dass ICH die Person, mit der er redete gar nicht bin, sondern ich nur versehentlich mit der Kameraperspektive der betroffenen Person herein geraten bin. Der Perspektivenwechsel gelang schließlich und ich konnte alles von oben betrachten. Und hier sehe ich dann, wie der Mann die Diskussion abrupt beendet, weiter stapft und sie stehen bleibt. Ich zoome zu ihr. Sie legt den Rucksack ab und beginnt darin wütend herumzukramen. Sie hat übrigens MEINEN Rucksack in der Hand und ich habe das Bedürfnis ihr zu sagen, dass im vorderen Teil sämtliche Utensilien und Kleinteile für Geocaching vorhanden sind und sie aufpassen soll, dass nichts herausfällt. Ich bin auf einmal erstaunt, was für ein Schrott in meinem Rucksack ist, den ich da GANZ SICHER NICHT da rein getan habe.

Jedenfalls wühlt die Frau so lange in dem Rucksack herum, bis sie tatsächlich ein Kondom in den Händen hält. Dass sie in dem Wirrwarr auch zeitgleich eine Sicherheitsnadel befand, scheint sie nicht sonderlich zu stören, im Gegenteil. Ich bin schockiert, will es nicht glauben, was die Frau sodann tut. Bin aber auch gleichzeitig auf der Suche nach Antworten, was dieses Thema in meinem Traum zu suchen hat. Ich erinnere mich an die Sendung von „Goodbye Deutschland“ letzte Woche und erkenne die Frau und auch ihren Freund (die jetzt inzwischen glückliche Eltern sind, auch wenn er absolut keine Kinder wollte). Ich habe mir tatsächlich, während der Sendung aber die Frage gestellt, wie eine Frau von einem Mann schwanger werden kann, wenn ER es doch nicht will und somit zu verhindern weiß. Aber gegen Löcher in Kondomen, kann selbst der vorsichtigste Mann nichts ausrichten… so wie eine Frau nichts gegen einen vermeintlich Sterilisierten …, ach vergiss es. 😉 🙂

Egal …

Bullshit …

Die Frau packt die löchrigen Kondome freudig wieder weg und läuft zu den anderen. Auch ich habe mich wieder zu den anderen gesellt und bin irgendwie wieder eine von ihnen. Erst jetzt verstehe ich, dass sich hier eine Gruppe Fotografen mit Abenteurern (Schatzsuchern) zusammengetan hat, um eben dieses gottverlassene Gebäude zu betreten. Es war ein altes Anwesen, mit vernagelten Fenstern und zerfallenem Dach. Ich merke, wie wieder alles in mir zu kämpfen anfängt. Ich will da rein, will diesen Thrill, habe aber auch Angst vor dem, was alles Schlimmes passieren könnte. Ein Gefühl, das ich auch im Wachzustand kenne. Bei mir liegen Angst und Faszination ganz dicht beieinander, sodass ich Schwierigkeiten habe, mich für eine Seite zu entscheiden. Heute schiebe ich mir selbst den Riegel der Verantwortung meinen Kindern gegenüber vor, und begebe mich nicht unnötig in Gefahren, es sei den ich kann sie abschätzen.

Die Gefahr dieses verfallene Haus im Traum zu betreten war abzuschätzen, denn es war ja nur ein Traum … dessen war

(Foto: Nicole Lahr Slenderman)

(Foto: Nicole Lahr Slenderman)

ich mir im Traum nicht ständig bewusst. Während die Männer um das Gebäude laufen und Fotos machen, diskutieren die Frauen über sinnloses Zeugs, mit dem ich nichts anfangen kann. Kochrezepte, Fensterputzen, Schuhe, Fingernägel und Germanys Next Topmodel. Also mache ich mich selbst auf Entdeckungsreise. Ich lief um das Haus, versuchte durch die verrammelten und verriegelten Fenster etwas zu sehen. Manchmal sehe ich etwas, manchmal auch nicht.  Und irgendwie wurde es unheimlich. Ich höre plötzlich Geräusche. Sehe in der Ferne Gestalten durch den Wald huschen. Sie verstecken sich hinter Bäumen, kichern. Sie sahen meinem Schatten von heute sehr ähnlich. Sie kommen näher. Ich versuche die Gruppe davon zu überzeugen, dass wir besser wieder zurück zu den Autos gehen, bevor es dunkel werden würde. Doch sie wollen hier nicht weg, sie wollen sogar im Haus übernachten! 😮

Na, bravo … 😮

Ich gebe mich geschlagen …

Es dauert ewig lange, bis wir das Haus endlich betreten. So lange, dass die Gestalten, die ich im Wald sah, so nahe gekommen waren, dass sie meine Haare berührten. Danach war ich so aufgepeitscht von meiner Angst, dass ich jedes Geräusch und jede Bewegung wahr nahm. Ich war mir sicher, nicht nur draußen lauerte das Böse,  auch dieses Haus barg ein unheimliches Geheimnis. Es wartete nur noch darauf, von mir entfesselt zu werden … aber warum von mir?

Konnte das nicht jemand anderes klären? 😀

Offenbar nicht …

Die Geräusche wurden immer lauter, Stimmen riefen unsere Namen. Ich fing langsam wieder an hysterisch zu werden, denn es fiel tatsächlich auch mein Name. Das ganze erinnerte mich an den Film das Geisterschloss“ mit Liam Neeson (übrigens einer meiner Lieblingsschauspieler). Jetzt haben auch die anderen Begriffen, dass wir in echten Schwierigkeiten stecken. Wir befinden uns in einem Raum in dem es verschiedene Türen gibt. Große Türen, kleine Türen und sie alle hatten verschiedenen Farben. Es waren so viele Türen, wie wir Personen waren. Und irgendwie klingelte plötzlich der Aha-Effekt bei mir und ich wusste auf einmal ganz genau, was hier läuft – klar, war ja auch MEIN Traum. 😀

Ich stelle mich vor die Gruppe und erkläre ihnen, wie bei einem Workshop für Nicoles-Traum-Logik, dass hinter jeder Türe die  persönlich größte Angst lauert und wir nur hier raus kommen werden, wenn man sich dieser Angst mit Mut stellt. Sie lachen. Als der erste die Türe öffnete, die gefühlt  für ihn bestimmt war, lacht keiner mehr. Aus der Türe springt ein riesiges Tier, ähnlich einem Raubfisch und er versucht seinen persönlichen Angstpatienten zu fressen. Irgendwie besiegen wir ihn gemeinsam, sodass der ekelhafte Raubfisch mit Füßen verschwindet. Nach einer kurzen Verschnaufpause sehen mich alle ganz vorwurfsvoll an und fragen mich, woher ich dieses Wissen über Angst und deren Türen habe. Ich Klugscheißer könnte ja mal meine eigenen Türe aufmachen. Sie weisen mich darauf hin, dass die orangefarbene Türe meine sein müsste. Niemand anderes fühlt sich für orange zuständig. Ich zögere. Orange ist definitiv nicht meine Farbe. Nein, ich mag orange nicht, ich mag auch kein rot. Ist es daher genau die richtige Türe? Ich weiß es nicht und schaue vorsichtig durch das Schlüsselloch. Ich sehe nichts, es ist stockdunkel darin. Ich fühle mich zur weißen Türe hingezogen … liegt wahrscheinlich daran, dass ich gestern im Wachzustand, mir Renovierungsgedanken gemacht habe, und für mich feststellte, dass weiße Türen deutlich besser aussehen, als Türen in Eiche rustikal… ich schaue durch das Schlüsselloch der weißen Türe und … starre in ein Auge, dass mich ebenfalls durch das Schlüsselloch ansieht.

Das war ein Schreckmoment der Spitzenklasse… eine absolute Horrorvorstellung. Ich bin echt Meter weit zurück getaumelt.

So, und jetzt soll man auch noch den Mut aufbringen, diese Tür zu öffnen?

Gott, was hatte ich Angst!

Ich riss schließlich mit aller Entschlossenheit die Tür auf und wartet auf das schlimmste Angst-Monster aller Zeiten. Das kam aber nicht. Stattdessen blickte ich schließlich auf einen Mann, der mich erstaunt ansieht und mich dann mit aller Freundlichkeit anstrahlt. Ich kenne den Mann, kenne ihn aber doch nicht richtig, er scheint symbolisch gemeint. Ich stutze. Verstehe den Sinn nicht. Was hat das zu bedeuten? Denke, ich habe die falsche Tür geöffnet. Die anderen lachen.

„Was? Das ist deine größte Angst? Ein ganz normaler Mensch? „

Ich winke ab. Lache vorsichtshalber mal mit. Höre aber sehr schnell auf zu lachen. Der Mann kommt auf mich zu, lächelt immer noch, ich fühle, er ist ein Vertrauter, auch wenn ich ihn immer noch nicht so richtig erkenne. Er öffnet die Arme, er vermittelt mir, seine Botschaft ist liebevoll. Ich weiche zurück. Die anderen verstehen nicht, sehen mich vorwurfsvoll an.

„Was ist dein Problem?“

Er kommt näher. Ich weiche immer weiter zurück, stolpere über meine eigen Füße, stehe wieder auf und fange schließlich an zu rennen.

Was mein Problem ist?

Sehen sie denn nicht diese Gefahr? Sehen sie nicht, dass er ein Messer hinter seinem Rücken versteckt? Er will mich verletzen und vernichten!  Ich renne weg. Ich renne weg, von diesem Menschen, der mich liebevoll anlächelt und der zur Verfolgung ansetzt. Er verfolgt mich durch das ganze Haus, so lange, bis er mich in der Falle hat. Schließlich schaltete sich an dieser Stelle meine Traumpatroullie ein. Ich saß plötzlich auf meinem Sofa und schaltete von diesem filmreifen Horrorfilm mit den Worten „Auwaia, das ist aber nichts für mich!“ einfach auf „Frauentausch“ um. SUPER! 😀

Hammer Traum, oder?

Vielleicht war der Typ aus meinem Traum ja tatsächlich ein Psychopath. Aber ich gehe eher davon aus,  dass mir dieser Traum im übertragenen Sinne auch nur wieder mitteilen wollte, dass meine größte Angst nach wie vor ist, liebevollen und guten Menschen zu vertrauen und mich ihnen mit ganzem Herzen zu öffnen. Daran muss ich dringend arbeiten.

Ihr Lieben, wieder so viel ungeplantes geschrieben!

Ich danke Euch, für`s zuhören.

(Foto: Nicole Lahr)

(Foto: Nicole Lahr)


Über luzides Träumen und die Kunst des Verdrängens

Willkommen in meinem neuen Blog, auf meiner neuen Seite! 😀

Ja, ich gebe zu, die Seite ist noch nicht ganz fertig, hier und da gibt es noch Fehler und Optimierungsbedarf, aber sie ist zumindest so weit aufgeräumt und hergerichtet, dass ich „Besucher“ empfangen kann.

Komm herein, nimm Platz, ich erzähle dir, was es Neues gibt in meiner Welt…

Wie immer, fange ich mit einem belanglosen Einstiegsthema an: Meine Kurzgeschichten. Obwohl, so belanglos sind die gar nicht. Die habt ihr bestimmt auch schon entdeckt, vielleicht auch schon die eine oder andere gelesen. Jahrelang hatte ich sie vergraben und auch irgendwie vergessen, weil ich sie sinnlos fand. Diese Kurzgeschichten habe ich nämlich nicht geschrieben, weil ich einfach mal eine Kurzgeschichte schreiben wollte – außer „Das letzte Hemd„, die war für eine Anthologie gedacht, hab sie aber dann doch nicht eingereicht -, sondern weil ich einen Text schrieb, ohne dass mir der Verlauf bekannt war. Ähnlich, wie diese Blogtexte, da weiß ich auch nie, was am Ende dabei heraus kommt. Zur Erklärung: Wenn ich nicht gerade Romane schreibe, habe ich dennoch ständig irgendwelche Sachen in meinem Kopf, die raus müssen. Das sind dann Texte, die ich nicht plane oder mir ausdenke, sondern, die einfach fließen.

Manchmal sitze ich selbst davor und stelle mir die Frage: „Was will ich mir mit diesen Worten sagen?“ Diese Viertelseite schrieb ich irgendwann Mal wusste aber nicht warum und wofür.

Kurzgeschichte beispiel

Keine Ahnung, von was für einem Ding im Schrank ich da schreibe. Ich habe keine „Dinger“ in meinem Schrank, es sei denn, ich meine damit meine 4 Lieblingshosen in Größe 40, in die ich mal rein passte. Diese DINGER lösen echt ganz böse Emotionen aus.  😥  Ich arbeite (mal wieder) mit Low Carb daran. Ich schweife ab …

Nochmal zu dem Nonsens-Text da oben: Was immer ich auch damit sagen wollte, es war scheinbar in der falschen Sprache. Ich hab es selbst nicht verstanden. Die Kelleridee habe ich aber dann irgendwo in „Sonst wird dich der Jäger holen“ aufgegriffen … 😀

Ich werde sicherlich noch mehr Kurzgeschichten finden, wenn ich durch meinen Textirrsinn auf meiner Festplatte durchgestiegen bin. Ja, das ist wahrhaftig Textirrsinn, der schon an Textwahnsinn grenzt.

Doch nicht immer haben Texte, die da aus mir raus kommen, etwas mit mir persönlich zu tun, sondern entspringen einem Empfinden, dass ich mir irgendwann, irgendwo, irgendwie mal „eingefangen“ habe. Vielleicht durch Erzählungen eines anderen, einen Song, einen Film, ein Buch, den täglichen Nachrichten oder auch durch Träume. Ja, Träume liefern mir sogar ganz besonders spezielle, vielleicht sogar die besten Einfälle. Schlafe ich mit dem Gedanken an meinen aktuellen Roman ein, besteht wirklich die Möglichkeit, dass ich die Fortsetzung träume.

Habe ich eigentlich schon mal über meine „innige“ Beziehung zu meinen Träumen gesprochen? Ja, Träume sind für mich (über)lebenswichtig geworden. Sie sind nicht nur eine wichtige Informationsquelle rund um die Bewältigung von Problemen – Träume ich von einem kniffligen Problem, wird mir im Traum oft die Lösung präsentiert – ,sondern ich erfahre in meinen Träumen auch den tatsächlichen Ist-Zustand meines Befindens. Geht es mir gut? Geht es mir schlecht? Wenn ich eine Nacht darüber schlafe, dann habe ich die Antwort. Meine Träume sind auch oft Wegweiser aber auch Mahnwache. Ich hab mal geträumt ich wäre aufgestandenen und hatte keine Zähne mehr im Mund. Am nächsten Morgen machte ich einen Termin beim Zahnarzt. 😀 In meinen Träumen erfahre ich sogar Dinge, die ich bis dato selbst noch gar nicht wusste oder ich werde penetrant auf Dinge hingewiesen, die ich im Wachzustand verdränge.

Apropos …

Die psychologischen Wege, Dinge zu verdrängen sind ja schier unendlich. Ich selbst war ja 30 Jahre lang eine Meisterin im Verdrängen. Ich konnte sogar so gut Unangenehmes verdrängen, dass Manches sogar eine Zeit lang ganz aus dem Bewusstsein gestrichen war. Und für alle, die nicht wissen, wie das Verdrängen geht, hier eine kleine Anleitung:

Eine Situation wächst mir über den Kopf und je mehr ich mich mit der Situation beschäftige, desto größer und schlimmer wird sie für mich. Folglich, will ich mich nicht mehr damit beschäftigen. Also kehre ich der ungelösten oder unverarbeiteten Situation den Rücken. Ich kehre ihr den Rücken, in den Hoffnung, dass sie nicht mehr so viel Raum in meinem Kopf und in meiner Gefühlswelt einnimmt. Die erste Zeit funktioniert das nur sehr schwer, denn die Situation rebelliert, versucht sich gegen meine Ignoranz zu wehren. Sie versucht mich mit Gedanken, Erinnerungen, Ängsten und Befürchtungen oder auch Träumen auf sich aufmerksam zu machen. Doch ich verschließe weiter die Augen, will die Rufe und das Zetern nicht hören, übertöne den Krawall in meinem Kopf mit Dingen, die mich ablenken. Arbeit. Musik. Lustige Videos, Trash. So kann man den Tag halbwegs überstehen.

In der Nacht kommt die ganze Scheiße dann wieder. In der Nacht ist der Verdränger dann meist wehrlos. Ich nicht, ich bin (meistens) in der Lage, meine eigenen Träume zu beeinflussen, wenn sie mir zu „bunt“ werden. Luzides Träumen oder auch Klartraum genannt. Was genau das ist, kann Wikipedia ganz gut erklären:

Klartraum

Ein Klartraum oder auch luzider Traum (von lat.lux, lūcis „Licht“) ist ein Traum, in dem der Träumer sich dessen bewusst ist, dass er träumt. Der bedeutendste deutsche Klartraumforscher Paul Tholey formulierte das folgendermaßen: „Klarträume sind solche Träume, in denen man völlige Klarheit darüber besitzt, daß man träumt und nach eigenem Entschluss handeln kann.“  Die Fähigkeit, Klarträume zu erleben, hat vermutlich jeder Mensch, und man kann lernen, diese Form des Träumens herbeizuführen. Ein Mensch, der gezielt Klarträume erleben kann, wird auch Oneironaut genannt (von griechisch: oneiros, „Traum“ und nautēs, „Seefahrer“).

(Quelle: Wikipededia)

Tja…

Wenn ihr meine Art zu träumen kennen würdet, dann würdet ihr verstehen, warum ich genau das lernen musste. Ich muss kurz ausholen: Ich träume immer echt turbulentes und spannendes Zeug, aber es gab eine Zeit, da nahmen die Albträume einfach überhand. Mit der Geburt meiner ersten Tochter vor 14 Jahren, kam auch die Angst auf die Welt, dass ihr etwas passieren könnte. Die Angst, die ich tagsüber mit aller Gewalt verdrängte, suchte mich dann ständig nachts heim. Vor 10 Jahren träumte ich dann diesen schrecklichen Traum, der mich so traumatisiert hat, dass ich im Anschluss hysterisch nach einem „Mittel“ gegen Albträume suchte. 😮

Ich träumte, meine Tochter (damals 5 Jahre alt) sei verschwunden. Ich hatte sie überall gesucht, fand sie aber nicht. Es folgte ein großes Polizeiaufgebot, mit Spürhunden. Fieberhaft und wie betäubt folgte ich der Polizei zu einem Waldstück, das irgendwann zu einem Sumpf wurde. Es dauerte nicht lange, bis die Suchhunde anschlugen und ein totes Kind fanden. Im Traum drehte ich vollkommen durch, das waren echte Emotionen, ganz schlimme Emotionen und ich wachte schließlich auf. Das Aufwachen brachte etwas Erleichterung, denn mir wurde klar, dass ich nur geträumt hatte. Es war inzwischen hell geworden draußen. Ich stand benommen und noch vollkommen schockiert auf, schaute im Zimmer meiner Tochter vorbei, die scheinbar schon aufgestanden war. Ich und ging (im Schlafanzug) die Treppe hinunter. Plötzlich hörte ich Stimmen. Irritiert, wer da so am frühen Morgen in meiner Küche redete, betrat ich den Raum in dem viele Menschen standen. Familie, Freunde, alle schwarz gekleidet und sie hörten auf zu reden, als sie mich sahen. Sie starrten mich an und ich starrte sie an. Was machten sie alle am frühen Morgen in meiner Küche?

„Was wollt ihr hier?!“

„Du solltest dich wieder hinlegen, du siehst nicht gut aus, sagte jemand und legte behutsam seinen Arm um mich.“

Ich stieß den Arm weg und spürte plötzlich diese unterschwellige Gewissheit: Hier stimmte etwas nicht. Und es dauerte nur einen Bruchteil von Sekunden als mir plötzlich klar wurde, dass sie alle gekommen waren, um meine Tochter zu beerdigen. Das, was ich zuvor geträumt hatte, war also passiert?! Ich drehte sodann auch noch ein Weiteres Mal durch. Durch dieses Durchdrehen wachte ich schließlich tatsächlich auf, traute aber der ganzen Traum-Wach-Scheiße nicht und stürzte mitten in der Nacht panisch in das Zimmer meiner Tochter und überprüfte Ihre Atmung und Ihren Puls.

Und für alle, die bis dahin glaubten, diese „Traum im Traum“ Szenarien gäbe es nur in Horrorfilmen?! NEIN! Ich habe es erlebt und es hat mich so schockiert und verletzt, dass sich zwei Tage total neben der Spur war. Ich hatte plötzlich Angst vor dem Schlafen und bekam Schlafstörungen. Es musste also eine Lösung her. Ich googelte und stieß eben auf die Technik des Klartraums. Ich konnte mir nicht vorstellen, dass das funktioniert. Ich dachte, wenn ich träume, dann träume ich, bin also nicht wach und kann nicht bewusst irgendetwas steuern oder beeinflussen. Aber offenbar reicht hier schon der feste Wille genau das tun zu wollen, dass das Gehirn im Schlaf eine kleine Tür offen lässt. Auch habe ich mich beim Einschlafen darauf konzentriert, die Kontrolle über den kommenden Traum zu behalten … die imaginäre Waffe unter dem Kopfkissen. 😀

Für alle. Die mehr wissen wollen. Der Orkan erklärt das in dem Video ganz gut. Mehr Infos von ihm gibt es auf www.luzides-träumen.com.

Und es funktioniert wirklich. Mein erstes Klartraumerlebnis habe ich sogar noch sehr gut im Kopf – das war 2006:

Ich stand auf einem großen Gelände, dass es nicht wirklich in Linz am Rhein gab, aber es sollte mir eben vor Augen halten, dass in diesem Moment alle Schulen der Gegend auf diesem Platz vertreten waren. Gymnasium, Realschule, Grund – und Hauptschule. Ich fand das in diesem Augenblick sehr praktisch, denn so konnte ich gleich beide Kinder – ich hatte damals noch eine Stieftochter – abholen. Es klingelte gerade zum Schulende, als plötzlich zwei qualmende Flugzeuge am Himmel auftauchten, die mit einem ohrenbetäubendem Getöse abstürzten und in die Schulen krachten – das ganze natürlich wieder in super Bildqualität inkl. Dolbysurround. Die Druckwelle der Explosion schleuderte mich meterweit und ich spürte die Hitze in meinem Gesicht. 😮

Die beiden Flugzeuge waren also in die Schulen gekracht, in denen sich meine (und viele andere) Kinder befanden. Hilflos sah ich dieses schreckliche Unglück und stand kurz davor wieder in Panik und in einen emotionalen Ausnahmezustand zu geraten, wenn da nicht plötzlich die kleine Tür im Gehirn aufgegangen und meine Anti-Alptraum-Patroullie aufmarschiert wäre. Meine Traumpatroullie schaffte es allerdings nicht mich aus diesem Traum zu wecken – dazu schlief ich viel zu tief und fest – , aber sie brachte mich dazu, ruhig und fast schon gelassen aufzustehen, mir den Staub von der Hose zu klopfen, die Denkerpose einzunehmen und mir klar zu machen, dass das hier nur ein Traum war. Ich wusste im Traum tatsächlich, dass es nur ein Traum war, weil am Nachmittag zuvor ein Flugzeug über unser Haus geflogen war und ich mich kurzzeitig mit der Dolbysurround-Vorstellung quälte, das es theoretisch ja auch jetzt abstürzen könnte. Die schrecklichen Bilder vom World Trade Center werde ich wohl auch nie vergessen. Zeitgleich unterhielt ich mich mit meinen Kindern über das genau Datum, wann die Schule nach den Ferien wieder anfängt. Diese Traum war also nichts weiter als zusammengequirlter Scheiß aus irgendwelchen Tageseindrücken, unterlegt von meiner ständigen Angst um die Kinder.

Da stand ich nun in den Trümmern und machte mir zwar klar, dass es nur ein Traum war, aber diese Klarheit fing an zu bröckeln. Es ist ein Kampf. Albtraum vs. Klartraum. Ich spürte wieder die Hitze des Feuers und machte mir Sorgen um die Kinder. Ich konnte nicht aufwachen, also musste dieser Traum zumindest ein Happy End haben, damit ich ihn unbeschadet überstand. Ich versuchte den Verlauf zu ändern und  zwar so, wie er mir am sinnvollsten erschien. Ruhig bleiben, nicht in Panik geraten und darauf achten, dass ich nicht die Kontrolle verlor. Ich lief zunächst zur Grundschule, die vollkommen in Flammen und Trümmern stand, aber konnte es so einrichten, dass alle Kinder brav in Zweierreihen und unversehrt aus dem Gebäude geführt wurden – ich musste quasi nur darauf warten, dass Hanna herauskam. Sie kam und ich nahm sie an die Hand und lief zur Realschule, wo meine Stieftochter Rachel schon auf mich wartete und mir mitteilte, dass sie noch nicht mitkommen könnte, weil sie doch vor kurzem ihren Erste-Hilfe-Schein gemacht hat und nun helfen möchte.

Ja, in diesem schrecklichen Traum, gab es ungaublicherweise keine Verletzten und keine Toten, eben weil ich das im Klartraum so wollte. Dass ich am Ende dieses Traums letztendlich doch noch von Männern in U.S Uniformen und Maschinengewehren verfolgt wurde, weiß ich nicht – das war mir allerdings auch zu blöd und ich wachte auf. 😀

Das war der erste Klartraum und es folgten Weitere, in denen ich es sogar immer wieder schaffte, die Traumsituation ins Lächerlich zu ziehen. Ich träumte, dass ich mit meiner Tochter das Phantasialand besuchte und plötzlich ein riesiges Monster durch den Park stapfte und großes Unheil anrichten wollte. Irgendwann stand das Monster vor mir und starrte mich an. Ich starrte das Monster an und  fing plötzlich an zu lachen. Ich hatte so einen Lachflash, dass das Monster ebenfalls lachte. Und irgendwann lachte der ganze Park, das Monster ging nach Hause und alles war gut. 😆

So viel zum Thema Träume und Albträume, die (zumindest bei mir) beim Verdrängen immer eine sehr wichtige und nicht immer angenehme Rolle spielen.

Aber ursprünglich war ich doch bei der Anleitung zu „Verdrängen“, oder? 🙂

Eine Situation wächst mir über den Kopf und je mehr ich mich mit der Situation beschäftige, desto größer und schlimmer wird sie für mich. Folglich, will ich mich nicht mehr damit beschäftigen … bla…bla…bla… die erste Zeit funktioniert das nur sehr schwer, denn die Situation rebelliert, versucht sich gegen meine Ignoranz zu wehren… bla bla bla … in der Nacht kommt die ganze Scheiße dann wieder. Manchmal wacht man dann morgens müde und gerädert auf und hat das unterschwellige Gefühl, dass irgendetwas nicht mit einem stimmt. Der Verdränger vermeidet dann tunlichst das eigene Hinterfragen. Er will nicht wissen, was das Unterbewusstsein die ganze Nacht getrieben hat. Auch das funktioniert eine Zeit lang. Wenn meinen seinen Job gut macht, gerät die unverarbeitete und ungeklärte Situation tatsächlich in Vergessenheit. Es wird sprichwörtlich unter einem Berg von Ignoranz, Ablenkung und üblichen Alltagsstress vergraben. Viele haben die Hoffnung, dass es sich irgendwann einfach in Luft auflöst … aber das tut es nicht. Nein, im Verborgenen fängt es an zu wachsen. Wie ein Tumor … ein Tumor, der irgendwann anfängt seine psychosomatischen Ableger zu streuen … kleine körperliche Probleme … Verspannungen, chronische Muskelschmerzen (Fibromylagie), ein geschwächtes Immunsystem, Herzprobleme, Kreislaufprobleme, Atem – und Schluckbeschwerden, kreisrunder Haarausfall, Schwindel … die Liste der psychosomatischen Krankheitsbilder sind schier unendlich. Und das alles nur, weil man einer unverarbeiteten Situation oder Situationen den Rücken gekehrt und sie in den tiefen der eigenen Seele vergraben hat.

Ja, wenn ich eines in den letzten Wochen gelernt habe, dann ist es die Tatsache, dass Verdrängen, tatsächlich der schlechteste Weg ist, um sich Probleme vom Leib zu halten. So schwer es auch ist, die Auseinandersetzung mit Situationen und Erlebnissen zu ertragen und so weh es auch tut, der Weg des Verdrängens führt immer ins größere Unglück!

Achtet auf eure Träume, sie verraten durchaus mehr, als einem vielleicht lieb ist …  <3

 Eigentlich wollte ich heute über etwas ganz anderes schreiben … 😆

Über Erfolgserlebnisse – muss auch mal sein

Ich kann ja nicht immer nur von mir schreiben, wenn etwas Scheiße läuft …

Obwohl ich zugeben muss, dass mir das Schreiben über „Scheiße“ leichter fällt. Keine Ahnung woran das liegt. 😆

Heute erzähle ich also Mal über zwei Sensationsereignisse vom Wochenende …

Ich stehe ja im Moment unter enormer Selbstbeobachtung. Keine Sekunde vergeht, in der ich nicht meine Gedanken, meine Gefühle, mein Handeln – ja, auch das Unbewusste, wie meine Träume – genaustes überprüfe und analysiere. Ich schaue und horche in mich. Was denke, was fühle ich? Warum denke oder fühle ich gerade das? Ist das gut oder schlecht? Richtig oder falsch?

Fragen über Fragen, deren Antworten eben noch herausgefunden werden müssen … leider kann ich in dem Fall nicht Google fragen. 🙁

Wobei mir an dieser Stelle ein Zitat einfällt, das letzte Woche in einem Faber-Tatort gefallen ist, wie folgt:

„Was nutzt mir mein Problem? – Die ehrliche Antwort hierauf, ist meist ein guter Anfang.“

Kurioser Weise nutzt mir mein Problem gerade eine ganze Menge – es treibt mich an. Es ist nämlich so, dass ich sehr, sehr große, sogar extreme Angst davor habe, dass die Angststörung wieder kommt. Und ich spüre, dass sie irgendwo in meinem Kopf lauert und nur darauf wartet, wieder zuzuschlagen. Diese Sorge ist berechtigt, sagt meine Therapeutin, denn nach 6 Monaten medikamentöser Therapie kann noch nicht alles wieder „gut“ sein. Das ist mir allerdings egal, denn mein behandelnder Psychiater hat mir das ja ganz genau erklärt, wie das so grundsätzlich funktioniert, da im Oberstübchen und hat mir schonungslos mitgeteilt, dass es nicht an irgendwelchen Tabletten liegt, ob ich gesund werde, sondern an meinem zukünftigen Umgang mit mir und meinen Ängsten.

Ich war ja der beste Beweis dafür, dass man sich Angst über Jahrzehnte hinweg erfolgreich antrainieren kann. Ängste werden mit jedem Empfinden größer, stärker und irgendwann auch logikresistenter. Der Stress – und Angstpegel steigt kontinuierlich an, ohne, dass eine nennenswerte „Erholung“ erfolgt. Die Biochemie gerät immer mehr durcheinander, Cortisol, Adrenalin (und was es da sonst noch alles gibt) erhält das Gehirn als permanente Überdosis. Die Katastrophe ist vorprogrammiert. Und dann kommt irgendwann eine Situation, in der etwas passiert, was das Angstfass zum Überlaufen bringt. Bei mir war es nicht irgendein traumatisches Ereignis, was letztendlich die Störung ausgelöst hat, sondern eine Erkenntnis. Eine sehr erschreckende Erkenntnis, die schnell zur einer katastrophalen Gewissheit wurde: Ich habe die Kontrolle verloren – die Kontrolle über mich, über meine Gefühlswelt und über mein Leben. Ja, die Gewissheit, mich nicht mehr im Griff zu haben, hat mir den Boden unter den Füßen weggerissen und mir so einen hochprozentigen biochemischen Cocktail verpasst, dass es eine Angststörung wurde.

Ich muss das Thema nochmal kurz aufgreifen, damit diejenigen, die erst ab jetzt in den Blog einsteigen, in etwa verstehen, warum ein Kaffeekränzchen, eine ernste E-Mail an meine Verlegerin und der Besuch des Vettelschoßer Karnevalszuges so spektakulär für mich war …

Was hatte der Psychiater noch gesagt? Es liegt an mir, ob die Angststörung wieder kommt oder nicht. Also versuche ich einfach alles, um dieses Unkontrollierte, wieder unter Kontrolle zu bringen. Ja, zu diesem Kampf gehört auch mancher Seelenstriptease, in der Hoffnung, dass es dem Zweck, also dem Heilungsprozess und der Vorbeugung weiterer Angstfallen dient. Dieses „Konzept“ funktioniert erstaunlich gut, auch wenn ich weiß, dass ich für viele Dinge, über die ich schreibe einfach nicht die richtigen Worte finde. Vielleicht muss ich auch einfach akzeptieren, dass es für manche Dinge keine Worte gibt …

Nö, akzeptiere ich nicht! 😀

Da fallen mir gerade wieder meine Lieblingszeilen aus einen Buch von Stephen King ein, in dem es heißt:

„Die wichtigsten Dinge, lassen sich am schwersten sagen. Es sind Dinge, deren man sich schämt. Sie lassen sich so schwer sagen, weil Worte die Dinge, die dir in deinem Kopf grenzenlos vorkamen, zu ihrer wahren Bedeutung schrumpfen. Aber da ist noch etwas anderes, nicht? Die wichtigsten Dinge, sind deinen geheimsten Wünschen zu nahe, wie Zeichen in der Landschaft, die deinen Feinden zeigen, wo dein Schatz vergraben liegt. Du machst vielleicht Enthüllungen die dir schwer fallen, doch der einzige Erfolg ist, dass die Leute sich erstaunt ansehen und gar nicht verstehen, was du gesagt hast, oder warum du es für so wichtig hieltest, dass du fast weintest, als du es sagtest. Ich finde, das ist das Schlimmste… wenn man ein Geheimnis für sich behalten muss, nicht weil man es nicht erzählt, sondern weil niemand es versteht.“ (Stephen King „Jahreszeiten / Herbst – Stand By Me“)

Doch viele verstehen diese Zeilen nicht. Es sind zwar viele aneinandergereihten Worte, die gut klingen und sich auch irgendwie logisch anhören, aber was genau damit gemeint ist, verstehen nur wenige. Ich weiß, was er meint. Er beschreibt das Schicksal und die eigentliche Lebensaufgabe eines Autors, die richtigen Worte zu finden, auch wenn es sie für manche Dinge nicht zu geben scheint.

So viel dazu …

Wo war ich?

Ach ja …

Es liegt an mir, ob die Angststörung wieder kommt oder nicht. Also versuche ich einfach alles, um dieses Unkontrollierte, wieder unter Kontrolle zu bringen. Auch wenn es manchmal gar nicht so einfach ist, herauszufiltern, ob ein aufkommendes Gefühl tatsächlich aus einer unbegründeten Angst, einem biochemischen Vorgang im Gehirn oder aus irgendeiner Psychoscheiße aus der Vergangenheit heraus entspringt oder doch einfach eine Charaktereigenschaft ist.

Und das ist echt tricky. Wenn das nicht differenziert wird, dann rutscht der Betroffene nämlich gefährlich nahe in Richtung „verbiegen“. Und sich zu verbiegen ist der falsche Weg, wenn das Ziel der Seelenfrieden sein soll.

Ein gutes Beispiel dafür ist bei mir das Telefonieren. Telefonieren ist nach wie vor nicht mein Ding, war nie mein Ding und wird es auch niemals werden. Hier muss ich unterscheiden zwischen geschäftlichen Telefonaten, die mich tatsächlich sehr stressen, weil ich alle Kundeninformationen und Texte zwar in mein Archiv auf meinem Rechner schiebe, aber sie nach Beendigung von meiner Festplatte im Kopf lösche. Ruft mich dann plötzlich der Kunde Peter Raffeiner aus München an, mit dem ich noch Monate zuvor sehr viel Kontakt hatte, beispielsweise weil sein Sohn heiratet und er eine Rede brauchte, werde ich mich nicht mehr an ihn und seinen Auftrag erinnern können. Aber auch bei mir sollte jeder Kunde König sein, aber genau diesen Eindruck erzeuge ich nicht, wenn meine Antwort am Telefon ist: „Ach, guten Tag Herr Wer? Das tut mir jetzt leid, aber ich habe sie absolut nicht auf dem Schirm: Wer sind Sie? Was genau machen Sie? Und was genau wollen Sie von mir?“

Ja, und um mich dieser unangenehmen Situation zu entziehen, rufe ich den Kunden (wenn er denn unbedingt telefonieren will) grundsätzlich immer zurück und zwar nachdem ich genau nachgelesen habe, wer Peter Raffeiner (und sein Sohn) ist und was ich für ihn geschrieben habe. Hier dient die Vermeidungshaltung somit nicht Nicht der Nachgabe eines Problems, sondern der Kundenpflege: Das kann also so bleiben! 😀

Don´t change a running system …

Warum ich Telefonate mit Freunden, Familie und Bekannten scheue, hat wieder einen ganz anderen Grund. Ich kommuniziere lieber mit allen gerade verfügbaren Sinnen. Hören, Sehen, Fühlen … die Körpersprache des anderen gibt mir Sicherheit bei der Kommunikation. Die nonverbale Kommunikation verstehe ich manchmal sogar besser als Gesagtes. Wird die Kommunikation allerdings nur auf das Hören beschränkt, fühle ich mich unsicher. Eine kurze Abgelenktheit des Gesprächspartners, ein undefinierbarer Unterton … eine Stimme kann so viele Emotionsrichtungen verraten… das irritiert mich und macht mich nervös. Das hatte ich kürzlich auch wieder als ich mit jemanden telefonierte, bei dem ich seit dem ersten Satz schon so ein komisches Gefühl hatte. Irgendwas lag in seiner Stimme, etwas, das ich nicht definieren konnte, obwohl dieser ganz fröhlich über seinen letzten Sonntagsausflug erzählte. Hätte ich diesem Mann Aug in Aug gegenüber gestanden, hätte ich mehr Informationen gehabt, um mir dieses komische Gefühl selbst zu erklären oder es mir ganz auszureden. Aber hier hatte ich nur die Stimme und mir blieb am Ende nichts weiter übrig als nachzufragen:

„Hey, alles in Ordnung mit dir?“

„Ja? Warum fragst du?“

„Ich weiß nicht, du hörst dich irgendwie … besorgt … an?“

Schweigen …

„Irgendetwas hast du doch…? Los jetzt sag schon!“

„Du kannst durch das Telefon hören, dass ich im Krankenhaus war? Erklär mir das bitte!“ 😮

Ja, aus diesem Grund kostet telefonieren mich immer wieder Überwindung, denn nicht immer ist tatsächlich etwas. Manchmal hat der Eine nur den Mund voll oder ist müde. Dass ich telefonierten aus diesem Grund nicht mag, ist für meine Therapeutin verständlich, nachvollziehbar und somit keine Angelegenheit, die ich mit aller Gewalt verändern müsste. 😀

Wenn ich ehrlich bin, ist sogar die Kommunikation per Mail für mich am unkompliziertesten. Da muss man nur Wörter (Fakten) lesen und ist nicht gezwungen irgendetwas (fehl) zu interpretieren. Aber auch ich sehe ein, dass man nicht alles so unverbindlich per E-Mail abwickeln kann, sondern, dass es manchmal auch sehr wichtig ist, das klassische Gespräch zu suchen, ob ich will oder nicht. Reden, zuhören, verstehen und umgekehrt. Das Leben könnte so einfach sein, wenn es nicht so kompliziert wäre. Auch die Erfahrung habe ich in den letzten Tagen gemacht … 😀

Doch wie sieht das eigentlich grundsätzlich mit dem Thema „Geselligkeit“ aus?

Tja, ein ganz großes Thema …

Wie viel Geselligkeit muss ich eigentlich an den Tag legen, um nicht mehr sozialphobisch zu sein?

Ist es nicht eine Charaktereigenschaft, das Alleinsein mehr zu genießen als ständige Gesellschaft?

Fragen über Fragen …

Tja, und am Ende gilt es auch hier, den richtigen Mittelweg zu finden, denn es ist in der Tat so, dass ich nicht besonders gesellig bin – was eine Charaktereigenschaft ist -, aber ich bin grundsätzlich nicht sozialphobisch eingestellt, bin es aber (noch). Ich liebe Menschen, immerhin liefern sie mir das geistige Material, was ich zum Schreiben brauche. Dieser krankhafte Rückzug aus der Gesellschaft ist / war tatsächlich ein Problem, an dem ich weiter arbeiten sollte, ohne aber dabei zu übertreiben. 🙂

Wie folgt …

Beim letzten Treffen des Literaturkreises Siebengebirge – ja, ich bin tatsächlich auch ohne Medikamente dort aufgekreuzt – wurde ich mit einer Einladung zum Kaffee überrascht. Aus heiterem Himmel bat mich eine freundliche Dame mit einem grandios, sympatischen Pfälzer Dialekt (sie erinnerte mich an die Rolle von Sekretärin Edith Keller aus dem Ludwigshafener Tatort), doch einem kleinen regionalen Autorentreffen beizuwohnen. Ich war überrascht, ich glaube ich habe noch nie ein außerfamiliäres Kaffeekränzchen besucht. Ich freute mich und wir tauschten Visitenkarten. Ich notierte den Termin und ich versprach zu kommen.

Knapp zwei Wochen hatte ich Zeit, mich auf dieses Treffen vorzubereiten… 😀

Zwei Wochen, in denen ich mir auch wieder genug Ausreden parat legte, um mein Versprechen zu brechen. In meinen Gedanken malte ich mir aus, wie ich dort unter all diesen intellektuellen und sehr belesenen und auch erfolgreichen Autoren aus der Region sitze und mich komplett fehl am Platz fühle. Sie hatten Erfahrung, hatten eine gewisse Reife, gaben regelmäßig Lesungen, hatten viele Bücher geschrieben und waren auch bestimmt alle nicht so durchgeknallt und „außer Kontrolle“ wie ich. Das Wort „Bodenständigkeit“ fällt mir hier auch gerade ein, was jetzt nicht gerade mein Flaggschiff ist. Und sie waren auch sicherlich nicht auf irgendeinen dubiosen Kleinverlag hereingefallen und liefen jetzt ihren Buchrechten und Tantiemen hinterher… 🙁

Doch egal, was mir dieses (selbst)zweifelnde und ängstliche Wesen in mir auch für Argumente lieferte, diesen Termin nicht wahrzunehmen, ich fuhr letztendlich doch ins schöne Strauscheid – ich wusste gar nicht dass es an dieser Stelle des Wiedtals tatsächlich Leben gibt. 😀

Ganz tolle Gegend … ernsthaft! 😀

Und ich war relativ gelassen, auch wenn mich bis zuletzt der Gedanke beschäftigte, wie ich allen Beteiligten beibringen soll, dass ich keinen Kaffee trinke und lieber einen Tee, einen Kakao oder ein Wasser trinken möchte. 😀

Sie werden mich wohl steinigen … 😮

Als ich ankam, war ich schon 10 Minuten zu spät, weil ich weder die richtige Straße noch das richtige Haus, den richtigen Parkplatz und letztendlich auch nicht den richtigen Eingang fand. Eine Situation, die mich früher echt Nerven gekostet hätte, weil ich zu spät kommen grundsätzlich ganz schlimm finde. Aber dieses Mal war ich ziemlich relaxed, weil ich davon ausging, ohnehin schon bei allen verkackt zu haben, aus oben genannten Gründen. Und dann kam ich auch noch aus Vettelschoß …

V E T T E L S C H O S S …

Hallo? Wie kann man da wohnen?! 😀

Ich kam also zu spät, wurde dennoch herzlich und auf pfälzisch begrüßt, mit dem Hinweis, dass man sich sehr übere mein Kommen freute – und sie freute sich wirklich, das habe ich über die nonverbale Kommunikation wahrnehmen können. So, und dann betrat ich das Haus, in dem bereits drei Personen in einem großen Wohnzimmer warteten. Wieder eine herzliche Begrüßung, ohne Nachfragen nach meinem Lebenslauf, inklusive Mitteilungszwang über meinen Bildungs- und Kontostand.

Und dann sah ich plötzlich ihn … <3

Er war so wunderschön … <3

Unglaublich gut gebaut … <3

Ziemlich groß … <3

Nahezu majestätisch … <3

Verführerisch … <3

Sexy … <3

Und da war auch wieder diese magische Anziehungskraft … <3

Ich spürte wieder diese tiefe Sehnsucht, ihn zu umarmen, mich an ihn zu schmiegen, ihn zu berühren, um diese ganz besondere Liebe mit voller Energie fließen zu lassen. <3

Lange haben wir uns nicht mehr gesehen … <3

Ich legte meine Hände auf seine weiche Haut, ließ die Finger über seine Flanken gleiten, und hauchte voller Glück, über diese unverhoffte Begegnung:

„Wow, ihr habt einen Billardtisch im Wohnzimmer?!“ 😀

Zur Erklärung:

Das Billardspiel hat für mich eine sehr beruhigende Wirkung und begleitete mich schon seit meiner Schulzeit. Es hilft mir beim Entspannen, beim Nachdenken, beim Entscheidungen Treffen und beim Ideenfinden.

Ich habe mir 2008 einen Wunschtraum erfüllt. Das war, nachdem ich mich von meinem damaligen Mann getrennt, das Rauchen aufgehört und meinen ersten Großauftrag an Land gezogen hatte. Das erste Honorar für einen Auftragsroman floss tatsächlich in die Neuanschaffung eines 9ft Billardtisches, silberner Fuß mit kobaltblauem Tuch und kostete stolze 899 €. Gott, wie sehr habe ich dieses Ding geliebt. <3

Doch dann musste ich mich entscheiden, einen Neuanfang mit neuem Partner, in einer neuen Wohnung oder eben dieser Billardtisch …

Als ich ihn damals, also den Billardtisch (deutlich unter Preis!) bei ebay verticken musste, habe ich sehr, sehr, sehr gelitten…

Diese Begegnung am Samstag war ein Zeichen …

Es muss sehr bald wieder ein Billardtisch in mein Leben… <3

Ja, ich habe sogar das Gefühl, das würde sogar die Lösung all meiner Probleme bedeuten. 😆

Huch, schon wieder abgeschweift …

Also die Gastgeberin hatte einen Billardtisch im Wohnzimmer stehen und ich fühlte mich prompt zuhause und tatsächlich sehr wohl. Bei dem Führen von Gesprächen war ich noch etwas schüchtern, das legte sich aber mit jeder weiteren Minute, mit diesen Menschen an einem Tisch, die plötzlich so gar nicht meinen Befürchtungen und Erwartungen entsprachen. Sie waren alle so lieb, lustig und teilweise genau so schräg wie ich. Eine Autorin hatte sogar die gleiche gescheiterte Suche nach Straße, Haus, Parkplatz und Eingang hinter sich und ich hatte das Gefühl, dass wir sogar sehr vieles gemeinsam haben. <3

Später kam noch ein Autor hinzu, den ich zugegebenermaßen sehr bewundere. Ja, Norman Liebold brachte eine Menge neuen Input in die Runde, mit dem ich echt etwas anfangen kann. Ein toller Autor, von dem man echt eine ganze Menge lernen kann.

Ach ja, und die Hälfte aller Anwesenden tranken Tee… 😀

Ja, jeder Jeck ist anders und da alle anwesenden Autoren auf ihre Art exzentrisch waren, hatte ich das Gefühl, tatsächlich mit Gleichgesinnten am Tisch zu sitzen, obwohl wir alle vollkommen verschiedene Menschen und Charaktere sind. Der Erfahrungsaustausch hat mir gezeigt, dass wir alle im selben Boot sitzen und auch alle irgendwie unsere (negativen) Erfahrungen mit Betrügern und Halsabschneidern in der Branche gemacht haben.

Das war eine ganz besondere Erfahrung, für die ich sehr dankbar bin … und die habe ich eben nur gemacht, weil ich mich nicht mehr von irgendwelchen Zweifeln dominieren lasse.

Ein bisschen Geselligkeit wohnt also tatsächlich tief in mir, kommt allerdings nur in richtiger Gesellschaft zu Tage. 😀

Das habe ich dann auch letzten Sonntag also gestern festgestellt …

Am Sonntag gab es den legendären Vettelschoßer Karnevalszug. Ich erinnere mich noch genau, wie das die letzten Jahre immer so ablief. Man traf sich mit der Familie zum Frühstück, sah sich (ich mit Sicherheitsabstand) den Zug an und ging wieder nach Hause. Eine Tradition, mit der ich die letzten Jahren eigentlich gut leben konnte. Doch letztes Jahr war alles anders. Nicht nur, dass diese Angst-Zeitbombe bereits gefährlich laut in mir tickte – wir wurden unverhofft auf Karnevalsgaragenparty eingeladen. Traditionsänderung, durch eine plötzliche Änderung der Zugstrecke. Gemeinsam auf den Zug warten, gemeinsam feiern mit ganz, ganz vielen Menschen und nicht alle waren mir bekannt. Alle schrien „Juhuu!“, bei mir läuteten unentwegt die Alarmglocken. 😮

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Ich gehe als Verschwörungstheoretikerin

Die Sozialphobie ließ wieder grüßen und ich war auch gleich wieder im Ausnahmezustand. Und ich weiß, dass diese drei Stunden Dauerstress letztes Jahr ganz schön (auch körperlich) anstrengend und eigentlich auch nüchtern nicht zu ertragen waren. Aber ich trinke keinen Alkohol, wenn ich mit meinen Kindern unterwegs bin also musste ich nüchtern da durch …

Das war letztes Jahr …

Dieses Jahr war eigentlich alles gleich – die Einladung zur Karnevalsparty stand. Nur mit dem Unterschied, dass ich mir dieses Mal fest vornahm, dieses Spektakel ohne diesen unnötigen Stress durchzustehen. Hat super funktioniert. Ein bisschen Smalltalk, ein bisschen Singen , Tanzen und die anderen beim „Ausnahmezustand“ beobachten und dabei Eindrücke, merkwürdige Verhaltensweisen und andere Informationen aufsaugen – wer weiß, vielleicht gibt es auch irgendwann mal einen Karnevalspsychopathen bei mir. 🙂 Irgendwann flüsterte mir jemand zu, dass er meinen Blog regelmäßig liest und es Hammer findet, wie ich schreibe. Das tat irgendwie gut und löste dieses Mal auch keineswegs den peinlich berührten Fluchtinstinkt aus. Und etwas später folgte die nächste Einladung zum Kaffee … mal sehen, was es da Neues zu entdecken gibt. 🙂

Ich danke den Gastgebern für die tolle Zeit und die Verpflegung – ich freue mich schon auf das nächste Jahr! <3

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14 Tage danach – ich bin jetzt erwachsen

Hallo Ihr Lieben,

da bin ich wieder – diesmal auch echt ganz kurz. 😀

14 Tage sind seit der letzten Einnahme von Paroxat vergangen und ich fühle mich, unglaublich aber wahr, großartig. Ja, ich fühle mich großartig, und das obwohl ich am Donnerstag wieder ein Empfinden hatte, was einer Panikattacke sehr nahe kam. Seit knapp einer Woche hänge ich an dieser fucking Steuerscheiße, in der Hoffnung, wieder den Überblick in meine Buchhaltung zu bekommen. Steuer – und Umsatzsteuererklärung für 2014, 2015 müssen gemacht werden und auch noch die Umsatzsteuervoranmeldung 3. und 4. Quartal 2015. Ja, ich hab im letzten halben Jahr auch das nicht auf die Reihe bekommen. Und bei einer versäumten Ust-Voranmeldung versteht das Finanzamt so gar keinen Spaß und hat mich daher mit einer dicken Schätzung zum Handeln gezwungen. Wenn ich wirklich so viel verdienen würde, was in dem geschätzten Bescheid steht, dann hätte ich echt keine Probleme mehr. 😀

Da sitze ich seit einer Woche hier und buche Berge von Quittungen, Rechnungen und Honorare und dann plötzlich ein falscher Mausklick und alles ist weg.  😮 Eine Situation die mir echt den Boden unter den Füßen weggerissen hat. Ich stand unter Schock, hatte Beklemmungen und begann hektisch nach dieser verlorenen Datei zu suchen. Okay, ich fand später wieder alles unversehrt, aber die Tatsache, dass mich diese Situation wieder so ausknockte, hat mich noch mehr geschockt. Hallo? Das Finanzamt ist doch nicht die Welt und wenn man lieb ist, lassen die auch mit sich reden. 🙂

Trotzdem: Montag muss alles bei denen im Mailpostfach liegen, wenn nicht, dann steht bestimmt bald das SEK auf der Matte … 😀
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Wie gesagt, ich versinke zwar derzeit im Chaos und muss einige (selbst heraufbeschworene) Probleme aus der Welt schaffen, aber das ist okay. Alles ist plötzlich gar nicht mehr so schlimm, wie ich es vorher empfunden habe. Ich kann plötzlich, wie von Geisterhand mit den Schwierigkeiten des Lebens ganz anders umgehen. Ich reagiere weniger emotional, fast schon emotionslos, obwohl ich echt genug Emotionen habe. 😀

Wie kann das sein? 😮

Haben die Tabletten tatsächlich da oben in meinem Oberstübchen alles repariert? Die Antwort bekam ich am Donnerstag, in der Therapiestunde. Ich erzählte meiner Therapeutin wie immer, was in den letzten zwei Wochen so los gewesen war und zu welchen Erkenntnissen ich gekommen bin. Ich erzählte ihr auch von meinen Blogtexten über Missbrauch, den Reaktionen und den daraus resultierenden „explosiven“ Gesprächen innerhalb meiner Familie. Ich mache da auch kein Geheimnis daraus, dass ich da schon für Wirbel gesorgt habe und da Gesprächsbedarf bestand. Aber ich blieb bei allem, was da auf mich hereinprasselte ruhig, auch hier fast schon emotionslos und hatte wirklich das Gefühl, Abstand von dem Kind zu haben, was hier plötzlich Rede und Antwort stehen und Warum?-Fragen beantworten sollte.

Das war irgendwie gut …

Aber auch irgendwie unheimlich, weil ich mich so gar nicht kenne …

„Sie sind erwachsen geworden!“

„Hä?“

„Die 6 Monate Ruhe vor Ihrem Gefühlen und Emotionen habe sie erwachsen werden lassen. Ihre kindlichen Gefühle, wie Ohnmacht, Kleinsein, Hilflosigkeit, Wertlosigkeit, Abhängigkeit, Wehrlosigkeit, Ausgeliefertsein, die Grundlagen ihrer Ängste, sind jetzt da wo sie hingehören – in der Vergangenheit.“

Ja, so einfach kann Therapie sein!  😀

Und wenn ich ehrlich bin, diese Form von Erwachsensein gefällt mir sehr gut und sie lässt mich viele Dinge aus einem ganz anderen Blickwinkel sehen. Menschen, egal wie groß und in welcher Position sie auch sind, in Augenhöhe zu begegnen ist unfuckingfassbar geil! <3

Und weil ich mich so fucking gut fühle, schenke ich Euch exklusiv die ersten zwei Seiten meines Thrillers, der eigentlich letztes Jahr hätte fertig werden sollen.

Sorry, ich kann nicht so gut reden, lesen auch nicht und Qualitätsvideos kann ich auch nicht machen – ich gelobe Besserung. 😀

Mann, bin ich erwachsen … 😀

7 Tage ohne Paroxat – Indianerherz, kennt keinen Schmerz

Hallo, Ihr Lieben!

Da bin ich wieder, wenn auch heute nur ganz kurz. 😀

023

(Karneval `85)

Sieben Tage ist es her, dass ich über ein ganz besonders heikles Thema geschrieben habe und sieben Tage ist es auch her, dass ich die letzte Paroxat-Tablette eingenommen hatte.

Was den Teil meiner Lebensgeschichte und das Aushalten der Reaktionen betrifft: Ich bin inzwischen so relaxed und guter Dinge, dass diesbezüglich (im Moment jedenfalls) mich gar nichts belasten könnte. Es war so ein extremer Befreiungsschlag, dessen Wirkung (innen und außen) ich selbst vollkommen unterschätzt habe.

Natürlich habe ich diese Thema auch schon mit meiner Therapeutin durchgekaut. Aber ich habe es eben nur einer Therapeutin erzählt, die analysiert und mir sodann mit diesem neuen Wissen Fragen beantworten konnte, deren Antworten ich selbst schon lange gesucht habe: Warum habe ich so ein großes Problem damit, Hilfe anzunehmen? Warum fühle ich mich immer klein, unfähig und schlecht, wenn mir jemand hilft? Warum kann ich Liebe nicht annehmen und halte immer emotionalen Sicherheitsabstand?  u.s.w.
Ja, es ist echt unglaublich wie viele Antworten gefunden werden können, wenn man sich einfach mancher Dinge bewusst wird und auch damit anfängt, sich Fragen über das eigene Selbst zu stellen. 😉

Ja, das Gespräch mit meiner Therapeutin war schon gut, aber ich fühlte mich eben nicht befreit. Die Befreiung erlebte ich erst am Sonntag mit dem Abschluss von „Reden wir (endlich) über sexuellen Missbrauch – Teil 2„. Ich war damit (angstfrei) raus geplatzt und es war mir tatsächlich egal, was passieren würde. Das tat so unendlich gut … auch wenn ich weiß, dass ich dem einen oder anderen eine schlaflose Nacht beschert habe. 🙂 Und auch mein Mann, der eigentlich alles von mir weiß, schlich in der letzten Woche so auffällig achtsam um mich herum als sei ich ein rohes Ei.

018

(1981)

Das bin ich aber nicht. 🙂

Ich bin inzwischen sogar tatsächlich bereit darüber zu sprechen … so richtig mit reden und Mund aufmachen … was bei mir tatsächlich noch eine andere Hausnummer ist als über Missbrauch zu schreiben. Und die wenigen, die mich angesprochen haben, waren selbst überrascht, wie offen ich darüber sprechen kann. Ja, ich habe sogar mit meiner Schwiegermutter – Aug in Aug – gesprochen und ich danke ihr sogar für dieses Gespräch. She ´s the best! <3

Ehrlich gesagt, bin ich sogar froh, wenn mich jemand anspricht oder mir Fragen zum Thema stellt, denn von mir aus werde ich wohl nicht davon anfangen. 🙂

Ich hab übrigens in alten Fotoalben gestöbert, um ein adäquates „Jungsfoto“ von mir zu offenbaren, aber irgendwie fand ich nichts, außer die, in den letzten Zügen. Siehe unten … da war ich fast schon wieder Mädchen. Leider in schlechter Qualität, da abfotografiert. Mein Scanner hat den Geist aufgegeben.

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( ca. 1991, da war ich zwölf)

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(ca. 1986 – als Junge, hätte ich jede haben können 😀 )

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(Ach Du Scheiße … 1992)

Soviel dazu …

Was das Absetzen der Tabletten betrifft:

Ja, ich bin tatsächlich wieder ich. Mit allem, was mich glücklich macht und leider auch mit allem, was mich belastet, stresst und in die Knie zwingen will. Ich weiß, dass ich viele Dinge, Denkweisen und auch Gewohnheiten in meinem Leben ändern muss, damit das Glücksgefühl mehr Platz in meinem Alltag findet als Angst und Überforderung. Dafür muss ich eine Menge in Angriff nehmen, in erster Linie mein Chaos in meinem Büro und in meinem Job wieder in halbwegs geordnete  Bahnen bringen. Ja, das Arbeiten funktioniert wieder, in vollem Umfang. Letzte Woche habe ich Texte über Arbeitsschutzkleidung, Bio-Tiefkühlkost, Autofolierungen und Schmuck geschrieben, ohne Probleme. Wenn ich jetzt noch Buchhaltung, Organisation und Zeitmanagement optimiert kriege, dann kann es auch hier nur besser werden. 😀

Was den restlichen Alltagsstress betrifft …

Alle möglichen Entspannungstechniken müssen her. Neben dem klassischen autogenem Training, der PROGRESSIVEN MUSKELENTSPANNUNG NACH JACOBSON (von meinem Hausarzt bei Ängsten empfohlen), habe ich jetzt auch einen Kontakt für Hynotische Tiefenentspannung (Hypnose zur Entspannung), da weiß ich aber noch nicht, ob ich das wirklich möchte.

Da hab ich irgendwie Angst vor … 😮

Aber eine ganz besonders faszinierende Entspannungsmöglichkeit habe ich vor einigen Tagen ganz unverhofft entdeckt – die sogenannte Aromatherapie. Das Lustige: Ich habe schon unendlich Texte über genau das Thema geschrieben und dies immer etwas belächelt. Ich konnte mir einfach nicht vorstellen, dass mit bestimmten Gerüchen ein Entspannungszustand herbeigeführt werden kann. Und eigentlich hätte ich es besser wissen müssen, denn ich reagiere sehr stark auf Düfte und Gerüche. Hier wird tatsächlich jede Geruchswahrnehmung in ein Gefühl umgewandelt. Bei einem guten Aftershave oder Parfum, gehen sogar meine Hormone mit mir durch – Le Male Jean Paul Gaultier, Cool Water von Davidoff, HUGO von Hugo Boss und Roma Uomo von Laura Biagiotti. Ja, bei solchen Herrendüften bin ich wie betäubt und kann gar nicht mehr richtig denken.  😀

Egal, wo ich hingehe oder wo ich mich gerade befinde, ich nehme die unterschiedlichsten Gerüche wahr und verarbeite sie auf Gefühlsebene. Ich kann sogar „riechen“, wenn meine Kinder krank werden und Fieber haben. Mein Mann ist immer fassungslos und findet das immer höchst merkwürdig, wenn ich wieder sage: „Ronja ist krank, ich rieche das“, und dann sehr bald das Fieber einsetzt. Ich dachte auch immer, das können nur Tiere. Daher an dieser Stelle eine Frage an die Mütter: Könnt ihr das auch riechen? Oder bin ich der einzige Geruchsfreak hier?  😮

Also vor einigen Tagen betrat ich, gemeinsam mit meinem Syrischen Schützling, eine Frauenarztpraxis in Linz. Genau genommen, war das die Praxis von Frau Dr. Stefanie Hufschlag – tolle, kompetente und warmherzige Frau!  <3  Wir setzten uns ins Wartezimmer und warteten. Die Stimmung war etwas gedrückt, denn einen Tag zuvor ist der Schwager von Fethe in einem Gefecht in Damaskus ums Leben gekommen. Die beklemmende Trauerstimmung erreichte mich bereits auf der Fahrt nach Linz und verfolgte mich bis in das Wartezimmer der Frauenarztpraxis. Ich hatte zwar mit meiner Therapeutin eine Übung einstudiert, die ich in solchen Situationen anwenden sollte, aber irgendwie habe ich das noch nicht so ganz kapiert, wie ich mir ein imaginäres Schutzschild um mein Herz und meine Seele legen soll, damit die Gefühle von anderen Menschen, nicht zu meinen werden … ?!  😮

Ernsthaft: WIE GEHT DIESES „IMAGINÄR“?

Als wir uns setzten, nahm auch das bedrückende Schweigen neben uns Platz. Im Hintergrund lief seichte Musik. Instrumentale Klänge, die an Meditationsmusik erinnerten. Das war irgendwie gut und lenkte mich von dem unguten Gefühl, das ich wegen Fethes Schicksal in mir trug ab. Und dann nahm ich noch etwas wahr. Da war dieser mir vollkommen fremde, aber doch vertraute Duft. Er kam von einem kleinen Gefäß, in dem sich eine Flüssigkeit befand, die von einem Teelicht erhitzt wurde. Der Duft irritierte mich. Mehr als das, er warf mich komplett in ein Chaos aus Gedanken und Gefühlen. Unruhe machte sich in mir breit, denn der Duft „berührte“ mich, das machte mir zunächst Angst. Doch dann wurde es wie von Geisterhand still in mir. Und während Duft und Musik weiterhin ihre ungeahnte Wirkung in mir entfalteten, spürte ich wieder diese Wärme im Bauch und Herzbereich, dicht gefolgt von den Schmetterlingen. Eben dieses Gefühl, was mich seit meinem Zusammenbruch 1999 stärkt, leitet, führt und am Leben hält und welches durch die Tabletten komplett ausgelöscht wurde … dieser Zustand ist meine Waffe gegen den Schatten. <3

Ausgelöst durch einen Duft …?

Das war echt unglaublich …

Ich muss jetzt nur noch herausfinden, welche Düfte mich „touchen“ und welche nicht, dann kann auch hier zu Hause so ein Schälchen stehen …

Aromatherapie … Sachen gibt´s?! 😮

So, zum Schluss möchte ich nochmal den Versuch vom 13.November 2015 aufgreifen – das war der Blogeintrag „Über Freitag den 13., Jim Beam und … ach watt weiß ich, keine Ahnung!„, in dem ich das „Schreiben“ ohne nachzudenken erzwingen wollte. Eben, dieses Schreiben, aus dem meine Geschichten entstehen …

Zu Erinnerung:

Es fing damals so an:

3

2

1

GO!

„Das Zeug schmeckt so scheiße, dass ich nicht einen Schluck nehmen kann ohne mich wie bei einem Krampfanfall zu schütteln“, stöhnte sie und schob das Glas Bourbon weit von sich.

„Und warum trinkst du es dann?“, fragte er und lächelte.

„Ich hege den tiefen Wunsch nach Betäubung …!“

„Betäubung von was?“

„Du stellst zu viele Fragen … !“

„Geh ins Bett!“

„Wir haben erst 22.25 Uhr …!“

„Geh!“

„Aber … „

– CUT –

Und so würde ich ihn jetzt schreiben …

“Das Zeug schmeckt so scheiße, dass ich nicht einen Schluck nehmen kann ohne mich wie bei einem Krampfanfall zu schütteln”, stöhnte sie und schob das Glas Bourbon weit von sich. Trinken war einfach nicht ihr Ding, obwohl es ihr damals oft über dieses unerträgliche Gefühl hinweg geholfen hatte. Doch heute fühlte sich das Nippen an diesem Getränk, was einem die Speiseröhre wegätzte und den Reflux begünstigte, mehr nach dem peinlichen Versuch an, sich in gute Laune zu versetzen. Eben diese Form der guten Laune, die immer dann aufkommt, wenn man vertuschen wollte, dass man auch mit Ende dreißig das Leben noch immer nicht im Griff hatte.

“Und warum trinkst du dann?”, fragte er und lächelte.

“Ich hege den tiefen Wunsch nach Betäubung.”

“Betäubung von was?”

Betäubung von was? Sie sah ihn aufmerksam an. Sie war auf diese Frage nicht vorbereitet. Sie war auf diese ganze Situation nicht vorbereitet gewesen. Noch nie hatte sie in einem Hotel übernachtet und auch noch nie mit einem Mann an einer Hotelbar gesessen und Whiskey getrunken. Ob sie es ihm wirklich sagen sollte? Wie würde er reagieren? Was würde er denken?

„Du willst es wirklich wissen?“

Er nickte interessiert.

Ob er derjenige, vielleicht sogar der einzige war, der sie verstehen konnte? Hoffnung keimte in ihr auf. Sie gab ihm ein Zeichen näher zu kommen. Das, was sie ihm zu sagen hatte, war nicht für den Rest der Menschen, die sich in dieser Bar bestimmt. Nein, es war ein wohlbehütetes Geheimnis und sie war bereit es ihm zu sagen.

„Noch näher!“, sagte sie leise.

Er rutschte näher, legte seinen Kopf zur Seite und war bereit in dieses Geheimnis eingeweiht zu werden. Jetzt war er so nahe, dass sie sein betörendes Aftershave riechen konnte und für einen kurzen Augenblick alles vergaß, weshalb sie überhaupt hier waren.

„Heute Nacht … „, hauchte sie in sein Ohr. „Heute Nacht stand ein Grizzlybär vor meinem Schlafzimmerfenster.“

Okay, jetzt wirds doof … und sollte auch nur ein kleiner Test sein …  😆