Die liebe Wut ist jetzt auch meine Freundin

Ist das nicht ein Hammer Bild?

Vor ein paar Tagen dachte ich noch: „Mist, worüber soll ich in Zukunft eigentlich in meinen Blog schreiben, wenn es nichts mehr gibt, was mich belastet oder beschäftigt? Liest dann noch überhaupt jemand mit, wenn meine Welt nicht mehr dramatisch oder skandalös untergeht?“

Wahrscheinlich nicht. 🙂 Aber es ist mir auch eigentlich egal. Ich brauche eh nur diesen einen Leser – DICH! Du, der wo sich für mich interessiert. 😀 An dieser Stelle: DANKE, dass es Dich gibt. Und, keine Sorge, in meinem Leben wird es immer etwas geben, dass mich beschäftigt, auch wenn es vielleicht nicht immer den direkten Blick in mein Wohnzimmer beinhaltet. Apropos Wohnzimmer – draußen ist es wieder sehr, sehr pustig. Äste fliegen gegen die Scheiben und wir haben den Kamin an. Nordfriesland kann ja trotz Schietwedder ja so kuschelig sein. 🙂

Worüber ich eigentlich schreiben möchte: Ich will heute ein kleines Statement zum Thema „Wut“ abgeben. Nein, nein, keine Sorge, meinem Mann geht es nach wie vor sehr gut und wir haben uns seit mehr als 3 Monaten nicht ein einziges Mal gestritten. Warum auch? Wir haben keinen Grund. Eigentlich noch nie gehabt. Alles ist perfekt und wir sind uns (trotz unserer Unterschiede) noch nie in allem so einig gewesen, wie in diesem neuen Leben.

Ich glaube, seit knapp 3 Monaten habe ich auch nicht mehr geheult (außer am Schluss des Films „Das Kind“, die erste Verfilmung von Sebastian Fitzek, aber das zählt nicht). Seit 3 Monaten nicht mehr geheult? Das ist rekordverdächtig! Nein, kein tränenreiches Zusammenbrechen mehr, weil man die ganze Scheiße, die ständig um einen herum passiert nicht mehr ertragen kann. Keine Heulattacken mehr, um inneren Druck loszuwerden. Apropos Druck loswerden: Ich habe seit 6 Monaten keinen Alkohol mehr getrunken. Brauch ich nicht, will ich nicht. Außerdem hat mir dieser letzte Vollrausch bei der Abschiedsparty Ende Juni wieder gezeigt, dass ich selbst im betrunkenen Zustand all meine Wahrheiten nicht verdrängen kann. Die Mit-Mir-Kann-Mans-Ja-Machen-Wahrheit, die Hau-Mir-Auf-Die-Fresse-Und-Ich-Werde-Dich-Anlächeln-Wahrheit, die Lüg-Mich-An-Und-Ich-Werde-Auch-Noch-Danke-Sagen-Wahrheit, die Antworte-Nicht-Auf-Nachrichten-Ich-Bin-Es-Nicht-Wert-Wahrheit, die Verdrängen-Wir-Und-Tuen-Wir-So-Als-Ob-Nix-Gewesen-Wäre-Wahrheit, die Du-Hast-Ja-So-Recht-Ich-Bin-Unfähig-Undankbar-Und-Unzuverlässig-Wahrheit, die Es-Gibt-Einen-Triftigen-Grund-Warum-Ich-Menschen-Scheue-Wahrheit u.s.w., ich hab davon quasi noch immer einen Kater. 😀

All diese „Wahrheiten“, – also Empfindungen, die im Umgang mit vielen meinen Mitmenschen schonungslos aufkamen, auch wenn ich es mir nicht eingestehen wollte, – basieren auf einer Menge negativer Emotionen, die sich in den letzten Jahren bei mir angestaut und ziemlich an mir genagt haben. Seit dem Umzug habe ich den nötigen Abstand zu diesen Emotionen, was mir wirklich unglaublich gut tut. Aber ich muss mir klar machen, dass vieles von meinem „alten“ Leben noch nicht verarbeitet ist und unterschwellig noch an mir knabbert oder sogar irgendwann auch wieder so richtig an mir reißen könnte, wie ein gieriger Hai an einem Köder.  Davor habe ich, zugegeben, sehr, sehr große Angst. Im Moment habe ich das Gefühl, dass ich nur hier, weit weg, sicher vor diesem „Seelenhai“ bin. An dieser Stelle: Wer mich besuchen will, ist herzlich willkommen, ich werde (nach meinem jetzigen Empfinden) Schleswig-Holstein wohl nie wieder in südlicher Richtung verlassen.

Ich schrieb gerade eben von „negativen“ Emotionen, die damals immer wieder in mir ausgelöst wurden und von denen ich jetzt kaum noch etwas spüre. Ich habe diese Emotionen noch gar nicht richtig benannt. In meinem alten Leben fühlte ich mich sehr oft traurig, enttäuscht, klein, verachtet, ungeliebt, dumm, belächelt, nicht ernst genommen etc. – kindliche Gefühle eben. Und, ich dachte, ich sei in dieser Zeit auch oft wütend gewesen. Jetzt weiß ich, dass ich es (schon wieder) viel zulange nicht war. Und das hat Gründe.

Mit meinem „kleinen Ausraster“ vor knapp 19 Jahren, gab es auch dieses Trauma. Hierzu muss ich noch mal diese Geschichte hier ausgraben: Der Psychopath und ich Teil III – ich hab das gerade selbst nochmal gelesen. Alter, da war ich aber echt sowas von angepisst und durch. Da wird man einmal wütend und peng! landet man in der Klapse. Kein Wunder, dass ich ein Problem damit habe, wütend zu werden.

Jedenfalls wurde damals eine neue Angst geboren. Die Angst davor, tiefe Wut zu empfinden und wütend zu werden. Wut war ein unerträgliches Niveau, auf das ich nie mehr sinken wollte. Das hatte Folgen. Sobald mich etwas verletzt hat, und die „normale“ Reaktion die Wut gefordert hätte, stieg mit dem Aufkommen des Gefühls auch gleichzeitig die Angst vor dem Explodieren und der auch damit verbundenen Aggression. Die Aggression, die zwar nicht immer in Gewalt enden muss, aber theoretisch könnte.

Also wurde im Rahmen seelischer Verletzung jegliche Form von Wut durch meine Angst und fehlendes Selbstwertgefühl in eine neue, andere negative Emotion umgewandelt: in Schuld. Ja, ich fühlte mich immer schuldig. Egal, wer mit mir den Molli machte, weshalb ich auch immer wütend sein sollte, am Ende suchte ich die Schuld immer bei mir. Ich hatte kein Recht darauf wütend auf irgendjemand zu sein, denn – wer war ich schon? Ich war ich. Also nicht normal. Grundsätzlich nicht genug. Zu emotional. Zu verrückt. Zu extrem in der einen Sache, zu leichtfertig in anderen Angelegenheiten. Zudem war ich auch noch gottlos, übte den falschen Beruf aus, hatte nie Geld und war aus diesem Grund auch ein Nichts, ein Niemand.

Dieses Empfinden war in der Vergangenheit immer das gleiche Schema. Jemand verletzt mich, ich schluckte es runter, lächelte weiter und tat so, als ob nichts gewesen wäre. Entstand eine Situation, die nach Konfrontation schrie, gab ich mir nicht einmal Mühe, mich zu rechtfertigen, weil ich vor lauter Schock einfach keine Worte fand. Im schlimmsten Fall kamen mir in diesen Situation unaufhaltsam die Tränen. Ich dachte bisher immer, es wären Tränen, um den Wut-Druck abzulassen, aber es waren immer wieder Tränen der Schuld. Und wenn die Situation ohne Konfrontation verlief, heulte ich später für mich alleine, wenn ich aus der Situation raus war. Ohne Scheiß, wie oft habe ich in diesem Leben als erwachsene Frau nach Telefonaten oder Treffen dagesessen und hab geheult, wie ein kleines Kind, obwohl ich eigentlich viel lieber auf den Tisch gehauen und „Hallo? Was glaubst du eigentlich, wer du bist?“, geschrien hätte.

Ja – „Was glaubst Du eigentlich, wer DU  bist?!“ – diesen Satz lasse ich mir jetzt auf ein T-Shirt drucken oder auf die Hand tätowieren. 😀

Ich merke schon, meine Zeilen heute scheinen von Kampfeslust getrieben. Aber das ist nicht so. Ich mag nach wie vor kein Ärger und Streit. ABER:  Eine wichtige Erfahrung in den letzten Tagen hat mir deutlich gezeigt, wie wichtig es ist, die Fähigkeit zu besitzen, sich zu streiten, sich damit zu wehren und somit auch zu schützen.  Eine Fähigkeit, die meine Therapeutin mir damals mehrfach versucht hat nahezubringen, aber was ich damals einfach noch nicht anwenden konnte, weil ich es nicht kapiert habe.

Es gab vor einigen Tagen eine Situation, die mich noch aus meinem „alten“ Leben mal mehr, mal weniger verfolgte und mich urplötzlich und unverhofft per E-Mail einholte. Was in der Mail stand und von wem sie war ist unwichtig. Wichtig ist nur, was sie in mir ausgelöst hat. Es war eine Mail gewesen, gespickt mit zahlreichen Vorwürfen, die mich noch vor Monaten so niedergeschmettert hätten, dass ich mir gewünscht hätte nie geboren worden zu sein. Ein Mail, die all das bestätigt hätte, was ich damals zu sein schien – unfähig, klein, dumm und ein Niemand.

Noch während ich die Nachricht las, spürte ich plötzlich, wie mein Herz anfing wild zu rasen, bis in meinen Kopf und in meinen Ohren donnerte mir mein Herz seinen Unmut vor. Mein Kopf fing zu glühen an. Als mir dann ein weiteres, ganz bestimmtes Triggerwort in die Augen fiel, fingen meine Hände an zu zittern. Und ich fand es erschreckend, wie heftig Hände zittern können, ohne dass man es wirklich beeinflussen lassen kann. Dann ist mir schlecht geworden. So schlecht, das ich fast kotzen musste. Ich brauchte ein paar Minuten, um diese plötzlich heftige Flut an dieser völlig neuen Emotionen zu registrieren und zu verarbeiten. Ich war zutiefst verletzt, fühlte jedoch diese unsagbare Wut und sie wich nicht von mir. Keine Veränderung in Schuldgefühle und auch keine andere Emotion trieb mich in die Knie. Ich war einfach nur wütend. Nein, ich war echt ernsthaft angepisst. Und dieses Angepisstsein sorgte dafür, dass ich mich innerlich aufrichtete, somit die Angst vor der Konfrontation besiegte, das STOP-Zeichen gab und weiterhin die aufkommende Wut zuließ.

Jetzt weiß ich: Wut ist wichtig. Wut ist die Energie, die ein sensibles Herz vor Verletzung beschützt.

Mann, ich habe mir, nach allem, was passiert ist, verdammt nochmal, das Recht herausgenommen wütend zu sein. Und dass ich wütend wurde und bin, ist nach wie vor nicht besondere schön, aber allein, die Tatsache, diese natürliche „gesunde“ Emotion spüren zu können, ohne mich schuldig oder schlecht zu fühlen, tut wiederum unglaublich gut. Leider bin ich im Anschluss einen klein wenig schriftlichen Amok gelaufen. Ich habe ein klares Statement über mein Empfinden abgegeben und genau das habe ich noch nie in meinem Leben (in der Form jedenfalls nicht) getan. Es wird wahrscheinlich ein unangenehmes Nachspiel geben, aber dazu stehe ich.

Jetzt weiß ich, was da so lange Zeit schief gelaufen ist und auch wieder Ängste geschürt hat. Die Angst vor Konfrontationen. Ich war schutzlos, weil ich nicht wusste, wie man sich selbst schützt. Ich dachte immer Aushalten, Verdrängen, Kopf in den Sand wären auf Dauer hilfreicher. Weit gefehlt, Angst und Schweigen ist das absolut falsche Sicherheitssystem.

Was jetzt aber nicht heißen soll, dass ich jetzt neuerdings zum Choleriker werde. Es muss (nach wie vor) erst eine Menge passieren, bis ich wütend werde. Unehrlichkeit, Empathielosigkeit und Ignoranz sind da noch immer meine Spitzenreiter.

An dieser Stelle: Wer gerne auch so einen Wut-Roman von mir erhalten will, kann mich gerne „triggern“.

Triggerworte:

  • Diät
  • Abnehmen
  • Gesunde Ernährung
  • Sport
  • Organisation
  • Fenster putzen
  • Kochen
  • Winterreifen
  • Verlagsvertrag
  • Buchrechte
  • Tantiemen
  • Geld
  • Schulden
  • Kontostand
  • Kostenübernahme
  • Raiffeisenbank Neustadt eG – Frau T.
  • Hauskauf
  • Eigenheimbesitz
  • Vettelschoß
  • Versprechungen
  • Enttäuschung
  • Heimlichtuerei
  • Familie
  • Schornsteinfeger
  • Gefrierschrank
  • Kondenstrockner
  • Telefon
  • Antwortfunktion E-Mail / Facebook / Whatsapp
  • Blockierliste
  • Börsennachrichten
  • Trump

U.s.w….

 

 

 

Ende der Besinnlichkeit – tschö 2016 und fuck 2017

Na?!

Auch froh, dass das Jahr 2016 bald zu Ende ist? 😀

Ja,  jetzt neigt sich dieses beschissene Jahr 2016 endlich dem Ende entgegen. Eigentlich wollte ich kein Wort über meine letzten Tage verlieren und auch kein Statement zum Jahreswechsel abgeben. Nicht nur, weil mir irgendwie die Worte fehlen, sondern, weil an den Feiertagen auch immer alle so schrecklich positiv sind. Da kommt man sich mit seinem eher düsteren Gedanken und Empfinden, fast schon wie ein Schwerverbrecher vor. Ja, ich wollte über meinen Zustand schweigen. Den schönen festlichen Schein waren. Fröhliche Weihnachten und ein frohes neues Jahr überall, natürlich auch im Hause Lahr. Der Hässlichkeit (auch in der Welt) die Tür vor der Nase zuschlagen, Probleme und Ängste verdrängen (privat, wie auch weltpolitisch), die Dunkelheit durch kitschige Weihnachtsbeleuchtung und einem falschen Lächeln ausblenden…

Tja, ich hab`s dieses Jahr nicht geschafft …

Bauch und Herz haben gesiegt und mir ein extrem emotionsgeladenes Fest beschert. Und jedem, dem ich an den Feiertagen begegnet bin, konnte mein ganz persönliches Drama in meinem Gesicht ablesen. Ohne Scheiß, die letzten Tage waren so anstrengend, so tiefgreifend und auch psychologisch so bedeutend, dass sie eigentlich Teil dieser (Lebens)Geschichte in meinem Blog werden müssen, aber mir fehlen immer noch die Worte. Vielleicht bin ich in ein paar Tagen soweit, das Ganze Revue passieren zu lassen, vielleicht will ich auch diese ganzen Ausbrüche einfach nur vergessen … hoffentlich tut mein Mann das. 🙂

Ja, mit mir wird es nie langweilig…

Ich kann aber so viel sagen, dass 2016 mit Abstand für mich eines der schlimmsten Jahre meines Lebens war. Und dass besonders Weihnachten und das Jahresende ein Desaster werden würde, hatte sich ja schon im Vorfeld angekündigt. Weihnachten ist Zeit der Besinnlichkeit und mein körperlich und mentales Stimmungsbarometer hatte es ja schon Anfang des Monats geahnt, dass meine Art Besinnlichkeit in diesem Dezember anders sein wird als sonst. Meine Verarbeitungskapazitäten meldeten Gefahr auf ganzer Linie. Das letzte Jahr hat deutliche Spuren hinterlassen. Spuren, die sich nicht nur anhand meiner (eigentlich seltenen) Arzttermine (inkl. Magenspiegelung) im Dezember deutlich dokumentieren ließen, sondern sich auch auf mein emotionales Empfinden und meine Psyche niederlegten.

„Es wird ernst. Sorgen Sie für weniger Stress, Frau Lahr!“

Muahahahahahaha – Scherzkeks! 😮

Aber sie haben recht…

Alles wird stehen oder auch fallen mit meinem zukünftigen Stresspegel…

Mein Empfinden zum Ende dieses Jahres ist die Essenz von einem ganzen Jahr harten Kampf gegen (m)einen immer wiederkehrenden psychologischen Untergang, der leider Gottes abhängig ist von meinem täglichen Stresspegel, der wiederum abhängig ist von meinem Arbeitspensum, meiner Hoffnung, meinem Vertrauen, meiner Liebe, meiner Friedfertigkeit, dem Bestreben bloß nicht anderer Leut`s Gefühle zu verletzen, tolerant sein, bloß nicht dumm auffallen, stets an das Gute im Menschen zu glauben, meinem krankhaften positiven Denken und dem damit verbundenen Fehldenken,  das Arschlochverhalten anderer Menschen mir schön zu reden oder so zu interpretieren, dass sie am Ende fein raus sind und ich selbst schuld bin.

Bravo!

Heilig Abend wurde mir klar, was für ein Idiot ich eigentlich bin. Dieses ständige positive Denken, sich Dinge, Situationen, Menschen und deren Verhalten schön reden, nur weil ich die Realität nicht sehen will. Ich bin immer noch ein beliebter Spielball, lasse mich immer noch von jedem, der es tut, herumschubsen, für dumm verkaufen, ausgrenzen oder ignorieren und wundere mich immer wieder auf`s Neue, wenn ich schmerzhaft auflaufe. Und dann bin ich auch noch so dämlich und lächle den Menschen, die mich verraten und hängen lassen ins Gesicht und hoffe, dass sie nicht merken, wie verletzt ich bin.

Und in Verbindung mit anderen aktuellen Baustellen kann ich zusammengefasst sagen: Selten habe ich über Tage hinweg so viel geheult, so viel Tavor geschluckt, mich so viel gestritten  und so viel gesoffen wie in den letzten Tagen. Am Abend des ersten Weihnachtstages spielte ich sogar mit dem Gedanken, mich einweisen zu lassen. Warum? Weil ich mich einfach nicht mehr eingekriegt habe (24-Stunden-Dauer-Heulen) und auch wieder den starken Drang zu autoaggressivem Verhalten verspürte. Sich selbst verletzten, ist eine Affekthandlung, eine Verzweiflungstat, um eine unkontrollierte Wut zu kontrollieren. Ihr wisst gar nicht, wie erschreckend einfach es ist, sich selbst auf die Fresse zu hauen und wie gut das tut. Aber, machen wir uns nichts vor, es ist schlicht weg irre und daran muss ich dringend (wieder) arbeiten.

Was da los ist?

Nein, es ist definitiv kein Rückfall meiner Angststörung – Angst habe ich nicht (außer vielleicht vor der Zukunft und vor Speiseröhrenkrebs).

Nein, es sind auch keine Depressionen.

Ich erlebe gerade schlicht weg eine Überdosis Realität. Eine Realität, mit der ich nicht klar komme und die mir meine Therapeutin schon mehrfach brutal vor Augen gehalten hat: „Sie sind zu nett und zu friedlich. Das ist nicht gesund. Sie müssen mehr Arschloch, mehr Egoist sein, auf den Tisch hauen, wehren Sie sich … auch Sie haben das Recht wütend zu sein!“

Ich habe das Recht wütend zu sein? 😮

Wie schön!

Ich will aber nicht wütend sein! Ich will meine Ruhe und meinen Frieden! Das ist mir in der Welt, in der ich lebe, scheinbar nicht gegönnt! Diese Realität macht mich in der Tat gerade sehr, sehr wütend. Sie macht mich deshalb wütend, weil mein Umfeld mich tatsächlich dazu bringt, dass sich mein innerer Frieden, meine Friedfertigkeit immer mehr verabschieden. Ich verspüre eine große innerliche Wut, die ich schon seit Wochen und Monaten in mir brodelt. Alles angestauter Mist, der nicht raus kann, weil ich eben so ein gesitteter und friedfertiger Mensch bin. Doch damit scheint jetzt Schluss zu sein. Ein falsches Wort, ein falscher Blick (von falschen Leuten) und ich gehe sofort an die Decke – wer will, kann es gerne mal austesten. 😀

Meine Situation kommt dem Thema dieses Films hier sehr nahe…

Genialer Streifen, in dem ich mich ganz oft selbst erkenne, mit einem genialen Jim Carrey! 🙂

Ich werde quasi von Charlie zu Hank. Klingt irgendwie lustig, ist es aber gar nicht. Ich will mich so nicht fühlen, wie ich mich derzeit fühle. Mein Umfeld, mein Leben, so wie es derzeit läuft, zwingt mich also so zu werden, wie ich NICHT bin und auch nicht sein will – aggressiv, wütend und psychotisch.

Ich bin eigentlich mehr für Liebe …

Ja, eigentlich liebe ich lieber…

Und die, die ich liebe, wissen das…

Oder können es zumindest fühlen…

Hoffe ich…

Heißt für mich:

Ich muss ganz schnell mein Umfeld und mein Leben verändern!

Ich muss diesen ganzen angestauten Scheiß los werden! Keine Ahnung, wie das gehen soll, aber ich fange gleich schon damit an und beende ich dieses verkackte Jahr 2016 mit Wodka-RedBull!

Prost! 😀

Mal sehen, wem ich heute Nacht noch versehentlich eine Whatsapp schreibe oder was ich nach Zwölf noch bei Facebook posten werde. 😀

Juhuuu, es lebe das Chaos!