Geschichten aus dem Leben

Über Erfolgserlebnisse – muss auch mal sein

Ich kann ja nicht immer nur von mir schreiben, wenn etwas Scheiße läuft …

Obwohl ich zugeben muss, dass mir das Schreiben über „Scheiße“ leichter fällt. Keine Ahnung woran das liegt. 😆

Heute erzähle ich also Mal über zwei Sensationsereignisse vom Wochenende …

Ich stehe ja im Moment unter enormer Selbstbeobachtung. Keine Sekunde vergeht, in der ich nicht meine Gedanken, meine Gefühle, mein Handeln – ja, auch das Unbewusste, wie meine Träume – genaustes überprüfe und analysiere. Ich schaue und horche in mich. Was denke, was fühle ich? Warum denke oder fühle ich gerade das? Ist das gut oder schlecht? Richtig oder falsch?

Fragen über Fragen, deren Antworten eben noch herausgefunden werden müssen … leider kann ich in dem Fall nicht Google fragen. 🙁

Wobei mir an dieser Stelle ein Zitat einfällt, das letzte Woche in einem Faber-Tatort gefallen ist, wie folgt:

„Was nutzt mir mein Problem? – Die ehrliche Antwort hierauf, ist meist ein guter Anfang.“

Kurioser Weise nutzt mir mein Problem gerade eine ganze Menge – es treibt mich an. Es ist nämlich so, dass ich sehr, sehr große, sogar extreme Angst davor habe, dass die Angststörung wieder kommt. Und ich spüre, dass sie irgendwo in meinem Kopf lauert und nur darauf wartet, wieder zuzuschlagen. Diese Sorge ist berechtigt, sagt meine Therapeutin, denn nach 6 Monaten medikamentöser Therapie kann noch nicht alles wieder „gut“ sein. Das ist mir allerdings egal, denn mein behandelnder Psychiater hat mir das ja ganz genau erklärt, wie das so grundsätzlich funktioniert, da im Oberstübchen und hat mir schonungslos mitgeteilt, dass es nicht an irgendwelchen Tabletten liegt, ob ich gesund werde, sondern an meinem zukünftigen Umgang mit mir und meinen Ängsten.

Ich war ja der beste Beweis dafür, dass man sich Angst über Jahrzehnte hinweg erfolgreich antrainieren kann. Ängste werden mit jedem Empfinden größer, stärker und irgendwann auch logikresistenter. Der Stress – und Angstpegel steigt kontinuierlich an, ohne, dass eine nennenswerte „Erholung“ erfolgt. Die Biochemie gerät immer mehr durcheinander, Cortisol, Adrenalin (und was es da sonst noch alles gibt) erhält das Gehirn als permanente Überdosis. Die Katastrophe ist vorprogrammiert. Und dann kommt irgendwann eine Situation, in der etwas passiert, was das Angstfass zum Überlaufen bringt. Bei mir war es nicht irgendein traumatisches Ereignis, was letztendlich die Störung ausgelöst hat, sondern eine Erkenntnis. Eine sehr erschreckende Erkenntnis, die schnell zur einer katastrophalen Gewissheit wurde: Ich habe die Kontrolle verloren – die Kontrolle über mich, über meine Gefühlswelt und über mein Leben. Ja, die Gewissheit, mich nicht mehr im Griff zu haben, hat mir den Boden unter den Füßen weggerissen und mir so einen hochprozentigen biochemischen Cocktail verpasst, dass es eine Angststörung wurde.

Ich muss das Thema nochmal kurz aufgreifen, damit diejenigen, die erst ab jetzt in den Blog einsteigen, in etwa verstehen, warum ein Kaffeekränzchen, eine ernste E-Mail an meine Verlegerin und der Besuch des Vettelschoßer Karnevalszuges so spektakulär für mich war …

Was hatte der Psychiater noch gesagt? Es liegt an mir, ob die Angststörung wieder kommt oder nicht. Also versuche ich einfach alles, um dieses Unkontrollierte, wieder unter Kontrolle zu bringen. Ja, zu diesem Kampf gehört auch mancher Seelenstriptease, in der Hoffnung, dass es dem Zweck, also dem Heilungsprozess und der Vorbeugung weiterer Angstfallen dient. Dieses „Konzept“ funktioniert erstaunlich gut, auch wenn ich weiß, dass ich für viele Dinge, über die ich schreibe einfach nicht die richtigen Worte finde. Vielleicht muss ich auch einfach akzeptieren, dass es für manche Dinge keine Worte gibt …

Nö, akzeptiere ich nicht! 😀

Da fallen mir gerade wieder meine Lieblingszeilen aus einen Buch von Stephen King ein, in dem es heißt:

„Die wichtigsten Dinge, lassen sich am schwersten sagen. Es sind Dinge, deren man sich schämt. Sie lassen sich so schwer sagen, weil Worte die Dinge, die dir in deinem Kopf grenzenlos vorkamen, zu ihrer wahren Bedeutung schrumpfen. Aber da ist noch etwas anderes, nicht? Die wichtigsten Dinge, sind deinen geheimsten Wünschen zu nahe, wie Zeichen in der Landschaft, die deinen Feinden zeigen, wo dein Schatz vergraben liegt. Du machst vielleicht Enthüllungen die dir schwer fallen, doch der einzige Erfolg ist, dass die Leute sich erstaunt ansehen und gar nicht verstehen, was du gesagt hast, oder warum du es für so wichtig hieltest, dass du fast weintest, als du es sagtest. Ich finde, das ist das Schlimmste… wenn man ein Geheimnis für sich behalten muss, nicht weil man es nicht erzählt, sondern weil niemand es versteht.“ (Stephen King „Jahreszeiten / Herbst – Stand By Me“)

Doch viele verstehen diese Zeilen nicht. Es sind zwar viele aneinandergereihten Worte, die gut klingen und sich auch irgendwie logisch anhören, aber was genau damit gemeint ist, verstehen nur wenige. Ich weiß, was er meint. Er beschreibt das Schicksal und die eigentliche Lebensaufgabe eines Autors, die richtigen Worte zu finden, auch wenn es sie für manche Dinge nicht zu geben scheint.

So viel dazu …

Wo war ich?

Ach ja …

Es liegt an mir, ob die Angststörung wieder kommt oder nicht. Also versuche ich einfach alles, um dieses Unkontrollierte, wieder unter Kontrolle zu bringen. Auch wenn es manchmal gar nicht so einfach ist, herauszufiltern, ob ein aufkommendes Gefühl tatsächlich aus einer unbegründeten Angst, einem biochemischen Vorgang im Gehirn oder aus irgendeiner Psychoscheiße aus der Vergangenheit heraus entspringt oder doch einfach eine Charaktereigenschaft ist.

Und das ist echt tricky. Wenn das nicht differenziert wird, dann rutscht der Betroffene nämlich gefährlich nahe in Richtung „verbiegen“. Und sich zu verbiegen ist der falsche Weg, wenn das Ziel der Seelenfrieden sein soll.

Ein gutes Beispiel dafür ist bei mir das Telefonieren. Telefonieren ist nach wie vor nicht mein Ding, war nie mein Ding und wird es auch niemals werden. Hier muss ich unterscheiden zwischen geschäftlichen Telefonaten, die mich tatsächlich sehr stressen, weil ich alle Kundeninformationen und Texte zwar in mein Archiv auf meinem Rechner schiebe, aber sie nach Beendigung von meiner Festplatte im Kopf lösche. Ruft mich dann plötzlich der Kunde Peter Raffeiner aus München an, mit dem ich noch Monate zuvor sehr viel Kontakt hatte, beispielsweise weil sein Sohn heiratet und er eine Rede brauchte, werde ich mich nicht mehr an ihn und seinen Auftrag erinnern können. Aber auch bei mir sollte jeder Kunde König sein, aber genau diesen Eindruck erzeuge ich nicht, wenn meine Antwort am Telefon ist: „Ach, guten Tag Herr Wer? Das tut mir jetzt leid, aber ich habe sie absolut nicht auf dem Schirm: Wer sind Sie? Was genau machen Sie? Und was genau wollen Sie von mir?“

Ja, und um mich dieser unangenehmen Situation zu entziehen, rufe ich den Kunden (wenn er denn unbedingt telefonieren will) grundsätzlich immer zurück und zwar nachdem ich genau nachgelesen habe, wer Peter Raffeiner (und sein Sohn) ist und was ich für ihn geschrieben habe. Hier dient die Vermeidungshaltung somit nicht Nicht der Nachgabe eines Problems, sondern der Kundenpflege: Das kann also so bleiben! 😀

Don´t change a running system …

Warum ich Telefonate mit Freunden, Familie und Bekannten scheue, hat wieder einen ganz anderen Grund. Ich kommuniziere lieber mit allen gerade verfügbaren Sinnen. Hören, Sehen, Fühlen … die Körpersprache des anderen gibt mir Sicherheit bei der Kommunikation. Die nonverbale Kommunikation verstehe ich manchmal sogar besser als Gesagtes. Wird die Kommunikation allerdings nur auf das Hören beschränkt, fühle ich mich unsicher. Eine kurze Abgelenktheit des Gesprächspartners, ein undefinierbarer Unterton … eine Stimme kann so viele Emotionsrichtungen verraten… das irritiert mich und macht mich nervös. Das hatte ich kürzlich auch wieder als ich mit jemanden telefonierte, bei dem ich seit dem ersten Satz schon so ein komisches Gefühl hatte. Irgendwas lag in seiner Stimme, etwas, das ich nicht definieren konnte, obwohl dieser ganz fröhlich über seinen letzten Sonntagsausflug erzählte. Hätte ich diesem Mann Aug in Aug gegenüber gestanden, hätte ich mehr Informationen gehabt, um mir dieses komische Gefühl selbst zu erklären oder es mir ganz auszureden. Aber hier hatte ich nur die Stimme und mir blieb am Ende nichts weiter übrig als nachzufragen:

„Hey, alles in Ordnung mit dir?“

„Ja? Warum fragst du?“

„Ich weiß nicht, du hörst dich irgendwie … besorgt … an?“

Schweigen …

„Irgendetwas hast du doch…? Los jetzt sag schon!“

„Du kannst durch das Telefon hören, dass ich im Krankenhaus war? Erklär mir das bitte!“ 😮

Ja, aus diesem Grund kostet telefonieren mich immer wieder Überwindung, denn nicht immer ist tatsächlich etwas. Manchmal hat der Eine nur den Mund voll oder ist müde. Dass ich telefonierten aus diesem Grund nicht mag, ist für meine Therapeutin verständlich, nachvollziehbar und somit keine Angelegenheit, die ich mit aller Gewalt verändern müsste. 😀

Wenn ich ehrlich bin, ist sogar die Kommunikation per Mail für mich am unkompliziertesten. Da muss man nur Wörter (Fakten) lesen und ist nicht gezwungen irgendetwas (fehl) zu interpretieren. Aber auch ich sehe ein, dass man nicht alles so unverbindlich per E-Mail abwickeln kann, sondern, dass es manchmal auch sehr wichtig ist, das klassische Gespräch zu suchen, ob ich will oder nicht. Reden, zuhören, verstehen und umgekehrt. Das Leben könnte so einfach sein, wenn es nicht so kompliziert wäre. Auch die Erfahrung habe ich in den letzten Tagen gemacht … 😀

Doch wie sieht das eigentlich grundsätzlich mit dem Thema „Geselligkeit“ aus?

Tja, ein ganz großes Thema …

Wie viel Geselligkeit muss ich eigentlich an den Tag legen, um nicht mehr sozialphobisch zu sein?

Ist es nicht eine Charaktereigenschaft, das Alleinsein mehr zu genießen als ständige Gesellschaft?

Fragen über Fragen …

Tja, und am Ende gilt es auch hier, den richtigen Mittelweg zu finden, denn es ist in der Tat so, dass ich nicht besonders gesellig bin – was eine Charaktereigenschaft ist -, aber ich bin grundsätzlich nicht sozialphobisch eingestellt, bin es aber (noch). Ich liebe Menschen, immerhin liefern sie mir das geistige Material, was ich zum Schreiben brauche. Dieser krankhafte Rückzug aus der Gesellschaft ist / war tatsächlich ein Problem, an dem ich weiter arbeiten sollte, ohne aber dabei zu übertreiben. 🙂

Wie folgt …

Beim letzten Treffen des Literaturkreises Siebengebirge – ja, ich bin tatsächlich auch ohne Medikamente dort aufgekreuzt – wurde ich mit einer Einladung zum Kaffee überrascht. Aus heiterem Himmel bat mich eine freundliche Dame mit einem grandios, sympatischen Pfälzer Dialekt (sie erinnerte mich an die Rolle von Sekretärin Edith Keller aus dem Ludwigshafener Tatort), doch einem kleinen regionalen Autorentreffen beizuwohnen. Ich war überrascht, ich glaube ich habe noch nie ein außerfamiliäres Kaffeekränzchen besucht. Ich freute mich und wir tauschten Visitenkarten. Ich notierte den Termin und ich versprach zu kommen.

Knapp zwei Wochen hatte ich Zeit, mich auf dieses Treffen vorzubereiten… 😀

Zwei Wochen, in denen ich mir auch wieder genug Ausreden parat legte, um mein Versprechen zu brechen. In meinen Gedanken malte ich mir aus, wie ich dort unter all diesen intellektuellen und sehr belesenen und auch erfolgreichen Autoren aus der Region sitze und mich komplett fehl am Platz fühle. Sie hatten Erfahrung, hatten eine gewisse Reife, gaben regelmäßig Lesungen, hatten viele Bücher geschrieben und waren auch bestimmt alle nicht so durchgeknallt und „außer Kontrolle“ wie ich. Das Wort „Bodenständigkeit“ fällt mir hier auch gerade ein, was jetzt nicht gerade mein Flaggschiff ist. Und sie waren auch sicherlich nicht auf irgendeinen dubiosen Kleinverlag hereingefallen und liefen jetzt ihren Buchrechten und Tantiemen hinterher… 🙁

Doch egal, was mir dieses (selbst)zweifelnde und ängstliche Wesen in mir auch für Argumente lieferte, diesen Termin nicht wahrzunehmen, ich fuhr letztendlich doch ins schöne Strauscheid – ich wusste gar nicht dass es an dieser Stelle des Wiedtals tatsächlich Leben gibt. 😀

Ganz tolle Gegend … ernsthaft! 😀

Und ich war relativ gelassen, auch wenn mich bis zuletzt der Gedanke beschäftigte, wie ich allen Beteiligten beibringen soll, dass ich keinen Kaffee trinke und lieber einen Tee, einen Kakao oder ein Wasser trinken möchte. 😀

Sie werden mich wohl steinigen … 😮

Als ich ankam, war ich schon 10 Minuten zu spät, weil ich weder die richtige Straße noch das richtige Haus, den richtigen Parkplatz und letztendlich auch nicht den richtigen Eingang fand. Eine Situation, die mich früher echt Nerven gekostet hätte, weil ich zu spät kommen grundsätzlich ganz schlimm finde. Aber dieses Mal war ich ziemlich relaxed, weil ich davon ausging, ohnehin schon bei allen verkackt zu haben, aus oben genannten Gründen. Und dann kam ich auch noch aus Vettelschoß …

V E T T E L S C H O S S …

Hallo? Wie kann man da wohnen?! 😀

Ich kam also zu spät, wurde dennoch herzlich und auf pfälzisch begrüßt, mit dem Hinweis, dass man sich sehr übere mein Kommen freute – und sie freute sich wirklich, das habe ich über die nonverbale Kommunikation wahrnehmen können. So, und dann betrat ich das Haus, in dem bereits drei Personen in einem großen Wohnzimmer warteten. Wieder eine herzliche Begrüßung, ohne Nachfragen nach meinem Lebenslauf, inklusive Mitteilungszwang über meinen Bildungs- und Kontostand.

Und dann sah ich plötzlich ihn … <3

Er war so wunderschön … <3

Unglaublich gut gebaut … <3

Ziemlich groß … <3

Nahezu majestätisch … <3

Verführerisch … <3

Sexy … <3

Und da war auch wieder diese magische Anziehungskraft … <3

Ich spürte wieder diese tiefe Sehnsucht, ihn zu umarmen, mich an ihn zu schmiegen, ihn zu berühren, um diese ganz besondere Liebe mit voller Energie fließen zu lassen. <3

Lange haben wir uns nicht mehr gesehen … <3

Ich legte meine Hände auf seine weiche Haut, ließ die Finger über seine Flanken gleiten, und hauchte voller Glück, über diese unverhoffte Begegnung:

„Wow, ihr habt einen Billardtisch im Wohnzimmer?!“ 😀

Zur Erklärung:

Das Billardspiel hat für mich eine sehr beruhigende Wirkung und begleitete mich schon seit meiner Schulzeit. Es hilft mir beim Entspannen, beim Nachdenken, beim Entscheidungen Treffen und beim Ideenfinden.

Ich habe mir 2008 einen Wunschtraum erfüllt. Das war, nachdem ich mich von meinem damaligen Mann getrennt, das Rauchen aufgehört und meinen ersten Großauftrag an Land gezogen hatte. Das erste Honorar für einen Auftragsroman floss tatsächlich in die Neuanschaffung eines 9ft Billardtisches, silberner Fuß mit kobaltblauem Tuch und kostete stolze 899 €. Gott, wie sehr habe ich dieses Ding geliebt. <3

Doch dann musste ich mich entscheiden, einen Neuanfang mit neuem Partner, in einer neuen Wohnung oder eben dieser Billardtisch …

Als ich ihn damals, also den Billardtisch (deutlich unter Preis!) bei ebay verticken musste, habe ich sehr, sehr, sehr gelitten…

Diese Begegnung am Samstag war ein Zeichen …

Es muss sehr bald wieder ein Billardtisch in mein Leben… <3

Ja, ich habe sogar das Gefühl, das würde sogar die Lösung all meiner Probleme bedeuten. 😆

Huch, schon wieder abgeschweift …

Also die Gastgeberin hatte einen Billardtisch im Wohnzimmer stehen und ich fühlte mich prompt zuhause und tatsächlich sehr wohl. Bei dem Führen von Gesprächen war ich noch etwas schüchtern, das legte sich aber mit jeder weiteren Minute, mit diesen Menschen an einem Tisch, die plötzlich so gar nicht meinen Befürchtungen und Erwartungen entsprachen. Sie waren alle so lieb, lustig und teilweise genau so schräg wie ich. Eine Autorin hatte sogar die gleiche gescheiterte Suche nach Straße, Haus, Parkplatz und Eingang hinter sich und ich hatte das Gefühl, dass wir sogar sehr vieles gemeinsam haben. <3

Später kam noch ein Autor hinzu, den ich zugegebenermaßen sehr bewundere. Ja, Norman Liebold brachte eine Menge neuen Input in die Runde, mit dem ich echt etwas anfangen kann. Ein toller Autor, von dem man echt eine ganze Menge lernen kann.

Ach ja, und die Hälfte aller Anwesenden tranken Tee… 😀

Ja, jeder Jeck ist anders und da alle anwesenden Autoren auf ihre Art exzentrisch waren, hatte ich das Gefühl, tatsächlich mit Gleichgesinnten am Tisch zu sitzen, obwohl wir alle vollkommen verschiedene Menschen und Charaktere sind. Der Erfahrungsaustausch hat mir gezeigt, dass wir alle im selben Boot sitzen und auch alle irgendwie unsere (negativen) Erfahrungen mit Betrügern und Halsabschneidern in der Branche gemacht haben.

Das war eine ganz besondere Erfahrung, für die ich sehr dankbar bin … und die habe ich eben nur gemacht, weil ich mich nicht mehr von irgendwelchen Zweifeln dominieren lasse.

Ein bisschen Geselligkeit wohnt also tatsächlich tief in mir, kommt allerdings nur in richtiger Gesellschaft zu Tage. 😀

Das habe ich dann auch letzten Sonntag also gestern festgestellt …

Am Sonntag gab es den legendären Vettelschoßer Karnevalszug. Ich erinnere mich noch genau, wie das die letzten Jahre immer so ablief. Man traf sich mit der Familie zum Frühstück, sah sich (ich mit Sicherheitsabstand) den Zug an und ging wieder nach Hause. Eine Tradition, mit der ich die letzten Jahren eigentlich gut leben konnte. Doch letztes Jahr war alles anders. Nicht nur, dass diese Angst-Zeitbombe bereits gefährlich laut in mir tickte – wir wurden unverhofft auf Karnevalsgaragenparty eingeladen. Traditionsänderung, durch eine plötzliche Änderung der Zugstrecke. Gemeinsam auf den Zug warten, gemeinsam feiern mit ganz, ganz vielen Menschen und nicht alle waren mir bekannt. Alle schrien „Juhuu!“, bei mir läuteten unentwegt die Alarmglocken. 😮

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Ich gehe als Verschwörungstheoretikerin

Die Sozialphobie ließ wieder grüßen und ich war auch gleich wieder im Ausnahmezustand. Und ich weiß, dass diese drei Stunden Dauerstress letztes Jahr ganz schön (auch körperlich) anstrengend und eigentlich auch nüchtern nicht zu ertragen waren. Aber ich trinke keinen Alkohol, wenn ich mit meinen Kindern unterwegs bin also musste ich nüchtern da durch …

Das war letztes Jahr …

Dieses Jahr war eigentlich alles gleich – die Einladung zur Karnevalsparty stand. Nur mit dem Unterschied, dass ich mir dieses Mal fest vornahm, dieses Spektakel ohne diesen unnötigen Stress durchzustehen. Hat super funktioniert. Ein bisschen Smalltalk, ein bisschen Singen , Tanzen und die anderen beim „Ausnahmezustand“ beobachten und dabei Eindrücke, merkwürdige Verhaltensweisen und andere Informationen aufsaugen – wer weiß, vielleicht gibt es auch irgendwann mal einen Karnevalspsychopathen bei mir. 🙂 Irgendwann flüsterte mir jemand zu, dass er meinen Blog regelmäßig liest und es Hammer findet, wie ich schreibe. Das tat irgendwie gut und löste dieses Mal auch keineswegs den peinlich berührten Fluchtinstinkt aus. Und etwas später folgte die nächste Einladung zum Kaffee … mal sehen, was es da Neues zu entdecken gibt. 🙂

Ich danke den Gastgebern für die tolle Zeit und die Verpflegung – ich freue mich schon auf das nächste Jahr! <3

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