Geschichten aus dem Leben

Wahrheit tut weh… und vieles andere gerade auch

„Wahrheit tut weh“, so lautete ursprünglich der Titel meines letzten Blogeintrages, den ich vor zwei Wochen geschrieben, aber NICHT veröffentlicht habe. Ich bin gerade wieder über diesen Direkt-Aus-Dem-Herzen-Text gestolpert und bin über so viel geballte Wahrheit in einem Text selbst verblüfft. Schade, dass es hier um meine eigene Wahrheit geht und nicht um irgendein packendes Filmdrama auf ZDF oder so …

Mein Eintrag fing an mit:

Und weil ich gerade wieder echt ernsthafte Schwierigkeiten habe, mit der Situation umzugehen und auch immer mehr mein Niveau und meine Würde sinkt, (nein, ich bettle nicht mehr weiter um ein vernünftigen und respektvollen Umgang Miteinander),  flüchte ich mich nun in meinen Blog … auch wenn dieser Text niemals veröffentlicht wird.“

Im weiteren Verlauf dieses Textes fand ich dann so Aussagen wie:

„Hab mich dann einfach nicht im Griff, wenn ich wütend und verletzt bin, neige ich dazu, meine Gefühle mit ihrer ganzen verbalen Enttäuschung rauszuhauen …. wie kann man von der einen auf die andere Minute plötzlich zu so einem gottverdammten  blöden Arschloch werden … FUCK YOU! … um es harmlos auszudrücken!“

Und:

Ich erkenne mich nicht wieder… ich erkenne meinen Mann nicht wieder… ich erkenne uns nicht wieder!

Und:

Immer wieder werden Grenzen überschritten… weil er … weil wir… weil ICH nicht klar komme. Ich bin einfach nicht in der Lage, mich zu streiten. Ich muss es einfach einsehen, dass ich einfach nicht für diese komplizierte Beziehungsscheiße gemacht bin … immer diese unnötigen Dramen … Streitsucht vs. Harmonie…  jeder Konflikt eine weitere Dosis Gift für meine Seele und meinen Körper…  ich brauche Ruhe, sonst drehe ich durch … ich sehne mich gerade nach einer Gummizelle … und das ist die Wahrheit … please, leave me (alone)!

Wahrheit tut verdammt weh… 

ENDE!

Ja, mein Mann hatte echt die Schnauze voll von mir und wollte gehen – nahm ich zur Kenntnis, habe ich verstanden, konnte aber auf Anhieb nicht artgerecht darauf reagieren …

Nun ja…

Er hat es sich dann zwei Tage später doch nochmal anders überlegt … wahrscheinlich, weil er ja weitgehend dann doch ganz zufrieden mit meinen Leistungen ist, gell? 😀

Es bleibt spannend bei uns … 😉

Soviel dazu…

Und falls sich hier die Frage auftut, wie ich es wagen kann, öffentlich über das sensible Thema „Ehestreit“ zu schreiben: Liebe Leute, mein Blog ist und soll authentisch bleiben! Und ich will nicht verbergen (müssen), dass wenn in meinem Leben Chaos herrscht, dann auch tatsächlich überall der Wurm drin ist.  😀

Aber eigentlich wollte ich heute mal über meinen derzeitigen Istzustand schreiben und euch auch auf meiner beruflichen Ebene mal auf den neusten Stand bringen …

Istzustand Geist und Seele – ich muss dringend etwas ändern  

Mein neues Lebensmotto lautet: „Wenn Du nichts änderst, ändert sich nichts …“

Ich will Dinge ändern, die ich (theoretisch) ändern kann …

Ich will Dinge hinnehmen, die ich nicht ändern kann …

Was allerdings leichter gesagt ist als getan…

Es gibt immer noch zu viel Stress in meinem Leben …

Ich habe immer noch zu viel Angst …

Ich irre immer noch orientierungslos durch mein Leben …

Und ich höre immer noch zu wenig auf meine innere Stimme und das Herz …

Istzustand Körper – ich habe ihm viele schlimme Dinge angetan   

Leute, Stress macht echt (körperlich) krank …

Ich habe das wirklich vollkommen unterschätzt …

Die Ernte der ganzen Scheiße der letzten Zeit, inklusive Angst und innerer Zerrissenheit ist üppig und trägt in diesem Jahr ganz neue Früchte. Letztes Jahr war es die Angststörung. Jetzt zicken ein paar Organe von mir rum. Und diese Zickereien haben dafür gesorgt, dass ich plötzlich von heute auf morgen Probleme mit dem Essen habe. Mir ist ständig schlecht, könnte ununterbrochen nur noch kotzen, ich habe keinen Appetit und habe Seitenstechen. Greife ich auch nur nach einem falschen Lebensmittel, dann ist der Tag ganz gelaufen. Vor drei Tagen war es ein Fleischwurstbrötchen an dem ich im Anschluss zwei Tage lang meine Verdauungsfreude mit entsprechenden Magenschmerzen hatte. Zu diesen falschen Lebensmitteln gehören übrigens auch Süßigkeiten, wie Schokolade. Unglaublich, dass ich schon seit knapp einer Woche keine Schokolade mehr gegessen habe… das hat es NOCH NIE gegeben.  Ehrlich gesagt, habe inzwischen eine neue Phobie entwickelt – „Angst vor Essen“ …  😮

… so kann man übrigens auch abnehmen. 😀

5 Kilo sind schon weg … 🙂

Natürlich bin ich in ärztlicher Behandlung. Es ist derzeit auch wohl nichts Schlimmes. Ein paar Untersuchungen noch (Organultraschall und Magenspiegelung) und dann werden wir den genauen Übeltäter haben. Sicher ist aber:

Ich muss ab sofort besser auf mich aufpassen, auch wenn ich nicht gar nicht so recht weiß, wie das gehen soll. 🙂

Übrigens: Ich jogge eigentlich immer noch regelmäßig (2-5 mal die Woche), mein Runtastic ist nur irgendwie kaputt. Nicht, dass meine geaddeten Runtastic-Freunde meinen, ich hätte schon aufgegeben, nur weil ich die letzten zwei Monate 0,00 km gelaufen bin. 😀

Istzustand Beruf  – ich liebe meinen Job  

Eigentlich könnte an dieser Stelle eine lustige Geschichte über meine verbissene Jobsuche stehen, inklusive Eignungstest für den Job als „IT-Supporterin“, aber das wäre zu lang.

Hier die Kurzform:

Der ursprüngliche Plan war ja, meinen Hauptberuf (das Texten) zu einem Minijob zu machen, weil ich der Meinung war, ich wäre durch eine Art Burnout, inkl. Schreibblockade nicht mehr länger fähig, meinen Job fachgerecht auszuführen. Davon war ich echt überzeugt. Und auch als ich den Job in der Behindertenassistenz aus bekannten Gründen geschmissen habe, war ich der felsenfesten Überzeugung, es ginge einfach nicht mehr.

Panik brach aus …

Ich bewarb mich auf jede Stelle, die mir in die Finger kam und mir sinnvoll erschien, auch wenn die Qualifikation zu wünschen übrig ließ (oder auch überhaupt keine Qualifikation benötigte).

Darunter waren u. a. Stellenangebote für:

Altenpflege in allen Altenheimen der Umgebung

Schulbegleitung für einen autistischen Jungen bei einer Karitativen Einrichtung

Sachbearbeitung für Baustoffe bei Basalt Union

IT-Support bei einem örtlichen Unternehmen (der sich echt Mühe mit mir und meinem unqualifizierten Plänen gegeben hat)

Retourmanagement bei Medi Max

Bürofachkraft in einer Autowerkstatt

Spülhilfe in einem Restaurant

Kommissioniererin bei … keine Ahnung

Pralinenverpackerin in einer Pralinenfabrik hier in der Nähe  😀 😀

Und dann bekamen auch Aldi, Lidl, der DM-Markt und noch einige andere Läden meine Bewerbung…

Ich wartete und hoffte…

…und wollte das auch alles…

Ja, ich wollte das, weil es logisch war … weil es vernünftig war … weil es das einzig Richtige war… ?

Die erste Einladung zum Vorstellungsgespräch folgte und auf den einen Anruf folgte der Nächste…

Zwischendrin hatte ich nochmal eine Therapiestunde, in der meine Therapeutin die Hände über den Kopf zusammenschlug und mich fragte, auf was für einen neuen Trip ich jetzt war. Ich erklärte es ihr halbherzig, hörte mir selber beim Reden zu und glaubte mir selber genau so wenig, wie meine Therapeutin mir meine Argumentation abkaufte.

„Was immer sie auch in Zukunft tun werden, lassen Sie die Finger von der Altenpflege, das ist nicht der richtige Ort für sie. Das macht sie kaputt!“

Meine Antwort: „Ach, ich schaff das schon. Dann muss ich halt lernen, mit dem Leid und dem Tod umzugehen … was mich nicht umbringt, macht mich nur noch härter! Ein neuer Kampf gegen Ängste! Shacka!“

Gedacht habe ich allerdings:

„Fuck! Sie hat natürlich recht. Ich habe es ja noch nicht einmal in einem Altenheim als Besucherin ausgehalten. Aber ich brauche einen neuen Job … und in Altenheimen wird immer Personal gesucht … ich habe keine andere Wahl… ich bin verwirrt und als Verwirrte kann man keine professionellen Auftragstexte schreiben.“

Und dann stellte sich wieder dieser Kampf ein, – Herz vs. Verstand – den ich aber zunächst gar nicht als solchen ansah. Ich hatte die Befürchtung, dass wieder übertriebene Angst mich dazu gebracht hat, Vorstellungsgespräche zu boykottieren und sie mit fadenscheinigen Ausreden platzen zu lassen. Es war immer wieder dasselbe: ich war entschlossen und kurz vor den Terminen fühlte sich alles so schrecklich falsch an. Wie als würde mich innerlich etwas festhalten und auf mich einreden, mich anflehen, nicht wieder von einer Scheiße in die Nächste zu treten.

Heute weiß ich, dass es mein Herz war, dass mich abhalten wollte, denn es ließ mich nur zu einem einzigen Vorstellungsgespräch gehen… dazu später mehr. 🙂

Jedenfalls saß ich letzten Monat noch zu Hause, suchte wie verbissen nach einer Arbeitsstelle und war sogar bereit, putzen zu gehen, während ich versuchte meinen Texterjob so gut, wie es noch ging weiterzumachen. Aber ich war nach wie vor so schrecklich blockiert. Mehr als einen Auftrag pro Tag konnte ich beim besten Willen nicht bearbeiten und habe viele Aufträge einfach abgeblockt und Anfragen teilweise gar nicht beantwortet. Bis eines Tages plötzlich eine E-Mail in mein Postfach flatterte. Es war eine Nachricht von Christian, ein langjähriger Kunde, der via CC Folgendes an einen Kunden schickte:

Empfehlung

Diese Nachricht hat etwas ganz Entscheidendes in mir ausgelöst, bzw. gelöst. Es war die Erkenntnis, die Bewusstwerdung, dass es etwas gibt, was ich offenbar gut kann. Etwas, was Kunden dazu bringt, mich regelmäßig mit Aufträgen zu versorgen. Etwas, was meine Kunden dazu bringt, mich weiterzuempfehlen, was wiederum zu neuen Kunden führt. Ich hatte plötzlich meine Existenzgrundlage vor Augen. Meine Basis, die in den letzten 8 Jahren zu einem beachtlichen Netz(werk) gewachsen ist, was mich auffängt, wenn in einem Monat mal Neukunden auf sich warten lassen. Und das alles, wollte ich hinschmeißen, weil mein seelischer Ausnahmezustand und die Angst vor dem finanziellen Versagen mich in einen ungewollten Brotjob treibt?

S-T-O-P!

Irgendetwas läuft hier falsch…

Zeitgleich erhielt ich einen neuen ziemlich großen, allerdings auch einen sehr schwierigen Auftrag, den ich eine Minute zuvor noch wegen fehlender Kapazitäten abgelehnt hätte.

Texterstellung für einen Escortservice 
1. „Seite Jobs“ 
2. „Seite Über uns“ 
3. „Seite erotisches Lexikon“
4. „Nach Referenzseite – 25 Begriffe alphabetisches Lexikon-Vorlieben“

Na klaro, gib her!  😀

Boah…

Sachen gibt´s, die kannte ich selbst noch gar nicht …

Das war echt Schwerstarbeit …

K = Kuschelsex war dabei tatsächlich das Harmloseste …

Ich wusste zum Beispiel gar nicht, dass es noch andere Ländercodes als „Französisch“ gibt … 😀

Jedenfalls war ich nach dieser Nachricht, inklusive diesem großen Auftrage wie ausgewechselt. Wie von Geisterhand kehrte die Energie zurück. Und auch unabhängig von diesem Auftrag – der mir wirklich eine Menge abverlangte – merkte ich gar nicht, wie ich plötzlich anfing, wie selbstverständlich auch andere Kundenanfragen in Rekordzeit zu beantworten. Ich schrieb Angebote, machte Aufträge klar und konnte sie nahezu problemlos bearbeiten.

Der Knoten ist gelöst… ich bin wieder drin in meinem Job, den ich wirklich sehr liebe!

UND …

Ich habe dennoch einen kleinen Nebenjob angenommen. Aber nicht, weil ich mir einrede, das zu müssen, sondern weil ich da jetzt einfach Lust drauf habe. Und es ist ein Traumnebenjob. Ich habe diese Arbeit nicht (mehr) gesucht, aber sie hat mich dennoch gefunden. Es war das besagte einzige Vorstellungsgespräch, zu dem ich ohne ein schlechtes Gefühl und Angst gegangen bin.

Ich hatte die wundervolle Aufgabe der Kleinkinderbetreuung überhaupt nicht auf dem Schirm. Aber jemand anderes hatte mich und meinen damaligen Facebook-Job-Aufruf noch auf dem Schirm und hat da etwas eingefädelt. ( Dafür werde ich Dir bis in alle Ewigkeit dankbar sein, liebe Melanie! 🙂 )

Und ich hätte niemals auch nur annähernd geahnt, dass diese Aufgabe für mich in Frage kommt und dass sie genau zu dem passt, was ich bin – ein Mensch, mit einer Überdosis Gefühl und Empathie.

That´s it!

Ja, ich arbeite nun 1-2 mal in der Woche in einer kleinen privaten Kita. Und betreue Babys und Kleinkinder zwischen 8 Wochen und drei Jahren. Eine entsprechende Tagesmutter-Ausbildung, inklusive Fortbildungen werde ich im Frühjahr nächsten Jahres absolvieren, ich will meinen Job nicht nur intuitiv sondern auch fachlich gut machen. 🙂

Ich liebe es …

Es entspannt mich …

Es erfüllt mich mit Wärme und Liebe …

Ich glaube, dass einzige Problem wird nur sein, dass mir jeder einzelne Zwerg so schrecklich an Herz wachsen wird, dass ich bitterlich weinen werde, wenn Sie in den Kindergarten kommen …

So, das wär`s erstmal an Neuigkeiten… gibt noch mehr, aber ich muss jetzt erstmal Schluss machen. 🙂

Weiteres folgt…

Danke, für´s Lesen!

 

2 thoughts on “Wahrheit tut weh… und vieles andere gerade auch

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